Nachgefragt: Christophe Braouet, Deutschland und Frankreich schaffen das

Vor 175 Jahren: 10 décembre 1848 : L’élection du premier Président de la République

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Es ist eine gute Tradition unserer Blog-Redaktion, Rezensionen einen weiteren Artikel mit dem Titel Nachgefragt, der meist in Form eines Videos ein Gespräch mit der Autorin oder dem Autor des besprochenen Buches enthält. So wollen wir es ach mit dem Buch von Christophe Braouet (Deutschland und Frankreich schaffen das. Für eine neue Zusammenarbeit 60 Jahre nach dem Élysée-Vertrag, Baden-Baden: Tectum Verlag 2023) halten, das wir kürzlich hier auf unserem Blog besprochen haben.

Christophe Braouet ist Kind deutsch-französischer Eltern und folglich mit allen französischen Gewohnheiten allerbestens vertraut. Seit 2004 ist er Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Frankfurt/M. Er war auch viele Jahre im Bankwesen tätig. In Frankfurt hat er die Einrichtung der Alfred-Grosser-Gastprofessur an der Goethe-Universität mit Erfolg betrieben. Er erinnert so an seinen akademischen Lehrer im Institut d’études politiques in Paris.

Der Untertitel seines jüngst erschienenen Buches Deutschland und Frankreich wir schaffen lautet „Für eine neue Zusammenarbeit 60 Jahre nach dem deutsch-französischen Vertrag“. Klingt da ein bisschen Kritik an? „Neu“ könnte man so verstehen, dass Deutschland und Frankreich ihr gemeinsames Potential noch nicht ausschöpfen? In seinem Band nennt Braouet viele bemerkenswerte Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich. Derlei Unterschiede sind aber keine Hemmnisse für die deutsch-französischen Beziehungen, sondern könnte auch als gegenseitige Bereicherung verstanden werden, wenn man sie kennt und mit ihnen umzugehen weiß? hat doch Alfred Grosser uns immer gelehrt, den Standpunkt des Anderen zu verstehen…

WIr haben zuerst über den Sprechen wir zuerst über den Élysée-Vertrag gesprochen. Ursprünglich hatte de Gaulle Deutschland eine politische Union vorgeschlagen, von der Konrad Adenauer aber nichts wissen wollte. War der Élysée-Vertrag dennoch ein Erfolg? Warum wollte Emmanuel Macron unbedingt einen zweiten Freundschaftsvertrag aufsetzen, der im Januar 2019 in Aachen feierlich unterzeichnet wurde? Folgte damit ein Neustart in den deutsch-französischen Beziehungen?

Nehmen wir ein Beispiel: Emmanuel Macron sprach in seiner berühmten Sorbonne-Rede am 26. September 2019 von einer europäischen Souveränität, eine Souveränität, die die der Mitgliedsstaaten schützt und weiterentwickelt. Es hat lange gedauert, bis eine Antwort aus Deutschland kam, aber im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition taucht der begriff der europäische Souveränität auf… wenn auch, wie es scheint, mit Vorbehalten. Ein Beispiel unter vielen… zeihen wir doch nicht an einem gemeinsamen Strang?

Auf unserem Blog: > Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe

Sie mahnen in ihrem Buch mehr Mut für Deutschland an – aber doch vor allem im Hinblick auf die europäische Politik. Vergleicht man die Arbeit der Ampel-Koalition mit den Europa-reden von Emmanuel Macron fallen einem dazu viele Themen ein: Klima, Energie, Verteidigung…. Kein Land kann in Europa diese Probleme alleine lösen?

Die letzten Parlamentswahlen in Frankreich und Deutschland zeigen in beiden Ländern eine Parteienlandschaft im Umbruch. Welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf das deutsch-französische Verhältnis? Nehmen wir gleich ein Beispiel… wir kommen nicht wirklich zu einer gemeinsamen Haltung zum Thema Migration?

Da dieser Blog sich auch an Schüler richtet, haben wir Christophe Braouet noch gefragt, welche Gründe können Sie heute Schülern nennen, um ihnen die besondere Bedeutung der französischen Sprache und die Notwendigkeit nach Frankreich zu reisen, erklären.

