„Under Destruction“: Die Münchner Sicherheitskonferenz vom 13. – 15. Februar 2026

Staatspräsident Emmanuel Macron hat am Freitag, den 13. Februar 2026, anlässlich der 62. Münchner Sicherheitskonferenz in seiner Rede betont, dass die Bemühungen zur Stärkung der industriellen und technologischen Basis der europäischen Verteidigung und zum Aufbau der europäischen Säule der NATO ganz vorrangig fortzusetzen seien. Macron knüpfte an seine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos an und unterstrich das Bestreben Frankreichs, ein souveränes und unabhängiges Europa in einem sich rasch wandelnden internationalen Umfeld zu schaffen.

Der Text seiner Rede folgt.

Elsa Conesa et Claire Gatinois, > A Munich, la France et l’Allemagne exposent deux visions de l’Europe dans un ordre mondial bouleversé, LE MONDE 14 février 2026:

Elsa Conesa et Claire Gatinois berichten über die 62. Münchner Sicherheitskonferenz in München vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Weltordnungsgefüges und zeigen, wie Frankreich und Deutschland unterschiedliche Visionen für ein Europa in einem weltweit sich wandelnden Machtgefüge entwickeln.

Emmanuel Macron forderte Europa auf, selbstbewusster aufzutreten und sich angesichts der wiederholten Angriffe der US-Regierung unter Donald Trump zu einer echten geopolitischen Macht zu entwickeln. Er plädierte für mehr strategische Autonomie, gemeinsame europäische Verteidigungsprojekte und sogar eine gemeinsame Schuldenaufnahme zur Finanzierung der Sicherheit.

Auf unserem Blog: > Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft und warnte davor, sich vorschnell von den USA abzuwenden. Zwar sprach auch er sich für ein stärkeres Europa innerhalb der NATO aus, hielt jedoch am Bündnis mit den Vereinigten Staaten fest. Zwischen Paris und Berlin bestehen zudem Spannungen über Rüstungsfragen und die Finanzierung gemeinsamer Projekte. Leider hapert es bei > Future Combat Airsystem FCAS. Auch das > Main Ground Combat System MGCS strauchelt. Zwar wollen Macron und Merz über die nukleare Abwehr sprechen, aber Merz hat in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz ausdrücklich auf Deutschlands Einbettung in die nukleare Teilhabe hingewiesen, an der nicht gerüttelt werden soll.

Bewertet man die beiden Positionen des französischen Staatspräsidenten und des deutschen Bundes

Ruckelt der deutsch-französische Motor?

Als Friedrich Merz am 6. Mai 2025 Bundeskanzler wurde, schienen die Weichen für einen Neustart der deutsch-französischen Beziehungen gestellt zu sein: > Emmanuel Macron zu Besuch in Berlin – 24. Juli 2025. Trotz vieler herzlicher Treffen mit Staatspräsident Emmanuel Macron scheint ihrem gemeinsamen Motor ein bisschen Öl oder gar Treibstoff zu fehlen. Michaela Wiegel und Matthias Wyssuwa haben am 12. Februar 2026 in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschreibt die zunehmende Entfremdung zwischen Friedrich Merz und Emmanuel Macron beschrieben:

Ein Drama in vielen Akten. Zu Beginn von Merz’ Amtszeit als Kanzler gab es große Hoffnungen auf eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit. Doch schon bald habe sich das Verhältnis deutlich abgekühlt, da beide Politiker unterschiedliche politische Prioritäten und Vorstellungen entwickelten. Insbesondere in der Europapolitik, bei Wirtschaftsfragen und im Umgang mit den USA und Russland traten Differenzen offen zutage. Macron setzt stärker auf europäische Integration und gemeinsame Finanzinstrumente, während Merz zurückhaltender agiert und nationale Interessen betont. Es gibt wohl auch persönliche Spannungen und unterschiedliche Führungsstile, die die Kooperation zwischen Berlin und Paris erschweren. Trotz aller offensichtlich gemeinsam zur Schau getragenen Einigkeit nehmen Beobachte eine abnehmende Abstimmung zwischen Frankreich und Deutschland wahr, die gefährdet nach Ansicht von Michaela Wiegel und Matthias Wyssuwa die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union gefährden. Beide warnen daher vor langfristigen politischen und wirtschaftlichen Risiken für Europa.

