Ein Hilferuf. Wie steht es um das Fach Französisch?

Aktualisiert: 26.9.2019

Christine Longin berichtet in ihrem Tweet über ein anonymes Geständnis eines Französischlehrers aus Hamburg, das auf Spiegel-Online zu lesen ist:

> Bin ich der Glasbläser des Bildungssystems?

„Lehrergeständnisse. Wie Schule wirklich ist,“ steht als Überschrift über dem Text des Hamburger Lehrers. Das klingt reißerisch, gilt aber keinesfalls für alle Schulen. Das Negative weckt Aufmerksamkeit, Über Erfolge im Französischunterricht wird viel zu wenig gesprochen. Erfolg, den haben Schüler/innen, die z.B. Nach dem Abitur mit Hilfe der Deutsch-französischen Hochschule in einen Doppelstudiengang kommen.

Nur fünf Schülerinnen haben den Weg in seinen Oberstufenkurs gefunden. Und das ist auch das Problem des Französischunterrichts in Deutschland. Immer mehr Schüler geben Französisch nach der Sekundarstufe I auf, weil man ihnen die Abwahl so leicht macht.

Der anonyme Lehrer hat so seine Vermutungen: „Der deutsch-französische Motor Europas? Keine große Hilfe, wenn es darum geht, Kinder für Französisch zu begeistern, sondern ins Stottern geraten. Seitens der Politik vermisse ich in der Merkel-Ära ein besonderes Interesse für Frankreich. Präsident Emmanuel Macron versucht es zwar immer wieder mit Initiativen, aber von deutscher Seite bleiben die Reaktionen verhalten.“ Da ist etwas dran, die Beziehungen zu Frankreich haben einen Grad der Normalität erreicht, dass sich Schüler/innen kaum wundern, wenn man ihnen von einem gemeinsamen Parlament, der > Deutsch-französischen Parlamentarierversammlung, erzählt, in dem deutsche und französische Abgeordnete tagen und beraten. Was Schüler/innen heute wohl vom > Aachener Vertrag wissen? Wann der unterzeichnet wurde?

Man hat den Eindruck le francoallemand erscheint nur bei besonderen Gelegenheiten in der Presse. Aber, es ist den Bürger/innen und den Schüler/innen offensichtlich nicht klar, dass die Ministerien und die Regierungen in Paris und Berlin auf allen Ebenen ständig zusammenarbeiten:

> Deutsch-französische Kooperationen: Unsere Bookmarks

Die Aufzählung der gemeinsamen Räte und Gremien würden hier mehrere Seiten füllen. Unsere Redaktion vermutet, dass in Deutschland viel zu wenig Werbung für das Fach Französisch gemacht wird. Wer erzählt Schüler/innen, die sich mit dem Gedanken tragen, Französisch in der Sek II nicht weiterzumachen, dass dieses Fach eine der besten Arbeitsversicherungen für sie ist? 10 Bewerber: alle können Englisch, der 10. sagt, ich kann auch gut Französisch. Und welche Schüler/innen haben mehr als drei französische Romane gelesen, bevor sie entscheiden dürfen, Französisch aufzugeben?

Das Regal bei > Klett Sprachen für Französisch ist prall mit Lektüren gefüllt:

Haben wir genau gelesen? Der Hamburger Lehrer erwähnt das Wort Literatur nicht. Natürlich muss es nicht gleich Marcel Proust sein. Und dennoch > Roger Willemsen hat seinen Klassenkameraden in Bonn davon vorgeschwärmt, was für einen ungeheuren Kick in jeder Hinsicht ihm die Lektüre von A la recherche du temps perdu gegeben hat: > Nachgefragt: Luc Fraisse, Lire Marcel Proust aujourd’hui – 3. März 2016. Und wie steht es um die Passion der lehrer/innen für ihr Fach, die > Romanistik, das sie studiert haben? Teilen sie ihre Passion für die > Literatur -337 Artikel auf unserem Blog – mit ihren Schüler/innen? Zu schwer? Nein, die Schüler/innen müssen sich einmal mit dem Lesevirus infizieren: > Rezension: Édouard Philippe, Des hommes qui lisent – 19. September 2017 oder > #lire III Französische Literatur für Schüler/innen – 8. Februar 2019 von H. Wittmann.

Die Digitalisierung – an diesem Thema arbeitet unsere Redaktion gerade: dazu ganz bald mehr auf dem > Blog von Klett-Cotta –  ist keinesfalls ein Wundermittel für die Motivation: >Essai. Lernen und Studieren mit dem Internet – 30. September  2016 oder > Ecrivez-vous à la main ou tapez-vous au clavier ? – Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur? – 24. August 2017 – aber man kann das Internet auch im Französischunterricht sehr geschickt einsetzen:  > Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter – 23. September 2019 von .

„Tatsächlich hat Französisch hierzulande aber immer mehr an Bedeutung verloren, ist mein Eindruck,“ schreibt der anonyme Lehrer. Und das knüpft wieder an die oben genannte politische Dimension des Problems an. Migration, Digitalisierung, Klimakrise, Sicherheit, kein Land in Europa – auch Großbritannien nicht kann diese Probleme auch nur ansatzweise alleine lösen. Sie können es natürlich versuchen, aber der wirklich große Erfolg kann nur gemeinsam errungen werden. Das ist der Sinn von Präsident Macrons Auffassung einer > europäischen Souveränität, die die der Mitgliedsländer verteidigen soll. Wäre diese europäische Solidarität nicht da, wäre jedes Mitgliedsland auf sich alleine gestellt.

