Die Rentenreform in Frankreich

Ergänzung:

Le débat à l’Assemblée Nationale :

> Portail vidéo de l’Assemblée nationale

17 février 202 : > 1ère séance : Système universel de retraite (projets de loi ordinaire et organique)

17 février 2020 : > 2ème séance : Système universel de retraite (projets de loi ordinaire et organique) (suite)

Ergänzung:

Heute, am 17. Februar 2020, beginnt die Debatte über die Rentenreform in der Nationalversammlung:

> Réforme des retraites : « Ce n’est pas la première ni la dernière fois qu’un gouvernement veut aller vite »

Ergänzung:
Dosser législatif : > Système universel de retraite – Projet de loi – Website der Assemblée nationale

> hwww.reforme-retraite.gouv.fr – site du gouvernement

https://twitter.com/Ch_Schubert/status/1220822249500037120

Ergänzung:

Heute hat der Ministerrat die Rentenreform verabschiedet:

Compte rendu du Conseil des ministres du 24 janvier 2020 > Système universel de retraite


Nebenwirkung:

Der Fahradverkehr in Paris hat während dieser vielen Streiktagen um 40 % zugenommen.

> Mit dem Fahrrad durch den Streik – ZDF 13.2.2020

> Pistes cyclables et balades à vélo autour de Paris

Le plan des pistes cyclables à Paris: der Plan > Zum Herunterladen und der Streckenrechner für Frankreich: Wieviel % auf Radwegen?

Aktuelles:

Nacch den Gesprächen mit den Gewerkschaften signalisiert die Regierung ein Entgegenkommen:

https://twitter.com/EPhilippePM/status/1216065772503482368


> Conseil d’orientation des retraites

> www.reforme-retraite.gouv.fr

> participez.reforme-retraite.gouv.fr

Aktuell:

Nachtrag:

À lire > Retraites Articles du journal Les Échos

> Réforme des retraites. Version Macron Ce qu’il faut savoir – Les Échos – 6 janvier 2020

Nachtrag: 12 Tage wird nun schon in Frankreich gestreikt und heute, am 16.11. hat der Hochkommissars für die Rentenreform in Frankreich Jean-Paul Delevoye wegen seiner Nebentätigkeiten, die er nicht angegeben hatte, sein Amt niedergelegt. ALs Nachfolger hat Präsident Macron den Abgeordneten Laurent Pietraszewski (LRM) ernannnt.

> Le député Laurent Pietraszewski nommé secrétaire d’Etat chargé des retraites pour remplacer Jean-Paul Delevoye – LE MONDE – 18.12.2019

> « Ça hurle et ça klaxonne. Les gens deviennent des bêtes ! » : plongée dans le chaos urbain d’un Paris éprouvé par la grève – LE MONDE 16.12.2019

> Grève : à Paris, la ruée sur les pistes cyclables et les limites des vélos et trottinettes en libre-service – LE MODNE 13.12.2019

Die Gewerkschaften, allen voran die CGT, fordern die Zurücknahme der Reform. Heute will Premierminister Philippe mit den Gewerkschaften sprechen. Ferner drohen die Gewerkschaften damit, die Streiks über die Feiertage auszudehnen.

https://twitter.com/OlivierBabeau/status/1206976953640730625

Aktuell:

EN DIRECT 11.12. 2019 14 h: | Système universel de #retraite: > @EPhilippePM présente le projet du Gouvernement.

> Système universel de retraite : ce qu’il faut retenir de la déclaration du Premier ministre – Site du Gouvernement français

à suivre


Claire Demesmay, Julie Hamann
> Rentenreform in Frankreich
Proteste bedrohen Macrons Image als Reformer
DGAP Policy Brief – Nr. 6 Dezember 2019

Was ist da los in Frankreich? Ratlosigkeit? Tatendrang? Aufbruch? Liest man den > Aufruf der 180 Intellektuellen ist man auch nicht klüger. Warum nennen sie das Thema des Streiks nicht? Die Reform der Renten kommt in ihrem Aufruf nicht vor. Hat man sich auf eine Kritik an dem Reformvorhaben der Regierung, das am heutigen Mittwoch, 11.12.2019, von Premierminister Edouard Philippe überhaupt erst einmal vorgestellt wird, nicht einigen können. 42 Sondersysteme! Den Rentner in Frankreich geht es vergleichsweise gut oder ein wenig besser als bei uns. Aber die Frühverrentung und die höheren Renten sind in Gefahr, einmal durch die Probleme der Demographie – da helfen Demos ziemlich wenig – und und andererseits, weil die Regierung aus guten Gründen – Stichwort soziale gerechtigkeit – die Privilegien eindämmen will.

Wie lange wird die Streikbewegung dauern? Bis die Regierung aufgibt und wie 1995 das Reformvorhaben abbläst? Oder so lange, wie die Demonstranten auf den überzogenen Privilegien beharren? Bis dahin gilt der zitierte Aufruf „Les luttes plurielles qui structurent une large partie de la société française sont une possibilité de départ vers la construction et la mise en œuvre de nouveaux paradigmes : le pouvoir vivre plutôt que le pouvoir d’achat ; la mondialité plutôt que la mondialisation ; la justice sociale plutôt que la loi du plus fort ; l’émancipation individuelle et collective plutôt que la réussite individuelle.“ „Die vielfachen Kämpfe die einen großen Teil der französischen Gesellschaft strukturieren (von ihr getragen werden) sind eine Gelegenheit zu einem Aufbruch hin zu einem Aufbau und der Realisierung neuer Paradigmen: Die Macht zu leben statt der Kaufkraft, die Mondialität statt der Mondialisierung: soziale Gerechtigkeit statt des Gesetzes des Stärkeren; die individuelle und kollektive Emanzipation statt des individuellen Erfolgs.“
„C’est pourquoi nous appelons toutes et tous à s’associer à ces mouvements jaune, rouge, vert, noir ou arc-en-ciel, et à la réflexion sur l’avenir de notre société qu’ils engagent. Et, que le jeudi 5 décembre et les jours qui suivront, la colère légitime mais surtout l’espoir retrouvé chantent dans les rues de France, car notre avenir est à la portée de nos intelligences collectives.“ -„Deshalb rufen wir alle auf, sich den Gelben, Roten, Grünen, Schwarzen (o je, d. Red.) und de Regenbogenfarben und dem Nachdenken über unserer Gesellschaft, das sie beginnen, anzuschließen Und dass der Donnerstag 5. Dezember und die folgenden Tage, die legitime Wut aber auch die wiedergefundene Hoffnung auf den Straßen Frankreichs singen, weil unsere Zukunft in Reichweite der kollektiven Intelligenzen ist.“

