Ein Hilferuf. Wie steht es um das Fach Französisch?

Aktualisiert: 26.9.2019

Christine Longin berichtet in ihrem Tweet über ein anonymes Geständnis eines Französischlehrers aus Hamburg, das auf Spiegel-Online zu lesen ist:

> Bin ich der Glasbläser des Bildungssystems?

„Lehrergeständnisse. Wie Schule wirklich ist,“ steht als Überschrift über dem Text des Hamburger Lehrers. Das klingt reißerisch, gilt aber keinesfalls für alle Schulen. Das Negative weckt Aufmerksamkeit, Über Erfolge im Französischunterricht wird viel zu wenig gesprochen. Erfolg, den haben Schüler/innen, die z.B. Nach dem Abitur mit Hilfe der Deutsch-französischen Hochschule in einen Doppelstudiengang kommen.

Nur fünf Schülerinnen haben den Weg in seinen Oberstufenkurs gefunden. Und das ist auch das Problem des Französischunterrichts in Deutschland. Immer mehr Schüler geben Französisch nach der Sekundarstufe I auf, weil man ihnen die Abwahl so leicht macht.

Der anonyme Lehrer hat so seine Vermutungen: „Der deutsch-französische Motor Europas? Keine große Hilfe, wenn es darum geht, Kinder für Französisch zu begeistern, sondern ins Stottern geraten. Seitens der Politik vermisse ich in der Merkel-Ära ein besonderes Interesse für Frankreich. Präsident Emmanuel Macron versucht es zwar immer wieder mit Initiativen, aber von deutscher Seite bleiben die Reaktionen verhalten.“ Da ist etwas dran, die Beziehungen zu Frankreich haben einen Grad der Normalität erreicht, dass sich Schüler/innen kaum wundern, wenn man ihnen von einem gemeinsamen Parlament, der > Deutsch-französischen Parlamentarierversammlung, erzählt, in dem deutsche und französische Abgeordnete tagen und beraten. Was Schüler/innen heute wohl vom > Aachener Vertrag wissen? Wann der unterzeichnet wurde?

Man hat den Eindruck le francoallemand erscheint nur bei besonderen Gelegenheiten in der Presse. Aber, es ist den Bürger/innen und den Schüler/innen offensichtlich nicht klar, dass die Ministerien und die Regierungen in Paris und Berlin auf allen Ebenen ständig zusammenarbeiten:

> Deutsch-französische Kooperationen: Unsere Bookmarks

Die Aufzählung der gemeinsamen Räte und Gremien würden hier mehrere Seiten füllen. Unsere Redaktion vermutet, dass in Deutschland viel zu wenig Werbung für das Fach Französisch gemacht wird. Wer erzählt Schüler/innen, die sich mit dem Gedanken tragen, Französisch in der Sek II nicht weiterzumachen, dass dieses Fach eine der besten Arbeitsversicherungen für sie ist? 10 Bewerber: alle können Englisch, der 10. sagt, ich kann auch gut Französisch. Und welche Schüler/innen haben mehr als drei französische Romane gelesen, bevor sie entscheiden dürfen, Französisch aufzugeben?

Das Regal bei > Klett Sprachen für Französisch ist prall mit Lektüren gefüllt:

Haben wir genau gelesen? Der Hamburger Lehrer erwähnt das Wort Literatur nicht. Natürlich muss es nicht gleich Marcel Proust sein. Und dennoch > Roger Willemsen hat seinen Klassenkameraden in Bonn davon vorgeschwärmt, was für einen ungeheuren Kick in jeder Hinsicht ihm die Lektüre von A la recherche du temps perdu gegeben hat: > Nachgefragt: Luc Fraisse, Lire Marcel Proust aujourd’hui – 3. März 2016. Und wie steht es um die Passion der lehrer/innen für ihr Fach, die > Romanistik, das sie studiert haben? Teilen sie ihre Passion für die > Literatur -337 Artikel auf unserem Blog – mit ihren Schüler/innen? Zu schwer? Nein, die Schüler/innen müssen sich einmal mit dem Lesevirus infizieren: > Rezension: Édouard Philippe, Des hommes qui lisent – 19. September 2017 oder > #lire III Französische Literatur für Schüler/innen – 8. Februar 2019 von H. Wittmann.

Die Digitalisierung – an diesem Thema arbeitet unsere Redaktion gerade: dazu ganz bald mehr auf dem > Blog von Klett-Cotta –  ist keinesfalls ein Wundermittel für die Motivation: >Essai. Lernen und Studieren mit dem Internet – 30. September  2016 oder > Ecrivez-vous à la main ou tapez-vous au clavier ? – Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur? – 24. August 2017 – aber man kann das Internet auch im Französischunterricht sehr geschickt einsetzen:  > Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter – 23. September 2019 von .

