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Dienstag, 30. Oktober 2007

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Fehlertexte und Diktate

Samstag, 27. Oktober 2007

Fehlertexte und Diktate – mit beidem liebäugelt die moderne Didaktik nicht gerade, was ich sehr schade fand, weil ich beides als Schülerin liebte, und so wagte ich in den letzten Tagen ein Experiment.

> Das Experiment
> Der Fehlertext
> Strategien der Fehlersuche
> Auswertung des Fehlertextes
> Überprüfung
> Ergebnis des Diktats
> Diktate als Kommunikationsgrundlage
> Fehlertexte und Diktate – ja oder nein?
> Jene Fehler prägen sich ein, andere nicht
> Kommentare

Experiment
Ich gab meiner 9. Klasse (5. Lernjahr) folgenden Fehlertext, ein Resümee des Lektionstextes 1 von Découvertes 4:

Au lycée de Lucas et de Maxime, toute le monde veut être a la mode et portez des marque. Pour ces copains, Lucas et un ringart que s’habille mauvais. Pourtant, Maxime veut lui aider et organise pour il un traffic d’étiquettes. Mais un jour, quelqu’un envoye une lettre anonym au proviseur qui donne Maxime deux heures de colle. Le lendemain, quelqu’un écris « Pas de l’amour pour les ringards » sûr la mur du lycée. Parce que Maxime n’avoue rien, le proviseur lui renvoie pour une semaine. Un soir, Coralie raconte Maxime que Marine a organisée une manifestation pour Maxime et qu’elle a tous avoué. Maxime peux revenir au lycée. Devant, Marine était Lucas’ copine, mais maintenant elle ne l’est plu.

Strategien der Fehlersuche
Die Schüler fanden zunächst 13, manche 16 Fehler. Ich sagte ihnen, der Text verstecke 28 derselben. Sie suchten weiter, nun in Partnerarbeit und mithilfe des Lehrbuchs, wobei sie ganz allein darauf kamen, nicht etwa hinten das Vokabelverzeichnis aufzuschlagen, sondern den Lektionstext selbst, zu dem das Resümee gehörte! Nun erreichten sie 18 oder 19, ein Schüler stolze 26 Fehler.

Auswertung des Fehlertextes
Wir besprachen die ersten beiden Sätze gemeinsam, erklärten die Fehler und bestimmten deren Art (Lexik, Grammatik, Orthographie). Für den restlichen Text gab ich den Schülern nur vor, an welchen Stellen Fehler steckten, nicht jedoch die richtige Variante. Sie durften Fragen stellen, warum etwas falsch ist und wie es richtig heißen muss, was jedoch nicht alle nutzten. Hausaufgabe war, den Text korrekt aufzuschreiben.

Überprüfung
In der nächsten Stunde gab ich meinen Schülern den Originaltext zum selbständigen Vergleichen auf Folie. Anschließend ließ ich diesen als Diktat schreiben. Ziel: Ich wollte herausfinden, ob die Schüler eher meine eingebauten Fehler gespeichert hatten oder die korrekten Formen des (kurz zuvor intensiv betrachteten) Originaltextes.

Ergebnisse des Diktats
Das Ergebnis war, wie es vielleicht zu erwarten gewesen wäre: Einige meiner dargebotenen Fehler blieben tatsächlich in den Köpfen einiger Schüler, z.B. „toute le monde“, „traffic d’étiquettes“ oder „Marine a organisée“ . Die Schüler „erfanden“ aber auch munter neue Fehler, auf die ich gar nicht gekommen war, z.B. „quelq’un écrit“, „Lucas est un ringard qui s’habille malle“ oder „le proviseur le renvoit“. Besonders interessant fand ich, dass der Accent circonflexe von meinem „sûr“ auf eines Schülers „mûr“ rutschte. Auch wenn man meinen würde, es könnte beim Diktat nur zu Graphiefehlern kommen, da ich natürlich den Originaltext und nicht den Fehlertext diktierte (!), so fand sich in einem Schülerdiktat doch ein „Maxime veut lui aider“ wieder, in mehreren sogar „un lettre“.
Insgesamt hatten jedoch alle Schüler nicht mehr als 5 Fehler, viele auch 0 Fehler – mit einer Ausnahme: 21 Fehler.

Diktate als Kommunikationsgrundlage
Dem Einwand, Diktate seien zu wenig kommunikativ, suchte ich Rechnung zu tragen, indem ich den Schülern anschließend von der Tradition der Diktatwettbewerbe in Frankreich und den Orthographie-Fragen in „Qui veut gagner des millions?“ erzählte und eine Diskussion anregte, ob Franzosen selbst in ihrer Sprache wohl immer korrekt schreiben. Zum Abschluss derselben kamen wir auf die „ausgeschaltete“ Orthographie in französischen Chats zu sprechen, wo man nicht darüber nachdenken mag, ob das [se] im Kopf dann auf dem Bildschirm ein „c’est“, „ces“ oder „ses“ sein müsste, und daher lieber schlicht „c“ schreibt. Dazu gab ich meinen Schülern eine Aufgabe, die ich einst für die > Activités au choix zu Découvertes 3 geschrieben hatte. Aber auch zur Einbindung der Chatsprache in den Fremdsprachenunterricht gibt es unterschiedliche Ansichten, und die Be“gegen“worter argumentieren ähnlich wie jene, die Fehlertexte ablehnen.

Fehlertexte und Diktate – ja oder nein?
Ich weiß nicht, inwieweit mich meine Untersuchung nun schlauer gemacht hat. Ich mag Fehlertexte und Diktate noch immer. Beide sind für mich wie Knobelaufgaben, herausfordernd und raffiniert. Für manche Schüler auch, für andere aber auch nicht.

Jene Fehler prägen sich ein, andere nicht
Als Autorin von Fehlertexten – und als solche habe ich mich schon erfolgreich versucht, als ich selbst noch Schülerin war, und es war damals für mich das Größte, wenn ich Texte erstellt hatte, in denen nicht mal meine Lehrer alle Fehler fanden *grins* (liebe Grüße! :-)) – habe ich gemerkt, dass sich unterschiedliche Fehlerarten unterschiedlich tief im Gedächtnis verankern, zumindest in meinem. Vor allem betraf das Schreibungen, die ich mir nicht logisch erklären konnte. Beispielsweise verdoppelte ich in einem Fehlertext das „r“ in „parents“ und zweifelte danach sehr lange, welches eigentlich die korrekte Schreibweise war. Insofern könnte man dafür plädieren, möglichst viele Schreibungen nicht nur grammatikalisch und phonetisch, sondern auch historisch und etymologisch zu erklären. Fraglich ist, ob das, was für mich eine Hilfe wäre, auch für andere eine solche ist. Hierzu wären weiterführende Untersuchungen interessant.

Kommentare
Hast du als Schüler(in) Erfahrungen mit Fehlertexten oder Diktaten gemacht? Welche?
Und bauen Sie als Lehrer(in) Fehlertexte und Diktate in Ihren Unterricht ein?

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