Archiv für August 2014

Die Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeyer auf der Botschafterkonferenz in Paris

Freitag, 29. August 2014

Der folgende Beitrag ist eine Ergänzung zu unserem Artikel von gestern: > Der Vergleich (I): 28 août 2014 : La Conférence des Ambassadeurs à Paris – 25. August 2014: Botschafterkonferenz in Berlin

Manchmal werden Artikel dieses Blogs für Schüler als zu schwer empfunden, oder gar auch als zu weit von den Chancen, Sorgen und Nöten des Französischunterrichts empfunden. Ein bisschen mehr Didaktik heißt es dann. Immerhin: > Französischunterricht 164 Beiträge. Warum wird aber Französisch gelernt? Nur der Blick über die Wände des Klassenzimmers und über die Schulmauern hinaus vermittelt eine Antwort:

Aber ein Artikel wie dieser hier erklärt auf einleuchtende Weise, warum diese wunderbare Sprache gerade von Deutschen heute in Europa gelernt werden muss. Die Zukunft Europas wird von Frankreich und Deutschland gemeinsam mit ihren Partnern in der EU beeinflusst. Englisch lernen sowieso alle, aber Französisch und dann noch eine Sprache, die in der EU gesprochen wird: Was ergeben sich dadurch heute für aufregende Studien- und Arbeitsmöglichkeiten! Aber nicht nur zum Arbeit, für den Job, für das schnöde Geldverdienen. Sprachkenntnisse sind ein Schlüssel für jedes Engagement in Europa, in der Wirtschaft und in der Politik. In diesem Sinne hat Frank-Walter Steinmeier heute in Paris bei seiner > Rede auf der Botschafterkonferenz in Paris nicht nur sechs Thesen zur europäischen Politik genannt, er hat damit auch indirekt aber nicht weniger deutlich auf die Gründe hingewiesen, wieso wir uns mit der französischen Sprache, der Geschichte und der Politik unseres Nachbarlandes beschäftigen müssen. Es geht nicht nur um die aktuelle Politik, es geht auch um die gemeinsame Krisenbewältigung und unsere Perspektiven für Europa, die nur gemeinsam erdacht und realisiert werden können. > Argumente für Französisch – auf unserem Blog.

Seine Bemerkung, man er könne mit seinem Amtskollegen die Schlüssel zu ihren Amtssitzen tauschen, ist eine schöne Umschreibung für das gemeinsame Einverständnis (auch) in der Außenpolitik mit Frankreich. Steinmeier nannte sechs Thesen und Prognosen: 1.”Wenn wir beieinander bleiben und klug handeln, dann werden Historiker eines Tages zurückblicken und sagen: Diese außenpolitischen Krisen waren ein Integrationsschub für die europäische Außenpolitik, so wie es die Finanz- und Währungskrise für Europas Wirtschaftspolitik war!” 2. “Was europäische Außenpolitik auszeichnet, ist nicht völlige Interessengleichheit, sondern der unbedingte Wille, am Ende zusammenzustehen und gemeinsam zu handeln.” 3. “Europäische Außenpolitik heißt Arbeitsteilung. … Bei alldem sind die Unterschiede zwischen Deutschland, Frankreich und den anderen europäischen Partnern keine Schwäche, sondern im Gegenteil: wenn wir unsere spezifischen Fähigkeiten, Traditionen, Werkzeuge und Gesprächskanäle zum Tragen bringen, dann wird aus den Unterschieden eine Stärke. 4. “Europäische Außenpolitik braucht alle 28.” 5. “Europäische Außenpolitik braucht den gesamten Instrumentenkasten der Diplomatie. … Ihr schafft es, lieber Laurent, Euren Instrumentenkasten immer wieder der Zeit gemäß anzupassen.” 6. “Wir brauchen ein Höchstmaß an europäischer Koordinierung in all den großen Sachfragen, mit denen wir es auf internationaler Ebene zu tun haben: von Klima- und Energiepolitik bis zu Datenschutz und Regeln fürs Internet. Wenn wir nicht gemeinsame europäische Ansätze in diesen Fragen vorweisen können, kriegen wir es global schon gar nicht hin.” Europapolitik knapp zusammengefasst in 6. Punkten.

