Die Gedenkfeier vor dem Ossuaire de Douaumont am 29. Mai 2016

Montag, 30. Mai 2016

Am 29. Mai 2016 haben Frankreich und Deutschland gemeinsam des hundersten Jahrestages der Schlacht von Verdun gedacht. 300 Tage kämpften die französischen und deutschen Soldaten unter entsetzlichen Verlusten gegeneinander. Aber Verdun ist auch ein Symbol für die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland geworden. Vor genau 50 Jahren erinnerte Charles de Gaulle in einer Zeremonie hier an diese Schlacht. Hier trafen sich François Mitterrand und Helmut Kohl zu ihrem historischen Händedruck. Eine solche Geste kann man nicht überbieten. Aber Präsident Hollande wollte die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich unterstreichen und auf ihren friedlichen gemeinsamen Beitrag zur Konstruktion Europas hinweisen. Die Inszenierung des Auftritts von 3400 Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich wurde von Volker Schlöndorff durchgeführt.

Bitte öffnen Sie mit einem Klick auf eines der folgenden Fotos das Fotoalbum erst dann, wenn diese Seite vollständig geladen ist, sonst öffnet sich das Album: Fotos auf dunklem Hintergrund nicht:

Staatsakt in Ludwigsburg anlässlich des 50. Jahrestages der Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend

Samstag, 22. September 2012

Staatspräsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben zusammen vor vielen Gästen – Jugendliche aus Frankreich und Deutschland und vielen Zeitzeugen der Rede von 1962- während eines Staatsaktes am 22. September im Hofe des Ludwigsburger Schlosses an die Rede General de Gaulles erinnert, die er an der gleichen Stelle vor 50 Jahren an die deutsche Jugend gerichtet hatte. Nach den Ansprachen wurde auf den Videoleinwänden Ausschnitte aus der Rede de Gaulles gezeigt. Aber der Festakt war nicht nur der Erinnerung gewidmet. Hollande und Merkel signalisierten, dass auch 50 Jahre der Rede de Gaulles die Aufgaben gewaltig sind. Die Bundeskanzlerin: „Liebe Jugendliche, das Europa der Zukunft liegt in euren Händen.“

Discours du Président au château de Ludwigsburg:

Siehe den Beitrag > Il y 50 ans : Le 9 septembre 1962, discours du Général de Gaulle à la jeunesse allemande auf diesem Blog.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, empfing die Bundeskanzlerin Angela Merkel, kurz darauf klarte es auf, die Sonne kam programmgemäß – wie gerade eingeschaltet – durch, und die Limousine des Staatspräsidenten François Hollande rollte vor. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch begann derFestakt im Hof des Ludwigsburger Schlosses. Danach folgte im Schlosshof das Bürgerfest, während am Nachmittag eine gemeinsame Pressekonferenz mit Staatspräsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel stattfand, die als Video jetzt schon auf der Website des Elyseepalastes steht und am Ende dieses Beitrags hier unten angezeigt wird.

Mit einem Klick können diese Fotos vergrößert werden.

> Video mit der Ansprache von Ministerpräsident Winfried Kretschmann

> „Wir sind zu unserem Glück vereint“ – Website der Bundesregierung zum 22. September 2012

> „Wir sind zu unserem Glück vereint“ – Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Hollandes Botschaft ist klar und deutlich und auf deutsch:

„Junge Damen, junge Herren, aus Deutschland und aus Frankreich, aus ganz Europa. Ihre Rolle ist es nun, dem europäischen Traum Wirklichkeit und Zukunft zu verleihen. Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“

> Discours de M. le Président de la République lors du cinquantenaire du discours du général DE GAULLE à la jeunesse allemande

> Discours de M. le Président de la République lors du cinquantenaire du discours du général DE GAULLE à la jeunesse allemande auf deutsch

Le Président souligne que les relations franco-allemande exigent un engagement quotidien:

„Nous avons tendance à considérer que cette amitié va de soi, qu’elle est naturelle, qu’elle est presque banale. Que nous serons toujours ensemble, ce qui est vrai, mais nous ne mesurons plus à quel point elle est précieuse, elle est fructueuse. Elle est audacieuse cette amitié. Alors plutôt que d’entretenir la flamme, nous avoir aujourd’hui le devoir de la rallumer chaque jour.“

Nach den Reden gingen Staatspräsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel zu den Zelten des > DFI, des > Institut français de Stuttgart und dem Zelt des > Deutsch-französischen Jugendwerks DFJW, dessen 50-jähriges Bestehen nächstes Jahr zusammen mit dem 50. Jahrestag des Elyseevertrages gefeiert wird.

Die Jugendbotschafterin des DFJW erwarteten den Präsidenten und die Kanzlerin und freuten sich, das Hollande während des Bads in der Menge bei ihnen stehenblieb und mit ihnen sprach. Die jungen Botschafter haben durch ihr Engagement und ihre Erfolge höchste Aufmerksamkeit redlich verdient:

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> Fotos auf der Website des Elyseepalastes

> „Wir sind zu unserem Glück vereint“ – Website der Bundeskanzlerin

> Deutsch-französische Beziehungen Maultaschen in Freundschaft FAZ, 22.9.2012

Alle Fotos auf diesem Blog – wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt – (c) Heiner Wittmann.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Deutsch-französische Freundschaft noch immer bedeutend für die heutige Jugend

Dienstag, 11. September 2012

Festakt und Bürgerfest zum > 50. Jahrestag der Rede General Charles de Gaulles an die deutsche Jugend (9. September 1962) am 22. September 2012 im Schloss Ludwigsburg

(Aus der Pressemitteilung der Landesregierung in Baden-Württemberg) „Mit seiner Rede setzte General Charles de Gaulle ein wichtiges Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Länder“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag (11. September 2012) in Stuttgart die historische Bedeutung der 1962 gehaltenen Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend, deren 50. Jubiläum am 22. September 2012 im Schloss Ludwigsburg mit einem Festakt und einem anschließenden Bürgerfest gefeiert wird. „Die deutsch-französische Freundschaft ist heute ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Dies zeigen die vielen grenzüberschreitenden Institutionen und Projekte, die Vielzahl an Städtepartnerschaften und auch die Schüleraustausche und Jugendbegegnungen zwischen Deutschland und Frankreich“, hob der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich hervor.

Der Festakt im Innenhof des Ludwigsburger Schlosses, an dem unter anderem Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der französische Staatspräsident François Hollande teilnehmen, beginnt um 12.30 Uhr. Unter den rund 650 geladenen Gästen, die den Festakt im unmittelbaren Sicherheitsbereich des vorderen Schlosshofes mitverfolgen können, werden auch 100 Bürgerinnen und Bürger sein, die durch eine bis Ende der Woche laufende Verlosung des Staatsministeriums, der Ludwigsburger Kreiszeitung und des Institut français ermittelt werden. Der Festakt wird auf Leinwände in den hinteren Teil des Schlosshofes und in den Südgarten des Blühenden Barocks übertragen, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit erhalten, die Feierlichkeiten live zu verfolgen. „Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen, in den Schlosshof und ins Blühende Barock zu kommen. Wir wünschen uns ein Fest für alle Bürgerinnen und Bürger beider Länder“, betonte der Ministerpräsident.

Nach einem musikalischen Auftakt des Ensembles L’Arpeggiata gemeinsam mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele werden Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Staatspräsident Frankreichs, François Hollande, zu den Gästen sprechen. Ein Film der historischen Rede Charles de Gaulles und weiterer Eckpunkte der deutsch-französischen Freundschaft sowie die Nationalhymnen Deutschlands und Frankreichs beenden den offiziellen Teil.