> Conférence à Montpellier, 28 février 2017. Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie

Unser Handbuch auf Twitter zum Französischunterricht > https://twitter.com/search?q=%40francebloginfo%20franz%C3%B6sischunterricht&src=typed_query

> > Argumente für Französisch

Mit keinem anderen Land der Welt unterhält Deutschland so intensive, auch schon so alltägliche Beziehungen, so dass der Alltag francoallemand den Medien kaum der Rede mehr wert ist. Die > deutsch-französischen Städtepartnerschaften sind ein weiterer Hinweis auf die Intensität der deutsch-französischen Kooperation.

Brexit, „Ende der transatlantischen Freundschaft“, „sinkende Mobilität durch Klimaerwärmung“ stehen für unseren anonymen Lehrer für die Hoffnung, Französisch und mit „dem ehemaligen Motor Europas“ könnten wieder Aufwind bekommen. „Nur: Wie könnte ich mir das wünschen? Denn was bedeutet schon mein kleines Fach, wenn die Welt im Chaos versinkt?“ Unsere Redaktion ist nicht der Auffassung, dass Französisch ein kleines Fach sei, denn wenn man den Einfluss der französischen Literatur zusammen mit der Geschichte Frankreichs und Europas durch die Jahrhunderte betrachtet mit wohlgemerkt allen Epochen der französischen Literatur, der Aufklärung, der Französischen Revolution, der Philosophie, der nun wirklich aufregenden Verfassungsgeschichte, die Frankreich zu einem politischen Laboratorium ohnegleichen macht, dann sind das Dimensionen, die heute im Französischunterricht eine eher untergeordnete Rolle spielen – womit wir allmählich bei der rigiden Fächertrennung und dem Korsett der 45 Minuten angekommen sind. Ich erinnere mich zu gut an den Ärger, den ich mir bei der Lehrprobe im Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium eingehandelt hatte: es ging um 2 oder drei Vokabeln, die eingeführt hatte – über dem erlaubten Limit von 10 oder 12 Vokabeln, die uns die Fachleiterin zugestanden hatte. Und als ich > Camus sein Kapitel mit Meursault und seinem Beichtvater in der Zelle vom Band hatte vorlesen lassen, war sie besonders ungehalten. Das ist ja viel zu schwer für die Schüler. Und dennoch auch Felix in der letzten Reihe hatte die Ohren gespitzt und so interessiert wie noch nie ausgesehen. Ich hatte auch ihn gepackt. Aber ihn sah sie von hinten nicht.

Es gibt natürlich auch die Unterrichtserfolge der Schulen mit einem bilingualen deutsch-französischem Zweig:

> 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

und unsere Politiker setzen sich auch für das Fach Französisch ein:

> Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen – 8. Juli 2019 von H. Wittmann

Was rät unsere Redaktion dem anonymen Lehrer in Hamburg? Haben Sie schon einmal ein richtig großes deutsch-französisches Fest in Ihrer Schule gemacht? So mit allem Drumundran? Mit französischen Gästen, mit Schüler/innen Ihrer Partnerschulen in Frankreich? Mit Abgeordneten der Deutsch-französischen Parlamentarierversammlung oder > Staatsminister Michael Roth? Mit Unterstützung des > Deutsch-französischen Jugendwerks? Mit vielen Ständen in der Aula, – viele deutsch-französische Unternehmen, viele Behörden, die Tourismusbüros, bref > alle Partner du francoallemand geben Ihnen gerne Unterlagen, die verteilt werden können-  die jeweils von 2-3 Schülern ausgedacht, organisiert und betreut werden? Haben Sie ein Schüler/innen-Komitee, das das Fest organisiert – sie als Lehrer brauchen dann gar nicht viel zu machen. Der nächste 22. Januar 2020 ist eine gute Gelegenheit für einen > deutsch-französischen Tag auch in Ihrer Schule. Am besten eine Woche lang, da kann jedes Fach seinen Beitrag leisten. Die Schüler werden bestimmt auch hervorragende Pressearbeit machen (> Twitter im Französischuntericht wäre dazu auch nützlich) und danach steigt nicht nur das Interesse ihrer Schüler/innen an Französisch, sondern auch das derjenigen, die von anderen Schulen eingeladen waren.

Unsere Redaktion kennt die Klagen über den Deutschunterricht in Frankreich – aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag auf diesem Blog. Aber was wir tun können, ist den Französischunterricht zu stärken. Und den Schüleraustausch zu fördern:  > Programm Brigitte Sauzet.

Sommer 2019: Auf nach Frankreich

Unsere Redaktion hat sich entschlossen, den Artikel über das Reisen nach Frankreich, den wir hier vor einem Jahr veröffentlicht haben, noch einmal ganz oben anzuzeigen. Weite Strände, hohe Berge, tiefe Täler, Romanische Kirchen, Wein, Champagner, tolle Radlerrouten, weite Strände, verträumte Dörfer und aufregende Städte – muss ja überghaupt nicht immer Paris sein. Wieso wollen Sie eigentlich unbedingt so weit weg in ferne Länder fliegen – mit einer ganz schlechten Co2-Bilanz? Wir haben hier in lockerer Reihenfolge unsere besten Frakreichreisetipps für Sie gesammeLt:

Wohin? Drucken Sie sich hier  > Auf nach Frankreich: Planen mit www.france-voyage.com – 1. März 2018 ihren Reiseführer durch Frankreich aus.

