Sorgen vor den Europawahlen

Ergänzt, 17.5.2019, 18.5.2019: Editorial. Die Furcht, dass das Rassemblement National RN (vorher Front national) LaRem bei den Europawahlen überholen könnte, ist nicht unbegründet. Die Niederlage wäre herb für Präsident Macron und eigentlich in der Sache unbegründet. RN wendet sich systematisch und destruktiv gegen Europa, prinzipiell, unerbittlich und versucht uns einzureden, dass die Bürger sich von der EU abwenden, überhaupt versuchen uns die Rechtsextremen, alles Mögliche einzureden, ohne tragfähige Lösungen präsentieren zu können.

> Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas

>Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.”Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017

Nathalie Loiseau, Spitzenkandidatin der Liste Renaissance
sagte in einem Interview mit Le Monde (19. Mai 2019) auf die Frage: „La chancelière allemande, Angela Merkel, l’Union chrétienne-démocrate (CDU), c’est l’Europe des résignés ? – Aujourd’hui, beaucoup à la CDU et dans les rangs de ses alliés français, Les Républicains, se satisfont de l’Europe telle qu’elle est.“ Mit anderen Worten, im Augenblick ist aus Berlin (und von Les Républicains) anscheinend in europapolitischer Hinsicht nichts zu erwarten. Aber im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (16.5.2019) sagt die Bundeskanzlerin: „Viele machen sich Sorgen um Europa, auch ich. Daraus entsteht bei mir ein noch einmal gesteigertes Gefühl der Verantwortung, mich gemeinsam mit anderen um das Schicksal dieses Europas zu kümmern.“ Kommt jetzt doch eine fundierte Reaktion? Auf die Frage “ Wo sehen Sie gemeinsame Fortschritte?“ sagt sie und verweist ausdrücklich auf gemeinsame Fortschritte mit Frankreich hin: „Beispielsweise in der Verteidigungspolitik. Da haben wir enorme Fortschritte erzielt. Wir haben beschlossen, zusammen ein Kampfflugzeug und einen Panzer zu entwickeln. Es ist doch ein großes gegenseitiges Kompliment und ein Zeichen des Vertrauens, wenn man sich in der Verteidigungspolitik stärker aufeinander verlässt.“ Obwohl doch gerade die französische Botschafterin in Deutschland sich kritisch zu der deutschen Rüstungsexportpolitik geäußert hat: > Vom „German-free“ zum gegenseitigen Vertrauen. Bezüglich der Politik von Präsident Macron sagt Merkel im gleichen Interview „Wir finden immer eine Mitte. … Es gibt Mentalitätsunterschiede zwischen uns sowie Unterschiede im Rollenverständnis. Das war immer so. Präsident Macron ist ja nicht der erste französische Präsident, mit dem ich zusammenarbeite.“ In LIBERATION und in LE MONDE (19.5.) ist zu lesen, dass Merkel von „confrontations“  mit Macron gesprochen hat, sie sagte „Ungleichzeitigkeiten“ – die Nuancen der Übersetzung können das Gewicht der Meldung beeinflussen.

Wir – Berlin und Paris – sprechen nicht laut genug über die Erfolge der EU, die deren Bürger/innen jeden Tag so gerne in Anspruch nehmen. Zuallererst der Friede, das Erfolgsrezept der EU: >François Mitterrand im Europaparlament, 17. Januar 1995 – 17. Juni 2016; „Der Nationalismus ist der Krieg“. Und dann hat die EU auch wirtschaftliche Erfolge, die freie Zirkulation der Waren ist für uns eine Selbstverständlichkeit, die offenen Grenezen, das Schengen-Abkommen, die freie Arbeitsplatzsuche, Studienmöglichkeiten mit ERASMUS in ganz Europa… und Präsident Macron wollte die EU neu gründen: > Emmanuel Macron und Europa – 8. September 2018 von H. Wittmann und warum waren die Antworten aus Berlin so sehr zaghaft?Das ist schon so seit der Bildung des Kabinetts Merkel IV.

