France-Allemagne: Was ist da los?


Die Reaktionen in Deutschland auf die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die wir auf diesem Blog zitiert haben, um dann ihren Artikel mit dem Appell von Präsident Macron zu vergleichen > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019 fielen sehr kritisch aus. Wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen aus Paris vernimmt, ist die 🇫🇷🇩🇪 Stimmung nicht so gut, wie sie nach der Unterzeichnung des > Aachener Vertrages und der Abstimmung in der Nationalversammlung über das > Deutsch-französische Parlamentsabkommen sein  könnte oder müsste. Eine Enttäuschung scheint sich breit zu machen, und die Gründe sind nur schwer erkennbar.

Spurensuche. Zuerst fällt unserer Redaktion ein längerfristiger Grund ein, der zugleich auch das Thema ist, was im Aachener Vertrag schlecht wegkam: der Französischunterricht, der als Fundament der künftigen deutsch-französischen Kooperation jetzt ein echtes Renouveau verdient hat.

Der Blick auf die Basis ist ebenfalls ernüchternd, und lehrreich zugleich, denn von den vielen Versprechungen zum renouveau du #francoallemand kommt da außer bei den Städtepartnerschaften etc. nicht viel an. Es gibt Versprechungen und Werbeaktionen, nur der rechte Erfolg mag sich nicht einstellen: > Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun?  – 11. März 2019. In politischer Hinsicht ist in Deutschland kein Wille erkennbar, den Französischunterricht so nachhaltig zu fördern, wie er es verdient hätte. Sind das Spätfolgen? Knapp drei Monate vor dem II. Examen wurde uns in Bonn 1986 verkündet, niemand werde übernommen. Für Französischlehrer sah die Berufsperspektive sehr lange sehr düster aus. Sie wurden nicht gebraucht. Ihre Werbung für das Fach hat lange gefehlt und heute?  80 % der Schüler/innen geben das Fach vor der Oberstufe auf. Das Fach ist schon lange nicht mehr attraktiv. Der Politik in den Ländern und im Bund ist es nicht gelungen, eine Begeisterung für das Fach und damit für Frankreich oder umgekehrt zu erzeugen. Wenn wir von den Germanisten in der französischen Regierung sprechen, fragen wir lieber nicht danach, wie es umgekehrt bei uns darum steht. Französisch gilt als ein schweres Fach, es ist ungeliebt und das überträgt sich auch auf die Beziehung zum Nachbarland. Ausnahmen sind die Schüler/innen der Gymnasien mit einem bilingualen deutsch-französischen Zweig, deren Erfolge sind bemerkenswert. Aber ungleich wichtiger ist die Arbeit der Attachés de coopération pour le français der Französischen Botschaft > www.institutfrancais.de/qui-sommes-nous/equipe, die in den Instituts français in Deutschland angesiedelt sind und die mit Geschick und großem Engagement für die französische Sprache und das Diplôme de langue française DELF werben: > Artikel zu DELF auf unserem Blog.

Abhilfe. In diesem Zusammenhang erinnern wir an unserem Artikel > Der Vergleich (XII) : L’allemand en France, Französisch in Deutschland (I) – 29. Juni 2016, in dem wir auf die Kulturinstitute und ihre Verteilung in Frankreich und Deutschland hingewiesen haben. Es wird zeit, deren Präsenz in Frankreich erheblich zu erweitern und ein Kooperations- und Austauschverfahren zwischen den Instituts français und den Goethe-Instituten jetzt in Gang zu setzen. Das kostet Geld, aber anders ist die Förderung des beiderseitigen Sprachunterrichts und die notwendige Aufmerksamkeit der Schüler nicht zu erhalten.

df-instituts

IF Deutschland Essen Kiel Saarbrücken Berlin Frankfurt/M. Köln Sachsen-Anhalt Bonn Freiburg Leipzig Stuttgart Bremen Hamburg Mainz Thüringen Dresden Hannover Mannheim Düsseldorf Heidelberg München Erlangen Karlsruhe Rostock Lille Paris Nancy Strasbourg Lyon Bordeaux Toulouse Marseille Montpellier - Maison de Heidelberg Aix-en-Provence- Cdentre franco-allemand Centre culkturel franco-allemand Nice