Christophe Braouet
Deutschland und Frankreich schaffen das
Für eine neue Zusammenarbeit 60 Jahre nach dem Élysée-Vertrag
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Frank Baasner
Baden-Baden: Tectum Verlag 2023
260 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-8288-4848-1

10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) in Bonn

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Mit dem Aachener Vertrag gaben sich Frankreich und Deutschland auf Initiative von Staatspräsident Macron nach dem Élyséevertrag von 1963 einen zweiten Freundschaftsvertrag. Mein akademischer Lehrer Alfred Grosser brachte mit seiner für ihn so typischen Analyse im April 2019 die Beurteilung, bzw. die Unterschiede zwischen den beiden Verträge so genau auf den Punkt: Der Élysée-Vertrag hatte keine Inhalt – was nicht ganz stimmt… oder man könnte sagen, dass nur wenig von seinem Inhalt wirklich konkret umgesetzt wurde -, aber eine hohe Symbolkraft, hingegen hat der Aachener Vertrag nicht viel Symbolik, aber viel Inhalt.“ In einer anderen Kurzform: der Élyséevertrag besiegelte die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland; für de Gaulle war er aber nur ein schwacher Ersatz, weil er eigentlich mit einer deutsch-französischen politischen Union geliebäugelt hatte; eine Absicht, die aber zuerst Adenauer , dann der Bundestag mit seiner Präambel des Ratifizierungsgesetzes durchkreuzte. Der Aachener Vertrag hingegen brachte neben einer ausdrücklichen Bestandsverpflichtung – viele auch institutionelle Neuerungen, so dass dieser Vertrag beiden Ländern einen Weg in die Zukunft weist. U. a. einen Ausschuss für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, der sich schon in der Pandemie sehr bewährt hat und auch eine Deutsch-Französische Parlamentarische Gesellschaft, die jetzt gerade zum 10. Mal getagt hat. In diese Versammlung werden von der Nationalversammlung und dem Bundestag je 50 Abgeordnete entsandt: > Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Co-Vorsitzenden Brigitte Klinkert und Nils Schmid antworten auf unsere Fragen – 15. November 2022

In der 10. Sitzung am 4. Dezember 2023 stand u.a. als TOP 2 auf der Tagesordnung: „Anhörung der Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französischen Bildungs- und Kulturbeziehungen, Anke Rehlinger, und des französischen Ministers für Bildung und Jugend, Gabriel Attal:“

Solange noch kein Wortprotokoll vorliegt, zeigen wir den Mitschnitt der 10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung am M0ntag, 4. Dezember 2023, in Bonn und nennen die Redner:

TOP2:
23’14“: Ministerpräsidentin Anke Rehlinger
28’16“: Ministre de l’Éducation Gabriel Attal
27’04“: Befragung

Quelle: Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Gegenseitiger Spracher­werb wichtig für die deu­tsch-französische Freundschaft. – Website des Deutschen Bundestages -, auf der auch eine ausführliche Zusammenfassung dieses TOP2 steht:


> Die Rede des Erziehungsministers Gabriel Attal anlässlich des Welttages der Lehrerin und des Lehrers
8. Oktober 2023


Die Ministerpräsidentin des Saarlandes und zugleich Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französischen Bildungs- und Kulturbeziehungen, Anke Rehlinger (SPD) – (in dieser Eigenschaft vertritt sie die Kultusminister der Bundesländer gegenüber dem französischen Erziehungsminister), wie der französische Minister für Bildung und Jugend, Gabriel Attal, betonten, dass das Erlernen der Nachbarsprache essentiel für die künftige deutsch-französische Kooperation sei, Die Ministerpräsidentin und der Minister erinnerten an die 2022 verabschiedete „Strategien zur Förderung der Partnersprache“ (Artikel auf unserem Blog). Aus dem, was zu Papier gebracht wurde, müsse nun auch etwas gemacht werden, „was in der Realität stattfindet“, so wird Rehlinger auf der Website im Bundestag zitiert.

https://twitter.com/kulturdtfrz/status/1731709001673453773

Die Anzahl der Schüler, die die Nachbarsprache lernen, ist in Deutschland und Frankreich rückläufig. Für Deutschland wies Rehlinger auf große regionale Unterschiede hin. Die Ministerpräsidentin betonte, es sei wichtig, herauszufinden, wieso Schüler die Nachbarsprache nicht lernen wollen, ihr geht es dabei auch um neue persönliche und berufliche Perspektiven, mit dem das Interesse für Französisch wieder geweckt werden sollte. Möglicherweise gäbe es eine Verbesserung, wenn Schulpartnerschaften wieder an Bedeutung zunähmen.

