Dr. Isabelle Bourgeois (CIRAC): Soziale Gerechtigkeit und justice sociale – zwei „falsche Freunde“

Do., 7. Februar 2019 19:30
Veranstaltungsreihe: Frankreich-Schwerpunkt
Dr. Isabelle Bourgeois (CIRAC): Soziale Gerechtigkeit und justice sociale – zwei „falsche Freunde“
Warum sich Franzosen und Deutsche manchmal so schwer verstehen
Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1

Soziale Gerechtigkeit bzw. justice sociale wünschen wir uns alle. Besonders in Wahlkampfzeiten taucht dieser Begriff als Forderung nach „mehr Gerechtigkeit“ ganz oben auf der politischen Agenda auf. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Wenn man sie genauer betrachtet, stellt man fest, dass sie sich nicht so einfach definieren lassen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Auch wird deutlich, dass diese Sammelbegriffe in ihren jeweiligen nationalen Kontexten mit anderen Inhalten gefüllt werden. Soziale Gerechtigkeit und justice sociale sind nur anscheinend identisch – es sind typische sog. „falsche Freunde“. Eine deutsch-französische Reflexion über diese Begriffe kann nicht nur dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden, sondern durch den Vergleich das Thema selbst erhellen.


> Nachgefragt: Ein Gespräch mit Isabelle Bourgeois über die Bewegung der “Gelben Westen”
8. Februar 2019 von H. Wittmann


Unser Fotoalbum:

Isabelle Bourgeois betreibt die Dialogplattform > www.tandem-europe.eu. Zwischen 1988 und 2017 forschte sie am Centre d’Information et de recherche sur l’Allemagne contemporaine (CIRAC). Sie is Chefredakteurin der Zeitschrift Regards sur l’économie allemande. Der Abend wird moderiert von Prof. Dr. Henrik Uterwedde, der als ehemaliger Vizedirektor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg (DFI) zu den herausragenden Kennern Frankreichs gehört.

Vortrag auf Deutsch.

Die Veranstaltung wird von der Robert Bosch Stiftung mit Mitteln der DVA-Stiftung gefördert.

Le grand débat national a commencé à Bourgtheroulde (Normandie)

Mise à jour: 16 janvier 2019, 16 h 40, 17 janvier 2019, 12 h 45. Der Elyséepalast zeigt jetzt den ganzen Film des Treffens des Präsidenten mit den 600 Bürgermeistern in Bourgtheroulde. 6 Std. 46 Minuten:

> Le Grand Débat National sur le site de la Commission nationale du débat public.

La plateforme numérique du Grand Débat National :

> www.granddebat.fr

> Événements du Grand Débat National

Auf unserem Blog:

> Éditorial – Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019

> Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019

> 13 janvier 2019 : La Lettre d’Emmanuel Macron aux Français

Am 15. Januar begann die große nationale Debatte > www.granddebat.fr mit der Diskussionsveranstaltung von Präsident Macron, der in Bourgtheroulde (Normandie) fast 7 Stunden lang mit einer großen Halle mit 600 Bürgermeistern diskutierte.

Diskussion auf Twitter > #granddebatnational

Éditorial: Natürlich darf man fragen, wie die Diskussion ausgegangen wäre, oder ob sie überhaupt stattgefunden hätte, wenn statt der Bürgermeister mit ihren Trikoloren als Schärpen, Sympathisanten mit > Gelben Westen den Saal gefüllt hätten… Nun kann man aber nach einigen Eindrücken – die wir unten hier wiedergeben – noch kein Urteil über die Veranstaltung fällen,  der > vollständige Film der Veranstaltung muss erst bewertet werden. Ein erster Eindruck zeigt, dass die Bürgermeister gar nicht auf der Linie von Macron waren, sondern sehr viele Klagen aus ihren Gemeinden vorgetragen haben: Klagen über die erschwerte Mobilität, das Abgehängtsein auf dem Land. (wird ergänzt: – unsere Redaktion muss erst den > Film ansehen… 6 h 46 Min)


Öffentliche Befragungen haben in Frankreich eine ganz andere Tradition als in Deutschland, das in dieser Hinsicht von Frankreich echt etwas lernen kann. So hat unsere Redaktion im September 2015 bei einer Online-Befragung > eine Präambel für das Internetgesetz vorgeschlagen, der Vorschlag wurde nicht berücksichtigt, aber in der Dokumentation festgehalten – mit Abstimmung.  So auch jetzt ganz aktuell > États généraux des nouvelles régulations numériques. Co-construire la position française et la feuille de route numérique de la prochaine mandature européenne.


