Das Gedenken an das Ende des zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945

Am 8. Mai 2024 hat Emmanuel Macron einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten am Arc de Triomphe in Paris niedergelegt. Dann ertönte die Totenglocke und nach einer Schweigeminuten wurde die Marseillaise gesungen. Unter den Gästen der Gedenkfeier befand sich auch Bundesratspräsidentin Schwesig, die mit ihrer Teilnahme wolle „auch ein Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft“ setzen wollte. Bundeskanzler Olaf Scholz erinnerte auf Twitter an den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung Deutschlands und der Welt von der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Er wies darauf hin, der Tag sei eine Mahnung, Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat jederzeit zu schützen und zu verteidigen.

Erinnerung an den 8. Mai 2023 (!):

Semaine de la Francophonie du 18 au 26 mars 2023

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La Conclusion: La Francophonie Par Aurélien Bellanger. Chaque jour dans les Matins, la chronique de l’écrivain Aurélien Bellanger – 1 mai 2019

La Maison d’Izieu. Vor 78 Jahren wurden 44 jüdische Kinder vom Lyoner Gestapo-Chef Klaus Barbie verschleppt

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https://twitter.com/AuschwitzMuseum/status/1247067400773779456

https://twitter.com/fred_sallee/status/1247149120051175424

Präsident François Hollande reiste 2015 nach Izieu, um dort der 44 jüdischen Kinder zu gedenken, die am 6. April 1944 vom Lyoner Gestapo-Chef Klaus Barbie zusammen mit ihren sieben Betreuern verhaftet und verschleppt und in Auschwitz ermordet wurden. Zwei ältere Kinder und ein Betreuer wurden in Reval ermordet:


Pierre-Yves le Borgn‘ > A la mémoire des enfants d’Izieu – 5 avril 2014 :
„Je me souviens encore des paroles de Sabine Zlatin lors du procès Barbie, de son émotion, de sa dignité, de sa rage, de son combat pour que chacun connaisse cette épouvantable tragédie et se souvienne. Ces paroles résonnent encore en moi. C’est à son initiative et à celle de la communauté juive de Lyon que fut fondé le Musée mémorial des enfants juifs exterminés, situé dans la maison et les dépendances ou vivaient les enfants, et inauguré par le Président François Mitterrand en avril 1994. C’est un lieu poignant, où vit la mémoire des enfants. C’est un lieu de souvenir, avec des écrits, des dessins, des photos. Un lieu qui raconte l’innocence et le bonheur. Un lieu qui bouleverse à jamais.“


La Maison d’Izieu, 80 km von Lyon entfernt war von Mai 1943 bis April 1944 das Heim für Kinder, deren Eltern von Nazis deportiert worden waren. Nur León Reifmann und eine ihrer Betreuerinnen, Lea Feldblum konnten sich in Sicherheit bringen. Feldblum konnte 1987 im Prozess gegen Klaus Barbie als Zeugin gegen Barbie auftreten.

«La barbarie n’a pas d’âge, de limite et de couleur, le repli et l’isolement sont toujours des poisons mortels pour une nation … Dans notre civilisation de l’image, tout doit être fait pour que la mémoire trouve sa place. L’école doit s’ouvrir aux témoins, aux artistes, aux scientifiques et lutter contre les préjugés.Tous les aspects de notre passé doivent être enseignés dans nos établissements scolaires: l’esclavage, la colonisation, la Shoah», erklärte François Hollande.

> Mémorial des enfants d’Izieu

LE FIGARO zeigt das Telegramm, mit dem Barbie über das Verbrechen berichtete:
> Hollande à Izieu : «Tous les aspects de notre passé doivent être enseignés à l’école» LE FIGARO, 6 avril 2015.

Le 24 avril 1994, le président François Mitterrand a inauguré le Mémorial de la Maison d’Izieu :

> Le président François Hollande s’est rendu à la maison d’Izieu – Site du Palais de l’Élysée

https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/586254315985235969

https://twitter.com/najatvb/status/585043525219315712

https://twitter.com/Shoah_Memorial/status/1247153426036916224

Prix des lycéens allemands: Preisverleihung am 28. Mai im Rahmen der Leipziger Buchmesse

Unter dem Konzept „Leipzig liest extra“ findet die diesjährige Leipziger Buchmesse vom 27.05. bis zum 30.05. mit zahlreichen Online-Veranstaltungen erneut digital statt. Die Bundesjury des Prix des lycéens allemands kürt in diesem Rahmen den Gewinnertitel des erfolgreichen Literaturprojekts per Live-Übertragung.

