ChatGPT – brauchen wir nun eine neue Fachdidaktik für Französisch?

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> Die Einführung der KI in den Schulen in Frankreich – 2. Januar 2024


Sur notre blog

> L’utilisation d’un iPad et d’un portable présente-t-elle des avantages pour l’enseignement des langues ? – 16. Januar 2023

> Schule und Internet: Une didactique nouvelle à un monde nouveau – 10. Dezember 2014

> Schreiben Sie mit der Hand oder tippen Sie? Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur? – 12. August 2017


Zum Weitermitmachen:

> KI im Fremdspachenunterricht – Taskcards von @NinaBuecker
und > Chatgpt:KI und AI in Schule und Unterricht


> « Nous proposons l’appellation “quasi-texte” pour les séquences de mots produites par ChatGPT » – Tribune – Collectif – LE MONDE- 30 janvier 2023

> Intelligence artificielle. ChatGPT ouvre-t-il une nouvelle ère ? – LE MONDE, 21 janvier 2023

> ChatGPT im Fremdsprachenunterricht – TaskCards vom Landesinsitut für Lehrerbildung Hamburg

> Erkennungssoftware für ChatGPT Wer schreibt hier: Mensch oder Ma

Alexander Besner, Matthias Gerstner, Alexandra Strasser
Erste Einschätzungen zum Umgang mit ChatGPT in Fernprüfungen an bayerischen Univeristäten
Bayerisches Kompetenzzentrum für Fernprüfungen, Technische Universität München, Arcisstr. 21 80333 München

Jan Vedder, > ChatGPT: Hype vs Realität – 26. Februar 2023 *** Ausführlich

Yann Houry, Directeur de l’innovation pédagogique & technologique | Hong Kong > https://publish.obsidian.md/yannhoury/Accueil et > 15 exemples concrets d’utilisation en classe de l’IA

> « Attention, l’intelligence artificielle ChatGPT est une menteuse pathologique » – Les Échos -Tribune

> Voici ce à quoi ressemble « un escargot fait en tomate », d’après un logiciel d’intelligence artificielle – Par David Larousserie – LE MONDE, 11.Januar 2021

John Locke und seine Didaktik für Französisch

Unsere Redaktion hat gerade den jüngst bei Klett-Cotta erschienen Band von John Locke (1632-1704) gelesen und dazu einen > Lesebericht: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung – zuerst 1693 erschienen – verfasst.

Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Klett-Gruppe (Ernst Klett Verlag) erscheinen bei Klett-Cotta ab 2022 eine Reihe zeitlos-aktueller Werke der Pädagogik und Erziehungsphilosophie.  Zuerst wurde die Große Didaktik von Johann Amos Comenius (1592-1670) mit dem Untertitel Die vollständige Kunst, alle Menschen alles zu lehren in der Übersetzung von Andreas Flitner bei Klett-Cotta vorgelegt: Lesebericht: Johann Amos Comenius, Große Didaktik. Der Generalherausgeber dieser Reihe ist Jürgen Overhoff (Universität Münster), der hat auch den Band von Comenius herausgegeben hat. Mit ihm hat unsere Redaktion kürzlich gesprochen: Nachgefragt: Jürgen Overhoff, Hrsg., Johann Amos Comenius, Große Didaktik.

Nun ist der zweite Band dieser Reihe erschienen: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung übersetzt von Joachim Kalka, den ebenfalls Jürgen Overhoff herausgegeben hat.

Es sind Lockes Bemerkungen zur Fremdsprachendidaktik, die uns hier ganz besonders interessieren. Wir zitieren hier aus unserem Lesebericht:

„Sobald der Zögling seine Muttersprache beherrscht, sollte man daran denken, ihn andere Sprachen zu lehren: Latein oder Französisch? „Doch weil Französisch ein lebende Sprache ist und mehr in der Unterhaltung gebraucht wird, sollte es zuerst erlernt werden…“ (S. 228) Und das geht in ein bis zwei Jahren, danach gehe man zum Lateinischen über. Die §§ 162-175 empfehlen wir allen Lehrplanautoren. Ob Lockes Kritik am Grammatikunterricht berechtigt ist? Wenn heute im 5. oder 6. Jahr Französisch noch immer Grammatikübungen in Form von Lückentexten von Schülern bearbeitet werden, erstaunt es nicht, würde Locke hinzufügen, dass diese Schüler keine Texte schreiben können. Sein Credo: „Sprachen sind nicht auf Regeln oder Kunstfertigkeit aufgebaut, sie sind durch Zufall und den allgemeinen Gebrauch der Menschen entstanden. Und wer sie wohl sprechen will, kennt keine andere Regel als diese, und vertraut auf nichts als sein Gedächtnis und die Gewohnheit, so zu reden wie die, denen man zubilligt, dass sie die Sprache gut sprechen, das heißt mit anderen Worten: auswendig reden.“  Nota bene  nicht Auswendiglernen (S. 238, § 168) Aus dieser Einsicht heraus, besteht Locke ganz modern auf dem Gespräch in der Fremdsprache („Sprachen kann man sich nur durch Lesen und Sprechen aneignen und nicht durch Auswendiglernen von Fetzen aus alten Schriftstellern….“ (S. 249) Hinsichtlich der  Grammatik wiederholt er seine Forderung, die eigene Grammatik müsse gut beherrscht werden: „Es wird sehr viel mehr Lärm um sie gemacht, als notwendig, und es werden die damit geplagt, denen sie gar nichts nützt, ich meine die Kinder in dem Alter, wo sie für gewöhnlich damit konfus gemacht werden in den Schulen.“ (S. 239, vgl. auch S. 240) Recht hat, denn wenn Schüler weder bon noch bien bestimmen können, fehlt es auch an deutscher Grammatik. Lockes Zögling soll lernen Geschichten zu erzählen, wozu als Übungsstoff die Fabeln von Äsop sich vorzüglich eignen. (vgl. S. 263)“ – und wie soll man nun eine Klassenarbeit bewerten, in der ein Schüler die Grammatiklückentextübungen fehlerfrei ausfüllt, aber im Aufsatzteil (production de texte) fast nichts schreibt, und die Arbeit, in der sein Klassenkamerad die Lücken nicht korrekt ausfüllen kann, aber im Aufsatzteil ganz viel schreibt mit vielen Fehlern,  aber wo die Lust am Ausprobieren der Sprache nur allzu offensichtlich ist. Zu dem hohen Anteil an Grammatikübungen kommt noch eine weitere Hürde: die geringe Wiederholung, die fehlende Übung macht es den Schülern doppelt schwer.

Locke plädiert ganz modern für einen einsprachigen Unterricht und betont, der Knabe möge die Gewohnheit erwerben, „das Französische gut auszusprechen, was umso schwieriger ist, je länger man es aufschiebt.“ recht hat er, Deutsch sollte wirklich nur in kurzen Ausnahmesituationen gebraucht werden… in Grammatikstunden wird in der Fachdidaktik im Rahmen der aufgeklärten Einsprachigkeit konzendiert.  Aber Locke spricht sich gegen die Vermittlung komplizierte grammatischer regeln aus. Seine Zöglinge sollen -heute würde man sagen – kontrastiv lernen. Die Grammatik seiner Muttersprache solle er gut beherrschen. Recht hat er, denn was nutzt eine Französischstunde, in der Adverbien und Adjektiven und gar noch deren Steigerungen erklärt wird, wenn die Schüler diese Wortarten noch nicht mal in der deutschen Sprache einordnen können?

Durch „Sprechen und Lesen“ (S. 229) soll der Zögling die Fremdsprache lernen, sein Tutor solle nicht vergessen, dass auch jeden tag Englisch (= Texte in seiner Muttersprache) lese. Wieviele Minuten kann ein Schüler im normalen Französischunterricht, sagen wir eine 7. Klasse  mit 14 Schüler/innen, während einer Stunde auf Französisch sprechen? Im optimalen Fall 3 Minuten, die er durch laute Lektüre zu Hause unbedingt ergänzen muss:  Wie oft habt Ihr während der Pandemie einen Lektionstext laut zu hause vorgelesen? Schweigen.