Vor diesem Hintergrund beginnt beginnt heute die Münchner Sicherheitskonferenz. Außerdem gab es gestern ein informelles Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, als des Europäischen Rats auf Schloss Alden Biesen, …

> Informelle Klausurtagung der EU-Führungsspitzen, 12. Februar 2026

> Informelle Klausurtagung der EU-Führungsspitzen, 12. Februar 2026 – Einladungsschreiben von Präsident António Costa an die Mitglieder des Europäischen Rates

… die Emmanuel Macron wie folgt kommentierte:

Das kurze Pressestatement:

In diesem Zusammenhang erinnern wir an das Gespräch dass LE MONDE mit Staatspräsident Macron geführt hat: > Emmanuel Macron : « C’est le moment pour l’UE de lancer une capacité commune d’endettement, à travers des eurobonds », LE MONDE 10. Februar 2026, in dem er einen radikalen Kurswechsel für die Europäische Union orderte. Er argumentiert, dass die EU vor großen Herausforderungen stehe, wie dem Klimawandel, geopolitischer Instabilität und starker Konkurrenz durch China und die USA. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, schlägt Macron die Einführung einer gemeinsamen EU-Verschuldung durch Eurobonds vor. Diese gemeinsamen Investitionen sollen in strategische Sektoren wie Verteidigung, grüne Technologien, künstliche Intelligenz und Quantentechnologie fließen. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi schätzte den jährlichen Investitionsbedarf in grüne und digitale Technologien auf 800 Milliarden Euro. Macron betonte, dass dies keine Sozialisierung alter Schulden sei, sondern eine Chance, die enorme europäische Sparsumme (30 Billionen Euro) zu mobilisieren und in die eigene Wirtschaft zu lenken, anstatt sie im Ausland zu investieren. Er warnt davor, dass Europa in drei bis fünf Jahren „weggefegt“ sein wird, wenn es nicht sofort handelt und investiert. Deutschland hat diesen Vorstoß für gemeinsame Schulden jedoch bereits als „Ablenkungsmanöver“ abgelehnt.

Emmanuel Grasland > Macron-Merz : quand le couple franco-allemand retombe dans ses vieux travers – Les Échos, 12. Februar 2026:

Emmanuel Macron und Friedrich Merz haben in Belgien versucht, ihre gute Beziehung trotz anhaltender Meinungsverschiedenheiten zur Schau zu stellen. Die Divergenzen betreffen unter anderem die Forderung Macrons nach europäischer Schuldenaufnahme für Zukunftsinvestitionen, die Merz entschieden ablehnt. Während Macron lokalen Inhalt in der EU-Industrie priorisieren will, befürwortet Merz die EU-Präferenzregeln nur für kritische Sektoren. Trotz dieser wiederkehrenden Konflikte können die beiden Länder kaum aufeinander verzichten, um in Europa voranzukommen. Aber zu diesem Zietpunkt seien die Meinungsverschiedenheiten seien struktureller Natur, betont Grasland und spiegeln unterschiedliche Visionen des Wirtschaftsmodells wider. Eine mögliche Machtübernahme der extremen Rechten in Frankreich 2027 könnte jedoch die gesamte Dynamik des deutsch-französischen Verhältnisses verändern.

https://titter.com/pthibaut/status/2021658277764116913

Unsere Redaktion erinnert immer wieder an die > europapolitischen Vorstellungen von Emmanuel Macron, auf die Berlin eigentlich nie so recht eine Antwort wusste.

Auf unserem Blog:

> Éditorial : La souveraineté de l’Europe – 22. Januar 2026 von Heiner Wittmann

Artikel 49.3 und zwei Misstrauensanträge

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| Eine kleine Anfrage | Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2026 | Das Manuskript von Sartre über Rimbaud | Frankreich will den Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten@frankoviel , der 🇫🇷-Podcast wird 100 (!) | Szenarien im KI-gestützten Französischunterricht (I) | Deutsch-französischer Tag: 22. Januar 2026  | Éditorial : La souveraineté de l’Europe |


Ergänzung am 2. Februar 2026:

Jetzt nach zwei weiteren Misstrauensantrgen, die die Regierung überstanden hat, ist es geschafft, der Haushalt für 2026 steht. Die nichtsozialistische Linke erreichte 260 Stimmen und die extreme Rechte 135 von 289 notwendigen Stimmen. Damit gilt der Entwurf gemäß Artikel 49.3 als angenommen. Jetzt schaut der Conseil Constitutionnel auf Wunsch des Premierministers nochmal über den Entwurf, der dann am 10. Februar in Kraft treten könnte. Nun wird der Haushalt 2027 vorbereitet. Es geht vor allem um Einsparungen. Frankreich ist eines der am stärksten verschuldeten Länder der Euro-Zone.