Französisch lernen, diese sechs Punkte lesen und beherzigen, weitere Sprachen in Europa lernen,sich mit der deutsch-französischen Kooperation beschäftigen, nach Arbeitsfeldern in Parteien, (internationalen) Organisationen, in den Medien und in der EU Ausschau halten… viele merken nicht sofort, das Französisch bei Bewerbungen auch eine Art Jobversicherung ist.

Französische Aussprache in 10 Minuten:
44 kommunikative Spiele

Freitag, 29. August 2014

Einer ideale Ergänzung zur Lehrbucharbeit. Mit diesem Übungsbuch und seinen Kopiervorlagen und seiner CD erhalten Französischlehrerinnen und -lehrer eine große Zahl vieler sehr unterschiedlicher Übungen. Sprachflüssigkeit wird geschult und damit werden Blockaden und Hemmungen beim Sprechen überwunden. Wettspiele, Gesellschaftsspiele, Lieder und Gedichte verschaffen den Schülerinnen und Schülern Lust am Sprechen.

Das sind die richtigen Aufwärmübungen für viele Französischstunden. Die Übungen sorgen für Abwechslung im Unterricht und machen neugierig auf die nächste Form der Übung.

Janine Bruchet-Collins,
> 44 kommunikative Spiele. Französische Aussprache in 10 Minuten
Buch mit Kopiervorlagen und Audio-CD
A1-B1
978-3-12-525844-0 (3-12-525844-8)

Der Vergleich (I)
28 août 2014 : La Conférence des Ambassadeurs à Paris –
25. August 2014: Botschafterkonferenz in Berlin

Donnerstag, 28. August 2014

Vergleichende Politikwissenschaft. Dort der Präsident, hier der Bundesaußenminister … aber dann am zweiten Tag der Botschafterkonferenz in Paris ist der deutsche Außenminister mit dabei.

Gestern versprach uns der Außenminister Laurent Fabius, “FW Steinmeier” anlässlich der Botschafterkonferenz in Paris wiederzutreffen”:

[fb-post href=”https://www.facebook.com/FrankWalterSteinmeier/posts/10154555157570486″]

N.B.: Diese Fotos wurden nicht von uns aufgenommen: Das ist ein hier eingebetteter – zitierter Beitrag, den Frank-Walter Steinmeier (oder seine Mitarbeiter?) auf seinem Facebook-Account veröffentlicht hat.

Frank Walter Steinmeier > Rede auf der Botschafterkonferenz in Paris: “Als ich mir den Reiseplan so angesehen habe, dachte ich: Warum geben wir uns nicht einfach gegenseitig einen Ersatzschlüssel für unsere Außenministerien? So wie die Leute zuhause das mit ihren besten Nachbarn machen… Falls der eine sich mal aus Versehen aussperrt, oder der andere in den Urlaub fährt…

Ich biete mich jedenfalls gerne an, hier das Haus zu hüten! Denn so ehrwürdig wie der Quai d’Orsay sind wenige Außenministerien auf der Welt, und, liebe Freunde, ich komme wirklich gern hierher! Und ich mache keinen Hehl aus meiner Freude darüber, dass die französische Regierungsumbildung das Außenministerium nicht betrifft.”

Diese Konferenz ist für den Staatspräsidenten eine Gelegenheit wichtige Positionen der französischen Außenpolitik, die zu seinem > “Domaine réservé” gehören vor den Botschaftern Frankreich zu erläutern:

Sowie der Text der Rede auf der Website des Elyséepalastes erscheint, können wir mit Unterstützung von > PONS aus diesem Artikel wieder ein perfekte Hör- und Sehensverstehensübung machen. Bis dahin: Für Schüler Schreiben Sie einen kurzen Artikel und nennen Sie die Themen dieser Rede.

