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Lesebericht: Interkulturelles Lernen im Französischunterricht

Mittwoch, 3. November 2010

Der Ausdruck Lesebericht folgt der Gewohnheit wie auf dem Blog von Klett-Cotta. Ees geht darum, > über ein gelesenes Buch zu berichten.
Das Erlernen einer Fremdsprache ist bereits interkulturelles Lernen par excellence. Das Lernen neuer Wörter, anderer Beschreibungstechniken, ungewohnter Ausdrucksformen erschließen für den Lerner eine neue Kultur und impliziert mehr oder weniger bewußt einen Kulturvergleich. Der Lerner bewegt sich bald wie selbstverständlich zwischen zwei Kulturen. Betrachtet man die fachdidaktische Diskussion der letzten Jahre, könnte man den Eindruck gewinnen, dass sie begonnen hat, Selbstverständlichkeiten zu diskutieren, in dem sie den Begriff des Interkulturellen Lernens so stark in den Vordergrund ihrer Forschungen gestellt hat. Zugegeben, der Begriff an sich ist kaum mehr als eine Hülse für solche Ausdrücke wie Fremdwahrnehmung, kulturelles Lernen oder gar Landeskunde. Interkulturelles Lernen taugt auch nicht recht für eine ausschließlich theoretische Ortsbestimmung des Fremdsprachenlernens. Der Erfolg und die Notwendigkeit dieses Begriffs wird durch seine praktische Dimension begründet. Das Kopfschütteln über seine theoretische Verwendbarkeit ist durchaus berechtigt, denn es ist die Konzentration auf die Lehr- und Unterrichtspraxis und damit auf eine ganze Fülle von praktischen Begriffen, die unter dem Oberbegriff Interkulturelles Lernen in den letzten Jahren neu geordnet worden sind. Die Tatsache, dass die länderübergreifenden Bildungsstandards erste Fremdsprache Englisch/Französisch 2003/2004 das Interkulturelle Lernen als einen von drei Kompetenzbereichen ausweisen, belegt einmal mehr den Erfolg dieses Begriffs und der damit verknüpften fachdidaktischen Diskussion.

Die Mitglieder der Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik (> www.klett-akademie.de) haben in dem kürzlich erschienenen Buch von Eynar Leupold und Ulrich Krämer (Hrsg.) > Französischunterricht als Ort interkulturellen Lernens den Stand der Forschung zu diesem Thema, seine kulturwissenschaftlichen Grundlagen und seine fachdidaktische Dimension mit den Inhalten der deutschen Lehrpläne verglichen. Der Bedeutungsgewinn des Interkulturellen Lernens ist dabei völlig unstrittig, die Autoren erkennen aber die Notwendigkeit, den Kontakt mit den Nachbarwissenschaften, wie u.a. den Kulturwissenschaften und der Psychologie, zu intensivieren. Sie erkennen die geleistete Arbeit in den Lehrplanvorgaben an, diese müssen aber auch zugunsten der Lehrerinnen- und der Lehrerfortbildung intensiviert werden. Insgesamt geht es um eine Stärkung der Vermittlungskompetenz, die wiederum auch Folgen für die Lehrwerksproduktion haben wird.

