Der Staatspräsident François Hollande hat den Bürgermeister von Nantes, Germanisten und Abgeordneten (Loire-Atlantique, 3ème circonscription) Jean-Marc Ayrault zum Premierminister ernannt. Heute morgen hatte Hollande in seiner ersten Ansprache im Elyséeplast versprochen, dass der Permierminister auch wirklich gemäß > Art. 20 der Verfasssung der V. Republik die Politik der Nation führen werde.
Nach seiner > Antrittsrede heute morgen im Elyseepalast und vor dem Abflug zu Angela Merkel nach Berlin hat der neue Staatspräsident noch die Zeit gefunden, eine Rede zu Ehren > Jules Ferrys (1832-1893) zu halten. Ihm verdankt Frankreich 1881 Einführung des kostenlosen und verpflichtenden Grundschulbesuchs und das Gesetz, mit der laizistische Charakter der Schule festgelegt wurde und ihr Besuch zu Pflicht gemacht wurde. Die Kolonialpolitik Ferrys bezeichnete Hollande als einen moralischen und politischen Fehler. – Hollande wollte aber mit seiner Rede ausschließlich auf die Erfolge Ferrys in der Schulpolitik hinweisen und so ein Zeichen zu Beginn seiner Präsidentschaft setzen. Dann folgt u. a. der Satz: „L’Ecole, c’est l’arme de la justice. / Die Schule, das ist eine Waffe der Gerechtigkeit.“
„L’école comme émancipation. La connaissance, le goût d’apprendre, la jubilation de la découverte, le sens de la curiosité intellectuelle, sont des trésors auxquels l’Ecole a pour vocation de préparer toutes les jeunes consciences, tous les enfants de la Nation.
L’Ecole, comme lieu de la véritable égalité. Celle des chances, celle qui ne connaît comme seuls critères de distinction que le mérite, l’effort, le talent car la naissance, la fortune, le hasard établissent des hiérarchies que l’Ecole a pour mission, sinon d’abolir, du moins de corriger.
Cette égalité impose la justice entre les territoires : comment accepter qu’un enfant ait plus de chances de réussir s’il a grandi ici plutôt que là ? L’Ecole, c’est l’arme de la justice. Et la justice, c’est la mixité sociale. C’est à cette tâche noble entre toutes que l’Ecole se dévoue depuis plus d’un siècle.
Faire de l’Ecole un lieu d’intégration de tous les enfants de la République reste la plus belle de nos ambitions nationales. (…)“
Hollande kündigte an die Schaffung von 60.000 Lehrerstellen während seines Amtszeit und eine Neuordnung der Lehrerausbildung an.
„Je veux qu’elle retrouve tous les moyens d’être fidèle à sa vocation. Je veux lui rendre sa confiance en elle-même, sa foi dans ses propres capacités, sa volonté d’être conforme à son histoire et à son avenir,“ fügte Hollande u. a. hinzu.
Cf. “Im Gegenteil, es schien ganz natürlich zu sein, dass der Lehrer, so wie er den Kindern Lesen und Schreiben beibringt, ihnen auch die grundlegenden Regeln des moralischen Lebens vermittelt, die nicht weniger wichtig sind als das die Sprache oder das Rechnen,” sagte Jules Ferry in seinem > Brief an die Lehrer ( 17 novembre 1883)
Heute unterwegs mit dem transportablen > TV-Studio TVGUCKEN. Diesmal wieder ein Besuch im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg > www.dfi.de, wo kürzlich sein Direktor > Professor Frank Baasner auf unsere Fragen zu seinem Institut geantwortet hat. Heute hat sein Stellvertreter, Professor Henrik Uterwedde uns empfangen und mit uns über die Reisevorbereitung des neuen Staatspräsidenten François Hollande auf dem Weg zur zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gesprochen.
Am 15. Mai wird in Paris der neue Staatspräsident, François Hollande, in sein Amt eingeführt. Am gleichen Tag wird er zu Angela Merkel nach Berlin reisen. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Frage, wird das nur Antrittsbesuch sein, oder werden beide gleich in medias res gehen? Obwohl Hollande kein Président bis sein möchte, hat er schon am 9. Mai den Präsidenten des Europäischen Rates Hermann Van Rompuy und am 10. Mai Jean-Claude-Juncker, den Präsidenten der Euro-Gruppe getroffen. Die Zeit drängt wohl und beide werde ihm wohl gesagt haben, was ihn in Berlin erwartet?
