#Brexit – Premier ministre Manuel Valls parle devant l’Assemblée nationale
Bundeskanzelrin Angela Merkel gibt eine Regierungserklärung ab

28. Juni 2016 von

> Brexit et avenir de l’Union européenne : discours de Manuel Valls

Extraits:

Brexit : Manuel Valls face aux députés

Zum Vergleich > Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 28. Juni 2016 im Bundestag

„…jeder Vorschlag ist willkommen…“ Man spürt in ihrer Rede nicht, dass es

Es wäre nicht fernliegend, dass eines Tages Regerungserklärungen dieser Art und dieser Wichtigkeit irgendeiner Form zwischen Frankreich und Deutschland abgestimmt weden. Solche Situationen lassen ahnen, dass le francoallemand noch viel Überzeugung und Engagement verlangt. Gerade in diesen Tagen wäre ein Schulterschluss und ein gemeinsames Auftreten beider Staaten so wünschenswert. Immerhin gibt es ein > gemeinsames Papier der beiden Außenminister Jean-Marc Ayault und Frank-Walter Steinmeier. Jetzt könnten die Reden von Manuel Valls vor der nationalversammlung (wir suchen noch den Text) und die Erklärung von Angela merrkel (wir suche noch den Text) mit dem Papier der beiden Außenminister verglichen werden. à suivre

Frankreich-Deutschland und der #Brexit (IV)
La déclaration commune de Merkel, Hollande et Renzi

28. Juni 2016 von

NEU auf unserem Blog : > Nachgefragt: Jacques Toubon, Défenseur des droits, parle des migrants et des réfugiés – 27. Juni 2016


Das Vereinigte Königreich: Partner oder Mitglied der EU?

Man muss die folgende Erklärung ganz genau lesen:

In einer gemeinsamen Erklärung haben Präsident Hollande, Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Renzi auf das Brexit-Referendum im Verinigten Königreich reagiert. Wiederum is es ganz erstaunlich wie das > Gazouillement auf Französisch ganz andere Aspekte zeigt als das > Twittern auf Deutsch – bes. 20.-28. Juni 2016.

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (III). Wir werden die > Déclaration conjointe du Président de la République française, de la Chancelière de la République fédérale d’Allemagne et du Président du Conseil de la République italienne le 27 juin 2016


Déclaration commune avec Mme Angela Merkel… von elysee

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (I)

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (II) – Twitter

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (III) – Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier, Ein starkes Europa in einer unsicheren Welt

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (IV) – La déclaration commune de Merkel, Hollande et Renzi

> Enseigner l’allemand – Französisch unterrichten – 26. Mai 2016

„Le 23 juin 2016, la majorité du peuple britannique a exprimé le souhait de quitter l’Union européenne. La France, l’Allemagne et l’Italie respectent cette décision. Nous regrettons que le Royaume-Uni ne sera plus notre partenaire au sein de l’Union européenne.“

Der Beginn dieser Erklärung stellt fest, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr „unser Partner“ in der EU sein werde. Das sind deutliche Worte. Ist man ein bisschen zzu vorschnell. Noch ist nichts entschieden. Der Artikel 50 ist von den Briten noch nicht aktiviert worden, der noch amtierende PM Cameron will ihn auch nicht aktivieren und die Brexit-Befürworter wie Boris Johnson haben schon ganz miese Presse. Vielleicht wollen Hollande, Merkel und Renzi nur mal ganz drastisch den Briten die Folgen ihrer Entscheidung vor Augen führen. Die könnten ja nach ihrer Mitgliedschaft Partner der EU bleiben, aber auch das ist vorbei: „Nous regrettons que le Royaume-Uni ne sera plus notre partenaire au sein de l’Union européenne.“

