Archiv für die Kategorie 'Corona-Virus'

#coronavirus – Der Brief von Emmanuel Macron: “La concorde nationale”

Freitag, 5. Juni 2020

Außergewöhnliche Zeiten verlangen offenbar außergewöhnliche Maßnahmen. Gestern haben die Präsidenten der Senats Gérard Larcher, der Nationalversammlung Richard Ferrand, und des Conseil économique, social et environnemental Patrick Bernasconi Post von Staatspräsident Emmanuel Macron bekommen.

> Coronavirus : Emmanuel Macron en quête de « concorde nationale » – LE MONDE 4.6.2020

> Der Brief von Emmanuel Macron vom 3.6.2020

Für die Gewohnheiten der V. Republik ist das ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Der Staatspräsident möchte das Programm für die Zeit nach der Corona-Krise oder besser gesagt für die verbliebenen Monate seiner Amtszeit neu definieren. Und dazu sollen möglichst alle Beteiligten – auch Vertreter der Opposition befragt werden. Cédric Pietralunga formuliert dies in LE MONDE so: “le chef de l’Etat les oblige à descendre dans l’arène avec lui et à faire preuve d’une certaine solidarité avec l’exécutif. Difficile de critiquer une politique dont on a participé à l’élaboration…” “Der Staatschef bringt sie dazu, sich zu äußern und eine gewisse Solidarität mit dem Staatschef zu beweisen. Es wird schwierig werden, eine Politik zu kritisieren, an der man mitgearbeitet hat…” Man hat Macron eine gewissen Abgehobenheit vorgeworfen, liest man diesen Brief, ist der Vorwurf eigentlich nicht  haltbar. In der Tat hat u. a. die Coronakrise dazu beigetragen, dass eines seiner großen Vorhaben, die Rentenreform – ein Leuchtturmprojekt seiner Amtszeit -erst einmal gescheitert ist. Jetzt soll das Regierungsprogramm neu definiert werden

Auch ungewöhnlich ist es, dass der Staatspräsident den Präsidenten der drei Versammlungen eine Frist setzt: In einem Monat möchte er Vorschläge bekommen « pour contribuer à l’élaboration indispensable du nouveau dessein français » – “Die für einen neuen französischen Entwurf unabdingbar sein werden”.

« Pour servir au mieux nos compatriotes, … » / “Um auf die beste Weise unseren Bürger zu dienen”, bittet der Staatspräsident die drei Präsidenten so umfassende Konsultationen wie möglich durchzuführen um, die anstehenden Prioritäten zu formulieren, die sich auf einen möglichst breiten Konsens der Bürger stützen sollen. Das heißt, so sagt man doch, erst einmal sind alle Optionen auf dem Tisch. Es liegt nun an den Präsidenten, die Themen, die die weitesten Übereinstimmungen auf sich vereinen können, zu präsentieren. « Répondre à cette nécessité appelle à une démarche de concorde nationale, de dépassement des ordres établis, de mobilisation de toutes les bonnes volontés », – “Eine Antwort auf diese Notwendigkeit verlangt eine Vorgehen in nationaler Eintracht, ein Überschreiten der gesetzten Ordnungen sowie eine Mobilisierung des guten Willens”.

Es stehen noch andere Projekte auf der Agenda des Präsidenten, u. a. die Reduktion der Zahl der Abgeordneten in der Nationalversammlung und den Umbau des Conseil économique, social et environnemental zu einem « Conseil de la participation citoyenne ».

Die früheren Präsidenten und Premierminister sowie wichtige Vertreter der Opposition werden im Elysée-Palast empfangen werden. Möglicherweise wird sich dann der Staatspräsident mit seinen Entscheidungen an die Franzosen wenden? Um den 14. Juli. Das militärische Défilé ist übrigens bereits abgesagt und wird durch eine kleine militärische Zeremonie ersetzt werden.

Cédric Pietralunga  in LE MONDE hat dazu einen Kommentar vom Élysée-Palast aus dem Kabinett des Präsidenten erhalten: « Le président entend s’appuyer sur deux piliers pour la suite : un souverainisme réinventé, protecteur de l’économie, des emplois, de l’environnement ; et un girondisme rénové, avec une nouvelle étape de déconcentration voire de décentralisation, pour un Etat plus efficace et plus proche des gens » – “Der Präsident möchte sich jetzt auf zwei Pfeiler stützen, eine neu erfundene Souveränität (souverainisme), die die Wirtschaft , die Arbeitsplätze und die Umwelt schützen soll und ein verbesserter “Girondisme” mit einer neuen Etappe der Dekonznetration, sogar einer Dezentralisierung, um einen wirksameren Statt der näher an den Bürgern ist, zu erreichen.”

> Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus / Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – 19. Mai 2020

Nachgefragt – Moritz Philipp: Der Appell der Jugendbotschafter an die Regierungen in Berlin und Paris

Samstag, 30. Mai 2020

> Schäuble und Ferrand: In der Coronakrise ge­mein­sam zu neuer Dynamik in Europa – 26 mai 2020

> Déclaration franco-allemande appelant à l’ouverture des frontières – 11 mai 2020

> Alle Artikel zur Corona-Krise auf unserem Blog

> Online #Französisch-lernen I ff.: Die Übersicht

Die Jugendbotschafter/innen des Deutsch-Französischen Jugendwerks DFJW /Office franco-allemnde pour la Jeunesse OFAJ Chloé Aimé, Kevin Falana, Camille Brialon, Lina Siegenharr, Alena Rohmann, Moritz Philipp, Islam Shalik, Glen Cobrun, Jil Le Bec et Soufiane Allouche haben einen Appell an die französische und deutsche Regierung gerichtet, in dem sie beide Regierungen auffordern, mehr für die Solidarität in Europa – auch in Hinsicht auf das transatlantische Verhältnis, besonders auch im Bereich der Gesundheitsvorsorge zu tun.

> TRIBUNE. « La France et l’Allemagne doivent renouveler l’Union européenne et la coopération transatlantique » – Nouvel-Obs -28 mai 2020

Die Jugendbotschafter erinnern u.a. an die Dringlichkeit, gemeinsam ein Serum zu entwickel: “En ce qui concerne plus largement l’Union Européenne : la Présidente Ursula von der Leyen a annoncé qu’un laboratoire allemand serait en mesure de proposer un vaccin d’ici l’automne, et l’Institut Pasteur travaille à un test sérologique inédit. Nous sommes persuadés qu’une coopération scientifique entre nos deux pays, sous l’égide du conseil des ministres franco-allemand, permettrait d’obtenir des résultats encore plus rapides et plus solides.>”

Unsere Redaktion hat Moritz Philipp in Nantes gefragt. Er ist dort z. Zt als DAAD-Sprachassistent »/assistant de langue de l’Office allemand d’échanges universitaires au CCFA et à l’Université de Nantes tätig und er ist auch Jugendbotschafter des DFJW:

Aufgezeichnet von Heiner Wittmann für www.france-blog.info – fehlt auf dem Trailer, das wird bald nachgetragen.

#CoronaVirus. Auf den Philippinen gestrandet und zurückgeblieben: Gilles Floret und Johnny Paul Mendoza

Dienstag, 26. Mai 2020
> Online #Französisch-lernen I ff.: Die Übersicht

> Alle Artikel zur Corona-Krise auf unserem Blog

Luftlinie rund 10500 km von Stuttgart entfernt sind Gilles Floret – > Gilles Floret chante Amour de Jeunesse und > Gilles Floret chante Chanson d’automne – und sein Ehemann Johnny Paul Mendoza immer noch auf den Philippinen. Ursprünglich sind sie dort hingeflogen, um Urlaub zu machen. Dann kam das Virus und bis heute haben beide es nicht geschafft, wieder nach Stuttgart nach Hause zu kommen.

Unsere Redaktion hat mit Gilles Floret heute ein E-Mail-Interview geführt:

Gilles Floret, Sie und Ihr Ehemann Johnny Paul Mendoza sind noch immer auf den Philippinen. Wann haben Sie dort vom Lockdown erfahren?

Gilles Floret: Wir haben vom  Lockdown ca. in der 2. Woche unseres Urlaubs erfahren. Das war ein Schock, weil wir nicht wussten was zu tun ist. Bleiben und warten oder sofort aufbrechen? Aber die Umbuchung von den Flugticket war das erste Problem. Wir haben erst mal versucht, uns auf der Homepage des Auswärtigen Amtes anzumelden,was sehr schwierig ist ohne WLan. Dauerte 3 Stunden lang. Wir wurden immer rausgeworfen aus der Homepage, als es darum ging, eine deutsche Passnummer einzutragen.

