Archiv für Dezember 2011

(E-)Book

Freitag, 16. Dezember 2011

french german 

Faisons un peu de la politique comparée
L’interview de Nicolas Sarkozy und die Regierungserklärung von Angela Merkel

Donnerstag, 15. Dezember 2011

french german 

DFI in Ludwigsburg: „Stadtentwicklung und Integration Jugendlicher“ – Podiumsdiskussion am 16. 12. 2011

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Aus der Ankündigung des DFI: in Deutschland und in Frankreich ist die kulturelle und wirtschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu einer zentralen Aufgabe geworden. Beide Gesellschaften sind zur Sicherung ihrer langfristigen Zukunftschancen darauf angewiesen, eine bessere Teilhabe vor allem der jungen Generationen aus Zuwandererfamilien zu erreichen. Der kommunalen Ebene kommt dabei in beiden Ländern eine herausragende Bedeutung zu, denn dort muss die jeweilige Integrationspolitik umgesetzt werden.

Anlässlich der Veröffentlichung einer vergleichenden Untersuchung des Deutsch-Französischen Instituts und der Wüstenrot Stiftung diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zum Thema „Stadtentwicklung und
Integration Jugendlicher in Deutschland und Frankreich“.

Datum: 16. Dezember 2011
Zeit: 18:30 Uhr
Ort: > Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg, Asperger Straße 34, 71634 Ludwigsburg

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.dfi.de/de/Projekte/projekte_jugendliche.shtml#podium

> Einladungsflyer _16.12.2011.pdf

Das Deutsch-französische Institut lädt herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bittet um Anmeldung bis 12. Dezember 2011.

Sor-Bonn-e

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Schon immer sollte hier ausführlich über deutsch-französische Kooperationen im Hochschulbereich berichtet werden. Also, das kommt demnächst. En attendant, gucken Sie mal hier: > „De Bonn à la Sorbonne“ – Studium an der Université Paris-Sorbonne.

Les réseaux sociaux et la reconnaissance faciale
oder Soziale Netzwerke entwickeln sich zu Datenkraken

Mittwoch, 14. Dezember 2011

WunschzettelHeute mal ein Thema, das nicht unbedingt nur die deutsch-französischen Beziehungen berührt, sondern ein ernstzunehmendes Problem der sozialen Netzwerke ist. Und da Blog lesen auch ein bisschen Medienkunde ist, sollte auch hier an Facebook erinnert werden, das die Gesichtserkennung auf Fotos freigegeben hat; will man das nicht, muss man das extra abschalten.

Vgl. > Google + lance son système de reconnaissance faciale en option

Google + biete diese technische Spielerei jetzt auch an. Allerdings wird dieses Feature nur als Option angeboten, um sich nicht der gleichen Kritik wie Facebook auszusetzen. Wie dem auch sein, diese Art von Datensammlung sollte jedem Teilnehmer an sozialen Netzwerken äußerst suspekt sein, weil sie so fatale Folgen haben kann. Wer garantiert ihnen, dass per Videokamera in Geschäften oder öffentlichen Räumen aufgenommene Bilder nicht missbraucht werden, um die Identität der Kunden zu ermitteln? Oder gar um Bewegungsprofile der Menschen in der Stadt zu erstellen? Mein langer Test von > Facebook droht zu jetzt scheitern, vor allem wenn ich die Vor- und Nachteil abwäge. Je mehr man mitmachen möchte, umso mehr Daten gibt man von sich selber preis und mit jeder kleinen weiteren Information erhöht sich der Wert von Facebook, aber eigentlich nur für Facebook selber. Die Werte, die man per Arbeit in Facebook hineinsteckt, kommen nur Facebook selber zugute. Oder muss man das anders sehen?

