Warum soll man Französisch lernen?

Bevor es in Frankreich die ersten Weichenstellungen für die Reformen und die Europapolitik geben wird, und bevor der Wahlkampf für die Wahl zur Nationalversammlung im Juni beginnt, können wir uns jetzt erstmal wieder auf den Französischunterricht besinnen, zumindest solange wie Nicolas Sarkozy auf der Yacht bei Malta Urlaub macht. Aus seiner Umgebung hieß es „il va décompresser un peu“. Hübsch gesagt, aber schon hat längst das Gerangel um die Bildung des Kabinetts begonnen und Sarkozy wird sein téléphone portable oder mobile auch im Urlaub immer am Ohr halten. Mit nur 15 Mitgliedern, paritätisch mit Frauen und Männern besetzt wird es wohl nur ein Übergangskabinett so eine Art Wahlkampfkabinett werden, schließlich will Sarkozy die komfortable Mehrheit im Parlament behalten, weil er sie für seine Reformen brauchen wird.

Wie gesagt, bevor es hier eine neue Kategorie Nationalversammlung geben wird, geht es erst hier mal wieder um die französische Sprache. Meine Kollegen haben zusammen mit Jacques Bouché (Maison de France, Mainz) und Thilo Karger und Gerlind de Melo Gonçalves (Gießen) ein > Faltblatt für Eltern entwickelt, auf dem einige wenige aber umso ein leuchtendere Gründe für das Erlernen der französischen Sprache genannt werden. Außerdem finden die Eltern und auch die Schüler auf dem Faltblatt eine Liste mit wichtigen Websites rund um die deutsch-französischen Beziehungen. Es fehlt eigentlich nur der Hinweis darauf, dass Französisch leichter als Englisch ist. Aber das ist den Schülern, die sich nicht so recht für Französisch entscheiden können, bestimmt nicht klar. Sie folgen ja bei solchen Entscheidungen immer gerne den Meinungen anderer und hören immer wieder, Französisch sei schwer. Richtig einleuchtende Gründe, warum das so sein soll, sind mir noch nicht bekannt. Englisch hat einen Wortschatz, der fast dreimal größer als der der französischen Sprache ist, man braucht ja nur die in der Größe vergleichbaren Wörterbücher zu wiegen: Englisch und Französisch. Nehmen wir mal die größten von PONS. Die > 35.000 phraseologische Einheiten sind ja ne ganze Menge und sicher nur eine kleine Auswahl. Oder > 390.000 Stichwörter und Wendungen auf 2.250 Seiten zeigen die ganze umfangreiche und faszinierende ! Vielfalt der englischen Sprache. Das im Umfang vergleichbare Wörterbuch für Französisch hat > 280.000 Stichwörter auf 1500 Seiten.

Schüler, die Französisch lernen, können viel eher unbekannte Texte lesen, als ihre Altersgenossen, die mit Englisch anfangen, und die eben viel öfters bei PONS nachschlagen müssen. Außerdem erreichen Französischschüler eher ein gutes Sprachniveau. Sicher, solche Ansichten kann man diskutieren – das ist der Hinweis auf die Kommentarfunktion in diesem Blog -, aber Französischlehrer, die auch Englisch unterrichten, stimmen mir im allgemeinen zu.

Französisch in der Schule besteht aber nur aus Grammatikunterricht. Sondern Französisch ist ein Mittel dafür die Kultur und Geschichte unseres Nachbarlandes kennenzulernen. Wir haben ja gerade in den letzten Wochen erlebt, mit welchem Engagement die Franzosen auch über die Geschichte ihres eigenen Landes und über ihre Nation diskutieren, wenn es darum geht, das Amt des Staatspräsidenten, eines nach der Verfassung der einflussreichsten Staatsämter dieser Welt, zu vergeben. Die Bedeutung dieser Wahl für Europa und die deutsch-französischen Beziehungen sind auch in der deutschen Presse hinreichend beachtet worden. Und Frankreich wird sich auf der internationalen Bühne und somit auch in Europa wieder zurückmelden. Sarkozy wird wichtige Reformen des Arbeitsmarktes in Gang setzen und bei vielen anderen Entscheidungen wird er mit dem deutschen Partner auf vielen Ebenen zusammenarbeiten. Und wer Französisch kann, hat im Beruf eben immer einen Riesenvorteil gegenüber allen anderen Bewerbern, die gut Englisch können.

