Archiv für die Kategorie 'Französisch'

Der Brief an alle Schülerinnen und Schüler: Französisch-Leistungskurs bis zum Abitur

Dienstag, 20. September 2022

Für den Schüler, der heute morgen erzählte, dass er nach diesem Schuljahr wahrscheinlich Französisch abwählen werde, hat unsere Redaktion, den hier folgenden Artikel nochmal an die erste Stelle gesetzt:

| Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… | Éditorial: Warum sollten Schüler unseren Blog lesen? | Warum geben so viele Schüler/innen Französisch vor der Sek. II auf? | Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? | Romanistik als PassionEin Gespräch mit Professor Dr. Karlheinz Stierle | 222 Gründe |

Gerade haben mehrere Schüler/innen unserer Redaktion erzählt, sie hätten Französisch abgewählt… jetzt lernen sie Spanisch. Abgewählt? Habt Ihr schon mal ein französisches Buch gelesen? Nein… Habt Ihr mal eine Radiosendung auf Französisch gehört? Habt Ihr schon mal LE MONDE in der Hand gehabt? Wart Ihr schon mal in Frankreich… einige von ihnen.

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,

die Kurswahlen stehen an. Es geht um viel. Manche denken nur an ihre Punkte und wie wohl eine gutes Abizeugnis erreicht werden könnte.

Aber da nach dem Abitur die Welt sich auf eine neue Weise für Euch öffnen wird, sollte man darüber jetzt doch auch schon mal nachdenken.

Manche warten nur auf den Tag, an dem sie endlich das Fach Französisch hinter sich lassen können: die ungeliebten Vokabeltests, die Grammatik, gar die ungewohnte Aussprache. Fragt man nach, kommt aber schnell raus, dass nur sehr wenige französische Autoren bekannt sind. Und ab dem Moment, an dem einige wenige Texte gelesen worden sind und einige Autoren bekannt sind, wendet sich schnell das Blatt.

Die Wahl des Leistungskurses für die Oberstufe sollte eigentlich erst stattfinden, wenn eine literarische Basis vorhanden ist, denn sonst trifft man möglicherweise eine falsche Wahl. Also fangen wir noch einmal von vorne an. Warum sollte man unbedingt Französisch bis zum Abitur behalten und lernen?

Zuerst muss man unbedingt darin erinnern, dass kein Länderpaar in der Welt > so viele gemeinsame Institutionen wie Frankreich und Deutschland vorweisen kann: Organisationen, Vereinigungen, Partnerschaften, Vereine, Gesellschaften, Institute sowie eine gemeinsame parlamentarische Versammlung – > Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Abgeordneten Christophe Arend und Andreas Jung MdB antworten auf unsere Fragen – 12. November 2020 – das deutsch-französische Jugendwerk, die deutsch-französische Hochschule, die deutsch-französische Brigade …. und das mit einem sehr weitem Abstand bis man wieder ein ähnliches Länderpaar findet. Und wir dürfen nicht vergessen, dass gerade durch die leidvolle Vergangenheit mit drei gegeneinander geführten Kriegen, Frankreich und Deutschland der Welt eine exemplarische Aussöhnung demonstriert haben: vgl. dazu Alfred Grosser. Das Know-how, wie das zustande gekommen ist, ist doch unser gemeinsamer bester Exportartikel. Jede Schülerin und jeder Schüler, der Französisch lernt, ist ein Sprachbotschafter, nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Welt.

> Bibliographie: Erinnerungskultur

> Lesebericht: Per Leo, Tränen ohne Trauer. Nach der Erinnerungskultur
> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur. Ein Interview mit Nicolas Offenstadt:“Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…”

> Nachgefragt: Rainer F. Schmidt, Kaiserdämmerung Berlin, London, Paris, St. Petersburg und der Weg in den Untergang

Französisch ist eine der besten Berufsversicherungen. Rechnet Euch mal aus, auf wie viele Kandidaten mit Englisch Kandidaten kommen, die Französisch können? Und wer wird von den Arbeitgebern bevorzugt?