> Auf in die Bretagne… oder doch in die Normandie?  – 14. Juni 2011 von H. Wittmann1

L’Abbaye de Saint-Benoît-sur-Loire :> Frère Jean-Marcel Ollivier (1932-2019) – 11. Mai 2019 von H. Wittmann

Un entretien avec Gilles Floret: > Les voyages forment les esprits et déforment les valises – 4. August 2007

> Rund 100 Artikel zum Thema Reisen auf unserem Blog

> Vacances en France (VI) : Montpellier (I)

> Sommer 2016 in Frankreich

> Grand-Est: Die französischen Regionen Elsass, Champagne-Ardenne und Lothringen bilden gemeinsam eine neue Großregion.

Stimmt auf unserem Blog steht manchmal viel Politik, das ist aber auch zwingend notwendig in Zeiten wie diesen:

Immer aktuell:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

> Deutsch-französisches Twittern, aber diesmal aus der Perspektive der Außenministerien

aber nun kommen erstmal die Ferien dran und hier stehen die Reisetipps unserer Redaktion:

Sie wissen noch nicht wo Sie hinfahren werden? > Le congé annuel du blog ou eine Reise nach Burgund – Am besten fahren Sie einfach los Richtung Dijon. Burgund, Brancion, Tournus, Picknick im Wald von Chapaize: dann sehen Sie schon den wunderbaren Turm der Kirche von Chapaize aus dem Wald aufragen, danach nach Malay, Cluny. Kleine Straßen abseits von allem, dort können Sie Frankreich am besten entdecken. Das sind Artikel aus den letzten drei Jahren, einige davon mit unseren erprobten Reisevorschlägen, andere stammen aus der Vielfalt die die Landschaften in Frankreich zu bieten haben:

Ein Kurzausflug nach Paris: > Paris vor.

<<<< Brancion Erinnern Sie sich? 2016 war france-blog.info im > Berry

> Les plus beaux villages de France

https://twitter.com/MeinFrankreich/status/1158618936361066497

> Auf nach Frankreich: Planen mit www.france-voyage.com – 1. März 2018

Und die Normandie?  Waren Sie da schon mal?

https://twitter.com/NormandieUrlaub/status/1158645993740677121

Oder an die > Küste von Noirmoutier?

 

> Préparons les vacances (I) : Partons en Provence – 28. Juli 2013

> Was wissen Sie über Frankreich? Lesebericht: Grundwissen La France

> Viele Artikel über > Montpellier

Waren sie schon mal in Lyon? > Auf nach Lyon – Februar 2018

https://twitter.com/Atout_France_DE/status/1025270385124827137

> Ferienvorbereitung 2017 – 8. August 2017
> Ab 2. Juli ’17 von Paris nach Bordeaux in 2 Stunden – 10. Juli 2017

> Wann waren sie zuletzt in Nîmes? – 2. März 2017

https://twitter.com/Atout_France_DE/status/1027105598494654464

> Vacances en France (VI) : L’abbaye de Vignogoul – 30. November 2016

> Vacances en France (IV) – Ferien in Frankreich (IV): Le Berry

> Sommerplanung 2014 II: In die Champagne mit dem Fahrrad – 9. April 2014

France-Allemagne: Was ist da los?


Die Reaktionen in Deutschland auf die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die wir auf diesem Blog zitiert haben, um dann ihren Artikel mit dem Appell von Präsident Macron zu vergleichen > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019 fielen sehr kritisch aus. Wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen aus Paris vernimmt, ist die 🇫🇷🇩🇪 Stimmung nicht so gut, wie sie nach der Unterzeichnung des > Aachener Vertrages und der Abstimmung in der Nationalversammlung über das > Deutsch-französische Parlamentsabkommen sein  könnte oder müsste. Eine Enttäuschung scheint sich breit zu machen, und die Gründe sind nur schwer erkennbar.

Spurensuche. Zuerst fällt unserer Redaktion ein längerfristiger Grund ein, der zugleich auch das Thema ist, was im Aachener Vertrag schlecht wegkam: der Französischunterricht, der als Fundament der künftigen deutsch-französischen Kooperation jetzt ein echtes Renouveau verdient hat.

Der Blick auf die Basis ist ebenfalls ernüchternd, und lehrreich zugleich, denn von den vielen Versprechungen zum renouveau du #francoallemand kommt da außer bei den Städtepartnerschaften etc. nicht viel an. Es gibt Versprechungen und Werbeaktionen, nur der rechte Erfolg mag sich nicht einstellen: > Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun?  – 11. März 2019. In politischer Hinsicht ist in Deutschland kein Wille erkennbar, den Französischunterricht so nachhaltig zu fördern, wie er es verdient hätte. Sind das Spätfolgen? Knapp drei Monate vor dem II. Examen wurde uns in Bonn 1986 verkündet, niemand werde übernommen. Für Französischlehrer sah die Berufsperspektive sehr lange sehr düster aus. Sie wurden nicht gebraucht. Ihre Werbung für das Fach hat lange gefehlt und heute?  80 % der Schüler/innen geben das Fach vor der Oberstufe auf. Das Fach ist schon lange nicht mehr attraktiv. Der Politik in den Ländern und im Bund ist es nicht gelungen, eine Begeisterung für das Fach und damit für Frankreich oder umgekehrt zu erzeugen. Wenn wir von den Germanisten in der französischen Regierung sprechen, fragen wir lieber nicht danach, wie es umgekehrt bei uns darum steht. Französisch gilt als ein schweres Fach, es ist ungeliebt und das überträgt sich auch auf die Beziehung zum Nachbarland. Ausnahmen sind die Schüler/innen der Gymnasien mit einem bilingualen deutsch-französischen Zweig, deren Erfolge sind bemerkenswert. Aber ungleich wichtiger ist die Arbeit der Attachés de coopération pour le français der Französischen Botschaft > www.institutfrancais.de/qui-sommes-nous/equipe, die in den Instituts français in Deutschland angesiedelt sind und die mit Geschick und großem Engagement für die französische Sprache und das Diplôme de langue française DELF werben: > Artikel zu DELF auf unserem Blog.