Unsere Redaktion hätte hier in dem Text sicher einige Änderungen vorgeschlagen, er klingt nach einen Anschlag auf den Mauern des Mai 68 und nach einer Utopie, obwohl doch die soziale Gerechtigkeit auch eine Forderung ist, die die Regierung zur Rentenreform inspiriert. Ansonsten ist der Aufruf ein Rundumschlag ohne konkrete Zielrichtung und es ist nicht sicher, dass die Kollektive Intelligenz dafür eine Veranwortung auf sich nehmen kann.

https://twitter.com/FredericSays/status/1202504971218014209

> Haut-Commissaire aux Retraites – Twitter-Account

Der > Haut-Commissaire aux Retraites ruft zur Meinungsäußerung zu dem Gesetzesvorhaben auf > participez.reforme-retraite.gouv.fr und erinnert an die Eckpunkte der Reform:

https://twitter.com/retraite_gouv/status/1202161658388504576

Präsident Macron hat sich ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen: die 42 Sonderregime der Renten stoßen an ihre Grenzen. Jetzt soll ein einheitliches System geschaffen werden. Dabei werden naturgemäß Privilegien wie Sehrfrühverrentung abgeschafft. Noch steckt das neue Rentengesetz in der Diskussionsphase, einige Eckpunkte sind bekannt geworden: so will Macron ein Punktesystem einführen, das allen gleiche Bedingungen gewährt. Das heutige System ist an Beitragsjahren orientiert und schafft Rentenansprüche erst aber bestimmten Schwellen. Werden mit der Reform auch Altlasten in ihren Auswirkungen abgemindert? > Louis Giscard d’Estaing,

Mouvement social du mardi 10 décembre 2019
Le ministère de l’Éducation nationale et de la Jeunesse communique les taux de participation au mouvement de grève de ce jour pour la totalité des académies* :
moyenne générale pondérée 13,67 %
moyenne enseignants pondérée 16,01 %
moyenne pondérée enseignants 1er degré 12,41 %
moyenne pondérée enseignants 2d degré 19,41 %
* France métropolitaine (hors Besançon, Caen et Clermont-Ferrand) + La Réunion
Mouvement social du jeudi 9 janvier 2020
———
Mouvement social du jeudi 9 janvier 2020
moyenne générale pondérée 15,09 %
moyenne enseignants pondérée 17.62 %
moyenne pondérée enseignants 1er degré 18.81 %
moyenne pondérée enseignants 2d degré 16.49 %* France métropolitaine + La Réunion

der Bürgermeister von Chamalières, erinnerte an die Reduzierung des Renteneintrittsalter von 65 uf 6o Jahre unter François Mitterrand und die Einführung der 35 h Woche unter Lionel Jospin. Ohne diese beiden Reformen bräuchte man heute kein Reform, fügt Giscard d’Estaing hinzu.Zudem werden die Unterschiede zwischen Renten im öffentlichen Dienst und im Privatsektor abgeschafft. Das schafft Unmut, weil die Staatsbediensteten ihre Rentenansprüche aus den Gehältern der letzten sechs Monate ableiten, während in der Privatwirtschaft dafür die letzten 25 Jahre berücksichtigt werden: also befürchten die Staatsbediensteten Abschläge, eine Reduzierung ihrer Privilegien. Die Aufspaltung in Berufskassen soll ebenfalls abgeschafft werden und ein einheitlicher Rententop bereitgestellt werden.

Das Gesetz ist noch nicht geschrieben
, aber schon gehen die Kritiker auf die Straße, um den Präsidenten und die Regierung zu zwingen, die Reform zu verwässern. Die Regierung befürchtet, dass es vor allem in Paris unter dem Einfluss des scharzen Blocks un der Gelbwesten zu Gewaltexzessen kommen könnte. Nun stellt sich die Frage, ob die Regierung stark genug ist, um dagegen zuhalten und die Reform durchzuziehen.

Wir sammeln hier einige Tweets > #retraites oder > #ReformeRetraites oder zum Vergleich > Grundrente.

https://twitter.com/dgapev/status/1202180410580578304

https://twitter.com/sciencespo/status/1202216234248527872

Nicht alle Gewerkschaften haben zum Streik aufgerufen:
https://twitter.com/CFDT/status/1202223741356384256

180 Intellektuelle haben einen Appell der Zeitschrift Regards unterzeichnet: > Plus de 180 intellectuels lancent un appel en soutien à ceux qui luttent. Das Worten Rente kommt in diesem Aufruf gar nicht vor, stattdessen wird eine „écologie populaire“ gefordert „L’écologie populaire se dote d’une colonne vertébrale idéologique et pragmatique ; les mouvements sociaux embrassent l’ensemble de la société. Aussi, nous devons le réaffirmer aujourd’hui : malgré l’intimidation constante et l’extrême répression devenue système, la démocratie ne doit plus avoir peur du peuple.“ Der erste Satz des Aufrufs drückt eine Fundamentalopposition aus : „Face aux offensives d’un gouvernement néolibéral et autoritaire, … “

https://twitter.com/pjacquemain/status/1202232366976122880

> Grèves du 5 décembre : plus de 180 intellectuels et artistes soutiennent « celles et ceux qui luttent » – LE MONDE 5.12.2019

2019: Wichtige Themen auf unserem Blog

Am Ende eines Jahres wird oft zurückgeschaut. Es ist nicht einfach, hier auf dem Blog Ordnung zu halten. Unsere Redaktion möchte hier möglichst viele Themen aufnehmen, die über den Tag hinaus für den Französischunterricht eine gewisse Aktualität behalten. Themen, die Schülern Stoff, Ideen und Anregungen z. B. für spannende Referate geben oder Pisten zur Weitersuche eröffnen: wie hier > Bibliographie: Erinnerungskultur. Es gibt kein gutes System auf unserem Blog Themen, die für Referate o. ä. nützlich sein könnten, auf den ersten Blick leicht finden zu lassen. Die Listen hier rechts in der Spalte sind etwas unübersichtlich und dann gibt es noch den Versuch, Themen als Listen über einem Einzelbeitrag anzuzeigen.

Diese folgende Liste ist ein > Beitrag zu Lehrerfortbildung am 26. 11.2019 in Speyer, bei der es um die Vermittlung aktueller Themen mit modernen Medien geht: > Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter – 4. Oktober 2019.

Für 2019 zeigen wir hier eine Liste der wichtigsten Artikel von den Gelbwesten, über den Aachener Vertrag, Themen der Erinnerungskultur bis zu Macron und Europa.