Es geht natürlich um den Fiskalpakt: Im Wahlkampf hat Hollande für eine Modifizierung des Fiskalpaktes, der zusammen mit Euro-Rettungsschirm (ESM) zur Ratifizierung ansteht, geworben. Z zeitweise sprach er von Neuverhandlungen, man darf sich fragen, wie schnell ob der neue Präsident – noch vor Amtsantritt – von der Wirklichkeit eingeholt wird ? Außerdem steht Griechenland wieder ganz oben auf der Tagesordung, weil sich dort keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden lässt. Gerade in bezug auf Griechenland, muss man fragen, sind bisher mit der rigiden Sparpolitik Fehler gemacht worden sind? Im > Entwurf zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM kommt das Wort Wachstum nur im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt vor. List man den Entwurf durch, kann man zu der Auffassung gelangen, da ist etwas vergessen worden. Hat er überhaupt eine Verhandlungsmasse, um Angela Merkel auf die von ihm gewünschte Wachstumskomponente einzustimmen? Wachstumsanreize müssen immer die Grenzen zwischen Rettungsmaßmahmen oder gar Nationalisierungen im Blick behalten. Was für Wachstumsanreize stellt sich Hollande vor, haben wir Professor Uterwedde gefragt? Und welchen Handlungsspielraum hat Angela Merkel? Sie würden den Mitgliedern der EU am liebsten eine strenge Haushaltsdisziplin verordnen.
A. Kimmel/H. Uterwedde (Hrsg), Länderbericht Frankreich,
Bonn, Bundeszentralele für politische Bildung 2012.
Wachstum auf Pump soll es nicht geben… ? Ist das nur Streit um Begriffe? Hollande will mehr Impulse für das Wirtschaftswachstums, während Wolfgang Schäuble am 7.5. im Handelsblatt mit den Worten „Der Fiskalpakt hat ja das Ziel, durch finanzielle Konsolidierung eine Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu schaffen?“ zitiert wird. Und wir haben Henrik Uterwedde gefragt, ob er mit einem Kompromiss in dieser Frage, also bezüglich des Verhältnisses zwischen Sparpolitik und Wachstumsanreizen, kommt oder wird es zu richtig harrten Verhandlungen kommen, z.B. beim Thema „Projektbonds“, die Frankreich wünscht, über die Frau Merkel nicht gerne reden mag?
Es gibt Pressebericht, wie im SPIEGEL, > Hollandes Sozialisten greifen Merkel an (13. Mai 2012), dass es frostig werden könnte zwischen Hollande und Merkel. Uterwedde: „Quatsch“.
Uterwedde hat hat der FAZ kürzlich gesagt „Die Staatsquote ist in Frankreich sehr hoch,“ was bedeutet das genau, ist das ein sehr großes Hemmnis für die anvisierte Konvergenz? Ist die Rolle des Staates in Frankreich größer als in Deutschland?
Zum Handlungsspielraum des neuen Präsidenten: am 11. und 17. Juni sind Parlamentswahlen, aus denen die Rechte gerne eine Art dritten Wahlgang machen würde. Was könnte passieren, wenn Hollande in der Nationalversammlung im Juni keine linke Mehrheit erhält? Hollande will ein „normaler“ Präsident werden?
Nach den Antworten Uterweddes konnte ich nur noch ein klares Nein auf eine der letzten Fragen erwarten: Erfordert der Wahlsieg von François Hollande eine Neujustierung der Achse Berlin-Paris?
Glückliche Gesichter im Saarland. Denn dort hat Annegret Kramp-Karrenbauer, die Bevollmächtigte für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, am 3. Mai 2012 Geschenke verteilt. Klett sei Dank.
Foto: Christa Weck
43 Modellschulen im Saarland bieten ab der ersten Klasse Französisch an. Jeder von ihnen hat Landesmutter „AKK“ eine TOMIBIB-Lesetasche geschenkt.
Außen bunt bedruckt nach einem Entwurf von Marketingberater Nikolaus Keller – und innen gefüllt mit Lektüren des deutsch-französischen Schriftstellers und Illustrators Tomi Ungerer. Das soll Lust auf Französisch machen und besonders junge Sprachenlerner motivieren.
Zum Vergrößern: bitte auf das Foto klicken.