Festzuhalten bleibt, dass man keinen vergleichbar langen Auftritt eines Staatschefs nennen kann, der sich in dieser Form einer Debatte gestellt hat. Präsident Macron hat Übung darin: z. B. > #QuelleEstVotreEurope ? – Epinal, 17 avril 2018 : Lancement des consultations citoyennes. Und wenn diese Art der Veranstaltung zur Regel werden würde? Napoleon III. ist auch viel im Land gereist, und früher hatten die Könige gar keine festen Wohnsitz und sind mit ihrem Tross durchs Lande gezogen.

Demonstranten gab es keine in Bourgtheroulde, die waren an den Stadtrand geschickt worden. Daphné Cagnard, Journalistin von Ouest-France zeigt einen > verbarrikadierten Laden, der in Bourgtheroulde sein soll. man sollte das Foto nicht einfch so teilen. Erst mal prüfen: Die Metzgerei > Boucherie Lefebvre gibt es wirklich in der 59 Gr Grande Rue, 27520 Bourgtheroulde-Infreville.

Betrachtet man die einzelnen Sequenzen, die hier unten wiedergegeben werden, darf man auch fragen, wie der Eindruck eines abgehobenen Präsidenten entstehen konnte, den die gelben Westen zum Rücktritt auffordern. Es war heute nur der offizielle Auftakt für die Große nationale Debatte und ihr Prozess wird sicherlich genauestens von der Presse, den Bürgern und der Regierung betrachtet werden. Er ist auch ein Test für die Gelben Westen: Werden sie sich daran beteiligen? Oder werden sie, wenn sie das ablehnen, an Rückhalt in der Bevölkerung weiter verlieren? Wird die Regierung mit der Großen nationalen Debatte herausfinden können, wie groß der Anteil der Franzosen ist, die die Gelben Westen unterstützen? Die Bandbreite zwischen einzelne Forderungen lediglich unterstützen, viele Forderungen unterstützen oder gar mitmachen ist sehr groß. Und die Versuchung, Nachhall in den sozialen Medien zu erzeugen. wobei oft allzuschnell ungeprüfte oder unverifizierte Nachrichten weiterverbreitet werden, könnte dazu beigetragen, die Bewegung der Gelben Westen nicht richtig einschätzen zu können.  Von radikaler  rechtsextremistischer Seite bekommt sie Unterstützung. Ohne eine politische Struktur fällt der Bewegung der Gelben Westen eine Abgrenzung schwer. Die Oppositionsparteien, die Verlierer der Präsidentenwahl sind in großer Versuchung, sich den Protest der Gelben Westen zu eigen zu machen, die aber wissen, was eine politische Vereinnahmung für ihre Bewegung bedeuten würde. Die massiven Zerstörungen während der Samstags-Demonstrationen haben ihrer Sache nicht in allen Augen der Bevölkerung wirklich geholfen.

Der Präsident wandte sich in Bourgtheroulde mit Nachdruck gegen das von den Gelben Westen geforderte Initiativrecht für Volksbefragungen, so etwas würde der parlamentarischen Demokratie schaden, es sei ihr Tod. 80 km/h auf Landstraßen: die Reform wird evaluiert werden, erklärt Macron. Und die ISF, gemeint ist hier die Abschaffung der Reform des > Impôt sur la fortune also deren Wiedereinführung werden den gelben Westen nichts nützen.

Wir sammeln hier einige der ersten Eindrücke:

https://twitter.com/SPIEGELONLINE/status/1085289559007494144

https://twitter.com/BFMTV/status/1085268934700486656

https://twitter.com/mounir/status/1085299082078371840

https://twitter.com/LCP/status/1085218213799985153

Vorsicht, diese kleinen Ausschnitte sagen noch nicht viel über den Verlauf der Debatte, wie gesagt, erst der > Film der gesamten Veranstaltung, erlaubt, es sich ein Bild von den Fragen der Bürgermeister machen zu können.

https://twitter.com/NZZ/status/1085201987321450497

BMTV meldet eine Verbesserung der Position Macrons in den Meinungsumfragen:

https://twitter.com/BFMTV/status/1085252172097511424

Vergleich: Sartre oder Camus?

Weil in der Statistik zu unserem Blog immer wieder der Suchbegriff > Vergleich Sartre und Camus auftaucht, sollte diese Frage oder dieser Vergleich hier noch einmal mit einem Artikel beantwortet werden.

Noch heute haben die beiden ihre Lager. Entweder ist man für Camus und auf der Seite der > Société des ètudes camusiennes oder auf der Seite Sartres und damit für die > Groupe d’Études sartriennes oder die > Sartre-Gesellschaft. Diese Lagerbildung erinnert an den Streit zwischen den beiden Freunden, den sie öffentlich in Sartres Zeitschrift Les Temps Modernes austrugen, nachdem Francis Jeanson Camus‘ L’Homme révolté 1952 so heftig kritisiert hatte. Camus schrieb an Sartre: „Monsieur le Directeur“, Sartre antwortete „Mon cher Camus“ und empfahl ihm L’Etre et le néant zu lesen, das für ihn aber eine schwierige Lektüre sei, im übrigen, könne er gerne wieder schreiben, er, Sartre, werde aber nicht mehr antworten. Ihre Freundschaft war vorbei.

