Zur Erinnerung an Ernst Weisenfeld

Vor fünf Jahren ist > Ernst Weisenfeld (1913-2009) gestorben. In seiner Redaktion von > DOKUMENTE. Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog habe ich von 1988-1992 von seinen so reichen deutsch-französischen Erfahrungen viel profitieren dürfen. Später > beim Tee in Hamburg haben wir gemeinsame Erinnerungen aufgefrischt. Weisenfeld war der erste Korrespondent im Fernsehen, an den ich mich erinnere. Er stand oft in einem schrägen Winkel zu den Champs-Élysées, hatte eine markante Hornbrille auf und erklärte die französische Politik. Später als wir in der Redaktion über ein bestimmtes Ereignis in den 50er Jahren in der Nationalversammlung diskutierten, sagte er, „Nein, das war ganz anders, ich erinnere mich genau, ich war damals im Sitzungssaal…“.

Ernst Weisenfeld, 1963: > Vor 50 Jahren: Erster „Bericht aus Bonn“

01.01.1962 > ARD schickt Chefkorrespondent für das Fernsehen nach Bonn

Ernst Weisenfeld, ein Grandseigneur des deutschen Journalismus und Akteur der deutsch-französischen Verständigung, ist tot.

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Zum Tee bei Ernst Weisenfeld

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Vor achtzig Jahren: Der Sieg über den Nationalsozialismus und die deutsche Kapitulation am 8. Mai 1945

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| > 8 mai 1945 sur notre blog | Europatag 9 mai | L’Actualité sur notre blog : Nachgefragt: Julien Jeanneney, La fièvre américaine. Choisir les juges de la Cour suprême | Paris im April 2025 | Éditorial: Trump, Poutine et le Européens | L’adresse du président de la République aux Français : „…les évènements historiques en cours qui bouleversent l’ordre mondial.“ | Tools zum Französisch-Lernen |


> Court-métrage Wim Wenders: Les Clés de la Liberté

Vor 80 Jahren :

> Lisez cet article te renseignez-vous sur les offres portant sur la mémoire des année 1944-1945.

> Établissez une chonologie des 1940-1945

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> Général de Gaulle : L’appel du 18 juin

> Cérémonies du 80ème anniversaire du Débarquement (I) : Hommage aux maquisards bretons au mémorial des SAS à Plumelec – 6. Juni 2024

> Cérémonies du 80ème anniversaire du Débarquement (II) : Saint-Lô – 6. Juni 2024

> Cérémonies du 80ème anniversaire du Débarquement (III) La Commémoration du D-Day – 7. Juni 2024

> Cérémonies du 80ème anniversaire du Débarquement (IV) : President Biden speaks in Normandy – 7. Juni 2024

> Cérémonies du 80ème anniversaire du Débarquement (V) : Journée à Ver-sur-Mer, Colleville-sur-Mer et Omaha Beach – 7. Juni 2024

> Cérémonies de commémoration du 78e anniversaire de la Victoire du 8 mai 1945 – 8. Mai 2023

> 10. Juni 1944: Das Kriegsverbrechen in Oradour-sur-Glane

> Staatspräsident Emmanuel Macron et Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Oradour-sur-Glane – 10. Juni 2024

> 25 août 1944: Le massacre de Maillé – 26. August 2008

> Vor 70 Jahren: Die Befreiung in Paris im August 1944 – 25. August 2014

> Nachgefragt: Jean-Noël Jeanneney, L’un de nous d’eux – 15. April 2023

> Charles de Gaulle 22 novembre 1890 – 9 novembre 1970

https://twitter.com/fred_sallee/status/1126053224270704640

Charles de Gaulle 22 novembre 1890 – 9 novembre 1970

Ergänzt am 10.9.2023 :

Ergänzt am 10.1.2020: 2020 erinnern wir  an die > Geburt von Charles de Gaulle 1890 vor 130 Jahren, an  seinen > Appel du 18 juin 1940 vor 80 Jahren und an seinen Tod am 9.11.1970 vor 50 Jahren. Er war von 1958 bis 1969 französischer Staatspräsident. 1965 bei seiner Wiederwahl musste er erst die Stichwahl mit François Mitterrand überstehen. Danach war er dann der zweite vom Volk gewählte Staatspräsident – der erste war… > Louis-Napoléon, der spätere Napoleon III.