Êtes-vous nomophobe ? – 17. Dezember 2019

Éditorial: Warum sollten Schüler unseren Blog lesen? – 16. Dezember 2019

Die Rentenreform in Frankreich und der Streik ab 5. Dezember 2019 – 11. Dezember 2019

Prag: Außenminister Jean-Yves Le Drian spricht über die Souveränität, Sicherheit und Digitalisierung in Europa – 9. Dezember 2019

Haben Ihre Schüler schon eine Partnerschule in Frankreich? – 7. Dezember 2019

Warum geben so viele Schüler/innen Französisch vor der Sek. II auf? – 4. Dezember 2019

Macron, Trump und die NATO – 4. Dezember 2019

Tolkien-Fans reisen nach Paris – 4. Dezember 2019

Aujourd’hui: La France rend hommage aux treize soldats morts au Mali – 2. Dezember 2019

Paris -1. Dezember 2019 – 2. Dezember 2019

Deutsch-französische Beziehungen: Suchen im Internet – Linklisten – 28. November 2019

Lesebericht: Jean-Paul Sartre, Überlegungen zur Judenfrage – 26. November 2019

Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und die NATO– 25. November 2019

Lehrerfortbildung in Rheinland-Pfalz – 25. November 2019

Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung -20. November 2019

Relire, écouter : Gustave Flaubert, Madame Bovary. Mœurs de province – 19. November 2019

Harcèlement scolaire : le Président a un message pour les jeunes – 14. November 2019

Le discours d’ouverture du Président Emmanuel Macron aux Forum de Paris sur la paix – 12. November 2019

Im Gespräch: Michel Desmurget, La fabrique de crétin digital – 25. Oktober 2019

Educ’ARTE : Das Beste von ARTE für den Unterricht – 8. Oktober 2019

Infox – 16. September 2019

Heute vor 230 Jahren: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte – 26. August 2019

Der #Klimawandel kommt – 9. August 2019

Gegen die Todesstrafe – 26. Juli 2019

Greta Thunberg prononce un discours à l’Assemblée Nationale – 23. Juli 2019

Europa und die Kultur – 15. Juli 2019

Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen – 8. Juli 2019

Der Bericht des Haut conseil pour le climat HCC – 26. Juni 2019

Klimawandel. Nachgefragt. Wir fragen Pierre-Yves Le Borgn’ – 19. Juni 2019

Europa und die Kultur – 15. Juli 2019

cybermalveillance.gouv.fr : Sicherheit im Internet – 18. Juni 2019

Général de Gaulle : L’appel du 18 juin – 18. Juni 2019

10. Juni 1944: Das Kriegsverbrechen in Oradour-sur-Glane – 10. Juni 2019

Europa – EU – 5. Juni 2019

Sitographie: “Regeln” für soziale Netzwerke in der Politik – 29. Mai 2019

Afrotopia und die Restitution afrikanischer Kulturgüter. Nachgefragt: Interview mit Felwine Sarr – 27. Mai 2019

Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen.“ – 24. Mai 2019

Le Camp des milles à Aix-en-Provence – 22. Mai 2019

Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

9. Mai 1950 : Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) – 9. Mai 2019

Nachgefragt: Die Restitution afrikanischer Kulturgüter. Wir fragen Bénédicte Savoy – 30. April 2019

Podiumsdiskussion im Lindenmuseum Stuttgart. Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes – 30. April 2019

Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes – 29. April 2019

Agnès Poirier, An den Ufern der Seine: Begleiten Sie uns durch das 6. Arrondissement in Paris? – 26. April 2019

Jeudi 25 avril 2019: L’intervention d’Emmanuel Macron en conclusion du grand débat national – 25. April 2019

Nachgefragt: Michel Sicard parle de l’exposition “Enfermement” – 24. April 2019

Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions – 19. April 2019

Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019

Es knirscht zwischen Paris und Berlin – 17. April 2019

Francophonie: Bibliographie et sitographie – 5. April 2019

Le discours d’Emmanuel Macron à l’occasion du 75ème anniversaire des combats du Plateau des Glières – 31. März 2019

25 mars 2019: L’assemblée parlementaire franco-allemande – 27. März 2019

Pierre-Yves Le Borgn’: Frankreich, Deutschland und Europa – 24. März 2019

Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019

Der Bundestag hat dem Deutsch-französischen Parlamentsabkommen zugestimmt – 24. März 2019

Die Nationalversammlung stimmt der Einrichtung einer Deutsch-französischen Parlamentsversammlung zu – 12. März 2019

Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019

Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019

Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

Les Grand Débat national : Un entretien avec le Député Frédéric Petit – 22. Februar 2019

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich ist 2018 um 74% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – 19. Februar 2019

Demonstration der “Gelben Westen” am 16.2.2019: Demonstranten beleidigen den Philosophen Alain Finkielkraut – 18. Februar 2019

Nachgefragt: Ein Gespräch mit Isabelle Bourgeois über die Bewegung der “Gelben Westen” – 8. Februar 2019

#lire III Französische Literatur für Schüler/innen – 8. Februar 2019

Holocaust-Gedenktag – 27. Januar 2019

Débat citoyen sur l’Europe avec la Chancelière allemande Angela Merkel – 24. Januar 2019

#TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar 2019

22. Januar 2019: Der Aachener Vertrag. Le Traité d’Aix-la-Chapelle – 21. Januar 2019

Französisch-deutsches Twittern über den Aachener Vertrag: #AachenerVertrag – #TraitédAixlaChapelle – 18. Januar 2019

13 janvier 2019 : La Lettre d’Emmanuel Macron aux Français – 13. Januar 2019

Die Künstliche Intelligenz in Brüssel – 10. Januar 2019

Vom Élysée-Vertrag zum Aachener Vertrag im Januar 2019 – 9. Januar 2019

Les Gilets Jaunes – 9. Januar 2019

Die Demonstrationen gegen den Antisemitismus am 19.2.2019 in Paris und überall in Frankreich – 19. Februar 2019

Antisemitismus. Die Schändung des Friedhofs in Quatzenheim – 19. Februar 2019

Antisemitismus > www.france-blog.info/index.php?s=antisemitismus

Emmanuel Macron und Europa – 8. September 2018

Am Mittwoch, 30. Oktober 2019 um 19.30 beginnen die Französischen Filmtage Tübingen | Stuttgart

… mit der feierlichen Eröffnung im Tübinger Kino Museum. Als Ehrengäste dürfen wir Staatssekretärin Petra Olschowski, Oberbürgermeister Boris Palmer, Prof. Carl Bergengruen (MFG), den Schweizer Konsul Thomas Casura, den Kulturattaché der Französischen Botschaft Cyril Blondel und Andreas Schreitmüller, den Redaktionsleiter von ARTE begrüßen.Festivalleiter Christopher Buchholz und die deutsch-französische Sängerin und Schauspielerin Katrin Kaspar führen gemeinsam durch den Abend.

Am Donnerstag, 31. Oktober um 19.30 beginnen die 36. Französischen Filmtage im Stuttgarter Kino Delphi. Hier werden Prof. Carl Bergengruen, Frankreichs Generalkonsulin Catherine Veber und der Leiter des Kulturamts der Stadt Stuttgart Marc Gegenfurtner zu Gast sein und Katrin Kaspar wird wieder moderieren.

