Archiv für Februar 2016

Orthographiereform in Frankreich?

Montag, 29. Februar 2016

Wie gut, dass wir heute morgen noch nach alter Manier unseren Zeitungsstapel ausgeschlachtet haben. Ach, wenn wir doch 1996 auch einen Bundesschulminister gehabt hätten. Dann wäre uns die endlose Auseinandersetzung um die Rechtschreibreform vielleicht erspart geblieben. Wieviel Tinte, wieviel Zeit hat man uns damit weggenommen!

In Frankreich hat die Ministerin angesichts der Gerüchteküche und der politischen Schlagabtausche wegen aufgehobener Trennungsstriche und eliminierter Circonflexe ein Machtwort gesprochen: „Au cours de ces derniers jours, pas moins de trois anciens ministres de l’éducation nationale et un ancien ministre de l’enseignement supérieur ont créé et alimenté une polémique absurde à propos d’une réforme de l’orthographe qui n’existe pas.“ Auf Deutsch: „In den vergangenen drei Tagen haben nicht weniger als drei frühere Erziehungsminister und ein früherer Minister für die Hochschulen eine absurde Polemik wegen der Reform der Orthographie in die Welt gesetzt und ins Rollen gebracht, die es nicht gibt.“

> Najat Vallaud-Belkacem : « La réforme de l’orthographe n’existe pas ! » Par Najat Vallaud-Belkacem (ministre de l’éducation nationale, de l’enseignement supérieur et de la recherche) – LE MONDE | 17.02.2016

So! Damit hätte sich auch der Link auf unseren Artikel zur Rechtschreibreform in Frankreich erledigt: > Sommes-nous tous ognons ou oignons? – 9. Februar 2016

Das Motto für diese Woche

Montag, 29. Februar 2016

> Am 21. Februar 1915 begann die Schlacht um Verdun

> 100 Jahre Verdun, Geschichte und Mythos einer deutsch-französischen Schlacht
Dienstag, 1. März, 19.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart


Für diese Woche gilt das folgende Motto:

„Il n’y a peut-être pas de jours de notre enfance que nous ayons si pleinement vécus que ceux que nous avons cru laisser sans les vivre, ceux que nous avons passés avec un livre préféré.“
Marcel Proust, Sur la lecture

Der Klassenkamerad meiner Frau, > Roger Willemsen (1955-2016), hat in der Schule schon immer von seinen Lektüren geschwärmt und alle wussten, dass er längst die Recherche du temps perdu gelesen hatte, bevor die anderen den Namen Proust überhaupt gehört haben. Ständig hat er allen von seinen Lektüren erzählt und in der Schule das gemacht, was ihm am meisten Spaß gemacht hat, das war nicht immer das, was die Lehrer erfreute; aber er hat gelesen, viel gelesen. Ob seine Passion für die Literatur von Proust inspiriert wurde? Auf jeden Fall hatte Roger Willemsen die Bedeutung, das Potential der Literatur in der Schule verstanden, und was er daraus gemacht hat!

Klar, viertausend Seiten in der Pléiade, das ist mehr als ein Taschenbuch, aber was für eine Welt! Wir freuen uns auf das Interview mit Luc Fraisse, Professor an der Universtität in Strasbourg diese Woche anlässlich dieser Veranstaltung im Stuttgarter Literaturhaus:

> Podiumsdiskussion – Reihe „Marcel Proust – Stoffe der Erinnerung“ – A la recherche – Proust Rezeption heute
Mittwoch, 2. März, 20.00 Uhr | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart

Man muss ja nicht gleich sagen, dass Literatur gefährlich sei,

aber wenn man von Proust ein paar Seiten gelesen hat, sagen wir mal 30, oder 37, dann wird man das > Lesevirus nicht mehr los. Es verändert einen. Da kann man machen, was man will. In meiner Referendarzeit hatte die Fachleiterin immer Sorge, ich würde mit den Schülern zu schwere Texte behandeln, oder hatte sie Sorge, dass die Schüler die Sprengkraft der Literatur entdecken würden? Bücher, die alles verändern? Eine neue Sicht auf die Dinge, Anregungen für die Phantasie, die Schüler würden danach aufbegehren, mehr haben wollen, antrengender werden, gar Fragen stellen, selbständiger werden, > mehr Lektüre haben wollen? Was wohl passiert, wenn ein Schüler > Balzac, > Stendhal, > Flaubert oder gar > Montaigne entdeckt und liest? Nach 30 oder 40 Seiten wissen sie, warum es sich lohnt, Französisch zu lernen.

Kennen Sie diese Website?

