Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas

Aktualisiert, 5.3. 12 h und 21 h  39, 10.3. 21 h 33

Antworten auf den Apell von Emmanuel Macron (Auswahl):

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands:
> Europa richtig machen (Getting Europe right)

Nachdem Macron sich in der Sorbonne im September 2017 so leidenschaftlich für die Reform der EU eingesetzt hat und ein Jahr später eine Bilanz gezogen hat> La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26. September 2017 – 2. November 2018, hat er am 5. März 2019 einen Brief an die Europäer veröffentlicht > Pour une Renaissance européenne – in vielen Sprachen angezeigt – , – „jamais l’Europe n’a été autant en danger / Europa war noch nie in so großer Gefahr“ – in dem er seine Reformvorschläge für Europa präzisiert, in dem das Vereinigte Königreich seinen Platz finden werde  und > er twittert zugleich an alle Bürger Europas.

In diesem Appell fehlt Macrons Gedanke von der Souveränität Europas. Wohl ohne Zweifel sind auch die Ergebnisse der Bürgerbefragungen zu Europa > Les résultats des Consultations citoyennes sur l’Europe – 23. Dezember 2018 – in die Lagebeurteilung des Präsidenten mit eingeflossen. In diesem Sinne ist der > Grand Débat National, den Präsident Macron nach den Demonstrationen der > Gelben Westen angestoßen hat, als Format der politischen Diskussion in Frankreich gar nicht so neu.  Ein erster Eindruck ist, dass Macron möglicherweise als Reaktion auf die Kritik an seinen Europaplänen – und der Stille um sie – etwas zurückrudert, einen kürzeren Text statt einer langen Rede anbietet. Aber insgesamt ist für sein Anliegen keinesfalls weniger dringend, diesmal scheinen im sogar die Gründe für seine Rede noch viel dringlicher zu sein.

Emmanuel Macron > Für einen Neubeginn in Europa – DIE WELT –

N.B. Der Brief von Emmanuel Macron wird in allen Sprachfassungen der EU auf der Website des Élysée-Palastes angezeigt: > www.elysee.fr/emmanuel-macron/2019/03/04/pour-une-renaissance-europeenne

Was nicht funktioniert und langfristig ganz offensichtlich der EU schadet, muss neu erdacht werden. Er schlägt keine Reform vom Schengenraum, sondern seine Auflösung vor, „platt machen“ will er ihn und durch eine gemeinsame Grenzpolizei und ein europäisches Asylamt, mit strikten gemeinsamen Kontrollregeln ersetzen, zu

Auf unserem Blog:

denen die Mitgliedsstaaten im Rahmen der europäischen Solidarität – in dem er sie nennt, fordert er sie auch ein – beitragen solle. Außerdem soll ein Europäischer Rat für Innere Sicherheit geschaffen werden und ein Verteidigungs- und Sicherheitsrat … in Verbindung mit der Nato und unseren europäischen Alliierten. Man wird ihm ein Vorpreschen etc. vorwerfen, man wird Frankreich kritisieren, weil es einen Alleingang wagt, der beim Stillstand der EU schon unüblich geworden ist. Seine Vorschläge werden Diskussionen auslösen: Manchmal deutet er nur Wünsche an, ohne konkrete Maßnahmen vorzulegen: es ist nicht einfach, „Hass und Gewalt aus dem Internet zu verbannen“ weil allein schon die Definition, was als Hass als Falschinformation bezeichnet wird, überhaupt nicht einfach ist.

auch auf Deutsch:

>Emmanuel Macron et l’Europe:

Tout un système : >

Nos atouts : >

Un programme : >

DIe Bilanz nach einem Jahr: > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26. September 2017 – 2. November 2018

La chance de nous tous : >

> Discours du Président de la République devant le Parlement réuni en Congrès à Versailles – 10. Juli 2018

Rappel: > Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.” Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris

Die Erfahrung zählt. Emmanuel Macron legt das Resümee seiner Anstöße zugunsten Europas vor. Waren bisher einige Reden recht lang und die Vorschläge sehr zahlreich, wird jetzt statt einer Neubegründung Europas auf den Charme seiner Renaissance gesetzt, da unmittelbare Gefahr im Verzuge ist. Jetzt gilt es den Gegnern Europas klare Kante zu zeigen, ihre Kritik aber auch aufzunehmen, möglichst alle ins große Boot Europas zu holen, um die Klippen der kommenden Monate zu umschiffen. Die Reaktionen auf Macrons Europas Vorschläge waren letztes Jahr noch eher verhalten. Auch in Deutschland schien man erst einmal abwarten zu wollen. Jetzt sagt Macron, es gibt keine Zeit mehr zum Warten, es müsse jetzt gehandelt werden.

