Rezension: Édouard Philippe, Des hommes qui lisent

19. September 2017 von

Über die Lektüren unserer Politiker wissen wir im allgemeinen nicht sehr viel. Manchmal wird der ein oder andere Autor genannt, aber eher nur mal nebenbei. Als der Bürgermeister von Le Havre sich 2011 daran begab, einen Essai über eine öffentliche Politik zugunsten des Lesens zu verfassen und 2017 sich zum 6. Mal das Festival zugunsten der Literatur Le goût des autres veranstaltet wurde…,

… konnte er sich wahrscheinlich noch nicht so richtig vorstellen, dass er zu dem Zeitpunkt, wenn sein Buch erscheinen würde, seit wenigen Wochen > Premierminister sein würde und sein Amtssitz das Palais de Matignon sein würde:

Édouard Philippe erzählt in > Des hommes qui lisent, wie er zum Lesen gekommen ist, welche Bücher ihn ganz besonders geprägt haben, die Beziehungen zu seinem Vater, wie er in Le Havre ein Literaturfestival gegründet hat, wie er von der Linken zur Rechten gekommen ist und wie er zusammen mit Gilles Boyer zu schreiben begonnen hat: > Histoire de la vérité, Paris: Flammarion 2007 et > Dans l’ombre, Paris, JCLattès 2011. Sein Buch enthält auch eine Art Ästhetik des Buches, wie man damit umgeht, wie man es verschenkt, es nicht verleiht und überhaupt, was es vermitteln kann.

Lire, das heißt man braucht ein „déclic“, damit es losgeht: > La littérature française (III) : Lire des textes intégraux – 16. September 2007: „Kennt Ihr das? Ihr lest eine Geschichte. Das ist wie Schokoladessen, man kann die Schokolade einfach nicht in ihrem Papier lassen. Selbst der letzte Krümmel muß verschwinden. Wenn ihr ein bisschen traurig seid, die letzte Zeile der Geschichte zu schnell erreicht zu haben, dann ist es passiert, das Lesevirus hat Euch im Griff.“ Bei Édouard Philippe gab es kein Fernsehen zu Hause: Tenir les enfants loin de la nourrice médiatique et de l’abrutissement qu’elle peut provoquer constituait un objectif pédagogique.“ Va dire à Sparte von Roderick Milton war der délic für Édouard Philippe: „Depuis Sparte, j’aime lire et je peux dire que je suis le produit des livres que j’ai lus.“ (S. 16) Und er erinnert an Anatole France, der eine Bibliothek eine „Cité des livres“ nannte, „Derrière cette expression, il y a une autre idée essentielle, c’est que la lecture n’est pas seulement une question individuelle. Elle est un objectif collectif, et fait légitiment partie des politiques publiques.“ (S. 18) Lesen ist Teilhabe am politischen Geschehen, das Lesen fördern wird ein ganz wesentliches Anliegen des Bürgermeisters Philippe von Le Havre (2010-2017) werden.

„Ne bougez pas madame, il y en a un autre“,
sagte Paulette 1946 zur Großmutter von Édouard Philippe als sein Vater von geboren wurde. Dieser wiederholte diesen Satz, immer dann wenn etwas Besonderes um die Familie herum passierte. (S. 33). Vielleicht hat Oncle Édouard aus den Faux-monnayeurs von André Gide seine Eltern zu dem Namen Édouard inspiriert.

Am 10. Mai 1981 als das Fernsehen François Mitterrand als künftigen Präsidenten anzeigte,
haben die zwanzig Personen um Édouard DAS Ereignis lautstark begrüsst. Er hat dann später die Biographien von Jean Lacouture gelesen, die dieser Léon Blum und Pierre Mendès-France gwidmet hat. Man merkt schon leichte Absetzbewgungen: „Le paradoxe de la gauche française“, die sich auf Blum und Mendès berief, ohne sich noch so richtig an ihnen zu inspirieren. Ihr Drama nennt er, so Philippe, von Mitterrand „homme de sinuosités et d’ambiguïtés et moderne incarnation du Prince florentin“, womit er den Prinzen von Machaivelli meint. In Sciences Po entdeckt Philippe François Goguel, La Politique des partis sous la Troisième République, einen Klassiker, der ihm die Entwicklung der Parteienstrukturen verdeutlicht.