Unsere Redaktion sagt dazu: 1. Wenn Sprachlehrer fehlen, die für ihr Fach in der Schule werben könnten, wird es schwierig sein, Nachwuchs für den Fremdsprachenunterricht zu finden. Die Situation erinnert an das fatale Jahr 1986, als uns im Studienseminr in NRW drei Monate vor dem II. Staatsexamen mitgeteilt wurde, niemand werde aufgrund eines Einstellungsstopps eingestellt werden.

Info-Paket: Französisch ist mehr

Zusammen mit der Französischen Botschaft, der Kulturbevollmächtigten für die deutsch-französische Zusammenarbeit Büro II, dem DFJW, der VdF und weiteren Partnern wirbt Klett für Französisch als 2. Fremdsprache.

Mit dem Paket „Französisch ist mehr“ werden Schüler:innen und ihre Eltern über Austauschprogramme, das Abibac, das Voltaire-Programm, DELF u.v.m. informiert. Das Material finden Sie hier online.

 Zum Online-Material

Bestellt werden können die Info-Pakete auch unter
 http://www.ovd.eu/bestellung/ sowie beim Ernst Klett Verlag mit der Bestellnummer X520000 unter kundenservice@klett.de.

Die Folge: viele top ausgebildete Französischlehrer blieben draußen, was dazu führte, dass nicht nur in NRW mindesten eine ganze Lehrergeneration ihr frisches Uniwissen nicht mehr in die Schulen bringen durften. Der Rückgang des Interesses an Französisch hat auch mit dieser Entwicklung zu tun, diese Lücken wurden erst allmählich durch Neueinstellungen gefüllt. Um es gleich zu sagen: Viele Referendare werden unserer Redaktion beipflichten: Der Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt war keine beglückende Zeit, um es vorsichtig auszudrücken. Wir kennen viele Kandidaten, die sich das nicht antun möchten. Vielleicht muss auch eine Reform des Vorbereitungsdienstes in Angriff genommen werden, um den Einstieg in den Lehrerberuf, wieder mit der Freude zu verknüpfen, die diesen Beruf eigentlich auszeichnet: Wieso ich mich in unserer Schule beworben habe, möchten meine Schüler wissen: Nun, ich möchte Euch das weitergeben, was mein Lehrer Harald Voss (Schller-Gymnasium in Köln), der mir die französische Sprache beigebracht hat, und wie meine akademischen Lehrer (Alfred Grosser und Dirk Hoeges) mir die Literatur und Kultur ja auch die Politik und damit die Leidenschaft für Frankreich und die deutsch-französichen Beziehungen vermittelt haben.

2. In der zitierten „Strategien zur Förderung der Partnersprache“ wird der Wunsch genannt, dass viele Schulen im Nachbarland eine Partnerschaft schule finden sollte… Papier ist geduldig, es müssen endlich Taten folgen. Da es grundsätzlich für eine deutsche Schule nicht einfach ist, in Frankreich eine Partnerschule zu finden – als Französischlehrer habe ich gerade diese Erfahrung auch machen müssen – sollte es – trotz der segensreichen Unterstützung vom DFJW in Sachen Austausch – auch mit seiner Unterstützung eine deutsch-französische Online-Tauschbörse als Forum im Internet eingerichtet werden: Ein Schulkontaktseite – wie einschlägige Partnerbörsen dies vormachen: Schulen könnten sich anmelden und das System schlägt Partnerschulen und im Nachbarland vor, die sich ebenfalls angemeldet haben.

Bildungsminister Attal möchte das Interesse an doppelten Abschlüssen wie das AbiBac in den Schulen Frankreichs zu steigern: Tatsächlich gibt es in Deutschland viel mehr bilinguale deutsch-französische Gymnasien als in Frankreich. Auch hier würde ein verstärkter Austausch Wunder bewirken.  Die Website des Bundestages zitiert den Minister mit den Worten „Wir brauchen Begegnungsmöglichkeiten zwischen unseren Ländern, um die Kultur und die Sprache zu lernen“, sagte er.

Das zurückgehende Interesse hat auch mit der Unkenntnis des Partnerlandes zu tun: Wir haben schon die so segensreiche Arbeit des Deutsch-Französischen Jugendwerks DFJW erwähnt, aber es muss zu denken geben, dass Französischschüler im allgemeinen Frankreich nicht kennen. Nein, sie seien noch nie dort gewesen,  sie würden das Fach ja sowieso abwählen… sie bräuchten es nie wieder.

