Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions

19. April 2019 von

Am vergangenen Dienstag war der Vorstand der Hans-Mayer-Gesellschaft zu einem Gespräch über Hans Mayer (1907-2001) bei Alfred Grosser in Paris eingeladen. Wir haben mit ihm über seine Freundschaft mit Hans Mayer gesprochen: Alfred Grosser und Hans Mayer haben 1978 je einen Vortrag zu Ehren von Eugen Kogon gehalten: Über die Verantwortung des politischen Schriftstellers – der Film mit diesem Gespräch wird auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht werden. Nach dieser Aufzeichnung bekam unsere Blogredaktion noch die Gelegenheit, Alfred Grosser einige Fragen zum Brexit, zur Europa und dem derzeitigen Verhältnis zwischen Paris und Berlin zu stellen:(1)

Wie Professor Christian Lequesne > Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019 zeigt sich auch Grosser skeptisch hinsichtlich der Antworten aus Berlin auf die europapolitischen Vorschläge von Präsident Macron. Hinsichtlich des Brexits meint er, dass das Unterhaus mit seiner Entscheidungslosigkeit uns nervt.

Der Tontechniker unseres Blogs war diesmal aus verschiedenen Gründen etwas mehr als sonst gefordert.

> Alfred Grosser wird heute 94 Jahre alt – 1. Februar 2019

 

1. > Es knirscht zwischen Paris und Berlin – 17. April 2019

Notre-Dame in Paris hat gebrannt

17. April 2019 von

french german 

Jetzt funktioniert das > Fotoalbum:

Am Montag 15. April schlugen gegen 18 h 50 Flammen aus dem Dachstuhl der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Gegen 20 Uhr brach der hölzerne 93 m Vierungsturm in sich zusammen. Der Dachstuhl aus dem XIII. Jahrhundert wurde auf der Länge von 110 m, der Breite von 13 Metern und 10 m Höhe ein Raub der Flammen. Erst im Morgengrauen konnten die Flammen gelöscht werden. Die Feuerwehr hat bei Ihrem Einsatz möglicherweise noch Schlimmeres verhindern können. Z. Zt. wird die Stabilität des Gebäudes untersucht. Das Löschwasser und die außerordentlich große Hitze von über 800 Grad hat das Dach der Kirche schwer beschäftigt. Der Vierungsturm hat beim Einsturz ein Loch in die Steindecke der Kirche gerissen, die aber ansonsten gehalten hat: La flèche – Website von Notre-Dame de Paris.

> Alred Grosser parle de Notre-Dame de Paris

Der Film unserer Redaktion:


Das Fotoalbum unserer Redaktion:

> Sacre de Napoléon, obsèques de Mitterrand… Notre-Dame de Paris, 850 ans d’histoire – Le Monde – 17 avril 2019

Die Kathedrale gehört mit über 14 Millionen Besuchern pro Jahr zu den meiste besuchten Monumenten in Europa. Staatspräsident Macron versprach noch in er Nacht die Einrichtung eine nationalen Subskription zugunsten des Wiederaufbaus, den er innerhalb von fünf Jahre wünscht.

Allem Anschein nach steht die Brandursache (LE MONDE, 17. April 2019) in einem Zusammenhang mit den Restaurierungsarbeiten am Dachstuhl, wofür ein große Gerüst gerade vor seiner Vollendung stand.

1.

Alred Grosser parle de Notre-Dame de Paris

17. April 2019 von

> Notre-Dame in Paris hat gebrannt– 17. April 2019

Unsere Redaktion hatte am Dienstag eine Gelegenheit, mit Alfred Grosser über dieses Desaster zu sprechen. Unser TV-Team bearbeitet den Film und wird ihn hier am Donnerstag anzeigen. Grosser wies draraufhin, dass es hier weniger um die Kathedrale als ein christliches Symbol gehe, sondern die Bedeutung von Notre-Dame als ein Symbol für die Geschichte Frankreichs:

Nachgefragt: Le Secrétaire général de la Semaine de l’Amérique latine et des Caraïbes, S. E. Philippe Bastelica, répond à nos questions

17. April 2019 von

Am Montag, 15. April, hatte unsere Redaktion in Paris eine Gelegenheit, sich einmal nicht mit den deutsch-französischen Beziehungen, sondern mit den > Beziehungen Frankreichs zu Lateinamerika und zur Karibik zu beschäftigen.

S. E. Philippe Bastelica, Botschafter Frankreichs in Uruguay ist z. Zt. als Secrétaire général im Ministère de l’Europe et des Affaires étrangères für die 6. Woche der Semaine de l’Amérique latine et des Caraïbes verantwortlich. Unsere Redaktion hat ihn nach dieser Woche, das sind eigentlich 17 Tage, die dieses Jahr vom 23. Juni bis 8. Mai in ganz  Frankreich mit über 250 Veranstaltungen organisiert wird. Die Website von 2018 > www.semaineameriquelatinecaraibes.fr ist noch online und zeigt die Vielfalt dieser Veranstaltungen. Sie wird in Kürze durch das Programm 2019 ersetzt werden:

Die Semaine de l’Amérique latine et des Caraïbes ist eine willkommene Gelegenheit, hier auf dem Blog die Kulturarbeit Frankreichs mal in einem ganz anderen Teil der Welt vorzustellen.

Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions

17. April 2019 von

Es klingt wirklich besorgniserregend, wenn Libération dem Artikel von Jean Quatremer, ihrem Korrespondenten aus Brüssel den Titel > Le couple franco-allemand au bord du divorce, 14 avril 2019, gibt. Was ist da los? Wir haben Christian Lequesne, Professeur à Sciences Po in Paris, nach diesen Unstimmigkeiten gefragt. Sie seien doch etwas übertrieben, meinte er aber ergibt doch zu verstehen, dass die Visionen von Präsident Emmanuel Macron hinsichtlich Europas in Berlin so nicht ganz geteilt werden.

Man könne schon erkennen, dass die CDU weniger in Bezug  auf Europa weniger föderalistisch geworden sei und weniger supranational eingestellt sei. Die Angst vor Kosten in Europa nannte Lequesne etwas “obsessionnel“. Möglicherweise habe man in Paris die Kapazitäten von Bundeskanzlerin Merkel auf die Europa-Vorschläge von Macron einzugehen überschätzt und die innenpolitischen Zwänge in Berlin unterschätzt.

> Nachgefragt: “L’Europe ne doit pas se faire dans le silence.”Entretien avec Christian Lequesne, Professeur à Sciences po à Paris – 18. Dezember 2017

Les relations franco-allemandes.Entretien avec Christian Lequesne au CERI de l’Institut d’Études politiques de Paris – 25 März 2014

> Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019 – mit allen Links zu seinen Reden über Europa.

Es knirscht zwischen Paris und Berlin

17. April 2019 von

Der Brexit, den die Briten nicht in den Griff bekommen, hält die EU unnötig auf. Gerade jetzt vor den Europawahlen im Mai hätte die EU Wichtigeres zu tun, als ständig neue Verschiebungen des Brexits in Kauf nehmen zu müssen.  Insoweit Präsident Emmanuel Macron hat Recht, wenn er sich gegen eine lange Verschiebung des Brexit mit immer größerer Unsicherheit über die Ansichten der Briten wendet.  Die EU hat sich die Tagesordnung von den Briten  diktieren lassen und dadurch sind viele Themen liegengeblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte offenbar einen längeren Aufschub für die Briten als Präsident Macron akzeptieren. Nun haben sich die Staats- und Regierungschefs auf den 31.10.2019 als Austrittsdatum für den Brexit geeinigt – mit der Option, dass Großbritannien auch eher austreten kann, wenn das Unterhaus den Austrittsvertrag mit der EU doch noch akzeptieren sollte.

Wie auch immer, die Entscheidungslosigkeit der Briten den anderen Mitgliedsstaaten der EU wichtige Zeit gekostet – gerade auch, um Präsident Emmanuel Macron eine wirklich substantielle Antwort auf seine europapolitischen Vorschläge zu geben: > Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019 – mit allen Links zu seinen Reden über Europa. Dei Vorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf seine Vorschläge sehr schnell geantwortet: > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019. In der Tat greift sie viele Vorschläge des Präsidenten auf, aber ihre Gedanke, den Standort Straßburg des EU-Parlaments aufzulösen, hat in Paris ganz erhebliche Irritationen ausgelöst, wodurch kaum noch Zeit blieb, die Übereinstimmungen zu diskutieren und zu bewerten.

Ist dieses Gerangel um den Brexit es wert, die Stimmung zwischen Paris und Berlin eintrüben zu lassen? Es nicht einfach, nach den Gründen für dieses Knirschen zu suchen. Sind es innenpolitische Erwägungen, die diesen Dissens zwischen Macron und Merkel so offen zutagetreten lassen? Ist das unseelige Brexit-Problem nur ein Vorwand für Berlin, um von anderen Problemen oder Fragen abzulenken? Nach der > Unterzeichnung des Aachener Vertrags und der ersten Sitzung der Deutsch-französischen Paralemtsversammlung sollte le #francoallemand eigentlich besser funktionieren. Wichtig: Sucht man auf Twitter nach > “deutsch-französische Kooperation” gibt es jetzt deutlich häufigere  Nachrichten als  vor der Unterzeichnung des Aachener Vertrags.

Jetzt nennt Jean Quatremer in Libération am 14. April 2019 sogar von Scheidung: > Le couple franco-allemand au bord du divorce. “Das ist übertrieben,” sagt Christian Lequesne, Professor an Sciences Po, > Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019, er lässt dann aber doch durchblicken, dass die Berliner Reaktionen auf die Europa-Vorschläge von Emmanuel Macron nicht ausreichen. Und ein Beamter im  Quai d’Orsay meint sogar, nach der Sorbonne-Rede von Präsident Macron habe man eine historische Chance verpasst und deutet die deutsch-französische Kooperation zunehmend als eine Zweckgemeinschaft, die doch sehr stark von den innenpolitischen Einflüssen abhängig sei.

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