Hollande, Merkel und Renzi wissen aber auch, dass die EU sich ändern muss „l’Union européenne doit répondre aux préoccupations exprimées par les peuples en clarifiant ses objectifs et son fonctionnement. Elle devrait être plus forte sur les priorités essentielles, là où les Européens doivent unir leurs forces, et moins présente là où les États membres sont mieux placés pour agir. Elle doit rester placée sous le contrôle démocratique de ses citoyens et doit être plus intelligible. Elle doit agir plus rapidement, en particulier pour mettre en œuvre des programmes et des projets qui apportent des bénéfices directs aux citoyens.“ Die EU muss allein schon in Europa selbst und in seinen Mitgliedsstaaten mehr Präsenz zeigen, sie muss bürgernäher werden. Und ähnlich wie im > Papier von Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier werden hier in drei Kapiteln Vorschläge für für die EU gemacht, allerdings mit unterschiedlichen Akzenten: Verbesserung der innneren und äußeren Sicherheit, eine starke Wirtschaft und starker sozialer Zusammenhalt, auch wenn diese hier „Pour les pays qui ont l’euro en commun, de nouvelles étapes seront nécessaires, pour renforcer la croissance, la compétitivité, l’emploi et la convergence, y compris dans les domaines social et fiscal,“ viel vager als im Papier der beiden Außenminister klingt. Und die Erklärung Hollande, Merkel und Renzi nennt als drittes Thema: Ambitiöse Programme für die Jugend in Europa: „l’Europe ne réussira que si elle donne espoir à ses jeunes. Nous devons renforcer les initiatives européennes pour la formation, l’entrepreneuriat et l’accès à l’emploi dans toute l’Europe, tels que l’Initiative pour l’emploi des jeunes ou le programme Erasmus pour les étudiants, les apprentis et les jeunes professionnels.“ So richtig neu ist dieser letzte Absatz nicht. Das reicht nicht.

Vgl. unser Beitrag vom 26. Mai 2016 aus Verdun: „Machen wir Europa wieder für Jugendliche attraktiver! Ein Blick in die europäische Geschichte. So lange Frieden, das ist der Supererfolg von Europa, und das muss gerade > an diesem Wochende in Verdun als besondere Botschaft an die Jugend in Europa und in der Welt mehrmals, sehr laut und deutlich gesagt werden. Also wir brauchen ein neues europäisches Projekt. Ein echter deutsch-französischer Freiwilligendienst, – Austausch, Praktika, Sozialdienste, das andere Land kennenlernen – die Erfolgsmodelle > Service civique en France und den Freiwilligendienst OFAJ/DFJW > volontariat.ofaj.org/de/ vergrößern – um einen Service civique zu schaffen der den anderen Mitgliedsstaaten offensteht, ferait l’affaire.“ Bitte weiterlesen : > Enseigner l’allemand – Französisch unterrichten

Mittwoch, 29. Juni, 19.00 Uhr , Hospitalhof Stuttgart
Streit um die Religion in Frankreich

28. Juni 2016 von

Streit um die Religion in Frankreich
Erfahrungen im Gespräch mir Prof. D. Thomas Römer
Mittwoch, 29. Juni, 19.00 Uhr | großer Saal im Hospitalhof, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Auch in Frankreich spielen religiöse Themen und Akteure in der politischen Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Der Status religiöser Argumentationen ist sehr umstritten: Wer in der politischen Arena im Namen transzendenter Quellen das Wort ergreift, setzt sich besonderen Rechtfertigungsdruck aus. Das laizistische Selbstverständnis der Republik bildet einen beständigen Referenz- und Streitpunkt in der Debatte um die Rolle der Religion in der Demokratie. Die wissenschaftliche Theologie will diese öffentliche Auseinandersetzung begleiten, durch Differenzierungen bereichern.

Thomas Römer, der am Pariser Collège de France einen Lehrstuhl für die Erforschung der Bibel in ihrem historischen Kontext innehat, berichtet über die aktuellen Debatten um die Religion in Frankreich, und wie sich die leise Stimme der Vernunft in der Mediendemokratie Gehör verschaffen kann.

Die Veranstaltung ist der Auftakt zur Reihe „Le Grand Autre: Der Monotheismus in der Diskussion“, die sich mit der aktuellen gesellschaftlichen Debatte zum Thema Religion und Staat in Frankreich und Deutschland auseinandersetzt und Begegnungen mit Meisterdenkerinnen und -denkern aus dem französischen Sprachraum sowie den Blick in die jüngste Geschichte des religions- und existenzphilosophischen Denkens ermöglicht.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Eine gemeinsame Veranstaltung des Institut français Stuttgart, des Hospitalhof Stuttgart und des IZKT. Mit freundlicher Unterstützung der DVA-Stiftung.