> www.franzoesische.filmtage-tuebingen.de

Der Eröffnungsfilm des diesjährigen Festivals ist „Les Misérables“ von Ladj Ly. Der Film hat in Cannes den Grand Prix du Jury erhalten und sorgte dort für stehende Ovationen. Außerdem wurde er als französischer Beitrag für die Oscar-Nominierung zum besten ausländischen Film eingereicht.
Darum geht’s: Der Polizist Stéphane Ruiz lässt sich nach Montfermeil bei Paris versetzen, den Ort, an dem auch der Roman „Les Misérables“ von Victor Hugo spielt. Stéphane begreift schnell, dass die Banlieue nach eigenen Gesetzen und Hierarchien funktioniert. Seine Kollegen Chris und Gwada erklären ihm, wer für die Muslimbrüder rekrutiert, wer Hasch vertickt und welcher Gangster das Viertel regiert. Die angespannte Situation zwischen der Polizei und den Bewohnern des Vororts eskaliert, als ein Löwenjunges geklaut und mit Gewalt gedroht wird. Die an die Unruhen von 2005 anknüpfende Geschichte zeigt, wie die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt.

Der Regisseur Ladj Ly ist selbst in Montfermeil aufgewachsen, seine Familie stammt aus Mali. 2007 veröffentlichte er seinen ersten Dokumentarfilm „365 jours à Clichy-Montfermeil“ , indem er die Gewalt zeigt, die sich während der Unruhen 2005 und 2006 in den Pariser Vororten entlud. 2008 filmte er eher zufällig einen brutalen Polizeieinsatz gefilmt. Die Polizisten wurden aufgrund seiner Bilder später verurteilt.
Nach dem Eröffnungsfilm findet in den Oberen Sälen des Museums ein Empfang statt, zu dem die Französischen Filmtage, ARTE, die Schweizer Botschaft und das Schweizer Konsulat in Stuttgart einladen.

> 36. Französische Filmtage in Tübingen und Stuttgart – Frankreich-Blog – 23. Oktober 2019

Gastland Schweiz: In der Reihe „Fokus Schweiz“ werden insgesamt zehn Schweizer Filme gezeigt:
African Mirror – Mischa Hedinger
Delphine et Carole, insoumuses – Callisto Mc Nulty
L’Apollon de Gaza – Nicolas Wadimoff
Le Milieu de l’Horizon – Delphine Lehericey
Les Particules – Blaise Harrison
Madame – Stéphane Riethauser
My Little One – Frédéric Choffat, Julie Gilbert
Tambour Battant – François-Christophe Marzal
Where We Belong – Jacqueline Zünd
Zone Rouge – Cihan Inan

Dazu kommen die Wettbewerbsfilme:
L’île aux oiseaux – Maya Kosa, Sergio da Costa
Une urgence ordinaire – Mohcine Besri
Cavale – Micha Wald

In weiteren Reihen werden Filme aus dem frankophonen Afrika gezeigt, das Institut Français lädt zu einigen modernen Klassikern des französischen Kinos ein, französische Filmemacher und produzenten werfen in der Reihe „Blickfang“einen Blick auf die Welt außerhalb Frankreichs und der Programm-Manager der Französischen Filmtage Hasan Ugur hat eine kleine Serie mit LGBTQ-Filmen kuratiert.

Die Retrospektive ist dem Musiker und Filmemacher Denis Dercourt gewidmet, in dessen beunruhigenden Thrillern Musik oft eine Hauptrolle spielt und die sowohl deutsche als auch französische Perspektiven einnehmen. Denis Dercourt wird in Tübingen eine Masterclass leiten und in Stuttgart gemeinsam mit seinem Bruder, dem Filmproduzenten Tom Dercourt, sowie der produzentin Anna-Luise Dietzel bei einer Diskussion über den deutschen und den französischen Film auf dem Podium sitzen.

Masterclass im Anschluss an den Film „En équilibre“:
Sonntag, 3. November 2019
14.00, Kino Atelier

Im Gespräch: Der deutsche und der französische Film
Eine Veranstaltung des Fördervereins Deutsch-Französische Kultur Stuttgart
Sonntag, 3. November, 11.00
Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstraße 70/1

Diskussionen

So viel Auseinandersetzung wie in diesem Jahr gab es auf den Französischen Filmtagen selten. Mit vielen interessanten und prominenten Gästen wird sich über Künstliche Intelligenz und Populismus, Verschwörungstheorien und Gelbwestenbewegung, Feminismus und das afrikanische Kino ausgetauscht. Zu all diesen Diskussionen gibt es natürlich den jeweils dazu perfekt passenden Film.

Film und Musik

Die SACEM, die französische Musikförderungs- und -verwertungsgesellschaft, ermöglicht es den Französischen Filmtagen auch in diesem Jahr, drei Filmkomponist*innen einzuladen, die die Musik zu ihren Filmen vorstellen und mit dem Journalisten und Experten für Filmmusik Benoît Basirico über ihre Arbeit sprechen.
Eine echte Filmtagetradition ist das Cinéconcert, ein Stummmfilm mit Musik. In diesem Jahr ist es, passend zu unserem Schwerpunktthema „Künstliche Intelligenz“ der Klassiker „Metropolis“. Die Musik dazu macht Murcof, ein mexikanischer Star der elektronischen Musik.

Rund ums Festival

Kurz- und Trickfilme, Konzerte und Partys, Schulkino und eine Fortbildung zu Virtual Reality – die Französischen Filmtage bieten auch in diesem Jahr ein üppiges Rahmenprogramm rund um den (frankophonen) Film.
Seit Montag, 28. Oktober ist die Lobby der Französischen Filmtage in der Hinteren Grabenstraße 20 geöffnet. Hier kann man – wie natürlich auch direkt in den Kinos – Karten reservieren, Kataloge und Spielpläne holen, unsere Gäste treffen und Festivalatmosphäre tanken.
Lohnenswert ist auch ein Besuch der Website der Französischen Filmtage, die in diesem Jahr besonders umfangreich und übersichtlich ist und zu wirklich jeder Veranstaltung der Französischen Filmtage präzise Informationen überliefert.

Auf der Website finden Sie alle Termine, Spielorte etc., dazu Fotos und Trailer von fast allen Filmen. Für weitere Informationen, Bildmaterial, Interviewanfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Wenn Sie noch näher am Festival dran sein möchten, abonnieren Sie bitte unseren Newsletter in deutscher oder französischer Sprache: > franzoesische.filmtage-tuebingen.de/newsletter-anmeldung

Gespräch „Ein Jahr danach …“: Die aktuelle politische Lage in Frankreich

Di 08.10. | 19:00 Uhr | Hospitalhof Stuttgart | Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart | 7/5€

Die Gelbwestenbewegung (franz. Mouvement des Gilets jaunes) startete Ende Oktober 2018 als Protest gegen die von Präsident Macron geplante Steuererhöhung auf fossile Kraftstoffe. Später kamen weitere Forderungen hinzu, z.B. die Anhebung des Mindestlohns und der Renten. Macron reagierte auf die zum Teil gewalttätigen Ausschreitungen u.a. mit der „Großen Nationalen Debatte“ (franz. grand débat national).