> Wahlkampf – Europawahlen am 29. Mai 2019 – 14. Mai 2019 von H. Wittmann

Zählt man seine Vorschläge und die Antworten aus Berlin, so waren diese fast inexistent. In Deutschland wird nur Furcht verbreitet, man müsse etwas für die EU zahlen – ohne an deren immense Vorteile zu denken, die unseren Wohlstand sichern. Die Vorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer hat Präsident Macron geantwortet, leider u. a. mit der Idee, Straßburg als Sitz für das EU-Parlament aufzugeben > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März  2019. Die Medien haben hervorgehoben, dass dieser Vorschlag nicht gut in Paris ankam, und haben den gesamten Rest ihrer Antwort weitgehend mit Schweigen übergangen. Auch wenn sie in  einigen Punkten Macron widersprochen hat, der so dringend nötige Dialog sollte angestoßen werden. Kam ihre Antwort zu spät? Warum hat die Bundeskanzlerin nicht selber geantwortet?

Ein hoher Beamter im Quai d’Orsay sagte unserer Redaktion, Berlin und Paris hätten wohl eine gemeinsame historische Chance verpasst. Nun, die Unterzeichnung des Aachener-Aachener-Vertrags sollte eine neue Tür zu mehr Gemeinsamkeit aufstoßen. Danach ist es irgendwie stiller geworden zwischen Berlin und Paris. Warum gab es keine große öffentlichkeitswirksame Deutsch-Französische Konferenz zu den Vorschlägen von Emmanuel Macron?

> https://www.elections-europeennes-2019.eu/

Warum sind wir in Deutschland  bloß so schüchtern, wenn es um die Erfolge der EU geht? Wir könnten an sie anknüpfen. Wir dürfen nicht das Feld der RN und der AfD überlassen.. In der Afd spricht man immer wieder vom „Europa der Vaterländer“, ganz so als ob damit Kritik an der EU gemeint sei. Man hat gesagt, das Wort stamme von de Gaulle. Wir haben ihn selber gefragt: >  Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018. Eigentor für die AfD. „Europa der Vaterländer“ meint die Rolle der Staaten, mit ihnen werde Europa gebaut und Präsident Macron hat völlig Recht, wenn er sagt, die Souveränität der Staaten solle gefördert und geschützt werden und in den Bereichen, wo sie es alleine nicht und nur völlig unzureichend  können: Digitalisierung, Migration, Umweltschutz gibt es die gemeinsame Aktion EU.

Wahlkampf – Europawahlen am 29. Mai 2019

> Pierre-Yves Le Borgn‘ : Europa?


>

Eigentlich sollte der Wahlkampf  vor den Europawahlen in vollem Gange sein, er wird aber erstaunlich leise zwischen Berlin und Paris geführt. Liegt das auch daran, dass die Wähler quer durch alle Altersstufen viel zu wenig von der EU wissen?

> Die EU – eine Folienpräsentation – europa.eu

Wir sammeln hier Informationen zum Wahlkampf:

Frankreich: > Européennes : comment retrouver les 34 programmes  Le Parisien| 10 mai 2019

Deutschland: >  41 Parteien: Europawahl 2019  BPP

Stichwort > Europa – BPP

> https://www.elections-europeennes-2019.eu/

> Européennes : les propositions des partis analysées une à une – Site du ContextePouvoir -09 mai 2019


Twittern für die Europawahl;

> #Europeennes2019 und > #Europawahl2019


> Wer entscheidet künftig über Europas Politik? FAZ, 13.05.2019 ***

Die Video Reihe „EU-Parlament“ in 2-minütigen Videos über das Parlament. Verfügbar auf http://educarte.de > https://bit.ly/2Q04iah ***

Der Gipel in Sibiu fand am Europatag, 9. Mai, statt: > 9. Mai 1950 : Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

Bald sind 400 Millionen Europäer aufgerufen, über die Zusammensetzung ihres Parlaments abzustimmen:

Wir sammeln einige markante Aussagen zu Europa:

> À Sibiu en Roumanie, une Journée de l’Europe tournée vers l’avenir – site du Palais de l’Élysée

Ankunft von Präsident Macron zum informellen Gipel in Sibiu/Rumänien:

> Macron schmiedet Pakt gegen Weber – Süddeutsche Zeitung – 13. Mai 2019

Und was ist in Deutschland los?
> Trotz, Kalkül, Selbstlosigkeit? Warum Merkel dem Wahlkampf der Union fernbleibt – Fokus, 29.4.2019

Das Ende der Ära Merkel hat begonnen, alle fragen sich aber, wie lange es dauern wird? Eine Kabinettsumbildung nach der Europawahl scheint sicher zu sein, da Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, in das Europaparlament wechseln wird. Schade, man hätte jetzt erwarten können, dass der Elan des > Aachener Vertrags sich verstärkt auf gemeinsame Positionen Frankreichs und Deutschlands zugunsten Europas auswirkt. Doch es scheint so, dass die beteiligten abwarten, auf das Ergebnis der Wahlen warten.

Und aus Berlin kommt noch immer keine substantielle hinreichende Antworten auf die Vorschläge Macrons zu Europa:

La refondation de l’Europe : > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe

Macron: “ Nous devrions définir un salaire minimum adapté à la réalité économique de chaque pays, mais progressivement rentrer dans cette logique pour les faire converger.“ > Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26 septembre 2017

Die Vorsitzende der CDU Annegret Kramp-Karrenbauer hatte auf den Appel von Emmanuel Macron geantwortet, der eine viel größere Resonanz verdient hätte:
> Die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019.

à suivre

Das neue Tagesjournal

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25 mars 2019: L’assemblée parlementaire franco-allemande

Das klingt wie Zukunftsmusik. Aber sie ist ganz reell und wird von nun an zweimal im Jahr gespielt:

> Assemblée parlementaire franco-allemande : Signature de l’accord parlementaire franco-allemand par M. Richard Ferrand, Président de l’Assemblée nationale, et M. Wolfgang Schäuble, Président du Bundestag allemand – Website der Assemblée nationale

> Deutsch-französische Versammlung – Website des Deutschen Bundestages

Heute ist ein wichtiger Tag für die deutsch-französische Kooperation.

Zum ersten Mal tagt die Deutsch-französische parlamentarische Versammlung in Paris. So eine Versammlung ist einzigartig in der Welt. Symbolkraft ist auch mit dabei, aber man darf davon ausgehen, dass die 100 Parlamentarier sich keinesfalls nur zum Vergnügen treffen. U. a. geht es auch um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, deren Tore bereits mit dem > Aachener Vertrag geöffnet werden: > Sylvain Waserman hat der Regierung seinen Bericht über “Die deutsch-französischen grenzüberschreitenden Beziehungen” überreicht – 22. Mai  2018

Der Bundestag hat dem Deutsch-französischen Parlamentsabkommen zugestimmt – 24. März 2019

> > Die Nationalversammlung stimmt der Einrichtung einer Deutsch-französischen Parlamentsversammlung zu – 12. März 2019

Ein Ausschnitt aus dem Interview mit Henrik Uterwedde > Deutsch-französisches Institut, Ludwigsburg:

Pierre-Yves Le Borgn’: Frankreich, Deutschland und Europa

Jonathan Spindler Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz/4er-Netzwerk e.V.