Foto: Nathalie Louis
Gemeinsam mit der Französischen Botschaft hat Abteilungsleiterin Christa Weck vom GYV-PBS das Projekt geplant und realisiert. Zusammen mit Stéphane Paris durfte sie es deshalb in Saarbrücken der Presse vorstellen. (Foto)
Mit dabei sind außerdem die Agence pour l’Enseignement Français à l‘Etranger, das Deutsch-Französische Jugendwerk, das Museum Ungerer in Straßburg sowie das Goethe-Institut Nancy und als Sponsoren das Deutsch-Französische Zentrum Karlsruhe und die EDF Deutschland GmbH.
Aus der Presseerklärung der Staatskanzlei in Saarbrücken:
„Alle 43 saarländischen Modellschulen, die ab der ersten Grundschulklasse Französisch anbieten, werden jetzt mit einer TOMIBIB-Lesetasche ausgestattet. TOMIBIB ist der Name für eine buntbedruckte Tasche voller deutscher und französischer Kinderbücher des Schriftstellers und Illustrators Tomi Ungerer, die die Partner des Projekts – die Französischen Botschaft (Institut Français), der Klett-Verlag, die Agence pour l’Enseignement Français à l‘Etranger, das Deutsch-Französische Jugendwerk, das Museum Ungerer in Straßburg und das Goethe-Institut Nancy – sowie die Sponsoren – das Deutsch-Französischen Zentrum Karlsruhe und die EDF Deutschland GmbH – den Schulen zur Verfügung stellen. Die Lesetasche soll die jungen Schülerinnen und Schüler zum Französischlernen motivieren. Dass das Lesen und Lernen mit der TOMIBIB-Tasche Spaß macht, davon können sich rund 20 Schüler der Grundschule Ludweiler-Lauterbach und der Ecole Française de Dilling et Sarrebruck in einer pädagogischen Vorführung mit dem Berater des Projekts selbst in der Staatskanzlei überzeugen. (…)Die Lesetasche TOMIBIB – so Frau Kramp-Karrenbauer – sei ein ausgezeichnetes Bildungsinstrument, um insbesondere jüngeren Schülerinnen und Schülern spielerisch und leicht verständlich die Sprache des Nachbarn zu vermitteln. Damit könne Französisch mit viel Spaß deutschen Schülern und Deutsch mit ebenso viel Spaß französischen Schülern näher gebracht werden. Es sei von großer Bedeutung, bereits in jungen Jahren den Grundstein für das Sprachenlernen zu legen, da die frühkindliche Sprachvermittlung die spätere Sprachenwahl auf der weiterführenden Schule stark beeinflusst. Sie sei stolz, dass an den weiterführenden Schulen mehr als 50 % aller saarländischen Schüler die Sprache des Nachbarn lernten. Wer die französische Sprache beherrsche, dem eröffneten sich später viele Chancen auf dem europäischen, französischen oder luxemburgischen Arbeitsmarkt, erklärte die Bevollmächtigte.“
… so lautete das Motto des Französischlehrertags an der TU Dresden am 24. März 2012.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom erinnerte in seinem Grußwort an den Aufsatz „Versagen die Mittler? Was Deutschland und Frankreich voneinander wissen“ des Franzosen Alfred Grosser Anfang der 1970er Jahre (FAZ, 02.02.1973, S. 8) und sprach sich mit Nachdruck dafür aus, Politisches und kulturelles Wissen auch im Französischunterricht zu vermitteln:
„Lassen wir es nicht zu, dass ein Fach, das verantwortlich ist für die Ausbildung der Ausbilder von 1,5 Millionen Französischschüler in Deutschland, für die Vermittlung NICHT einer Fremdsprache, sondern einer FREUND- und NACHBAR- Sprache, dass dieses Fach seine Tore vor dem Leben, vor unserem Leben verschließt.“
Ingo Kolboom bedauert zu Recht, dass sein lehrstuhl nach seiner Emeritierung „Fankreichstudien und Frankophonie“ 2012 der Literaturwissenschaft übergeben wurde, der „sich nunmehr ‚Französische Literatur- und Kulturwissenschaft‘ nennen wird und zwangläufig einem Sozialwissenschaftler verschlossen bleibt. Als wäre Literatur keine Kultur!“ Kolboom sieht darin eine Tendenz, dem Vergleich mit dem Nachbarland aus dem Weg zu gehen, die er höchst bedauerlich findet.