Nach dem Tod von Camus am 4. Januar 1960, schrieb Sartre einen seiner schönsten Texte: „Il représentait en ce siècle, et contre l’Histoire, l’héritier actuel de cette longue lignée de moralistes dont les œuvres constituent peut-être ce qu’il y a de plus original dans les lettres françaises. Son humanisme têtu, étroit et pur, austère et sensuel, livrait un combat douteux contre les événements massifs et difformes de ce temps. Mais inversement, par l’opiniâtreté de ses refus, il réaffirmait, au cœur de notre époque, contre les machiavélismes, contre le veau d’or du réalisme, l’existence du fait moral.“in: Sartre Situations, IV. Portraits,  Paris: Gallimard, 1964, S. 128

NEU:   Heiner Wittmann,>  Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit. Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Hrsg. v. Dirk Hoeges, Band 18, > Verlag Peter Lang, Frankfurt, Berlin, Bern u.a., 2020. Hardcover. ISBN 978-3-631-83653-8.

Ist man lediglich an einer biographischen Auslegung ihrer Werke interessiert, so könnte man diesen Streit als Beleg für ihre politisch fundierten Gegensätze werten. Aber das ist nicht alles. Betrachtet man die Zusammenhänge zwischen ihren Porträtstudien über Künstler und ihre Texte über die Kunst sowie die Zusammenhänge zwischen der Freiheit des Menschen und er Kunst, die sich gegenseitig bedingen,  ohne persönliche oder politische Differenzen überzubewerten, entdeckt, wird schnell deutlich, dass es heute gilt, beide Autoren wiederzulesen.

> Aesthetics in Sartre and Camus (2009) untersucht die Ästhetik in den Werken der beiden Autoren. Der Streit zwischen beiden, der der Veröffentlichung von Camus’ L’homme révolté (1951) folgte und im folgenden Jahr nach einem heftigen öffentlich in Form eines Briefwechsels ausgetragenem zum Bruch ihrer Freundschaft führte, unterstrich ihre Gegensätze. Wenn man aber die Funktion und die Bedeutung der Kunst und der Freiheit in ihren Werken untersucht, werden fundamentale Übereinstimmungen in ihren Werken erkennbar, die in der vorliegenden Studie untersucht werden. Aesthetics in Sartre and Camus wie auch die vorher erschienenen Studien über Albert Camus und Jean-Paul Sartre sind auch jeweils als Einführung in ihr Gesamtwerk konzipiert worden. In beiden Studien werden die Kunst und die Bedeutung der Freiheit im Zusammenhang mit ihren anderen Werken analysiert. Die Studie über Jean-Paul Sartre ist 2001 bei L’Harmattan, Paris, auf französisch erschienen. > Albert Camus. Kunst und Moral ist 2002 in der Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs erschienen, herausgegeben von Dirk Hoeges im Verlag Peter Lang erschienen.

> Jean-Paul Sartre. Michel Sicard et ses entretiens avec Heiner Wittmann
Sartre and Camus. A Historic Confrontation.
Ed. and translated by David A. Sprintzen and Adrian van den Hoven, Humanity Books, an imprint of Prometheus Books, New York 2003. ISBN 1-59102-157-X

In diesem Band wird der Streit, der 1952 zwischen Camus und Sartre durch die in den Temps modernes erschienene Rezension von Camus’ L’homme révolté (1951) durch Francis Jeanson ausgelöst wurde, dokumentiert und untersucht. Die Rezension beantwortete Camus mit einem Brief an Sartre “Monsieur le Directeur…”, der im Folgeheft der Temps modernes veröffentlicht wurde, und den Sartre seinerseits mit einem Brief an Camus “Mon cher Camus…” beantwortete. Jeanson schrieb einen weiteren Artikel “Pour tout vous dire” und Camus verfaßte eine Verteidigung seines Buches L’homme révolté, die erst 1965 veröffentlicht wurde. > Bitte weiterlesen

Claude Lanzmann (1925-2018)

WM, 6.7.2018: : URU FRA 0:2


Der Film > Shoah von Claude Lanzmann ist in der Mediathek von ARTE bis zum 4.9.2018 online.