Nachdem die Abstimmung über den Haushaltsentwurf mit dem Artikel 49.3 verknüpft worden ist wurden Misstrauensanträge gegen die Regierung eingebracht, über die am Freitag 23. Januar 2026 abgestimmt werden wird. Zur Erinnerung, die Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung. Hier kann man herausfinden, wer mit wem stimmen muss, um eine absolute Mehrheit zu erreichen. Beide Misstrauensanträge scheiterten am Freitag in der Nationalversammlung. Damit ist der Haushaltsenturf bezüglich der Einnahmen angenommen.

> Pourquoi il est difficile de trouver une majorité à l’Assemblée nationale : testez notre simulateur de coalition

> PLF 2026 (nouvelle lecture) : dépôt de 2 motions de censure à la suite de l’engagement de la responsabilité du Gouvernement sur la 1ère partie (art. 49.3) – Website der nationalversammlung

Ein Akt der Verzweiflung? Eigentlich haben die Parteien alle Möglichkeiten am Haushaltsentwurf mitzuarbeiten. Der Sturz der Regierung wird nichts an dem übergroßen Staatsdefizit ändern. Jede neue regierung muss eigentlich noch viel härtere Maßnahmen ergriefen, um die Staatsfinanzen – auch die retnen – sanieren zu können.

Mardi 20 janvier 2026, une motion de censure a été déposée par Mathilde Panot, Cyrielle Chatelain, Stéphane Peu et 108 de leurs collègues, à la suite de l’engagement de la responsabilité du Gouvernement (49.3).

Mardi 20 janvier 2026, une motion de censure a été déposée par Marine Le Pen, Eric Ciotti et 102 de leurs collègues, à la suite de l’engagement de la responsabilité du Gouvernement (49.3).

Heute Abend meldet Le Monde, der Premierminister werde nun den Haushalt 2026 mit dem Artikel 49.3 zu verknüpfen. Am Dienstag werde der Text bezüglich der Einnahmen eingebracht werden und mit 49.3 verknüpft werden. Lecornu möchte das Staatsdefizit unterhalb von 5% des BIP zu halten. > Voir la vidéo de l’engagement de responsabilité du Gouvernement

in den folgenden Tagen, wenn die Regierung dies übersteht, wird der zweite Teil des Haushalts bezüglich der Ausgaben ebenfalls mit dem Artikel 49.3 verbunden. LFI und RN haben je ein Misstrauensvotum angekündigt. Nach der Abstimmung im Senat kommt die Vorlage dann wieder in die Nationalversammlung, dann wird oder muss, wenn die Regierung dann noch im Amt ist, der Artikel 49.3 ein drittes Mal aktiviert werden.

à propos… > La Constitution démythifiée. Derrière les grandes formules et les polémiques, la Constitution française est souvent plus simple, plus souple et plus politique qu’on ne l’imagine. Julien Jeanneney, professeur de droit, en explore certains angles morts et idées reçues. 4 épisodes


Visitez le site Internet de la Société Rétif de la Bretonne

 

Eine kleine Anfrage

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| Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2026 | Das Manuskript von Sartre über Rimbaud | Frankreich will den Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten@frankoviel , der 🇫🇷-Podcast wird 100 (!) | Szenarien im KI-gestützten Französischunterricht (I) | Deutsch-französischer Tag: 22. Januar 2026  | Éditorial : La souveraineté de l’Europe |


Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2026

Der Holocaust-Gedenktag als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (International Holocaust Remembrance Day) am 27. Januar 2026 erinnert an den Holocaust und den 61. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.