Abhilfe. In diesem Zusammenhang erinnern wir an unserem Artikel > Der Vergleich (XII) : L’allemand en France, Französisch in Deutschland (I) – 29. Juni 2016, in dem wir auf die Kulturinstitute und ihre Verteilung in Frankreich und Deutschland hingewiesen haben. Es wird zeit, deren Präsenz in Frankreich erheblich zu erweitern und ein Kooperations- und Austauschverfahren zwischen den Instituts français und den Goethe-Instituten jetzt in Gang zu setzen. Das kostet Geld, aber anders ist die Förderung des beiderseitigen Sprachunterrichts und die notwendige Aufmerksamkeit der Schüler nicht zu erhalten.

df-instituts

IF Deutschland Essen Kiel Saarbrücken Berlin Frankfurt/M. Köln Sachsen-Anhalt Bonn Freiburg Leipzig Stuttgart Bremen Hamburg Mainz Thüringen Dresden Hannover Mannheim Düsseldorf Heidelberg München Erlangen Karlsruhe Rostock Lille Paris Nancy Strasbourg Lyon Bordeaux Toulouse Marseille Montpellier - Maison de Heidelberg Aix-en-Provence- Cdentre franco-allemand Centre culkturel franco-allemand Nice

> Instituts français en Allemagne
> Französische Kultur in Deutschland – Website der Französischen Botschaft in Deutschland

Vom Élysée-Vertrag zum Aachener Vertrag im Januar 2019

Präsident Macron hätte schon gerne zum 55. Jubiläum des > Élysée-Vertrages von 1963 im Januar 2018 eine neue Fassung des Vertrages unterzeichnet. So schnell ging es nicht, aber jetzt im Januar 2019 soll es so weit sein:

> Gemeinsam für Europa: Deutschland und Frankreich schließen Aachener Vertrag – Wesbite des Auswärtigen Amts


Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 9. Januar seine Zustimmung zur Zeichnung zum „Aachener Vertrag“ gegeben, der am 22. Januar von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron in Aachen unterzeichnet wird.

Deutschland und Frankreich wollen sich zusammen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen: Eine enge Abstimmung in der Europapolitik, eine starke gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und ein Wirtschaftsraum mit gemeinsamen Regeln gehören dazu.

Der Aachener Vertrag knüpft an den Élysée-Vertrag von 1963 an. Die Bundesregierung: „Der neue Vertrag ist ein Bekenntnis zu einem starken, zukunftsfähigen und souveränen Europa.

Die bisher geübte Abstimmung vor EU-Gipfeln wird nun auch vertraglich vereinbart. Beide Staaten unternehmen „vor großen europäischen Treffen regelmäßig Konsultationen auf allen Ebenen ab und bemühen sich so, gemeinsame Standpunkte herzustellen und gemeinsame Äußerungen der Ministerinnen und Minister herbeizuführen“.

Der Élysée-Vertrag von 1963 bleibt gültig. Mit dem Aachener vertrag wird eine stärkere militärische Zusammenarbeit: gemeinsame strategische Ansätze, wie die Ausgestaltung der Europäischen Verteidigungsunion, eine enge Partnerschaft mit Afrika, sowie eine engere Abstimmung in den Vereinten Nationen (VN) und anderen multilateralen Organisationen. Frankreich unterstützt auch den deutschen Wunsch nach einem ständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat.

Der Aachener Vertrag will eine Harmonisierung des Wirtschaftsrechts und die Abstimmung wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Der Klimaschutz soll in allen Politikbereichen verankert werden.

Der neue Vertrag will Begegnungen und den Austausch der Bürgerinnen und Bürger mit der Einrichtung eines gemeinsamen Bürgerfonds fördern, der Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaften fördern und unterstützen soll. Die Förderung des gegenseitigen Spracherwerbs auch die gegenseitige Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen, wird mit dem Aachener Vertrag bestäigt.

Um das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger in den Grenzregionen zu verbessern, werden praktische Lösungen angeboten werden: „Lokale Akteure erhalten die Möglichkeit, grenzüberschreitende Projekte wie etwa Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen, Notfall- und Gesundheitsversorgung oder Gewerbezonen einzurichten.“


> Ein neuer Élysée-Vertrag – Website der Bundesregierung


> Mehr Mittel für die deutsch-französische Jugendarbeit: Das DFJW wird in seinem Auftrag bestärkt – Website des DFJW: „Hinsichtlich der Erneuerung des Elysée-Vertrags wird das DFJW mit den erhöhten Mitteln primär die Teilnehmendenzahlen an Programmen von Vereinen, im schulischen und berufsbildenden Bereich sowie im m Sport- und Kulturbereich steigern und dabei vor allem junge Menschen ansprechen, die noch keine Mobilitätserfahrung gemacht haben. Außerdem sollen sich Jugendliche stärker in Städtepartnerschaften engagieren können, etwa in Form vom Jugendbeiräten. Darüber hinaus sollen die Projekte des DFJW vermehrt über Deutschland und Frankreich hinausgehen und weitere Länder einbeziehen, insbesondere im Mittelmeerraum.“

Auf unserem Blog:

> Der neue Elysée-Vertrag 2019 – 19. Juli 2018 von H. Wittmann

> Institut français de Mayence : France & Sens am 22., 23. und 24. Januar 2019 für Schulklassen – 28. Dezember 2018

> Ausgabe 51: ZIRP international – Frankreich zu Gast > Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz ZIRP: Frankreich zu Gast – 22. Oktober 2018

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24. September 2018

> Comment prépare-t-on le nouveau traité de l’Élyséee? – Wie wird der neue deutsch-französische Vertrag erarbeitet? – 2. August 2018


Immerhin gab es eine gemeinsame Resolution beider Parlemente > Resolutions-Entwurf: Für einen neuen Élysée-Vertrag, (gucken, ob das alles berücksichtigt werden wird) in der viele interessante Vorschläge und Absichten festgehalten wurden: Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, mehr Kompetenzen für die Eurodistrikte, die Verwirklichung eines deutsch-französischen Wirtschaftsraums aus mit einheitlichen Regelungen vor allem im Bereich des Unternehmens-und Konkursrecht.