Welche Auswirkungen hatten die Forderungen der Gelbwesten und die Gesprächsangebote der Regierung?

Der aktuelle und der ehemalige Frankreich-Korrespondent der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten, Dr. Knut Krohn und Dr. Axel Veiel gehen diesen Fragen im Gespräch nach.

Kartenreservierung unter: info@hospitalhof.de, Tel. 0711 / 20 68 -150

Eine Veranstaltung des Institut français Stuttgart und des evangelischen Bildungszentrums Hospitalhof e.V.

Die „Gelben Westen“ und der schwarze Block

Aktualisiert, 19.3.2019, 17 h 56, 20 h 24: Nach der Lektüre von Le Monde am 19.3. und 20.3.2019, ergibt sich für unsere Redaktion das folgende Bild der Lage:

Die Demonstranten, 32.000 sollen es am Samstag, 16. März, gemäß der Behörden in Frankreich gewesen sein, von denen viele in Paris die > gelben Westen überstreiften, um ihren Protest auf die Straße zu tragen. Sie haben es nicht geschafft, sich von den gewaltbereiten Schwarzvermummten zu distanzieren oder sie gar an den Gewalttaten zu hindern. Der schwarze Block hat am letzten Samstag 90 Geschäfte auf den Champs-Élysées vandalisiert, geplündert, zerstört und das Restaurant Fouquet‘s und Zeitungskioske angezündet. Gerade war der > Grand débat national zu Ende gegangen, den Präsident Macron initiiert hatte, und der ihm und der Regierung offensichtlich einige Pluspunkte eingebracht hatte.

Am Samstag, 16. März, musste Präsident Macron seinen Skiausflug in den Pyrenäen eilig abbrechen (> L’infox de la « bouteille de vin à 2 000 euros » d’Emmanuel Macron – Le Monde, 19.3.2019) und nach Paris zurückkehren, um dort wie am 1. Dezember „starke Maßnahmen“ zu versprechen, damit sich diese Gewalttaten nicht wiederholen. Macron fügte hinzu, dass alle die bei den Gewalttaten dabei waren, sich zu den Komplizen der Casseurs gemacht hätten.

Der erneute Ausbruch an Gewalt erinnert die Regierung daran, dass die richtige Strategie gegenüber dem Protest der „Gelben Westen“ noch nicht gefunden ist. Von einem „dysfonctionnement“ der Sicherheitskräfte wurde am Samstagabend gesprochen. Sie müssen weiterhin die richtige Strategie gegenüber einer Bewegung finden, die die Gewaltbereiten nicht kontrollieren kann und dem Vernehmen nach – einige der Gelben Westen haben dies gegenüber Journalisten gesagt – auch nicht will. Jetzt lautet die Frage, wie groß ist der Rückhalt, den die gelben Westen in der Bevölkerung noch finden?

https://twitter.com/nzzvisuals/status/1107925693730574337?s=21

Und es kommt auch darauf an, welche Schlussfolgerungen Präsident Macron und die Regierung aus den Ergebnissen des Grand Débat national ziehen werden. Noch im Dezember wurden 10 Milliarden Euro zur Stärkung der Kaufkraft eingesetzt, die große Nationale Debatte wurde in 10300 Versammlungen durchgeführt und 1,4 Millionen Beiträge wurden auf der Website der > Grand Débat National hinterlegt.

Bekommt die Politik in Paris mit den Demonstrationen zugunsten des Klimaschutzes jetzt ein neues Problem dazu? Am Samstag demonstrierten nach Angaben der Veranstalter in Paris 100.000, nach Schätzung der Polizei 35.000, denen sich viele Gelbwesten friedlich anschlossen. Ob beide Bewegungen sich (friedlich?) zusammenschließen werden?

Das neue Gesetz, das ein Vermummungsverbot und die Erlaubnis Taschen und Fahrzeuge auch am Rande der Demo zu durchsuchen, enthält, ist noch nicht in Kraft.

> Police et sécurité : maintien de l’ordre public lors des manifestations – Dossier législatif auf der Website der Assemblée nationale

Der Präsident hat es an den Verfassungsrat zur Prüfung überwiesen (Saisine du conseil constitutionnel du 13 mars 2019 par M. le Président de la République, en application de l’article 61 alinéa 2 de la Constitution).

Inzwischen wurde der Polizeipräfekt von Paris, Michel Delpuech, seines Amtes enthoben. Didier Lallemand, der Präfekt der Région Nouvelle-Aquitaine soll ihm nachfolgen.

Am Montag, 18.3., hat Premierminister Edouard Philippe sich zu einer harten Linie bekannt. Sowie bei den Demonstrationen wieder Gewalt ausgeübt werde, sollen Ansammlungen sofort aufgelöst werden. Le Monde zitiert ihn mit den Worten: „dispersion immédiate des attroupements“ und er bekennt: „A être plus ferme, il y a plus des risques.“ Damit wächst die Gefahr einer Eskalation. Das muss genau überlegt sein, denn dazu gehört immer auch wieder eine Überlegung, wie Gewalt wieder reduziert und gestoppt werden kann. Eine wachsende Zahl von Verletzten könnte den „Gelben Westen“ weiteren Auftrieb geben, genauso wie ein erfolgreicher Einsatz der Sicherheitskräfte gegen die Gewalt, die die Bewegung befrieden würde, dazu beitragen könnte, die Wogen zu glätten. Sieht es danach aus? Die Polizei soll verstärkt mit weniger gefährlichen Gummigeschossen und „produits marquants“ ausgestattet werden. Jetzt soll die Strafe für eine Teilnahme an einer illegalen Demonstration von 38 auf 135 EUR erhöht werden. Außerdem werden die Demonstrationen auf den Champs-Élysées verboten, sowie sich dort gewaltbereite Personen zeigen. Die Frage ist, ob der Regierung eine andere Wahl bleibt? Augenscheinlich hat man bisher eher auf Deeskalation gesetzt und – so könnte man das auf Fernsehbildern beobachten – die Plünderer gewähren lassen; damit könnte jetzt Schluss sein. Ohne Zweifel kann die Regierung die fortgesetzte Gewalt nicht mehr dulden, andererseits muss sie ihre Reformversprechen in die Tat umsetzen… für die sie jetzt wegen der noch nicht eingetretenen Erfolge von den „Gelben Westen“ kritisiert wird.

Aus der Umgebung von Präsident Macron berichtet LE MONDE von großem Druck, den er auf die Regierung ausübe: « Il est ulcéré par ce qui s’est passé samedi. Je n’ai pas le souvenir de l’avoir senti aussi déterminé, » zitiert LE MONDE aus seinem Umfeld.