Am Mittwoch 28. Januar 2026: > Tova Friedman hält Rede zum Holocaust-Gedenktag – Website des Bundestages

Im Interview erzählen Tova Freidmann und ihr Enkel Aron, wie sie mithilfe der sozialen Medien gegen das Vergessen kämpfen. Zeitzeugin im Interview: „Wütend, aber nicht entmutigt“ -/www.mitmischen.de – Dein Portal zum Deutschen Bundestag

> Jahre Befreiung von Auschwitz – Einer der letzten Zeitzeugen. Holocaust-Gedenktag „Fahre nach Auschwitz und sieh dir an, was war“ -Tagesschau 27.01.2026

Die beiden Botschafter, S.E. Francois Delattre in Berlin und S.E. Stephan Steinlein in Paris erinnern an die verbrechen des Holcaust:

Die Mauern im Pariser > Mémorial de la Shoah à Paris mit den Namen von 76.000 deportierten französischen Juden:

> United States Holocaust Memorial Museum

> Holocaust Educational Trust – > https://x.com/HolocaustUK

> #everynamecounts-Challenge zum Holocaust-Gedenktag 2026 -arolsen-archives.org
Freiwillige können an Menschen erinnern, die aus Belgien und Frankreich nach Auschwitz deportiert wurden.

> Tag des Gedenkes an die Opfer des Nationalsozialismus – www.stiftung-denkmal.de

Auf unserem Blog:

> Der Holocaust-Gedenktag 2025

> Bibliographie – Erinnerungskultur

> Vor achtzig Jahren: Die Befreiung Frankreichs und die deutsche Kapitulation am 8. Mai 1945

Frankreich will den Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten

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Wir gratulieren: Am 25. Februar wird @frankoviel , der 🇫🇷-Podcast, 100 (!)

Zur 100. Folge des Podcasts Franko-viel bittet > der 🇫🇷-Podcast am 25. Februar 2026 zu einem besonderen Abend nach Bonn, der Debatte und Musik miteinander verbindet. Ausgehend von der Utopie einer „Françallemagne“ laden Andreas Noll und Landry Charrier (Sirice) dazu ein, den Blick auf die Zukunft der deutsch-französischen Partnerschaft zu richten: > Melodie einer schwierigen Partnerschaft: Françallemagne – eine Option für Europa? (5-175-26)

Musik und Debatte – am 25.02.2026 um 19.00 Uhr im Gustav-Stresemann-Institu GSI, Bonn


Lehrkräfte (m/w/d) für latein, Mathematik, Religion (Sek II) ab Schuljahr2026/2027 am Lietz Internat Schloss Bieberstein gesucht.


Interdire les réseaux sociaux aux moins de 15 ans. – Soziale Netzwerke für Jugendliche unter 15 Jahren verbieten

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Interdire les réseaux sociaux aux moins de 15 ans ?

> Lisez cet article

> Cherchez les arguments pour et contre la décision d’interdire les réseaux sociaux aux moins de 15 ans.

> Que dit le président Emmanuel Macron ?

> Faut-il interdire le portable au lycée ? Que dira la loi ?

> Quelle est votre avis ? Écrivez un texte… pensez à „Mais où est donc Ornicar ?“

> Aufgaben auf unserem Blog: Didaktische Hinweise

PONS hilft Euch:

PROPOSITION DE LOI visant à protéger les mineurs des risques auxquels les expose l’utilisation des réseaux sociaux – Website der Nationalversammlung

Olivier Fuchs, > La procédure législative d’urgence, in: Revue du droit public, Mai(3), 761-785.

Dazu:

> Les réseaux sociaux interdits aux moins de 15 ans dès septembre ? Emmanuel Macron lance la procédure accélérée – par I.N avec le service politique de TF1-LCI -23 Januar 2026

> Interdiction des réseaux sociaux aux moins de 15 ans : le gouvernement se rallie au texte voulu par Gabriel Attal – LCP – 24 février 2026

DOCUMENT BFMTV. Interdiction des réseaux sociaux aux mineurs: Emmanuel Macron engage la procédure accélérée pour une loi applicable „dès la rentrée prochaine“ -24. Januar 2026

> Emmanuel Macron veut l’interdiction des réseaux sociaux aux moins de 15 ans «dès la rentrée prochaine» – Le Figaro, 24 janvier 2026

Auf unserem Blog:

> Die Demokratie unter dem Druck der sozialen Netzwerke und ihrer Algorithmen -10. Dezember 2025

> Vorschlag: Keine sozialen Netzwerke mehr für Jugendliche unter 15 Jahren in Frankreich – 30. April 2025

> Éditorial – Jugendliche und soziale Netzwerke – 1. Mai 2025

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