Lockes Plädoyer für Latein wird jeden Lateinlehrer erfreuen: S. 229-239

Zur Grammatik gibt Locke wichtige Hinweise: „Sprachen, die man durch auswendiges Einprägen, Brauch und Gedächtnis lernt, können erst dann in größter Vollkommenheit gesprochen werden, wenn alle Regeln der Grammatik vergessen worden sind. Ich räume ein, dass die Regeln der Grammatik einer Sprache manchmal sehr genau studiert werden sollten, aber nur von einem Erwachsenen, der sich dem Verständnis einer Sprache kritische nähert, was eigentlich nur das Geschäft des erklärten Gelehrten ist.“ (S. 234)

Ein Absatz im § 167 (bezüglich des Geschicks und der Kunst des Lehrers, sie an Neues heranzuführen, verdient unsere Aufmerksamkeit: „Das natürliche Temperament der Kinder macht ihren Geist dem Umherschweifen geneigt: Neuheit alleine macht sie aufmerksame..:“ S. 235: Methodenwechsel, nicht zu lange Phasen, alles steckt hier drin: „Das große Geschick eines Lehrers liegt darin, die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu erlangen und festzuhalten; wenn er diese hat, wird er sicherlich so rasch vorankommen, wie ihn die Fähigkeiten des Schülers mit nehmen…“ heute nennt man schülerzentrierter Unterricht.

Unserer Redaktion gefällt das so moderne Plädoyer von Locke zugunsten des bilingualen Unterrichts ganz besonders:

„§ 178 Zur selben Zeit, da es Französisch und Latein lernt, mag man ein Kind, wie gesagt, auch mit Arithmetik, Geographie, Chronologie, Historie beginnen lassen und auch mit Geometrie. Denn wenn es in diesen Fächern auf Französisch oder Lateinisch unterrichtet wird, hat es einmal eine dieser Sprachen zu verstehen begonnen, dann wird es ein Wissen in diesen Fächern bekommen und die Sprache dazu.
Mit Geographie, dächte ich, sollte man beginnen:…“ (S. 253)

Vgl. LIBINGUA ist die Arbeitsgemeinschaft der Lehrkräfte, die Elternvereinigung und der Förderverein der fast 100 Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Frankreich-Blog: 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

John Locke
Einige Gedanken über Erziehung
Hrsg. von Jürgen Overhoff
Aus dem Englischen von Joachim Kalka
mit einem Vorwort von Jürgen Overhoff
1. Auflage 2022, 320 Seiten, Broschiert
ISBN: 978-3-608-98633-4

Lesebericht: > Lesebericht: Gerhard Roth, Michael Koop, Schule mit Köpfchen. Erlenntnisse aus der Hirnforschung für den Unterricht nutzen. Mit zahlreichen Beispielen aus der Schulpraxis.

Nachgefragt. Prof. Dr. Birgit Schädlich: Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik. Für eine Stärkung der 2. und 3. Fremdsprachen – ein Positionspapier

| Charles Baudelaire zum zweihundersten Geburtstag | Nochmal: Mobbing in der Schule | Appel de l’Observatoire du décolonialisme | Napoleon-Jahr 2021 | Französisch-Online-Lernen in Zeiten der Pandemie |

Zur Stärkung des Französischen als Schulfremdsprache haben die Mitglieder der Sektion Französisch der Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik ein Positionspapier entwickelt, das den besonderen Wert von Fremdsprachen über das Englische hinaus betont und gute Argumente für die 2. bzw. 3. Fremdsprache vor.

> „Präambel. In Deutschland lernt gut ein Drittel (34,5 %) der Schülerinnen und Schüler zwei Fremdsprachen, d. h. Englisch und eine andere Fremdsprache. Damit liegt Deutschland weit unter dem EU-Durchschnitt von 58,8 %1. In der gymnasialen Oberstufe sank der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine andere Fremdsprache als Englisch lernen, in den letzten 10 Jahren um mehr als 8 %.“

Frau Professor Birgit Schädlich lehrt Didaktik der Romanischen Sprachen und Literaturen im Seminar für Romanische Philologie der Georg-August-Universität in Göttingen. Ihre Interessen und Arbeitsschwerpunkte und u. a. Qualitativ-empirische Fremdsprachenforschung und Aktionsforschung, Bildungsstandards und Kompetenzorientierung im Fremdsprachenunterricht, Didaktik der Mehrsprachigkeit und Mehrkulturalität und Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht.

Wir haben Professor Schädlich zuerst nach den Aufgaben der > Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik gefragt:


Anschließend haben wir ausführlich über das > Positionspapier. Für eine Stärkung der 2. und 3. Fremdsprachen gesprochen.