> Was können Sie mit Französisch machen ? Die Antworten von Bernd Schmidt – 21. März 2016

Mit der Französischen Revolution begann eine äußerste wechselvolle (Verfassungs-) Geschichte, mehrere Revolutionen, eine Restauration, zwei Kaiserreiche, fünf Republiken und all das begleitet durch viele Schriftsteller, die sich auch in die Politik einmischten: Es gilt ein großes Panorama der Verbindung von Politik, Geschichte und Literatur zu entdecken.

> #Franzoesischlernen – nicht nur online sondern mit und wegen der Literatur

Wie die Literatur Visionen entwickelt, die über Epochengrenzen hinweg ihre Wirkung zeigten. Und spricht man heute in Frankreich von der Postmoderne, so hat gerade Daniel-Pascal Zorn, > Die Krise des Absoluten mit so viel wissen und Nachdruck gezeigt, wie die Postmoderne französischer Prägung ohne Friedrich Nietzsche undenkbar gewesen ist.

Der kulturelle Austausch zwischen Frankreich und Deutschland ist ohne Sprachkenntnisse nicht denkbar. In seiner Eröffnungsrede zur Frankfurter Buchmesse hat Präsident Emmanuel Macron im Oktober 2017 daran erinnert, dass es die Kultur, mit der die „refondation“ von Europa vorangetrieben werde müsse.

> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan

In Frankreich ist die französische Sprache mit der Kultur, der Geschichte auf eine ganz andere Weise verknüpft als dies in Deutschland zu beobachten ist: Hat man hierzulande schon mal einen Politiker gehört, der eine Strategie für die deutschen Sprache so entwickelt hat, #monmars20 Journée de la Francophonie. Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme wie Emmanuel Macron dies getan hat: seine Rede und ihr Programm passte in sechs lange Blogartikel.

Warum zögern heute viele Schüler das Fach Französisch und die französische Literatur für sich zu erobern? Seit mehreren Jahrzehnten herrscht in den Lehrbüchern das Dogma der gesprochenen Sprache und des sogleich im Urlaub anwendbaren Vokabulars vom Einkaufen über Kindergeburtstag bis zu Problemen der Jugendlichen vor. Als kürzlich ein Schüler der Klasse in einer E-Mail darum bat, im Unterricht möge doch bitte endlich vor allem Vokabeln gelehrt werden, mit denen literarische Text in Richtung Abitur verstanden und bearbeitet werden können, war sofort klar, was er meinte. Nichts anderes als das Verlangen nach Imagination, Phantasie und den Ausblick in die Welt forderte dieser Schüler. Schluss mit der Alltagssprache. Künftig in erster Linie Literatur und dazu eben auch Grammatik. Der Schüler hat Recht: Französischunterricht wird nicht durch ausgeklügelte Grammatikübungen, Vokabeltests und Aufgaben in den Übungsheften spannend, sondern nur durch interessante Texte, die die Schüler zum Denken, zum Protest und zur Stellungnahme und so zum Verfassen eigener Texte herausfordern. Ein Unterricht, der ihnen einen Ausblick auf die französische Welt und darüber hinaus vermittelt. Albert Camus beschreibt das in seinen Roman Der Erste Mensch, in dem er über seine Kindheit berichtet, mit so klaren Worten. Als sie mit den Büchern au der Bibliothek kamen, hat er sich mit seinem Freund sofort auf die erste Bank gesetzt, um nachzusehen was die Büchern ihnen heute von der Welt zeigen würden.

> Nachgefragt. Anne-Sophie Guirlet-Klotz: Lire un lecture française en temps de confinement – 23. April 2020

> Premiere: Soirée littéraire (I) > Nachgefragt: Professeur Lahkim Azelarabe Bennani parle sur Albert Camus, La Peste -24 janvier 2021

Nachdem >Hans Mayer Sartres „Die Wörter“ 1964 übersetzt hatte, sagt er sich, der Originaltitel würde von allen mit „Die Worte“ übersetzt werden. Es ging aber Sartre um die „zehrende und verzaubernde Magie einzelner Wörter“, wie Mayer die Wirkung der Literatur so präzise auf den Punkt brachte. Diese Magie dürfen wir unseren Schülern nicht länger vorenthalten. Wir brauchen für den Französischunterricht eine neue Didaktik, die den Schwerpunkt auf die Literatur legt, die die Schüler in erster Linie lehrt, Texte zu verstehen, zusammenzufassen und sich selbst dazu zu äußern. Die Literatur muss im Zentrum des Unterrichts stehen. Literatur, die ihre Imagination ankurbelt und ihnen die Passion für die französische Sprache, eine neue Entdeckung der Frankophonie, der Geschichte und der Politik vermittelt.