230 Teilnehmer in Facebook mögen den Frankreich-Blog. Heißt das, dass sie die Hinweise auf den Blog nur auf Facebook angucken ? Also habe ich mit dem Einbau der Informationen aus dem Frankreich-Blog nur den Marktwert von Facebook gesteigert? Warum soll man denn auf einem andern Medium als auf dem Frankreich-blog selbst über die dort veröffentlichten Artikel diskutieren? Noch habe ich keinen wirklich wichtigen Hinweis darauf, dass die Präsenz auf Facebook dem Frankreich-Blog, der täglich mehr Besucher als Freunde auf Facebook hat, wirklich hilft. Man könnte ja meinen, dass auf dem Blog täglich weniger Besucher ankommen, wenn es die Frankreich-Blog-Präsenz-auf-Faceboook nicht gäbe. Aber von Facebook verirren sich täglich nur die Happy Few auf den Blog. Mit dem Klicken ist das halt so eine Sache. Bei jeder Surfreise hat ein Surfer nur ein begrenztes Klickpotential, und nach 15 Klicks auf Facebook reicht es auch erst einmal. Hand auf die Maus! Wer klickt in Facebook gerne auf externe Links? Wo facebooken doch so anziehend ist. Vielleicht sollte das Engagement für die Blogfacebookseite doch lieber nur dem Blog zugutekommen.

Facebook und Google + schreiben uns vor, wie wir uns dort zu bewegen haben. Wie man mit andern Kontakt aufnimmt und diese Netzwerke schlagen uns vor, wie wir unsere Bekanntschaften und Freunde verwalten sollen. Und man weiß nie, ob Facebook plötzlich doch mal veröffentlicht wer von unseren Bekannten von uns mit einem Freundschaftstatus geehrt wird, oder wer ihn verloren hat. Faecbook teilt unsere Aktiväten alle mit, was im realen Leben NIE geschehen würde. Ein Vorteil? Ja, aber nur für Facebook.

Ein bisschen Stadtarchitektur:

So geht es im realen Leben zu, wie hier auf dem Place Homme de fer in Straßburg:


Und soziale Netzwerke, die gar nicht so sozial sind, weil sie eigene, lebensfremde Regeln, wie man online anderen Teilnehmer am Netzwerk kennenlernt, kann man mit dem Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt vergleichen:

Der Vergleich von Netzwerken mit der Stadtarchitektur wird hier erklärt: > Wie sozial sind soziale Netzwerke?

Pierre-Gaël Pasquiou, Community Manager de l’EM Strasbourg, a une autre vision de ces nouveaux médias: > Les réseaux sociaux et l’école

Les réseaux sociaaux, ont-ils un droit d’existence dans l’enseignement?

Vizepräsidentin für Europa der Saar-Uni erhält französischen Orden

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat Patricia Oster-Stierle, Vizepräsident für Europa der Universität des Saarlandes, mit dem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. Die Professorin für französische Literatur der Saar-Uni wurde als „herausragende Aktivistin und Leitfigur der deutsch-französischen Beziehungen im Saarland auf dem Gebiet von Bildung und Wissenschaft“ geehrt.

Mit ihrem Engagement für den Europaschwerpunkt der Universität und für die „Universität der Großregion“ setzte sich Patricia Oster-Stierle dafür ein, dass in der Großregion von Saarland, Lothringen, Luxemburg, Wallonien und Rheinland-Pfalz ein gemeinsamer Hochschulraum entsteht. Dieser ermöglicht Studentinnen und Studenten grenzüberschreitend zu studieren und während eines Semesters Vorlesungen an verschiedenen Hochschulen der Großregion zu besuchen.

Patricia Oster-Stierle ist die einzige Vizepräsidentin für Europa einer deutschen Hochschule. Sie widmet sich schon seit langem sehr intensiv der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Daraus entwickelte sich ihr Engagement für den grenzüberschreitenden Austausch in der Großregion, der auch Luxemburg und Belgien mit einschließt. Ihr Ziel ist es, dass die Mobilität von Studentinnen und Studenten über die Sprachgrenzen hinweg schon bald zum selbstverständlich gelebten Hochschulalltag gehört. Dafür erhielt sie jetzt den französischen Orden (Ordre national du mérite), den der französische Botschafter Maurice Gourdaul im Saarbrücker Rathaus überreichte. Im Rahmen der Feierstunde wurden auch Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken, und die Geschäftsführerin der Saarmesse Mechthild Grandmontagne geehrt. Alle drei erhielten die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Großregion, die sich zu einer „Drehscheibe für den regen Austausch zwischen Frankreich und Deutschland“ entwickelt hat.