Insbesondere die bereits mehrfach angekündigte CD der akadischen Sensationsentdeckung Lisa LeBlanc ist heraesgekommen. Doch der Frühling hat viele andere aktiviert, neue CDs gibt es derzeit „en masse“ – und darüber hinaus sind ja auch noch die Konzerte bei den Perspectives, in Mondorf und darüberhinaus anzukündigen. Entdeckerfreude pur im RendezVous Chanson, oft mit deutschen Erstaufführungen im Radio.
Das Big-Band-Album von „Moi et les autres feat. Juliette Brousset“ ist da, aufgenommen in Neunkirchen (Saar), Laurent Madiot und Benjamin Paulin repräsentieren aktuellen Pop aus Paris, Nolwen (die andere) hat Coverversionen berühmter und weniger berühmter Songs aufgenommen, mit bretonischem Einschlag, Catherine Dangel und Andy von Treuberg reihen sich als Lyneste in die über 100 Leute und Gruppen ein, die in Deutschland Chanson machen. Das und viel mehr im RVC.
Zu gewinnen gibt es Karten für Mondorf und fürs Bistrot Musique.
Zu hören sind diesmal:
Lisa Le Blanc, Francois & The Atlas Moutains, Manon Brunet & the Ma Blues Band, Rémo Cavallini, MoZiimo, Wortfront, Anais, Benjamin Biolay, Mélusine, Éléphant, Gerard Lenorman & Chico & the Gypsies, Pink Martini, Moi et les autres, Marka, Lyneste, Jofroi, Nolwen, Benjamin Paulin, Maud Lubeck, Lisa LeBlanc, Madiot und Morin Smolé.
François Hollande a gagné l’élection présidentielle avec % des voix devant Nicolas Sarkozy qui a obtenu 51,62 % des voix. Nicolas Sarkozy a obtenu 48,38 % des suffrages. Le taux d’abstention au 2nd tour: 19,8%.
L’élection de François Hollande n’est pas une surprise. Les instituts de sondages ont prévu ce résultat depuis quelques mois. Face au Président sortant, François Hollande a pu, tout au long de la campagne, présenter un bon nombre de projets qui ont convaincu les Français. Sarkozy, lui, s’est surtout contenté de défendre le bilan de son quinquennat sans d’ailleurs pouvoir convaincre les Français en ce qui concerne notamment son engrangement pour l’Europe. Il n’a pas réussir de mettre les Français en garde face aux promesses coûteuses de François Hollande… à vrai dire, ces coûts n’intéressaient pas les Français, car Sarkozy n’a jamais pu effacer les fautes au début de son quinquennat. En fin de compte, François Hollande, paraissait aux Français être le meilleur candidat, plus serein, plus sérieux, leur présentant un meilleur espoir. Sa victoire rhétorique du 2 mai a peut-être amené les indécis de votre pour lui.
Les promesses du nouveau Président, au moins en ce qui concerne sa conduite et quelques mesures, François Hollande les a clairement exprimées lors du débat avec Nicolas Sarkozy le 2 mai dernier: „Moi, président de la République, je serai…“
François Hollande hat die Präsidentschaftswahl in Frankreich mit 51,62 %. Der Amtsinhaber erhielt 48,38 & der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag im 2. Wahlgang bei über 80 %.
Die Wahl von François Hollande ist keine Überraschung. Die Meinungsforscher sagten seinen Sieg seit Monaten voraus. Gegenüber dem Amtsinhaber konnte François Hollande während des ganzen Wahlkampf konnte François Hollande eine Reihe von Projekten vorschlagen, die seine Wähler überzeugten. Sarkozy, beschränkte sich auf die Bilanz seiner Amtszeit und konnte selbst die Erfolge seiner Europapolitik nicht so darstellen, wie sie es verdient hätte. Ihm ist es nicht gelungen, die Franzosen vor den kostenintensiven Projekten François Hollandes zu warnen… diese Kosten interessierten die Franzosen nicht, denn es ging auch um die Fehler Sarkozy zu Beginn seienr Amtszeit, die er nicht mehr vergessen machen konnte. Schließlich erschien François Hollande schon länger als der bessere Kandidat, ernsthafter, konzentrierter und auch als der bessere Hoffnungsträger. Sein rhetorischer Sieg bei der Debatte am 2. mai hat möglicherweise auch Unentschlossene bewogen, für ihn zu stimmen.
Die Versprechungen des neuen Präsidenten zumindest hinsichtlich seiner Amtsführung und einiger Projekte hat Hollande bei der Fernsehdebatte am 2. Mai mit Nicolas Sarkozy deutlich ausgedrückt: „Moi, président de la République, je serai…“