„… La littérature est parfois plus fine à expliquer la politique que les meilleures stratèges.“ (S. 53) Nur manchmal? Die Lektüreempfehlung von Philippe Édoaurd: Fables choisies, mises en vers par M. de la Fontaine. Da steht alles drin, was man zum politischen Geschäft wissen muss: Lesebericht: Guide pratique pour enseigner les classiques. Les fables de La Fontaine -17. April 2014 von H. Wittmann – Philippe unterstützt Alain Juppé, den Bürgermeister von Bordeaux, und erklärt in diesem Kapitel, wie er die politische Seite wechselte und zwischen 1993 und 1997 zu den Rechten kam: S. 55-77. Friedrich Hayek, La Route de la servitude und sein Liberalismus gefiel ihm. Und dann traf Philippe auf Raoul Girardet (mein Lehrer in > Sciences Po 1977/78) mit dem Buch L’idée coloniale en France : de 1871 à 1962.

Livres nomades: 2010 wurde Philippe Bürgermeister von Le Havre und leitete eine Politik der Lesekultur ein: „une grande politique de la lecture“, an der sich andere Städte unbedingt auch orientieren sollten. Lesen, das wurde für Philippe zu einer politischen Strategie: 80 Lesepunkte, Handbibliotheken, wo man Bücher entnehmen konnten und sie in der Stadt zirkuliere lassen durfte, waren das Gebot der Stunde. Und ein Riesenerfolg.

Edmond Rostand: Cyrano de Bergerac oder wie Literatur das Leben verändern kann: S. 91-98. Und dann Victor Hugo: Les Misérables, S. 99-104. Und Philippe berichtet, wie sein 10-jähriger Sohn um die Ecke und rief „Faust, c’est vachement bien!“ Und dann lernt Philippe > Guillaume Gallienne kennen. Laut vorlesen. Das ist es. Dabei fällt mir ein: > Vorgelesen: Zwei schwarze Jäger – 31. August 2009. Und er erinnert sich an die Lektüren, das Vorlesen ganzer Passagen von L’Étranger von > Albert Camus. Schwierige oder problematische Autoren wie Céline, Voyage au bout de la nuit kommen hier auch vor. Genie und Schatten, das muss man verstehen: „Parce qu’il faut faire le pari, lectuer, mon frère (das ist Baudelaire, „mon semblable, mon frère“, H.W.), qu’avec la lecure viendra l’intelligence, et la distance, et que la liberté de lire et de connaître produiront, in fine, plus de bien que l’ignorance. C’est un pari, sur la liberté et sur l’homme.“ (S. 137) Stimmt. Jean-Paul Sartre und Albert Camus haben beide > die enge Verbindung zwischen Freiheit und Kunst betont.



Kein Wunder, dass Philippe, wie oben erwähnt, auch zum Schreiben kam. „Lire“ und „Ecrire“ sind die beiden Kapitel von Sartres Les mots. Philippe weiß: „Être écrivain en France, ce n’est pas sortir un bouquin, c’est créer une œuvre.“ (S. 162) Ach ja, da war noch die Orthographie, die nicht gerade sein Steckenperd war. Als Elikia M’Bokolo in Sciences, sein Seminarleiter, ihn darauf hinwies, dass es nicht anginge, als Schüler in Sciences Po die Rechtschreibregeln nicht genauso zu respektiere, wie es Millionen andere Frankophone auch machten, hat sich Philippe endlich drangesetzt, dieses Problem ein für alle Mal zu lösen.