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Diskussionsabend „Migration, Ungleichheit [Substantiv, feminin]“
Gemeinsam voneinander lernen: dialogues franco-allemands

Montag, 29. Februar 2016

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Am 21. Februar 1915 begann die Schlacht um Verdun

Sonntag, 28. Februar 2016

> 100 Jahre Verdun, Geschichte und Mythos einer deutsch-französischen Schlacht
Dienstag, 1. März, 19.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart


Louis Pergaud (1888-1915) ist 32 Jahre alt, als er am 2. August 1914 mobilisiert wird. Am folgenden Tag ist er schon unterwegs nach Verdun. Bis er in der Nacht vom 7. auf den 8. April 1915 bei Marchéville fällt, hat er ein Carnets de guerre (Louis Pergaud, Carnets de guerre suivi de Jean-Pierre Ferrini, Un tombau pour Louis Pergaud, Paris 2011) geschrieben, das seine Witwe in seiner Offizierskiste gefunden hat. Schon am 3. August 1914 kommt er im Bahnhof von Verdun an. Fast ein Jahr berichtet er in einem nüchternen Ton seine Erlebnisse. Pergaud wird „sous-lieutenant“ und kurz darauf Adjudant. Er ist in die Kriegsereignisse und die Stellungskämpfe verwickelt, aber als Offizier hat er Privilegien wie die Abendessen mit seinen Kameraden, von denn die Poilus nur träumen können.

Bei Marchéville wird der Beschuss durch die deutsche Artillerie und Maschinengewehre immer heftiger. Viele seiner Soldaten fallen: 111 Tote, 250 Verletzte und ebensoviele Vermisste werden gezählt: „De Eroberung von Marchéville bedeutet nichts, nichts. Das ist idiotisch davon zu träumen ein Dorf und Schützengräben die heftig von so reduzierten Kräften verteidigt werden, zu erobern. Jeder Poilus war so mutig wie drei Löwen. Am Abend soll die 1. Kompanie den Einsatz wieder fortführen. Das ist lächerlich und abscheulich.“ (Louis Pergaud, Carnets de guerre, op. cit., S. 112) Er fällt in der Nacht vom 7. Auf den 8. April 1915 in der Gegend der Höhe 223 bei Marchéville.


Am 21. Februar 1915 beginnt die Schlacht um Verdun schon nach zwei Tagen waren zehntausend Soldaten auf französischer Seite gefallen (Vgl. Gert Buelens, Europas Dichter und Der Erste Weltkrieg, op. cit., S. 214 f.)…
Zu den Büchern, die 1916 erschienen gehört auch die Kriegserinnerungen Maurice Genevoix (1890-1984) vom August 1914 bis April 1915, die er 1916 unter dem Titel Titel Sous Verdun (Maurice, Genevoix, Sous Verdun, Paris 1916) veröffentlichte. Im gleichen Jahr erschien der Band Nuits de Guerre. Au seuil des guitounes folgte im September 1918. La Boue kam im Februar 1921 und Les Éparges im September 1921. Seine Erinnerungen erschienen nochmal 1949 unter dem Titel Ceux de 14.
Sous Verdun ist mit seinen vielen Einzelheiten, Beobachtungen und Empfindungen mehr als ein Tagebuch, das lediglich die Ereignisse notiert: „Man wirft sich hin, man springt mit einem Satz auf, man rennt. Wir sind direkt unter dem Feuer. Die Kugeln singen nicht mehr; sie sausen direkt über uns, mit einem kurzen wütenden Pfeifen. Sie amüsieren sich nicht mehr; sie arbeiten. Klack! Klack! Da, zwei haben mich an der Schulter berührt. Dieses Geräusch überrascht und bewegt mich: sie scheinen weniger gefährlich zu sein, als wenn sie pfeifen.“
In der gleichen Gegend bei Éparges … berichtet Maurice Genevoix (1890-1980) über den Gegenangriff der Deutschen: „Diese Tage übertreffen an Grausamkeit die Februartage. Im Februar gab es wenig Schlamm, in diesen Tagen ist es ein Meer von Schlamm. Leichtverletzte ertrinken bei dem Versuch, sich zum nächsten Hilfsposten zu retten. (On s’exalte jusqu’à pouvoir tenir.) Man schwärmt dafür, die Stellung halten zu können.“

Auszug aus: H.W., Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur, in : Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.) „Das Denken der Zukunft muß Kriege unmöglich machen“ Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft;
Mössingen: Talheimer 2015, S. 57-90.


Ernst Jünger
> Kriegstagebuch 1914-1918
Herausgegeben von Helmuth Kiesel
Auflage: 1. Aufl. 2010 – 655 Seiten – ISBN: 978-3-608-93843-2

Auf unserem Blog: > Centenaire: 1914-1918 – Bibliographie und Sitographie

> www.memorial-verdun.fr/

> www.spiegel.de/einestages/verdun-augenzeugen-berichte-erschiess-mich-kamerad-a-1075468.html

Der Reisebericht von André Dietenberger > Frankreich 2016 – Zum 100. Mal jährt sich „Die Hölle von Verdun“
2016 – Zum 100. Mal jährt sich „Die Hölle von Verdun“