Für ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Romanistik war die Saarbrücker Professorin für französische Literatur bereits vor vier Jahre zum „Officier de l’Ordre des Palmes Académiques“ ernannt worden. Jetzt wurde Patricia Oster-Stierle zur „Ritterin des nationalen Verdienstordens“ gekürt.

Das Gespräch mit Nicolas Sarkozy in LE MONDE:
Ist die Euro-Krise bald überwältigt?

Montag, 12. Dezember 2011

Nach dem letzten EU-Gipfel ist Staatspräsident Nicolas Sarkozy von LE Monde (13 décembre) interviewt worden: > M. Sarkozy : „Le sommet de Bruxelles crée les conditions de la sortie de crise“

Le Président de la République au journal Le Monde sur l’accord de Bruxelles : “ il y a désormais clairement deux Europe“
Der Text des Interviews auf der > Website der Französischen Botschaft in Berlin

> Auszüge auf Deutsch – Übersetzung der Französischen Botschaft in Berlin

Es lohnt sich, dieses lange Interview ganz genau zu lesen, da steht auch einiges zwischen den Zeilen, manches ist außerordentlich betont, manches möchte der Präsident nicht so stark hervorheben. Der Blogbeitrag darf hier nicht zu lang werden, also gucken wir uns hier nur einige Passagen an, was aber niemanden davon abhalten sollte, das Gespräch in seiner ganzen Länge zu lesen. Wie gesagt, die Versuchung ist groß, jeden einzelnen Absatz zu kommentieren.

Am 9 Dezember haben sich die 17 Staaten der Euro-Zone auf den Entwurf eines Vertrages geeinigt, mit dem nationale Schuldenbremsen vereinbart werden. England macht nicht mit. Premierminister Cameron, meint er oder England, könnten sich nur das Beste und Schönste aus der EU herauspicken…, ob das auf die Dauer gutgeht?

Noch am 8. Dezember habe Sarkozy von einer bevorstehenden Explosion in Europa gesprochen, ist das Risiko jetzt im Griff, fragten ihn die Journalisten: Erik Izraelewicz, Patrick Jarreau et Arnaud Leparmentier:

Sarkozy: „J’aimerais pouvoir dire qu’il est totalement écarté. Je m’en garderai pourtant,“ anwortet er und wiederholt, es handle sich um eine Vertrauenskrise, die den Fortbestand der EU gefährden könne: „La crise de confiance et de crédibilité de l’euro faisait donc peser un risque sur la pérennité de l’Union européenne.“ Bei der Einführung des Euro habe man so einiges vergessen: „La vérité est qu’il nous a fallu réparer en pleine crise les insuffisances de l’euro au moment de sa création. […] certains pays ont été accueillis au sein de la zone alors qu’ils n’y étaient pas préparés. Cela a eu pour conséquence de fragiliser tout le système, comme une pilule empoisonnée, en raison de l’interdépendance des réseaux bancaires et financiers.“

Unter der Überschrift „La gouvernance économqiue“ wollen dann die Journalisten wissen: „L’accord de Bruxelles répond-il à ces éléments de la crise ?“ Sarkozy sagt nicht ja, aber er erklärt: „Il y répond d’abord par la création d’une authentique gouvernance économique. Si les économies de la zone ne convergent pas, elles ne peuvent pas conserver durablement la même monnaie. Le fait que la responsabilité de la gouvernance revienne désormais aux chefs d’Etat et de gouvernement marque un progrès démocratique incontestable par rapport à la situation précédente, où tout s’organisait autour de la Banque centrale européenne [BCE], de la Commission et du pacte de stabilité.“
Die Frage, ob es jetzt eine Übergabe von Souveränitätsrechten gibt, verneint Sarkozy: „Non, car on ne déléguera pas à d’autres notre souveraineté économique. Il s’agira d’un exercice partagé de la souveraineté par des gouvernements démocratiquement élus. On conforte sa souveraineté et son indépendance en l’exerçant avec ses amis, ses alliés, ses partenaires.“ Das ist doch Gegenteil von dem , was man meint, es sei vereinbart worden? „J’ajoute,“ so der Präsident „que pas un seul domaine nouveau de compétences ne sera transféré à une quelconque autorité supranationale.“

Außerdem wurde der Mécanisme européen de solidarité [MES] vereinbart, der Mitgliedsländern helfen soll, die auf dem Kapitalmarkt nicht die Mittel finde, um ihre Schulden zu finanzieren. In diesem Zusammenhang wird die Europäische Zentralbank ihren Zinssatz um 1 % senken. Die Haushaltsdisziplin ist die die dritte Säule. Sanktionen kommen künftig automatisch.