Es steht nicht so gut um das Fach Französisch. Wie wollen Sie Französisch als 2. Fremdsprache Aufschwung verleihen? In Ihrem Positionspapier steht: “Jede Sprache eröffnet eine neue Welt und einen neuen Blick auf die Welt. Denn französisch-, spanisch- oder russischsprachige Nachrichten berichten anders und über Anderes als deutsch- und englischsprachige Medien….“ Wie bedeutend das Wissen um andere – und eigene – kulturelle Traditionen und Prägungen für Offenheit und Toleranz ist, lässt sich oftmals besser mit einer „fremderen“ Sprache erfahren.” Das sind Ansprüche, die ich auch mit meinem Frankreich-Blog verbinde – aber leider sieht die Unterrichts-Realität so viel anders aus?

Das Positionspapier schlägt konkrete Maßnahmen vor, aber es geht natürlich nicht nur um das Verschieben von Stunden… ?

Sie nennen zwei weitere Aspekte, die in der Diskussion um Argumente für Französisch oft viel zu kurz kommen: „Wie bedeutend das Wissen um andere – und eigene – kulturelle Traditionen und Prägungen für Offenheit und Toleranz ist, lässt sich oftmals besser mit einer „fremderen“ Sprache erfahren.“ Solche Aspekte werden den Schülern kaum bewusst gemacht?

Zu der Verbesserung der Rahmenbedingungen gehört auch, ich zitiere… „– Generell sollte in der gymnasialen Oberstufe die Fortführung der 2. bzw. 3. Fremdsprache zusätzlich zu Englisch – das auch im Sachfach weitergeführt werden kann – verbindlich sein.”

Der Übergang in die Oberstufe ist aber schon das entscheidende Problem. Warum geben immer mehr Schüler vorher schon auf? Notendruck?. Unsicherheiten aller Art? Zuwenig wissen über Frankreich?


Auf unserem Blog:

> Warum geben so viele Schüler/innen Französisch vor der Sek. II auf? – 4. Dezember 2019.

> Argumente für Französisch


Die Mitglieder der Akademie unterstreichen die spezielle Bedeutung der französischen Sprache: “Was spricht speziell für Französisch?” Ich zitiere hier mal drei Ihrer Argumente:zahlreiche Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten, AbiBac und Frankreich ist nach wie vor einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

„- Bedeutsam ist dabei die Stärkung der Sprachlernkompetenz, der interkulturellen Kompetenz und der mündlichen Fertigkeiten. – Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Kontext der Medienkompetenz als Antwort auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der digital geprägten Welt.“ Das sind zwei weitere Stichworte. Die heute im Unterricht zu kurz kommen? Mit Folgen…?

Wo muss man ansetzen, um mehr Werbung für Französisch zu machen?

Wie steht es in Ihrem Seminar um das Interesse der Romanistik-Studenten für ihr Fach? Werden sei bereit sein, für ihr Fach zu werben?

Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik. Für eine Stärkung der 2. und 3. Fremdsprachen – ein Positionspapier

| Internationaler Tag der Frankophonie am 20. März 2021 | Das Finale: Französische Wochen 2020/21 in Stuttgart | Französisch-Online-Lernen in Zeiten der Pandemie |

Zur Stärkung des Französischen als Schulfremdsprache haben die Mitglieder der Sektion Französisch der Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik ein Positionspapier entwickelt, das den besonderen Wert von Fremdsprachen über das Englische hinaus betont:

> „Präambel. In Deutschland lernt gut ein Drittel (34,5 %) der Schülerinnen und Schüler zwei Fremdsprachen, d. h. Englisch und eine andere Fremdsprache. Damit liegt Deutschland weit unter dem EU-Durchschnitt von 58,8 %1. In der gymnasialen Oberstufe sank der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine andere Fremdsprache als Englisch lernen, in den letzten 10 Jahren um mehr als 8 %.“

Das Positionspapier legt gute Argumente für die 2. bzw. 3. Fremdsprache vor, die u.a. betonen: „Jede Sprache eröffnet eine neue Welt und einen neuen Blick auf die Welt. Denn französisch-, spanisch- oder russischsprachige Nachrichten berichten anders und über Anderes als deutsch- und englischsprachige Medien. Dabei bedeutet die Originalsprache eine Bereicherung. Auch liegen längst nicht von allen Filmen, Büchern, Musikstücken oder Comics deutsch- oder englischsprachige Versionen vor. Wie bedeutend das Wissen um andere – und eigene – kulturelle Traditionen und Prägungen für Offenheit und Toleranz ist, lässt sich oftmals besser mit einer „fremderen“ Sprache erfahren.“