Auf unserem Blog:

> Der Laizismus in Frankreich – 26. Januar 2015

Frankreich-Deutschland und der #Brexit (III)
Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier,
Ein starkes Europa in einer unsicheren Welt

28. Juni 2016 von

Der gemeinsame Beitrag des französischen Außenministers Jean-Marc Ayrault und Außenminister Frank-Walter Steinmeiers, > Ein starkes Europa in einer unsicheren Welt

> Projet Ayrault-Steinmeier de Nouvelle Europe par Jean-Marc Ayrault, Frank-Walter Steinmeier Réseau Voltaire | 27 juin 2016
„Réseau Voltaire International ist ein blockfreies Pressenetz, spezialisiert auf die Analyse internationaler Beziehungen, ins Leben gerufen durch die Initiative des französischen Intellektuellen Thierry Meyssan.“

ayrault-steinmeierWie oben gesagt, unruhige Zeiten verlangen viel Engagement. Hier genügen keine Textauszüge, das folgende Dokument stellt die Initiativen Frankreichs und Deiutschlands für ein Neues Europa zusammen:

> (*.pdf) par Jean-Marc Ayrault, Frank-Walter Steinmeier

Dt.: > Ein starkes Europa in einer unsicheren Welt. Gemeinsamer Beitrag des französischen Außenministers Jean-Marc Ayrault und Außenminister Frank-Walter Steinmeiers. > Zum Herunterladen

> Contribution de Jean Marc Ayrault Ministre des Affaires étrangères et du Développement international et de Frank-Walter Steinmeier, Ministre des Affaires étrangères de la République fédérale d’Allemagne. – Site de du Ministère des Affaires étrangères

Die beiden Außenminister bedauern die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die EU verlassen zu wollen. Beide wissen, dass das gemeinsame Projekt Europa in den letzten Jahren an Unterstützung verloren hat. Es gehe jetzt darum, sich wieder auf die gemeinsamen Aufgaben neu zu konzentrieren. Es folgt ein gemeinsames Bekenntnis zu Europa, man wolle weitere Schritte „in Richtung einer Politischen Union in Europa“ unternehmen. Trotz unterschiedlicher „Ambitionsniveaus“ müssten Wege gefunden werden, damit umzugehen. Für mehr Selbstbewusstsein Europas auf internationaler Eben wollen Frankreich und Deutschland einstehen. Eine europäische Sicherheits-Agenda (S. 3 ff), eine gemeinsame Europäische Asyl- und Einwanderungspolitik (S. 6 ff), in deren Rahmen das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen in eine Europäische Asylagentur umgewandelt werden soll, die eine gemeinsame Datenverarbeitung sicherstellen soll. Ziel ist ein Europäisches Einwanderungsrecht… in diesem Papier steht noch bescheidener, man wolle prüfen, ob man dahin kommen könne, und Wachstumsförderung udn Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion. Das Bekenntnis der beiden Außenminister ist eindeutig: „Der Euro ist Symbol unseres Bekenntnisses zur Unumkehrbarkeit des europäischen Einigungswerks.“ Einige der Vorschläge in diesem Papier: „- In diesem Zusammenhang sollten wir den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu einem vollwertigen Europäischen Währungsfonds weiterentwickeln, der der parlamentarischen Kontrolle unterliegt. – Ein gemeinsamer Haushalt – zentraler Baustein aller erfolgreichen Währungsunionen dieser Welt – fehlt in der Architektur der Währungsunion. Unter Vermeidung dauerhafter einseitiger Transfers sollten langfristig gemeinsame Mittel zur makroökonomischen Stabilisierung zwischen den Euro-Mitgliedstaaten beitragen. Eine solche Fiskalkapazität sollte schrittweise und im Zuge von Fortschritten bei gemeinsamen haushalts‑ und wirtschaftspolitischen Entscheidungen aufgebaut werden. in einem ersten Schritt könnte sie 2018 ihre Arbeit aufnehmen, um Investitionen in den von der Krise am stärksten betroffenen Staaten zu fördern. Deutschland und Frankreich sollten den Kern einer Gruppe bilden, die bereit ist, in dieser Frage konzeptionell voranzukommen. – Die Akzeptanz des Euro wird unterminiert durch einen mangelhaften Fortschritt bei gemeinsamen Sozialstandards und der Herstellung von Steuergerechtigkeit unter den Mitgliedstaaten. Daher sollten wir uns den Grundsatz geben, dass jeder Schritt zur weiteren Vertiefung der Währungsunion mit Fortschritten bei der gemeinsamen Besteuerung, insbesondere transnationaler Unternehmen, einhergehen muss sowie mit der Entwicklung einer Sozialunion, die von gemeinsamen sozialen Mindeststandards getragen wird.“