Am 5. Juli 2018 ist der Regisseur Claude Lanzmann in Paris gestorben. Er wurde 1925 als Enkel jüdischer Immigranten aus Osteuropa geboren. 1938 ist er über den Antisemitismus im Lycée Condorcet entsetzt, als Schüler im Lycée Blaise Pascal in Clermont-Ferrand ist er 1943 in Partisanenkämpfe verwickelt. 1947 studiert er in Tübingen Philosophie. Im folgenden Jahr ist er an der FU Berlin und leitet das Französische Kulturzentrum. Die Freundschaften mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir prägten sein Leben. Lanzmann unterzeichnet das > Manifest der 121 (September 1960).

Kein anderer hat die Erinnerungskultur mit einem vergleichbaren Engagement und Nachdruck geprägt. Er befragte Opfer und Täter: Wie konnte zu grausamen Massenmorden im Zweiten Weltkrieg kommen? Sein 9-stündiger Film Shoah, der 1985 nach 11-jähriger Produktionszeit erschien, sucht darauf Antworten und interviewt nur Zeitzeugen, keine Dokumentaraufnahmen. Er begann den Film nach 1968, als während der Mai-Ereignisse ein linker Antisemitismus erkennbar wurde. 2001 erscheint Sobibor, 14. Oktober, 16 Uhr. 2013 kommt der Film > Der Letzte der Ungerechten heraus

https://twitter.com/Inafr_officiel/status/1014811330853949440

1972 drehte er einen ersten Film Pourquoi Israel. Verheiratet war er zuerst mit Judith Magre, ab 1971 mit Angelika Schrobsdorff, eine deutsche Schriftstellerin. Und mit Simone de Beauvoir lebte er eine Zeitlang zusammen, während Jean-Paul Sartre in seiner eigenen Wohnung wohnte. Nach dem Tod von Sartre und Beauvoir wurde er 1986 Direktor der von Sartre 1945 gegründeten Zeitschrift Les Temps Modernes.

Seine Memoiren Le lièvre de Patagonie erschienen 2009 bei Gallimard. (Der patagonische Hase. Erinnerungen., übers. v. Barbara Heber-Schärer, Erich Wolfgang Skwara, Claudia Steinitz. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2010) Frz. Ausgabe: S. 545: Warum habe das Buch diesen Titel? Erst wollte Lanzman es La Jeunesse du monde nennen und spielte damit auf die Zeit und die Ereignisse an, die nicht vergehen, die Grundvoraussetzung für den Film Shoah. Er erinnert an sein visuelles Gedächtnis. Und er wundert sich immer noch, wie das Theater der Welt ihm wie eine ständige Verarmung vorkommt, wenn Erstaunen und Enthusiasmus ausgeblendet werden, wenn Objekt und Subjekt derealisert würden. Mailand konnte für ihn erst wahr werden, wenn er dort die ersten Zeilen der Chartreuse de Parme von Stendhal rezitierte, viele Kapitel kannte er auswendig. Oder so wie der Name Treblinka auf den Straßenschildern dort steht, als sei nichts passiert. Oder die Hasen, die im Todeslager von Birkenau unter den Stacheldrähten hindurchliefen. Und dann war da der Hase, der im Scheinwerferlicht im Dorf EL Chalafate in Patagonien auftauchte, in dem Moment waren Patagonien und er wirklich wahr. Nous étions vrai ensemble. C’est cela l’incarnation. J’avais près de soixante-dix ans, mais tout mon être bondissait d’une joie sauvage, comme à vingt ans.“ Diese letzten Sätze seiner Biographie erklären am besten, wieso, wenn Sie sein Buch zur Hand nehmen werden, mit der Lektüre beginnen „J’ai beaucoup écrit, la main à la plume, au long de ma vie.“ (S. 13), alles um mich herum vergessen, bis Sie auf der letzten Seiten angekommen sind.

Er erinnerte immer an Frantz Fanon und Jean Améry und sagte « Il y a, c’est ma conviction, une universalité des victimes comme des bourreaux – elles se ressemblent toutes, ils se ressemblent tous. Cela ne veut nullement dire qu’il faille comparer les événements de l’Histoire, » zitiert Franck Nouchi > Claude Lanzmann, un séducteur insatiable, passionnément vivant. Le cinéma, la politique, les femmes…, LE MONDE, 5.07.2018