Angesichts dieser Situation fordern die Mitglieder der Klett-Akademie „…für den Erwerb einer 2. bzw. 3. Fremdsprache zusätzlich zu Englisch …, die Vorgaben und die Rahmenbedingungen für diese Sprachen an Schulen deutlich zu verbessern. Das bedeutet Veränderungen in struktureller und methodischer
Hinsicht, wie im Einzelnen:
– Die 2. Fremdsprache sollte spätestens in Klasse 6 mit mindestens vier Wochenstunden beginnen.
– Der Umfang der Gesamtstundenzahl für die 2. und die 3. Fremdsprachen muss erhöht werden.
– Die Schulen sollten keine systematischen Reduzierungen der vorgegebenen Stundentafel vornehmen dürfen.“

Ihre Mitglieder sprechen sich auch dafür aus: „Die Schulen sind darin zu unterstützen, die Rahmenbedingungen für die 2. und 3. Fremdsprachen für die Schülerinnen und Schüler wie für die Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern ….
– Generell sollte in der gymnasialen Oberstufe die Fortführung der 2. bzw. 3. Fremdsprache
zusätzlich zu Englisch – das auch im Sachfach weitergeführt werden kann – verbindlich sein.“

Die Mitglieder der Akademie unterstreichen die spezielle Bedeutung der französischen Sprache: „Was spricht speziell für Französisch?“ Wir zitieren drei Ihrer Argumente:
„-Speziell für das Französische bestehen zahlreiche Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Auszubildende, Studierende und alle Mitbürgerinnen und Mitbürger: Schul- und Städtepartnerschaften, Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten, Programme und Wettbewerbe, u.a. unterstützt durch das Deutsch-französische Jugendwerk (DFJW) bzw. das Office franco-allemand pour la Jeunesse (OFAJ), und zwar unkompliziert, vielfältig und sogar mit Drittländern.
– Deutsche und französische Schülerinnen und Schüler können mit dem AbiBac einen in beiden
Ländern anerkannten und geschätzten Schulabschluss erwerben.
– Frankreich ist nach wie vor einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Die Kenntnis der Partnersprachen erleichtert das gegenseitige Verstehen und Verständnis.“

Download: > Für eine Stärkung der 2. und 3. Fremdsprachen – ein Positionspapier (PDF, 574.18 KB)

Auf unserem Blog:

> Argumente für Französisch

Die Konzeption unsere Blogs: Pädagogik, Fachdidaktik und auch Journalismus

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> Argumente für Französisch

> Staatsakt in Ludwigsburg anlässlich des 50. Jahrestages der Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend

> 22. Januar 2019: Der Aachener Vertrag. Le Traité d’Aix-la-Chapelle

> Lesebericht: Albert Camus, L’hôte

> 29 mai 2016 : Les commémorations de la bataille de Verdun. 4 vidéos, 250 photos

> Il y 50 ans : Le 9 septembre 1962: Le discours du Général de Gaulle à la jeunesse allemande

> Französisch-Lektüre für Sek I : Nicolas Sconza : Sous le ciel de Marseille

> Lesebericht: Azouz Begag/Wilfried N’Sondé/Nathalie Licard/Lorène Lemor/ Mfa Kera: Mon premier échange

Übersicht über diese Serie: | Online #Französischlernen I | Online #Französischlernen II | Online #Französischlernen III Literatur | Online #Französischlernen IV : Geschichte | Online #Französischlernen V : Frankophonie | Online #Französischlernen VI mit Aufgaben | Online #Französischlernen VII – Angebote im Internet | Online – #Franzoesischlernen VIII – #Coronavirus : Frankreich organisiert sich II | Liste aller Themen dieser Serie |

Focus on Evidence – Fremdsprachendidaktik trifft Neurowissenschaften (FoE)

Die Didaktiken des Englischen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Freien Universität Berlin setzen 2019 ihre Tagungsreihe Focus on Evidence – Fremdsprachendidaktik trifft Neurowissenschaften (FoE) fort.

Am 3. und 4. Oktober 2019 kommen zum dritten Mal renommierte NeurowissenschaftlerInnen und FremdsprachendidaktikerInnen aus Forschung und Praxis zu einer internationalen Einladungstagung zusammen – Tagungsort ist nach 2015 Eichstätt und 2017 Berlin nun dieses Mal Nei Pori bei Thessaloniki.