Mit 26 kam Philippe in den > Conseil d’État: „…j’avais chosi le Conseil essentiellement parce que’on y était très libre…“ (S. 170). Allerdings merkte er schnell, dass die Conseillers dort eine begrenzten Humor hatten, was die Exaktheit der Schriftsätze anging. (vgl. S. 172)

Bücher verschenken
, darum geht es im Kapitel 12. Der Bürgermeister von Deauville, > Philippe Augier kann das besonders gut. Jeder seiner Gäste findet immer in seiner Serviette ein für ihn bestimmtes Buch. Und die Unterhaltung kann beginnen. François Mitterrand verschenkte auch Bücher, z. B. > Belle du Seigneur von Albert Cohen. Welche Absicht die Dame wohl vermutete, als sie dieses Buch bekam? Aber es gibt auch Grenzen bei er Bücherzirkulation. Philippe verleiht grundsätzlich kein Buch, denn dann ist es nämlich weg. (vgl. S. 192). Philippe wundert sich auch: „Pourtant, et étonnamment, je ne me souviens pas avoir jamais lu une histoire d’amitié ou de relation fondée sur les livres et sur le don ou l’échange des livres.“ Ob ich dem Premierminister widersprechen darf? Meine Freundschaft mit Michel Sicard gründet sich auf alle Bücher, die > Jean-Paul Sartre geschrieben hat, auf alles was Sartre über die > Kunst und die Freiheit und was wir beide über ihn geschrieben haben miteinander über ihn gesprochen haben: > www.france-blog.info/sartre-sicard-wittmann. Die Bücher waren es, wie die Lehre von > Alfred Grosser und seine rund vierzig Bücher, die meinen Blog inspiriert haben: Immer wieder erklären, die deutsch-französischen Beziehungen geduldig erklären.

> Alfred Grosser hat Geburtstag – 1. Februar 2017

In das Buch über das Dritte Reich, das er mir in Sciences Po in die Hand drückte, steht die Widmung: „Pour H.W., en souvenir d’une réflexion commune, A.G.: „Offrir un livre, c’est transmettre une partie de soi“, (S. 201) nennt Édouard Philippe das. Und diese intellektuelle Beziehung mit A. Grosser gibt es nun schon seit Oktober 1977, als ich zum ersten Mal in seiner Vorlesung saß: > Alfred Grosser auf langer Reise nach Duisburg, Bonn, Köln… und Stuttgart – 31. Mai 2017. Dieses Jahr haben wir uns schon dreimal getroffen. Oder mein Freund Laurent Loty, der so perfekt das Werk von Diderot erklären kann: > Nachgefragt: Laurent Loty spricht über Denis Diderot – 24. Juni 2013. Auch eine Freundschaft, die auf Büchern, Austausch, Lesen, Diskutieren, Leidenschaft gegründet ist.

Die Neuen Medien, mit ihrer „tyrannie de l’immédiat“ sind Philippe nur zu gut bekannt. Immer das Auge auf dem Smartphone, um keine Meldung zu veroassen? Aber er hätte dafür etwas, was noch viel besser ist: „… la lecture est une respiration. Elle est tout à la dois une sortie du monde, et une façaon d’y entrer plus fort. Elle est à la foi un ralentissement et une accumulation.“ (S. 211) und „Lire, c’est prendre la distance, acquérir une vision, se constituer tout au long de la vie.“ (S. 213)

Bibliographie der gelesenen und noch zu lesenden Bücher: S. 219-246.

Das > Renouveau der deutsch-französischen Beziehungen könnte sich nun also auch auf den Sprach- und damit auf den Literaturunterricht in beiderseits des Rheins beziehen.

