Die Sitzung des Deutsch-Französischen Sicherheits- und Verteidigungsrates am 17. Juli 2026
Auf unserem Blog:
> Deutsch-französische Rüstungsprojekte – 14. Juli 2026
> Die strategische Autonomie Frankreichs und Europas: Die Rede von Emmanuel Macron vor dem Hôtel de Brienne – 14. Juli 2026
> Die europäische Verteidigung und die NATO. Besorgnisse vor deutscher Aufrüstung? – 12. Juli 2026
> Bilaterale Kooperation Deutschland-Frankreich – Website des deutschen Verteidigungsministeriums
> Die europäische Verteidigung und die NATO. Die Erklärung von Emmanuel Macron auf dem Nato-Gipfel in Ankara – 11. Juli 2026
> Das Verteidigungsunternehmen KNDS ist künftig ein deutsch-französisches Unternehmen –
22. Juni 2026
Zur Erinnerung:
> Die Reden von Emmanuel Macron über Europa und seine Souveränität
Auf dem deutschen Luftwaffenstützpunkt in Nörvenich hat am 17. Juli 2026 eine Sitzung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats (DFVSR) – Conseil franco-allemand de défense et de sécurité, CFADS) – stattgefunden. Das Ende des gemeinsamen Kampfflugzeugprojekts FCAS (Future Combat Air System) wohl aufgrund der unterschiedlichen Ansichten der beteiligten Industrieunternehmen, die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Freihandelsabkommens mit den MERCOSUR-Staaten, auch die unsicheren politischen Perspektiven beiderseits des Rheins: die Kandidatur von Marine Le Pen für das Amt des Staatspräsidenten und der Zuspruch hierzulande zugunsten der prorussischen AfD, dann die deutsche Beschaffung von amerikanischen Tomahawks, obwohl der Bundeskanzler verspricht, man wolle die Entwicklung europäischer Kurzstreckenraketen vorantreiben, das alles streut Sand in das deutsch-französische Getriebe, so dass man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob sein Knarzen nur die üblichen Betriebsgeräusche verrät.
Es gab also auf der Sitzung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats (DFVSR) viel zu besprechen. Jeder deutsch-französische Gipfel war schon immer eine Gelegenheit, sich gegenseitig zu versprechen, man wolle künftig enger zusammenarbeiten, die Beziehungen vertiefen und die Kooperation verstärken. Das Treffen führte auch zur Einrichtung einer „strategischen Steuerungsgruppe“, die auch Gespräche über die Atomwaffen führen soll: s. hie r unten die Pressekonferenz
Heute hat der Élysée-Palast die Ergebnisse der Sitzung des Deutsc-Französischen Sicherheitsrates veröffentlicht: > Conclusions du Conseil franco-allemand de défense et de sécurité du 17 juillet 2026. – Site du Palais de l’Élysée. Elf Seiten, die unserer Redaktion gelesen hat, um eine Liste der darin enthaltenen Aussagen zu den Perspektiven einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu erstellen:
Es ist nicht einfach anhand dieses Dokuments eine Liste mit den anvisierten Vorhaben zu erstellen, denn Absichtserklärungen und tatsächliche gemeinsame Projekte sind nicht immer wirklich trennscharf zu erkennen. Die Gemeinsamen „Strategische Perspektiven“ sehen den Ausbau der deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungszusammenarbeit vor. Man will eine „gemeinsame strategische Kultur („… , la France et l’Allemagne renforceront encore leur coopération stratégique et leur culture stratégique commune“) verstärken. Angesichts der aktuellen transantlantischen Lage soll die europäische Sicherheit*, also der europäischen Pfeilers der NATO gestärkt werden. Und man eine „stärkere europäische Verteidigungsindustrie“ fördern und so eine größerer strategische Unabhängigkeit erreichen. Das klingt wie ein Prolog für neue Aufgaben.