„Tatsächlich hat Französisch hierzulande aber immer mehr an Bedeutung verloren, ist mein Eindruck,“ schreibt der anonyme Lehrer. Und das knüpft wieder an die oben genannte politische Dimension des Problems an. Migration, Digitalisierung, Klimakrise, Sicherheit, kein Land in Europa – auch Großbritannien nicht kann diese Probleme auch nur ansatzweise alleine lösen. Sie können es natürlich versuchen, aber der wirklich große Erfolg kann nur gemeinsam errungen werden. Das ist der Sinn von Präsident Macrons Auffassung einer > europäischen Souveränität, die die der Mitgliedsländer verteidigen soll. Wäre diese europäische Solidarität nicht da, wäre jedes Mitgliedsland auf sich alleine gestellt.

> Conférence à Montpellier, 28 février 2017. Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie

Unser Handbuch auf Twitter zum Französischunterricht > https://twitter.com/search?q=%40francebloginfo%20franz%C3%B6sischunterricht&src=typed_query

> > Argumente für Französisch

Mit keinem anderen Land der Welt unterhält Deutschland so intensive, auch schon so alltägliche Beziehungen, so dass der Alltag francoallemand den Medien kaum der Rede mehr wert ist. Die > deutsch-französischen Städtepartnerschaften sind ein weiterer Hinweis auf die Intensität der deutsch-französischen Kooperation.

Brexit, „Ende der transatlantischen Freundschaft“, „sinkende Mobilität durch Klimaerwärmung“ stehen für unseren anonymen Lehrer für die Hoffnung, Französisch und mit „dem ehemaligen Motor Europas“ könnten wieder Aufwind bekommen. „Nur: Wie könnte ich mir das wünschen? Denn was bedeutet schon mein kleines Fach, wenn die Welt im Chaos versinkt?“ Unsere Redaktion ist nicht der Auffassung, dass Französisch ein kleines Fach sei, denn wenn man den Einfluss der französischen Literatur zusammen mit der Geschichte Frankreichs und Europas durch die Jahrhunderte betrachtet mit wohlgemerkt allen Epochen der französischen Literatur, der Aufklärung, der Französischen Revolution, der Philosophie, der nun wirklich aufregenden Verfassungsgeschichte, die Frankreich zu einem politischen Laboratorium ohnegleichen macht, dann sind das Dimensionen, die heute im Französischunterricht eine eher untergeordnete Rolle spielen – womit wir allmählich bei der rigiden Fächertrennung und dem Korsett der 45 Minuten angekommen sind. Ich erinnere mich zu gut an den Ärger, den ich mir bei der Lehrprobe im Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium eingehandelt hatte: es ging um 2 oder drei Vokabeln, die eingeführt hatte – über dem erlaubten Limit von 10 oder 12 Vokabeln, die uns die Fachleiterin zugestanden hatte. Und als ich > Camus sein Kapitel mit Meursault und seinem Beichtvater in der Zelle vom Band hatte vorlesen lassen, war sie besonders ungehalten. Das ist ja viel zu schwer für die Schüler. Und dennoch auch Felix in der letzten Reihe hatte die Ohren gespitzt und so interessiert wie noch nie ausgesehen. Ich hatte auch ihn gepackt. Aber ihn sah sie von hinten nicht.

Es gibt natürlich auch die Unterrichtserfolge der Schulen mit einem bilingualen deutsch-französischem Zweig:

> 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

und unsere Politiker setzen sich auch für das Fach Französisch ein:

> Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen – 8. Juli 2019 von H. Wittmann

Was rät unsere Redaktion dem anonymen Lehrer in Hamburg? Haben Sie schon einmal ein richtig großes deutsch-französisches Fest in Ihrer Schule gemacht? So mit allem Drumundran? Mit französischen Gästen, mit Schüler/innen Ihrer Partnerschulen in Frankreich? Mit Abgeordneten der Deutsch-französischen Parlamentarierversammlung oder > Staatsminister Michael Roth? Mit Unterstützung des > Deutsch-französischen Jugendwerks? Mit vielen Ständen in der Aula, – viele deutsch-französische Unternehmen, viele Behörden, die Tourismusbüros, bref > alle Partner du francoallemand geben Ihnen gerne Unterlagen, die verteilt werden können-  die jeweils von 2-3 Schülern ausgedacht, organisiert und betreut werden? Haben Sie ein Schüler/innen-Komitee, das das Fest organisiert – sie als Lehrer brauchen dann gar nicht viel zu machen. Der nächste 22. Januar 2020 ist eine gute Gelegenheit für einen > deutsch-französischen Tag auch in Ihrer Schule. Am besten eine Woche lang, da kann jedes Fach seinen Beitrag leisten. Die Schüler werden bestimmt auch hervorragende Pressearbeit machen (> Twitter im Französischuntericht wäre dazu auch nützlich) und danach steigt nicht nur das Interesse ihrer Schüler/innen an Französisch, sondern auch das derjenigen, die von anderen Schulen eingeladen waren.