> 284 Artikel zur Literatur auf unserem Blog

Édouard Philippe
> Des hommes qui lisent
EAN : 9782709661430
Essais et documents
Paris: JCLattès 2017
150 pages

Berufliche Bildung in Frankreich und Deutschland

19. September 2017 von

Rappel

> Conférence à Montpellier, 28 février 2017Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie

mit einer ausführlichen Sitographie

#FRAFRA2017 – Kulturprogramm „Frankfurt auf Französisch“

18. September 2017 von

> „Frankfurt auf Französisch“ ist das Motto des Ehrengastauftritts Frankreichs bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2017. Dazu gehört der Hashtag #FRAFRA2017. Das ganze Projekt ist eine einzigartige Gelegenheit für viele bundesweite Kulturveranstaltungen bei denen die gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich in ihrer ganzen Vielfalt zur Geltung kommen. „Frankfurt auf Französisch“ steht für ein breitgefächertes Programm aus französischen bzw. deutsch-französischen Projekten in ganz Deutschland:

Hier unbedingt reinschauen: Welche Veranstaltung ist in Ihrer Stadt?
> Veranstaltungen in Deutschland

> Nachgefragt. #FRAFRA2017 : Catherine Briat, Conseillère culturelle près de l’Ambassade de France – 17. Juli 2017

Für Schüler/innen: Zur Vorbereitung auf die Buchmesse. Frankreich als Gastland 2017 – mit einer Twitteraufgabe:
> #FraFra2017 – La passion pour la littérature française

Bibliographie mit einem Links zu den Büchern der eingeladenen Autoren: > Bibliographie: Auteurs dans la délégation française

18. Sept. – 14. Okt. 2017
Prix des lycéens allemands („Preis der deutschen Gymnasiasten“)
Zusammen mit Ernst Klett Sprachen GmbH organisiert das Institut Français seit 2004 den Prix des lycéens allemands. Tausende deutsche SchülerInnen treffen französische Jugendautoren, teilen ihre Eindrücke auf Französisch und wählen ihr Lieblingsbuch.

> prixdeslyceens.institutfrancais.de

> Landesjury Baden-Württemberg für den Prix des lycéens allemands 2017 22. Mai 2017

> Nominé pour le prix des lycéens allemand 2017 Nachgefragt: Charlotte Erlih, 20 pieds sous terre – 6. Februar 2017

21. Juni 2017 von H. Wittmann

Die Fotos. LITTÉ-RAD-TOUR. Französische Literatur in Stuttgart 15. – 17. September 2017 im Großraum Stuttgart

18. September 2017 von

2017 ist Frankreich Gastland der Frankfurter Buchmesse – eine große Ehre und zugleich ein Anlass, die Vielfalt der frankophonen Literatur zu entdecken. In Zusammenarbeit mit dem für den Frankreich-Auftritt zuständigen Kommissariat, der Stadt Stuttgart und der Stadt Straßburg laden das Institut français Stuttgart und das Literaturhaus Stuttgart dazu ein, an drei Tagen französischsprachige Literatur in Stuttgart zu entdecken. Wir waren bei der Vernissage im Institut français und bei den gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Literaturhaus Stuttgart mit dabei und zeigen hier in einem Fotoalbum die Fotos dieser Veranstaltungen:

Freitag, 15.09.17 18.30 Uhr
> Vernissage und Festivaleröffnung im Institut français:

Freitag 15.09.17 19.30 Uhr
> Karambolagen: fremd/étranger.
Claire Doutriaux, Hinrich Henkel-Schmidt, Hédi Kaddour, Gila Lustiger
Veranstaltungsreihe: Karambolagen. Film, Gespräch und Lesung
Moderation: Hinrich Henkel-Schmidt

Samstag 16.09.17 19.00 Uhr
> L’esprit des mots / Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben
Geneviève Létang, Philippe Arlaud, Iris Radisch, Elisabeth Edl
Veranstaltungsreihe: Litté-Rad-Tour. Französische Literatur in Stuttgart
Szenische Lesung, Buchpremiere und Gespräch
Moderation: Martin Ebel
L’ESPRIT DES MOTS
Die Straßburger Ausnahmekünstler Geneviève Létang (Harfe) und Philippe Arlaud (Dramaturg und Opernregisseur) vereinen ihre Leidenschaft zu Musik und Wort und entführen uns auf eine musikalische Reise durch ausgewählte Werke der französischen Literatur.
WARUM DIE FRANZOSEN SO GUTE BÜCHER SCHREIBEN
Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, mal verführerisch. Die Camus-Expertin Iris Radisch widmet sich, inspiriert durch ihre eigenen Treffen mit zahlreichen namhaften AutorInnen, in ihrem druckfrischen Buch unter dem Titel „Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben“ eben dieser Frage und gibt einen Überblick über die Welt von Jean Paul Sartre und Marguerite Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Michel Houellebecq.