Französisch heute 4/2007

http://www.france-blog.info/wp-content/uploads/2007/04/franzoesisch-heute.thumbnail.jpgIm Kallmeyer Verlag ist die > April-Ausgabe von Französisch heute erscheinen, die die Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. herausgibt.

In diesem Heft geht es vor allem Le Français fondamental und seinen Einfluss auf den Französischunterricht in Deutschland.
Albert Raasch äußert sich in einem Gespräch zur „Suche nach einem Grundwortschatz“. Und im Magazinteil berichtet Zhihing Pu über „Identité et altérité dans la communication sino-française“. Marcus Bär untersucht die „Méthodologie de la didactique du plurilinguisme: dialogue pédagogique et transfert d’identification interlinguistique.“

Das > Inhaltsverzeichnis zum Download

Schulpartnerschaften in Frankreich und 27 weiteren Ländern Europas

Wie kann man Fremdsprachenerwerb, Medieneinsatz und interkultureller Dialog am besten miteinander verbinden?

e-twinningeTwinning hilft bei europäischen Schulpartnerschaften, die über das Internet geknüpft werden: „e“ für „elektronisch“ und „Twinning“ für „Partnerschaft“. Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen, -fächer und Jahrgangsstufen können sich mit ihrer Klasse beteiligen. Wer bereits eine Partnerschule hat, kann den Kontakt per Internet vertiefen. Wer eine neue Partnerschule sucht, kann sich eine passende Schule in den 28 teilnehmenden Ländern Europas aussuchen.

eTwinning hat ein Internetplattform, wo sich zwei oder mehrere Partnerklassen über ein gemeinsames Unterrichtsthema austauschen. Jede Partnerschaft nutzt einen eigenen geschützten „virtuellen Klassenraum“. Lehrer und Schüler können per E-Mail, Chat und Dateiaustausch zusammenarbeiten. Die Arbeitsergebnisse werden auf einer gemeinsamen Webseite präsentiert.

Gefördert wird die eTwinning-Aktion im Rahmen des eLearning-Programms der Europäischen Kommission. Die Teilnahme ist kostenlos und einfach, die Anmeldung dauert nur wenige Minuten.

> www.etwinning.de/index.php

Mit französischen Schulen gibt es mittlerweile schon > 70 Partnerschaften.

Viele > Veranstaltungen begleiten die eTwinning-Aktionen. Mit dem reichhaltigen > Praxismaterial ist der Start nicht schwer.

> Infoblatt über e-Twinning *.pdf

Le retour du centre – Die Rückkehr der Mitte

french german 

André Glucksmann im Literaturhaus Stuttgart

André Glucksmann Am 15. März 2007 war André Glucksmann zu Gast im Literaturhaus. Er las einen Text „Darfur, unser Spiegel“, in dem er im ersten Ansatz nach unserer Einstellung zum Genozid fragte: „Wir gewöhnen uns langsam daran.Langsam, unauffällig, sachte, ohne zu leiden, aber wir gewöhnen uns daran. Genozid?“ Dann erinnerte er an die Massker, denen 1994 drei Monate lang täglich 10.000 Tutsis zum Opfer fielen.

André Glucksmann Die Bilder der halb verhungerter äthiopischer Kinder lösten Ende 1986 zunächst eine Spendenweille aus, dann aber als die politischen Gründe für dieses Elend bekannt wurden, versiegten, so Glucksmann, die finanziellen Hilfsquellen. Und dann erinnerte Glucksmann an Krieg in Tschetschenien. „Gleichgültigkeit ist laut Ionesco die Struktur der Nashörnergesellschaft. Doppelt gepanzert gegen die äußere Welt und gegen ihre innerer Welt, sind die Nashörner, die wir sind, – weder realistisch noch sentimental – sanftmütige, ja beinahe sympathische Wesen. Kein Tierschutzverein wird das Überleben einer so kurzsichtigen, und gelehrt stummen Art sischern können,“ fügte Glucksmann hinzu.