Mit Blick auf den Brexit  wendet sich Macron mit Nachdruck gegen alle nationalistischen Bestrebungen. Sie böten Europa nur eine Falle. Sie nutzen die Wut aus, sie unterstützen falsche Informationen, versprechen alles und sein Gegenteil.

Es müsse jetzt gehandelt werden: jetzt sei der Moment für die europäische Renaissance. Gegenüber den Versuchungen des Rückzugs und der Teilung schlägt Macron drei Themen vor: Freiheit, Schutz und Fortschritt.

Die Freiheit: Eine Europäische Agentur zum Schutz der Demokratien soll in jedem Mitgliedsstaat Wahlen vor Cyberattacken und Manipulation schützen. Die Finanzierung der Parteien durch ausländische Kräften soll verboten werden und aus dem Internet soll gemäß europäischer Regeln Hass und Gewalt verbannt werden.

Schutz des Kontinents: „remettre à plat l’espace Schengen“  = das System Schengen einstellen und neu erfinden: 1. „eine gemeinsame Grenzpolizei, ein europäisches Asylamt, strikte Kontrollregeln, 2. eine europäische Solidarität, zu der jedes Land beiträgt unter Führung eines Europäischen Rates für Innere Sicherheit beiträgt. 3. Ein Verteidigungs- und Sicherheitsrat … in Verbindung mit der Nato und unseren europäischen Alliierten.


5. März 2019 in Paris:


„Neuer Fortschritt:“ „Null Kohle 20150, eine Europäische Klimabank, um den ökologischen Umbau zu finanzieren, eine europäische Gesundheitsbehörde, die unsere Nahrungsmittel kontrolliert. Weitere Stichworte: „europäische Überwachung der großen Plattformen + Finanzierung von Innovationen.“
Stichwort Konvergenz: Europa soll für jeden Arbeiter eine soziale Absicherung schaffen, die gleichen Lohn garantiert, eine europäischer Mindestlohn, „an jedes Land angeglichen und jedes Jahr gemeinsame verhandelt“

„Eine Konferenz für ganz Europa,“ die alles untersucht, ohne Tabus, auch nötigenfalls eine Revision der Verträge. Also eine Art „Grand Débat pour l’Europe“ für die Institutionen in Europa.

Und er greift den Slogan des Brexit auf und spielt ihn an die Brexiteers zurück: „In diesem Europa werden die Völker wieder die Kontrolle über ihr Schicksal wieder übernehmen ; in diesem Europa, wird, so bin ich mir sicher, das Vereinigte Königreich seinen Platz finden.“

Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag

Unser letztes Interview hat schon im Januar 2014 > Nachgefragt: Die deutsch-französischen Beziehungen. Ein Gespräch im DFI mit Henrik Uterwedde stattgefunden.

Die Kontakte unserer Redaktion zum DFI reichen in den Anfang der 80er Jahre zurück. Ab 1986 sind > Ernst Weisenfeld und ich von Bonn aus mehrmals zum Treffen des Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreises Deutscher Frankreichreichforscher zum Jahrestreffen nach Ludwigsburg gefahren.

Henrik Uterwedde,  > Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung, Opladen 2019.

Es wurde nun höchste Zeit für ein echtes Update. Gestern hat Henrik Uterwedde unsere Redaktion in Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg empfangen. 3 Themenbereiche hatten wir für das hier angezeigte Gespräch verabredet: Gelbe Westen, Grand Débat National und der Aachener Vertrag.