Gut, das ein Buch mit der Erklärung, warum Franzosen so gute Bücher schreiben mit > Jean-Paul Sartre und > Albert Camus anfängt. Eine Rezension des Buches von Iris Radisch folgt bald.

LITTÉ-RAD-TOUR.
Französische Literatur in Stuttgart
15. – 17. September 2017 im Großraum Stuttgart

16. September 2017 von

Das ausführliche Programm mit einer Karte > LITTÉ-RAD-TOUR – Französische Literatur in Stuttgart

2017 ist Frankreich Gastland der Frankfurter Buchmesse – eine große Ehre und zugleich ein Anlass, die Vielfalt der frankophonen Literatur zu entdecken. In Zusammenarbeit mit dem für den Frankreich-Auftritt zuständigen Kommissariat, der Stadt Stuttgart und der Stadt Straßburg laden das Institut français Stuttgart und das Literaturhaus Stuttgart dazu ein, an drei Tagen französischsprachige Literatur in Stuttgart zu entdecken. Bei einem literarischen Parcours durch die „Fremde“ ziehen Groß und Klein mit dem Rad durch Stuttgart, treffen in mehreren Etappen auf bedeutende frankophone Autoren

(Ken Bugul, Hédi Kaddour, Sylvain Prudhomme, Fiston Mwanza Mujila, Shumona Sinha), große Namen der Weltliteratur (Honoré de Balzac, Albert Camus, Arthur Rimbaud …) und auf wichtige Brückenbauer zwischen Deutschland und Frankreich (Philippe Arlaud, Claire Doutriaux, Gila Lustiger, Iris Radisch, Hinrich Schmidt-Henkel).

Was bedeutet es heute für Schriftsteller oder Intellektuelle fremd zu sein? Wie ist es möglich, sich in einer Zeit, in der die Akzeptanz des Anderen erneut in Frage gestellt wird, als Weltbürger zu betrachten oder zu leben? Wie definieren wir fremd sein auf der jeweils anderen Seite des Rheins? Wie können wir diesen Begriff der Abgrenzung durchlässiger machen und beweglich halten? In Lesungen, Diskussionen, Film, Musik und Spielen erfahren die Besucher, welches Potenzial dabei den Begegnungen innewohnt. Die Litté-Rad-Tour ist demnach weit mehr als ein Literaturfestival – sie feiert nicht nur den 200. Geburtstag des Fahrrads und rückt somit auch die Frage nach der Mobilität in einer Stadt in den Fokus, sondern zeugt auch von dem lebendigen Austausch zwischen den Städtepartnern Stuttgart und Straßburg.

> Frankreich wird Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Veranstalter: Institut français Stuttgart, Kommissariat „Frankfurt auf Französisch“, Literaturhaus Stuttgart, Stadtbibliothek Stuttgart

Mit freundlicher Unterstützung durch: Institut français, Landeshauptstadt Stuttgart, Ville de Strasbourg, Robert Bosch Stiftung, Dr. Karl Eisele & Elisabeth Eisele Stiftung, Alleo, Verein der Freunde des Institut français, Decathlon, Ernst-Klett Verlag

Medienpartner: Arte, Stuttgartmagazin LIFT

Programm
Festivaleröffnung/Vernissage
L.I.R. – LIVRE IN ROOM (Joris Mathieu, Nicolas Boudier)
PLUMES (Vincent Muller)
DIE MAGIE DER WORTE (Klaus D. Bertl)
Freitag, 15. September, 18.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

Festivaleröffnung mit offizieller Begrüßung der Veranstalter und anschließender Vernissage dreier Ausstellungen, die den Betrachtern auf unterschiedliche Weise die Welt der Literatur nahebringen: über die ideale Bibliothek, große Autoren und ihre Leser.