In vier kompaktenVorträgen (Programm) werden neue Erkenntnissen der Hirnforschung vorgestellt. Im Anschluss diskutieren die ExpertInnen aus den Neurowissenschaften zusammen mit den geladenen VertreterInnen der Fremdsprachendidaktiken mögliche Konsequenzen für die Praxis des Lehrens und Lernens von Sprachen. Abgerundet wird das Programm durch einen weiteren Vortrag, der am Beispiel des Eyetrackers aufzeigt, wie sich durch Nutzung dieses Messverfahrens auch der Fremdsprachendidaktik neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen.

Mehr Informationen: > Focus on Evidence – Fremdsprachendidaktik trifft Neurowissenschaften (FoE) 2019

Lesebericht: Andreas Nieweler (Hrsg.), Fachdidaktik Französisch. Das Handbuch für Theorie und Praxis

Fachdidaktik FranzösischDies ist ein Lesebericht, so wie unsere Redaktion sie auch für den > Blog von Klett-Cotta verfasst, (Rezensionen stehen woanders) denn unsere Redaktion rezensiert keine Bücher aus unseren Verlagen: Das gilt auch für den vorliegenden Band, den Andreas Nieweler herausgegeben hat > Fachdidaktik Französisch. Das Handbuch für Theorie und Praxis, – > Im Buch blättern – und den wir hier vorstellen: Eine lange Liste erfahrener Autoren (s. S. 380-382) mit Andreas Grünewald, Veit R. J. Husemann, Ulrike C. Lange und Marcus Reinfried bürgt für die Qualität dieses Bandes.

Zuerst werden die neuen Herausforderungen des Französischunterrichts präsentiert. Dann geht es um grundlegende theoretische Trends. Danach finden Sie hier die „didaktisch-methodischen Prinzipien und die Kompetenzorientierung im Französischunterricht gestern und heute“. Im Hauptteil steht eine Methodik des Faches Französisch mit dem Aufbau funktionaler kommunikativer Kompetenzen, der Umgang mit Texten und Medien*** und die Themen Wortschatz*** (sehr lehrreich), Grammatik (muss sein) und interkulturelles Lernen (ausführlich und gut gelungen). Unterrichtsplanung und Leistungsmessung haben eigene Kapitel bekommen.

Das erste Kapitel ist eine Bestandsaufnahme des Französischunterrichts, über dessen Veränderungen in der Welt von Web 2.0 unsere Redaktion schon mehrmals berichtet hat: > Französischunterricht und das Web 2.0 – 29. November 2011. Sehr wohltuend: Die Bedenken der Autoren gegenüber den Tendenzen, „Kompetenzen gegen Inhalte auszuspielen“. (S. 13) Das erinnert mich an meine Referendarzeit, in der meine literaturwissenschaftlichen Kenntnisse im Seminar auf Maupassant reduziert wurden. Ganz anders die 14 Monate als nebenamtlicher Lehrer im Beethoven-Gymnasium in Bonn, wo der Literaturkurs in der Oberstufe und die Begeisterung der Schüler/innen das schönste Lehrererlebnis war. Die Autoren denken auch an die Jungen, die es wieder zu fördern gilt (S. 16 f.). Französisch und Mehrsprachigkeit, das Kapitel würde Emmanuel Macron auch gut gefallen: > Europas Mehrsprachigkeit ist ein großer Trumpf, 28. September 2017. Die Geschichte des Faches Französisch wird ausführlich erläutert. „1.6. Sprachenwahl“, „1.7. Französisch für den Beruf“, diese Kapitel sind Pflichtlektüre für die Schüler/innen die ihre künftige Arbeitsversicherung einfach so aufgeben, weil der letzte Vokabeltest sie genervt oder ihr Lehrer nicht nett zu ihnen war.