Französisch heute, die Zeitschrift der > Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. hat in ihrer Ausgabe 1/2019, S. 42 f., einen Artikel über unseren Blog veröffentlicht, der hier als *.pdf-Datei heruntergeladen kann:

> „Expliquer, expliquer, toujous patiemment expliquer“: Der Frankreich Blog

Sie können dann alle im Artikel genannten Links einfach anklicken.


> Rund 150 Videos auf unserem Blog:

> Nachgefragt. Le Vice-président de l‘Assemblée nationale Sylvain Waserman répond à nos questions – 26. Juli 2018

> Nachgefragt: Henri Ménudier antwortet auf unsere Fragen zu Emmanuel Macron, Europa und die deutsch-französischen Beziehungen – 13 avril 2018

> Nachgefragt: „L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.“Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017

> Nachgefragt: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht über die Frankreich-Strategie des Saarlandes – 22. März 2015

Auch für Schüler/innen ist das Interview wichtig, da hier Zusammenhänge zwischen der Reformpolitik von Präsident Macron und der Bewegung der Gelben Westen erklärt werden – Journalisten sagen, die Bewegung werde hier „eingeordnet“. Das Thema des > Aachener Vertrags ist eigentlich ein zweites Interview: Uterwedde erklärt seine Einschätzung des Vertrages, der den > Élysée-Vertrag von 1963 bekräftigt und ergänzt. Welche anderen Länder in der Welt haben mit ihrem Nachbarn zwei Freundschaftsverträge, eine > Liste mit gemeinsamen prioritären Vorhaben und sogar bald noch eine > gemeinsame Parlamentarische Versammlung?


Henrik Uterwedde > Coopération franco-allemande: nouveau traité, nouvelle volonté?, in: telos, 7. März 2019


Henrik Uterwedde zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass die Bewegung der > Gelben Westen zusammen mit dem bis jetzt offensichtlich erfolgreichen > Grand Débat National wie ein Korrektiv an Defiziten der Reformpolitik von Präsident Macron wirken könnte. Uterwedde will keinesfalls die bisherigen Erfolge von Macron bei der Arbeitsrechtsreform oder der Reform der SNCF in Frage stellen, aber die gelben Westen könnten ihn daran erinnert haben, den Kontakt zur Basis besser zu berücksichtigen.

Wir haben über die antisemitischen Vorfälle gesprochen: > Demonstration der “Gelben Westen” am 16.2.2019: Demonstranten beleidigen den Philosophen Alain Finkielkraut – 18. Februar 2019.

Zuerst sei er, so Uterwedde, skeptisch gewesen, was den > Aachener Vertrag betrifft, aber zum Thema Grenzregionen und Wirtschaftspolitik stehe doch Wegweisendes darin. Allerdings könnte sich das noch zu unterzeichnende Parlamentsabkommen, das eine deutsch-französische parlamentarische Versammlung mit je 50 Abgeordneten der Nationalversammlung und des Bundestags schaffen wird, als erfolgversprechend oder gar wichtiger als der Aachener Vertrag erweisen.

> Projet d’accord parlementaire franco-allemand / Entwurf deutsch-französisches Parlamentsabkommen – 14. November 2018

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24 September 2018

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich ist 2018 um 74% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen

Aktualisiert, 17.2.2019, 12 h 45, 18.2.2019, 20.2., 12 h15, 20.2. 12 h 20.

Unsere Redaktion aktualisiert diesen Artikel noch einmal und zeigt ihn wieder ganz oben an.  Am 15. Februar 2019 hatte die Präsidentin der Region Okzitanien Carole Delga (Folge ich 2.108, 32,5 Tsd. Follower) einen > Hassbrief mit antisemitischem Inhalt erhalten und in einem Tweet erklärt, wir werden nie die Augen gegenüber der extremen Rechten senken. 1700 Antworten hat sie bis zum 16.1. gegen 23.30 erhalten: 2400 mal wurde ihr Tweet retweetet und 5000 Likes erhielt sie. Liest man die Antworten auf ihren Tweet sind sich ihre Follower in der Ablehnung dieser Tat einig.