München: Écoles Maternelles / Bilinguale Kindertageseinrichtung – Élysée 2020

28. Juni 2016 von

elysee-2000

Im Rahmen der > deutsch-französischen Agenda 2020 haben Frankreich und Deutschland eine Qualitätscharta für die frühkindliche bilinguale Erziehung konzipiert. Mit dieser Initiative sollte auch die Einrichtung von 200 bilingualen Kindergärten in Deutschland und Frankreich gefördert werden. In diesem Rahmen konnten sich Einrichtungen um die Führung des Titels „Écoles Maternelles / Bilinguale Kindertageseinrichtung – Élysée 2020“ bewerben.

Wir gratulieren den vier städtischen bilingualen Kindertageseinrichtungen
Kita Corneliusstraße 17
Kita Dietzfelbingerplatz 7 I/II
Kita Müllerstraße 5
Hort Nimrodstraße 2
in München zur Aufnahme in das deutschfranzösische Netzwerk „Elysée-Kita-2020“ein. Sie erhalten demnächst im Rahmen einer Feierstunde die offizielle Plakette. In diesem Rahmen wird Renate Hildebrand-Pertler (Landeshauptstadt München) durch den französischen Generalkonsul Herrn J.C. Brunet mit dem Orden „Chevalier dans l’ordre des Palmes académiques“ ausgezeichnet.

> Bilinguale Kitas

> Netzwerk der zweisprachigen Kindergärten „Elysée-Kitas“

Frankreich-Deutschland und der #Brexit (II)
Die Twitter-Analyse

28. Juni 2016 von

NEU auf unserem Blog : > Nachgefragt: Jacques Toubon, Défenseur des droits, parle des migrants et des réfugiés – 27. Juni 2016

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (I)


Fragen:

1. Wo interessiert man sich mehr für den Brexit? In Frankreich oder in Deutschland?

2. Welche Themen werden genannt?

3. Wer twittert? Politiker, Parteien, Journalisten.

4. Was wird dabei über Europa gesagt?

5. Wie werden die französisch-italiensch-deutschen Vorschläge vom Montagabend, 27. Juni, diskutiert?

6. Wird der Brexit als solcher diskutiert?

7. Gibt es Stimmen gegen den Brexit?

Twitter, gegen das wir so viele Vorbehalte haben/hatten, entwickelt sich immer mehr zu unserem Pressedienst, um Verbindungen zu knüpfen, Nachrichten auszutauschen und überhaupt, um le francoallemand ständig vorzuzeigen.

Mit den Fragen im gelben Kasten können die tweets ausgewertet werrden, man legt einen bestimmten Zeitraum fest – und los gehts. 20 Minuten Stillarbeit und dann ist genug Wissen da, um eine halbe Stunde aufregend zu diskutieren. Unterricht mit sehr vielen Variationsmöglichkeiten, die die Schüler sich am besten selbst ausdenken.

Gucken Sie mal auf unsere letzten Artikel, in denen das Wort > Twitter vorkam. Vgl. auch > Französisch-deutsches Twittern.