André Glucksmann Er warnte die Jugend Europas vor Gleichgültigkeit und erinnerte mit Nachdruck an die Arbeit von > Etudes sans frontières, die mit der Unterstützung tschetschenischer Studenten versucht, zur Unterbrechung der Spirale der Gewalt in Tschetschenien beizutragen. Die vollständige Hoffnungslosigkeit ist ein Tor zum Terrorismus, dem andere Perspektiven gegenübergestellt werden müssen.

André Glucksmann; La route de l’apocalypse passe par Beslan
in : > LE MONDE, 16 septembre 2004 (€): „Ceux qui vivent la fin du monde ne la voient pas, ceux qui la voient ne la vivent pas encore, mais sont condamnés à méditer, fût-ce contre eux-mêmes, au bord du gouffre.“ A. Glucksmann

Ludger Lütkehaus hat in der > DIE ZEIT vom 13.10.2005 Nr.42,
das Buch Ich hasse, also bin ich von André Glucksmann rezensiert.

André Glucksmann: Hass. Die Rückkehr einer elementaren Gewalt. Übers. v. Bernd Wilczek und Ulla Varchim; Verlag Nagel & Kimche, 2005; 286 S.

> Literaturhaus Suttgart

Prix des lycéens allemands 2007

Jugendliche als Literaturkritiker: 3.500 Schüler lesen die fünf nominierten Bücher des Prix des lycéens allemands 2007. Am 23. März 2007 findet auf der Leipziger Buchmesse die Preisverleihung für den Prix des lycéens allemands 2007 statt.

In Anlehnung an den in Frankreich etablierten Prix Goncourt des lycéens loben die Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Berlin, die Kultusministerien der Bundesländer, die Ernst Klett Verlage sowie die Leipziger Buchmesse zum dritten Mal den Literaturpreis aus, mit dem Oberstufenschüler an deutschen Schulen einen zeitgenössischen französischen Jugendroman auszeichnen.

Nominiert für das Jahr 2007 sind: „Créature contre créateur“ von Sarah K., „Felicidad“ von Jean Molla, „L’année de mes 15 ans“ von Marie-Claude Bérot, „Le roman de Noémie“ von Véronique M. Le Normand und „Maestro“ von Xavier-Laurent Petit. Die Themen der Romane greifen aktuelle Themen wie Gentechnik, Menschenrechte und demokratische Werte auf und sind durch den Kontext der Handlung eng mit der Lebenswelt der Jugendlichen verknüpft.

In diesem Schuljahr lesen rund 3.500 Schüler in 220 Schulen deutschlandweit die fünf Titel, aus denen sie dann nach einem festgelegten Reglement den Favoriten wählen. Die Autoren der nominierten Bücher besuchten im Laufe des ersten Schulhalbjahres verschiedene der teilnehmenden Oberstufenkurse, um mit ihnen über ihre Bücher zu diskutieren. Diese direkten Kontakte ermöglichen den Schülern einen lebendigen Zugang zur Kultur und Literatur des Nachbarlandes. Seit Mitte Januar finden die Jurysitzungen auf Schul-, Landes- und Bundesebene statt, bei denen zumeist auf Französisch über die Bücher diskutiert wird.

2006 gewann „Simple“ von Marie-Aude Murail den mit 5.000 Euro dotierten Preis, das nun unter dem Titel Simple bei der Fischer Schatzinsel erscheint. Die französische Ausgabe mit Vokabelhinweisen ist bei Ernst Klett Sprachen erhältlich. (Buch ansehen)

Mehr Informationen: > www.kultur-frankreich.de/prixdeslyceens

Le pouvoir des internautes

french german 

Was erwartet Ihr vom Französisch-Unterricht?

359 Schülerinnen und Schülerr haben an unserer Französisch-Umfrage teilgenommen.

349 haben Französisch sprechen lernen angekreuzt. 229 weisen auf den Austausch mit Partnerschulen hin: „Es ist hilfreich mit Austauschpartnern zu sprechen, da man gezwungen ist, französisch zu sprechen da der andere einen sonst nicht versteht. So wird die Aussprache besser und der Wortschatz größer.“ (Realschülerin, 15) – „Aber er [der Austausch] ist superwichtig, sonst lernt man das Sprechen nie!“ (Gymnasialschüler, 12)