> Comment expliquer la recrudescence des actes antisémites en France ? – LCI, 12 février 2019: Amadine Rebourg nennt u. a. die extreme Rechte als einen traditionellen Ursprung des Antisemitismus. Sie hat mit Carole Reynaud-Paligot, docteure de l’EHESS et enseignante à Sciences Po Paris, gesprochen, die nicht an eine Parallele mit 1930 glaube; damals sei auch die Presse antisemitisch gewesen, heute werde der Antisemitismus leichter durch die sozialen Netzwerke verbreitet, er sei aber keinesfalls Ausdruck einer Mehrheit in Frankreich.

Aktualisiert, 13.2.2019, 20 h 42, 23 h 56, mit Tweets am Ende dieses Artikels ergänzt am 14.2. 14 h 00: 

Am 12. Januar 2019 hat Innenminister Christophe Castaner auf das besorgniserregende Anwachsen antisemitischer Vorfälle in Frankreich hingewiesen. Nach einem Rückgang 2016 und 2017 haben sich derartige Vorfälle von 311 im Jahr 2017 auf 541 im Jahr 2018 erhöht. Das war ein Zuwachs um 74 %. Der Innenminister beklagte – so LE MONDE, 13.2.2018, vor dem Gedenkstein für Ilan Halimi in Sainte-Geneviève-des-Bois (Essonne): „Der Antisemitismus breitet sich wie ein Gift aus.“ Ilan Halimi (23) war am 13. Februar 2006 von einer „gang des barbares“ 23 Tage lang gefoltert worden. Er wurde gefunden, kurz bevor er verstarb. An seinem Fundort wurde eine Gedenkstätte errichtet. Sie ist in der Nacht auf Montag, den 11. Januar 2019, geschändet worden. Einer von zwei  Bäumen war abgesägt worden, der andere wurde angesägt: > Ilan Halimi : 300 personnes réunies lors d’une cérémonie d’hommage – EUROPE1 13 février 2019 . Angesichts des starken Anstiegs antisemitischer Vorfälle in Frankreich und Deutschland sind beiderseits des Rheins noch keine Strategien erkennbar, um diese erneute Hasswelle wirkungsvoll einzudämmen. Man findet in den sozialen Netzwerken viele Stellungnahmen, die diese Vorfälle anklagen, eine starke Bewegung ist daraus noch nicht erkennbar.


Unsere Artikel über die > Commission nationale consultative des droits de l’homme. Nach dem Ende des Mandats ihrer Präsidentin Christine Lazerges ist noch kein(e) Nachfolger/in ernannt worden.


> Allemagne : les actes antisémites en forte hausse en 2018 – LE MONDE, 14 février 2019 schreibt: „Plus de 1 600 actes ont été recensés l’année dernière en Allemagne, au moment où ils se multiplient également en France.“


Besonders die Zunahme der antisemitischen Parolen in den sozialen Netzwerken mit ungezügelten Hasskommentaren wird von Louise Couvelaire in LE MONDE am 13. Februar > Antisémitisme : en France, les différents visages d’une haine insidieuse et banalisée angeprangert. Couvelaire fügt hinzu, die Antisemiten unter den > Gelben Westen (6 Artikel auf unserem Blog) seien eine Minderheit, aber ihr Zahl wachse, sie profitierten von der sozialen Krise und nähmen altbekannte Parolen „Juden = Geld = Macht“ auf.

https://twitter.com/CCastaner/status/1095279874477047808

France24 hat am 12. Februar 2019 in diesem Artikel > Hausse des actes antisémites, „un poison“ selon Christophe Castaner das folgende Video gezeigt:

Voir aussi > Antisémitisme : les actes et menaces ont bondi de 74% en France en 2018 – LCI

Es geht hier um zwei der letzten Fälle, einmal wurde die Fensterscheibe eines Restaurant mit dem Wort „JUDEN“ beschmiert, kurz vorher waren in Paris die Bilder der früheren Präsidentin des Europäischen Parlaments Simone Veil (> Hommage solennel de la Nation à Simone Veil – 3. Juli  2018 und > Simone Veil – 1927-2017 5. Juli 2017) auf zwei Briefkästen mit Hakenkreuzen verunstaltet worden. Die Bilder stammten von dem Künstler C215 und befinden sich auf den Briefkästen vor dem Bürgermeisteramt im 13. Arrondissement in Paris.

