Débat Tri-Color : Kann es ein europäisches Gedenken an den Ersten Weltkrieg geben?

15. Oktober 2014 von H. Wittmann



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nicolas-eybalin

Der neue Generalkonsul der Französischen Republik in Stuttgart und Leiter des Institut français, Nicolas Eybalin, begrüßte die Gäste und führte in das Thema ein.

In einer öffentlichen Podiumsdiskussion Kann es ein europäisches Gedenken an den Ersten Weltkrieg geben? der Reihe Débat Tri-Color im Institut français am Donnerstag, 16.10. 2014, wurde aus trinationaler Perspektive (französisch, polnisch, deutsch) diskutiert werden, inwiefern sich die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg aus dem Schema einer nationalen Geschichtsschreibung emanzipiert hat. Zwar hat die Geschichtswissenschaft zunehmend eine vergleichende Perspektive eingenommen (vgl. z.B. die Arbeiten von Wolfram Pyta, Gert Krumeich, Christopher Clark, Gerhard Hirschfeld); die Rede von der europäischen „Urkatastrophe“ ist v.a. in Deutschland zum geläufigen Topos geworden. Dennoch zeichnet sich im Vorfeld des 100. Jahrestages des Ersten Weltkriegs ab, dass nach wie vor nationale Sichtweisen das geschichtspolitische Handeln bestimmen.

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Referenten: Prof. Dr. Wolfram Pyta (Stuttgart), Prof. Dr. Nicolas Offenstadt (Paris), Dr. Maciej Gorny (Warschau),

Die Frage, inwiefern der Erste Weltkrieg einen europäischen „Erinnerungsort“ (i.S. Pierre Noras) darstellt, ist v.a. angesichts der Krise der EU von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Wie kann es gelingen, das Gedenken an den Ersten Weltkrieg zum Mittel der Verständigung, anstatt Auslöser für nationale Ressentiments werden zu lassen? Die Veranstaltung wendete sich an Studierende, das städtische Publikum und explizit auch an Abiturienten.

Prof. Nicolas Offenstadt wies auf die Unmöglichkeit eines einheitlichen europäischen Gedenkens an den Ersten Weltkrieg hin und nannte zahlreiche Beispiele, wie auch in Belgien, wo Flamen und Wallonen total getrennte Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg haben- ganz zu schweigen von den Staaten auf dem Balkan. Ein Interview mit Professor Offenstadt wird Mitte November hier auf unserem Blog folgen. Gerade hat Pierre Lemaître > Vorgefragt: Pierre Lemaître, Wir sehen uns dort oben im Gespräch mit > blog.klett-cotta.de bedauert, dass Europa die Chance eines gemeinsamen Gedenkens an den Ersten Weltkrieg verpasst hat.

> Dr. Felix Heidenreich hat es mit seiner geschickten Gesprächsführung geschafft, dass in knapp zwei Stunden einer äußerst differenziertes Panorama der Interpretationen zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg vorgestellt und diskutiert wurde.

Professor Wolfram Pyta erläuterte wie die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg sich im kollektiven Gedächtnis in Deutschland allmählich ändert; sie steht nach der erfolgreichen deutsch-französischen Aussöhnung. Die deutsch-französischen Beziehungen seien nicht mehr so emotional, sie seien “technokratischer” geworden, und in Deutschland sei eine Rückkehr zur “historischen Normalität” zu verzeichnen. Professor Pyta erinnerte an den Artikel von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier in der FAZ am 25.1.2014: > 1914 – vom Versagen und vom Nutzen der Diplomatie mit diesen Stichwörter: es gab keine Deeskalationsstrategie, es fehlten vertrauensbildende Maßnahmen: es gab Telefone, man benutzte sie aber nicht.

Professor Offenstadt wies daraufhin, dass ihm das zunehmende Interesse am !. Weltkrieg auch durch die immer größere Zahl an Veröffentlichungen in deutschen Buchhandlungen aufgefallen sei. Aber 2013 war in den den deutschen Medien noch kaum etwas von dem bevorstehenden Gedenkjahr zu verspüren.


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Moderation: Felix Heidenreich

Veranstalter: IZKT der Universität Stuttgart, in Kooperation mit dem Institut français Stuttgart. Mit freundlicher Unterstützung der DVA-Stiftung.

Adam Hochschild,
Der Große Krieg
Der Untergang des Alten Europa im Ersten Weltkrieg
Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober (Orig.: To End All Wars. A Story Of Loyalty And Rebellion, 1914-1918)
Stuttgart: > Klett-Cotta,

> Lesebericht: Adam Hochschild, Der Große Krieg
22. Januar 2014 von Heiner Wittmann

Interview mit Pierre Lemaître
> Wir sehen uns dort oben
Roman, aus dem Französischen von Antje Peter (Orig.: Au revoir là-haut)
Stuttgart: Klett-Cotta 2014
521 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98016-5
Erscheinungstermin 25.10.2014

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