> Instituts français en Allemagne
> Französische Kultur in Deutschland – Website der Französischen Botschaft in Deutschland

Die Nationalversammlung stimmt der Einrichtung einer Deutsch-französischen Parlamentsversammlung zu

Die Nationalversammlung hat am 11. März 2019 den Vorschlag für die Einrichtung einer die Deutsch-französische Parlamentsversammlung gebilligt. Ihre 100 Abgeordnete – 50 aus Frankreich, 50 aus Deutschland werden zum ersten Mal am 25. März 2019 zusammenkommen. Und sich dann jährlich zwei Mal treffen.

Auf unserem Blog: Die Vorbereitung des deutsch-französischen Parlamentsabkommen

> Plä­doyers für eine inten­sive­re deutsch-franzö­sische Zusammen­arbeit – Website des Deutschen Bundestages

> Stichwort Parlamentsabkommen – Website des Deutschen Bundestages

Über die Deutsch-französische Parlamentsversammlung hat unsere Redaktion mit Henrik Uterwedde gesprochen:

Sehen Sie hier das vollständige Interview: > Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

> Projet d’accord parlementaire franco-allemand / Entwurf deutsch-französisches Parlamentsabkommen – 14. November 2018

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24 September 2018

Les Grand Débat national : Un entretien avec le Député Frédéric Petit

french german 

Institut français de Stuttgart.
Vortrag: Der neue Élysée-Vertrag für Europa

Freitag, 8.02. | 18:00 | Institut français Stuttgart | Schlossstraße 51, 70174 Stuttgart
Eintritt frei | Anmeldung erforderlich | dt./frz.

Nicht weniger als eine Generalüberholung für den alten Kontinent schlug Staatspräsident Emmanuel Macron in seiner Europa-Rede in der Sorbonne vor, unter aktiver Beteiligung Frankreichs und Deutschlands. Als erste Maßnahme dazu ist der neue Élysée-Vertrag zu verstehen, der am 22. Januar unterzeichnet wird und sich viel vornimmt: Europa soll als Projekt der Weltoffenheit und Toleranz gestärkt, Migration und Integration als neues deutsch-französisches Handlungsfeld bearbeitet, Kinder aus allen gesellschaftlichen Kontexten am Austausch beteiligt und generell die sozialen Rechte in einem chancengerechten Europa gestärkt werden.

Unser Fotoalbum:


Auf unserem Blog:
> 22. Januar 2019: Der neue Élysée-Vertrag heißt Aachener Vertrag- Le nouveau Traité de l’Élysée s’appelle Traité d’Aix-la-Chapelle


Mit Dr. Julien Thorel (Universität Cergy Pontoise), Marc-Olivier Buck (Landesvorsitzender der Jungen Europäer Baden-Württemberg e.V.), Grégory Jourdin-Sivet (Junger Botschafter OFAJ) und Dr. Felix Heidenreich (Universität Stuttgart).

Begrüßung: Susanne Weber-Mosdorf (stellv. Vorsitzende der Freunde des Institut français Stuttgart).

Eine Veranstaltung des Institut français Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Freunden des Institut français Stuttgart e.V. und dem Europa Zentrum Baden-Württemberg.

Anmeldung erforderlich unter : info.stuttgart@institutfrancais.de, Tel 0711 23925-13

Auf unserem Blog:

> 22. Januar 2019: Der neue Élysée-Vertrag heißt Aachener Vertrag – Le nouveau Traité de l’Élysée s’appelle Traité d’Aix-la-Chapelle

> #TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar 2019

> Débat citoyen sur l’Europe avec la Chancelière allemande Angela Merkel – 24. Januar 2019

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24. September  2018

> Comment prépare-t-on le nouveau traité de l’Élyséee? – Wie wird der neue deutsch-französische Vertrag erarbeitet?– 2. August 2018