Der Festakt wird umrahmt von einem deutsch-französischen Bürgerfest. Im Schlosshof werden europäische Institutionen und Verbände, Schulen und Hochschulen sowie Städte und Gemeinden ihre grenzüberschreitende Arbeit präsentieren. Zu bestaunen gibt es beispielsweise eine „BlueBox Installation“ der Filmakademie in Ludwigsburg, bei der sich die Besucher virtuell mit historischen Persönlichkeiten fotografieren lassen können, oder auch einen „Aromenparcours“ unter der Leitung der Hotelfachschulen Heidelberg und Illkirch. Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich präsentieren Werke aus Theater, Musik und Tanz sowie Darbietungen zur deutsch-französischen Tischkultur. Bei einem Podiumsgespräch mit Europaminister Peter Friedrich kommen Zeitzeugen der Originalrede Charles de Gaulles zu Wort und berichten von ihren Eindrücken und Erlebnissen im Jahr 1962. Ausstellungen der Stiftung Bundeskanzler Adenauer Haus und des Staatsministeriums mit historischen Ausstellungsstücken runden die Jubiläumsfeierlichkeiten ab.

Im Anschluss an den Festakt findet zudem ein Europakonzert des Ensembles L’Arpeggiata gemeinsam mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter Leitung von Christina Pluhar statt. Abends erwartet die Gäste ein Konzert der Pop-Gruppe Mini-Moustache.

„Das Jubiläumsfest und dessen vielfältige Beiträge zeigen, dass die deutsch-französische Freundschaft auch nach 50 Jahren noch einen großen Stellenwert bei der heutigen Jugend hat. Die Freundschaft ist lebendig, das ist ein gutes Zeichen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.

Der Schlosshof im hinteren Bereich ebenso wie der Südgarten des Blühenden Barocks sind während des Festakts für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. Gleiches gilt für das anschließende Bürgerfest.

Die 1. Pressekonferenz von François Hollande und Angela Merkel

Mittwoch, 16. Mai 2012

Am gleichen Tag der Amtsübergabe reiste der neue Staatspräsident François Hollande gestern zu einem Antrittsbesuch zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Antrittsbesuch? „Sicher gleich ein Arbeitstreffen,“ meinte > Henrik Uterwedde, DFI, am letzten Montag im Videointerview. Und > François Hollande schreibt auf seiner Facebook-Seite: „A Berlin, hier soir, nous avons, avec la chancelière allemande Angela Merkel, donné une conférence de presse commune.“ Lässt er dort schreiben oder schreibt er selber? 173.000 „Gefällt mir“-Klicks (genauer: „173.407 „Gefällt mir“-Angaben · 54.054 sprechen darüber“) hat er auf Facebook, > Angela Merkel hat geringeren Zuspruch („158.245 „Gefällt mir“-Angaben · 4.744 sprechen darüber“) als und ihr letzter Eintrag lautet „Angela Merkel hat bei der Pressekonferenz nach Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen mit Norbert Röttgen von einer „bitteren und schmerzhaften Niederlage“ gesprochen.“ Sie schreibt wohl nicht selber, und ihr Mitarbeiter hat heute morgen wohl vergessen, ihr FB-Konto zu aktualisieren.

> Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande – Auf der Website der Bundeskanzlerin

Angela Merkel und François Hollande:
Die deutsch-französischen Beziehungen
Ein Gespräch mit Prof. Uterwedde im DFI

Montag, 14. Mai 2012

Heute unterwegs mit dem transportablen > TV-Studio TVGUCKEN. Diesmal wieder ein Besuch im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg > www.dfi.de, wo kürzlich sein Direktor > Professor Frank Baasner auf unsere Fragen zu seinem Institut geantwortet hat. Heute hat sein Stellvertreter, Professor Henrik Uterwedde uns empfangen und mit uns über die Reisevorbereitung des neuen Staatspräsidenten François Hollande auf dem Weg zur zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gesprochen.