Französisch öffnet den Blick auf die Frankophonie. Wie oft wurde dieser Begriff bisher im Französischunterricht genannt? Nie ? Einmal? Und dann soll jetzt schon die Fächerwahl getroffen werden?

Es gibt 222 Gründe, warum man Französisch lernen und französische Literatur lesen sollte. Es gibt sogar noch mehr, denn, wenn auf diesem Blog nicht gerade mal eine Veranstaltung angekündigt wird, enthalten sehr viele Artikel Hinwiese darauf, was man mit Französisch machen kann: Lehre und Forschung, Journalismus, Politik, NGOs, Internationale Organisation, Verlagsmitarbeiter, Lektor, Redakteur und in vielen weiteren Berufen ist Französisch immer der PLUS-Punkt, der die Kandidaten, wie bereits eingangs gesagt, in die engere Wahl bringt.

Ach. Übrigens Frankreich ist ein wunderbares Reiseland:

> Partons en France – Reisen wir nach und durch Frankreich

> Nachgefragt: Agnès Poirier, An den Ufern der Seine

Beste Grüße
Heiner Wittmann

Nachgefragt: Katharina Schicketanz (DFJW) berichtet über Tele-Tandem

Mittwoch, 24. August 2022

| John Locke und seine Didaktik für Französisch | Partons en France  | Commémoration du 80ème anniversaire de la Rafle du Vélodrome d’Hiver et à Pithiviers | Enseigner et apprendre avec les tweets sur Twitter | Emmanuel Macron verliert die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung | Les articles autour de la #presidentielle2022 | Radio | Eine neue politische Konföderation in Europa? | Französisch-Leistungskurs bis zum Abitur | 222 Argumente für Französisch | Apprendre le français et faire des exercices |


Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ist eine internationale Organisation im Dienst der deutsch-französischen Zusammenarbeit, die seit 1963 über 9 Millionen jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich die Teilnahme an über 376.000 Austauschprogrammen und Begegnungen ermöglicht hat.

Das OFAJ bietet eine Online-Lernplattform an, bei der Klassen aller Schulformen und Jahrgangsstufen aus Deutschland und Frankreich – von der Grundschule bis zum Berufskolleg mitmachen können. Schüler/innen können sich mit mit gleichaltrigen Schüler/innen aus Frankreich in einem virtuellen Klassenraum – in einer geschützten digitalen Lernumgebung – auf der Tele-Tandem plaTTform.e zusammenarbeiten,durch handlungsorientierte Projektarbeit in authentischen Kommunikationssituationen ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden und erweitern und in einem binationalen Lernkontext interkulturelle Kompetenzen erwerben und so ihre Medienkompetenz verbessern. Im Schuljahr 2021/22 haben 400 Klassen aus Frankreich und Deutschland an 200 Projekten im Rahmen von Tele-Tandem an Projekten teilgenommen. Was für ein beeindruckender Erfolg.

Heute war die Projektleiterin des Tele Tandems Katharina Schicketanz zu Besuch in unserem Homeoffice und wir konnten ihr einige Fragen stellen:

Auf unserem Blog:  > TeleTandem. Mit Unterstützung des DFJW/OFAJ: Deutsch-französische Schulprojekte digital – 25. Mai 2022

> Was ist Tele Tandem?

> Anmelden auf der Plattform

Im Lehrerzimmer kann ein Kursraum eröffnet werden.Hier wird auch die Schülerregistrierung für die Kursräume eingetragen. und es gibt Fortbildungen für Lehrer/innen. Hier finden Sie auch für die Schritte zu einem eigenen Projekt. Zur Inspiration: > Projektbeispiele. Es gibt Foren und eine Partnerbörse.

Für ausführlichen plaTTform.e Support ist gesorgt. Dazu gibt es ein Nutzerhandbuch für Lehrkräfte, FAQ, Videotutorial, Ideensammlung für Aktivitäten und einen Email Suppport.