L.I.R. – LIVRE IN ROOM
Ausstellungsdauer: Dienstag, 5. September bis Freitag, 6. Oktober

Nehmen Sie Platz. Sie sind umgeben von Regalen voller Bücher, die unter dem Aspekt der „Bibliothèque idéale“ ausgewählt wurden. Suchen Sie eines davon aus, das Ihre Neugierde weckt und machen Sie es sich gemütlich. Alsbald erwacht das Buch vor Ihren Augen zum Leben: als virtueller, menschlicher Vorleser. In Form einer Lesekabine bietet die Installation von Joris Mathieu und Nicolas Boudier den Besuchern die Möglichkeit, für einige Augenblicke der Realität zu entfliehen und in die imaginierten Welten der Autoren einzutauchen. Das Buch steht im Zentrum dieser literarisch-digitalen Installation, in der das Scannen eines Barcodes ein visuelles und akustisches Erlebnis auslöst, das zu einer immersiven literarischen Reise einlädt.

PLUMES
Ausstellungsdauer: Freitag, 15. September bis Freitag, 6. Oktober

Für die Ausstellung „Plumes“ (dt. „Federn“) hat der Straßburger Fotograf Vincent Muller große frankophone Schriftsteller wie u. a. Jean Teule, Alain Mabanckou, Leïla Slimani, die in der berühmten Librairie Kléber in Straßburg zu Gast waren, porträtiert.

DIE MAGIE DER WORTE
Ausstellungsdauer: Freitag, 15. September bis Freitag, 6. Oktober

Das Großstadtleben in Paris mit allen Sinnen wahrnehmen und mit Momenten der Vertiefung in eine Lektüre vereinbaren? Die Faszination der Bücher in verschiedenen Situationen soll in dieser kleinen Fotoausstellung von Klaus D. Bertl aufgezeigt werden. Sie sind seit 2008 entstanden, zum Teil auf gemeinsamen Frankreich-Reisen mit dem fotoclub stuttgart 1938 e. V.

Eintritt frei

Ausstellungsöffnungszeiten: Di-Do 10.00-18.00 Uhr, Fr 10.00 – 16.00 Uhr

Das ausführliche Programm mit einer Karte > LITTÉ-RAD-TOUR – Französische Literatur in Stuttgart

> Plakat zum Download

> Postkarte zum Download
Diskussion
AUFTAKT VERANSTALTUNGSREIHE „KARAMBOLAGEN“
Freitag, 15. September, 19.30 Uhr | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart

Literarischer Fahrradparcours durch die Stadt
WERKSCHAU/COMICAUTOREN & ILLUSTRATOREN
Samstag, 16. September, 11.00 Uhr | Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Pl. 1, 70173 Stuttgart

DÉJEUNER SUR L‘HERBE
Samstag, 16. September, 12.00 – 15.00 Uhr | Stadtgarten S-Mitte,
bei Regen: Passage am Tagblattturm

LITERARISCHE FÜHRUNG TEIL I
Samstag, 16. September, 14.30 | Treffpunkt Ecke Calwer Straße / Alte Poststraße

FILM: „KEN BUGUL – PERSONNE N’EN VEUT“
Samstag, 16. September, 15.00 | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

LESUNG: JULIE CHAUVET „DRAPEAU ROUGE“
Samstag, 16. September, 15.15 | Treppe am Feuersee

LITERARISCHE FÜHRUNG TEIL II
Samstag, 16. September, 16.00 | Treffpunkt Hasenbergsteige 10

FILM: „DIE MACHT DER BÜCHER“
Samstag, 16. September, 16.00 & 17.00 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

