Literatur im Unterricht – handlungsorientiert
7. März 2007 von Steffen Obeling
Das Unterrichten von Literatur im Französischunterricht beißt sich nicht mit dem didaktischen Prinzip der Förderung von kommunikativen Handlungen. Obwohl Literatur in den meisten Fällen den Schülern längere Rezeptionsphasen abverlangt als beispielsweise Sachtexte, lässt sich Literatur durchaus mit Schüleraktiviererung und einem produktionsorientierten Ansatz verbinden. Um eine tiefgehende Rezeption und ein fundiertes Verständnis von Literatur zu fördern, stehen dem Lehrer Möglichkeiten offen, in den verschiedenen Phasen des Literaturunterrichts Schülerhandlungen zu arrangieren, die nicht auf den bloßen Nachvollzug gerichtet sind:
- activités avant la lecture,
- activités pendant la lecture und
- activités après la lecture.
Hier können beispielsweise
- Bild- und Personenbeschreibungen von Abbildungen aus der Lektüre, dem Titelbild oder einem Screenshot der zugehörigen Verfilmung zählen.
Weiter können aus Situationen der Lektüre heraus oder nach der Lektüre
- Hypothesen zum weiteren Verlauf der Geschichte “gesponnen” werden.
Andere Möglichkeiten könnten sein:
- eine alternative Fortsetzung,
- ein fortgeführtes Ende,
- das Erfinden eines zusätlichen Charakters oder
- eine fortgeführte Biographie,
- ein Brief an eine der Figuren
- oder den Autor,
- das szenische Spiel von selbstgeschriebenen Dialogen etc.
Die Liste lässt sich mit etwas Kreativität beliebig fortsetzen und je nach Lernziel konkretisieren. Es gibt in der Tat viele gute Möglichkeiten, die starre Abfolge von résumé-analyse-commentaire aufzubrechen und zu einem handlungsorientierten Literaturunterricht zu kommen, der nicht erst in der Oberstufe, sondern bereits in frühen Lernjahren mit einfachen Texten schöne und für Schüler zufriedenstellende Ergebnisse hervorbringen kann.




