Unsere Redaktion kennt die Klagen über den Deutschunterricht in Frankreich – aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag auf diesem Blog. Aber was wir tun können, ist den Französischunterricht zu stärken. Und den Schüleraustausch zu fördern:  > Programm Brigitte Sauzet.

8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste

Vom 16. bis 21. September 2019 findet in der Stadt und im Kreis Düren das 8. Deutsch-Französische Schülertreffen statt. Das > Burgau-Gymnasium in Düren hat als ausrichtende Schule mehr als 200 europäische Schulen mit bilingualem Sprachenprofil mit 1200 Schülern und Lehrern aus Frankreich und Deutschland eingeladen.

Der Kongress wurde organisiert von LIBINGUA, der Arbeitsgemeinschaft, der Elternvereinigung und dem Förderverein der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland. Zu den Trägern des Kongresses gehörte u. a. das Auswärtige Amt. Zu den offiziellen Partnern und Sponsoren zählten u. a. außer der Deutsch-Französischen Jugendwerk, des Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen auch der > Ernst Klett Verlag. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Staatspräsident Emmanuel Macron hatten die Schirmherrschaft über diesen Kongress übernommen.

> www.jugendkongress2019.eu

Download der Flyer >>>

Dieser Kongress wird als Schülertreffen im Rahmen einer Projektwoche organisiert. Das Burgau-Gymnasium in Düren hatte Schülerinnen und Schüler aus 17 französischen Schulen mit einem AbiBac-Zweig , aus zwei polnischen Schulen und einer ukrainischen Schule, sowie 22 deutsche Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet eingeladen. Über 1000 Schülerinnen und Schüler haben an über 50 Workshops am Kongressort und an Exkursionen u. a. nach Aachen, Jülich und Köln teilgenommen: www.jugendkongress2019.eu.

Hier zeigen wir das Fotoalbum von der Eröffnung dieses Kongresses:

Auftaktveranstaltung mit den offiziellen Eröffnungsreden und einem musikalisches Begleitprogramm für alle Teilnehmenden fand am Dienstag den 17.09.2019 um 10:00 Uhr im Haus der Stadt statt.

Der Film der Eröffnung wurde von unserem TV-Team aufgenommen – hier erscheinen AUszüge aus den Ansprachen von Bürgermeister Paul Larue und Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, die wir unten jeweils in ganzer Länge zeigen:

Es folgen noch interviews mit Schülerinnen und Schülern. Unser > TV-Team schneidet die Filme.

Die Begegnung von Jugendlichen aus Frankreich, Deutschland und weiteren europäischen Ländern steht im Zeichen des Dialogs und des gemeinsamen Eintretens für Europa zu einem Zeitpunkt, da Europa neue Impulse dringend braucht. „Die Jugend ist die Zukunft Europas“ war das Motto des Kongresses.

Die Themen und Exkursionsorte reichten vom Aachener Dom über Schreibwerkstätten, Krieg und Frieden in Deutschland und Frankreich, Rechtsextremismus und Rassismus, Faked News bis zum Forschungszentrum in Jülich.Die Redaktion vom Frankreich-Blog war bei der Eröffnung des Kongresses am 17. September mit dabei und hat Fotos und einen Film mitgebracht.

Während der Kongresswoche wurde in einem Workshop ein Blog zu den Ereignissen des Kongresses verfasst: > blog.jugendkongress2019.eu.

Die Abschlussveranstaltung fand am Freitag, 21. September in der Arena Düren statt, zu der als Gäste auch die Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland S.E. Mme Anne-Marie Descôtes und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet als Gäste kamen. Staatsekretär Thomas Rachel sagte in seiner Ansprache, die er auf Facebook zitiert: „Mein Wunsch an die Jugendlichen auf der heutigen Abschlussveranstaltung: Bewahrt die Neugier auf Europa und die Welt! Nutzt die Gelegenheit für einen Teil der Ausbildung oder des Studiums ins Ausland zu gehen.“

 
Die Abschlussveranstaltung mit ca. 2000 Jugendlichen und Erwachsenen fandet als Festakt am 20.09.2019 um 18:00 Uhr in der Düren Arena statt, mit anschließender Party für Jung und Alt.

Für die Schüler wird ein abendliches Begleitprogramm angeboten.

Leider war unsere Redaktion beim Abschlussfest in der Arena Düren am 21. September nicht mehr mit dabei:

Themen für diesen Kongress auf unserem Blog:

> Macron und Europa

> Rede von Präsident Macron vor den Botschaftern am 27.8.2019: “La stratégie de l’audace” – 27. August 2019

> Éditorial: Die Wahl zum Europäischen Parlament 2019–  27. Mai 2019 von H. Wittmann

> Sorgen vor den Europawahlen – 20. Mai 2019

> Präsident Macron hielt am Dienstag, 17.4.2018, eine Rede im Europaparlament mit anschließender Debatte

> Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

> Deutsch-französisches Twittern, aber diesmal aus der Perspektive der Außenministerien

> Nachgefragt: H. Uterwedde, DFI | Der Elysée-Vertrag und der Aachener Vertrag

> Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.”Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017.