Anlässlich einer Mitgliederversammlung Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz / 4er-etzwerk e.V. im Landtag von Rheinland-Pfalz hat Pierrre Yves le Borgn‘ am 22. März 2019 einen Vortrag über „Frankreich, Deutschland und Europa“ gehalten:

Hier folgt eine Fotogalerie:

© Landtag Rheinland-Pfalz/Kristina Schäfer

„Mehr als alles andere weiß ich, dass das Zusammentreffen der französischen und deutschen Unterschiede nicht nur für unsere beiden Länder notwendig ist, sondern auch als entscheidender Motor für den Aufbau Europas nützlich ist.“

En français :

> La France, l’Allemagne et l’Europe

Lesen Sie auf unserem Blog:
> Pierre-Yves Le Borgn’: “L’Europe doit retrouver le lien citoyen. “ – 28.1.2019

> Nachgefragt: Pierre-Yves Le Borgn’ : « Il faut un récit européen en complément du récit national » – 17.11.2018

Le Borgn‘ erläuterte „wie ist es möglich, dass es zwei so unterschiedlichen Länder – auch in ihren Visionen von Europa – gelingen konnte, eine gemeinsame Rolle spielen, um ihre Entwicklung zu gewährleisten?“ Außerdem hat er die künftigen Herausforderungen Europas, von denen einige mit dem Rest der Welt geteilt werden dargelegt, um auf die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehung im Rahmen der zu ergreifenden Maßnahmen um zu handeln zu können.

Seien These: „Frankreich und Deutschland haben unterschiedliche Vorstellungen von dem europäischen Projekt“
„In Paris war die Idee lange Zeit – und sie ist noch ein bisschen –, dass Europa zwangsläufig Frankreich in Groß sein muss. Während in Berlin das Ziel darin bestand, wieder einen Platz in der internationalen Gemeinschaft zu finden.
Diese unterschiedliche Sichtweise zeigt sich auch in der Funktionsweise Europas. Für Frankreich bedeutet der zwischenstaatliche Ansatz: es geht darum, die Rolle der Mitgliedstaaten bei supranationalen Institutionen der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament in den Vordergrund zu stellen. In Deutschland dominiert dagegen die föderalistische Logik mit der Stärkung der Befugnisse des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, um das gemeinsame Interesse und die kleinen Staaten gegen die Hegemonie großer Staaten zu schützen.“
… „Auch Frankreich und Deutschland haben nicht die gleichen Standpunkte zum geografischen Gebiet der Europäischen Union entwickelt. Bis wohin muss Europa reichen?“

Nachdem Le Borgn‘ diese und weitere Unterschiede erläutert hat, fragt er: „Wie konnte die deutsch-französische Beziehung für Europa trotz oder aufgrund dieser Unterschiede nützlich sein ?“ und seeine Anworten hören sich wie eine Interpretation des > Aachener Vertrages an. Ein Neubeginn für die deutsch-französische Kooperation:

„Visionen und letztlich divergierende Interessen können ein Vorteil sein, wenn der ursprüngliche Antagonismus als produktiv angesehen wird. Es ist das Geheimnis des deutsch-französischen Motors für Europa‚ den man in verschiedenen kritischen Momenten der Geschichte der Europäischen Union in Aktion beobachten konnte. Diese Unterschiede ermöglichen es Frankreich und Deutschland, die unterschiedlichen Standpunkte und Interessen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union weitgehend zu vertreten. Es muss noch dafür gesorgt werden, dass diese Unterschiede bei der Suche nach einem Kompromiss überwunden werden und der europäische Kontext sich dazu eignet. Dies ist heute weniger der Fall, als es unter den Kanzler-und-Präsidenten-Paaren Mitterrand- Kohl und Giscard-Schmidt war.“ …

„Wie funktioniert das deutsch-französische Paar im europäischen Raum? Es schließt die Konfrontation aus und sucht nach einem Kompromiss zu mehreren Themen, indem es regelmäßig vor den europäischen Debatten und Beschlüssen diskutiert wird. Diese Methode bewies zum ersten Mal den Nachweis ihre Wirksamkeit in den Amtszeiten von Georges Pompidou und Willy Brandt, als Präsident Pompidou das französische Veto im Hinblick auf den Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EWG aufgehoben hat, nachdem die anderen Mitgliedstaaten die Anwendung des Grundsatzes der gemeinsamen finanziellen Verantwortung in der gemeinsamen Agrarpolitik übernommen haben. Ebenso wurde durch einen deutsch-französischen Deal mehr als 20 Jahre später die französische Ablehnung der Erweiterung der Europäischen Union im Osten zu beendet, als die EU die Garantie für die Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik durch die erweiterte Union übernommen hat.