Vgl. dazu auch das > #3 GEMEINSAMES POSITIONSPAPIER / POSITION COMMUNE – 20. Juni 2018

Beide Parlamente fordern die Regierungen auf „bilinguale Schulklassen und Klassen mit Unterricht in zwei Fremdsprachen zu entwickeln sowie Schulen, in denen sowohl das französische Baccalauréat als auch das deutsche Abitur erworben werden können, um in Deutschland und in Frankreich in allen Bereichen des Bildungssystems die Anzahl von Schülern zu erhöhen, die die Sprache des Partnerlandes erlernen. Sie nehmen mit Interesse die anlässlich des Deutsch-Französischen Ministerrates vom 13. Juli 2017 eingegangene Verpflichtung zur Kenntnis, eine Zwischenbilanz des jeweils vergangenen Schuljahres zu ziehen und konkrete Ziele für das folgende Schuljahr festzulegen;“und die Regierungen sollen „ihre Initiative zur Schaffung von zehn gemeinsamen Kulturzentren in den kommenden Jahren mithilfe von Kooperationen zwischen Instituts français und Goethe-Instituten rasch umzusetzen und bis zum Sommer nächsten Jahres Standortvorschläge für diese Zentren vorzulegen“, eine Vereinheitlichung der Klimapolitik, und „die positiven Maßnahmen des jeweiligen Partners im Bereich der Integration von Flüchtlingen durch den regelmäßigen Austausch zwischen den in beiden Ländern zuständigen Stellen zum Beispiel zu nehmen und die gemeinsamen Bemühungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen sowie zur Koordinierung der Maßnahmen in der Migrationspolitik“ intensiviert werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Staatsminister Michael Roth zeigen wir hier > das Video seiner Ansprache in Ludwigsburg am 28. Juni 2018:

Le traite de l’Élysée 2.0

1. Renseignez-vous sur le traité d l’Élysée de 1963.

2. Qulles sont les dispositions essentielles du traité de 1963?

3. Pourquoi souhaite le Président Macron un nouveau traité? Vous lisez le passage qui concerne le traité dans > son discours à la Sorbonne et vous écoutez la vidéo avec la déclaration de M. Roth, ministre d’État.

4. Qu est-qui prépare le vouveau traité ?

5. Enumérez quelqiues-une des novelles dispositions du traité de l’Élysée.

Et pour terminer vous rédigez une liste franco-allemande des termes et des expressions.

>PONS Texte schreiben Französisch
ISBN 978-3-12-562558-7
Formulierungen und Wörter für gute Texte: Aufsatz, Textanalyse, Präsentation, Bewerbung

Wenn der Katalog der Vorschläge und Maßnahmen auch wie eine Bestandsaufnahme der aktuellen klingt, so handelt es sich dennoch um ein beeindruckendes Bündel von Maßnahmen: Gemeinsam sind wir stärker als alleine. Allerdings darf man auch genauer hinschauen und gerade bei der Vermittlung der Partnersprache noch ganz erhebliche Lücken feststellen. Bestehendes zu fördern ist löblich, aber in Deutschland muss dem Rückgang des Französischunterrichts mit viel energischeren Mitteln Einhalt geboten werden. Und zwar nach beiden Seiten: Die Anreize Französisch zu lernen müssen verstärkt werden, die leichte Abwahlmöglichkeiten überdacht werden, der Schüleraustausch z.B. durch eine Onlinebörse des DFJW erheblich verstärkt werden. Die Arbeit des DFJW verdient viel Lob, aber auch heute noch kennen viel zu wenig Schüler/innen die Wohltaten des DFJW. Die Reform der Lehrlingsausbildung in Frankreich ist ein zu nutzender Moment, um den Austausch in der beruflichen Bildung ganz wesentlich auszubauen. Hinsichtlich der Werbung für die französische Sprache kann man von der > Frankreich-Strategie des Saarlandes viel lernen. Schön und gut, dass Frankreich und Deutschland in allen Bereichen so eng zusammenarbeiten, aber wenn die Bürger/innen beider Länder davon profitieren sollen, muss vor allem die Sprachvermittlung, zu der auch der Literaturaustausch gehört in einem deutlich größeren Umfang als bisher gefördert werden. Nicht ohne Grund enthielten unsere „poissons d’avril“ auf unserem Blog immer Hinweise auf noch nicht realisierte deutsch-französische Projekte: u.a.  2014: > Un nouveau Centre linguistique franco-allemand – Ein neues deutsch-französisches Sprachzentrum

> Ein neuer Élysée-Vertrag – Website der Bundesregierung

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24. September 2018

> Comment prépare-t-on le nouveau traité de l’Élyséee? – Wie wird der neue deutsch-französische Vertrag erarbeitet? – 2. August 2018