Laurent Joffrin beschreibt im Newsletter von Libération, wie Calude Lanzmann zu einem Dîner kommt: «Je n’accepterai rien d’autre qu’une admiration inconditionnelle.» „Demi-plaisanterie“, erklärt Joffrin, hochmütig und auch eitel, sei er gewesen, aber für seinen Film Shohah habe er alles getan: „Pour le film, comme pour les Temps modernes, Lanzmann était prêt à tout, même à se changer, lui, le cinéaste adulé, l’écrivain célébré, le journaliste et l’aventurier, en attaché de presse insistant, quémandeur, infatigable. Irritant ? Pas vraiment : luttant avec ces petits moyens pour une œuvre immense, Lanzmann avait raison. C’était un têtu, un acharné, un obsessionnel. Sans ces défauts, point de création.“ Und wir müssen auch noch zitieren, wie Joffrin den Film Shoah charakterisiert: „Film à nul autre pareil, ni fiction ni documentaire, mais monument, Shoah explore – «comme un maniaque», disait-il – la machinerie nazie, dont la vérité se trouve, d’abord, dans les détails, rapportés avec une précision vertigineuse. Evénement, donc, parce qu’il rejette toutes les règles : plus de neuf heures d’exploration, sans une image d’archives, sans un commentaire, avec ces longs plans d’aujourd’hui, sur les lieux mêmes, où l’on ne voit que le vent, le ciel serein, la terre refermée, ces voix d’outre-mort, ces survivants en larmes, ces bourreaux piégés, ces témoins polonais qui ont tout oublié, tout occulté. Dans la longue histoire du génocide, Shoah est une borne décisive, qui rend leur réalité aux victimes et aux bourreaux leur folie minutieuse, industrielle, administrative.“

1943 las er das gerade erschienene Buch L’être et le néant von Sartre und nach dem Krieg dessen Réflexions sur la question juive (1946): „Ce petit livre, schreibt Lanzmann, « fit plus que toutes les réparations et toutes les victoires pour nous libérer de la peur, de la honte, pour nous permettre de nous sentir chez nous en France tout en nous restituant l’orgueil d’être juifs. » C. Lanzmann, Mon Sartre, in: Les Temps modernes, nos 632-634, juillet-octobre 2005, p. 8.

https://twitter.com/France24_fr/status/1014858959692263425

1949  lernt Lanzmann Sartre kennen. „La presse et la liberté“, nannte Lanzmann seinen neuesten Artikel im Anklang an Marx, in dem er u.a. über die Macht der Propaganda schreibt. Und da Lanzmann gerade für France-Soir schrieb, aber Sartre den Text in den Temps Modernes (avril 1952)  veröffentlichen wollte, bekam Lanzman kurzerhand den Namen David Gruber, nach dem Mädchennamen seiner Mutter Grobermann. (Vgl. Le lièvre de la Patagonie, S. 216)   1952 liiert er sich mit Simone de Beauvoir, Sartre mit Eylyne Rey, Claude Lanzmanns Schwester, die Estelle in Huis clos spielt.

> Disparition de Claude Lanzmann – Website von Verlag Gallimard

> En 1985, Claude Lanzmann présentait son film « Shoah » aux Français – LE MONDE

> Claude Lanzmann, l’héritage sartrien – Le Monde

https://twitter.com/UNESCO_fr/status/1014947059986771968

Lesebericht: Andreas Nieweler (Hrsg.), Fachdidaktik Französisch. Das Handbuch für Theorie und Praxis

Fachdidaktik FranzösischDies ist ein Lesebericht, so wie unsere Redaktion sie auch für den > Blog von Klett-Cotta verfasst, (Rezensionen stehen woanders) denn unsere Redaktion rezensiert keine Bücher aus unseren Verlagen: Das gilt auch für den vorliegenden Band, den Andreas Nieweler herausgegeben hat > Fachdidaktik Französisch. Das Handbuch für Theorie und Praxis, – > Im Buch blättern – und den wir hier vorstellen: Eine lange Liste erfahrener Autoren (s. S. 380-382) mit Andreas Grünewald, Veit R. J. Husemann, Ulrike C. Lange und Marcus Reinfried bürgt für die Qualität dieses Bandes.

Zuerst werden die neuen Herausforderungen des Französischunterrichts präsentiert. Dann geht es um grundlegende theoretische Trends. Danach finden Sie hier die „didaktisch-methodischen Prinzipien und die Kompetenzorientierung im Französischunterricht gestern und heute“. Im Hauptteil steht eine Methodik des Faches Französisch mit dem Aufbau funktionaler kommunikativer Kompetenzen, der Umgang mit Texten und Medien*** und die Themen Wortschatz*** (sehr lehrreich), Grammatik (muss sein) und interkulturelles Lernen (ausführlich und gut gelungen). Unterrichtsplanung und Leistungsmessung haben eigene Kapitel bekommen.

