Ma France – Dresdner Studenten schreiben über Frankreich

Wie feiert man am besten das 50. Jubiläum der Unterzeichnung des Élyséevertrages? Am besten bittet man seine Studenten, über ihre persönlichen Erfahrungen zu berichten. Der Präsident der Sächsischen-Bretonische Gesellschaft und jüngst emeritierte > Professor Ingo Kolboom und Vivian Fischer, die als Redakteurin beim CampusRadio in Dresden arbeitet und Germanistik an der TU Dresden studiert, hatten die vorzügliche Idee aus den Erinnerungen Dresdner Studenten an Frankreich ein Buch zu machen. Ingo Kolboom wollte ganz einfach, „dass sie in sich, in ihr Herz und in ihre Erinnerungen hinein lauschten“. Wie war das mit ihren Erinnerungen aus der Kindheit an Frankreich. Wie „kamen“ junge Menschen im Osten Deutschlands auf Frankreich? 50 Essays wurden verfasst, 10 von ihnen wurden im Institut français in Dresden vorgestellt. Aber Ingo Kolboom (Jg. 1947) legte die Essays nicht bei Seite, sondern er wählte zusammen Vivian Fischer (Jg. 1990) 37 Artikel aus, und beide gaben diesen rechtzeitig zum 50. Jubiläum heraus.

Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend und für sich genommen eine wunderbare Feierstunde anlässlich des. 50. Jahrestages des Élyséevertrages. Mit diesen Essays können Schülerinnen und Schüler sofort verstehen, was sie verpassen werden, wenn ihnen jemand einflüstern sollte, Französisch sei nicht so wichtig oder falls jemand es versäumen sollte, ihnen das Lernen der französischen Sprache zu empfehlen. Es ist die Werbung für die Sprache unseres Nachbarlandes, die heute in den Schulen so fehlt. Die Politiker veranstalten deutsch-französische Gipfel und deutsch-französische Feier- und Gedenktage, aber sie machen viel zu wenig Werbung für den deutsch-französischen Alltag, den täglichen Austausch, le travail politique patient sur le terrain, darum geht es. Schüler und Studenten, die Französisch lernen und Romanistik studieren sind Mittler par excellence, die beide Staaten so nötig haben. Als Schüler und Studenten sind sie Teil der deutsch-französischen Zivilgesellschaft aus der heraus auch Ideen, Vorschläge, Projekte an die Politiker herangetragen werden, die ja sowieso eigentlich nur in unserem Auftrag handeln.

Geboren 1947 – Gedanken eines Adenauer-de Gaulle-Enkels:
> Das Vorwort von Ingo Kolboom – *.pdf

Geboren 1990 – Gedanken eines „Wendekindes“:
> Das Vorwort von Vivian Fischer – *.pdf

Die Studenten dieses Bandes berichten vom Entdecken Frankreichs, von den politischen Beziehungen, Zufallsbekanntschaften im Zug von Bordeaux nach Paris und über das Entdecken des eigenen Landes (Christoph Schmidt), die Bedeutung der Geschichte in Verdun (Michelle Naumann). Helenie Mende hat das Naheliegendste gemacht und einen Brief an „Chère France“ verfasst. Jennifer Berndt berichtet von ihrem Austauschfamilien in Alençon und in Paris und ihre Entscheidung, nach dem Abi erstmal in Frankreich zu wohnen. Kunstgeschichte und Literatur fallen Anna Lisa Sonnenberg bei dem Wort Frankreich ein. Carina Ulbrich war sechs Wochen lang in Besançon. Russisch oder Französisch? Samira Kretschmer wurde von einer Reise nach Frankreich für Französisch überzeugt. Steffi Eberlein erinnert sich an „Arthur est un perroquet.“ (Découvertes, Klett!) Später reist sie mit Unterstützung des DFJW nach Frankreich. Anna Harke interessiert sich für die Etymologie von neuen Wörtern. Was soll man zögernden Schülern noch alles von Frankreich vorschwärmen? Eigentlich genügt es doch, wenn Sie hier den Aufsatz von Paul Berger lesen „… Und doch bin bei dir zu Hause“, oder die Erinnerungen von Gabriel Deinzer an seine Reise nach Paris oder Nico Bertholds Überlegungen, warum ihn Frankreich so fasziniert. Renée Theesen Frankreichs heißt Marseille. Therese Adam denkt über die vielen Klischees nach. Anna Ludewig hat eine Liebeserklärung an Frankreich verfasst, so wie Maxie Borchardt sich fragt, warum sie über Frankreich nachdenkt. Phuong Nha Luong Thi schwärmt von ihrer französisch-vietnamesisch-deutschen Fernbeziehung, den sie als Fünfzehnjährige kennengelernt hat. Er zeigte ihr Paris, sie wurde Praktikantin im Louvre. Naryna Marchenko hat Französisch gelernt. Sie erzählt, wie wenige Tage Paris das Studium und die Fächerwahl beeinflussen. Auch Lisa M. Davidson fand ihren Freund in Frankreich. Einen Franzose aus Lyon der ihr versprach ihre Sprache (die er aus ein bisschen Faulheit? Englisch nannte) perfekt zu lernen, wie sie ihm versprach, Französisch zu lernen.