> 50 Jahre Élysée-Vertrag – 60 Artikel auf unserem Blog

>Le miracle de la réconciliation franco-allemande. Il y a 48 ans: La signature du traité de l’Élysée – 21. Januar 2011

> Neuer Elysée-Vertrag für eine engere Freundschaft – Deutsche-Welle, 22. Januar 2018

> Alain Minc et Gerhard Schröder proposent un traité de l’Élysée 2.0 – 9. Juli 2016

Die Ergebnisse des Europäischen Rats in Brüssel – 14. Dezember 2018

Wenn man > einen Artikel des SPIEGEL liest, scheint das Ergebnis des Europäischen Rates in Brüssel am 14. Dezember eine große Enttäuschung für Präsident Macron gewesen zu sein. Dabei fällt einem aber auch das Wort Faktencheck ein: Forschen wir mal nach, was ist da in Brüssel vereinbart worden? Waren die Erwartungen zu hoch? Oder wurde das Gipfelgespräch wieder durch die ständige Suche von Theresa May nach besseren Ausstiegsbedingungen aus der EU erschwert? Ein gemeinsames Budget hatte Macron schon 2017 vorgeschlagen. Der Brüsseler Apparat ist vielleicht etwas träge, aber nun liegt doch ein Ergebnis vor, das in seiner Komplexität nicht in einfach zusammenzufassen ist. Man muss alle Verlautbarungen genau lesen, um herauszufinden, wie weit die EU-Staats- und Regierungschefs sich auf gemeinsame Vorstellungen zu einigen bereit sind.

> Präsident Macron und seine Vorschläge für eine „refondation de l’Europe“

Tout un système : > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe

Nos atouts : >Präsident Macron: Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen

Un programme : > Discours du Président de la République à la conférence des Ambassadeurs

Die Bilanz nach einem Jahr: > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26.
September 2017
– 2. November 2018

> Nachgefragt: S. E. Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland antwortet auf unsere Fragen – 9. November 2018

Am 14. Dezember wollten die EU-Staats- und Regierungschefs auf der Grundlage eines Berichts der Euro-Gruppe über die Reform der Wirtschafts- und Währungsunion beraten. Der Bericht enthielt Vorschläge zu den Modalitäten der ESM-Reform,
einen Entwurf der Vorgaben für die gemeinsame Letztsicherung und für das weitere Vorgehen hinsichtlich der Bankenunion.

> La zone Euro s’accorde sur le principe d’un budget – LE MONDE, 14 décembre 2018

LE MONDE fasst das Ergebnis os zusammen: Es wird keinen Minister für die Eurozone geben, keinen Europäischen Finanzfonds, aber einen ersten Schritt hin zu einen Europäischen Budget für die 19 Staaten, die zur Euro-Zone gehören. Es zeichnet sich wiedermal ein Europa der kleinen Tippelschritte ab, eine rigorose Reform zugunsten der Sicherheit des Euros, die Präsident Macron wünscht, scheint wieder verschoben zu sein.

Man nimmt sich wieder das Ziel „Im Monat Juni 2019“, um bis dahin über das Budget der Euro-Zone nachzudenken, das man erst einmal noch „ein Instrument für das Budget“ nennt, ein Schritt vor, zwei zurück? Beschwichtigungspolitik für die Skeptiker der Eurozone, fragt LE MONDE. Aber es zeichnet sich ab, dass das gemeinsame Budget in den mehrjährigen Finanzplan der EU aufgenommen werden wird. Was also bleibt: > Zone e Weiterlesen

Éditorial: Hundert Jahre nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 und die deutsch-französischen Beziehungen

Auf unserem Blog: >  66 Artikel über die Gedenkveranstaltungen zum Ersten Weltkrieg

Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Merkel haben am 10. November 2018 in Compiègne zusammen an das Ende des ersten Weltkriegs erinnert: > Unis twitterte Präsident Macron und das sein Fotos zusammen mit Angela Merkel erinnerte an das denkwürdige Treffen von > Bundeskanzler Helmut Kohl und Präsident François Mitterrand im 22.9.1984 in Verdun.

Präsident Macrons Reise durch 11 Departements in Nordfrankreich > Centenaire de l’Armistice : “l’itinérance” d’Emmanuel Macron, “une initiative originale pour tenter de reprendre la main” – LCI begann mit dem Konzert zusammen mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im Straßburger Münster und endete eben mit dem Treffen von Präsident Macron mit Bundeskanzlerin Merkel in Compiègne. Zwischendurch, anlässlich der > Zeremonie vor und im Beinhaus von Douaumont stand Präsident Macron vor der in die Brüstung eingelassenen Plakette, die an den Händedruck von Kohl und Mitterrand erinnerte: „Sie (i.e. die Plakette) weist auf die deutsch-französische Aussöhnung an diesem Ort hin“:

Georg Blume auf Spiegel-online hadert in seinem Kommentar vom 10.11.2018 mit den deutsch-französischen Beziehungen > Weltkriegsgedenken von Macron und Merkel Unvollendete Versöhnung. Er würdigt das Treffen von Macron und Merkel in Compiègne: „Doch Merkel und Macron bewegen sich auf unsicherem Boden. Mit den Hundertjahresfeiern des Weltkriegsendes entpuppe sich Europa mal wieder als Elitenprojekt. Und Blume meint, dass dies nicht nur „die Renaissance nationalistischer Bewegungen in Europa“ andeute „sondern, viel wichtiger, die Unvollständigkeit dessen, was uns Merkel und Macron so perfekt vorspielen. Bei genauem Hinsehen klaffen nämlich selbst die Lücken der deutsch-französischen Versöhnung immer noch oder schon wieder weit auseinander.“ Das ist eine Anspielung auf ein Knirschen des deutsch-französischen Motors, wenn es z. Zt. um die gemeinsamen Perspektiven für Europa geht. Macron und Merkel spielen uns aber nichts vor. Ihr Treffen ist natürlich gut vorbereitet, inszeniert, aber nicht gespielt. Die Besiegelung der deutsch-französischen Aussöhnung war schon 1963 bei der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags echt und wurde immer wieder bestätigt und vertieft, 1984 in Verdun und jetzt in Compiègne wurde an sie erinnert.