Am 15. Mai wird in Paris der neue Staatspräsident, François Hollande, in sein Amt eingeführt. Am gleichen Tag wird er zu Angela Merkel nach Berlin reisen. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Frage, wird das nur Antrittsbesuch sein, oder werden beide gleich in medias res gehen? Obwohl Hollande kein Président bis sein möchte, hat er schon am 9. Mai den Präsidenten des Europäischen Rates Hermann Van Rompuy und am 10. Mai Jean-Claude-Juncker, den Präsidenten der Euro-Gruppe getroffen. Die Zeit drängt wohl und beide werde ihm wohl gesagt haben, was ihn in Berlin erwartet?

Es geht natürlich um den Fiskalpakt: Im Wahlkampf hat Hollande für eine Modifizierung des Fiskalpaktes, der zusammen mit Euro-Rettungsschirm (ESM) zur Ratifizierung ansteht, geworben. Z zeitweise sprach er von Neuverhandlungen, man darf sich fragen, wie schnell ob der neue Präsident – noch vor Amtsantritt – von der Wirklichkeit eingeholt wird ? Außerdem steht Griechenland wieder ganz oben auf der Tagesordung, weil sich dort keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden lässt. Gerade in bezug auf Griechenland, muss man fragen, sind bisher mit der rigiden Sparpolitik Fehler gemacht worden sind? Im > Entwurf zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM kommt das Wort Wachstum nur im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt vor. List man den Entwurf durch, kann man zu der Auffassung gelangen, da ist etwas vergessen worden. Hat er überhaupt eine Verhandlungsmasse, um Angela Merkel auf die von ihm gewünschte Wachstumskomponente einzustimmen? Wachstumsanreize müssen immer die Grenzen zwischen Rettungsmaßmahmen oder gar Nationalisierungen im Blick behalten. Was für Wachstumsanreize stellt sich Hollande vor, haben wir Professor Uterwedde gefragt? Und welchen Handlungsspielraum hat Angela Merkel? Sie würden den Mitgliedern der EU am liebsten eine strenge Haushaltsdisziplin verordnen.


A. Kimmel/H. Uterwedde (Hrsg),
Länderbericht Frankreich,
Bonn, Bundeszentralele für politische Bildung 2012.

Wachstum auf Pump soll es nicht geben… ? Ist das nur Streit um Begriffe? Hollande will mehr Impulse für das Wirtschaftswachstums, während Wolfgang Schäuble am 7.5. im Handelsblatt mit den Worten „Der Fiskalpakt hat ja das Ziel, durch finanzielle Konsolidierung eine Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu schaffen?“ zitiert wird. Und wir haben Henrik Uterwedde gefragt, ob er mit einem Kompromiss in dieser Frage, also bezüglich des Verhältnisses zwischen Sparpolitik und Wachstumsanreizen, kommt oder wird es zu richtig harrten Verhandlungen kommen, z.B. beim Thema „Projektbonds“, die Frankreich wünscht, über die Frau Merkel nicht gerne reden mag?

Es gibt Pressebericht, wie im SPIEGEL, > Hollandes Sozialisten greifen Merkel an (13. Mai 2012), dass es frostig werden könnte zwischen Hollande und Merkel. Uterwedde: „Quatsch“.

Uterwedde hat hat der FAZ kürzlich gesagt „Die Staatsquote ist in Frankreich sehr hoch,“ was bedeutet das genau, ist das ein sehr großes Hemmnis für die anvisierte Konvergenz? Ist die Rolle des Staates in Frankreich größer als in Deutschland?

Zum Handlungsspielraum des neuen Präsidenten: am 11. und 17. Juni sind Parlamentswahlen, aus denen die Rechte gerne eine Art dritten Wahlgang machen würde. Was könnte passieren, wenn Hollande in der Nationalversammlung im Juni keine linke Mehrheit erhält? Hollande will ein „normaler“ Präsident werden?

Nach den Antworten Uterweddes konnte ich nur noch ein klares Nein auf eine der letzten Fragen erwarten: Erfordert der Wahlsieg von François Hollande eine Neujustierung der Achse Berlin-Paris?