Im Grunde genommen gibt es in Frankreich ähnliche Problem wie in Deutschland: Der Sprachunterricht der Nachbarsprache gehe zurück, selbst eine Erhöhung der Stundenzahl wird nicht möglich sein, da Deutschlehrer fehlen. Die Zahlen sind düster: Minister Attal: Von 15,7 Prozent sei der Anteil auf 13,5 Prozent zurückgegangen. Sprachlehrer wie Sprachassistenten fehlen, weil geeignete Bewerber nicht vorhanden seien…  es ist kein Wunder, wenn dann festgestellt wird, dass keine Schüler da seien, die sich für Deutsch interessiere.

Unsere Redaktion meint dazu: Sprachlehrer sind nicht dazu da, immer wieder ihre Schüler mit Vokabeltests zu prüfen, sondern mit Ihnen die Passion für die zu erlernende Fremdsprache zu teilen: > Der Brief an alle Schülerinnen und Schüler: Französisch-Leistungs- oder Grundkurs bis zum Abitur. Und dann gibt es ein echtes Problem: Es geht einfach nicht an, dass Schüler mit dem Argument, Französisch sei schwer, durchkommen und das Fach, ohne je etwas von der Literatur in Frankreich, geschweige denn in der frankophonen Welt etwas gehört zu haben, abwählen dürfen. Der Lehrer gefällt ihnen nicht, sie haben Angst vor schlechten Noten, die Aussprache ist zu schwer, die Grammatik verständen sie nicht…… nichts ist mehr von der Faszination der französischen Kultur zu spüren: > Den Französischunterricht stärken: 222 Argumente für Französisch – 26. September 2021.

Wie geht es weiter im beiderseitigen deutsch-französischen Sprachaustausch? Frankreich feiert seine Spache mit > L’ouverture de la Cité internationale de la langue française, nachdem Emmanuel Macron 2028 eine Strategie für die französische Sprache vorgeschlagen hatte. > #monmars20 Journée de la Francophonie. Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme – Und was macht Deutschland? | Goethe-Institute: ” fermeture à Lille, Bordeaux et Strasbourg décidée, Toulouse a déjà perdu son service linguistique”

Auf unserem Blog:

> Enquête: L’enseignement de l’allemand en France – 30. Oktober 2022

> Éditorial: 60 Jahre Élysée-Vertrag. Und wie steht es heute um den Sprachunterricht? – 22. Januar 2023

Rezension: Christophe Braouet, Deutschland und Frankreich schaffen das

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Christophe Braouet
Deutschland und Frankreich schaffen das
Für eine neue Zusammenarbeit 60 Jahre nach dem Élysée-Vertrag
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Frank Baasner
Baden-Baden: Tectum Verlag 2023
260 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-8288-4848-1

Goethe-Institute: “ fermeture à Lille, Bordeaux et Strasbourg décidée, Toulouse a déjà perdu son service linguistique“

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Deutsche Kultur und Sprache in Frankreich und französische Kultur und Sprache in Deutschland:

df-instituts

IF Deutschland Essen Kiel Saarbrücken Berlin Frankfurt/M. Köln Sachsen-Anhalt Bonn Freiburg Leipzig Stuttgart Bremen Hamburg Mainz Thüringen Dresden Hannover Mannheim Düsseldorf Heidelberg München Erlangen Karlsruhe Rostock Lille Paris Nancy Strasbourg Lyon Bordeaux Toulouse Marseille Montpellier - Maison de Heidelberg Aix-en-Provence- Cdentre franco-allemand Centre culkturel franco-allemand Nice

> Auswirkungen des Präsidiumsbeschlusses des Goethe-Instituts vom 27.09.23 in Frankreich Pressemitteilung des Goethe-Instituts:

„Zukünftig ist das Goethe-Institut an fünf Standorten in Frankreich vertreten, davon drei Institute:

das Goethe-Institut Paris als Hauptstadtinstitut, darüber hinaus zuständig für den Norden und Westen
das Goethe-Institut Lyon (mit der Außenstelle Marseille) als Institut der zweitgrößten Stadt Frankreichs, zuständig für den Süden das Goethe-Institut Nancy für die wichtige Grenzregion des Grand Est.

Hinzu kommt das verkleinerte Institut Toulouse, ohne Sprachkursbetrieb für die Arbeit im Rahmen der Bildungskooperation Deutsch sowie für die Programmarbeit im Südwesten Frankreichs.