Tout un système : >

Nos atouts : > Europe-par-la-culture-europa-mit-hilfe-der-kultur-neu-begruenden-i

Un programme : > Le Président-de la République à la Conférence des Ambassadeurs

La chance de nous tous : > Les consultations-europeenes

> Discours du Président de la République devant le Parlement réuni en Congrès à Versailles – 10. Juli 2018

540 Artikel auf unserem Blog
> Deutsch-französische Beziehungen

Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass Berlin Paris auf richtig fundierte Antworten auf Macrons vielfältige Vorschläge zu Europa, zur „refondation de l’Europe“,  wie er immer wieder so gerne sagt, hat warten lassen oder sogar warten lässt: > Emmanuel Macron und Europa und sogar noch, als dieser, was nicht oft vorkommt, eine Ein-Jahres-Bilanz seiner Sorbonne-Rede vom 26. September 2018 vorgelegt hat: > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26. September 2017.

Unsere Redaktion wurde am 29. Oktober 2018 von der Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland, S.E. Anne-Marie Descôtes empfangen. Wir haben sie gefragt, ob Deutschland bisher auf die Initiativen von Staatspräsident Emmanuel Macron hinsichtlich eines Neustarts in Europa genügend reagiert habe: Sie antwortet mit dem Hinweise auf > die Ergebnisse von Meseberg vom Juni 2018 und gab zu verstehen, dass die Verhandlungen auf einem guten Weg seien.

Jedoch erinnerte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire kürzlich in ungewohnt deutlicher Form an weitere Antworten und vor allem an konkrete Projekte mit Berlin:

Sicher die langen Regierungsverhandlungen in Berlin, die zur neuen GroKo führten, die Seehoferkrisen I und II sowie die Diskussion um die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der CDU verbrauchen viel zuviel Zeit. Aber man sollte auch daran erinnern, dass die deutsch-französische Kooperation sich keinesfalls auf den Gedankenaustausch zwischen Macron und Merkel reduzieren lässt. Die Ministerien beider Regierungen arbeiten auf allen Ebenen mit einer Intensität zusammen, für die es kein anderes Beispiel in der Welt gibt: Vgl. dazu nur > Künstliche Intelligenz. Nachgefragt: Etienne Oudot de Dainville répond à nos questions – 26. Oktober 2018. Sicher, irgendwie stimmt es auch, dass unsere Politiker viel von der Zivilgesellschaft mit ihren > 2200 Städtepartnerschaften und der so segensreichen Jugendarbeit des Deutsch-französischen Jugendwerks lernen könnten. Übrigens könnte das DFJW mit mehr Finanzmitteln noch mehr Schüler/innen erreichen. Es gibt leider immer noch zu viele Schüler/innen, die vom DFJW nichts wissen, Französisch abwählen und damit großartige Chancen ausschlagen.

> Argumente für Französisch

So wie > Annegret Kramp-Karrenbauer in Anspielung auf das kleine Saarland immer wieder sagte, alles beginne im Kleinen und sich daran machte, eine interessante > Frankreich-Strategie zu entwickeln: mit welcher Begeisterung sie über die Großregion vor den Türen ihrer Staatskanzlei sprach und Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagt kürzlich anlässlich er > Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz ZIRP: Frankreich zu Gast in ihrer Staatskanzlei, man brauche nur in die Grenzregion zu gehen und zuzuschauen, wie dort Europa entstehe und sich entwickle: vgl. dazu > Conférence à Montpellier, 28 février 2017. Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie. Nein le #francoallemand ist keine elitäre Angelegenheit, das ist unsere gemeinsame Aufgabe.

Georg Blume, dessen Kommentar wir hier zitiert haben, meint, dass die Lücken der deutsch-französischen Versöhnung immer noch oder schon wieder weit auseinanderklafften. Da ist insoweit was dran, als dass unsere Politiker die Chancen der deutsch-französischen Kooperation für Europa viel zu wenig vermitteln: > Die starke Präsenz von Germanisten in der Regierung und im Élyséepalast ist kein Zufall, schrieb unsere Redaktion nach der Bildung des Kabinetts von Édouard Philippe. Und wie äußert sich in ähnlicher Weise das Interesse der deutschen Regierung an Frankreich? Und wenn unsere Länderregierungen ihre Aufgaben, die aus dem Élyséevertrag resultieren, nämlich den Sprachunterricht im Fach Französisch besser zu fördern, würde es den Niedergang dieses Faches bei uns nicht geben. Wie war das noch, als unser Seminarleiter uns in Bonn 1986, drei Monate vor dem II. Staatsexamen verkündete, das Land werde erstmal keine Französischlehrer/innen mehr einstellen. Es ist eine Frage auch der politischen Pädagogik und kein elitäres Proejekt, das Interesse der Bürger an Frankreich und damit auch an Europa und der EU besser zu schärfen.

Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz ZIRP: Frankreich zu Gast

Termin: Mittwoch, 24. Oktober 2018, 18.30 Uhr, Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

> Ausgabe 51: ZIRP international – Frankreich zu Gast

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat vor einem Jahr anlässlich seiner Europa-Rede an der Universität Sorbonne nicht weniger als die „Neugründung Europas“ gefordert, um den Kontinent zukunftsfähig zu machen: > > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26. September 2017. Vgl. dazu auf unserem Blog > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe.

Die Veranstaltung „ZIRP international: Frankreich zu Gast“ widmet sich den drängenden politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen der Europäischen Union. > Frankreich zu Gast.

Die Europäische Union steht vor großen Herausforderungen: nationalistische Kräfte greifen in vielen Ländern um sich, Migrationsbewegungen fordern den Zusammenhalt der Gesellschaft heraus und protektionistische Maßnahmen bedrohen den globalen Handel.

Die Diskussonsrunde: Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland, Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt e.V., Josef Janning, Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations (ECFR), Berlin. Moderation: Falk Heunemann, Wirtschaftsredakteur FAZ

Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterstrich die exzellenten Handelbeziehungen zischen Frankreich und Rheinland-Pfalz, ließ aber auch erkennen, dass man sich fragen könne, ob die französische Marianne den deutschen Michel wirklich genügend angestoßen habe. In Paris spreche man von Konvergenz, Berlin spreche vom Wettbewerb, in Paris denke man an einen Investitiosnpakt, aber Berlin verstände darunter einen Stabilitätspakt. Sie sieht ein sehr großes Potential für grenzüberschreitende Projekte, die seien nie ganz einfach und manchmal nur ein zartes Pflänzchen, das es zu pflegen gelte. Europa sei am besten in den Grenzregionen erfahrbar. Malu Dreyer viel mehr Mobilität in der beruflichen Bildung (dazu auf unserem Blog: > Conférence à Montpellier, 28 février 2017. Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie).

Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt e.V., beklagte, dass Französisch noch vor einiger Zeit als Elitesprache in der Schule angesehen nun eher einen negativen Ruf habe. In einer seiner Antworten wies er auf die interne und externe Souveränität hin, ganz im Sinne Macrons, der darauf hingewiesen hatte, dass dei Mitgliedsstaaten der EU alleine mit bestimmten Fragen wie Zuwanderung oder Welthandel überfordert seien. Lampedusa sei nur ein kleiner Vorbote dessen, was Europa erwarten müsse. Eine Antwort darauf könne es nur auf einer europäischen Ebene geben. Dazu auf unserem Blog > Dossier (1): Migration. Integration oder Abschiebung? – 6. September 2018 .

Die Botschafterin Anne-Marie Descôtes erwartet viel vom neuen Elyséevertrag. In Meseberg seien bereits Ergebnisse erzielt worden (vgl. auf unserem Blog > Emmanuel Macron und Angela Merkel und das Treffen in Meseberg 20. Juni 2018). Migration, Euro-Zone und soziale und wirtschaftliche Konvergenz sein Themen, die jetzt Antworten verlangten. Josef Janning unterstrich, man dürfe jetzt nicht mehr auf ein günstigstes Zeitfenster warten, es müssen jetzt gehandelt werden. Auf dem Podium schien es Einigkeit über die Frage zu geben, dass jetzt Maßnahmen konkretisiert werden müssten, anstatt auf schlimme Ergebnisse der Europawahlen im Mai 2019 zu warten. Josef Janning betonte dass die Europavorstellungen Macrons mittelfristige Ziele seien, während Berlin sie eher als Fernziel verstände, es käme immer etwas dazwischen, das Berlin vom Handeln in Europa abhielte.


Vgl. dazu auf unserem Blog:

Am 10. April 2018 war unsere Reaktion nicht zum ersten Mal bei der > Commission nationale consultative des droits de l’ homme CNCDH in Paris eingeladen. Ihre Präsidentin Christine Lazerges hat uns empfangen, um über den jüngst von ihr veröffentlichten Bericht zum Rassismus: > La CNCDH a publié son 27e rapport sur la lutte contre le racisme sous toutes ses formes: > Nachgefragt: la Présidente de la CNCDH Christine Lazerges répond à nos questions


Gemeinsam müssen sich die EU-Mitglieder diesen Herausforderungen stellen. Deutschland und Frankreich können dabei vorweggehen. Lösungen und Visionen müssen präsentiert werden. Wie sieht das Europa der Zukunft aus? Müssen wir gerade jetzt mehr Integration wagen? Und welche Rolle sollen Deutschland und Frankreich dabei spielen?

Als Ehrengast der Veranstaltung wird die Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, begrüßt! Außerdem diskutieren Christophe Braouet von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt und Josef Janning vom European Council on Foreign Relations in Berlin.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis Mittwoch, 17. Oktober 2018, über unser Anmeldeformular auf www.anmeldung.zirp.de an. Die Teilnahmebestätigung mit detaillierten Informationen zu Anfahrt und Parkmöglichkeiten erhalten Sie etwa eine Woche vor der Veranstaltung per E-Mail.


Rückblick: > Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft? – Veranstaltung im Rahmen der Tagung „Erlebnis KI“ vom 16.-18.8.2018 – ZIRP – *.pdf

Kapitel 9: Wird uns die Künstliche Intelligenz überflügeln? S. 207-222 >>>>

Stephen Hawking
> Kurze Antworten auf große Fragen
Aus dem Englischen von Heiner Kober unter Mitarbeit von Susanne Held (Orig.: Brief Answers to the Big Questions)
1. Aufl. 2018, ca. 240 Seiten, Gebunden mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-608-96376-2
> Lesebericht: Stephen Hawking, Kurze Antworten auf große Fragen18. Oktober 2018 | Autor: Heiner Wittmann


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