Um erfolgreich zu einem solchen Kompromiss zu gelangen, muss in Paris und in Berlin der Wille vorhanden sein, über die Meinungsverschiedenheiten hinauszugehen und sie in einen größeren Rahmen zu stellen, in dem ein Paket miteinander kombiniert wird, das mehrere unterschiedliche Themen miteinander verbindet und auch den Erwartungen der anderen Mitgliedstaaten Rechnung trägt.“

Lesen sie den ganzen Vortrag von Pierre-Yves Le Borgn’ : > Frankreich, Deutschland und Europa *.pdf

Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun?

Am 21. Januar 2019 haben die Pariser Korrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Michaela Wiegel und Thomas Jansen in einem Beitrag für ihre Zeitung über den Stand des Französischunterrichts in Deutschland und des Deutschunterrichts in Frankreich berichtet: > Ungeliebtes Französisch berichtet: 2016/2017 lernten noch 62,6 Prozent der Schüler Französisch, ein Jahr später schon 7 Prozent weniger. 1992/1993 waren es noch 68,6 Prozent. von 8,4 Mio. Schüler lernten 2016/17 1,5 Mio. = 17,6 Prozent Französisch, ein Rückgang um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. In Frankreich lernten 201/18 rund 530.000 Schüler Deutsch in der Mittelstufe rund ein Prozent mehr als im Vorjahr: 15,6 Prozent.

Französisch heute, die Zeitschrift der > Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. hat in ihrer Ausgabe 1/2019, S. 42 f., einen Artikel über unseren Blog veröffentlicht, der hier als *.pdf-Datei heruntergeladen kann:

> „Expliquer, expliquer, toujous patiemment expliquer“: Der Frankreich Blog

Sie können dann alle im Artikel genannten Links einfach anklicken.

Angesichts des jüngst unterzeichneten Aachener Vertrags, der Liste der prioritären Vorhaben, des Entwurfs für ein deutsch-französisches Parlamentsabkommens und sogar eine deutsch-französischen Manifestes zugunsten der gemeinsamen Industriepolitik (Deutsch-Französisches Manifest für eine europäische Industriepolitik (Englisch)  Manifeste franco-allemand pour une politique industrielle européene)  ist es echt peinlich, dass in Deutschland die Zahl der Schüler/innen, die Französisch lernen, kontinuierlich zurückgeht. Es gibt die Konkurrenz durch andere Sprachen, die Schüler/innen manchmal wegen der damit verbundenen Reiseperspektiven bevorzugen, oder aber nur ganz einfach, weil Französisch als schwerer oder zu schwer empfunden wird, wobei der Vergleich mit anderen Sprachen eher unscharf ist und der Eindruck der Schüler/innen auch kaum begründet werden kann, das Eindrücke, persönliche Vorlieben – mehr nicht. Unerklärlicherweise nehmen sie es in Kauf, Englisch leichter zu finden, obwohl es dreieinhalb mal so viele Wörter wie die französische Sprache vorweist.

Werbung für Französisch in der Schule: Man kann es drehen und und wenden wie man will, es gibt bei uns in der Mittelstufe nicht genügend Werbung für das Fach Französisch. Die einfachen Abwahlangebote sind ein Desaster für das Fach und die Zukunft der Schüler/innen.

Nehmen wir eine Gruppe von Schüler/innen, die sich für einen Ausbildungsplatz oder später für nach dem Studium für einen Arbeitsplatz bewerben: 2 von ihnen können Spanisch, 2 Italienisch, der Arbeitgeber zuckt mit den Schultern, eine/r spricht Französisch und die/der wird eingestellt. Das Fach Französisch ist beim Stand der Dinge eine Art Arbeitsversicherung für später. Alle diejenigen, die Französisch lernen, die die enge traditionelle Verbindung von Literatur, Philosophie und Politik in Frankreich kennen, haben die Nase vorn. Wenn die Länder statt auf die Digitalisierung in jeder Form – wo oft keine Inhalte vorhanden sind – zu setzen, mit einem ähnlichen Engagement die Literatur und die Fremdsprachen fördern würden, dann wäre die Schüler/innen auch schnell in der Lage, die Segnungen der digitalen Welt nebenher gemäß der Notwendigkeiten zu verstehen und zu nutzen.