Das Institut français Deutschland und der Ernst Klett Sprachen Verlag laden am Freitag, den 28. Mai 2021, um 14 Uhr ein, die Online-Veranstaltung des Prix des lycéens allemands im Rahmen der Leipziger Buchmesse zu begleiten. In Anwesenheit der französischen Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, und weiteren prominenten Gästen debattiert die Bundesjury – bestehend aus entsandten Schülerinnen und Schülern aus den jeweiligen Bundesländern – über ihren Favoriten und kürt den besten Roman der neueren französischen Jugendliteratur. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich ein ganzes Schuljahr intensiv mit den nominierten Titeln und bereiten sich auf diese finale Etappe vor. Während der Online-Veranstaltung debattieren sie in französischer Sprache, stellen ihre Lieblingslektüre auf kreative Art vor und wählen zu guter Letzt gemeinsam den Gewinnerroman aus. Die Autorin oder der Autor des prämierten Romans erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, das vom Ernst Klett Sprachen Verlag gestiftet wird.

Die vom Institut français und vom Ernst Klett Sprachen Verlag vorgegebene Selektion 2021:

  • Aigre-doux von W. N‘Sondé

Ein kraftvoller Text, der sich gegen Diskriminierung richtet, ein Plädoyer für Vielfalt und Toleranz, und eine schöne Geschichte, die junge Menschen dazu ermutigt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und sich von Vorurteilen zu befreien.

  • Même pas en rêve von Vivien Bessières

Die Geschichte eines Teenagers und seiner zerstreuten Gefühle. In dem Buch werden die Themen Gebärdensprache, Inklusion, komplexe Familienbeziehung, aber auch das Thema Liebe aufgegriffen, die letztlich alles auf den Kopf stellt.

  • Direct du cœur von Florence Medina

Eine aus dem Leben gegriffene Teenagergeschichte, die durch das Thema Mobbing aufrüttelt, aber auch   durch Themen wie erste Gefühle und Freundschaft sehr berührt.

Seit seinen Anfängen vor 17 Jahren engagiert sich der Ernst Klett Sprachen Verlag in Form von organisatorischer und finanzieller Unterstützung. Zudem werden die mit dem Prix ausgezeichneten Jugendbücher vom Verlag ins Literaturprogramm aufgenommen und mitsamt Begleitmaterial für Lehrende herausgegeben. Anne-Sophie Guirlet-Klotz leitet die Redaktion Lesen/Schule beim Ernst Klett Sprachen Verlag. Sie betreut das Literaturprojekt seit vielen Jahren und wird den Verlag bei der kommenden Veranstaltung gleicherweise vertreten. „Auch bei uns in der Redaktion steigt die Aufregung vor der Preisverleihung, denn auch wir haben das zweijährige Projekt intensiv begleitet und warten nun voller Vorfreude und Spannung auf die Ergebnisse der Bundesjury am 28. Mai. Wir drücken der Autorin und den beiden Autoren ganz fest die Daumen, wünschen allen Beteiligten viel Erfolg und freuen uns in jedem Fall auf einen wunderbaren Roman, der sicher noch viele Jugendliche begeistern wird.“

Umfangreiche Informationen zum Ablauf des Literaturprojekts, ein Dossier für Lehrkräfte sowie ein Archiv mit Meldungen und Fakten der vergangenen Jahre befinden sich auf der Website des Verlags unter www.klett-sprachen.de/pdl

Die Anmeldung zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung am 28.05.2021 erfolgt unter: Prix des lycéens allemands 2021 – Bundesjury / Jury fédéral | Institut français (livestorm.co)

Weitere Preisverleihungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2021: www.leipziger-buchmesse.de/de/programm/preisverleihungen/

https://twitter.com/KlettSprachen/status/1395286789783531522

Napoleon Bonaparte: Geboren am 15. August 1769 in Ajaccio. Verstorben am 5. Mai 1821, Longwood House, Sankt Helena

Am 5. Mai 2021 wird Staatspräsident Emmanuel Macron im Institut de France Napoleon in eine Rede würdigen und anschließend einen Kranz im Invalidendom niederlegen.