Im August 1944 marschierte General de Gaulle bei der Befreiung von Paris an der Spitze der Franzosen über die Champs-Élysée. Nach seinem Rücktritt am 20. Januar 1946 zog er sich nach Colombey-les-Deux-Églises zurück, ließ aber 1958 wissen, dass er wieder bereitstände. Am 16. Juni 1946 hat er in einer > Rede in Bayeux die Grundlagen der späteren V. Republik vorgestellt. Er wurde der letzte Ministerpräsident der  IV. Republik und kurz darauf der erste Staatspräsident der neugegründeten V. Republik.

Eines der wichtigsten Buch über Charles de Gaulle auf unserem Bücherregal stammt von Ernst Weisenfeld. Um 1984 lernte ich > Ernst Weisenfeld (1913-2009) >>> bei der Jahrestagung des Arbeitskreises deutscher Frankreich-Forscher im Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg kennen. Als Auslandskorrespondent hat er 1961 das Pariser Studio für das Deutsche Fernsehen aufgebaut. Von 1988 bis 1991 habe ich als freier Redakteur bei > DOKUMENTE. Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog mitgearbeitet.

Ernst Weisenfeld war damals bis 1993 ihr Chefredakteur. 1990 drückte er mir sein > neuestes, gerade erschienenes Buch mit dem schönen Titel Charles de Gaulle. Der Magier im Elysee, München: Beck 1990, in die Hand: „Dies Buch will berichten, wer Charles de Gaulle war und warum er die Menschen seiner Zeit in ungewöhnlicher Weise beschäftigte, viele faszinierte, nicht wenige empörte…. Wenn man sagt „le style c’est l’homme“, dann trifft das auf wenige Menschen so zu, wie gerade auf ihn.“ S. 8 Das 3. Kapitel hat die Überschrift „Im Anfang war das Wort“, das Motto, das de Gaulle 1938 seinem Büchlein über soldatisches Führertum voransetzte: „Im Anfang war das Wort? – Nein, im Anfang war die Tat.“ (Faust – eigentlich statt – …) „Vom Atlantik bis zum Ural“, Der Platz der USA und die NATO, Eine westeuropäische Union… Die Franzosen wollen mit Träumen regiert werden, Das Werben um die Deutschen. Ihr Bild und die Rolle… so lauten einige der Überschriften und Sie verstehen, dass dieses Buch auf dem Frankreichregal in unserer Redaktion einen Ehrenplatz einnimmt. Ernst Weisenfeld, mit seiner schwarzen Hornbrille, war der erste Korrespondent, an den ich mich erinnern kann. In unserem ersten Schwarz-weiß-Fernseher (Telefunken) tauchte er abends in den Nachrichten auf, stand am Rand der Champs-Elysées und berichtete über Charles de Gaulle, das war kurz vor dem > Mai 68.

Ernst Weisenfeld, Welches Deutschland soll es sein? Frankreich und die Deutsche Einheit seit 1945, München, Beck, 1986.
—, Die Geschichte Frankreichs seit 1945. Von de Gaulle bis zur Gegenwart. 3. Aufl. München, Beck, 1997

Die Gelegenheit nutzt unsere Redaktion, um an die wunderschönen Teestunden in Hamburg zu erinnern: > Zum Tee bei Ernst Weisenfeld – 21. Januar 2008, war er es doch, der nach dem Vortrag über > Albert Camus im 2005 im Institut français in Hamburg, während der einstündigen Diskussion die meisten Fragen gestellt hatte.