> Alles über Twittern im und für den Französischunterricht: > Schule und Politik: Vom Twittern in Frankreich und Deutschland

> Vom Twittern zur Chronologie de la presse française – 13. Januar 2016

Auch der Brexit ist wieder eine Gelegenheit, das deutsch-französische Gezwitscher zu analysieren. Nebenbei lernt man präzise und schnell die wichtigsten Vokabeln: PONS hilft immer. A gauche, on gazouille en français, rechts wird deutsch gezwitschert. Nota bene. Heute abend wird jede Analyse etwas erschwert, weil die Briten heute abend schon mal einen Brexit realisiert haben. Nota bene: manchmal funktioniert die Sprachunterscheidung nicht…


Frankreich-Deutschland und der #Brexit (I)

27. Juni 2016 von

NEU auf unserem Blog : > Nachgefragt: Jacques Toubon, Défenseur des droits, parle des migrants et des réfugiés – 27. Juni 2016


Artikel 50 des Vertrags von Lissabon

(1) Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten.
(2) Ein Mitgliedstaat, der auszutreten beschließt, teilt dem Europäischen Rat seine Absicht mit. Auf der Grundlage der Leitlinien des Europäischen Rates handelt die Union mit diesem Staat ein Abkommen über die Einzelheiten des Austritts aus und schließt das Abkommen, wobei der Rahmen für die künftigen Beziehungen dieses Staates zur Union berücksichtigt wird. Das Abkommen wird nach Artikel 218 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union ausgehandelt. Es wird vom Rat im Namen der Union geschlossen; der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit nach Zustimmung des Europäischen Parlaments.
(3) Die Verträge finden auf den betroffenen Staat ab dem Tag des Inkrafttretens des Austrittsabkommens oder andernfalls zwei Jahre nach der in Absatz 2 genannten Mitteilung keine Anwendung mehr, es sei denn, der Europäische Rat beschließt im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat einstimmig, diese Frist zu verlängern.
(4)
Für die Zwecke der Absätze 2 und 3 nimmt das Mitglied des Europäischen Rates und des Rates, das den austretenden Mitgliedstaat vertritt, weder an den diesen Mitgliedstaat betreffenden Beratungen noch an der entsprechenden Beschlussfassung des Europäischen Rates oder des Rates teil. Die qualifizierte Mehrheit bestimmt sich nach Artikel 238 Absatz 3 Buchstabe b des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union.
(5) Ein Staat, der aus der Union ausgetreten ist und erneut Mitglied werden möchte, muss dies
nach dem Verfahren des Artikels 49 beantragen.

Quelle: DE 30.3.2010 Amtsblatt der Europäischen Union : > Konsolidierte Fassungen des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union – Deutsch, S. C 83/43/44

Bevor wir die Rollen Frankreichs und Deutschlands näher betrachten und dabei vor allem, wie auf diesem Blog üblich, auch das deutsch-französische Verhältnis in den Blick nehmen, betrachten wir erst einmal in Form eines Éditorials, was am und seit letztem Donnerstag, an dem in Großbritannien über einen eventuellen EU-Austritt ein Referendum durchgeführt wurde, passiert ist: > Brexit-Votum: So gespalten ist Großbritannien – SPIEGEL-Online: 72,7 Prozent der registrierten Wähler haben an der Abstimmung teilgenommen, von ihnen haben sich 51,9 Prozent dafür ausgesprochen, das Vereinigte Königreich solle die EU verlassen, es ist eine Empfehlung, kein bindender Beschluss Die großen regionalen Unterschiede bei der Abstimmung – die Wähler in Schottland, Nordirland und London haben mehrheitlich für den Verbleib in der EU votiert – spielen bei der Bewertung des Ergebnisses eine Rolle, schon gibt es in Schottland erneute Überlegungen für die Unabhängigkeit und dann einen Verbleib in der EU.

Beim Stand der Dinge, könnte die aktuelle Regierung unter Premierminister Cameron der Wählerempfehlung folgen und den hier rechts zitierten Artikel 50 des Lissabon-Vertrags aktivieren. Cameron, will dies vorerst nicht tun, er tritt zurück, bleibt aber bis Ernennung einer neuen Regierung in Amt. Das kann bis Anfang September dauern. Er überlässt es also seinem Nachfolger, mit dem EU-Exit Großbritannien möglicherweise in ein Finanz- und Wirtschaftschaos zu stürzen, was die Wähler nicht verzeihen werden. Heute sagte Cameron im Unterhaus, Großbritannien werde die EU verlassen, der Wählerwille werde respektiert, aber Großbritannien werde der Welt und Europa nicht den Rücken kehren. Wie das wohl in unserer globalisierten und so extrem vernetzten Welt funktionieren soll? Will London seinen Rang als Finanzplatz verlieren? Ein Freund aus London sagte mir gestern, dass sei der größte kollektive Selbstmord. Cameron scheint zuerst, das künftige Verhältnis Großbritanniens zu Europa prüfen zu wollen? Oder will er den Wählern demonstrieren, was auf sie zukäme, wenn Artikel 50 wirklich aktiviert werden würde? Hofft er insgeheim darauf, dass es zu einem zweiten Referendum kommen könnte? Vielleicht ein BREXIT-Referendum II oder eine Referendum über die Ausstiegsmodalitäten: „Soll Großbritannien den vorliegenden Austrittsabkommens annehmen und die EU verlassen?“ Nichts ist im Augenblick wirklich sicher. Oder es gibt Neuwahlen, und das Wahlkampfthema lautet, wollen Sie in der EU bleiben?