Auf der Seite Inter@ctions: Ville à vivre, ville à rêver // Lebensräume, Lebensträume gibt es ein Beispiel-Modul mit verschiedenen Aktivitäten: C’est ici que je vis // Hier lebe ich – C’est par où ? // Wo geht’s lang? – J’adore cet endroit // Hier bin ich am liebsten – La ville de nos rêves // Die Stadt unserer Träume – Ville en mouvement // Stadt in Bewegung – Villes du futur // Städte der Zukunft.

Zur Durchführung Ihres gemeinsamen Projektes mit der Partnerlehrkraft und beiden Klassen auf der Tele-Tandem plaTTform.e müssen Sie zunächst einen eigenen Kursraum eröffnen. Hierzu füllen Sie bde Fragebogen aus, in dem die Angaben zu Ihren beiden Einrichtungen abgefragt werden. Ist der Kursraumeinmal angelegt, werden die Schüler/innen eingeschrieben!

Sie suchen eine Partnerklasse, um gemeinsam auf Tele-Tandem zu arbeiten? Dann stöbern Sie doch mal in der DFJW-Partnerbörse DOMINO oder geben dort selbst ein Gesuch auf! Im Feld “Art der Begegnung” kreuzen Sie “Tele-Tandem” an.

Haben Sie schon Projektideen für das kommende Schuljahr 2022/23? Lassen Sie sich inspirieren von der neuen Projektausschreibung von DFJW und Educ’ARTE zu dem aktuellen Thema „Die deutsch-französische Freundschaft“ und profitieren Sie von einem individuellen Coaching für Ihr Projekt! Mehr Informationen finden Sie hier.

Fortbildung: Tele-Tandem® Fortbildungsmodul „Projektpädagogik“

John Locke und seine Didaktik für Französisch

Donnerstag, 28. Juli 2022

Unsere Redaktion hat gerade den jüngst bei Klett-Cotta erschienen Band von John Locke (1632-1704) gelesen und dazu einen > Lesebericht: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung – zuerst 1693 erschienen – verfasst.

Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Klett-Gruppe (Ernst Klett Verlag) erscheinen bei Klett-Cotta ab 2022 eine Reihe zeitlos-aktueller Werke der Pädagogik und Erziehungsphilosophie.  Zuerst wurde die Große Didaktik von Johann Amos Comenius (1592-1670) mit dem Untertitel Die vollständige Kunst, alle Menschen alles zu lehren in der Übersetzung von Andreas Flitner bei Klett-Cotta vorgelegt: Lesebericht: Johann Amos Comenius, Große Didaktik. Der Generalherausgeber dieser Reihe ist Jürgen Overhoff (Universität Münster), der hat auch den Band von Comenius herausgegeben hat. Mit ihm hat unsere Redaktion kürzlich gesprochen: Nachgefragt: Jürgen Overhoff, Hrsg., Johann Amos Comenius, Große Didaktik.

Nun ist der zweite Band dieser Reihe erschienen: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung übersetzt von Joachim Kalka, den ebenfalls Jürgen Overhoff herausgegeben hat.

Es sind Lockes Bemerkungen zur Fremdsprachendidaktik, die uns hier ganz besonders interessieren. Wir zitieren hier aus unserem Lesebericht:

“Sobald der Zögling seine Muttersprache beherrscht, sollte man daran denken, ihn andere Sprachen zu lehren: Latein oder Französisch? „Doch weil Französisch ein lebende Sprache ist und mehr in der Unterhaltung gebraucht wird, sollte es zuerst erlernt werden…“ (S. 228) Und das geht in ein bis zwei Jahren, danach gehe man zum Lateinischen über. Die §§ 162-175 empfehlen wir allen Lehrplanautoren. Ob Lockes Kritik am Grammatikunterricht berechtigt ist? Wenn heute im 5. oder 6. Jahr Französisch noch immer Grammatikübungen in Form von Lückentexten von Schülern bearbeitet werden, erstaunt es nicht, würde Locke hinzufügen, dass diese Schüler keine Texte schreiben können. Sein Credo: „Sprachen sind nicht auf Regeln oder Kunstfertigkeit aufgebaut, sie sind durch Zufall und den allgemeinen Gebrauch der Menschen entstanden. Und wer sie wohl sprechen will, kennt keine andere Regel als diese, und vertraut auf nichts als sein Gedächtnis und die Gewohnheit, so zu reden wie die, denen man zubilligt, dass sie die Sprache gut sprechen, das heißt mit anderen Worten: auswendig reden.”  Nota bene  nicht Auswendiglernen (S. 238, § 168) Aus dieser Einsicht heraus, besteht Locke ganz modern auf dem Gespräch in der Fremdsprache („Sprachen kann man sich nur durch Lesen und Sprechen aneignen und nicht durch Auswendiglernen von Fetzen aus alten Schriftstellern….“ (S. 249) Hinsichtlich der  Grammatik wiederholt er seine Forderung, die eigene Grammatik müsse gut beherrscht werden: “Es wird sehr viel mehr Lärm um sie gemacht, als notwendig, und es werden die damit geplagt, denen sie gar nichts nützt, ich meine die Kinder in dem Alter, wo sie für gewöhnlich damit konfus gemacht werden in den Schulen.” (S. 239, vgl. auch S. 240) Recht hat, denn wenn Schüler weder bon noch bien bestimmen können, fehlt es auch an deutscher Grammatik. Lockes Zögling soll lernen Geschichten zu erzählen, wozu als Übungsstoff die Fabeln von Äsop sich vorzüglich eignen. (vgl. S. 263)” – und wie soll man nun eine Klassenarbeit bewerten, in der ein Schüler die Grammatiklückentextübungen fehlerfrei ausfüllt, aber im Aufsatzteil (production de texte) fast nichts schreibt, und die Arbeit, in der sein Klassenkamerad die Lücken nicht korrekt ausfüllen kann, aber im Aufsatzteil ganz viel schreibt mit vielen Fehlern,  aber wo die Lust am Ausprobieren der Sprache nur allzu offensichtlich ist. Zu dem hohen Anteil an Grammatikübungen kommt noch eine weitere Hürde: die geringe Wiederholung, die fehlende Übung macht es den Schülern doppelt schwer.

Locke plädiert ganz modern für einen einsprachigen Unterricht und betont, der Knabe möge die Gewohnheit erwerben, “das Französische gut auszusprechen, was umso schwieriger ist, je länger man es aufschiebt.” recht hat er, Deutsch sollte wirklich nur in kurzen Ausnahmesituationen gebraucht werden… in Grammatikstunden wird in der Fachdidaktik im Rahmen der aufgeklärten Einsprachigkeit konzendiert.  Aber Locke spricht sich gegen die Vermittlung komplizierte grammatischer regeln aus. Seine Zöglinge sollen -heute würde man sagen – kontrastiv lernen. Die Grammatik seiner Muttersprache solle er gut beherrschen. Recht hat er, denn was nutzt eine Französischstunde, in der Adverbien und Adjektiven und gar noch deren Steigerungen erklärt wird, wenn die Schüler diese Wortarten noch nicht mal in der deutschen Sprache einordnen können?

Durch “Sprechen und Lesen” (S. 229) soll der Zögling die Fremdsprache lernen, sein Tutor solle nicht vergessen, dass auch jeden tag Englisch (= Texte in seiner Muttersprache) lese. Wieviele Minuten kann ein Schüler im normalen Französischunterricht, sagen wir eine 7. Klasse  mit 14 Schüler/innen, während einer Stunde auf Französisch sprechen? Im optimalen Fall 3 Minuten, die er durch laute Lektüre zu Hause unbedingt ergänzen muss:  Wie oft habt Ihr während der Pandemie einen Lektionstext laut zu hause vorgelesen? Schweigen.

Lockes Plädoyer für Latein wird jeden Lateinlehrer erfreuen: S. 229-239

Zur Grammatik gibt Locke wichtige Hinweise: “Sprachen, die man durch auswendiges Einprägen, Brauch und Gedächtnis lernt, können erst dann in größter Vollkommenheit gesprochen werden, wenn alle Regeln der Grammatik vergessen worden sind. Ich räume ein, dass die Regeln der Grammatik einer Sprache manchmal sehr genau studiert werden sollten, aber nur von einem Erwachsenen, der sich dem Verständnis einer Sprache kritische nähert, was eigentlich nur das Geschäft des erklärten Gelehrten ist.” (S. 234)