Zum Sprechen: „Viel französisch sprechen, Alltagswörter zu lernen, viel über das andere Land zu erfahren.“ (Gymnasialschülerin, 12) – „… unkomplizierten umgang mit der Sprache, wichtig ist, angstfrei zu sprechen u. ruhig überhaupt zu sprechen und dabei Fehler in Kauf zu nehmen.“ (Gymnasialschüler, 16) – „… zu verstehen und sich auch zu sprechen trauen.“ (Gymnasialschülerin, 11) – „Sich gelegentlich Kassetten oder CDs anhören, um das sprachliche Verständnis zu verbessern.“ (Berufsschülerin, 18) Zur Frankreichreise : „Reise nach Frankreich um Sprachkenntnisse zu verbessern“ (Realschülerin, 15) – „Man sollte die Kultur näher gebracht bekommen.z.B. durch eine Klassenfahrt bzw. Kursreise.“ (Schülerin, 18).

„Auch mal über etwas reden und nicht immer Theorie.“ (Realschülerin, 15) – „…mehr Spaß und Theater spielen, um die Sprache besser zu nutzen und zu lernen.“ (o.A.) – „Die Kinder sollen durch eine Gruppenarbeit Dialoge miteinander führen. So kann man lernen die Sprache besser zu lernen und es macht auch viel mehr Spaß als wenn man die französiche Sprache alleine lernen muss.“ (o.A.) – „Rollenspiele“ (Realschülerin).

Lehrerbetreuung: „Der Lehrer sollte sehr viel Geduld mit der Klasse haben, weil viele es nicht zu gut mitmachen wie andere Kinder. Der Lehrer sollte sich auch die Probleme einiger Schüler anhören. So können auch schlechtere Schüler trotz schlechten Verständnis noch gut mitmachen, weil der Lehrer seine Probleme angehört hat und demjenigen das auch erklärt hat.“ (o.A.) – „… dass so vermittelt wird, dass es nicht langweilig, anstrengend oder zum Horrorfach wird! Wäre sehr schade.“ (Schülerin, 17) – „Erst auf Französisch erklären, falls es nicht alle verstanden haben, noch mal auf Deutsch.“ (Realschülerin 15)

Und zur gruppenarbeit: „Gruppenarbeit ist bei vielen Mitschülern sehr beliebt, jedoch halte ich nicht viel davon: Meistens sind es in einer Gruppe von 6 Schülern, ein oder zwei, die aktiv arbeiten, die anderen sagen immer nur „Macht mal, passt schon, wie ihr das meint“. Partnerarbeit ist wesentlich sinnvoller, sofern die Klasse eine gerade Schüleranzahl hat… Ansonsten ist eine bunte Mischung gut!“ (Schülerin, 16) – „Es ist wichtig, nicht nur allein zu lernen, sondern auch in der Gruppe. Der Umgang mit anderen verbessert den Sprachschatz und die Aussprache. Im Unterricht wird man auf seine Fehler auch aufmerksam gemacht.“ (Realschülerin, 16) – „Viele Partnerübungen, da das Lernen mit einem Partner mehr Spaß macht und somit bessere Erfolge erziehlt werden können.“ (Gymnasialschüler, 15)

255 haben Kontakt mit französischen Schulen angekreuzt: „Weil die deutsch-französische Freundschaft dadurch noch mehr verknüpft und ein geeintes Europa noch stärker ist.“ (Gymnasialschüler, 17)

Einige Schüler wünschen sich einfühlsame Lerher: „…verständlich, nicht hektisch, sondern die Geschwindigkeit sollte den Bedürfnissen der Klasse angepasst sein, wobei es nicht zu langsam werden sollte.“ (Schülerin, 17) – „… dass der Lehrer einen nicht immer gleich verbessert, dass man oft dran kommt, dass die Arbeiten nicht so schwer sind.“ (Gymnasialschülerin, 12) – „Der Lehrer erklärt den Stoff verständlich und hilft den Schülern beim Verstehen. Zusammenfassungen auf Zetteln für jedes Kapitel für die Schüler zum besser lernen.“ (Berufsschülerin, 18) – „…Lehrer die nicht immer nur denken, Schüler wollen sowieso nichts lernen.“ (Gymnasialschüler, 16)

1 28 29 30 31