Wie kann man besser an de Gaulle erinnern, als eine seiner Pressekonferenzen zu zeigen: hier die > Pressekonferenz vom 4. Februar 1965: Eine Pressekonferenz des Generals, das war immer eine Zeremonie. An diesem Tag gab es neun Fragen, die vorher einzureichen waren. Die 2. Frage kam von Dominique Pradalie (rédacteur en chef de „l’Aurore“) : „Monsieur le Président, comment vous portez-vous ? “ Réponse : „Je ne vais pas mal, mais rassurez-vous, un jour je ne manquerai pas de mourir…“ – Sozialpolitik, Internationales Währungssystem, Krise der UNO und die deutsche Frage, Beziehungen mit Großbritannien waren die weiteren Themen an diesem Tag. Die von unserer Redaktion ausgewählte Pressekonferenz ist so interessant, weil sich der General hier ausführlich zur deutschen Einheit äußerte: Der Text der Pressekonferenz von 1965: Pressekonferenz des Staatspräsidenten de Gaulle vom 4. Februar 1965, vgl. De Gaulle, Discours et messages, Bd. 4, S. 325–342. Und auf der Seite > De Gaulle. Paroles publiques *** vom Institut Nationale de l’audiovisuel > Conférence de presse du 4 février 1965: (bei 52′ 29“ geht es los:) De Gaulle: „On m’a posé plusieurs questions sur l’Europe et en particulier par rapport à l’Europe, le problème allemand, la réunification de l’Allemagne. Je voudrais qu’on veuille bien me les répéter.“ Journaliste: „[inaudible] dans la conjoncture internationale comme la meilleure solution, le meilleur chemin pour arriver à la réunification de l’Allemagne. Et quelles sont de votre avis les chances réelles pour résoudre ce problème d’une manière efficace et équitable ?“ De Gaulles lange Antwort auf diese Frage ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Zuerst skizziert er einen Rückblick in die Geschichte und nennt dann seine Vorstellungen für eine deutsche Wiedervereinigung:

Voir la > Conférence de presse du 4 février 1965

Julia Roth > Frankreich und die deutsche Wiedervereinigung. Perzeptionen und Reaktionen im Spannungsfeld der deutsch-französischen Beziehungen. Wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien im Fach Französisch der Hessischen Lehrkräfteakademie, Prüfungsstelle Kassel, Kassel 2018, S. 14: „Charles de Gaulle äußerte sich bei einer Pressekonferenzim März 1959 zur Deutschen Frage wie folgt: ‚La réunification des deux fractions en une seule Allemagne, qui serait entièrement libre, nous paraît être le destin normal du peuple allemand, pourvu que celui-ci ne remette pas en cause ses actuelles frontières, à l’ouest, à l’est, au nord et au sud et qu’il tende à s’intégrer.'“

„Le problème allemand c’est le problème européen par excellence. […] Pour la France tout se ramène à trois questions d’ailleurs étroitement liées. Faire en sorte que l’Allemagne devienne un élément certain de la paix et du progrès. Sous cette condition, aider à sa réunification, prendre la voie et choisir le cadre qui permettrait de l’accomplir. […] D’ailleurs au fond de leur malheur nos voisins Allemands ne nous semblant plus menaçant, beaucoup ressentait à leur égard et en dépit de tout, l’attrait élémentaire que mérite leur qualité et enfin et par-dessus tout, l’Union de l’Europe qui est une condition indispensable de son indépendance et de son développement exigeait la réconciliation et la coopération de l’Allemagne et de la France. […] Mais il est certain que la paix réelle entre l’Est et l’Ouest et a fortiori des rapports féconds ne saurait s’établir tant que durent les anomalies allemandes, les incertitudes qu’elles suscitent et les souffrances qu’elles entraînent. […] En vérité c’est seulement par l’entente et par l’action conjuguée des peuples qui ont été de tout temps, qui sont aujourd’hui, qui resteront principalement intéressés au sort de leur voisin germanique, c’est-à-dire les peuples européens, que peut être trouvée la solution d’une question qui est essentiellement européenne. Que ces peuples-là envisagent un jour d’examiner ensemble et puis de régler en commun et enfin de garantir conjointement ce qui doit être fait, voilà la seule voie qui puisse permettre et voilà le seul lien qui puisse maintenir une Europe en état d’équilibre, de paix et de coopération d’un bout à l’autre du territoire que lui attribue la nature.“

> Alle Pressekonferenzen von de Gaulle

Internet:

> charles-de-gaulle.org

> Charles de Gaulle – Mémorial

Auf unserem Blog:

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018

> Europa – EU – 5. Juni 2019

> Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

> Rappel. Bilan et programmes : Les voeux de Mitterrand en 1994 – Les voeux de De Gaulle en 1962 – 31. Dezember  2018

> Charles de Gaulle, Discours de Bayeux, 16 juin 1946 – 16. Juni 2016

> Charles de Gaulle (22.11.1890-9.11.1970) – 11. November  2014

> Staatsakt in Ludwigsburg anlässlich des 50. Jahrestages der Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend – 22. September 2012

> Il y 50 ans : Le 9 septembre 1962: Le discours du Général de Gaulle à la jeunesse allemande – 9. September 2012

> Discours lors de la céremonie du 50e anniversaire de la rencontre du Général de Gaulle et de Konrad Adenauer à Reims – 8. Juli 2012

> La journée franco-allemande: De Gaulle et l’Allemagne – 21. Januar 2011

Nicolas Sarkozy: Hommage au Général de Gaulle – 10. November  2010
Leider ist der text der Rede von Präsident Sarkozy nicht mehr online.