> Tory Cabinet minister calls for second referendum on terms of EU exit – 27. Juni 2016

Nigel Farrage, der seine ganze Politikerkarriere dem Brexit gewidmet hat, musste mittlerweile eingestehen, dass die im Brexit-Wahlkampf so vollmundig versprochene Umlenkung der monatlichen 350 Millionen Pfund der britische EU-Beiträge in das britische Gesundheitssystem doch nicht so einfach sei, tatsächlich ist diese Summe sogar nur halb so groß… im Wahlkampf wurde übertrieben. Seinen Bus neu und ehrlich bemalen und mit ehrlichen Zahlen nocheinmal abstimmen?

Und da ist auch der frühere Bürgermeister von London, Boris Johnson, der > sein eigenes Buch über Winston Churhill nicht mehr ganz im Sinn hat. Seine Leser finden dort Argumente für Europa und auch gegen Europa, aber diese sind nur konstruktiv, nie als totale Opposition gemeint gewesen. Mit Churchill wären die EU-Institutionen, z. B. die Montan-Union, demokratischer geworden, kann man nach der Lektüre dieses so empfehlenswerten Buches glauben. Johnson würde wohl zu gerne Cameron beerben, vielleicht gelingt ihm dann der Brexit aufgrund gescheiterter Ausstiegsverhandlungen nicht, dann hätte er sein machtpolitisches Spiel tatsächlich gewonnen. Oder ihm gelingt der Ausstieg, dann kommt wie oben angedeutet ein Finanz- und Wirtschaftschaos, was ihm die Wähler nicht verzeihen werden.

Thomas Hüetlin > Brexit-Antreiber Johnson: Das Rumdrucksen des Tricksers -Spiegel online, 28.6.2016

Großbritannien hat seit dem Eintritt in die EU ihre Vorteile genossen > Das vereinigte Königreich in der EU, ohne jedoch an allen Aktivitäten der EU teilzunehmen, so hat es z. B. nicht den EURO eingeführt und leistet auch nach den erfolgreichen Bemühungen von Margaret Thatcher geringere Beiträge. Wenn der Austritt scheitern sollten, dann wäre es mit diesen Ausnahmeregelungen höchstwahrscheinlich vorbei. Es ist kein Geheimnis, dass die EU sich weiterentwickeln muss, Versäumtes nachzuholen hat, z. B. gemeinsame Währungsinstitution, um die EURO-Probleme in den Griff zu bekommen. Kein Mitgliedsland sollte dieser Aufgabe sich entziehen können.

Fazit:

Ganz ohne Zweifel werden die verbleibenden EU-Staaten die Lage intensiv erörtern und feststellen, dass die EU um Reformen nicht herumkommt. Wolfgang Schäuble wird mit den Worten zitiert, man könne nicht so weiter machen wie bisher. Das soll Reformwillen demonstrieren, der in dieser Situation aber nicht morgen wieder vergessen sein darf. Die europäischen Institutionen sind von den Bürgern viel zu weit weg, es fehlt eine überzeugende europäische Vision. Allerdings ist es bemerkenswert, dass die Brexitgegner in Großbritannien vor allem in der älteren Generation höher als bei den Jugendlichen sind. Die EU bietet den Jugendlichen eine Freizügigkeit und eine spannende Staatengemeinschaft mit allen gemeinsamen Vorteilen, die nicht nur Studenten sondern überhaupt der Arbeitswelt immense Chancen bietet, um die andere Regionen in der Welt uns heiß beneiden. Die EU verbindet die Staaten auf einem der reichsten Kontinente der Welt. Dieser Hafen des Friedens ist ein Magnet, für alle, die ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben mitbringen, und den Populisten fällt nur ein, Stacheldraht zu errichten und die Angst vor Zuwanderern zu schüren: vgl. Die Artikel zum Thema > Immigration auf unserem Blog. Sicher eine unkontrollierte Einwanderung mit offenen Schlagbäumen geht allein aus Sicherheitsgründen nicht, aber eine geregelte Einwanderungspolitik – Vgl. > Nachgefragt: Jacques Toubon, Défenseur des droits, parle des migrants et des réfugiés – sollte die EU formulieren, um ihre Würde zu bewahren, denn die EU, und besonders Frankreich und Deutschland halten mit ihrer beeindruckenden Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg eine ständige Friedensbotschaft bereit. Die EU hat dringende Reformaufgaben, die gemeinsame bewältigt werden müssen. Die 27 haben keine Zeit, sich mit der Sonderrolle eines Staates ständig aufzuhalten. Alle werden gewinnen, wenn der Brexit scheitert.


Unsere Politiker sind aber der Ansicht, das Großbritannien Ernst machen und demnächst den Artikel 50 aktivieren werde. Haben sie die Chance verpasst, die Briten rechtzeitig für den notwendigen Reformprozess in die Pflicht zu nehmen? Oder werden die Ausstiegsverhandlungen mit ihren mäßigen Perspektiven für die britische Wirtschaft sie wieder auf den Pfad der europäischen Tugend zurückbringen?

Links:

David Graeber > Großbritannien oder: Das Ende der Resignation
* Deutsche Erstveröffentlichung des Artikels von David Graeber, Despair Fatigue. How hopelessness grew boring, in: „The Baffler“, 30/2016. Die Übersetzung stammt von Karl D. Bredthauer. Aus: »Blätter für deutsche und internationalePolitik« 6/2016, Seite 45-58.

Vgl. > Nachgefragt: David Graeber, Bürokratie. Die Utopie der Regeln

> Lifeticker zum Brexit – FAZ

Unsere nächsten Artikel:
> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (IV) – La déclaration commune de Merkel, Hollande et Renzi

> Frankreich-Deutschland und der #Brexit (III)
Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier, Ein starkes Europa in einer unsicheren Welt
.

Nachgefragt: Jacques Toubon, Défenseur des droits, parle des migrants et des réfugiés

27. Juni 2016 von

french german 

Fußball-Europameisterschaft 2016
Sonntag, 26. Juni, 15 Uhr: #FRAIRL

26. Juni 2016 von

17 Uhr – #FRAIRL www.france-blog.info freut sich, dass der Tip unserer Redaktion richtig war. Die Bleus stehen im Viertelfinale:

Pour le téléchargement: > Spielplan Fußball-Europameisterschaft 2016 – de Klett

Heute um 15 Uhr in Lyon! Die Irländer haben bei dieser Meisterschaft bisher 4 Tore geschossen, und 7 Tore einstecken müssen. Die Bleus, die ihnen gegenüberstehen, haben schon 10 Tore geschossen und 3 verkraften müssen. Didier Deschamps, der Trainer der Bleus hat sich wieder für 4-3-3 entschieden, wie beim erfolgreichen Spiel gegen Rumänien, wo die Bleus mit 2:1 gesiegt hatten. Ob Pogba wirklich links spielt ist noch nicht ganz sicher. Beim Training gestern auch mit Ferngläsern noch nicht genau erkennen, wie die Aufstellung wirklich lauten wird. Man muss wohl DD vertrauen: „adapter“, scheint die Losung zu lauten, schreibt L’Équipe. HInzu kommt „concentration, discrétion,“ spannend wird das Spiel auf jeden Fall.
Nach der Lektüre von l’Équipe heute morgen, tippen wir 2:1 für die Bleus.

Jeudi, 23 juin 2016 en Sorbonne : Journée d’étude – Le Second Empire a-t-il existé ?

22. Juni 2016 von

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Fußball-Europameisterschaft 2016


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