UPDATE
François Hollande > Discours d’ouverture de la Conférence des Ambassadeurs

Ausführlich ging Hollande auf die Ukraine-Krise ein, deren Lösung nur politisch nicht militärisch erfolgen könne. Ausdrücklich het er das Engagement der Bundeskanzlerin am 6. Juni 2014 in der Normandie hervor: “La présence d’Angela MERKEL a été utile à ce moment. Depuis, la Chancelière et moi-même avons poursuivi nos démarches pour tisser les fils, renouer les contacts.” Eine Lösung wurde noch nicht gefunden. Russland könne könne nicht darauf zählen eine anerkannte Macht im 21. Jahrhundert zu sein, so Hollande, ohne die Regeln zu beachten. Hollande fügt hinzu, dass er Putin wiederholt gesagt habe, die EU wünsche ene Vertiefung der Beziehungen mit Russland. Hollande wies daraufhin, dass er mit Deutschland zusammenarbeiten wolle, um diese Blockade aufzuheben: “Mais, aujourd’hui, la crise ukrainienne est un blocage. Raison de plus pour le lever rapidement ! La France y est prête avec l’Allemagne. Je fais une nouvelle fois la proposition de se réunir dans le format qu’on appelle maintenant « Normandie » (1) – la marque est déposée ! – pour trouver un accord global. Mais on ne va pas se réunir à quatre si les conditions de cet accord ne sont pas posées. Notre disponibilité est donc là, nous y travaillons avec la Chancelière. La réponse doit venir notamment du côté russe.”

(1) Damit eint Hollande das Zusammentreffen vieler Staatschefs der Normandie am 6. Juni 2014.

Zum Vergleich:

In Deutschland: > Botschafterkonferenz 2014: Mehr außenpolitische Verantwortung wagen – Website des Auswärtigen Amtes

> Eröffnungsrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Botschafterkonferenz 2014 – Website des Auswärtigen Amtes

> Eröffnungsrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz – Website des Auswärtigen Amtes


Eröffnungsrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz – Website des Auswärtigen Amtes

Frank Walter Steinmeier: “In so einer Welt, die 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg, 25 Jahre nach Ende der Blockkonfrontation von Ost und West eine neue Ordnung noch nicht gefunden hat, tun wir Deutsche uns schwer damit zu definieren, was für uns Verantwortung heißt. Uns fehlt ein klarer Kompass dafür, was angesichts veränderter Machtstrukturen richtig und notwendig ist, und was nicht. Was anständig ist, was Politik leisten kann, und was nicht.”

Vorsicht Bild II

Donnerstag, 28. August 2014

> Vorsicht Bild am 9. Mai 2014 auf unserem Blog. Und nun dieses Foto auf der Website der > Süddeutschen Zeitung von heute:

Es mag sein, dass das Foto zur Meldung passt, aber es wurde im letzten Mai in Stralsund aufgenommen, so auch die Bildlegende in der SZ: “Meinungsverschiedenheiten über die Besetzung der EU-Kommission: Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande, hier im Mai in Stralsund. (Foto: Getty Images).”

Dennoch, man sieht zuerst das Foto, die Kanzlerin macht Miene, als wolle sie eine abwehrende Handbewegung zu machen und guckt sehr streng, derweil Hollande missmutig woanders hinguckt. Mit diesem Szenario im Kopf liest man den Artikel und wird dann nur noch darin bestärkt, dass die Kanzlerin über Moscovici als Kandidaten für den Posten des Wirtschafts- und Währungskommissars nicht glücklich ist. Sachverstand und politische Erfahrung des Kandidaten werden nicht erwähnt, nur die Gefahr flexibler ausgelegter Grenzen fürs Sparen wird erwähnt. Immerhin, die Überschrift wie auch das Wort “tatsächlich” zeugen von deutlicher Kritik an Merkels Grundsätzen. Aber prüfe man sich selbst, das Foot mit seiner Aussagekraft hat auch hier wie so oft ein ganz eigenes Gewicht.