Französisch lernen?
> Die Botschafterin Frankreichs in Deutschland S. E. Madame Anne-Marie Descôtes antwortet auf unsere Fragen – 22. Dezember 2017


Fachdidaktik FranzösischIm Kapitel „2.1. Fachdidaktik Französisch und ihre Bezugswissenschaften“ wird auf vier Seiten der Literatur(wissenschaft) nur ein kurzer Absatz gewidmet. Der gleiche Verlag, der diese Fachdidaktik veröffentlicht hat, bietet dafür aber ein bedeutsames Gegengewicht: der Katalog > Lektüren Romanische Sprachen 2018 bietet eine große Auswahl sehr vielfältiger Lektüren für den Französischunterricht an. Ohne Zweifel geht es im Französischunterricht um Spracherwerb, aber viele Französischlehrer/innen werden uns zustimmen, dass der Literaturunterricht im FU seit 20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat. – N. B. Der > Prix des lycéens allemands ist ein großartige Initiative, um die Lektüre wieder in den Vordergrund zu rücken. – Die Notwendigkeit angesichts der geringen Aufmerksamkeit für die Literatur immer wieder an die notwendige Motivation zugunsten der Lektüre zu erinnern, zeigt sich auch im folgenden Kapitel „2.3. Didaktisch-methodische Prinzipien heute“ (S. 74-84) das einen präzisen Überblick über die aktuellen didaktischen und methodischen Fragen liefert und im Rahmen der „2.3.3. Inhaltsorientierung“ zu Recht auf eine „Gefahr der Vernachlässigung der Inhalte in den Zeiten einer verabsolutierten Kompetenzorientierung“ hinweist. (Manchmal wird in der Lehrerausbildung die Praxisferne der Hochschulausbildung beklagt, aber 2-3 besuchte Veranstaltungen in der Literaturwissenschaft sind aber doch eine recht schmale Basis für den künftigen Literaturunterricht in der Schule.) Die hier erkennbare Kritik an der Kompetenzorientierung wird durch das folgende Kapitel „2.4. Kompetenzorientierung im Französischunterricht“ illustriert, in dem das Wort Literatur oder gar Text nicht vorkommt – stattdessen „alltagsbezogene Kommunikationssituationen“ (S. 91). Das ist den Autoren nicht anzulasten, sie beschreiben hier präzise den Stand der Dinge.


> Was können Sie mit Französisch machen ? Die Antworten von Bernd Schmidt – 21. März 2016


Dritter Tel „Unterrichtliche Handlungsfelder – Französischunterricht gestalten“. Eine gewinnbringende Lektüre „3.1. Schulung der funktionalen kommunikativen Kompetenz“ für Neulinge und erfahrene Lehrer/innen (vgl. > #silenceonlit => #silenceonecrit) über das Leseverständnis (S. 123) bis zum „3.1.5. Schreiben“, das ist her der Kern des guten Französischunterrichts. Für den Kooperativen Unterricht hätten wir als Beispiel auch eine Aufgabe: > Twittern für die deutsch-französische Kooperation. Dann kommt die Schülerperspektive mit ihren Lernstrategien (S. 142 ff.), hier werden auch die klassischen und die digitalen Medien mit ihren jeweiligen Vorteilen vorgestellt. Die Didaktik der Neuen Medien, (rund > 80 Videos auf unserem Blog) deren Fehlen unsere Redaktion im Zusammenhang mit ihren > Artikeln zu Web 2.0 im Unterricht vorgeschlagen hatte > Schule und Internet: Une didactique nouvelle à un monde nouveau 10. Dezember, 2014, wird hier von den Autoren dieses Bandes viel ausführlicher als nur in Umrissen vorgestellt: S. 147-157. Richtig gut: Die Übersicht über „Web 2.0 Anwendungen“, S. 164 f. Dazu gehört das Kapitel „3.6 Wortschatzarbeit“, die in jeder nur denkbaren Weise durch Medien gestützt werden kann: Beispiel: Erstellung von Wortlisten als Teil einer Twitter-Aufgabe: „4. Vous établissez rapidement une liste avec le vocabulaire autour de la coopération franco-allemande:“ > Französisch-deutsches Twittern: Wörter finden, lernen und anwenden. „3.7. Grammatik“ muss sein.

Fachdidaktik FranzösischJetzt kommen die weitere wichtige Inhalte: „3.8. Umgang mit Texten und Medien“ (S. 209-233). Dieses Kapitel sie allen Lehrer/innen empfohlen, die ihre Klasse für den FU wieder einen nachhaltigen Motivationsschub verleihen wollen: > Lektüren Romanische Sprachen 2018. Oder selber > Interviews imaginaires verfassen und herstellen. Meine Schüler/innen würden in der Oberstufe Sartre, Qu’est-ce que la littérature?, Paris 1947, als Lektüre zumindest in Auszügen lesen und darüber schreiben: „Produktionsorientierte Verfahren im Umgang mit (literarischen) Texten.“ (S. 215 f.) Zum letzten Kapitel dieses 3. Teil „3.9. Von der Landeskunde zum interkulturellen Lernen“ gibt es auf unserem Block viele Beispiele: z. B. die Reihe > Vergleich I-XIII.

