Archiv für die Kategorie 'Europe'

Europa und die Kultur

Montag, 15. Juli 2019

Die Militärparade auf den Champs-Élysées aus Anlass des Nationalfeiertags am 14. Juli hat unter dem Motto “Agir ensemble” die gemeinsame Verteidigung Europas in den Vordergrund gestellt. Kurz vorher hat Präsident Macron die Schaffung einen neuen Kommandobereichs für die Luftwaffe angkündigt:  > Un grand commandement de l’espace sera créé en septembre prochain au sein de l’Armée de l’air.   Gerade hat Präsident Macron die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als neue Kommissionspräsidentin vorgeschlagen > Die Nominierung von Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin– 5. Juli 2019: Am Dienstag, 17. Juli wird das Europarlament über sie abstimmen.

Wenn mit der Parade die Verteidigung im Vordergrund stand, so sollten die anderen großen Herausforderungen, die Präsident Macron immer wieder als die Handlungsfelder nennt, die Europa nur gemeinsam bewältigen können, nicht übergangen werden: der Klimawandel – >Klimawandel. Nachgefragt. Wir fragen Pierre-Yves Le Borgn’ – 19. Juni 2019, die > Migrationspolitik und die > Digitalisierung.

Aber zu dem System von Emmanuel Macron, das zu einer Renovation de l’Europe führen soll, gehört auch die Kultur:

Wir erinnern hier an die Rede von Präsident Macron, anlässlich der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2018:

“Die französische Enzyklopädie ist nicht französisch, sie nährt sich aus dem lebhaften intellektuellen Diskurs der Zeit: Antworten auf Kant, Diskussionen mit den Gebrüdern Grimm und so viele weitere Kontroversen, die Europa in jener Zeit beherrschen. Kriege, Rivalitäten und unfassbare Tragödien haben diesen Dialog zertrennt oder zumindest versucht ihn zu zertrennen. Mehrfach haben sie die Verbindungen, die zwischen unseren Nationen geknüpft worden waren, zunichte gemacht, aber nie, nie haben es Hass oder Rache vermocht, diese Grundbeziehung zu zerstören, auf deren Grundlage Frankreich und Deutschland seit Jahrhunderten gemeinsam vorangehen, sich aufeinander beziehen, miteinander sprechen.

Diese Beziehung ist im mittelalterlichen Europa verwurzelt, in Ihrem Karl dem Großen, der, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, auch der Unsrige war, im Humanismus der Renaissance; und seit wir Franzosen sind, haben wir aufmerksam und fasziniert den Stimmen aus Deutschland gelauscht, und die Deutschen haben die Stimmen aus Frankreich immer gehört und verstanden. Und dieses intime, uralte Band bedurfte eines Vehikels – das verdeutlicht auch die Episode aus dem Leben Goethes, die ich gerade beschrieben habe – und dieses Vehikel war das Buch.

In und mit Hilfe von Büchern haben Frankreich und Deutschland das Wissen übereinander aufgebaut: Reiseberichte, alte Märchen, Gedichte, Romane, Philosophie – nichts des Anderen ist uns fremd. Unzählbar sind die Leser, Kritiker, Gelehrte, die auf beiden Seiten unserer Grenzen die Werke von der anderen Seite bis ins letzte Detail analysiert haben; seit Jahrhunderten lesen wir unablässig gegenseitig unsere Werke, übersetzen und interpretieren sie. Und die heftigsten Streitigkeiten, Kritiken und öffentliche Kontroversen haben dieses Band zwischen uns nur stärker werden lassen. Und – das muss ich hier zugeben – es gibt Deutsche, die eine fundiertere Kenntnis der französischen Sprache und Kultur besitzen als die meisten Franzosen, und umgekehrt gilt das auch.”

und:

“Seit Jahrhunderten gleicht die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland einem äußerst wertvollen Zwiegespräch und damit das so bleibt, müssen wir beide weiterhin das Erlernen der jeweils anderen Sprache als absolute Priorität betrachten. Ich will die französische Sprache hochhalten, ich halte sie hoch, aber als etwas, das über Nation Frankreichs hinausgeht, als einen Kontinent, auf dem sich jedes eroberte Fleckchen nicht gegen ein anderes stellt, sondern das Andere aufnimmt. Die französische Sprache ist nur in der Vielsprachigkeit stark. Die Identität der französischen Sprache ist nur da vollkommen ergründet und ausgelebt, wo sie sich an anderen Sprachen, an deren Übersetzungen und deren Wissen reibt. Deshalb habe ich verfügt, dass zum Schuljahresbeginn überall, überall dort, wo es gewünscht und möglich war, und in allen Klassen der Republik, wo es einst so war, wieder Zweisprachenklassen eröffnen.