XXXV. Jahrestagung des dfi: Deutsch-französische Zusammenarbeit 2.0

(Ergänzt am 3. Juli 2019, es folgen noch weitere Ergänzungen) In Ludwigsburg fand vom 28.-29.6.2019 die XXXV. Jahrestagung des Deutsch-französischen Instituts dfi statt.Der Höhepunkt war am Samstagmorgen die Rede von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble zu Europa und den deutsch-französischen Beziehungen. Viele Abgeordnete, die an der Ausarbeitung des Aachener Vertrages und des Deutsch-französischen Parlamentsabkommens mitgewirkt haben, waren aus Anlass dieser Tagung nach Ludwigsburg gekommen: Unter ihnen Christophe Arend, der Präsident der deutsch-französischen Parlamentariergruppe in der Nationalversammlung, Frédéric Petit, der Abgeordnete für die Auslandsfranzosen und Nils Schmid und Angehörige des Außenministerien in Paris und Berlin.

Wir zeigen hier das Fotoalbum dieser Tagung. Bitte öffnen Sie es mit einem Klick auf ein Foto, wenn diese Seite ganz geladen ist:

Wir erinnern an > Ernst Weisenfeld (1913-2009), mit dem wir mehrmals von Bonn aus zur Jahrestagung des DFI gefahren sind.

Früher war diese Jahrestagung ein Treffen mit dem Titel Sozialwissenschafticher Arbeitskreis der deutschen Frankreichforscher, zu dem einige Akteure aus der Politik und der Wirtschaft eingeladen waren. Mittlerweile hat sich das Format dieser Veranstaltung sehr geändert: Heute kommen hier nicht nur Frankreichforscher , sondern neben ihnen auch eine große Zahl von Akteuren zusammen, die in den Ministerien oder den Botschaften an der Ausarbeitung der jüngst zwischen Frankreich und Deutschland vereinbarten Verträge und Abkommen maßgeblich beteiligt waren. Das macht dieses Tagung zu einer ganz besonderen Gelegenheit mit einem Blick hinter die Kulissen. Die Offenheit, mit der die Teilnehmer aus ihren Bereichen berichteten, vermittelte spannende Einblicke in die deutsch-französische Zusammenarbeit:

Im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe Wirtschaft stand der Artikel 20 des Aachener Vertrags:

Artikel 20
(1)
Beide Staaten vertiefen die Integration ihrer Volkswirtschaften hin zu einem deutsch-französischen Wirtschaftsraum mit gemeinsamen Regeln. Der Deutsch-Französische Finanz- und Wirtschaftsrat fördert die bilaterale Rechtsharmonisierung, unter anderem im Bereich des Wirtschaftsrechts, und stimmt die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik regelmäßig ab, um so die Konvergenz zwischen beiden Staaten zu befördern und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu verbessern.
(2)
Beide Staaten richten einen deutsch-französischen „Rat der Wirtschaftsexperten“ ein, der sich aus zehn unabhängigen Fachleuten zusammensetzt und das Ziel verfolgt, ihren Regierungen wirtschaftspolitische Empfehlungen zu unterbreiten. “