> Deutschland, Frankreich und Europa

> Pierre-Yves Le Borgn‘ : Europa?

> Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen.“ – 24. Mai 2019

>  60 Jahre V. Republik

> Élysée-Vertrag 2.0

> Consultations européennes

> Lernen mit unserem Blog

> Migration

> Zukunft der EU

Ernst Klett Verlag: Unser Engagement für Französisch


Nachgefragt: Mareike Nieberding: > Verwende Deine Jugend. Ein politischer Aufruf

107 Seiten, die richtig wachrütteln. Eine Lektüre für Jugendliche, als Ansporn für politisches Engagement, aber auch für Erwachsene, die dieses Buch zum Anlass nehmen könnten, darüber nachzudenken, welche Chancen sie als Jugendliche verpasst haben und wie sie dass durch eine Art Wiedergutmachung als neue Chancen an die heutige Jugend zurückgeben könnten… Bitte lesen Sie weiter: Mareike Nieberding > Verwende deine Jugend. Ein politischer Aufruf.

Mareike Nieberding
> Verwende deine Jugend
Ein politischer Aufruf
Stuttgart: Tropen
1. Aufl. 2019, 108 Seiten, Flexcover
ISBN: 978-3-608-50367-8


Der 14. Juli 2019 in Paris: Die Militärparade auf den Champs-Élysées

Ein Soldat mit einem Gewehr im Anschlag auf einer fliegenden Untertasse eröffnete die Parade, die mit einem Überflug der Patrouille de France mit ihren blau-weiß-roten Streifen begann. Danach defilierten rund 4000 Soldaten auf den Champs-Élysées bis zur großen Tribüne auf der Place de la Concorde, von der aus Präsident Emmanuel Macron, die Regierung und die zahlreichen Gäste, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel die Parade verfolgten. Mehrmals war die deutsche Flagge zu sehen: 160 Soldaten der Bundeswehr im Rahmen der Deutsch-französischen Brigade und des Eurokorps marschierten mit. „Agir ensemble“, hatte Präsident Macron als Motto der diesjährigen Parade gewählt. Außerdem erschienen Flugzeuge der Bundeswehr, ein Tornado, eine Versorgungsflugzeug des Typs A400M. Tiger- und Caiman-Hubschrauber am Pariser Himmel:

> Message du Président de la République – 14 Juillet 2019 – Site du Palais de l’Élysée: „Enfin, j’ai tenu à mettre en avant notre irrévocable engagement européen en vue de consolider la sécurité de notre Nation et des peuples de notre continent. Jamais, depuis la fin de la Seconde Guerre mondiale, l’Europe n’a été aussi nécessaire. La construction d’une Europe de la défense, en lien avec l’Alliance atlantique dont nous fêtons les 70 ans, est pour la France une priorité. Elle constitue le fil rouge de ce défilé. Agir ensemble et renforcer notre capacité à agir collectivement : tel est notamment le défi que l’Initiative européenne d’intervention, avec d’autres projets européens essentiels, veut relever. Que l’ensemble des nations européennes qui y participent et sont représentées aujourd’hui soient vivement remerciées. Car notre sécurité et notre défense passent par l’Europe.“

> Déclaration conjointe des chefs d’État et de gouvernement de France, d’Allemagne et du Royaume-Uni – Site du Palais de l’Élysée: „Nous, dirigeants de la France, de l’Allemagne et du Royaume-Uni, partageant des intérêts de sécurité communs, en particulier la préservation du régime de non-prolifération, rappelons notre engagement continu en faveur du Plan d’action global commun (JCPoA) agréé il y a quatre ans avec l’Iran, le 14 juillet 2015. […] Nos pays ont récemment pris plusieurs initiatives diplomatiques pour contribuer à la désescalade et au dialogue, pour lesquels des signes de bonne volonté sont nécessaires de toute urgence, de la part de toutes les parties. Alors que nous continuons de soutenir le JCPoA, sa poursuite dépend du plein respect par l’Iran de ses obligations ; nous exhortons l’Iran à revenir sur ses décisions récentes à cet égard. Nous continuerons d’explorer les possibilités de dialogue prévues dans l’accord pour traiter de la question du respect des obligations de l’Iran, notamment par le biais de la Commission conjointe du JCPoA.“

> Un pilote du 14 Juillet raconte son défilé. Découvrez pourquoi cette mission est très spéciale pour l’armée de l’air – LE POINT

https://twitter.com/lemondefr/status/1149967460889702400

Zur deutsch-französischen Kooperation in Rüstungsfragen: auf unserem Blog > Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen – 20. Mai 2019

Vgl. auch Kapitel 2 des > Aachener Vertrags

> 22. Januar 2019: Der Aachener Vertrag. Le Traité d’Aix-la-Chapelle – 21. Januar 2019 von H. Wittmann

Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen

Am 4. Juli hat der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), unsere Redaktion zu einem Interview in der Staatskanzlei in Düsseldorf empfangen. Christa Weck, Leiterin der Abteilung Französisch im Ernst Klett Verlag, hat uns begleitet. Bei dem Interview ging es um die Aufgaben des Ministerpräsidenten als Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit, mit der er von der Bundesregierung betraut worden ist. Außerdem haben wir über den Stand der deutsch-französischen Beziehungen und die neuen Perspektiven, die der jüngst unterzeichnete Aachener Vertrag bietet, gesprochen. Nach dem Interview wurde der Verzicht von immer mehr Bundesländern, eine zweite Fremdsprache bis zum Abitur zu führen, dem Ministerpräsidenten vorgetragen.

Seit dem 1. Januar 2019 ist Ministerpräsident Laschet der „Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit.“ Als Kulturbevollmächtigter, das Amt gibt es seit 1963 aufgrund einer Bund-Länder-Vereinbarung, hat er den Rang eines Bundesministers, der die „Interessen des Bundes und der 16 deutschen Bundesländer in bildungspolitischen und kulturellen Angelegenheiten gegenüber Frankreich“ vertritt. Wir haben ihn gefragt, welche Möglichkeiten er mit diesem Amt hinsichtlich der deutsch-französischen Kulturbeziehungen im Kontakt mit seinen Amtskollegen in den Bundesländern und mit den Politikern, d. h. dem Kulturminister oder dem Erziehungsminister in Paris hat: „Koordinieren oder gestalten Sie?“

Wir haben ihn gefragt, wie es heute um den Stand der deutsch-französischen Beziehungen steht? Wird uns der > Aachener Vertrag neue Perspektiven ermöglichen?

Im August 2018 zitierte die Tagesschau den Ministerpräsidenten mit den Worten „der kulturelle Austausch, das Herzstück der hervorragenden deutsch-französischen Beziehungen‘“: Wir wollten wissen, ob die Kultur bei der Gestaltung der deutsch-französischen Beziehungen genügend berücksichtigt wird?

In einem > „Überblick über die deutsch-französische Kulturzusammenarbeit“, den die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages am 12. Juli 2018 vorgelegt haben, gibt es einen Absatz über die Förderung der französischen Sprache: „Der Deutsch-Französische Ministerrat vereinbart, das Erlernen der Partnersprache noch intensiver zu fördern, die Schulpartnerschaften wiederzubeleben und die Erasmus-Programme insbesondere auch für Auszubildende auszuweiten…“ Wie wird dieser Wunsch des Ministerrates umgesetzt werden?

Fotos: Staatskanzlei.

Jetzt DFJW-Juniorbotschafter*in werden und die deutsch-französische Freundschaft in der eigenen Region stärken!

Sich engagieren, Netzwerke aufbauen die eigene Begeisterung für Frankreich weitergeben, mit einem Honorar und Weiterbildungsveranstaltungen vom > Deutsch-französischen Jugendwerk DFJW – alles mit einem starken Partner im Rücken: Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) sucht 100 junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die sich als DFJW-Juniorbotschafterinnen und -botschafter engagieren möchten.

Als solche leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur deutsch-französischen Zusammenarbeit und zur europäischen Idee. Ihr Einsatz ist auch eine einzigartige Gelegenheit, eigene Projekte auf die Beine zu stellen, über sich hinauszuwachsen und Teil eines grenzüberschreitenden Netzwerks zu sein.

Ab September können die DFJW-Juniorbotschafterinnen und -Juniorbotschafter

• Veranstaltungen organisieren, um das Partnerland in ihrer Region bekannt zu machen oder örtliche Städtepartnerschaften zu stärken,
• kreative Inhalte für die Social-Media-Kanäle des DFJW erstellen,
• Gleichaltrigen und insbesondere benachteiligten Jugendliche Lust auf Französisch oder einen Auslandsaufenthalt machen,
• Partnerorganisationen in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern vernetzen, die trilaterale Projekte durchführen.

Noch bis zum 18. August können sich Interessierte online bewerben: > Das DFJW sucht neue Juniorbotschafterinnen und -botschafter für 2019/2020.

Auf unserem Blog: Nachgefragt: Juniorbotschafter Patrick Pulsfort – 31. Mai 2016

Das Netzwerk der DFJW-Juniorbotschafterinnen und -Juniorbotschafter

Seit der Gründung des Netzwerks 2009 haben sich mehr als 600 DFJW-Juniorbot-schafterinnen und -botschafter auf verschiedenste Art und Weise für die deutsch-französische Freundschaft und die europäische Idee stark gemacht – zum Beispiel mit der Onlinebefragung „Elysée 2.0.19“, über die junge Menschen aus Deutschland und Frankreich ihre Ideen für den Aachener Vertrag beisteuern konnten.