Das erste Kapitel ist eine Bestandsaufnahme des Französischunterrichts, über dessen Veränderungen in der Welt von Web 2.0 unsere Redaktion schon mehrmals berichtet hat: > Französischunterricht und das Web 2.0 – 29. November 2011. Sehr wohltuend: Die Bedenken der Autoren gegenüber den Tendenzen, „Kompetenzen gegen Inhalte auszuspielen“. (S. 13) Das erinnert mich an meine Referendarzeit, in der meine literaturwissenschaftlichen Kenntnisse im Seminar auf Maupassant reduziert wurden. Ganz anders die 14 Monate als nebenamtlicher Lehrer im Beethoven-Gymnasium in Bonn, wo der Literaturkurs in der Oberstufe und die Begeisterung der Schüler/innen das schönste Lehrererlebnis war. Die Autoren denken auch an die Jungen, die es wieder zu fördern gilt (S. 16 f.). Französisch und Mehrsprachigkeit, das Kapitel würde Emmanuel Macron auch gut gefallen: > Europas Mehrsprachigkeit ist ein großer Trumpf, 28. September 2017. Die Geschichte des Faches Französisch wird ausführlich erläutert. „1.6. Sprachenwahl“, „1.7. Französisch für den Beruf“, diese Kapitel sind Pflichtlektüre für die Schüler/innen die ihre künftige Arbeitsversicherung einfach so aufgeben, weil der letzte Vokabeltest sie genervt oder ihr Lehrer nicht nett zu ihnen war.


Französisch lernen?
> Die Botschafterin Frankreichs in Deutschland S. E. Madame Anne-Marie Descôtes antwortet auf unsere Fragen – 22. Dezember 2017


Fachdidaktik FranzösischIm Kapitel „2.1. Fachdidaktik Französisch und ihre Bezugswissenschaften“ wird auf vier Seiten der Literatur(wissenschaft) nur ein kurzer Absatz gewidmet. Der gleiche Verlag, der diese Fachdidaktik veröffentlicht hat, bietet dafür aber ein bedeutsames Gegengewicht: der Katalog > Lektüren Romanische Sprachen 2018 bietet eine große Auswahl sehr vielfältiger Lektüren für den Französischunterricht an. Ohne Zweifel geht es im Französischunterricht um Spracherwerb, aber viele Französischlehrer/innen werden uns zustimmen, dass der Literaturunterricht im FU seit 20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat. – N. B. Der > Prix des lycéens allemands ist ein großartige Initiative, um die Lektüre wieder in den Vordergrund zu rücken. – Die Notwendigkeit angesichts der geringen Aufmerksamkeit für die Literatur immer wieder an die notwendige Motivation zugunsten der Lektüre zu erinnern, zeigt sich auch im folgenden Kapitel „2.3. Didaktisch-methodische Prinzipien heute“ (S. 74-84) das einen präzisen Überblick über die aktuellen didaktischen und methodischen Fragen liefert und im Rahmen der „2.3.3. Inhaltsorientierung“ zu Recht auf eine „Gefahr der Vernachlässigung der Inhalte in den Zeiten einer verabsolutierten Kompetenzorientierung“ hinweist. (Manchmal wird in der Lehrerausbildung die Praxisferne der Hochschulausbildung beklagt, aber 2-3 besuchte Veranstaltungen in der Literaturwissenschaft sind aber doch eine recht schmale Basis für den künftigen Literaturunterricht in der Schule.) Die hier erkennbare Kritik an der Kompetenzorientierung wird durch das folgende Kapitel „2.4. Kompetenzorientierung im Französischunterricht“ illustriert, in dem das Wort Literatur oder gar Text nicht vorkommt – stattdessen „alltagsbezogene Kommunikationssituationen“ (S. 91). Das ist den Autoren nicht anzulasten, sie beschreiben hier präzise den Stand der Dinge.


> Was können Sie mit Französisch machen ? Die Antworten von Bernd Schmidt – 21. März 2016


Dritter Tel „Unterrichtliche Handlungsfelder – Französischunterricht gestalten“. Eine gewinnbringende Lektüre „3.1. Schulung der funktionalen kommunikativen Kompetenz“ für Neulinge und erfahrene Lehrer/innen (vgl. > #silenceonlit => #silenceonecrit) über das Leseverständnis (S. 123) bis zum „3.1.5. Schreiben“, das ist her der Kern des guten Französischunterrichts. Für den Kooperativen Unterricht hätten wir als Beispiel auch eine Aufgabe: > Twittern für die deutsch-französische Kooperation. Dann kommt die Schülerperspektive mit ihren Lernstrategien (S. 142 ff.), hier werden auch die klassischen und die digitalen Medien mit ihren jeweiligen Vorteilen vorgestellt. Die Didaktik der Neuen Medien, (rund > 80 Videos auf unserem Blog) deren Fehlen unsere Redaktion im Zusammenhang mit ihren > Artikeln zu Web 2.0 im Unterricht vorgeschlagen hatte > Schule und Internet: Une didactique nouvelle à un monde nouveau 10. Dezember, 2014, wird hier von den Autoren dieses Bandes viel ausführlicher als nur in Umrissen vorgestellt: S. 147-157. Richtig gut: Die Übersicht über „Web 2.0 Anwendungen“, S. 164 f. Dazu gehört das Kapitel „3.6 Wortschatzarbeit“, die in jeder nur denkbaren Weise durch Medien gestützt werden kann: Beispiel: Erstellung von Wortlisten als Teil einer Twitter-Aufgabe: „4. Vous établissez rapidement une liste avec le vocabulaire autour de la coopération franco-allemande:“ > Französisch-deutsches Twittern: Wörter finden, lernen und anwenden. „3.7. Grammatik“ muss sein.