Die Wirtschaftsrätin der Französischen Boschaft, Catherine Rozan, verglich in ihrem Beitrag den Vertrag von 1963, „der eine Verwirklichung des Friedens zwischen unseren beiden Ländern schuf“ mit dem Aachener Vertrag, „der unter anderem das Ziel eines echten Wirtschaftsraums anstrebt.“ Diesen Wirtschaftsraum gibt es schon: „Frankreich ist der drittwichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands und Deutschland der wichtigste Partner Frankreichs. 4.000 französische Unternehmen sind in Deutschland mit 380.000 Mitarbeitern aktiv. In den 4.500 deutschen Unternehmen in Frankreich sind 310.000 Mitarbeiter beschäftigt,“ erklärte C. Rozan. Der Aachener Vertrag öffnet die Perspektiven für neue Instrumente, „um die Konvergenz unserer Wirtschaften und Gesellschaften voranzutreiben. Dazu nennt Rozan drei Meilensteine: 1. Die bestehenden Instrumente wie der deutsch-französische Ministerrat, der Deutsch-Französische Finanz- und Wirtschaftsrat  werden durch die deutsch-französische parlamentarische Versammlung, dessen erste Sitzung am 25. März 2019 stattfand. Artikel 14 nennt den neun Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der Artikel 20, Abs. 2 enthält die Schaffung eines deutsch-französischen Rat der Wirtschaftsexperten vor. 2.“ Der Aachener Vertrag, der einen Fahrplan für die deutsch-französische Zusammenarbeit für die kommenden Jahre vorsieht, soll auch den anderen Mitgliedstaaten der EU dienen. Das deutsch-französische Paar arbeitet in der Tat für den europäischen Wirtschaftsraum.“ In diesem Zusammenhang geht es um die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion und der Bankenunion. Dazu kommt eine Reform des europäischen Rechtsrahmens mit der Anpassung des Wettbewerbsrechts.

C. Rozan erinnerte an das deutsch-französische Manifest für eine europäische Industriepolitik des 21. Jahrhunderts, das Peter Altmaier und sein französischer Kollege Bruno Le Maire am 19.2.2019 vorgestellt haben, das beide als gesamteuropäisches Projekt verstehen. Rozan nannte auch zwei Beispiele: „Dieses deutsch-französische Bestreben für eine europäische Industrie wurde schon durch das Projekt zur IPCEI (Important project of Commun European Interest) für Batterien verwirklicht. Darüber hinaus haben die Wirtschaftsminister Bruno LE MAIRE und Peter ALTMEIER in Anwesenheit von Herrn Vizepräsident SEFCOVIC am 2. Mai eine deutsch-französische Produktion von Batteriezellen für E-Autos verkündet.“

3. C. Rozan erinnerte an die Reformen  die 2017 in Frankreich umgesetzt werden: „Das Europa-orientierte Programm von unserem Präsidenten ist teilweise von dem deutschen Modell inspiriert. Das war zum Beispiel der Fall in der Umsetzung eines flexibleren Arbeitsrechts, oder auch bei Reformen, die in Bereichen der Ausbildung, der Qualifizierung und der Lehrlingsausbildung ausgeführt wurden.“ – „Deutschland kann sich von Frankreich inspirieren lassen: Beispielsweise was die Digitalisierung, die Finanzierung von Innovationen oder auch die sehr erfolgreiche Steuergutschrift für Forschungszwecke (CIR) angeht. Frankreich hat sich aufgrund dieser Maßnahmen zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte der Welt entwickelt.“

Rozan betonte auch, „Deutschland und Frankreich haben dabei eine herausragende Verantwortung für das Gelingen Europas. Im Aachener Vertrag entsteht eine Geisteshaltung von Komplementarität zwischen Frankreich und Deutschland. Es ist jetzt der Moment diese Geisteshaltung tatsächlich umzusetzen.“

In einer zweiten Arbeitsgruppe (Stefan Bantle, Auswärtiges Amt, Luc Jouvence, État-major des Armées françaises, Prof. Dr. Hans Stark, Institut français des relations intgernationales ifri) wurden auch Fragen der Verteidigungspolitik diskutiert.

Dazu auf unserem Blog:

> Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen  – 20. Mai 2019

Bemerkenswert sind auch die Vereinbarungen und Perspektiven zum grenzüberschreitenden Verkehr im Kapitel 4 des Vertrags.

Was nimmt es Wunder, dass von deutscher Seite der Absatz bezüglich der Förderung der Nachbarsprache so ausgedünnt worden ist. Frankreich wollte gerne mehr hineinschreiben, die deutsche Seite dachte an ihre Bundesländer und deren Kulturhoheit:

Artikel 10
Beide Staaten führen ihre Bildungssysteme durch die Förderung des Erwerbs der Partnersprache, durch die Entwicklung von mit ihrer verfassungsmäßigen Ordnung in Einklang stehenden Strategien zur Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und Studierenden, die die Partnersprache erlernen, durch die Förderung der gegenseitigen Anerkennung von Schulabschlüssen sowie durch die Schaffung deutsch-französischer
Exzellenzinstrumente für Forschung, Ausbildung und Berufsbildung sowie integrierter deutsch-französischer dualer Studiengänge enger zusammen.“

Auf unserem Blog:

> Aachener Vertrag

> Deutsch-französisches Parlamentsabkommen

à suivre

Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag

Unser letztes Interview hat schon im Januar 2014 > Nachgefragt: Die deutsch-französischen Beziehungen. Ein Gespräch im DFI mit Henrik Uterwedde stattgefunden.

