Emmanuel Macron: “Man wird die Europäer nicht beschützen, wenn man sich nicht entscheidet, eine wirkliche europäische Armee zu haben.”

6. November 2018 von H. Wittmann



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Ergäzung:> Publizist Grosser: Merkel sollte sich zu europäischer Armee äußern – Deutschlandfunk – 13.11.2018

Am Dienstagmorgen, 6. November 2018 hat Europe 1 ein Interview mit Präsident Emmanuel Macron gesendet, in dem er die Fragen von Nikos Aliagas beantwortete, das am Abend vorher in Verdun – auf seiner Reise durch die nördlichen Departements (l’intinérance mémorielle > Centenaire de l’Armistice : “l’itinérance” d’Emmanuel Macron, “une initiative originale pour tenter de reprendre la main” – LCI) aufgezeichnet worden war. In diesem Interview wurden aktuelle Themen, wie die Preissteigerungen beim Benzin, die Gewalttaten in den Schulen, die Europawahlen, wie auch die Demission von Nicolas Hulot und die Affäre Benalla angesprochen. Der Zeitung Ouest-France gegenüber hat Präsident Macron anlässlich der Einweihung der Ausstellung Georges Clemenceau im Panthéon als Auftakt zu seiner Erinnerungsreise erklärt: „Die Zeit in der wir leben, erinnert an die Zwischenkriegszeit:“ (INFO OUEST-FRANCE. > Emmanuel Macron : « Le moment que nous vivons ressemble à l’entre-deux-guerre ») Im Interview mit Europe 1 hat er diesen Gedanken wiederholt: “Ich bin erstaunt, zwei Dinge zu sehen, die in furchtbarer Weise an die 30er Jahre erinnern : unser Europa wurde von einer tiefgehenden Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen (…) und ein Ansteigen der Nationalismen die die Ängste schüren”. Er nannte den “die Absurdität des kriegerischen Nationalimus”, und fügte gemäß Europe 1 hinzu: “Sind die Nationalisten nicht da? Hat man denn vergessen, welche Partei die letzten Europawahlen in Frankreich gewonnen hat? Der Font national. Ich hoffe, er wird nicht gewinnen. Europa ist immer mehr gespalten. Dieser Nationalismus verlangt die Schließung der Grenzen und rät zum Zurückweisen des Gegenüber (de l’autre) Ich schürt überall Ängste. Sie sind da.” Und Europe 1 zitiert ihn auch mit diesen Worten: “Wir benötigen ein stärkeres Europa, das beschützt. Es geht darum, dass wir uns bewusst sind, wer wir sind und wovon wir leben : Der Friede und der Wohlstand, in dem Europa seit 70 Jahre lebt ist eine vergoldete Parenthese in unserer Geschichte”

> Montée des nationalismes, Front national, flambée des prix de l’essence : ce qu’a dit Emmanuel Macron sur Europe 1 – 6 novembre 2018

> EXCLUSIF – “Fracture” de l’Europe : “Non, je n’exagère en rien”, affirme Emmanuel Macron – 6 novembre 2018,

> ÉVÉNEMENT – Emmanuel Macron invité exceptionnel d’Europe 1 : le résumé de l’interview – 6 novembre 2018 und er zitiert Bundeskanzlerin Merkel, die im Juni 2018 der Frankfurter Zeitung am Sonntag gesagt hatte: “Ich stehe Präsident Macrons Vorschlag einer Interventionsinitiative positiv gegenüber”.

> Macron fordert Bildung einer “wahren europäischen Armee” – DER SPIEGEL – 6. November 2018

> Europe, chèque énergie, carburants… ce qu’il faut retenir de l’interview d’Emmanuel Macron sur Europe 1 – LE MONDE 6 novembre 2018

Wie vor einem Jahr in seinen Reden zur “Refondation de l’Europe”
– > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26. September 2017 – 2. November 2018 – hat Emmanuel Macron sich für eine gemeinsame Verteidigung ausgesprochen: Europe 1 zitiert den Präsidenten so: “Man wird die Europäer nicht beschützen, wenn man sich nicht entscheidet, eine wirkliche europäische Armee zu haben. Gegenüber Russland, das an unseren Grenzen steht und das bedrohliche Züge gezeigt hat, muss man ein Europa haben, dass sich zunehmend alleine verteidigt, ohne alleine von den USA abzuhängen und das mehr souverän ist.”
Präsident Macron versucht den Unwillen der Bürger hinsichtlich der Preiserhöhungen zu besänftigen und kündigt punktuelle Maßnahmen an.
Dann wird die Affäre Benalle erwähnt: “Une affaire d’Etat ? Quelle affaire d’Etat ?” zitiert Europe ! den Staatschef, der Benallas Auftreten als den Fehler eines Mannes bezeichnet, über den es eine “excitation collective” gegeben habe.

Europe 1 bietet das 35-minütige Interview via YouTube zum Teilen an: Auch sehr hörenswert sind die Passagen in den ersten 10 Minuten, in denen Macron von den Schlachjtfeldern des Ersten Weltkriegs berichtet, die er seit Montag im Norden Frankreichs besucht. Niemand kann sich dort der Erinnerung an das Grauen, das sich dort ereignet hat, entziehen.

Auf unserem Blog > 1914-1918

Rappel:
> #Présidentielle2017 -Le programme d’Emmanuel Macron – 8. Mai 2017

> Refonder l’Europe par la culture / Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen (I) – 25. Oktober 2017

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