Das ehrenamtliche Engagement der DFJW-Juniorbotschafterinnen und -botschafter wird mit 400 Euro pro Jahr entlohnt. Außerdem steht das DFJW den Juniorbotschafterinnen und -botschaftern während ihres Mandats jederzeit unterstützend zur Seite und bietet Weiterbildungen an – von Projektmanagement und Netzwerken über öffentliches Sprechen bis hin zu Pressearbeit.

XXXV. Jahrestagung des dfi: Deutsch-französische Zusammenarbeit 2.0

(Ergänzt am 3. Juli 2019, es folgen noch weitere Ergänzungen) In Ludwigsburg fand vom 28.-29.6.2019 die XXXV. Jahrestagung des Deutsch-französischen Instituts dfi statt.Der Höhepunkt war am Samstagmorgen die Rede von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble zu Europa und den deutsch-französischen Beziehungen. Viele Abgeordnete, die an der Ausarbeitung des Aachener Vertrages und des Deutsch-französischen Parlamentsabkommens mitgewirkt haben, waren aus Anlass dieser Tagung nach Ludwigsburg gekommen: Unter ihnen Christophe Arend, der Präsident der deutsch-französischen Parlamentariergruppe in der Nationalversammlung, Frédéric Petit, der Abgeordnete für die Auslandsfranzosen und Nils Schmid und Angehörige des Außenministerien in Paris und Berlin.

Wir zeigen hier das Fotoalbum dieser Tagung. Bitte öffnen Sie es mit einem Klick auf ein Foto, wenn diese Seite ganz geladen ist:

Wir erinnern an > Ernst Weisenfeld (1913-2009), mit dem wir mehrmals von Bonn aus zur Jahrestagung des DFI gefahren sind.

Früher war diese Jahrestagung ein Treffen mit dem Titel Sozialwissenschafticher Arbeitskreis der deutschen Frankreichforscher, zu dem einige Akteure aus der Politik und der Wirtschaft eingeladen waren. Mittlerweile hat sich das Format dieser Veranstaltung sehr geändert: Heute kommen hier nicht nur Frankreichforscher , sondern neben ihnen auch eine große Zahl von Akteuren zusammen, die in den Ministerien oder den Botschaften an der Ausarbeitung der jüngst zwischen Frankreich und Deutschland vereinbarten Verträge und Abkommen maßgeblich beteiligt waren. Das macht dieses Tagung zu einer ganz besonderen Gelegenheit mit einem Blick hinter die Kulissen. Die Offenheit, mit der die Teilnehmer aus ihren Bereichen berichteten, vermittelte spannende Einblicke in die deutsch-französische Zusammenarbeit:

Im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe Wirtschaft stand der Artikel 20 des Aachener Vertrags:

„Artikel 20
(1)
Beide Staaten vertiefen die Integration ihrer Volkswirtschaften hin zu einem deutsch-französischen Wirtschaftsraum mit gemeinsamen Regeln. Der Deutsch-Französische Finanz- und Wirtschaftsrat fördert die bilaterale Rechtsharmonisierung, unter anderem im Bereich des Wirtschaftsrechts, und stimmt die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik regelmäßig ab, um so die Konvergenz zwischen beiden Staaten zu befördern und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu verbessern.
(2)
Beide Staaten richten einen deutsch-französischen „Rat der Wirtschaftsexperten“ ein, der sich aus zehn unabhängigen Fachleuten zusammensetzt und das Ziel verfolgt, ihren Regierungen wirtschaftspolitische Empfehlungen zu unterbreiten. “

Die Wirtschaftsrätin der Französischen Boschaft, Catherine Rozan, verglich in ihrem Beitrag den Vertrag von 1963, „der eine Verwirklichung des Friedens zwischen unseren beiden Ländern schuf“ mit dem Aachener Vertrag, „der unter anderem das Ziel eines echten Wirtschaftsraums anstrebt.“ Diesen Wirtschaftsraum gibt es schon: „Frankreich ist der drittwichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands und Deutschland der wichtigste Partner Frankreichs. 4.000 französische Unternehmen sind in Deutschland mit 380.000 Mitarbeitern aktiv. In den 4.500 deutschen Unternehmen in Frankreich sind 310.000 Mitarbeiter beschäftigt,“ erklärte C. Rozan. Der Aachener Vertrag öffnet die Perspektiven für neue Instrumente, „um die Konvergenz unserer Wirtschaften und Gesellschaften voranzutreiben. Dazu nennt Rozan drei Meilensteine: 1. Die bestehenden Instrumente wie der deutsch-französische Ministerrat, der Deutsch-Französische Finanz- und Wirtschaftsrat  werden durch die deutsch-französische parlamentarische Versammlung, dessen erste Sitzung am 25. März 2019 stattfand. Artikel 14 nennt den neun Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der Artikel 20, Abs. 2 enthält die Schaffung eines deutsch-französischen Rat der Wirtschaftsexperten vor. 2.“ Der Aachener Vertrag, der einen Fahrplan für die deutsch-französische Zusammenarbeit für die kommenden Jahre vorsieht, soll auch den anderen Mitgliedstaaten der EU dienen. Das deutsch-französische Paar arbeitet in der Tat für den europäischen Wirtschaftsraum.“ In diesem Zusammenhang geht es um die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion und der Bankenunion. Dazu kommt eine Reform des europäischen Rechtsrahmens mit der Anpassung des Wettbewerbsrechts.