Damit bleibt das Goethe-Institut integraler Bestandteil der deutsch-französischen Zusammenarbeit.“

Unsere Redaktion hat die Übersichten aktualisiert:

„Als Teil der Maßnahmen hat das Präsidium des Goethe-Instituts auf der Grundlage eines intensiven strategischen Dialogs mit dem Auswärtigen Amt am 27.09.2023 die Schließung der Goethe-Institute in Bordeaux und Lille sowie des Verbindungsbüros in Straßburg bis Ende des Jahres 2023 beschlossen.“ > Auswirkungen des Präsidiumsbeschlusses des Goethe-Instituts vom 27.09.23 in Frankreich

Außer mit den Goethe-Instituten ist Deutschland in Frankreich noch mit dem Maison Heidelberg in Montpellier und mit dem Centre franco-allemand in Nizza, sowie dem Centre franco-allemand in Aux-en-Provence vertreten

df-instituts

IF Deutschland Essen Kiel Saarbrücken Berlin Frankfurt/M. Köln Sachsen-Anhalt Bonn Freiburg Leipzig Stuttgart Bremen Hamburg Mainz Thüringen Dresden Hannover Mannheim Düsseldorf Heidelberg München Erlangen Karlsruhe Rostock Lille Paris Nancy Strasbourg Lyon Bordeaux Toulouse Marseille Montpellier - Maison de Heidelberg Aix-en-Provence- Cdentre franco-allemand Centre culkturel franco-allemand Nice

> Goethe-Institut steht vor tiefgreifenden Reformen BR 28.9.2023

Zum Nachlesen: Artikel 9 und 10: > Aachener Vertrag

FR/DR Le nouveau portail Citoyen – Das neue Bürgerportal

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Emmanuel Macron: Eine „größtmögliche“ Autonomie für Europa?

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Les tâches pour les élèves:

1. Résumez l’idée principale de cet article.

2. Qu’est-ce que le Président Macron comprend par l’autonomie et la souveraineté de l’Europe ?

3. Qu’est-ce le chancelier Scholz explique en ce qui concerne l’autonomie de l’Europe ?

Complété par les propos du Chancelier Scholz:

Emmanuel Macron prend ses distances avec la politique américaine contre la Chine – France-Inter, 10 avril 2023

Après les propos d’Emmanuel Macron sur la Chine : toute vérité n’est pas bonne à dire – France-Inter, 10 avril 2023

Taïwan : Emmanuel Macron appelle l’Union européenne à ne pas « être suiviste » des Etats-Unis ou de la Chine – LE Monde, 9 avril 2023:

„… le chef de l’Etat, dans un entretien accordé vendredi et réalisé avant même le déclenchement samedi d’importantes manœuvres militaires chinoises autour de Taïwan.“ = vendredi 7 avril ?

Emmanuel Macron assume ses propos sur Taïwan et sa position vis-à-vis des Etats-Unis : « Etre allié ne signifie pas être vassal » – Le Monde, 12 avril 2023

« L’autonomie stratégique est à la fois l’ADN européen d’Emmanuel Macron et son cheval de bataille le plus clivant » – Le Monde, 12 avril 2023

Après les propos d’Emmanuel Macron, cacophonie européenne face à la Chine – Le Monde, 13 avril 2023

Emmanuel Macron : « L’autonomie stratégique doit être le combat de l’Europe » – Les Échos, 14 avril 2023

Le discours prononcé mardi 12 avril 2023 à La Haye, aux Pays-Bas:

Text auf Französisch: > Discours du Président de la République, Emmanuel Macron, en anglais à l’institut NEXUS, La Haye – Site du Palais de l’Èlysée PDF

Auf unserem Blog:

> Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018

Unsere Redaktion hat wichtige Aussagen de Gaulles zu Europa auf Französisch und Deutsch hier dokumentiert: > Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

Macron, Trump und die NATO – 4. Dezember 2019

 

Strategien zur Förderung der Partnersprache: Förderung der französischen Sprache in Deutschland und Förderung der deutschen Sprache in Frankreich

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| Apprendre avec la radio | ChatGPT – brauchen wir nun eine neue Fachdidaktik für Französisch? | Strategien zur Förderung der Partnersprache: Förderung der französischen Sprache in Deutschland und Förderung der deutschen Sprache in Frankreich | Éditorial: 60 Jahre Élysée-Vertrag. Und wie steht es heute um den Sprachunterricht? | Paris: Le Traité de l’Élysée, 60 ans après. Der Staatsakt in der Sorbonne | Deutsch-Französischer Tag – 22. Januar 2023 – 60 Jahre Élysée-Vertrag |


Klett engagiert sich

Stratégies pour le développement de l’apprentissage de la langue du partenaire

Strategien zur Förderung der Partnersprache

Frankreichs Außenpolitik: Zwischen den Ambitionen zur Größe Frankreichs und den Zwängen einer multipolaren Welt

Marius-Mircea Mitrache und Sergiu Mișcoiu haben gerade unter dem Titel „The Mental Maps of French Foreign Policy: Between Ambitions of Grandeur and Constraints of Multipolarity in the Twenty-First Century“ einen Aufsatz in dem jüngst erschienen Band Great Powers’ Foreign Policy Approaching the Global Competition and the Russian War against the West (Leiden: 2023, S.198-273) veröffentlicht.