Dann folgt ein Auszug aus Gilbert Zieburas, Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945 (Stuttgart 1997). Eine Erinnerung von Josef Müller-Marein an die Messe, an der de Gaulle und Adenauer 1962 in der Kathedrale von Reims teilnahmen. Und > die Rede an die Jugend im Hof des Ludwigsburger Schlosses, die Charles de Gaulle am 9. September 1962 dort gehalten hat. Der Text des Élysée-Vertrags vom 22. Januar 1963 und die gemeinsame Erklärung zum 40. Jahrestag des Élyee-Vertrags am 22. Januar 2003 ergänzen diesen Band.

Auf diesem Blog: > Staatsakt in Ludwigsburg anlässlich des 50. Jahrestages der Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend

Der Band bietet eine sehr nützlich umfangreiche Bibliographie in der Form von weiterführenden Hinweisen: S. 206-217.

> Ma France. Dresdner Studenten schrieben über Frankreich

> Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.

Ingo Kolboom, Vivian Fischer (Hg.)
Ma France. Deutsche Studenten schreiben über Frankreich
Eine Veröffentlichung der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft.e V. anlässlich des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags,
Dresden 2013.
ISBN: 978-3-939025-32-0

> Ingo Kolboom : Défendons un rêve franco-allemand – Auf diesem Blog, 11. März 2008

Présidentielles 2012
Präsidentschaftswahl in Frankreich 2012

Préparons les élections présidentielle en France.

Als erster Staatspräsident wurde am 10. Dezember 1848 Louis-Napoleon gewählt. Mit seinem Staatsstreich am 2. Dezember 1851 diskredierte er das Amt, so dass erst 1965 nach der Verfassungsreform von 1962 in Frankreich wieder ein Präsident vom Volk gewählt wurde. Damals kam es zu einer Stichwahl zwischen Charles de Gaulle und François Mitterrand, der 1981 zum Staatspräsidenten gewählt wurde, und dieses Amt 14 Jahre lang behielt.

Pour la mémoire. Jeder Präsident, besonders seit 1958, hat immer wieder eine Gelegenheit genutzt, sein Amt zu definieren:

« La clé de voûte de notre régime, c’est l’institution d’un président de la République désigné par la raison et le sentiment des Français pour être le chef de l’État et le guide de la France ». > Charles de Gaulle, 20 septembre 1962.

> Discours du 20 septembre 1962

„Le président de la République n’est pas un partisan, il n’est pas un chef de parti. Mais il ne peut pas rester non plus indifférent au sort de la France. Il est à la fois arbitre et responsable. Sa circonscription, c’est la France. Son rôle, c’est la défense des intérêts supérieurs de la Nation. La durée de son mandat est plus longue que celle du mandat des députés.(1) Ainsi, la constitution a voulu que chaque président assiste nécessairement à des élections législatives et, si elle l’a doté de responsabilités aussi grandes, ce n’est pas pour rester un spectateur muet. Parmi mes responsabilités, j’ai celle de réfléchir constamment, quotidiennement, aux problèmes de l’avenir, et de mettre en garde les citoyens contre tout choix qui rendrait difficile la conduite des affaires de la France.“
Valéry Giscard d’Estaing, > Allocution prononcée à Verdun-sur-le-Doubs, 27 janvier 1978

(1) Die > Verfassungreform vom 2. Oktober 2008 hat das Mandat des Präsidenten auf 5 Jahre verkürzt.
Dimanche 22 Avril 2012: Premier tour de la présidentielle.
Dimanche 6 Mai 2012: Second tour de la présidentielle.