C. Rozan erinnerte an das deutsch-französische Manifest für eine europäische Industriepolitik des 21. Jahrhunderts, das Peter Altmaier und sein französischer Kollege Bruno Le Maire am 19.2.2019 vorgestellt haben, das beide als gesamteuropäisches Projekt verstehen. Rozan nannte auch zwei Beispiele: „Dieses deutsch-französische Bestreben für eine europäische Industrie wurde schon durch das Projekt zur IPCEI (Important project of Commun European Interest) für Batterien verwirklicht. Darüber hinaus haben die Wirtschaftsminister Bruno LE MAIRE und Peter ALTMEIER in Anwesenheit von Herrn Vizepräsident SEFCOVIC am 2. Mai eine deutsch-französische Produktion von Batteriezellen für E-Autos verkündet.“

3. C. Rozan erinnerte an die Reformen  die 2017 in Frankreich umgesetzt werden: „Das Europa-orientierte Programm von unserem Präsidenten ist teilweise von dem deutschen Modell inspiriert. Das war zum Beispiel der Fall in der Umsetzung eines flexibleren Arbeitsrechts, oder auch bei Reformen, die in Bereichen der Ausbildung, der Qualifizierung und der Lehrlingsausbildung ausgeführt wurden.“ – „Deutschland kann sich von Frankreich inspirieren lassen: Beispielsweise was die Digitalisierung, die Finanzierung von Innovationen oder auch die sehr erfolgreiche Steuergutschrift für Forschungszwecke (CIR) angeht. Frankreich hat sich aufgrund dieser Maßnahmen zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte der Welt entwickelt.“

Rozan betonte auch, „Deutschland und Frankreich haben dabei eine herausragende Verantwortung für das Gelingen Europas. Im Aachener Vertrag entsteht eine Geisteshaltung von Komplementarität zwischen Frankreich und Deutschland. Es ist jetzt der Moment diese Geisteshaltung tatsächlich umzusetzen.“

In einer zweiten Arbeitsgruppe (Stefan Bantle, Auswärtiges Amt, Luc Jouvence, État-major des Armées françaises, Prof. Dr. Hans Stark, Institut français des relations intgernationales ifri) wurden auch Fragen der Verteidigungspolitik diskutiert.

Dazu auf unserem Blog:

> Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen  – 20. Mai 2019

Bemerkenswert sind auch die Vereinbarungen und Perspektiven zum grenzüberschreitenden Verkehr im Kapitel 4 des Vertrags.

Was nimmt es Wunder, dass von deutscher Seite der Absatz bezüglich der Förderung der Nachbarsprache so ausgedünnt worden ist. Frankreich wollte gerne mehr hineinschreiben, die deutsche Seite dachte an ihre Bundesländer und deren Kulturhoheit:

„Artikel 10
Beide Staaten führen ihre Bildungssysteme durch die Förderung des Erwerbs der Partnersprache, durch die Entwicklung von mit ihrer verfassungsmäßigen Ordnung in Einklang stehenden Strategien zur Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und Studierenden, die die Partnersprache erlernen, durch die Förderung der gegenseitigen Anerkennung von Schulabschlüssen sowie durch die Schaffung deutsch-französischer
Exzellenzinstrumente für Forschung, Ausbildung und Berufsbildung sowie integrierter deutsch-französischer dualer Studiengänge enger zusammen.“

Auf unserem Blog:

> Aachener Vertrag

> Deutsch-französisches Parlamentsabkommen

à suivre

Pierre-Yves Le Borgn‘ : „L’Europe doit retrouver le lien citoyen. „

french german 

Aus Anlass der Europa-Wahlen zeigen wir den folgenden Artikel vom 28. Januar 2019 nochmal hier ganz oben an. Wegen ihrer Fundamentalopposition zu Europa haben RN und AfD und die anderen rechtsextremen und xenophoben Parteien keine Stimme verdient.