> Der neue Élysée-Vertrag: Januar 2019 – 2. Januar 2019

Nachgefragt: Jonathan Spindler, Geschäftsführer des Partnerschaftsverbandes Bereich Burgund – Franche-Comté

Im Institut français in Mainz hat unsere Redaktion Jonathan Spindler, Geschäftsführer des Partnerschaftsverbandes Bereich Burgund – Franche-Comté und da unser > TV-Team mit dabei war, haben wir ihn gleich gefragt, was seine Organisation macht, wofür sie zuständig ist, ober der Aachener Vertrag für sie eine Chance ist, und welche Art von Jugendbegegnungen sie inszenieren:

Jonathan Spindler ist Franzose und kommt aus dem Elsass. Er hat Geschichte in Straßburg studiert. Während verschiedener Praktika hat er das 4er-Netzwerk der Regionalpartner kennengelernt. Dabei ist ihm aufgefallen, dass Europa nicht nur in Brüssel verkörpert wird, sondern auch in allen Regional-und Städtepartnerschaften. Diese internationale Zusammenarbeit ist für ihn (und für uns alle) eine Quelle für Frieden, Toleranz und besseres Verständnis für- und untereinander. Das ist ein Europa „zum Anfassen“, das für alle erlebbar und zugänglich ist. Nur so kann man, so Spindler, in einer Zeit von EU-Kritik und neuen Herausforderungen besonders die junge Generation für Europa zu begeistern.

>>> www.partnerschaftsverband.de
Facebook > https://www.facebook.com/Partnerschaftsverband/

Wir haben das Gespräch auf Französisch geführt:

Und hier nochmal die Passage, die sich an Schüler/innen wendet, die Französisch eventuell aufgeben wollen, auf Deutsch

13 janvier 2019 : La Lettre d’Emmanuel Macron aux Français

> Téléchargez la lettre du Président

Am 22. Januar 2019 unterzeichnen Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Macron den Aachener Vertrag:

> 22. Januar 2019: Der neue Élysée-Vertrag heißt Aachener Vertrag – Le nouveau Traité de l’Élysée s’appelle Traité d’Aix-la-Chapelle

Zwei Monate nach Beginn der Demonstrationen der > Gilets jaunes, hat der Élyséepalast am Sontag, 13. Januar 2019 einen Brief von Emmanuel Macron an alle Franzosen veröffentlicht. Am kommenden Dienstag soll der « grand débat national », den Präsident Macron wünscht, beginnen. Vorher wendet sich Macron an die Franzosen: LE MONDE hat eben das Dokument veröffentlicht: > Lettre d’Emmanuel Macron aux Français und > Lettre aux Français – Website des Élyséepalasts.

Éditorial: Es fällt auf, dass Macron Fragen stellt, einige Leitlinien formuliert, sich aber sehr zurückhält und seine Fragen an die Franzosen in den Vordergrund stellt, er schreibt ihnen nicht nur, er fragt sie. Wir haben die Fragen für die vier Themen

> Le grand débat national – Website der Regierung

Auf unserem Blog:
> Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019

des Bürgerdialogs hier nicht im einzelnen resümiert, interessant ist die Form, mit der dieser Brief einen Dialog eröffnen will. Jeder Journalist wird sich sofort fragen, ob der Präsident mit dieser Form der Ansprache schnell verlorenes Terrain wiedergutmachen kann. Wie kann man die aktuelle Situation analysieren? zuerst wird man diesen Brief mit seinen Fragen eingehend lesen und ihn mit den Forderungen, die von den Demonstranten mit den > gelben Westen vorgetragen wurden, vergleichen. Vielleicht kommt es in dieser Phase darauf an, den Demonstranten eine Perspektive zu vermitteln, in welcher Form die Regierung ihre Antworten zur Kenntnis nimmt, wie sie sie auswertet und was sie daraus macht. In einer gewissen Form versteckt sich hinter der Bürgerbefragung auch eine nicht ausgesprochene Frage der Regierung: Wie haltet Ihr es mit den Forderungen der Gelben Westen? Umgangssprachlich: Die Regierung will Dampf rausnehmen. Ob das Ventil weit genug geöffnet ist?