Wir brauchen eine deutsch-französische Website, die die Werbung für das Fach Französisch unterstützt  und dabei  hilft, den Schüler/innen-Austausch zu organisieren: Individueller Austausch und Klassenaustausch. Die Angebote für > Jugendliche & Kinder, > Schulen, Hochschulen und Berufsschulen oder für > Vereine, Verbände, Institutionen und Unternehmen auf der Website des Deutsch-französischen Jugendwerks DFJW sind unglaublich vielfältig, zeugen von nahezu unschlagbaren Knowhow und bieten Schüler/innen, wenn die sich auf dieses Angebote einlassen, einen Neustart für Französisch und Bekanntschaften in Frankreich, die sie nie vergessen werden. Ihr Austauscherlebnis ist gelebte deutsch-französische Kooperation, vgl. > Liste deutsch-französischer Städte- und Gemeindepartnerschaften.

Fragt man aber Schüler/innen, die sich mit Französisch in der Schule quälen, ob sie das DFJW kennen, zucken sie mit der Schulter. Viele von ihnen gerade auch aus der Gruppe, die Französisch abwählen wollen, waren noch nie in Frankreich, noch haben sie einen ganzen Roman gelesen, sie kennen auch www.france-blog.info nicht. Hier muss die Werbung für das Fach einsetzten:

Die Diagnose ist eindeutig, wer noch nicht in Frankreich war und schlechte Noten im Vokabeltest bekommt, wem ständig Fehler vorgehalten werden, wer keine Gelegenheit hat, sich mit dem Gelernten für das Kennenlernen der französischen Lebenswelt zu begeistern, wer nicht lernt, dass sie/er mit ihren/seinen Sprachkenntnissen nicht nur in Frankreich wunderbar durchkommt, sondern seinen eigenen Horizont ganz entscheidend erweitert, wird für die Sprache nicht gewonnen.

Hier müssen wir ansetzten, wenn wir in Deutschland die Förderung der französischen Sprache wirklich ernst nehmen wollen, dürfen wir nicht länger warten. Der Föderalismus darf als Bedenkenträger zugunsten regionaler Unterschiede und Gewohnheiten nichts ausbremsen. Wie wäre es, wenn die KMK zusammen mit dem französischen Kulturministerium und den beiden Botschaften (die Attaché/(e)s pour la coopération pour le français der Französischen Botschaft in Deutschland) mit dem OFAJ eine Website bauen, auf der sich alle Französischklassen (geschützt unter allen Vorgaben des Datenschutzes) in Deutschland und alle Deutschklassen in Frankreich registrieren könnten – man muss gucken, wo die passwortgeschützten Bereiche beginnen müssen -. Das Ergebnis wäre ein deutsch-französisches Netzwerk für Schüler/innen und Lehrer/innen: befreundete Klassen in Deutschland und Frankreich können dort Blogs für den gemeinsamen Austausch und Unterricht einsetzen, die deutschen Schüler/innen schreiben, die französischen Freunde korrigieren und schalten frei und umgekehrt.

Nos > possions d’avril oder die Liste noch nicht realisierter deutsch-französischer Projekte:

2016: Französisch in Baden-Württemberg fördern. Französisch als Erste Fremdsprache in allen Gymnasien
2014: Un nouveau Centre linguistique franco-allemand – Ein neues deutsch-französisches Sprachzentrum
2012: Promouvoir la langue française en Allemagne / Mehr Deutsch lernen in Frankreich
2010: Per Sprachtest zum Schüleraustausch. Le test de langue et l’échange scolaire

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