Ein Absatz im § 167 (bezüglich des Geschicks und der Kunst des Lehrers, sie an Neues heranzuführen, verdient unsere Aufmerksamkeit: “Das natürliche Temperament der Kinder macht ihren Geist dem Umherschweifen geneigt: Neuheit alleine macht sie aufmerksame..:” S. 235: Methodenwechsel, nicht zu lange Phasen, alles steckt hier drin: “Das große Geschick eines Lehrers liegt darin, die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu erlangen und festzuhalten; wenn er diese hat, wird er sicherlich so rasch vorankommen, wie ihn die Fähigkeiten des Schülers mit nehmen…” heute nennt man schülerzentrierter Unterricht.

Unserer Redaktion gefällt das so moderne Plädoyer von Locke zugunsten des bilingualen Unterrichts ganz besonders:

„§ 178 Zur selben Zeit, da es Französisch und Latein lernt, mag man ein Kind, wie gesagt, auch mit Arithmetik, Geographie, Chronologie, Historie beginnen lassen und auch mit Geometrie. Denn wenn es in diesen Fächern auf Französisch oder Lateinisch unterrichtet wird, hat es einmal eine dieser Sprachen zu verstehen begonnen, dann wird es ein Wissen in diesen Fächern bekommen und die Sprache dazu.
Mit Geographie, dächte ich, sollte man beginnen:…“ (S. 253)

Vgl. LIBINGUA ist die Arbeitsgemeinschaft der Lehrkräfte, die Elternvereinigung und der Förderverein der fast 100 Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Frankreich-Blog: 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

John Locke
Einige Gedanken über Erziehung
Hrsg. von Jürgen Overhoff
Aus dem Englischen von Joachim Kalka
mit einem Vorwort von Jürgen Overhoff
1. Auflage 2022, 320 Seiten, Broschiert
ISBN: 978-3-608-98633-4

Lesebericht: > Lesebericht: Gerhard Roth, Michael Koop, Schule mit Köpfchen. Erlenntnisse aus der Hirnforschung für den Unterricht nutzen. Mit zahlreichen Beispielen aus der Schulpraxis.

Conférence sur la « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne »

Donnerstag, 9. Juni 2022

french german 

Mit Sprachen entdeckt man neue Welten. Es ist ganz und gar unverständlich, wieso der Französischunterricht bei uns und der Deutschunterricht in Frankreich so stark zurückgehen: > Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… An Initiativen aller Art mangelt es wirklich nicht: > DFJW : Werdet Juniorbotschafter/in 2022/23! oder > TeleTandem. Mit Unterstützung des DFJW/OFAJ: Deutsch-französische Schulprojekte digital. Siehe auch:> 222 Argumente für Französisch.

> Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019

La langue française

> Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme

In Pau fand am 15. März 2022 die Conférence sur la diversité linguistique et la langue française au sein de l’Union européenne statt. Grundlage dieser Konferenz war der von Christian Lequesne koordinierte Bericht> Rapport du groupe de personnalités indépendantes « Diversité linguistique et langue française dans les institutions européennes »  (Download) Petit bémol : Das Wort “littérature” kommt in diesem Bericht nicht vor.

Warum muss Englisch in der EU so vorherrschend sein? Die Autoren des Berichts sprechen sich für eine Verstärkung der Mehrsprachigkeit aus. Und sie unterstreichen die Notwendigkeit des Unterrichts von zwei Fremdsprachen in der Sekundarstufe: “Pour prendre la mesure des efforts qui resteraient à accomplir pour assurer l’apprentissage de deux langues vivantes pour chaque jeune Européen, le rapport Eurydice35 est une source précieuse.” (S. 97) In Frankreich ist die LV2 Pflicht, in Deutschland können die Schüler/innen die LV2 – also oft Französisch – nach der 10. Klasse abwählen: > Der Brief an alle Schülerinnen und Schüler. Französisch-Leistungskurs bis zum Abitur. Unsere Redaktion hätte in diesem Bericht sehr gerne noch mehr Vorschläge für eine viel nachhaltigere Werbung zugunsten der Nachbarsprache in deutschen und französischen Schulen gelesen. Gerade wird in Deutschland wieder einmal über ein soziales Jahr diskutiert: Es könnte auch ein europäisches soziales Jahr geben oder am besten gleich eine Ausweitung des Programm Brigitte Sauzay vom DFJW/OFAJ auf die EU.

> « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne » : Une détermination politique partagée, une administration engagée – Assemblée parlementaire de la francophonie

Vgl. auch Jürgen Trabant, Macron löst Europa die Zunge, FAZ, 9.06.2022.

Conférence sur la « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne » 

Zur Erinnerung:

> Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26. September 2017:

Le CNL appelle à un quart d’heure de lecture national, le 10 mars 2022 à 10h

Freitag, 11. Februar 2022

“Ce qu’on veut, comme on veut, où on veut : le 10 mars à 10h, le quart d’heure de lecture national donne un rendez-vous de lecture simultané partout en France.” > #10marjelis : et vous? Les outils pour participer

Wie wärs, wenn alle unsere Schüler/innen die in Deutschland Französisch lernen bei dieser Veranstaltung mit machen würden?

> hier wird erklärt, wie dieses Projekt organisiert wird… von Euch.

Der Hashtag lautet > #10marsjelis

Et qu’est-ce que nos élèves peuvent lire ?

> Nachgefragt. Anne-Sophie Guirlet-Klotz: Lire une lecture française en temps de confinement
23. April 2020

> NEU. Der Blog von Ernst Klett Sprachen : > Lesen fürs Leben

> Reihen der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

> Autoren der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

> Themen der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

Ausstellungseröffnung: Ecole du Flow im Centre Culturel Francais Freiburg

Mittwoch, 9. Februar 2022

| #Presidentielle2022 – Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg: Die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 | Lernen für DELF | La jeunesse de 18 à 24 ans | Discours du Président Emmanuel Macron devant le Parlement européen. | Lektor/innen für FranceMobil/mobiklasse.de gescucht | Deutsch-französischer Tag: 22. Januar 2022 | 1ère et 2e année : Vive la dictée |


Im dritten Jahr der > École du Flow gibt es erstmals eine Ausstellung zum größten deutsch-französischen HipHop-Kreativwettbewerb. Im Centre Culturel Français Freiburg sind die Arbeiten der jungen Künstler zu sehen: preisgekrönte Musikvideos, Lieder mit Ohrwurmgarantie sowie aufrüttelnde Plakate, Poster und Graffiti-Wände zu den Themen Europa, Nachhaltigkeit und Freiheit.

Am Donnerstag, 10.2.2022, eröffnet Zweierpasch wir die Ausstellung zur Ecole du Flow im Centre Culturel Francais Freiburg. Ab 18.15 Uhr gibt es einen digitalen Rundgang als Instagram Live mit Zweierpasch. Ab 19 Uhr ist eine Vor-Ort-Vernissage – auch mit Lehrer Odilon Semprey aus Vesoul, der erzählen wird, wie seine Gruppe den Wettbewerb gewonnen hat. Angeboten wird die Ecole du Flow seit 2019 vom Centre Culturel Français Freiburg, dem Klett Verlag und Zweierpasch.
Zweierpasch zeigt Musikvideos, Lieder, Graffiti, Poster, Fotos und Collagen. Außerdem gibt es ein interaktives Gewinnspiel.

Sie sind alle herzlich eingeladen – digital oder in Präsenz:

> Vernissage I Ecole du Flow – grenzüberschreitend kreativ

Seit 2019 nehmen  jährlich bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreichan der Ecole du Flowteil. Sie erarbeiten im Unterricht zweisprachige Raptexte und können damit die Bühne entern. Die besten Gruppen stehen beim Finale im Rampenlicht: Sie präsentieren ihren Beitrag vor Publikum. Außerdem spielt die HipHop-Band Zweierpasch ein Konzert für alle Teilnehmer. Die Sieger des Wettbewerbs gewinnen einen Workshop an ihrer Schule mit den Rap-Poeten Felix und Till von Zweierpasch. Die Zwillinge kommen ins Klassenzimmer, um gemeinsam mit den Nachwuchskünstler*innen auf zwei Sprachen zu rappen.

Auf unserem Blog:

>Nachgefragt: Zweierpasch und der 3. HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland – mit Videos von Zweierpasch – 12. Novembee 2022

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