Die gemeinsame Abstimmung bei konventionellen Streitkräften, Präzisionswaffen und Raketenabwehr soll intensiviert werden. Deutschland wird demnächst zum ersten Mal an einer französischen Nuklearübung teilnehmen: vgl. dazu > Frankreich und seine Nuklear-Strategie – 2. März 2026 auf unserem Blog. – E
Dazu Dt.-frz. Ministerrat. Pressekonferenz, Interviews und Analysen – Phoenix vor Ort
In der Pressekonferenz berichtete Bundeskanzler Friedrich Merz, (34:25-38:00 und vgl auch 05:00-07:00) man habe eine „strategische Steuerungsgruppe zwischen unseren beiden Ländern eingerichtet“, die klären soll, „wie wir unsere gemeinsame Abschreckung steigern können“: „Ich habe das Angebot des französischen Staatspräsidenten an dieser nuklearen Abschreckung mitzudenken, erstmalig angenommen.“ und der Kanzler erinnerte an das damalige Angebot von Charles de Galle,den nuklearen Schutzschirm auch auf das deutsche Territorium zu erstrecken, das war von Deutschland aus nie angenommen worden, das mussten wir auch nicht, weil wir in einer andren Welt gelebt haben…“
s wird ein französisches Rafale-Kampfflugzeug in Deutschland als erstes gemeinsames Projekt stationiert werden. Hinsichtlich des Ausbaus der Europäischen Verteidigungsindustrie dringt der Rat auf eine gemeinsame Standardisierung und Vereinheitlichung militärischer Ausrüstung. Es soll einer europäischer Standard für vernetzte Luftkampfsysteme entwickelt werden und der Rat spricht sich für eine offene, gemeinsame Architektur für Kampfflugzeuge und Drohnen aus.
Das deutsch-französischen Unternehmens Rüstungsunternehmen KNDS. Es wurde auch über die Entwicklung eines gemeinsamen Systems für den kooperativen Einsatz bemannter und unbemannter Bodenfahrzeuge. Mit Großbritannien zusammen sollen Langstreckenwaffen bis 2.500 km Reichweite entwickelt werden. Außerdem wurde über den Aufbau gemeinsamer europäischer Fähigkeiten zur Abwehr ballistischer Raketen und die Zusammenarbeit bei Satellitensystemen, Aufklärung, Ariane-6-Trägerraketen und aktiver Weltraumverteidigung gesprochen. Beide Länder werden die Vorbereitung der JEWEL-Initiative („Joint Early Warning for a European Lookout“) fortsetzen
Im deutsch-französischen Ministerrat haben wir wichtige Projekte auf den Weg gebracht, die unsere europäische Industrie und Verteidigung stärken.
Lieber @EmmanuelMacron, ihr könnt euch auf uns verlassen. pic.twitter.com/3byicqKeKC
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) July 17, 2026
Defense, spatial: pour peser et réduire nos dépendances, avançons ensemble. La fragmentation de l’effort européen serait un cadeau à nos concurrents géopolitiques.
🗞️Mon entretien @LaCroix en amont du conseil des ministres franco-allemand:https://t.co/dUcJYCmSfn
— Benjamin Haddad (@benjaminhaddad) July 17, 2026
À l’occasion du Conseil des ministres franco-allemand et du Conseil franco-allemand de défense et de sécurité, retrouvez notre tribune conjointe avec Boris Pistorius, ministre allemand de la Défense, publiée aujourd’hui dans Les Échos, en partenariat avec Der Tagesspiegel. pic.twitter.com/yhM5trubp5
— Catherine Vautrin (@CaVautrin) July 17, 2026
Sitographie:
26. Deutsch-Französischer Ministerrat und Deutsch-Französischer Verteidigungs- und Sicherheitsrat – 17. Juli 2026 – Website der Bundesregierung
Starkes Duo für Europa: Deutsch-Französischer Verteidigungs- und Sicherheitsrat – 17. Juli 2026 – Website des Bundesministeriums für Verteidigung
Am 14. Juli 2026 die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris. Das diesjährige Motto lautete „Strategisches Erwachen Europas“ und betonte die Bedeutung der europäischen Sicherheit. Rund 30 Staats- und Regierungschefs sowie Soldatinnen und Soldaten aus 35 Nationen nahmen an der Parade teil und unterstrichen die internationale Zusammenarbeit. Insgesamt marschierten 6.686 Soldatinnen und Soldaten, begleitet von Fahrzeugen, Flugzeugen, Hubschraubern und Pferden der Republikanischen Garde; anschließend empfing Präsident Macron verletzte Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte im Élysée-Palast.







































