> Nachgefragt: Jean-Noël Jeanneney, La Grande Guerre, si loin, si proche

> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: „Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…“

> Lektüreempfehlung: Ein Jahrhundert später. Der Erste Weltkrieg und die deutsch-französische Aussöhnung (1914-2014)

Tandemseminare Berlin und Köln 2016

Donnerstag, 25. Februar 2016

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Landesjury Baden- Württemberg für den Prix des lycéens 2016

Dienstag, 23. Februar 2016

Heute hat die Landesjury für den prix des lycéens allemands 2016 im Institut français in Stuttgart getagt, um ihre Delegierte oder Delegierten für die Bundesjury in In Leipzig zu ermitteln. Schülerinnen und Schüler aus 20 Schulen in Baden-Württemberg zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern waren nach Stuttgart gekommen. www.france-blog.info war mit dabei und hat Fotos aufgenommen und dabei die Debatte der Juroren mit verfolgt und dabei auf Facebook geschrieben: www.france-blog.info ist im Institut français de Stuttgart und beobachtet die Schülerinnen und Schüler, die an der Landesjury Baden-Württemberg, mitmachen, um ihre/n Delegierte/n zu wählen, die/der sie in Leipzig bei der Bestimmung der Siegerin vertreten wird. Es macht Spaß, hier zuzuhören. Das sprachliche Niveau der Schülerinnen und Schüler, die hier auf Französisch die vier Bücher des Wettbewerbs diskutieren ist beachtlich. Gute Argumente und sie können einander zuhören, sie kennen sehr genau den Imhalt der Bücher, sie können ihre eigene Meinung mit Nachdruck vertreten. Wunderbar. Gegen 16 Uhr sind alle Fotos auf www.france-blog.info. (C) H. Wittmann. die Teilnehmer dieser Veranstaltung von heute dürfen die Fotos auf ihren Websites wie besprochen rechtefrei verwenden.“



> Prix des lycéens allemands

Bitte öffnen Sie das Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Website, die Seite dieses Blogs vollständig geladen ist, der blaue Kreis oben im Reiter muss verschwunden sein:

Und – Premiere – mit dem IPAD haben wir auch Fotos gemacht, die wollen wir auch hier noch zeigen. Die Gruppen wurden eingeteilt, und es ging los, als wenn sie schon immer so zusammengearbeitet hätten:

Am Montag reisen die beiden Außenminister Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier nach Kiev

Dienstag, 23. Februar 2016

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Jean-Marc Ayrault: „redonner à l’Union européenne toute son ambition“

Dienstag, 23. Februar 2016

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Haben Sie schon ein neues Lehrwerk?

Freitag, 19. Februar 2016

Auf der Didacta in Köln sprechen meine Kollegen vom Ernst Klett Verlag noch bis zum 20.2. mit Französischlehrerinnen und -lehrern über Unterrichtserfahrungen mit Découvertes, auch über anstehende Lehrbuchwechsel. Manchmal hat eine Lehrerin noch ein ziemlich altes Lehrbuch, so Natalie Licard, die ihr Buch mitgebracht hatte:

> www.klett.de/decouvertes

100 Jahre Verdun, Geschichte und Mythos einer deutsch-französischen Schlacht

Freitag, 19. Februar 2016

Dienstag, 1. März, 19.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

Die Schlacht von Verdun gilt mit mehr als 700.000 „Verlusten“ als eine der fürchterlichsten des Ersten Weltkriegs. Wie kam es 1916 zu dieser Schlacht? War wirklich von deutscher Seite geplant, hier den Franzosen das „Blut abzuzapfen“, wie heute noch oft behauptet wird? Und wo liegen ihre Besonderheiten gegenüber den anderen Großschlachten des Weltkriegs – aber auch in der Erinnerung und dem Gedenken der beiden Nationen?

Der deutsche Historiker Gerd Krumeich und sein französischer Kollege Antoine Prost haben ein gemeinsames Buch zu der Schlacht geschrieben, die zum Symbol für die Ergebnislosigkeit des Stellungskriegs geworden ist. 100 Jahre nach Beginn des deutschen Angriffs nehmen sie die Planung der Schlacht, die Schlachterfahrung von Deutschen und Franzosen und die großen Unterschiede im Gedenken in den Blick.

Referenten: Prof. Dr. Gerd Krumeich, Historiker mit den Forschungsschwerpunkten Erster Weltkrieg sowie die Geschichte Frankreichs und die Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, und Prof. em. Antoine Prost, französischer Historiker aus Orléans, ehemals Professor an der Université d’Orléans und Paris-I und ehemaliger Leiter des heutigen Centre d’histoire sociale du XXe siècle.

Der Eintritt ist frei
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Französisch statt

Veranstalter: Institut français Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.

> www.memorial-verdun.fr/agenda/tous-les-evenements

Auf unserem Blog:

> Centenaire: 1914-1918 – Bibliographie und Sitographie

> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur. Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: „Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…“

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