Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

28. September 2009 von H. Wittmann



Romanistentag Sektion V.1:

Armin Volker Wernsing (Krefeld)
Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

Im Tagungsreader steht:
“In Zeiten, in denen durch Rendite legitimierte Systeme eine weltweit krachende Pleite hingelegt haben, ist es vielleicht angebracht, die Weisheit der Kosten-Nutzen-Rechner, Standardisierer und Output-Fetischisten in Bildungs-Systemen in leise Zweifel zu ziehen. «Boens fut li siecles al tens anciënur», nein, dieses (Alexius-) Lied soll hier nicht gesungen werden, schon weil es einem Französischlehrer so wenig nützlich ist und daher entfallen kann. Dafür bekommt man dann Lehrer, die Molière für den Propagandisten von liberté, égalité, fraternité halten und ihren Schülern nicht erklären können, warum sie eigentlich Französisch lernen sollten; flott ausgebildete Lehramtsanwärter, welche die Texte ihrer Schüler nicht verstehen und fehlerhaft korrigieren, weil sie nie um Verständnis gerungen haben und auch die Sprache nur dürftig beherrschen, von Landeskunde gar nicht zu reden. Eine inhaltsleere Mittelmäßigkeit ist das beste Rezept, das Wahlfach Französisch an die Wand zu fahren. Jenseits aller Nostalgie: Wer seinen Schülern nichts zu sagen hat, sollte nicht versuchen, das auf Französisch zu tun, auch nicht mit viel didaktischem Aufwand. Ein anregender und von den Schülern angenommener Französischunterricht ist Persönlichkeitsbildung – das Studium dazu sollte es ebenfalls sein.”

A. Wernsing berichtet von seinen Erlebnissen beim 11. Sprachenturnier in Bad Wildbad, 24.-27.2009, in deren Verlauf er Schülerinnen und Schüler mit exzellenten Sprachkenntnissen kennengelernt hat.

Aber der Kontrast zwischen den Literaturkenntnissen 1963 und den Kenntnissen der heutigen Französischschüler heute könnte gar nicht größer sein. Es besteht der Verdacht, dass die aktuellen “Standards” an diese Kenntnisse angepasst worden ist. Kompetenzen müssen aber mit Inhalten definiert werden. Dabei darf aber die Persönlichkeitsbildung nicht vernachlässigt werden. Der Trend zum Zentralabitur steht einer solchen Anforderung entgegegen. In diesem Zusammenhang erwähnte A. Wernsing auch eine “Entmündigung des Lehrers”. Die neue Schule wird mit den “”Pseudo-Kompetenzen” bald zusammenbrechen.

Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein? Die Antwort ist einfach: Schüler müssen die Gelegenheit bekommen, sich wieder über kompliziertere Gegenstände äußern zu können, meinte A. Wernsing und zeigte einen frei gehaltenen Vortag einer Schülerin des Jahrgangs 13.1. an der RWTH über das “fait divers”, der mit einer Betrachtung über Stendhal schloss. “Schwerer, aber interessanter”, erklärte A. Wernsing. Ein Referat vor fremdem Publikum einen Vortrag halten, diese Fähigkeit nützt in vielen Berufen, und das kann im Französischunterricht gelehrt werden. Die Folge: Die Leistungskurse boomen wieder am > Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Krefeld. Die Schule hat 7 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt und die Schule ist um 300 Schüler gewachsen.

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