Fachdidaktik FranzösischJetzt kommen die weitere wichtige Inhalte: „3.8. Umgang mit Texten und Medien“ (S. 209-233). Dieses Kapitel sie allen Lehrer/innen empfohlen, die ihre Klasse für den FU wieder einen nachhaltigen Motivationsschub verleihen wollen: > Lektüren Romanische Sprachen 2018. Oder selber > Interviews imaginaires verfassen und herstellen. Meine Schüler/innen würden in der Oberstufe Sartre, Qu’est-ce que la littérature?, Paris 1947, als Lektüre zumindest in Auszügen lesen und darüber schreiben: „Produktionsorientierte Verfahren im Umgang mit (literarischen) Texten.“ (S. 215 f.) Zum letzten Kapitel dieses 3. Teil „3.9. Von der Landeskunde zum interkulturellen Lernen“ gibt es auf unserem Block viele Beispiele: z. B. die Reihe > Vergleich I-XIII.

Im 4. Teil dieser Fachdidaktik geht es an die praktische Umsetzung „4.0 Planung von Unterricht“ einschließlich „4.5 Das Vermeiden von Pleiten, Pech und Pannen“. Was gelernt wird, will behalten und überprüft werden: Teil 5: „Evaluieren, diagnostizieren, beurteilen und fördern.“

Definitionen von Fachbegriffen, ein Methodenglossar, eine Bibliographie und ein Register helfen, den Reichtum dieses Bandes zu erschließen.

Andreas Nieweler (Hrsg.),
Autoren: Andreas Grünewald, Veit R. J. Husemann, Ulrike C. Lange, Andreas Nieweler, Marcus Reinfried,
> Fachdidaktik Französisch.
Das Handbuch für Theorie und Praxis
Lehrerbuch
382 Seiten
ISBN 978-3-12-920373-6

Refonder l’Europe par la culture /
Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen (I)

french german 

C’est tout un système: > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe


Voir/lire aussi / Vgl. Refonder l’Europe par la culture / Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen (II) – „Car la culture est une solution pour l’Europe.“ François Nyssen


Le Renouveau de la coopération franco-allemande (II) – Staatsminister Michael Roth: Frankreich und Deutschland

Erinnern wir uns: > Nachgefragt: Staatsminister Michael Roth antwortet auf unsere Fragen – 3. November 2016

Mittlerweile ist > Emmanuel Macron zum Staatspräsidenten gewählt worden und am 11 und 18. Juni werden die > #législatives2017 zur Nationalversammlung stattfinden.

Kürzlich hat Saatsminister Roth die neue französische die neue französische Europaministerin Marielle de Sarnez in Berlin empfangen. Außerdem hat Michael Roth sich in einem > Interview zu den deutsch-französischen Beziehungen unter dem Titel Berlin muss Macron helfen. Der Bundesbeauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit hat sich im Gespräch mit Pascal Lechler geäußert: Sein Interview wird wie ein Appell an die deutsche Politik präsentiert, dass sie jetzt den neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron unterstützen möge. Würde Macron scheitern, stände bei der nächsten Präsidentschaftswahl möglicherweise eine Rechtsextremistin auf den Stufen des Elyseepalastes. Roth ist der Auffassung, dass die Deutschen sich am Erfolg Macrons zu beteiligen hätten. Er fordert von Berlin mehr Mut in den deutsch-französischen Beziehungen. Französische Reformvorschläge dürften nicht länger abgelehnt werden. Man merkt in dem Interview, dass Roth auf Macrons Reformen gespannt ist und mit Frankreich zusammen einen deutsch-französischen Aufbruch zugunsten Europas vorantreiben will.

Dazu auf unserem Blog:

> Le renouveau de la coopération franco-allemande : L’économie – 22. Mai 2017

> Le Renouveau de la coopération franco-allemande (I) – 18. Mai 2017

An den sich permanent selbst aktualisierenden Artikel erinnern wir auch:

Der Vergleich der „Timelines“ französischen Botschaft in Berlin und der deutschen Botschaft in Paris: > Französisch-deutsches Twittern, so kann man in kurzer Zeit eine Liste der Themen erstellen, die zur Zeit im Rahmen der deutsch-französischen Kooperation besonders diskutiert werden.