Der Vertrag soll im März fertig sein, so der Präsident. Dann fügt er hinzu: „Il faut bien voir que c’est une autre Europe qui est en train de naître : celle de la zone euro, où les maîtres mots seront la convergence des économies, des règles budgétaires, de la fiscalité.“

Und die Journalisten möchten wissen, was der Präsident denen sagen wird, die ihm vorwerfen, er sei Angela Merkel zu sehr gefolgt? Sollen die doch eine Alternative zur deutsch-französischen Achse vorschlagen, entgegnet der Präsident und fügt hinzu, französische Wünsche seien erfüllt worden: „C’est vrai que le sommet de Bruxelles est le fruit d’un compromis franco-allemand et, depuis le début de cette crise, nous avons fait mouvement l’un vers l’autre. Qui aurait pensé, il y a deux ans, que nos partenaires se rallieraient à l’idée d’un gouvernement économique, organisé autour des chefs d’Etat et de gouvernement ? Qu’ils souscriraient à la création d’un fonds monétaire européen, incarné par le MES ? Autant d’idées françaises !. Und er lobt den Pragmatismus und die Intelligenz der Kanzlerin.

England ist beim Euro nicht dabei. War aber in Libyen mit dabei, so der Präsident. Und was das deutsche Modell betrifft, so gibt Sarkozy zu, in den vier Jahren im Elyséepalast sich verändert zu haben: „Entre la France et l’Allemagne, il y a d’abord l’histoire. Soixante-dix ans d’affrontements suivis par soixante-dix ans de paix. Quel doit être le prochain cycle? Nous n’avons pas le droit de diverger avec l’Allemagne, car la divergence conduit à l’affrontement. Nous devons donc nous comprendre et rechercher des compromis permanents.“ Aber Sarkozy weiß auch, dass die Franzosen in dreißig Jahren so zahlreich wie die Deutschen sein werden. (Es wird Zeit, dass wir das Potential von Kindern hier in Deutschland wiederentdecken und die Gesellschaft kinderfreundlicher machen, vielleicht kann man von Frankreich etwas lernen?) Frankreich hat noch einen Trumpf, so der Präsident, nämlich billigere Energie wegen der > Atomenergie. Er und die Bundeskanzlerin hätten alles versucht, um England zu überzeugen: „Mais il y a désormais clairement deux Europe. L’une qui veut davantage de solidarité entre ses membres, et de régulation. L’autre qui s’attache à la seule logique du marché unique.“

Und was ist mit der Türkei? möchten die Journalisten wissen.: „Vous savez, mes réserves,“ antwortet der Präsident, „qui n’ont pas changé. Si, dans la crise que nous connaissons, nous avions levé ces réserves, je ne crois pas que cela aurait facilité la tâche de l’Europe. L’Union européenne, c’est d’abord pour le continent européen. A ma connaissance, nos amis turcs, grande puissance, grande nation, sont essentiellement en Asie mineure.“ Und er fügt hinzu:“Nous venons d’accueillir la Croatie. L’ouverture à la Serbie est une perspective. Réunissons d’abord la famille européenne avant de poser des questions extra-européennes. Je souhaite que nous ayons les meilleurs rapports avec la Turquie, cela va de soi. Dans mon esprit, elle a un grand rôle à jouer dans le monde, un rôle de trait d’union entre l’Orient et l’Occident. A-t-elle intérêt à quitter ce rôle de pont entre les deux rives pour en rejoindre une ? Je pense que ce serait un affaiblissement.“