Französische Wochen im Großraum Stuttgart 9.-24.10.2014

Donnerstag, 28. August 2014

Jetzt auf Facebook:

franzoesische-wochen-stuttgart-2014

Vom 9.-24.10.2014 finden im Großraum Stuttgart wieder die Französischen Wochen statt. Die Vorbereitungen können auf > Facebook verfolgt werden.

Die Französischen Wochen werden seit dem Jahr 1999 alljährlich ausgerichtet und stellen eine offene Plattform für die Darstellung der deutsch-französischen Kooperation dar, auf der Künstler, Institutionen und Vereine der Lebendigkeit und Vielfalt des kulturellen Austausches zwischen Deutschland und Frankreich Ausdruck verleihen. Un dieses Jahr ist > Klett wieder mit 2 Veranstaltungen mit dabei. Werfen Sie einen Blick in das > ProgrammheftWas für eine tolle Organisation! Wieviele E-Mails wohl hin-undhergeschickt wurden, wie oft telefoniert wurde! Bis dieses Programm fertig war! Beeindruckend was das Team vom Institut français in Stuttgart mit diesem Projekt schon realisiert hat. Wieder eine echte Steigerung. Die Vielfalt der Veranstaltungen kann sich sehen lassen. Wir sehen und? 9.-24.10.2014 in Stuttgart.

Seit 2010 ist das > Institut français de Stuttgart für die Organisation der Französischen Wochen zuständig.

> www.franzoesischewochen.de

> Download des Programmheftes 2014

Reformen in Frankreich (I) – Mehr arbeiten
… und in Deutschland?

Donnerstag, 28. August 2014

Im morgendlichen Newsletter von LE MONDE steht, dass Emmanuel Macron, der neue Wirtschaftsminister, bereit sei, den Firmen zu erlauben gegen das > Gesetz der 35 Stunden, dass die Regierung 1998 und 2000 eingeführt hatte, zu verstoßen: “Macron prêt à autoriser « toutes les entreprises » à déroger aux 35 heures.” Reformen sind echt nicht einfach in Frankreich.

> Wechsel in der Regierung. Reformspiel in Frankreich von Beat Gygi, NZZ, 27.8.2014

> Frankreichs Abschied vom Norden, Manfred Rist, Aurillac, NZZ, 15.8.2014:

Rist fasste prägnant zusammen, wie viele Strukturprobleme Hollande von seinen Vorgänger geerbt hatte. Erhöhung der Lohnstückkosten, das Minus der Außenhandelsbilanz, und die Einführung der 35-Stunden-Woche. Hinzukam der Widerstand in den eigenen Reihen, für den Hollande verantwortlich gemacht wurde….

Und wie geht es weiter? Eben steht im letzten Newsletter von LE MONDE, der auf die nächsten Artikel hinweist:
“Que dit Le Monde ? : Le PS mis au défi par la déclaration d’amour de Valls à l’entreprise”.

Noch mehr lesen:

> “Ni godillots, ni déloyaux” : 200 députés PS soutiennent Hollande par Yann Bertrand – FRANCE_INFO – jeudi 28 août 2014 12:19

Noch viel mehr lesen. Und in Deutschland?
” ‘Mutti’ va-t-elle désormais utiliser la ‘méthode douce’ pour convaincre ses partenaires européens de prendre ‘les bonnes décisions ?’ ” fragt heute Frédéric Lemaître auf seinem Blog: >Officiel : Merkel à la recherche de psychologues

> Interview mit Alfred Grosser: > Die deutsch-französischen Beziehungen und die Europapolitik 12.9.2013 auf unserem Blog.

> Gedenkstunde im Bundestag:1914-1918: Alfred Grosser hat am 3. Juli 2014 im Bundestag gesprochen

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