Sind Paris und Berlin sich einig?

Dienstag, 15. Juni 2010

Ergänzt: 15. Juni 2010, 19 h 15 – mit geänderter URL


Ergänzt: 17. Juni 2010

Liest man sich das hier unten zitierte Pressegespräch genau durch, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Gastautorin Claire Demesmay der Süddeutschen Zeitung > Frankreich – Deutschland: 0:2 möglicherweise weniger genau gelesen hat. Demesmay schreibt: „Erstens soll, zum Bedauern Frankreichs, kein neues Gremium geschaffen werden. Den rotierenden Vorsitz und das ständige Sekretariat, die sich Paris seit jeher wünscht, um die Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone vorzubereiten, hat Berlin abgelehnt. Außerdem soll die wirtschaftspolitische Koordination für alle 27 EU-Mitglieder gelten, und nicht nur für die 16 Länder der Eurozone (worauf Frankreich immer bestanden hat).“ Und Frau Merkel hat gesagt: „Wir haben darüber gesprochen, in der Krisensituation im Bedarfsfall ‑ dies haben wir schon dreimal gemacht ‑ ein Treffen der 16 Mitgliedsstaaten der Eurozone einzuberufen. Hier geht es nicht um die Schaffung neuer Institutionen, sondern es geht darum, pragmatisch und operationell handeln zu können, wenn es Probleme gibt. Bei den drei Treffen haben wir deutlich gemacht, in welcher Form wir Probleme zu lösen gedenken.“


Angela Merkel refuse le gouvernement économique limité à la zone euro voulu par Nicolas Sarkozy

Jetzt hat die Überschrift dieses Beitrags doch noch ein Fragezeichen bekommen. 16 oder 27, die Frage ist nicht gelöst worden. Beide Seiten sind sich einig, Einigkeit zeigen zu wollen. Der ganze Vorgang enthält für Schüler eine Anleitung, Videos genau anszuschauen und Texte genau zu lesen. Die Ausgangsposition wurde auf den letzten Beiträgen hier geschildert oder zumindest angedeutet. Jetzt kann man betrachten und nachlesen, was der Präsident und die Kanzlerin daraus gmacht haben. Ein Blick in verschiedene Medien zeigt, wie ihr Arbeitsergebnis beurteilt wird. Mal gucken, was beide in Toronto und vorher bei G8 Treffen daraus machen werden.

Am Montag, 14. Juni, in Berlin ist Nicolas Sarkozy auf Angela Merkels Vorstellungen hinsichtlich der Finanzpolitik in der EU eingegangen: „Mehr als jemals zuvor haben Frankreich und Deutschland sich entschieden, mit gleicher Stimme zu sprechen (…), um die Konsequenzen aus einer Krise zu ziehen, die wir nicht mehr wollen,“ hat Sarkozy erklärt. Der Präsident unterstützt jetzt die von Merkel favorisierte Form der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank und die Abstimmung unter den 27 Mitgliedern. Sarkozy gibt das von ihm bevorzugte „Sekretariat“, das sie Wirtschaftsstrategie der EU beobachten oder kontrollieren und die Haushalte der Mitgliedsländer prüfen soll, auf. Aber er und Merkel sind sich einige, das Stimmrecht der Mitgliedsstaaten in der EU beschneiden zu wollen, die zu unvorsichtig mit ihren Haushalten umgehen. Mit diesen Absprachen haben bei ihre Teilnahme am G20 Gipfel Ende Juni in Canada vorbereitet.