Und zu den Beziehungen der Franzosen zu Europa sagt er das Folgende: „Les Français associent l’euro à leurs difficultés, mais en même temps, ils comprennent les risques qu’il y aurait à en sortir et à s’isoler. Je rends hommage à leur lucidité. Les Français ne contestent pas l’Europe, mais la façon dont sont conduites certaines politiques européennes.“

Pressekonferenz von Nicolas Sarkozy in Brüssel am 9. Dezember 2011:

Die gemeinsame Pressekonferenz von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy:

Der Weihnachts-Wunschzettel für 2011 zum Ausdrucken

Freitag, 9. Dezember 2011

Das Warten auf das Christkind verbringt man oft mit einem Gang durch die City, dann landet man in einem Buchladen, streift durch die Regale, mustert die Buchrücken, und guckt unschlüssig über die Büchertische. Was würde wohl den Liebsten gefallen? Ein Blick in den Katalog von Klett-Cotta, da gibt es auch Bücher, die vor einigen Jahren erscheinen sind, und die, wie das Buch von Marc Bloch zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Die Idee des Wunschzettels als PDF zum herunterladen, stammt vom Klett-Cotta-Blog, wo es einen > Wunschzettel für Geschichte und einen > Wunschzettel für Literatur gibt. Die folgenden hier kurz angezeigten und für den Gabentisch vorgeschlagenen Bücher, stehen auf dem > PDF-Wunschzettel, hier zum Herunterladen.

Die drei Bände von > Fernand Braudel über > Frankreich sind eine Einführung und ein Reiseführer zu allen Aspekten Frankreichs zugleich: Band 1. Raum und Geschichte. Die Einleitung von Michael Jeismann trägt den Titel: Die Identitätsgeschichte Frankreichs als europäische Chance. Band 2: Die Menschen und die Dinge, Band 3: Die Dinge und die Menschen. “Man kann sich keinen besseren Reiseführer wünschen als Braudel,” hat Michael Jeismann in der F.A.Z. geschrieben. Braudel will die Vielfalt Frankreich so weit wie möglich erklären. Ganz gelingen kann das nicht. Aber die Themen der drei Bände zeigen, wie vielfältig unser Nachbarland ist. – Fernand Braudel (1902-1985) übernahm 1946 Herausgeberschaft der Zeitschrift »Annales« und galt als führender Kopf der »Nouvelle Histoire«.

Fernand Braudel > Frankreich
Mit einem neuen Vorwort von Michael Jeismann, aus dem Französischen von Peter Schöttler (Bd.1), Siglinde Summerer / Gerda Kurz (Bd.2/3) (Orig.: L’identité de la France)
1. Aufl. 2009, 1202 Seiten, drei Bände, kartoniert im Schuber, ca. 120 Abb.
ISBN: 978-3-608-94644-4


Unter den Neuerscheinungen dieses Herbstes steht auch die ergänzte Neuauflage des von Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch. Ein echtes europäisches Geschichtsbuch, das von fünfzehn Historikern aus dreizehn Ländern Europas verfasst worden ist. Sie haben eine Geschichte des alten und neuen Europas verfasst und so Leitlinien für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Band ist prima dafür geeignet, ein Überblickswissen über Europa zu erwerben. Wunderbar illustriert. Gerade richtig für den Gabentisch.

Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch
1. Aufl. 2011, 464 Seiten, gebunden, großzügiges Sonderformat (22,0 x 27,0 cm), innen durchgängig vierfarbiger Druck, ca. 250 bis 300 Abbildungen, ca. 40 bis 50 Karten, ISBN: 978-3-608-94650-5


Olivier Adam, hat > Gegenwinde ein sehr schönes und nachdenklich machnedes Buch verfasst. Wie kann das Leben weitergehen, wenn der Mensch, den man am allermeisten liebt, plötzlich spurlos verschwunden ist? Olivier Adam erzählt eine intensive und ergreifende Familiengeschichte, von Verlust und dem unbeirrbaren Glauben an das Unmögliche. Paul Anderen ist mit seinem neunjährigen Sohn und der siebenjährigen Tochter allein – von seiner Frau fehlt jede Spur. Die Restfamilie zieht aus der Stadt an die bretonische Küste, wo Paul aufgewachsen ist und wo er Arbeit in der Fahrschule seines Bruders findet. In der rauen, sturmgepeitschten Landschaft versuchen sie, ein neues Leben zu beginnen. Aber irgendwie kommt doch noch raus, wo die Mutter steckt…