Die Kontakte unserer Redaktion zum DFI reichen in den Anfang der 80er Jahre zurück. Ab 1986 sind > Ernst Weisenfeld und ich von Bonn aus mehrmals zum Treffen des Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreises Deutscher Frankreichreichforscher zum Jahrestreffen nach Ludwigsburg gefahren.

Henrik Uterwedde,  > Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung, Opladen 2019.

Es wurde nun höchste Zeit für ein echtes Update. Gestern hat Henrik Uterwedde unsere Redaktion in Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg empfangen. 3 Themenbereiche hatten wir für das hier angezeigte Gespräch verabredet: Gelbe Westen, Grand Débat National und der Aachener Vertrag.

Französisch heute, die Zeitschrift der > Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. hat in ihrer Ausgabe 1/2019, S. 42 f., einen Artikel über unseren Blog veröffentlicht, der hier als *.pdf-Datei heruntergeladen kann:

> „Expliquer, expliquer, toujous patiemment expliquer“: Der Frankreich Blog

Sie können dann alle im Artikel genannten Links einfach anklicken.


> Rund 150 Videos auf unserem Blog:

> Nachgefragt. Le Vice-président de l‘Assemblée nationale Sylvain Waserman répond à nos questions – 26. Juli 2018

> Nachgefragt: Henri Ménudier antwortet auf unsere Fragen zu Emmanuel Macron, Europa und die deutsch-französischen Beziehungen – 13 avril 2018

> Nachgefragt: „L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.“Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017

> Nachgefragt: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht über die Frankreich-Strategie des Saarlandes – 22. März 2015

Auch für Schüler/innen ist das Interview wichtig, da hier Zusammenhänge zwischen der Reformpolitik von Präsident Macron und der Bewegung der Gelben Westen erklärt werden – Journalisten sagen, die Bewegung werde hier „eingeordnet“. Das Thema des > Aachener Vertrags ist eigentlich ein zweites Interview: Uterwedde erklärt seine Einschätzung des Vertrages, der den > Élysée-Vertrag von 1963 bekräftigt und ergänzt. Welche anderen Länder in der Welt haben mit ihrem Nachbarn zwei Freundschaftsverträge, eine > Liste mit gemeinsamen prioritären Vorhaben und sogar bald noch eine > gemeinsame Parlamentarische Versammlung?


Henrik Uterwedde > Coopération franco-allemande: nouveau traité, nouvelle volonté?, in: telos, 7. März 2019


Henrik Uterwedde zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass die Bewegung der > Gelben Westen zusammen mit dem bis jetzt offensichtlich erfolgreichen > Grand Débat National wie ein Korrektiv an Defiziten der Reformpolitik von Präsident Macron wirken könnte. Uterwedde will keinesfalls die bisherigen Erfolge von Macron bei der Arbeitsrechtsreform oder der Reform der SNCF in Frage stellen, aber die gelben Westen könnten ihn daran erinnert haben, den Kontakt zur Basis besser zu berücksichtigen.

Wir haben über die antisemitischen Vorfälle gesprochen: > Demonstration der “Gelben Westen” am 16.2.2019: Demonstranten beleidigen den Philosophen Alain Finkielkraut – 18. Februar 2019.

Zuerst sei er, so Uterwedde, skeptisch gewesen, was den > Aachener Vertrag betrifft, aber zum Thema Grenzregionen und Wirtschaftspolitik stehe doch Wegweisendes darin. Allerdings könnte sich das noch zu unterzeichnende Parlamentsabkommen, das eine deutsch-französische parlamentarische Versammlung mit je 50 Abgeordneten der Nationalversammlung und des Bundestags schaffen wird, als erfolgversprechend oder gar wichtiger als der Aachener Vertrag erweisen.

> Projet d’accord parlementaire franco-allemand / Entwurf deutsch-französisches Parlamentsabkommen – 14. November 2018

> Vers un accord parlementaire franco-allemand historique, élaboré dans le cadre du renouvellement du Traité de l’Elysée – 24 September 2018

Hörensagen: „Das Europa der Vaterländer“

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> Das Europa der Vaterländer… 16. Juni 2025

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