Seit September lernen mehr als 550 000 französische Schülerinnen und Schüler in den Collèges Deutsch, weil die Frankophonie stärker ist, wenn sie sich innerhalb dieses Dialogs zwischen europäischen Sprachen und insbesondere zwischen unseren Sprachen entwickelt, weil sie daraus ihre Kraft zieht und sie nur in dieser Reibung, diesem Austausch wirklich lebt.”

und:

“Ja, ich möchte also, dass unser Europa, für das wir gemeinsam mit der Bundeskanzlerin ein Projekt der Neubegründung vorantreiben wollen, auf diesen vielfältigen Sprachen beruht, auf dem Wissensaustausch, auf dem starken Willen, sich für unsere Studierenden einzusetzen. Darum geht es in dem Vorhaben, bis 2022 zehn vollwertige europäische Universitäten einzurichten, die einheitliche Studienpläne und einen gemeinsamen Grundstock haben, auf dem die Studierenden im Bachelor, Master und Promotionsstudium aufbauen können und somit bereits in Europa zu Hause sind.”

Vgl. zum Französischunterricht in Deutschland unser Interview mit dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit Armin Laschet: >  Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen – 8. Juli 2019Christa Weck (Leiterin der Abteilung Französisch im Ernst Klett Verlag) war mit unserer Redaktion in der Staatskanzlei in DÜsseldorf eingeladen worden.

Dazu auf unserem Blog: > Refonder l’Europe par la culture / Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen (II) – 26. Oktober 2017
> Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019.

Auf unserem Blog: Die Reden von Macron zu Europa

Macron und Europa

> Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe  – 14. Dezember 2017 von H. Wittmann

Die Nominierung von Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin

Freitag, 5. Juli 2019

Éditorial. Nicht nur Le Journal de dimanche sieht Präsident Macron als Sieger des Verhandlungsmarathons in Brüssel, der zur Nominierung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin geführt hat. Eigentlich könnten sich alle Beteiligten über das Ergebnis freuen, das zeigt, dass die deutsch-französische Kooperation, trotz Bedenken, ob ihr Motor stottern würde, ziemlich rund läuft. Um im Bild zu bleiben, er hatte tatsächlich einige Aussetzer, da war auch Sand im Getriebe, aber er läuft er wieder rund.

Nach der Europawahl hatte sich der Spitzenkandidat Manfred Weber Hoffnungen auf den Chefsessel gemacht. Wie war das möglich? Als langjähriger EU-Abgeordneter und dann Fraktionsvorsitzender hat er bisher kein Ministeramt innegehabt. Und sein Name war, als er zum Spitzenkandidat gekürt wurde, in Deutschland ziemlich unbekannt. Diese Los teilt er mit vielen Politikern, die auf der Brüsseler Szene sich von der Bundespolitik allzuweit entfernen. Das könnte sich jetzt ändern, wenn eine bekannte Bundesministerin nach Brüssel wechseln wird. Vielleicht ist bei uns mit einer neuen Aufmerksamkeit auf Brüssel und auf die Europapolitik zu rechnen, auch das wäre im Sinne von Emmanuel Macron. Es ist nicht damit zu rechnen, dass von der Leyen nach Brüssel „verschwinden“ wird. Die Europapolitik wird lauter werden, ganz so wie Christian Lequesne es sich in einem Gespräch mit unserer Redaktion gewünscht hatte: > Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2018

Der Präsident der Europäischen Kommission wird vom Europäischen Rat nominiert und dann für die Dauer von fünf Jahren vom Europäischen Parlament gewählt. Es gibt nichts daran auszusetzen, wenn Präsident Macron dieses. Verfahren bevorzugte und sich mit Nachdruck gegen die Nominierung eines Spitzenkandidaten verwahrte.