Wie haben Sie ersten Wochen des Lockdowns überstanden?

Gilles Floret: Die ersten Woche war erst mal nicht so schlimm. Nur das wir unseren Garten für 2 Wochen nicht verlassen konnten. Wir sind in > San Antonio in der Nähe von Ozamiz City. Aber zum Meer durften wir auch nicht mehr. Zu viele Checkpoints überall. Ozamiz ist auf der Insel Mindanao. Alle Wege per Schiff und Luft wurden sofort eingestellt

Wie haben sie versucht auszureisen?

Gilles Floret: Das Auswärtige Amt konnte nicht antworten, weil es unsere Meldung nie bekommen hat. Dann habe ich schnell das Konsulat in Palau kontaktiert. Keine Antwort. Dann die französische Botschaft in Manila. Keine Reaktion. Erst als sich meine Cheffin Frau Dr. Christa Weck sich in der Französische Botschaft in Berlin gewandt und um Hilfe gebeten hat, hat sich die Französisch Botschaft bei uns gemeldet.

Aber die Französische Botschaft in Berlin hat dann einen Weg gefunden Ihnen zu helfen?

Gilles Floret: Erst wollte die Botschaft nur für mich was unternehmen. Ich habe aber darauf gepocht, dass unsere Ehe aber in in der Botschaft in Berlin registriert ist und somit mein Mann auch unter dem Schutz des französischen Staates steht. Nach mehreren Interventionen von Frau  Christa Weck haben wir schließlich Passierscheine von der Botschaft bekommen. Blieb die Frage, wie kommen wir nach Manila? Die Botschaft meldete uns jedes Mal, wenn ein Rettungsflug von USA ab Cagayan nach Manila geflogen ist. Aber zu viele Hürden und Komplikationen. Ich war erst mal froh, einen Passierschein zu haben, denn der 15. Mai nahte. Ich wurde 60 und hätte wieder in Quarantäne gehen sollen.

Schließlich am 21. Mai ein hoffnungsvoller Rettungsflug….gescheitert. Annulliert. Dann eine anderer Flug am 26. Mai. Schade kein Platz drin. Reserviert für Australier und US-Bürger.

Isolation seit Anfang März? Das ist eine lange Zeit. Was hat sich für Sie verändert?

Gilles Floret: Ja,  ich hab stark abgenommen. Unsere Schwiegereltern dürfen nicht mehr zu uns. Wir leben also von Hühnern und Mangos vom Garten. Es klingt traumhaft. Aber wir fühlen uns ein bisschen wie im Gefängnis. Erste Alpträume nachts. Hier herrscht Kriegsrecht. Nach 20 Uhr Feierabend

So weit weg? Das klingt ein bisschen nach Urlaub… aber ich habe den Eindruck, dass Sie im Augenblick ganz und gar nicht Urlaubsgefühle haben?

Gilles Floret: Das stimmt langsam sind wir ausgelaucht und einfach müde.

Et j oubliais – nous remercions nos employeurs et en particulier le Kett Verlag, la Personalabteilung et les collègues du fond du coeur et ma cheffe Dr. Christa Weck en tout premier.

Gilles Floret dankt ausdrücklich Rudolf Hildebrandt der dazu beigetragen hat, dass die Stuttgarter Nachrichten heute über Floret und seinen Ehemann berichtet haben: > Urlaub und Coronavirus Zwei Stuttgarter hängen noch immer auf den Philippinen fest – Stuttgarter Nachrichten – 26.5.2020

Schäuble und Ferrand: In der Coronakrise ge­mein­sam zu neuer Dynamik in Europa

Dienstag, 26. Mai 2020

french german 

Tout un système :
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Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – Nachgefragt: Prof. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen

Freitag, 22. Mai 2020

Herr Uterwedde, wir sprechen über die > Deutsch-französische Initiative: “Europa muss zusammenstehen” so heißt sie auf Deutsch, auf der Website des Èlysée-Palastes heißt sie > Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus.

> Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus / Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – 19. Mai 2020 von H. Wittmann

Die gemeinsame Erklärung steht die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 500 Milliarden Euro: “Unser Ziel indes ist klar:- heißt es in der Erklärung” Europa wird diese Krise geeint bewältigen und wir werden gestärkt aus ihr hervorgehen. Es ist das erklärte Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen, eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung für die Europäische Union zu erreichen.” Es geht um die “2. Einrichtung eines ehrgeizigen Fonds zur wirtschaftlichen Erholung auf EU-Ebene für Solidarität und Wachstum schlagen Frankreich und Deutschland vor, der Europäischen Kommission zu gestatten, eine solche Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung mittels Aufnahme von Mitteln an den Märkten im Namen der EU zu finanzieren,” wie soll das funktionieren?