Rappel: > Nachgefragt: Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis, Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch – 20. Mai 2019 | Autor: Heiner Wittmann

> Sorgen vor den Europawahlen – 20. Mai 2019

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22.  Januar 2018

> Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019


Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen

Ganz aktuell: > Communiqué du ministère de l’Europe et des Affaires étrangères – Allemagne – Accord franco-allemand relatif au contrôle des exportations en matière de défense (14 novembre 2019) – Site du ministère de l’Europe et des des Affaires étrangères


Gerade hat die Süddeutsche Zeitung (16.5.2019) ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel veröffentlicht. Auf die Frage ”Wo sehen Sie gemeinsame Fortschritte?” gemeint sind die deutsch-französischen Beziehungen, sagt sie und verweist ausdrücklich auf gemeinsame Fortschritte mit Frankreich: “Beispielsweise in der Verteidigungspolitik. Da haben wir enorme Fortschritte erzielt. Wir haben beschlossen, zusammen ein Kampfflugzeug und einen Panzer zu entwickeln. Es ist doch ein großes gegenseitiges Kompliment und ein Zeichen des Vertrauens, wenn man sich in der Verteidigungspolitik stärker aufeinander verlässt.” Zu dem Projekt mit Kampfpanzern und den Hubschraubern kommt auch noch die Eurodrohne.

Aber in diesem Zusammenhang muss man auch an eine Schreiben der Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland, S. E. Anne-Marie Descôtes, erinnern, in dem sie sich kürzlich kritisch zu der deutschen Rüstungsexportpolitik geäußert hat: > Vom „German-free“ zum gegenseitigen Vertrauen: „Die wachsende Politisierung der deutschen Debatte zu Waffenexporten entspringt berechtigter Sorge.“ Der Titel ihres Beitrags, der auf der Website der Bundesakademie für Sicherheit veröffentlicht wurde, resümiert très clair et précis ihr Anliegen: Es wird Probleme beim Export von Waffen, besonders von gemeinsam hergestellter Waffensystemen, geben, falls dort keine deutsche Schraube drin sein darf. Es gilt also weiter am Vertrauen zu arbeiten. „Die Verteidigungsindustrie: Grundpfeiler der Verteidigung Europas, nicht existenzfähig in einem begrenzten Markt,“ diese Zwischenüberschrift verweist auf Ihr Anliegen: Verengt sich der Markt, kann die Verteidigungsindustrie nicht wirtschaftlich funktionieren. Im Grunde genommen beklagt die Botschafterin fehlende Rechtssicherheit. Aber sie will „Unsere Waffenausfuhrkontrollinstrumente besser verstehen und zum Prinzip des gegenseitigen Vertrauens zurückkehren“.

Unsere Redaktion mit unserem > TV-Team hat am letzten Samstag in Berlin Brigadegeneral a. D. Klaus Wittmann getroffen und nachgefragt:

Auf unsere Frage „Die Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland, Ihre Exzellenz Mme Descôtes hat kürzlich in einem Beitrag für die Bundesakademie für Sicherheit die Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung kritisiert. Wie ist ihr Papier einzuordnen?“ kam eine überraschende Antwort:

Unser Tonstudio hat den Ton dieses Videos am 21.5.2019 korrigiert:.

Frankeich und Deutschland exportieren Waffen in einem ähnlichen Umfang, trotzdem gibt es für bestimmte Regionen, eine deutsche Zurückhaltung. Aus welchen Gründen?Nimmt die Bundesregierung damit Friktionen mit den Partnern in Kauf?Werden diese Auswirkungen auf gemeinsame Projekte (Kampfflugzeug, Kampfpanzer und Eurodrohne) haben? Im > Aachener Vertrag steht  der Wille, gemeinsame Regeln für den Verkauf von Rüstungskooperationen zu finden und es gab am 14.1.2919  ein Abkommen zwischen Paris und Berlin: „Deutsch-französische Industriekooperation im Verteidigungsbereich – gemeinsames Verständnis und Prinzipien über Verkäufe“ : der SPIEGEL zitiert am 15.2.2019 aus diesem Papier:  „Die Parteien werden sich nicht gegen eine Transfer oder Export in Drittländer stellen.“  Reicht das, um die deutsch-französischen Wogen zu glätten? Wo könnten jetzt Kompromisslinien verlaufen?

Brigadegeneral Dr. Wittmann (geb. 1946) in Lübeck, trat im Oktober 2008 nach 42 Jahren Bundeswehrdienst in den Ruhestand. Er war Bataillons- und Brigadekommandeur), er hat Geschichte und Politik studiert  und sich in seiner Laufbahn u.a. auf die Sicherheitspolitik konzentriert: er War im BMVg, im NATO-Hauptquartier. Als Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr war er für die höhere Offiziersausbildung national zuständig. Zuletzt war er  Director Adademic Planning and Policy am NATO Defense College, Rom. Er war Mitglied der Kammer für Öffentliche Verantwortung, in der die > Friedensdenkschrift des Rates der EKD von 2007 entstand. Er ist Senior Fellow des Aspen Institute Deutschland und hat einen Lehrauftrag für Zeitgeschichte an der Universität Potsdam.

Zum Nachlesen: > Ansprache des Präsidenten der Französischen Republik François Mitterrand aus Anlaß des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit -Website des Deutschen Bundestages

> PESCO Permanent Structured Cooperation: Mehr Zusammenarbeit bei der Verteidigung

> Waffenexporte und die Umsetzung des Gemeinsamen Standpunkts 2008/944/GASP

 

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