Man könnte sogar noch weitergehen und die jüngste Personalentscheidung auch als eine längst überfällige Antwort der Bundesregierung auf die europapolitischen Vorstellungen (> Emmanuel Macron und Europa – 8. September 2018 von H. Wittmann) von Präsident Macron interpretieren. Mit Geschick hat er sich jetzt eine deutsche Antwort auf seine Ideen gesichert, in dem er den Namen von Ursula von der Leyen (man liest, er und Angela Merkel hätten ihren Namen schon vor einem Jahr erwähnt) genannt hat, zumal ihr bisheriges Ressort als Verteidigungsministerin eines der vier Themen (darunter Migration, Klima und Digitalisierung) abdeckt, die Macron als gemeinsame Aufgaben der Mitgliedsstaaten definiert hat. Diese Themen müssten, so Macron, gemeinsam von allen Mitgliedsstaaten behandelt werden im Sinne eines gemeinsamen Schutzes, da kein Mitglied alleine auf sich gestellt bei einem dieser vier Themen reüssieren könnte. Aber es gibt auch noch einen Grund: Sie sei perfekt frankophon, freut sich Macron, der so von Michaela Wiegel In der FAZ 3.7. 2019 > https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/macron-haelt-von-der-leyen-ideal-fuer-den-vorsitz-der-eu-kommission-16266851.html zitiert wird. Frankreich geht auch nicht leer aus: Christine Lagarde wird Chefin der EZB. Indem Macron in dieser Situation am letzten Wochenende den Namen von von der Leyen nannte, war das auch ein Zeichen, dass er es mit der deutsch-französischen Kooperation ernstmeint.

Rochade im Kanzleramt? Macron unterstützt Merkel auf dem Weg nach Brüssel.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Spannende Zeiten.

Michaela Wiegel das Interview, das Präsident Emmanuel Macron dem Schweizer Sender RTS Info gegeben hat, in dem er sagte, er unterstütze die Kandidatur von Angela Merkel als Kommissionspräsidentin: > Macron serait prêt à soutenir la candidature de Merkel à la tête de la Commission européenne: wenn sie wolle, werde er sie unterstützen. Diese Kandidatur könnte auf einen früheren Machtwechsel im Bundeskanzleramt hinweisen, bevor bei der nächsten Wahl die Grünen stärkste Kraft werden. Ob Angela Merkel nach der Sommerpause Annegret Kramp-Karrenbauer ins Kanzleramt einziehen lassen wird?

Und wie ist das mit den bisher so halbherzigen Antworten auf die europapolitischen Vorschläge von Präsident Macron? Siehe hier: > Europa – EU – 5. Juni 2019 – Würde Angela Merkel in Brüssel immer noch zögern? Oder würde es einen neuen deutsch-französischen Anlauf geben? >Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019

Europa – EU

Mittwoch, 5. Juni 2019

> Une nouvelle donne pour l’Europe – Site du Palais de l’Éysée

Spannende Zeiten. Die Parteien in Berlin werden sich nach diesem Wahlergebnis neu sortieren müssen. Dabei geht es um Machtfragen jeder Art, wer behält seinen Posten, wer bekommt einen neue Aufgabe? Ob das Thema Europa dabei so im Vordergrund stehen wird, dass es die Diskussion bestimmen wird? Die CDU in der GroKo weiß noch nicht genau, wer ihren Partner demnächst führen wird. Das sind Unsicherheiten, die die Projekte der GroKo unter keinem guten Stern erscheinen lassen.  Abwarten und vieles mal eben Aussitzen geht dann nicht mehr. In der Schule geht es in erste Linie um die Selbständigkeit der Schüler. An einigen Stellen gibt es in den Parteien Verwunderung, dass die Jugend auf einmal doch eine Politisierung und ein Interesse für politische Fragen zeigt, das manche ihr überhaupt nicht zugetraut haben. Die Parteien müssen Jugendliche endlich ernst(er)nehmen.