< “Der langjährige Mitarbeiter und stellvertretende Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg Henrik Uterwedde hat mit dem reichen Schatz seiner Kenntnisse und Erfahrungen eine Einführung mit dem Titel > Die deutsch-französischen Beziehungen verfasst, die jetzt im Verlag Barbara Budrich erschienen ist…:” > Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung


In Bezug auf die Schulden, wir fragen nochmal nach: In den Medien wurde von einem Paradigmenwechsel besonders mit Blick auf Bundeskanzlerin Merkel gesprochen Paul Taylor, a contributing editor at POLITICO, writes the “Europe At Large” column: “PARIS — She did it! > Merkel’s milestone moment “German chancellor writes herself into EU history by embracing common borrowing and European solidarity.” “The twilight of her chancellorship, Angela Merkel has secured her place in the pantheon of European statesmanship by agreeing to common EU borrowing to help the countries hardest hit by the coronavirus rebuild their economies.” – Kann man das wirklich so sagen?

Erscheint das Urteil aus Karlsruhe durch diese Initiative in einem anderen Licht?

Vgl. dazu: Pierre-Yves Le Borgn’ > Les juges allemands, l’Europe et nous publié le 21 mai 2020

Bevor wir auf einige Details eingehen, ist diese Erklärung auch als eine längst überfällige deutsche Antwort auf die europapolitischen Vorschläge von Präsident Macron – unsere Blog-Redaktion hat seine Europa-Reden, nicht nur die Rede in der Sorbonne ausführlich dokumentiert zu verstehen? Vgl. Tout un système : > 12 Reden über Europa: Macron und Europa

Aber die Erklärung enthält außer dem Vorschlag des Superfonds noch viel mehr: Wir zieren nochmal aus der Erklärung:

1. Strategische Souveränität im Gesundheitssektor – Erarbeitung einer EU-„Gesundheitsstrategie“
Die europäischen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Bereich Impfstoffe und Behandlungsmethoden, ebenso wie die Koordinierung und Finanzierung auf internationaler Ebene (ACT-Accelerator Initiative), mit dem kurzfristigen Ziel erhöhen, einen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Europäischen Union zu entwickeln und herzustellen, der global zugänglich sein muss;

Die Punkte 3 und 4 geben eine Lösung strittiger Fragen der ungelöster Probleme vor:
3. Beschleunigung des Green Deal und der Digitalisierung […]
• e Einführung einer CO2-Mindestbepreisung im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) unterstützen und an der künftigen Einführung eines sektorenübergreifenden EU ETS arbeiten.
• für jeden Sektor einen Fahrplan für die ökologische Erholung erarbeiten, der, soweit angemessen, auch Klima- und Umweltziele und/oder -bedingungen vorsieht;
• die Digitalisierung beschleunigen, unter anderem durch den 5G-Roll-out, Maßnahmen für sichere und vertrauenswürdige Infrastrukturen und Cybersicherheitstechnologien, digitales Identitätsmanagement, förderliche Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz und eine faire EU-Regulierung für Digitale Plattformen.

4. Stärkung der wirtschaftlichen und industriellen Widerstandsfähigkeit und Souveränität der EU und neue Impulse für den Binnenmarkt […]
• die uneingeschränkte Funktionsweise des Schengenraums sichern durch Verbesserung der Koordinationspflichten zwischen den Mitgliedstaaten in Krisenzeiten und durch Stärkung der gemeinsamen Außengrenzen;
• soziale Konvergenz stärken und die Diskussion über einen EU-Rahmen für Mindestlohnregelungen, der an die Verhältnisse in den Mitgliedstaaten angepasst ist, vorantreiben.

Wie steht es Ihrer Meinung nach um die Akzeptanz dieser Initiative bei den Partnerländern in der EU?

Auf unserem Blog:

> Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

> Nachgefragt: Die deutsch-französischen Beziehungen. Ein Gespräch im DFI mit Henrik Uterwedde -20. Jnaur 2014.

Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus / Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen”

Dienstag, 19. Mai 2020

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> Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – Nachgefragt: Prof. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen – 22. Mai 2020

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