> Gemeinsame Pressebegegnung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel

> Gemeinsame Pressekonferenz von Nicolas Sarkozy und Angela Merkel (Berlin, 14. Juni 2010) Video

> Fotos www.elysees.fr

> Sarkozy et Merkel „main dans la main“ pour défendre l’euro – France-Soir

> Sarkozy s’aligne sur Merkel pour la gouvernance économique européenne – L’EXPRESS

> Merkel und Sarkozy für EU-Wirtschaftsregierung

< Angela Merkel und Nicolas Sarkozy heute zusammen auf einem Foto auf der Website des Elyseeplastes Also wo verläuft die Kompromisslinie? DIE WELT schreibt: "Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben sich gemeinsam für eine europäische “Wirtschaftsregierung“ aus allen 27 EU-Staaten ausgesprochen. Zugleich soll es im „Bedarfsfall“ die Möglichkeit von Sondertreffen der 16 Staaten geben, die bereits den Euro haben." Also kein (Wirtschafts-)Sekretariat der 16, wohl aber eine Kontrolle der 27 durch die 16. Sarkozy steckt zurück, Merkel auch ein bisschen und man findet sich im Kompromiss wieder. Die Lektüre der > Pressestatements von Sarkozy und Merkel vermitteln keinen so rechten Einblick in den Ablauf der Gespräche am Montag. Genaugenommen scheinen die unterschiedlichen Auffassungen fortzubestehen: Frau Merkel erklärt: „Wir haben darüber gesprochen, in der Krisensituation im Bedarfsfall ‑ dies haben wir schon dreimal gemacht ‑ ein Treffen der 16 Mitgliedsstaaten der Eurozone einzuberufen. Hier geht es nicht um die Schaffung neuer Institutionen, sondern es geht darum, pragmatisch und operationell handeln zu können, wenn es Probleme gibt. Bei den drei Treffen haben wir deutlich gemacht, in welcher Form wir Probleme zu lösen gedenken.“ Institutionell soll aus deutscher Sicht so ein Treffen nicht verankert werden, aber wenn es sich trifft, ist das Ergebnis positiv, weil man weiß, wie man zusammen arbeitet. Soll das bedeuten, dass gemeinsames Handeln innerhalb von Institutionen nicht so erfolgreich ist?

Sarkozy erklärt ausdrücklich sein Einverständnis: „Schließlich und endlich möchte ich sagen: Ich bin voll und ganz einverstanden und freue mich darüber, dass ich aus dem Mund der Bundeskanzlerin höre, dass es notwendig ist, die Wirtschaftsregierung Europas zu stärken. Hier geht es um Zusammenhalt. In meinen Augen ist es sehr wichtig, dass dies so gesehen wird. Natürlich erfolgt diese Wirtschaftsregierung im Rahmen des Europäischen Rats der 27. Wir haben uns darauf geeinigt, dass die 16 Staats- und Regierungschefs im Bedarfsfall zusammenkommen können, um Themen zu diskutieren, die die Eurozone anbelangen.“

Wie denn nun? „Natürlich“ wird die „Wirtschaftregierung“ „im Rahmen des Europäischen Rats der 27“ organisiert. Und was ist, wenn es ernst wird? Dann die französische Lösung? Ansonsten die deutsche Lösung? Im „Bedarfsfall“ kommen dann „die 16 Staats- und Regierungschefs“ zusammen. Wenn kein Bedarf besteht, bleibt man bei den 27… Und wenn man arbeiten muss, dann wieder 16? Wie man die Antworten dreht und wendet, klarer werden sie nicht. Frau Merkel stand vorher einer Lösungmit 16 skeptisch gegenüber. Jetzt sagte sie in dem Pressegespäch, die 16 werden zusammengerufen, wenn es darum geht, „pragmatisch und operationell handeln zu können, wenn es Probleme gibt“, und sie verweist auf die guten, dreimaligen Erfahrungen solcher Treffen. Keiner von beiden hat einen Punkt markiert. Die Kompromisslinie versucht, nirgends anzuecken, wenn man das etwas schief, einmal so sagen darf. Keine Seite kann eine echten Erfolg für sich verbuchen. Aber hat die gemeinsame Sache gewonnen? Man wird gemeinsam in Toronto auftreten und strittige Fragen sorgsam umgehen.