Zum Nachlesen auf unserem Blog:

> Éditorial: Die Wahl zum Europäischen Parlament 2019 – Montag, 27. Mai 2019

> Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen. “ – Freitag, 24. Mai 2019

> Sorgen vor den Europawahlen – Montag, 20. Mai 2019

Immer aktuell:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

Die Art und Weise, wie Deutschland jetzt mit Frankreich und den anderen Mitgliedsstaaten in der EU verhandelt, wenn es um die Besetzung der Spitzenposten geht, gehört zu den lang erwarteten Antworten aus Berlin auf die europapolitischen Vorschläge von Präsident Emmanuel Macron, die er eigentlich immer noch nicht bekommen hat: In seinem Sinn geht es gar nicht um eine bedingungslose Vorstellung, so möchte unsere Redaktion seine Vorschläge interpretieren, sondern  um eine Diskussion, aber dann natürlich auch um eine gemeinsame Refondation de l’Europe, die die Handlungsfähigkeit der EU eindrucksvoll beweisen sollte: Die Themen sind zahlreich genug: Klima, Digitalisierung, Migration und Sicherheit.


Zum Nachlesen:   > Macron und Europa

Unserer Redaktion nennt hier ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich der Behandlung dieser Themen Beiträge auf unserem Blog:

Klima: > La loi de ratification de l’accord #COP21 adoptée par l’Assemblée nationale  – 19. Mai 2016 und 15 weitere Beiträge zur COP21

Digitalisierung:> Digitalisierung > Sitographie: “Regeln” für soziale Netzwerke in der Politik – 29. Mai  2019

Migration: > Nachgefragt: Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis, Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch20. Mai 2019

> Professor François Héran, Lehrstuhl “Migration et sociétés” am Collège de France – 6. September 2018

> Projet de loi pour une immigration maîtrisée et un droit d’asile effectif – 27. Februar 2018

> Museumsbesuch (I) Das Musée de l’Histoire de l’immigration à Paris – 13. Mai 2016.

> Das aktuelle Thema für den Französischunterricht: Immigration – intégration – 4. September 2015.

> Nachgefragt: P. Leo, M. Steinbeis, D.-P. Zorn, Mit Rechten reden – 21. Februar 2018

Menschenrechte: > Unsere Besuche beim CNCDH in Paris

Sicherheit: > Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen – 20. Mai 2019


Die Antwort der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer wurde in Paris möglicherweise als Diskussions-Beitrag nicht vollständig rezipiert, weil der Vorschlag, Straßburg als Standort für das Europäische Parlament aufzugeben,  in Paris Ärger auslöste, wie auch Fragen nach dem Vorschlag eine europäischen Flugzeugträgers blieben: > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer –  12. März 2019.

Nachgefragt: Die Antworten aus Berlin auf Macrons Vorschläge:

> Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019

Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions –  19. April 2019

Die Fraktionsvorsitzende der AfD Alice Weidel schwärmt immer mal wieder vom Europa der Vaterländer und weiß möglicherweise gar nicht, dass sie damit die Vorstellungen von de Gaulle in Erinnerung ruft, der das Vereinigte Europa auf der Grundlage der Staaten – aber keines falls in dem abgeschotteten Sinn, die die AfD dies bevorzugt, im Sinne hatte: > Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018

So wie Frau Weidel ihr “Europa der Vaterländer” versteht, würde ihr Präsident François Mitterrand in seiner ruhigen, aber umso bestimmteren Art wiedersprechen: “Ce que je vous demande là est presque impossible, car il faut vaincre notre histoire et pourtant si on ne la vainc pas, il faut savoir qu’une règle s’imposera, mesdames et messieurs : le nationalisme, c’est la guerre.  La guerre ce n’est pas seulement le passé, cela peut être notre avenir, et c’est vous, mesdames et messieurs les députés, qui êtes désormais les gardiens de notre paix, de notre sécurité et de cet avenir. ” > Présentation du programme de la Présidence française de l’Union européenne à Strasbourg le 17 janvier 1995 und > François Mitterrand im Europaparlament, 17. Januar 1995 – 17. Juni 2016.