> Petit vocabulaire pour l’élection présidentielle en France
> Présidentielles 2012: Candidats, sondages, médias – www.romanistik.info

> La Constitution de 1958 avec la version allemande

> Le baromètre de l’action politique Ipsos / Le Point ***

Karambolage zu Gast im Institut français

Das Magazin > KARAMBOLAGE bei ARTE ist schon bei seiner 191. Folge angelangt. Die Autoren und die> Redaktion dieser Sendung werfen mit jeder Sendung einen Blick hinter die deutsch-französischen Kulissen und machen uns die kleinen aber entscheidenden Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen Kultur verständlich. Maija-Lene Rettig ist Redakteurin bei KARAMBOLAGE und die rechte Hand von Claire Doutriaux, die seit Januar 2004 KARAMBOLAGE leitet.

Mme Rettig kam also nach Stuttgart – Der Generalkonsul und Leiter des Institut français, Christian Dumon, stellte sie vor. Sie hatte im Gepäck zwei Filme von Karamolage: Zuerst zeigte sie, > warum Nutella in Deutschland und Frankreich nicht identisch sind. Ist doch klar! Versuchen Sie mal mit der deutschen Nutella ein französisches Weißbrot zu bestreichen. Geht nicht. Deutsches Nutella ist viel zu fest. Um in Frankreich Käufer zu finden muss Nutelle dort eben viel leichter streichbar sein. Hier funktioniert der Name: ALLE TUN… und auf französisch?

Und im Archiv von KARAMBOLAGE gibt es auch die wunderbare Szene, < wie Ulrich Wickert die Place de la Concorde überquert. Oder wie Angela Merkel sich im Hof des Elyséepalastes dem Thema > Handkuss stellte.

Wissen Sie übrigens, dass in Frankreich Kartoffelpürrees in verschiedenen Farben gibt? Aber nicht in Deutschland. Bei uns sieht der Packungsinhalt immer gleich langweilig gelb aus. Wäre doch ein Thema für KARAMBOLAGE. Oder gab es das schon? Bestimmt werden wir von der Industrie noch mit ganz vielen anderen Produkten bevormundet.

Als zweiten Film hatte sich > die wunderbare Analyse von drei Filmsequenzen. 1. Die Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrages dabei, wo man sehen kann, wie der Protokollchef Adenauer eine kleinen Schubs gab, damit er in die Arme des General de Gaulles fiel, der mit weit ausgebreiteten Armen – welche Spannbreite ! – den deutschen Bundeskanzler umarmen wollte. Und wie Kohl Mitterand in Verdun ansah, seinen Blick suchte, und wie Mitterrand dann Kohls Hand ergriff. Und wie Chirac Schröder in der Normandie nacheinander zweimal umarmte, und der Kopf des deutschen Bundeskanzlers jedesmal einen Moment an der Brust des Präsidenten ruhte. Dabei fällt doch auf, dass diese Gesten und Umarmungen immer nur in Frankreich stattfanden. Es wird Zeit, dass die deutsche Regierung auch mal einen Anlass findet oder dass sich auch mal eine Gelegenheit ergibt, den französischen Staatspräsidenten bei uns in einer ähnlich beeindruckenden Weise zu empfangen.

KARAMBOLAGE gelingt es immer wieder, unser Bewusstsein für die besonderen Aspekte der deutsch-französischen Beziehungen zu schärfen. Natürlich macht es mir immer wieder Spaß durch einen französischen Supermarkt, durch einen französischen Buchladen zu gehen oder auch nur die > Websites und Blogs der französischen Parteien anzusehen, um sich an ihnen inspirieren zu lassen, um herauszufinden, warum man hierzulande, so viel von Frankreich lernen könnte. Umgekehrt ist das kaum anders. Und deswegen ist der Austausch zwischen unseren beiden Ländern so spannend. Jetzt ist der Beitrag so lang geworden, aber diese Sendung ist ja auch so klasse. Heute also keine Übersetzung.

> KARAMBOLAGE wird jeden Sonntag um 20 Uhr auf ARTE gesendet.

Am 31. Januar gibt es die 200ste Karambolagesendung! Und zwar, Achtung, Achtung, um 20h45!

Hier sit das > komplette Archiv von KARAMBOLAGE. Vorsicht nur öffnen, wenn sie heute wirklich nichts mehr vorhaben.

ARTE hat übrigens diesen Abend aufgezeichnet und wird ihn auf dem > Blog von ARTE-KARAMBOLAGE zeigen.

Le 9 et le 11 novembre

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Le couple franco-allemand: une nouvelle initiative ?

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Enseigner l’élection présidentielle

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