“Interkulturelle Lernen” ist, wie bereits angedeutet, für eine rein theoretische Begriffsbildung ungeeignet. In diesem Sinne konzentrieren sich die Autoren dieses Bandes nach drei einleitenden Kapiteln, die bereits auf Fragen der Authentizität, auf die Auswahl der Inhalte, auf die Methoden, Medien und Lernumgebungen eingehen, auf die Vorstellung und Diskussion von Praxisbeispielen. Daniela Caspari hat die Dimension des Interkulturellen Lernens für die ersten Lernjahre untersucht. Ihr Beitrag beschäftigt sich mit den Folgen für den Unterricht zum Beispiel im Bereich Handeln/Können/Verhalten genauso wie dies für die Bewusstmachung und Veränderung von Einstellungen/Haltungen gilt. Nicht nur für Lehranfänger, sondern auch für die jahrelange Praxis gibt Caspari hier nützliche Anregungen für eine Neuorientierung. Philippe Rohange stellt das Unterrichtsprojekt “La leçon du goût” vor. A vous! Probieren Sie es aus. Lutz Küster untersucht Aufgaben zu “etre différent/e”. Alfred Holzbrecher und Yvonne D. Spindler haben ein landeskundliches Spiel mitgebracht. Lutz Küster zeigt eine Simulation globale ‘Un camp de vacances international’ und stellt einen Aufgabenzyklus zu ‘Karambolage’ vor. Daniela Caspari trägt ihre Überlegungen und Anregungen zum Thema “La fête” im Rahmen einer ganzen Unterrichtsreihe vor.

Moderne Lehrwerksarbeit – und -produktion ist praxisorientiert. Die Leser dieses Bandes erhalten hier neue Ideen (und Begründungen) für ihre Unterrichtspraxis und zugleich auch einen Einblick, wie die Spezialisten und Autoren der Verlage sich an fachdidaktischen Diskussionen beteiligen und diese für die eigene Arbeit aufgreifen. Eine Arbeit, die dem fachdidaktischen Stand der Lehrbücher zugute kommt.

Eynar Leupold, Ulrich Krämer (Hrsg.)
> Französischunterricht als Ort interkulturellen Lernens
ISBN: 978-3-7800-1071-1
Bestell-Nr: 11071
Erschienen: 2010
Friedrich Verlag
128 Seiten

Französischuntericht + mehr Motivation + mehr Web 2.0

Donnerstag, 6. Mai 2010

french german 

L’innovation en cours de langue
Innovation im Fremdspachenuntericht

Samstag, 14. Februar 2009

Unter dem Titel Bildungsstandards und Kompetenzorientierung: Wieviel Innovation braucht der Fremdsprachenunterricht? hat Professor Dr. Eynar Leupold am Mittwoch, 11. Februar 2009 in seinem Vortrag auf der Didacta in Hannover seine Überlegungen zur Situation und zur Zukunft des Französischunterrichts vorgestellt.

Eynar Leupold

Sicherlich erfordern neue Bildungsstandards und Kompetenzorientierung in mancherlei Hinsicht eine neue Ausrichtung des Französischunterrichts. Eynar LeupoldAber es darf auch die Frage gestellt werden, ob tatsächlich alles neu und anders werden muss? Ausser grundsätzlichen Anmerkungen zum Innovationsbegriff gab Professor Leupold mit diesem Vortrag auch einen Einblick in die Arbeit der > Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik. Die ungebundene Möglichkeit der freien Diskussion in diesem Gremium führt Leupold auch dazu, nach dem Ursprung von Innovationen zu fragen, die der Eynar LeupoldFremdsprachenunterricht keinesfalls nur von oben her ertragen muss oder sollte. Er setzt auf Netzwerkbildung und auf die Impulse, die aus dem immensen Erfahrungsschatz der in den Schulen tätigen Kollegen kommen. Sein Vortrag war spannend, weil er theoretische Ansätze unmittelbar mit dem Schulalltag verbindet, und gerade das nochmalige Anhören des Vortrags seine Entschlossenheit, die Innovationen aus den Schulen heraus zu fördern und zu fordern, sehr eindrucksvoll vorführt. Aus seinem 45 minütigem Vortrag habe ich 14 Minuten ausgewählt, um hier zumindest die Problematik anklingen zu lassen.

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Kooperation und NetzwerkbildungKatharina Maag Merki
> Kooperation und Netzwerkbildung.
Strategien zur Qualitätsentwicklung
Kallmeyer, ISBN: 978-3-7800-1012-4

Eynar Leupold, > Französischunterricht: Lernort für Sprache und Kultur

> Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik

Die Vorstellung des deutsch-französischen Geschichtsbuchs

Samstag, 28. Juni 2008

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