Neben dem Schild von Cartier auf den Champs-Élysées hat jemand auf die Wand „À la semaine prochaine“ gesprüht.

Les Gilets Jaunes

Mit der Kritik an der geplanten Ökosteuer auf Benzin fing die Bewegung an, als zwei Videos mit Kritik an der Steuerpolitik der Regierung in den sozialen Netzwerk auftauchten.


Pierre- Yves le Borgn‘ : „Le mouvement des gilets jaunes est un appel à l’aide. En cet hiver 2019, plus d’un trimestre après le premier acte et deux mois après les annonces du Président de la République, sans doute en retient-on d’abord les violences du samedi, désormais que l’expression dominante semble être confisquée par quelques chapelles extrémistes, réactionnaires, complotistes ou antisémites et par une poignée de « leaders » autoproclamés sujets à l’ivresse des cimes…. “ > Ma contribution au grand débat sur la démocratie et la citoyenneté


Die Gelbe Weste wurde zum Symbol der Bewegung, die es sich angewöhnt hat, jeden Samstag in Frankreich (actes I-…) zu demonstrieren und Kreisverkehre und Zahlstellen der Autobahnen zu besetzen. Dabei wurde (wird) nicht nur am

> Équipements obligatoires pour une voiture : gilet de sécurité, éthylotest,…
Website des > www.service-public.fr

„Le conducteur doit posséder :

un gilet de sécurité fluorescent homologué, avec un marquage CE apposé sur celui-ci, à l’intérieur du véhicule, dans un endroit permettant de le prendre facilement avant de sortir du véhicule,
et un triangle de signalisation de danger homologué, avec un marquage E 27 R apposé sur celui-ci, à l’intérieur du véhicule.

Le gilet et/ou le triangle doivent être utilisés en cas d’immobilisation du conducteur ou du véhicule sur la chaussée ou ses abords suite à un arrêt d’urgence.

Le triangle doit être placé à une distance de 30 mètres au moins du véhicule ou de l’obstacle à signaler.

Les feux de détresse doivent également être allumés.

Le non-respect de ces obligations est passible d’une amende pouvant aller jusqu’à 375 €.“

Rande der Demonstration massiver Sachschaden angerichtet und es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Gendarmerie und der CRS. Sehr schnell haben die „Gilets jaunes“ ihre Forderungen ausgeweitet. Im Zentrum steht ihr Ruf nach der Demission von Präsident Macron und die Einführung eines „Référendum d’initiative citoyenne“.  Hinter den „Gilets Jaunes“ steht keine politische Organisation, ihre Anhänger organisieren sich über soziale Netzwerke, deren hohe Like-Zahlen oder Follower aber keinen wirklichen Eindruck erlauben, wie ihr Rückhalt in der Bevölkerung tatsächlich ist.

Unsere Redaktion hat Professor Seul, Universität Nanterre, im Dezember nach seiner Einschätzung gefragt. Er hat uns eine ausführliche Stellungnahme geschickt > Gelbwesten-Bewegung in Frankreich – eine politische Einschätzung – Hier zum Herunterladen als *.pdf –

Professor Seul skizziert die bisherige Reformpolitik unter Macron, die Unzufriedenheit im Land und den unmittelbaren Anlass für die Demonstrationen ab November: „Die zur Finanzierung der Energiewende geplante, höhere Besteuerung von fossilen Benzin- und Dieselkraftstoffen aber löste binnen weniger Tage eine Protestbewegung aus, die ganz Frank-reich erfasste und bis heute anhält. Meinungsumfragen zufolge unterstützen drei Viertel der französischen Bürger die Gelbwesten und halten ihre Demonstrationen für gerechtfertigt.“ Otmar Seul nennt eine Deutung der Ursprünge der Demonstrationen: „Wer sich als Opfer ‘sozialer Ungleichheit’ betrachtet, zögert nicht, sich gesellschaftlich als ausgegrenzt, als ‘abgehängt’ zu wähnen, und die Schuld bei den ‘Eliten’ zu suchen. Damit gerät Frankreichs Präsident unter Beschuss. Denn der 2017 vom Wähler offenbar honorierte innovative Charakter seiner Politik liegt nicht zuletzt darin, dass er die Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse verschlanken und damit beschleunigen will, ohne an die unter der V. Republik übliche, oft als lähmend empfundene ‘Interaktion’ (Pierre Rosanvallon) mit Parteien, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Kammern, Gebietskörperschaften und anderen ‘Zwischenkörperschaften’ (corps intermédiaires) gebunden zu sein.“ Zum einen handelt es sich, wie Macron dies auch sagte, um tieferliegenden Unmut, der sich („il vient de loin“) an dem Gefühl (von den Eliten) zurückgelassen worden zu sein und zum zweiten, dass unter Macron, die Zügigkeit der Reformen, die Sozialpartner vernachlässigt habe. Jetzt stellt sich die Frage, ob die von Macron versprochene Serie der Konsultationen, über die er bald per Brief an die Franzosen informieren möchte geeignet sein wird, den Forderungen der Demonstranten entgegenzukommen: „Auch wenn nicht erwartet werden kann, dass der Präsident sich bei der Wahrmachung seines Wahlversprechens, die Weichen für eine ‘partizipative’ Demokratie im Lande zu stellen, als ‘Basisdemokrat’ profiliert, ein kooperativerer Politikstil als bisher ist ihm zuzutrauen.“ Alerdings notiert Otmar Seul auch: „Es wäre naiv, anzunehmen, dass ein baldiger – wie auch immer gearteter – Vergleich zwischen Regierung und Gelbwesten einer Lösung der durch Protestbewegung und staatliche Gegenmaßnahmen aufgeworfenen Fragen gleichkomme. Die Geschehnisse offenbaren eine gesellschaftliche Polarisierung, die an die Grundfesten der 5. Republik rührt und, auf jeden Fall, Macrons steuerpolitisch fundierten Reformkurs gefährdet.“

Macrons Bemerkung, der Unmut dieser Bewegung käme von weit her, offenbart ein Dilemma der französischen Politik, der der jetzt aufbrechende Unmut nicht unbekannt ist und immer wieder im Wahlkampf zu jedem Quinquennat Reformen versprochen hat, ohne dann wirklich Taten folgen zu lassen, weil viele Reformen oft im Keim erstickt wurden. Am letzten Montag hat Premierminister Philippe eine Verschärfung des Demonstrationsrechts angekündigt, nachdem am vorhergehenden Samstag Demonstranten mit einem „ausgeliehenen“ Baufahrzeug in ein oder zwei Anlaufen das Tor zu einem Ministerium eingerammt wurde. Der Staatssekretär beim Premierminister Benjamin Griveaux, der Sprecher der Regierung wurde durch eine Hintertür „exfiltriert“ in Sicherheit gebracht. Wie wird es weitergehen? Der Dialog mit den Demonstranden hat oberste Priorität. Die Regierung und Präsident Macron sucht mit ihnen den Dialog, wobei dieser sich nicht einfach gestaltet, weil sie bisher keine wirkliche Organisaiton hat / haben will. Der Rücktitt von Chantal Jouanno, der Präsidentin der Commission nationale du débat public (CNDP) > Le « grand débat » ou la difficile reconquête de l’opinion par Macron, den LE MONDE gerade ankündigt, wird den Start des Bürgerdialogs erschweren.