> 2021 Année Napoléon > RMN-Grand Palais/La Villette vom 14. April bis 19. September 2021

Napoléon et de Gaulle. Deux héros françaisAm 5. Mai 1821 starb der Kaiser Napoleon Ier in seinem Exil auf St. Helena. Ein Blick auf Twitter > #anneenapoleon zeigt die Vielfalt der Erinnerungen an Napoleon mit über 20 Ausstellungen und vielen Publikationen: Wir erinnern an seinen Todestag  mit einer Rezension zu dem Buch von Patrice Gueniffe y >Napoléon et de Gaulle. Deux héros français, Paris: Perrin 2017: „Gerade ist das Jahr mit dem Gedenken an den 50. Todestag von Charles de Gaulle (1890-1970) zu Ende gegangen, da steht schon der 5. Mai 2021 (1) an, der Tag an dem sich der Tod Napoleons I. auf St. Helena zum 200. Mal jährt. Beide sind, wie der Untertitel der Studie Patrice Gueniffey > Napoléon et de Gaulle. Deux héros français (Paris: Perrin 2017) angibt, französische Helden. Beide haben das historische Gedächtnis Frankreichs bis in unsere heutige Zeit ganz entscheidend geprägt. Beide haben durch ihren persönlichen Einsatz, Mut und Entschlossenheit in besonderen Krisen sich für Frankreich engagiert, beide haben dies je mindesten in zwei besonderen Momenten vollbracht, und beide sind unter wenn auch letztendlich unter unvergleichbaren Umständen, nach ihrem Machtverlust wieder an die Macht zurückgekommen. Beide haben mit ihrem Amtsantritt oder -wiederantritt Verfassungen geprägt und die konstitutionelle Geschichte Frankreichs ebenfalls auf lange Zeit ganz entscheidend gestaltet. …“. Bitte lesen Sie weiter.

Ganz aktuell: > Napoleon Bonaparte auf France Culture

Heute werden wir ein Gespräch mit Patrice Gueniffey über Napoleon und de Gualle aufzeichnen, das wir am Dienstagmorgen hier zeigen werden.

,Auf unserem Blog:

> Charles de Gaulle 1890-1970 – 9. November 2020

> Général de Gaulle : L’appel du 18 juin – 18. Juni 2020

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018

In der machaivelli edition in Köln ist der Band Napoleon Bonaparte 1869-1821. Der Bonapartismus und die Napoleon-Legende erschienen. Der kometenhafte Aufstieg von Napoleon Bonaparte sein Weg über den 18. Brumaire zur Alleinherrschaft ist eng mit seinem strategischen und politischen Genie verbunden. Der Bonapartismus bezeichnet seine Herrschaftsform, die sich auf Plebiszite stützt. Die Art und Weise, wie ihm die Errichtung das Konsulats auf Lebenszeit gelingt, erfüllt den Ruf nach einem starken Mann, der sich auf die Volkssouveränität stützt. Die Gründung einer neuen Dynastie bestätigt und erweitert seine Befugnisse als Alleinherrscher. Seine erfolgreichen Reformen und vor allem seine militärischen Siege wie schon 1793 in Toulon begründen früh die Legende, die sich um seinen Namen rankt.

Dieser Band enthält vier Rezensionen zu Werken, die sich kürzlich mit dem Aufstieg Napoleons aus verfassungsrechtlicher Hinsicht, mit seiner Biographie, seiner Rückkehr und seinem Mythos beschäftigt haben. Ein dokumentarischer Anhang mit Quellen ergänzt den Band.*

Heiner Wittmann,
Napoleon Bonaparte 1869-1821.
Der Bonapartismus und die Napoleon-Legende

ISBN 978-3-9815560-6-3
18,90 EUR
machiavelli edition, Köln

Patrice Gueniffey
Bonaparte – 1769-1802
Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer, Tobias Scheffel und Claudia Steinitz
Berlin, Suhrkamp 2017
Gebunden, 1296 Seiten
ISBN: 978-3-518-42597-8

> Rezension: Patrice Gueniffey, Bonaparte – 1769-1802
> Nachgefragt: Patrice Gueniffey, Bonaparte

Volker Hunecke
> Napoleons Rückkehr
Die letzten hundert Tage – Elba, Waterloo, St. Helena
1. Aufl. 2015, 256 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94855-4
> Lesebericht: Volker Hunecke, Napoleons Rückkehr

Johannes Willms
> Der Mythos Napoleon
Verheißung, Verbannung, Verklärung
1. Aufl. 2020, 384 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-608-96371-7
> Lesebericht: Johannes Willms, Der Mythos Napoleon. Verheißung, Verbannung, Verklärung.
> Nachgefragt: Johannes Willms, Der Mythos Napoleon. Verheißung, Verbannung, Verklärung