GESPRÄCH: FOKUS AFRIKA
Samstag, 16. September, 16. 45 Uhr | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

LITERARISCHE FÜHRUNG TEIL III / APÉRITIF LITTÉRAIRE
Samstag, 16. September, 18.00 | Schillerplatz, Weinhandlung Kreis

SZENISCHE LESUNG: „L’ESPRIT DES MOTS“
Samstag, 16. September, 19.00 Uhr | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart

BUCHPREMIERE UND GESPRÄCH:
„WARUM DIE FRANZOSEN SO GUTE BÜCHER SCHREIBEN“
Samstag, 16. September, 20.30 Uhr | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart

2 x Frühstücksmatinee – Begegnung mit den Trägern des Internationalen Literaturpreises des Hauses der Kulturen der Welt
LESUNG UND GESPRÄCH I:
FISTON MWANZA MUJILA „TRAM 83“
Sonntag, 17. September, 11.00 Uhr | Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart
LESUNG UND GESPRÄCH II:
SHUMONA SINHA „GESCHICHTEN DER WUT“

Das ausführliche Programm mit einer Karte > LITTÉ-RAD-TOUR – Französische Literatur in Stuttgart

Noch Plätze frei: Kurzfilm-Atelier für Schüler/innen in Tübingen und Stuttgart

15. September 2017 von

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Freundinnen und Freunde des Kurzfilms,

die erste Runde der Ateliers mit den Filmemachern und Medienpädagogen Joachim Betz und Björn Maetzing, die am 13. Mai in Tübingen und am 20. Mai in Stuttgart stattgefunden haben, war für alle Beteiligten ein großer Erfolg!

Umso mehr freuen wir uns, in beiden Städten noch ein zweites Atelier anbieten zu können, welche jedoch recht bald nach den Sommerferien stattfinden werden, nämlich am Samstag, den 23. September 2017 in Tübingen (Filmtage-Büro, Hintere Grabenstraße 20, 10:00 bis ca. 16:00 Uhr) und
am Samstag, den 30. September 2017 in Stuttgart (Institut français, Schloßstraße 51, ebenfalls 10:00 bis ca. 16:00 Uhr).

Da die bestehenden Gruppen mit ihren Kurzfilmen schon ziemlich weit sind, könnten noch ein paar Schüler*innen zusätzlich teilnehmen. Für unsere Planung wäre es allerdings wichtig, dass sich interessierte Jugendliche bis Montag, den 18. September entweder direkt oder über ihre Lehrkräfte bei uns anmeldeten mit Namen und Kontaktmöglichkeit (am besten Handynummer / E-Mail).

Liebe Lehrerinnen und Lehrer, bitte weisen Sie Ihre Schüler*innen trotz all der Dinge, die es am Schuljahresbeginn zu besprechen gibt, auf diese Möglichkeit hin!

Viele von Ihnen bekommen aber erst nach den Sommerferien ihre Klassen, Kurse oder AGs und haben – so hoffen wir zumindest – Freude daran, sich mit Ihren neuen Schülerinnen und Schülern wieder zahlreich und kreativ an diesem „Concours de courts“ zu beteiligen.

Die nach Meinung der Jury besten Filme werden am letzten Sonntag der Herbstferien auf Tübingens größte Leinwand kommen. Aber auch die anderen Filme möchten wir – das Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorausgesetzt – zeigen, und zwar an prominenter Stelle auf der Seite der Französischen Filmtage.

Auch hier wären wir aus organisatorischen Gründen natürlich froh über eine kurze informelle Info an uns, wenn Sie bzw. Ihre Schüler*innen planen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

Im Anhang finden Sie / findet ihr weitere Informationen zum diesjährigen Schüler-Kurzfilm-Wettbewerb sowie zu den Ateliers.