In einem Kommuniqué hat der Innenminister auf das Ausmaß der antisemitischen Straftaten im Jahr 2018 hingewiesen: „Parmi ces 541 faits, 183 actions antisémites ont été recensées (81 concernent des violences, des tentatives d’homicide et un homicide ; 102 concernent des atteintes aux biens) et 358 menaces à caractère antisémites ont été dénombrées.“ Castaner wird mit diesen Worten zitiert:  „La haine n’a pas sa place dans la République. Nous sommes déterminés à protéger tous les Français, à protéger la laïcité, la liberté de ne pas croire, comme celle de croire, dans le respect, en toute sécurité. Ces chiffres montrent que nous ne devons pas baisser la garde. Antisémite, islamophobe, antichrétien, raciste, xénophobe : il n’y a pas de petite atteinte, pas de petite insulte. Rien ne sera toléré : chaque coupable devra être trouvé et jugé.“

> Communiqué de presse de Christophe Castaner et Laurent Nunez – Lutte contre la haine, la discrimination, le racisme et l’antisémitisme

Lutte contre la haine, la discrimination, le racisme et l’antisémitisme – Website des Innenministeriums

Die Entrüstung in den sozialen Netzwerken ist groß. Die Ablehnung der antisemitischen Auswüchse sind einhellig. Aber ihre Zunahme ist Anlass zu großer Sorge, weil die entschiedenen Antworten fehlen: Tweets allein reichen nicht.

https://twitter.com/BHL/status/1095047964266033153

https://twitter.com/VillaniCedric/status/1094644939881922562

Ergänzung

https://twitter.com/mounir/status/1095940093850849280?s=21

https://twitter.com/cncdh/status/1096000682035998721?s=21

Le grand débat national a commencé à Bourgtheroulde (Normandie)

Mise à jour: 16 janvier 2019, 16 h 40, 17 janvier 2019, 12 h 45. Der Elyséepalast zeigt jetzt den ganzen Film des Treffens des Präsidenten mit den 600 Bürgermeistern in Bourgtheroulde. 6 Std. 46 Minuten:

> Le Grand Débat National sur le site de la Commission nationale du débat public.

La plateforme numérique du Grand Débat National :

> www.granddebat.fr

> Événements du Grand Débat National

Auf unserem Blog:

> Éditorial – Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019

> Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019

> 13 janvier 2019 : La Lettre d’Emmanuel Macron aux Français

Am 15. Januar begann die große nationale Debatte > www.granddebat.fr mit der Diskussionsveranstaltung von Präsident Macron, der in Bourgtheroulde (Normandie) fast 7 Stunden lang mit einer großen Halle mit 600 Bürgermeistern diskutierte.

Diskussion auf Twitter > #granddebatnational

Éditorial: Natürlich darf man fragen, wie die Diskussion ausgegangen wäre, oder ob sie überhaupt stattgefunden hätte, wenn statt der Bürgermeister mit ihren Trikoloren als Schärpen, Sympathisanten mit > Gelben Westen den Saal gefüllt hätten… Nun kann man aber nach einigen Eindrücken – die wir unten hier wiedergeben – noch kein Urteil über die Veranstaltung fällen,  der > vollständige Film der Veranstaltung muss erst bewertet werden. Ein erster Eindruck zeigt, dass die Bürgermeister gar nicht auf der Linie von Macron waren, sondern sehr viele Klagen aus ihren Gemeinden vorgetragen haben: Klagen über die erschwerte Mobilität, das Abgehängtsein auf dem Land. (wird ergänzt: – unsere Redaktion muss erst den > Film ansehen… 6 h 46 Min)


Öffentliche Befragungen haben in Frankreich eine ganz andere Tradition als in Deutschland, das in dieser Hinsicht von Frankreich echt etwas lernen kann. So hat unsere Redaktion im September 2015 bei einer Online-Befragung > eine Präambel für das Internetgesetz vorgeschlagen, der Vorschlag wurde nicht berücksichtigt, aber in der Dokumentation festgehalten – mit Abstimmung.  So auch jetzt ganz aktuell > États généraux des nouvelles régulations numériques. Co-construire la position française et la feuille de route numérique de la prochaine mandature européenne.