Volker Hunecke: Napoleon. Das Scheitern eines guten Diktators, Paderborn: Ferdinand Schöningh 2011, 419 S., ISBN 978-3-506-76809-4.
> Rezension: Volker Hunecke, Napoleon. Das Scheitern eines guten Diktators

* Der Band  Napoleon Bonaparte 1869-1821. Der Bonapartismus und die Napoleon-Legende enthält die ersten beiden Kapitel der Studie Napoleon III. Macht und Kunst, aus der 2013 unter demselben Titel > Napoleon III. Macht und Kunst erschienene Studie. Die vollständige Studie wird 2021 in zwei Bänden mit einem ausführlichen Kapitel über Jacques Offenbach in Paris Kapitel in der machivelli edition erscheinen.

Napoleon III. Macht und Kunst, Reihe Dialoghi/dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, hrsg. v.  Dirk Hoeges, Band 17,  Verlag Peter Lang, Frankfurt, Berlin, Bern u. a., 2013.
Hardcover. ISBN 978-3-631-64209-2

https://twitter.com/dchanteranne/status/1362311281315840002

8. Mai 1945

Der 8. Mai 2010 in Berlin: > Ansprache und Kranzniederlegung zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges

> Re­de des Bun­des­prä­si­den­ten: „Rabbi Nachman hat gesagt: „Kein Herz ist so ganz wie ein gebrochenes Herz.“ Die deutsche Geschichte ist eine gebrochene Geschichte – mit der Verantwortung für millionenfachen Mord und millionenfaches Leid. Das bricht uns das Herz bis heute. Deshalb: Man kann dieses Land nur mit gebrochenem Herzen lieben.

Wer das nicht erträgt, wer einen Schlussstrich fordert, der verdrängt nicht nur die Katastrophe von Krieg und NS-Diktatur. Der entwertet auch all das Gute, das wir seither errungen haben – der verleugnet sogar den Wesenskern unserer Demokratie. “

> Commémoration du 75e anniversaire de la Victoire du 8 mai 1945 – Site du Palais de l’Élysée

> Message du Président de la République : „La fragilité révélée de nos vies et de nos civilisations nous les rendit plus précieuses encore. Au bout de cette longue nuit qu’avait traversée le monde, il fallait que l’humanité relevât la tête. Elle venait de découvrir horrifiée qu’elle pouvait s’anéantir elle-même et il lui fallait désormais refaire le monde, de fond en comble, ou à tout le moins « empêcher que le monde ne se défasse », selon le mot de Camus. “

Aus Anlass des Kriegsendes – der Befreiung Deutschlands von Nationalsozialismus –  vom 8. Mai 1945 erinnern wir an diesen Artikel:

> La cérémonie sous l’Arc de Triomphe : 8 mai 1945 – 8 mai 2017

Podiumsdiskussion: Das politische Engagement der Generation Y – Was bleibt von Mai 68?

| NEU: Ernst Klett Verlag offizieller Partner von Educ´ARTE | Ministre Bruno Le Maire spricht in Berlin auf Deutsch | Vortrag: Islam und Staat: Zur Praxis in Frankreich und Deutschland – Mi 20. Juni , 19 Uhr Hospitalhof Stuttgart | Mai 68 in Paris: Revolution oder nur eine Revolte? |

> Der Sinn der Revolte – Mai 68 heute – Website des Institut Français Stuttgart – Schloßstraße 51. 70174 Stuttgart, Schloßstraße 51, 70174 Stuttgart.


14. Juni 2018 – 19:00 – 21:30 Uhr – Eintritt frei – Sprache Frz. / Dt.
Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart, Schloßstraße 51, 70174 Stuttgart

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Der Sinn der Revolte – Mai 68 heute“ wird im Institut français gefragt: Was bleibt vom Geist des Mai 68? Was bewegt die Jugend heute und wie wird sie politisch aktiv? Nach einem Tagesworkshop an der Universität Stuttgart treffen sich die Soziologin Anne Muxel (CNRS, Sciences Po Paris), der Stuttgarter Politiker Rezzo Schlauch und engagierte Vertreter der Generation Y u.a. Jonas Metzger (Alumni FIFA Stuttgart-Bordeaux). Sie sprechen über die Politisierung der Jugend in beiden Ländern und die neuen Wege des politischen Handelns.

Moderation: Prof. Henrik Uterwedde (> DFI Ludwigsburg).