Olivier Adam, > Gegenwinde
Roman, aus dem Französischen von Andrea Spingler (Orig.: Des vents contraires)
1. Aufl. 2011, 270 Seiten, ISBN: 978-3-608-93887-6


Die Gesamtausgabe der > Werke

Jean Amérys bringt nun zum ersten Mal in geschlossener Form alle wichtigen Werke und Schriften, darunter auch das bisher unpublizierte, frühe Romanfragment »Die Schiffbrüchigen«. Hinzu kommen eigene Bände mit Briefwechseln und Rezeptionszeugnissen. Michael Rutschky schrieb in der Frankfurter Rundschau, 28./29.6.2008: “ […] Die Zukunft wird Jean Améry zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik zählen.« Jean Améry gehörte zu den wichtigsten Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern wie Jean-Paul Sartre bekanntgemacht und konfrontiert. – Die Jean Améry-> > Werkausgabe zum günstigen Komplettpreis (statt 316,- EUR bei Bezug einzelner Bände).

Die 9 Bände sind auch einzeln erhältlich:
Band 1: Die Schiffbrüchigen. Lefeu oder Der Abbruch
Band 2: Jenseits von Schuld und Sühne. Unmeisterliche Wanderjahre. Örtlichkeiten
Band 3: Über das Altern. Revolte und Resignation. Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod
Band 4: Charles Bovary, Landarzt. Portrait eines einfachen Mannes
Band 5: Aufsätze zur Literatur und zum Film
Band 6: Aufsätze zur Philosophie
Band 7: Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte
Band 8: Briefe
Band 9: Materialien

> Jean Améry, Werke, Band 1-9 19. Mai 2008 von Heiner Wittmann

Jean Améry, > Werke
1. Aufl. 2008, 6219 Seiten, alle Bände gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93838-8



Im Katalog von Klett-Cotta steht noch das Buch von Marc Bloch, das 2002 Historisches Buch des Jahres gewesen ist. Der französische Historiker Marc Bloch, Mitbegründer der Annales-Schule, war eines der Opfer von Klaus Barbie. Er wurde am 16. Juni 1944 von der Gestapo erschossen. In seinem Nachlaß fand sich ein unvollendetes methodologisches Werk, > Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers – die Erstausgabe trug noch den Untertitel »Wie und warum ein Historiker arbeitet«. Mit dieser von Etienne Bloch, dem Sohn des Verfassers, besorgten Neuausgabe liegt nun erstmals der vollständige und authentische Text dieses epochalen Werks der modernen Geschichtswissenschaft vor. Blochs Buch ist auch heute noch ein Meisterwerk der Geschichtstheorie. Es bietet wertvolle Einblicke in das Selbstverständnis und die Denkweisen modernen Geschichtsforschung, in die Ziele, aber auch Grenzen historischer Erkenntnis, in die Methodik und nicht zuletzt auch in die Ethik dieser »Wissenschaft in Bewegung«.

Marc Bloch
> Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers
Aus d. Franz. v. Wolfram Bayer, mit Annotationen und e. Nachwort v. Peter Schöttler (Original: Apologie pour l’histoire ou métier d’historien)
2. Aufl. 2008, 280 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94170-8


Jacques Attali hat eine wunderbare Biographie über > Blaise Pascal
verfasst, den man stets und ständig neu entdecken kann. „… Es macht den Reiz dieser Biographie eines Genies aus, dass Jacques Attali dem verborgenen ich Blaise Pascals auf die Spur kommen wollte, ohne seine verschiedenen Identitäten, seine „unendlich schillernde und verführerische Persönlichkeit“ zu verleugnen,“ schrieb Manfred Geier (Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006) und Kurt Flasch schrieb in der FAZ am 4.10. 2006: „[…] Es ist das größte Verdienst der vorliegenden Biographie, daß sie die Vielseitigkeit Pascals vor Augen führt: Er war nicht nur ein Genie; in ihm steckten sechs Genies, meist gleichzeitig […]“ Blaise Pascal (1623-1662) war ein Wunderkind und das größte Genie Frankreichs: ein rastloser, nervöser Querdenker, ein zweifelnder und verzweifelnder Christ. Seine Erkenntnisse in Mathematik und Philosophie waren bahnbrechend, und unsterblich sind seine Gedanken über Würde und Elend des menschlichen Daseins. Ohne fremde Hilfe leitete das 13jährige Wunderkind Blaise Pascal die Grundlagen der Geometrie und Mathematik ab, entwarf als junger Mann die der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. Pascal ist der erste, der die Dramatik, den Glanz und das Elend menschlichen Daseins hellsichtig, virtuos und vollendet formuliert hat – ein Genie für das 21. Jahrhundert.