Dieser Artikel ist bemerkenswert, weil er in aller Kürze ein präzisen Überblick über die französische Außenpolitik seit dem 2. Weltkrieg liefert. Den Verlust der Großmachtstellung konnte Frankreich, so die beiden Autoren durch as verstärkte Engagement in Europa zumindest ein wenig wettmachen: „On the other hand, the European integration processes were perceived by the French top state officials, from De Gaulle to Mitterrand, as a chance to renew the country’s continental influence rather than a loss in terms of national sovereignty. In fact, the rapprochement with the Federal Republic of Germany and the progressive consolidation of the European Communities allowed France to preserve a privileged position in Europe and to avoid isolation.“ (S. 198)

Ganz richtig bewerten die beiden Autoren die Bedeutung des „domaine réservé“, womit die Aufgaben des Staatspräsidenten hinsichtich der Außenpolitik gemeint sind: „However, the constitution of 1958 does not make any specific references to the existence of an exclusive domain, but rather one comes to this conclusion by interpretation, perpetuated by practice since De Gaulle.“ (S. 201)

Im Kapitel 3 „3 How France Reacts, Adapts to and Impacts the Paradigm of Great-Power Competition werden aufgrund der Dokumente wie die Strategic Review fundamentale Orientierungen der französischen AUßenpolitk untersucht. Beide Autoren „passent á la loupe“ diese Unterlagen und zeigen nebenbei wie sorgfältig und imfassend sie ihre Quellen in diesem Aufsatz dokumentiert haben.

Moreover, the Strategic Review (Verteidigungsministeriums, “Defense and National Security Strategic Review,” 2017, > https://www.defense.gouv.fr/layout/set/popup/content/download/520198/8733095/version/2/file/DEFENCE+AND+NATIONAL+SECURITY+STRATEGIC+REVIEW+2017.pdf ) stresses the need for building a European strategic autonomy, defined as a “fresh perspective on European security conditions [that] will be achieved through pragmatic new initiatives”42 and proposes the creation of a European Defense Fund and strengthening the Permanent Structured Cooperation ( PESCO), all while assuring that “France strives to increase Europe’s strategic autonomy, which requires the development of a common strategic culture.”In diesem Zusammenhang wird man die Reden von Emenuel Macron über Europa mit Gewinn wieder lesen.

Man kann der Bewertung der beiden Autoren nur zustimmen “ Just as, in general, multilateralism is instrumental for France’s interests, so is Europe, which became the linchpin of postwar French foreign policy, both under the Fourth and the Fifth Republics, which saw in Europe a power multiplier helping France to avoid being relegated to a second-rate status on the world stage…“ (S. 214)

„When it comes to Europe, Germany is France’s indispensable partner, the French European policy often going first through Berlin and then through Brussels. After the German reunification, with the Bonner Republik transforming itself into a Berliner Republik of 80 million citizens and an economic and industrial hegemon, what Stanley Hoffmann used to call “l’équilibre des déséquilibres”77 between the political French senior partner, and the economic German junior partner, soon transformed into a full-fledged unequal partnership, with Paris lagging Berlin.“ (S. 217 f.) Da muss man genauer hinsehen, nicht immer klappt die auch im Aachener vertrag verabredete Kooperation und Austausch im Rahmen der Außenpolitik zwischen Berlin und Paris, wobei aber auch bei vermeintlichen Alleingängen, (vgl. > Eine Krise zwischen Paris und Berlin? 24. Oktober 2022) die gemeinsame Richtung nicht aus dem Blick verloren wird. Un der Bewertung der beiden Autoren ist zustimmen: „With respect to the European construction, over the decades, the Franco-German bilateralism transformed itself into an embedded bilateralism, meaning that once Paris and Berlin negotiate on a particular issue, the decision on that matter becomes multilateralized or communitarized for the rest of the Union, the other Member States usually rallying up behind one country or another during the negotiations.(S. 218)

Valentin Naumescu (Volume Editor)
Great Powers’ Foreign Policy

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