Anne Muxel (geb. 1956) ist französische Soziologin und Forschungsdirektorin am CEVIPOF (Paris). Rezzo Schlauch (geb. 1947) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/ Die Grünen) und Rechtsanwalt. Jonas Metzger studiert im FIFA-Master Empirische Politik- und Sozialforschung an der Universität Stuttgart und ist dort als wissenschaftliche Hilfskraft tätig.

Im Rahmen der Reihe „Der Sinn der Revolte – Mai 68 heute“. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Universität Stuttgart und FIFAlumni. Mit freundlicher Unterstützung von: Verein der Freunde des Institut français Stuttgart, Robert-Bosch-Stiftung, IZKT –


H.W.: Der Mai 68 ist eines der Ereignisse unter der V. Republik seit 1958, das den Franzosen in ganz besonderer Erinnerung geblieben ist. Heute, so das Ergebnis einer Umfrage des Nouveau Magazine Littéraire würden 79 % der Befragten über alle Parteigrenzen hinweg das Erbe des Mai 68 positiv einschätzen. (Vgl. Y. Plugastel, Mai, oui, in: LE Monde, 68. Les jours qui ébranlèrent la France, hors série, avril-juin 2018, S. 3) War der Mai 68 ein Versuch, das politische System in Frankreich umzustürzen? War der Mai 68 ein spontaner Aufstand der Jugend, die mehr oder weniger bewusst ihre Grenzen testen wollte? Ein spontanes Aufbegehren mit dem Wunsch nach Veränderung? Wie weit ging das Bündnis der Studenten mit den Arbeitern? Eine Art gesellschaftlicher Aufbruch zu neuen Ufern? War der Mai 68 bloß eine Protestveranstaltung ohne konkrete Ziele? Soviel steht fest, der Mai 68 war kein isoliertes politisches Ereignis; er hatte seine Vorgeschichte und langfristige Folgen.

> Bibliographie zum Mai 68


Auf unserem Blog :

> Mai 68 (I). Nachgefragt. Antoine Compagnon: 68 a-t-il commencé en 1966 ? – 2. Februar 2018
> Mai 68 in Paris: Revolution oder nur eine Revolte?
> Mai 68 – 7. Mai 2018

Wolfgang Kraushaar

Die blinden Flecken der 68er-Bewegung

1. Aufl. 2018, ca. 528 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98141-4

Erscheinungsdatum: 31.05.2018

 

Mai 68 in Paris: Revolution oder nur eine Revolte?

Jean-Yves Le Drian, Ministre des Affaires Étrangères: Une union franco-allemande pour la culture européenne | DSGVO – RGPD | CNCDH : Avis «Protection de la vie privée à l’ère numérique » | https://www.france-blog.info/rappel-les-discours-du-president-de-la-republique-et-leurope | Interview mit Henri Ménudier | > Twittern für die deutsch-französische Kooperation | Mi 6. Juni 2018 in der ARD: > Michel Houellebecq, Soumission |


Der Mai 68 ist eines der Ereignisse unter der V. Republik seit 1958, das den Franzosen in ganz besonderer Erinnerung geblieben ist. Heute, so das Ergebnis einer Umfrage des Nouveau Magazine Littéraire würden 79 % der Befragten über alle Parteigrenzen hinweg das Erbe des Mai 68 positiv einschätzen.

War der Mai 68 ein Versuch, das politische System in Frankreich umzustürzen? War er ein spontaner Aufstand der Jugend, die mehr oder weniger bewusst ihre Grenzen testen wollte? Ein spontanes Aufbegehren mit dem Wunsch nach Veränderung? Wie weit ging das Bündnis der Studenten mit den Arbeitern? Eine Art gesellschaftlicher Aufbruch zu neuen Ufern? War der Mai 68 bloß eine Protestveranstaltung ohne konkrete Ziele? Soviel steht fest, der Mai 68 war kein isoliertes politisches Ereignis; er hatte seine Vorgeschichte, unmittelbare Anlässe und langfristige Folgen.