Festzuhalten bleibt, dass man keinen vergleichbar langen Auftritt eines Staatschefs nennen kann, der sich in dieser Form einer Debatte gestellt hat. Präsident Macron hat Übung darin: z. B. > #QuelleEstVotreEurope ? – Epinal, 17 avril 2018 : Lancement des consultations citoyennes. Und wenn diese Art der Veranstaltung zur Regel werden würde? Napoleon III. ist auch viel im Land gereist, und früher hatten die Könige gar keine festen Wohnsitz und sind mit ihrem Tross durchs Lande gezogen.

Demonstranten gab es keine in Bourgtheroulde, die waren an den Stadtrand geschickt worden. Daphné Cagnard, Journalistin von Ouest-France zeigt einen > verbarrikadierten Laden, der in Bourgtheroulde sein soll. man sollte das Foto nicht einfch so teilen. Erst mal prüfen: Die Metzgerei > Boucherie Lefebvre gibt es wirklich in der 59 Gr Grande Rue, 27520 Bourgtheroulde-Infreville.

Betrachtet man die einzelnen Sequenzen, die hier unten wiedergegeben werden, darf man auch fragen, wie der Eindruck eines abgehobenen Präsidenten entstehen konnte, den die gelben Westen zum Rücktritt auffordern. Es war heute nur der offizielle Auftakt für die Große nationale Debatte und ihr Prozess wird sicherlich genauestens von der Presse, den Bürgern und der Regierung betrachtet werden. Er ist auch ein Test für die Gelben Westen: Werden sie sich daran beteiligen? Oder werden sie, wenn sie das ablehnen, an Rückhalt in der Bevölkerung weiter verlieren? Wird die Regierung mit der Großen nationalen Debatte herausfinden können, wie groß der Anteil der Franzosen ist, die die Gelben Westen unterstützen? Die Bandbreite zwischen einzelne Forderungen lediglich unterstützen, viele Forderungen unterstützen oder gar mitmachen ist sehr groß. Und die Versuchung, Nachhall in den sozialen Medien zu erzeugen. wobei oft allzuschnell ungeprüfte oder unverifizierte Nachrichten weiterverbreitet werden, könnte dazu beigetragen, die Bewegung der Gelben Westen nicht richtig einschätzen zu können.  Von radikaler  rechtsextremistischer Seite bekommt sie Unterstützung. Ohne eine politische Struktur fällt der Bewegung der Gelben Westen eine Abgrenzung schwer. Die Oppositionsparteien, die Verlierer der Präsidentenwahl sind in großer Versuchung, sich den Protest der Gelben Westen zu eigen zu machen, die aber wissen, was eine politische Vereinnahmung für ihre Bewegung bedeuten würde. Die massiven Zerstörungen während der Samstags-Demonstrationen haben ihrer Sache nicht in allen Augen der Bevölkerung wirklich geholfen.

Der Präsident wandte sich in Bourgtheroulde mit Nachdruck gegen das von den Gelben Westen geforderte Initiativrecht für Volksbefragungen, so etwas würde der parlamentarischen Demokratie schaden, es sei ihr Tod. 80 km/h auf Landstraßen: die Reform wird evaluiert werden, erklärt Macron. Und die ISF, gemeint ist hier die Abschaffung der Reform des > Impôt sur la fortune also deren Wiedereinführung werden den gelben Westen nichts nützen.

Wir sammeln hier einige der ersten Eindrücke:

https://twitter.com/SPIEGELONLINE/status/1085289559007494144

https://twitter.com/BFMTV/status/1085268934700486656

https://twitter.com/mounir/status/1085299082078371840

https://twitter.com/LCP/status/1085218213799985153

Vorsicht, diese kleinen Ausschnitte sagen noch nicht viel über den Verlauf der Debatte, wie gesagt, erst der > Film der gesamten Veranstaltung, erlaubt, es sich ein Bild von den Fragen der Bürgermeister machen zu können.

https://twitter.com/NZZ/status/1085201987321450497

BMTV meldet eine Verbesserung der Position Macrons in den Meinungsumfragen:

https://twitter.com/BFMTV/status/1085252172097511424

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