Jacques Attali
> Blaise Pascal
Aus dem Französischen von Hans Peter Schmidt (Orig.: Blaise Pascal ou le génie français, Librairie Arthème Fayard, Paris)
2. Aufl. 2007, 486 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen, 16 Seiten Tafelteil mit 8 farbigen Abb., 16 s/w-Abb., Personenregister
ISBN: 978-3-608-94335-1


Noch ein Buch für den Gabentisch: Ludwig IX. (1214-1270), der erste und einzige heiliggesprochene König Frankreichs ist neben > Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) die herausragende Herrschergestalt des 13. Jahrhunderts. Ludwig wird zur nationalen und mythischen Identifikationsfigur der Franzosen wie sein kaiserlicher Gegenspieler für die Deutschen. Jacques Le Goff, zeigt in seiner Biographie > Ludwig der Heilige den König als Heiligen, Kreuzfahrer und Friedensstifter und entfaltet das Bild seines Jahrhunderts. Le Goff erzählt die Herkunft des Königs, eine Geburt 1214, der frühe Tod des Vaters, die Bedeutung des Großvaters, die Regentschaft seiner Mutter, Blanka von Kastilien, die Heirat mit Margarete von Provence und der erste Kreuzzug (1248-1254). Der König gerät in Gefangenschaft und kommt durch die Zahlung eines Lösegeldes frei. Schließlich kehrt er nach dem Tod der Mutter in das damalige Frankreich zurück, regiert und reformiert sein Königreich und stirbt 1270 vor Tunis während eines zweiten, gescheiterten Kreuzzuges.

Jacques Le Goff, > Ludwig der Heilige
Aus dem Franz. von Grete Osterwald Leinen, Fadenheftung, 3 Lesebändchen, eingelassenes Titelschild, mit farb. Tafelteil, mehrere Stammtafeln und Karten, Schuber (Original: Saint Louis. Gallimard, Paris, 1996)
1050 Seiten, ISBN: 978-3-608-91834-2


Don und Petie Kladstrup berichten in > Wein und Kriegüber Bordeaux, Champagner und die Schlacht um Frankreichs größten Reichtum. Das Buch stand m Dezember 2002 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Im Juni 1940 kapituliert Frankreich. Die deutsche Besatzung beginnt auf ausdrücklichen Befehl Hitlers, die wertvollsten Weine, Champagner und andere Spirituosen nach Deutschland zu transportieren. Ganz so funktionierte das nicht. Dieses unbekannte Kapitel der jüngsten Geschichte handelt vom Mut und der Phantasie der Franzosen, ihre wertvollsten Weine vor der deutschen Besatzung zu retten: Eisenbahner ließen ganze Züge mit Weinlieferungen im Nichts verschwinden. »La Tour d’Argent«, das Pariser Luxus-Restaurant, mauerte im Mai 1940 sofort 20 000 Flaschen ein. Leider wurden trotzdem 80 000 Flaschen beschlagnahmt und abtransportiert. Die beiden Autoren haben Winzer und Widerstandskämpfer veranlasst, ihre Geschichte authentisch, ungeschminkt, phantasievoll und mutig zu erzählen.

Don und Petie Kladstrup
> Wein und Krieg
Aus d. Amerik. von Dietmar Zimmer (Orig.: Wine and war)
7. Aufl. 2007, 380 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 30 s/w-Duplex-Abbildungen, Wein- und Sachregister
ISBN: 978-3-608-93511-0


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