> „Gilets jaunes“ : Philippe annonce la mobilisation de 80 000 policiers et gendarmes samedi – franceinfo – 7. Januar 2019

Auf unserem Blog:

> Die Reaktionen auf die Demonstrationen der Gilets jaunes – 6. Dezember 2018

> Was wollen die Gilets jaunes?  – 4. Dezember 2018

>Die Gilets jaunes und das Chaos rund um den Triumphbogen – 3. Dezember 2018

Ohne die Gilets jaunes explizit zu nennen hat Präsident Macron Ihnen in seiner Neujahrsansprache geantwortet:
> Les vœux 2019 du Président de la République – 1. Januar 2019

> Heute, Montag 10. Dezember 2018, 20 h: L’allocution du Président de la République – 10. Dezember 2018

> Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich – 28. November 2018

Die Reaktionen auf die Demonstrationen der Gilets jaunes

Ergänzungen: 18.12.2018, 9 h 10:

Ergänzungen: 12.12.2018, 15 h 10:

Christian Lequesne > Les gilets jaunes incarnent des pathologies françaises – Huff Post 12.12.2018

Ergänzungen: 7.12.2018, 15 h 10:

> „C’est une bataille qui donne déjà envie de pleurer“ : la tribune de Jean-Michel Aphatie à la veille de l’acte 4 des „gilets jaunes“ – EUROPE 1 – 7 décembre 2018

Ergänzungen: 7.12.2018, 16 h 12:


Die Erhöhung der Benzinsteuer (Ökosteuer) ist von der Regierung in Paris am 5. 12. 2018 für 2019 abgesagt worden, das teilte François de Rugy, Ministre d’Etat, Ministre de la Transition Écologique et Solidaire, am 5.12.2018 mit. In einer Fernsehrunde erinnerte er daran, dass die letzten Erhöhungen der Spritpreise keine Steuererhöhungen waren. Am 6.12.2018 erklärte Edouard Philippe, die geplante Erhöhung der Ökosteuer seien vom Tisch. Präsident Macron hatte deren definitive Aussetzung entschieden. : “ « La hausse des taxes sur le carburant ne sera pas réintroduite », confirme Philippe“, gemäß Le Monde.

Unsere Lektüreempfehlung:

> www.tandem-europe.eu: „Wir sind ein Netzwerk engagierter Europäer, die sich an der Diskussion über die deutsch-französische Partnerschaft und die Zukunft der EU beteiligen möchten.“

Zum Download: > Isabelle Bourgeois,> „Gilets jaunes“ : Aufstand für mehr demokratische Teilhabe, 2. Dezember 2018 – pdf

Mit freundlicher Genehmigung von Isabelle Bourgeois.

In mehrern Kapiteln „In Staudemm bricht“, Stadt-Land Gefälle, Eine „Zweiklassen“-Gesellschaft, La France périphérique ist aufs Auto (Diesel) angewiesen, „En région“ versus Paris, Basisdemokratie im digitalen Zeitalter analysiert Isabelle Bourgeois das Entstehen, die Absichten und die Zeile der Gilets jaunes.

Warum unsere Redaktion über die Gilets jaunes schreibt?  Françoise Fressoz liefert am 6.12.2018 in LE MONDE unter der Überschrift Un président qui n’est plus sûr de rien eine Erklärung: „Pendant un an, tout est allé très vite mais soudain le doute s’est installé : et si cela ne marchait pas ? Car de résultats, point, ou si peu. La croissance est restée faible, le chômage fort. Sur la scène européenne, Angela Merkel a joué l’Arlésienne tandis que sur la scène mondiale, l’incontrôlable Donald Trump parlait et agissait bien plus fort que le président français.“ Es ist wahr, Berlin lässt Paris immer noch auf grundlegende Antworten zu Europa warten. Während Macron schon ein beeindruckende Bilanz vorweisen kann, ist es bis auf eine Einigung in Sachen Euro auf kleinem Nenner und der Digitalsteuer in Berlin immer noch ziemlich still (Stichworte: Regierungsbildung, Seehofer-Krisen I und II, Vorsitz der CD). Das wäre es gewesen, wenn Berlin und Paris zusammen diese Bilanz > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede hätten schreiben können.

Unsere Redaktion sammelt hier Reaktionen:
Ergänzt am 4.11.’18 um 21 h 07,  5.12.2018, 14 h, 23 h, 6.12. 0 h 05:


> Daniel Cohn-Bendit über Gelbwesten – TAZ 7-12-2019: „Lasse mich nicht ins Trikot zwingen,“ sagtr Cohn-Bendit und kritisiert den autoritären Charakter der
Bewegung der Gelben Westen.

Raphaëlle Bacqué > D’Eric Drouet à « Fly Rider », les mots d’ordre des figures des « gilets jaunes » – LE MONDE 7 décembre 2018


Was ist da eigentlich in Frankreich passiert? Betrachtet man die Twitter-Accounts der gelben Westen, die es schon in vielen Städten gibt, es sind nicht Hunderttausenden, sondern, das die bewegen sich im vierstelligen, aber auch im fünfstelligen Bereich, aber die Likes halten sich doch sehr in Grenzen.

Wenn Meinungsumfragen mit hohen Zustimmungsquoten genannt werden, muss zwischen Sympathisanten, Zustimmung und Mitmachen unterschieden werden. Sicher auf Facebook ist der Zuspruch größer… aber wie leicht wird geklickt, wenn der Zeigefinger schon über der Maustaste schwebt. Steuern senken? Klick. SMIC erhöhen: Klick. Kritik an der Regierung: Klick.  Nicht jedes Teilen ist auch eine Zustimmung. Die Art und Weise wie soziale Netzwerke funktionieren – ihre Prozesse kanalisieren die Absichten ihrer Anhänger > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I-IV), 9. Januar 2017 – tragen dazu bei die Proteste zu verstärken, zugegeben, sie helfen bereits vorhandene Sorgen und Ängste zu artikulieren, die im Grunde genommen, weil schon viel früher entstanden im Prinzip nicht der heutigen Regierung anzulasten sind, auch wenn diese manches vielleicht übersehen hat. Es fällt auf, dass einige der Twitterkontos der Gelben Westen keine Statistik über Likes anzeigen.  Andererseits darf man auch nicht übersehen, dass in den letzten Monaten sehr erfolgreich > Consultations citoyennes in einem bisher nicht gekannten Ausmaß angeboten und durchgeführt worden sind. Wogegen wehren sich die Gelben Westen? Gegen die Reformen von Präsident Macron? Es ist so leicht, einfach mehr Geld, eine Senkung des Renteneintrittsalter und die Erhöhung des SMIC oder wie in Colombiers die Wiedererrichtung der Grenzen, etc. zu fordern. Die Erfolge der letzten 15 Monate werden dabei völlig ausgeblendet. Sind die Gelben Westen eine konservative Bewegung? Wirft man dem Präsidenten die vielen gleichzeitig auf den Weg gebrachten Reformen vor? Die Zitate, die sein Image trüben, ganz so als ob das die wichtigste Kritik wäre?