Es ist richtig, dass die EU, oder sogar ihre Mitgliedsländer ihre großen Erfolgen in der EU eher bescheiden behandeln:

> Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.”Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017

Noch mehr zum Thema Europa auf unserem Blog:

> Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – Donnerstag, 16. Mai 2019

> Discours du Président de la République devant le Parlement réuni en Congrès à Versailles – 10. Juli 2018

> Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

> Nachgefragt: Ulrike Guérot und die Europäische Republik – 18. April 2017

> 9. Mai 1950 : Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) – Donnerstag, 9. Mai 2019

Éditorial: Die Wahl zum Europäischen Parlament 2019

Montag, 27. Mai 2019

Actualisé, 28 mai 2019. Die > Wahlergebnisse der Europa-Wahl in Frankreich – LE MONDE.

Wahlbeteiligung von 50,62 %.

Die Partei mit dem neuen Namen Rassemblement National von Marine Le Pen triumphiert und benutzt großspurig auf Twitter den Hashtag > .

Rassemblement national: 23 sièges soit 5.281.734 votes – 23,3 %

Damit ist ihr Vorsprung ist weniger groß als von ihr erhofft und auch kein Sieg des französischen Volkes, aber sie hat genauso viele Sitze wie die Partei des Präsidenten:

La République en marche / MoDem: 23 sièges soit 5.076.464 votes – 22,4 %

Dazu bemerkt Michaela Wiegel:

Europe écologie – Les Verts: 13 sièges soit 3.052.533 votes -13,5 %
Les Républicains: 8 sièges soit 1.920.601 votes – 8,5 %
La France insoumise: 6 sièges soit 1.428.410 votes – 6,3 %
Parti socialiste – Place Publique: 6 sièges soit 1.402.129 votes: – 6,2 %
Debout la France ! 0 siège  soit 795.013 votes -3,5 %

Bemerkenswert das Gesamtergebnis, so wie E MONDE dieses am 28.5.2019 titelt: “Macron et Le Pen assoient leur domination”. Beide Formationen haben Wähler aus dem Spektrum der anderen Ihnen nahestehenden Parteien gewinnen können. Alles deutet darauf, dass sich nun die politische Landschaft aber auch die unterlegen neu sortieren oder aufstellen müssen. Michaela Weigel (FAZ, Paris) erinnert daran, dass die Partei von Le Pen gegenüber des 1. Wahlgang 2017 zur Präsidentschaftswahl am letzten Sonntag 2, Mio. Stimmen verloren hat. Trotzdem ist das Ergebnis ernüchternd, der RN ist jetzt die stärkste Partei in Frankreich.

In Deutschland (> Deutschland und die Europawahl – alle Ergebnisse im Überblick – DIE WELT) erhält Union 28,9 % (-6,4 % im Vergleichzu 2014).
SPD 15,8 % – 11,5)
Grüne 20,5 % + 9,8 %
AfD 11 % + 3,9 %
Die Linke 5,5 % – 1,9 %
FDP bei 5,4 % -2,0 %.

LREM/Modem erreichen nicht ihre gesetzten Ziele. Immerhin LE MONDE stell am 29.5.2019  fest: “Macron a résussi son “OPA” sur l’électrorat de drtoite” und meint damit das Zusammenschmelzen der Stimmen für Les Républicians. Den Volksparteien in Frankreich wie  und LR und PS gelingt es immer weniger, wie auch der CDU und der SPD in Deutschland mit ihren Botschaften zu den Wähler/innen vorzudringen. Sie haben die Themen, die für Europa wichtig sind, wie Klimaschutz, Migration, Digitalisierung und Sicherheit nicht besetzen können und es rächt sich, dass die EU bisher die Migrationspolitik der EU nicht neu geordnet hat. Diese Neuordnung ist dringend notwendig, um ein weiteres Anwachsen der rechtsxtremen Parteien zu verhindern. Und die Parteien haben auch die Bedeutung des Klimaschutzes unterschätzt, die sie alle seit der > COP 21 in Paris eigentlich auf dem Schirm hätten haben sollen: >La loi de ratification de l’accord #COP21 adoptée par l’Assemblée nationale – 19. Mai 2016.

Aber der Aufschwung der Grünen ist ein echter Lichtblick, vor allem weil sich damit eine Zustimmung der Jugend für Europa abzeichnet. In der Tat hat sich in den letzten Wochen mitten im Wahlkampf zur Europawahl eine Politisierung der Jugend bemerkbar gemacht, den die Parteien nutzen müssen. Die Grünen haben dass am besten verstanden. Klar, man muss nicht twittern, um in der Republik gehört zu werden, aber Politiker ohne Twitter-Account, der Neuland für sie ist, sind irgendwie nicht (mehr) mit dabei. Wobei Ausrufe mit 280 Zeichen für das politische Tagesgeschäft auch nicht immer förderlich sind.Hier tun sich gazn andere Fragen auf.

Welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf die Politik? YouTuber sorgen sich um ihre Meinungsfreiheit. Unsere Redaktion mit unserem > TV-Kanal auf YouTube gehören ja auch eigentlich zu ihnen, und hat keine Sorgen in dieser Hinsicht. Die Vorsitzende der CDU Annegret Kramp-Karrenbauer hat sicher nicht im Sinn, die Meinungsfreiheit anzurühren, aber  daran zu erinnern, wenn das auch etwas indirekt geschehen ist, dass Medien bei uns Regeln in Form eines > Pressekodex haben, kann man ihr nicht verwehren. Zensur hat sie auch nicht im Sinn, sie hat die Regeln in der analogen Welt genannt und vorgeschlagen, darüber nachzudenken, welche Bedeutung sie in der digitalen Welt – gemeint sind die sozialen Medien – bei der “Meinungsmache” haben können oder sollten… sie hat vorgeschlagen darüber zu sprechen. Mehr nicht.

Dazu > Sitographie: “Regeln” für soziale Netzwerke in der Politik – 29. Mai 2019 von H. Wittmann

Vgl. > Peter Tauber, > Social Media. Soziale Medien in der politischen Kommunikation

Aus der hohen Wahlbeteiligung kann man nicht immer eine Zustimmung für Europa ableiten, weil die rechtsextremen Parteien mit ihren Erfolgen eine Art Denkzettel für die Europabefürworter mitbringen. Mit ihnen wird die Arbeit im EU-Parlament keineswegs einfacher, aber in dem sie die anderen Parteien durch ihre Präsenz herausfordern, wird es möglicherweise eine neue Offenheit und mehr Bürgernähe im EU-Parlament geben: Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.”Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017.

Von der Digitalisierung hat man im Wahlkampf außer den Diskussionen um die sog. Uploadfilter nichts gehört und die > Sicherheitspolitik war ebenfalls abwesend. Es rächt sich, dass europapolitische Themen nicht bürgernah verständlich dargestellt werden. Der Absturz der CDU/CSU kann in eine Verbindung mit dem millionenfach angeklickten Video von Renzo zusammenhängen, aber die fehlenden Antworten auf die > europapolitischen Vorstellungen von Präsident Macron könnten auch erklären, wieso die Große Koalition jetzt kein besseres Bild abgibt. Immerhin die CDU/CSU bleibt die stärkste Kraft, auch wenn sie einen Schuss vor den Bug bekommen hat. Die einzige nennenswerte Antwort kam von der neuen CDU-Vorsitzende > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer, die aber mit ihren Antworten auf Macron nicht so recht durchdringen konnte, weil sie in ihrem Papier Straßburg als Sitz des Europäischen Parlaments in Frage stellte. Das EU-feindliche Progamm der AfD will immer noch vom Migrationsjahr 2015 und den angeblichen Versäumnissen der der Bundesregierung profitieren: Vgl. dazu > Nachgefragt: Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis, Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch – 20. Mai 2019.

> Sorgen vor den Europawahlen – 20. Mai 2019

> Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen.“ – 24. Mai 2019

Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen. “

Freitag, 24. Mai 2019

french german 

Vorschau: Heute haben wir ein Interview mit Felwine Saar aufgezeichnet, das wir ab Montag hier zeigen werden: Nachgefragt: Felwine Saar, Afrotopia

Aus Anlass der Europa-Wahlen zeigen wir den folgenden Artikel vom 28. Januar 2019 nochmal hier ganz oben an. Wegen ihrer Fundamentalopposition zu Europa haben RN und AfD und die anderen rechtsextremen und xenophoben Parteien keine Stimme verdient.


Rappel: > Nachgefragt: Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis, Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch – 20. Mai 2019 | Autor: Heiner Wittmann

> Sorgen vor den Europawahlen – 20. Mai 2019

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22.  Januar 2018

> Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019


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