Im 4. Teil dieser Fachdidaktik geht es an die praktische Umsetzung „4.0 Planung von Unterricht“ einschließlich „4.5 Das Vermeiden von Pleiten, Pech und Pannen“. Was gelernt wird, will behalten und überprüft werden: Teil 5: „Evaluieren, diagnostizieren, beurteilen und fördern.“

Definitionen von Fachbegriffen, ein Methodenglossar, eine Bibliographie und ein Register helfen, den Reichtum dieses Bandes zu erschließen.

Andreas Nieweler (Hrsg.),
Autoren: Andreas Grünewald, Veit R. J. Husemann, Ulrike C. Lange, Andreas Nieweler, Marcus Reinfried,
> Fachdidaktik Französisch.
Das Handbuch für Theorie und Praxis
Lehrerbuch
382 Seiten
ISBN 978-3-12-920373-6

Fachdidaktik Französisch: Lernaufgaben im Sprachunterricht

LernaufgabenDer > Vortrag von Eynar Leupold auf der Didacta in Hannover hat mich daran erinnert, dass ich hier sein Heft über > Lernaufgaben, das er als Gastherausgeber der Zeitschrift Der fremdsprachliche Unterricht Französisch verfasst hat, gar nicht erwähnt habe.

Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen zusammen mit den länderübergreifenden Bildungsstandards sowie neue Rahmenpläne sind eine gute Gelegenheit, die Aufgaben zur Ausbildung der Sprachkompetenz theoretisch und praktisch zu überdenken. Das vorliegende Heft, eigentlich ein Buch in Kurzform, denn alle Beiträge stammen von Eynar Leupold, stellt die Auswahl, die Gestaltung und die fachdidaktische Begründung von Lernaufgaben vor. Viele einzelne Aspekte wie PISA, überprüfbare Kompetenzen, Evaluation, GeR, Task-based Language learning beeinflussen die Gestaltung von Lernaufgaben, deren Formulierung auch Fragen der Progression berücksichtigen muss. Leupold stellt Beispiele von Lernaufgaben zu verschiedenen Kompetenzbereichen vor und erklärt, wie mit ihnen die Mediationskompetenz der Schüler gefördert werden kann.

Viele Lehrer klagen immer wieder darüer, dass ihre Schüler im unterricht nicht genug selber sprechen. Der Beitrag „Blog oder nicht Blog – voilà la question. Mit Lernaufgaben die Sprechkompetenz fördern“ ermuntert die Leser, diese Beispiele auszuprobieren. „Prendre d’abord un texte…“ enthält eine Checkliste zur Konzeption von Lernaufgaben. Diese können auch interkulturelle Kompetenzen fördern, genauso wie ihr zielgenauer Einsatz auch eine Differenzierung der Aufgaben erleichtert. Aber Lern- und Testaufgaben dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Die Vielfalt dieses Heftes ist auch ein Hinweis auf die Bewegung, die in die Fachdidaktik dieses Faches geraten ist. Im Sinne seines oben genannten Vortrags darf daran erinnert werden, dass der Autor mit einem bloßen Akzeptieren der neuen Richtlinien sich keinesfalls zufriedengibt. Er hat die Besucher seines Vortrags explizit aufgefordert, sich an den den theoretischen und praktischen Überlegungen seines Vortrags zu beteiligen. Im Grunde genommen zeigt dieses Heft verschiedene Bausteine zur Entwicklung einer modernen Fachdidaktik und fordert zum Dialog unter den Lehrern auf.

> Mark Bechtel (Didaktik der Romanischen Sprachen, Universität Bremen) wird auf dem VdF-Kongresses in Jena (26.-28. März 2009) am Freitag, 27. März 2009, zwischen 11:00 bis 11:45 Uhr einen Vortrag zum Thema „Kompetenz- und Aufgabenorientierung. Ein Schulbegleitforschungsprojekt zur Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Lernaufgaben im Französischunterricht“ halten.

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