Sarkozy in Berlin

Sonntag, 13. Juni 2010

Am Montag ist Nicolas Sarkozy in Berlin: > Merkel und Sarkozy liefern sich das nächste Gefecht, DIE WELT, 13. Juni,18 h 40.

Um was geht es? Nicolas Sarkoy ist für die Einrichtung einer europäischen Wirtschaftsregierung von 16 Mitgliedern der EU, während Angela Merkel eine Art Abstimmung zwischen den 27 Mitgliedern favorisiert. Im Kern geht es um eine bessere Abstimmung der Wirtschaftspolitiken der Mitgliedsländer, deren nationale Maßnahmen die Spielräume der Nachbarn erheblich beeinflussen können.

Mittlerweile gibt es auch in Frankreich ein Sparplan: „“Le plan allemand, c’est 80 milliards sur quatre ans à mettre en face de 100 milliards sur trois ans pour la France. On va dire que c’est au moins d’égale valeur si ce n’est que l’ambition française est quand même très exigeante et très élevée“, hat François Baroin zu verstehen gegeben: > François Baroin vante la solidité du couple franco-allemand, LE POINT, 13. Juni 18 h 46

Patrick Saint-Paul schreibt heute abend für den FIGARO: > Sarkozy et Merkel en panne d’accord. Das Foto mit den Mienen der Kanzlerin und des Präsidenten verrät nichts Gutes für morgen. Geldstabilität und Haushaltsstabilität in Deutschland, während Frankreich Staatsintervention zugunsten von Wachstum und dem Arbeitsmarkt bevorzugt. Saint-Paul fasst im FIGARO die innenpolitische Situation in Deutschland sehr klar und präzise zusammen > Merkel appelle ses troupes à «désarmer»

Beide brauchen einen Erfolg. Wo wird am Montag die Kompromisslinie verlaufen?

Nachgelesen im FIGARO:
Sarkozy et le plan Merkel

Freitag, 11. Juni 2010

french german 

Die deutsch-französischen Beziehungen im Juni 2010

Mittwoch, 9. Juni 2010

Wie steht es im Juni 2010 um die deutsch-französischen Beziehungen? Mit der Frage würde ich heute morgen meinen LK überrascht haben. Ein bisschen warten, die Schüler müssen sich ja erst an die unvermittelt gestellte und doch so naheliegende Frage gewöhnen. Dann sagt die eine oder der andere dies und das. Möglicherweise wird das sogar ganz spannend. Wie auch immer die Hausaufgabe steht – mit dem Hinweis, man könnte ja mal das Frankreich-Blog konsultieren. Jedenfalls würde ich gerne in der nächsten Stunde von jedem zwei Artikel sehen, einen aus Deutschland, einen aus Frankreich. Bestimmt hat der Hausmeister noch ein paar Stellwände. Stichwort: Selbstorganisiertes Lernen. Ich könnte zugucken und mir überlegen, wer welche Förderung gut gebrauchen könnte und das nächste Referat halten wird. Wetten, dass der Kurs nach der nächsten Doppelstunde fit wäre?

Was gibt es heute im Internet?

> Sarkozy-Merkel : 430 Artikel in Frankreich – Sarkozy-Merkel: rund 140 Artikel in Deutschland

Verlassen wir uns aber nicht auf die Zählgewohnheiten einer bekannten Suchmaschine. Aber die Vermutung liegt nahe, dass die Franzosen sich in diesen Tagen ganz besonders für ihren deutschen Nachbarn interessieren.

Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef bei Siemens und ThyssenKrupp hat am 1. Juni 2010 in Paris einen Vortrag über die deutsch-französische Beziehungen gehalten. DIE ZEIT hat seiine Rede veröffentlicht: > Deutsch-französische Beziehungen „Zurück zu den Grundlagen“. Sein Fazit: „Deutschland braucht Europa, Europa braucht die deutsch-französische Triebkraft.“

Unter der Überschrift > Tiefes Misstrauen zwischen Paris und Berlin, meint Sascha Lehnartz in Der WLET (8.6.2010): „Wachsende Meinungsverschiedenheiten zwischen Nicolas Sarkozy und Angela Merkel gefährden die deutsch-französische Freundschaft. Ein wichtiges Erbe ist in Gefahr.“

Michaela Wiegel und Majid Sattar berichten am 8. Juni 2010 aus Paris und Berlin in der FAZ über Frankreichs Reaktionen auf die deutschen Sparpläne: > „Frankreich wird Deutschland nicht nacheifern“.

TF! explique, il y a 11 heures: Marchés financiers: Sarkozy et Merkel accordent leurs violons. Unter dieser Überschrift kann man alles und nichts vermuten. Divergences ? Accord ?

Am 7. Juni schrieb Alain Barluet im FIGARO: > Euro : Angela Merkel tend la main à Nicolas Sarkozy.

Welche Interpretation der Vorgänge ist am zutreffendsten? Unterschiedliche Beurteilungen scheint es zu geben, das muss ja keineswegs an der prinhzipiellen deutsch-französischen Kooperation rütteln.

Zuerstmal nachlesen, um was geht es: Gemeinsamer Brief von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy an die Präsidenten des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission.

Zugegeben die Materie ist äußerst kompliziert und man muss schon eine ganze Menge von Dokumenten und Zeitungen (> Medien) angucken, um sich ein ausgewogenes Bild dieser Vorgänge zu machen. Es fällt aber auf, dass die französische Presse zur Zeit außergewöhnlich intensiv über den deutschen Nachbarn berichtet.

Vor einer Stunde berichtet Le Parisien > Sarkozy et Merkel affichent leurs convergences sur la régulation financière.

Zur Erinnerung: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

In meiner Oberstufenklasse könnte zu Beginn jeder Stunde ein Schüler 5 Minuten über drei Meldungen berichten, die ihm im Rahmen der deutsch-französischen Beziehungen aufgefallen sind. Nach ein paar Wochen sind für alle Klassenkameraden die Sinne geschärft. Werden die richtigen Ereignisse genannt? Wie werden Ereignisse bewertet? Und dieser Stundenauftakt würde anlässlich der Reihe Deutsch-französische Beziehungen noch weiter ausgebaut werden. Es geht nach dem Alphabet. Jeder kann sich ausrechnen, wann er dran ist, und wenn sie oder er noch ein Blatt dazu verteilt oder nur eine Zeitung hochhalten, gibt es nen Pluspunkt. Ganz schnell kommen die Schüler darauf, dass man beide Seiten hören und lesen muss. Nebenbei entdecken sie Unterschiede zwischen beiden Ländern, die mittlerweile überhaupt keine Hindernisse mehr sind. Sie motivieren nicht nur die Zusammenarbeit, sie müssen auch keinesfalls überwunden werden, es geht darum, sie zu verstehen, um gemeinsam die besten Lösungen zu finden. Und wenn man das Nachbarland besucht und wieder zurückguckt, lernt man über das eigenen Land mindestens ebensoviel wenn nicht noch mehr. Meine Fünfminutenidee ist auch ein Puzzlekasten, nach drei bis vier Wochen haben die Schüler im LK rund 25 Kurzvorträge über die Aktualität gehört. Wetten, dass sie dann schon den Nachrichten ganz anders als vorher lauschen? Und anfangen, sich einen Reim auf schwierige Probleme machen, die anfangs nur vorüberrauschten? Die Auswahl der Artikel oder der Radiosendungen, das machen die alles alleine. Wie gesagt, es ist allerhöchste Zeit, > dass Klassenzimmer aufhören Web 2.0 freie Zonen zu sein.

Premierminister Fillon in der Humboldt-Universität Berlin
Deutschland und Frankreich können sich nicht mit schwachem Wachstum zufrieden geben

Donnerstag, 11. März 2010

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