Wir freuen uns auf produktive und vermutlich wieder quicklebendige Filmateliers, viele umwerfende Schülerfilme zu den 34. Französischen Filmtagen und Ihre / eure Nachrichten, Anregungen, Fragen…

Mit den besten Wünschen fürs neue Schuljahr und

herzlichen Grüßen
Beate Nonhoff & Christopher Buchholz

Downloads:

Filmateliers_Herbst2017

Kurzfilmwettbewerb_2017

Sternenfamilie_2017

Interview mit S.E. M. Stéphane Dion, Ambassadeur du Canada en Allemagne

12. September 2017 von

french german 

Internationales Literaturfestival in Berlin 2017
Azouz Begag liest aus Béni ou le paradis privé

7. September 2017 von

Der Frankreich-Blog begleitet den Blog von Klett-Cotta vier Tage lang ab morgen zum > 19. Internationalen Literaturfestival 6. – 19. September 2017 nach Berlin.

Und wir treffen dort: (Programmheft:) AZOUZ BEGAG wurde 1957 in Lyon geboren, wo er 1984 auch seinen Doktor in Wirtschaftswissenschaften machte. In seinen hochgelobten Büchern wie LE GONE DU CHAÂBA [1986] und LA FORCE DU BERGER [1991] reflektiert er u. a. seine Erfahrungen als Gastarbeiterkind. Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen gehören der Prix Sorcières [1987] und der Europäische Kinderbuchpreis [1993]. 2005 bis 2007 war er in Frankreich beigeordneter Minister für die Förderung von Chancengleichheit und 2013 bis 2014 Direktor des Institut Français in Lissabon. Begag lebt in Paris. Er war seit 2002 zehnmal Gast des ilb, tritt in diesem Jahr auf dem »Internationalen Kongress für Demokratie und Freiheit« auf und spricht dort u. a. über seinen Roman BÉNI OU LE PARADIS PRIVÉ [1989].

> twitter.com/azouzbegag

Sonntag, 10.9.2017, 11 h 30
Islam und Demokratie mit Azouz Begag, Seyran Ateş, Fehti Beslama, Esra Küçük, Moderation: Stefan Weidner
Oberes Foyer

MO 11.9. 12 h 30 Haus der Berliner Festspiele — Große Bühne
Gespräch und Lesung | in Französisch | Veranstaltung im Rahmen
des »Internationalen Kongresses für Demokratie und Freiheit«
Gast: Azouz Begag | Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

Kl. 8—13 |

AZOUZ BEGAG [Text] REGINA KEIL [Übersetzung aus dem Französischen]
Frankreich, 1989 Le Seuil 173 S., Schweiz 2000 Nagel & Kimche, 185 S
BÉNI OU LE PARADIS PRIVÉ. FAST ÜBERALL — DIE GESCHICHTE EINES ALGERISCHEN JUNGEN IN FRANKREICH | Jeder ist ein
Fremder, fast überall auf der Welt, nur zu Hause nicht. Doch wie fühlt man sich, wenn man auch zu Hause ein Fremder ist? Der 15-jährige Béni wurde im Gegensatz zu seinen algerischen Eltern in Lyon geboren. Er möchte so sein wie die Jungs seiner Klasse – ein Franzose. Damit nicht jeder weiß, dass seine Eltern keine Franzosen sind, hält er seinen richtigen Namen geheim. Und doch prallen französische und arabische Traditionen aufeinander. Der Roman thematisiert Toleranz, Rassismus und die Suche nach Normalität und beruht teilweise auf persönlichen Erfahrungen des Autors. Azouz Begag war seit 2002 zehnmal Gast des ilb, tritt in diesem Jahr auf dem »Internationalen Kongress für Demokratie und Freiheit« auf und spricht in diesem Zusammenhang u. a. über BÉNI OU LE PARADIS PRIVÉ.

Und hier zeigen wir nochmal das Video, das wir im Oktober 2016 in Stuttgart aufgezeichnet haben:

> Nachgefragt. Azouz Begag: Wie steht es um die Immigration in Frankreich?

> Lesebericht: Azouz Begag/Wilfried N’Sondé/Nathalie Licard/Lorène Lemor/ Mfa Kera: Mon premier échange

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