Ende April nehmen die Demonstrationen in Nanterre an Schärfe zu
. Nach der Schließung des Campus Nanterre ziehen die Studenten zur Sorbonne, deren Innenhof am 3. Mai von der Polizei geräumt wird: etwa 600 Verhaftungen, 100 Verletzte. Die Sorbonne wird geschlossen. Am 6. Mai ziehen rund 30000 Studenten zum Étoile und singen die Internationale am Grab des Unbekannten Soldaten. Abends ereignen sich heftige Zusammenstöße im Quartier Latin: 422 Verhaftungen, 345 Polizisten und 600 Studenten werden verletzt. Landesweit lässt der Erziehungsminister Alain Peyrefitte die Universitäten schließen. Am 6. Mai werden die Barrikaden im Quartier latin von der Polizei gestürmt, am 13. Mai rufen die Gewerkschaften zum Generalstreik auf, die Sorbonne wird von Studenten besetzt, am 15. Mai wird das Odeon-Theater ebenfalls von den Studenten besetzt. – Am 13. Mai beginnen in Paris die Friedensgespräche zwischen Nordvietnam und den USA. – Am 19. Mai erklärt de Gaulle „La réforme oui, le chienlit, non“. Am 20. Mai streiken landesweit schon rund 10 Millionen Arbeiter. Zwei Tage später scheitert in der Nationalversammlung ein Misstrauensvotum gegen die Regierung.

Wolfgang Kraushaar, > Die blinden Flecken der 68er Bewegung
1. Aufl. 2018, ca. 528 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag -ISBN: 978-3-608-98141-4:
„Kraushaars Darstellung hat das unbestreitbare Verdienst auch eine politische Geschichte der 60er Jahre zu vorzulegen. Er erklärt Fakten und deutete Zusammenhänge, ohne deren Kenntnisse die 68er Bewegung nicht verstanden und eingeordnet werden könnte. Nimmt man mittelbare und unmittelbare Auslöser der Mai-Ereignisse in Paris zusammen und vergleicht sie mit der Entwicklung in Deutschland, so werden Unterschiede vor allem in der Art der Radikalität, wie Kritik am Staat geäußert wird deutlich. Wurden in Frankreich revolutionäre Perspektiven im Mai 68 eindeutig von der PCF ausgebremst, so waren es in Deutschland revolutionäre Thesen, die eher nur unter den Studenten Gehör fanden, aber keine recht bedeutende Wirkung entfachen konnte.“

Kraushaar, Wolfgang, > Die 68er–Bewegung. Eine illustrierte Chronik 1960 – 1970, Stuttgart 2018 – Erscheinungstermin 22.09.2018

Die Gewerkschaften signalisieren am 22. Mai Verhandlungsbereitschaft mit der Regierung. Und weil Daniel Cohn-Bendit nicht mehr nach Frankreich einreisen darf, wird jetzt „Wir sind alle deutsche Juden“ skandiert. Das Abkommen nach dem Ort der Verhandlungen L’accord de la rue des Grenelles zwischen der Regierung und den Gewerkschaften am 27. Mai sieht Erhöhungen des Mindestlohnes, eine Reduzierung der Arbeitszeit und den Einstieg in eine Mitbestimmung vor. In den großen Unternehmen soll die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Das Ende des Regimes? Vollends unübersichtlich wird die Lage am 29. Mai als General de Gaulle sich auf den Weg nach Colombey-les-Deux-Eglises, seinem Heimatort in Lothringen, macht, dort aber nicht ankommt. Später kursiert ein Foto von dem Zettel, dem er dem Hubschrauberpiloten überreichte. Commandement der F.F.A. Also auf zum Kommandanten der Forces Françaises en Allemagne. Das heißt der Hubschrauber landete in Baden-Baden. Plante de Gaulle seinen Rücktritt während an diesem Tag wieder Hunderttausende in Paris demonstrierten? Oder wollte er sich des Rückhalts der Armee versichern, falls sie eingreifen sollte? Und was genau hat er in Baden-Baden gemacht? Er traf dort General Massu, der ihn dem Anschein nach wohl alle Rücktrittspläne ausgeredet hat. Noch am Abend merkte man bei einem Telefongespräch mit dem Präsidenten, dass dieser jetzt viel entschlossener klang. De Gaulle flog nach Paris zurück. Nachdem er sich im Rundfunk am 30. Mai nachmittags an die Franzosen wendete und erklärte, dass er die Regierung nicht austauschen werde, sondern die Nationalversammlung auflösen werde, defilierten sofort spontan Tausende seiner Anhänger auf den Champs-Elysées vom Place de la Concorde zum Étoile, und der Mai 68 war vorbei als Anfang Juni die Arbeit bei den Energieversorgern, der Bahn und der Post wiederaufgenommen wird.

Das Veranstalter vom Litcamp18, 16.-17. Juni in Heidelberg, haben unserer Redaktion gesagt, dass sie sich über eine Session zum Mai 68 freuen würden. Also steht haben wir schon mal eine > Bibliographe zum Mai 68 verfasst.

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