Die Bewegung der Gilets jaunes sind wohl nicht in der Mehrheit in Frankreich: Vgl. „Force est de constater que la contestation des ce n’est pas la majorité des “ [sagt] Laurent Segnis, fondateur des , der auf den Anteil der rechtsextremen Gruppierungen an den Demonstrationen vom letzten Samstag hinweist, zitiert David Poujdas ihn einem > Tweet.  Vgl. > twitter.com/LSEGNIS

„Cette colère vient de loin. Elle a longtemps couvé, elle est souvent restée muette, par pudeur et par fierté. Elle est aujourd’hui exprimée avec force et de façon collective. Cette colère, il faudrait être sourd et aveugle pour ne pas la voir, ni l’entendre. Comme le Président de la
République, comme les parlementaires, cette colère, je l’entends et j’en mesure à la fois la réalité, la force et la gravité.C’est la colère de la France qui travaille, dur, et qui peine à joindre les deux bouts, la colère des Français qui sont le dos au mur, celles aussi des mères de famille qui élèvent seules leurs enfants. Cette colère prend sa source dans une profonde injustice. Celle de ne pas pouvoir vivre dignement du fruit de son travail. De ne pas pouvoir subvenir aux besoins de ses enfants alors que les journées de travail commencent tôt et finissent tard, surtout si l’on y ajoute le temps de transport.“> > Édouard Philippe, Premier-Ministre 4-12-18

„Qu’est-ce qu’on constate depuis trois semaines ? On voit monter en France une colère profonde qui vient de loin. Qui a longtemps été cachée par pudeur et fierté. Aujourd’hui elle s exprime de manière collective. Colère de Français qui ont le sentiment d être dos au mur, qui travaillent et ne veulent pas être relégués,“ so wird Premierminister Edoaurd Philippe zitiert, der sich heute vor der Fraktion En Marche geäußert hat : > « Gilets jaunes » en direct : Edouard Philippe confirme le moratoire sur la hausse des carburants – LE MONDE, 4.11.2018

Le Monde meldet eben (4.11.’18, ): “« Gilets jaunes » : Matignon va annoncer un moratoire sur la hausse de la taxe sur les carburants”. Dieses Moratorium zusammen mit anderen Maßnahmen soll heute den Abgeordneten von En Marche vorgestellt werden. Außerdem ließ der Kulturminister Franck Riester (président du parti Agir), so LE MONDE verlauten, der Premierminister M. Philippe werde « annoncer un geste d’ouverture fort dans les prochains jours ».

Am 4.12. gegen Mittag hat der Premierminister im Fernsehen Stellung bezogen:

> Discours de M. Édouard PHILIPPE, Premier ministre Hôtel de Matignon – Mardi 4 décembre 2018

Schon erinnern die gelben Westen daran, dass die Steuer nicht verschoben sondern annulliert werden müsse. Hat die Regierung zu wenig angeboten? Oder müsste jetzt nicht doch der Staatspräsident im TV seine Sicht der Dinge darlegen? Die Bewegung der gelben Westen hat bereits eine so starke innere Dynamik gewonnen, dass ihre Reaktionen kaum vorhersagbar sind, sondern ihre Zeiger stehen z. Zt. nur auf Radikalisierung. Ihre drei Demo-Samstage haben zu einem Einknicken der Regierung geführt, was die Bewegung möglicherweise nur als Ermutigung für die Durchsetzung weitere Forderungen ausnutzen wird.

> Die Stellungnahme von Daniel Cohn-Bendit – France-Inter:
In einem > Tweet von qfranceinter wird Cohn Bendiit mit diesen Worten zitiert: .@DanyCohnBendit : „On n’est pas dans une période révolutionnaire, on est dans une période de tentation autoritaire.“ Möglicherweise kommt er auf diesen Gedanken, weil die Gilets jaunes sich volksnah geben, aber durch das gemeinsame Kennzeichen der gelben Westen allen möglichen politischen Tendenzen Unterschlupf gewähren und man im Umgang mit ihnen nicht weiß, mit wem man es zu tun hat, wer wen zu was und warum legitimiert? Die Zustimmung zu den Gilets jaunes soll in Frankreich hoch sein, aber welche Unterschiede gibt es zwischen Mitmachen, unterstützen, sympathisieren oder nur gut finden? Bis jetzt hat man den Eindruck, dass jede Art von Interesse an der Bewegung von ihr vereinnahmt wird. Akt der Verzweiflung sagen die einen, andere kritisieren die vielen Blockaden, die, wie wir schon angedeutet haben, zunächst noch am 17.11. keineswegs rundweg abgelehnt wurden. Immerhin, es ist erkennbar, dass es einzelne Stimmen der Bewegung sind, die den Kontakt mit dem politischen Establishment ablehnt, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen und um sich weiteren Zulauf qua Fundamentalopposition gegen die da oben zu sichern. Das macht sie gefährlich und entspricht dem Befunde Cohn-Bendits, dass diese Bewegung auch Wünsche nach einer autoritären Lösung erfüllt. Die Bewegung der Gelben Westen nutzt die Lage der Parteien geschickt aus, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, dabei müssten auch ihre Follower skeptisch werden, wenn vom „Volk“ gesprochen wird, dass jetzt Forderungen erhebt. Zu den Forderungen der Gelben Westen und deren Verteilung auf der politischen Landschaft hat LE MONDE eine interessante Recherche vorgelegt:

> Sur un axe de Mélenchon à Le Pen, où se situent les revendications des « gilets jaunes » ? – LE MONDE – 4.12.2018

Die neue Website des Élyséepalastes zeigt an, dass auch Demonstrationen die Notwendigkeit von Maßnahmen, die die Folgen des den Klimawandels abfedern, nicht verhindern sollten:

Auf unserem Blog:

> Was wollen die Gilets jaunes? – 4. Dezember 2018

> Die Gilets jaunes und das Chaos rund um den Triumphbogen – 3. Dezember 2018

> Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich – 28. November 2018

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