Der Brief beginnt mit einer Standortbestmmung: „Dans une période d’interrogations et d’incertitudes comme celle que nous traversons, nous devons nous rappeler qui nous sommes,“ mit der die Freiheiten und die Errungenschaften Frankreichs als Nation beschworen werden.

„Je sais, bien sûr, que certains d’entre nous sont aujourd’hui insatisfaits ou en colère.“ Aus Gründen der Kaufkraft, der Steuern, oder der Löhne… Man wünsche mehr Gerechtigkeit.

Macrons Antwort: „Cette impatience, je la partage. La société que nous voulons est une société dans laquelle pour réussir on ne devrait pas avoir besoin de relations ou de fortune, mais d’effort et de travail.“

Und es folgt sofort eine klare Aussage: „Mais il y a pour cela une condition : n’accepter aucune forme de violence.“

„C’est pourquoi j’ai proposé et je lance aujourd’hui un grand débat national qui se déroulera jusqu’au 15 mars prochain.“

Und er erinnert an die Leilinien seines Wahlkampfes, für die er gewält worden sei: „Je pense toujours qu’il faut rendre à la France sa prospérité pour qu’elle puisse être généreuse, car l’un va avec l’autre. Je pense toujours que la lutte contre le chômage doit être notre grande priorité, et que l’emploi se crée avant tout dans les entreprises, qu’il faut donc leur donner les moyens de se développer. Je pense toujours qu’il faut rebâtir une école de la confiance, un système social rénové pour mieux protéger les Français et réduire les inégalités à la racine. Je pense toujours que l’épuisement des ressources naturelles et le dérèglement climatique nous obligent à repenser notre modèle de développement. Nous devons inventer un projet productif, social, éducatif, environnemental et européen nouveau, plus juste et plus efficace. Sur ces grandes orientations, ma détermination n’a pas changé.“

https://twitter.com/LesEchos/status/1084583382258995205

Dann skizziert er die Ausgangspositionen für die vier Themen der am kommenden Dienstag beginnenden Debatte: Steuern, die Organisation des Staats und er Gebietskörperschaften, der ökologische Energieumbau, das Vierte Kapitel trägt die Überschrift „Mehr Demokratie“ und der Gemeinsinn (la citoyenneté).

Präsident Macron wünscht aber auch, dass über die Einwanderung und die Integration gesprochen werde: „Notre pays a toujours su accueillir ceux qui ont fui les guerres, les persécutions et ont cherché refuge sur notre sol : c’est le devoir de l’asile, qui ne saurait être remis en cause. Notre communauté nationale s’est aussi toujours ouverte à ceux qui, nés ailleurs, ont fait le choix de la France, à la recherche d’un avenir meilleur : c’est comme cela qu’elle s’est aussi construite. Or, cette tradition est aujourd’hui bousculée par des tensions et des doutes liés à l’immigration et aux défaillances de notre système d’intégration.

Que proposez-vous pour améliorer l’intégration dans notre Nation ? En matière d’immigration, une fois nos obligations d’asile remplies, souhaitez-vous que nous puissions nous fixer des objectifs annuels définis par le Parlement ? Que proposez-vous afin de répondre à ce défi qui va durer ?“

https://twitter.com/BHL/status/1084534470500335617

Videos auf diesem Blog

> Unsere Videos auf einen Blick – neueste zuerst – und > geordnet nach Häufigkeit der Aufrufe > Beiträge mit Ton Seit Januar 2009 zeichnet unsere Ein-Mann-Redaktion Interviews mit Video auf. Mittlerweile gibt es  160 Videos aus unserer Reihe „Nachgefragt…“: Noch nicht mitgezählt sind die Interviews für Klett-Cotta: > Nachgefragt…, die unsere Blog-Redaktion ebenfalls aufzeichnet. Premiere: Soirée littéraire (I) >

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