Genug Stoff für kurze Aufsätze, mit denen Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von PONS Texte über den Stand der deutsch-französischen Beziehungen verfassen könnenten und mit ihren Austauschkameraden diskutieren könnten.

Wie kommt man am besten nach Digitalien? (II)

| > Wie kommt man nach Digitalien? (I) | Wie kommt man nach Digitalien? (II) | > Wie kommt man nach Digitalien? (III)|

Auch auf unserem Blog > L’école à l’heure numérique – Schule im digitalen Zeitalter – 6. November 2017

> Digital unterrichten – Enseigner avec le numérique

Bezug: > Digitale Strategie 2025 – Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Bildung ist nicht digitalisierbar. Wir brauchen eine Didaktik für das Lernen mit digitalen Medien. Digitalien ist in deutschen Schulen in weiter Ferne. Die technische Ausstattung hinkt trotz der digitalen Agenda der Bundesregierung fast überall um Jahre der technischen Entwicklung hinterher. Es gibt aber > IPad-Klassen, die Schüler an die PC-Technik und das digitale Lernen heranführen. Der > digitale Unterrichtsassistent eröffnet neue methodische Ansätze für die Fachdidaktik.


Neu:

schule-digital-180
„Die diesjährige Sonderstudie »Schule Digital« – Lehrwelt, Lernwelt, Lebenswelt: Digitale Bildung im Dreieck SchülerInnen-Eltern-Lehrkräfte (PDF: 2,85 MB) befragte daher zum ersten Mal Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam zu ihren Digitalkompetenzen und der digitalen Infrastruktur in den Schulen. Schüler, Eltern und Lehrkräfte fordern danach mehrheitlich die umfassende Einbindung digitaler Medien in den Unterricht, eine entsprechende Umsetzung wird jedoch durch fehlende strukturelle Verankerung und damit einhergehende mangelnde IT-Infrastruktur und Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte verhindert.“ <<< BMWi stellt Studien zum Digitalisierungsgrad der Bevölkerung und zur digitalen Schulbildung vor 15.11.2016

> Nationaler IT-Gipfels 2016

Auf unserem Blog:

Jules Ferry 3.0„Dieser Bericht ist viel mehr als eine bloße Bestandsaufnahme. Viele Spezialisten betrachten mit ihrem Spezialwissen von außen den Zustand der Schulen und des Schulsystems in Frankreich. Sie vermuten, dass eine Veränderung der Unterrichtsmethoden eine Verbesserung des gleichen Chancen für alle bewirken könnte. Sie versuchen zu definieren, welchen Anteil der digitale Unterricht an diesen Veränderungen haben könnte.“ > Bitte weiterlesen.

Vergleichen wir diese beiden Berichte miteinander:

https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/798873695443943424


Eine kleine Auswahl unserer Beiträge zum Lernen mit digitalen Medien: > Web 2.0

> Haben Sie im Französischunterricht schon mal mit Twitter gearbeitet?
> Twittern für die deutsch-französische Kooperation
> Essai. Lernen und Studieren mit dem Internet
>Digitales Lernen als Bildungsoffensive bei uns – digitales Lernen als Praxis in Frankreich
> Education numérique et la prévention de la radicalisation des jeunes : Sitographie et bibliographie
> Enseigner avec le numérique
> Schule und Politik: Vom Twittern in Frankreich und Deutschland
> Ecrivez-vous à la main ou tapez-vous au clavier ? Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur?
> Französischlernen mit dem Computer (I)
> Künftig gemeinsam und digital: Deutsch-französische Kommission für Digitaltechnik DFKFD > Freitag, 1. April 2016
> Der Vergleich X: Digitale Agenda 2025 in Deutschland und die Loi numérique en France
> Texte schreiben oder Buchstaben suchen? Schreibschrift, Blockschrift oder Touchscreen?
> Les grandes étapes du plan numérique

und > 220 weitere Artikel zu Web 2.0


In 16 Bundesländern gibt es in jedem Regierungsbezirk ganz unterschiedliche Ansätze, die Schulbildung mit digitalen Aspekten zu modernisieren. Noch ist bei uns keineswegs sicher, ob man Schülerinnen und Schülern empfehlen sollte, mit der Hand gute Texte schreiben oder mit dem IPad in den unergründlichen Weiten des Internets Informationen zu suchen, die auch die Schülerbibliothek, in Frankreich CDI genannt, für Sie bereithält.

Dafür aber gibt es bundesdeutschen Schulen Unterrichtsformen wie Offener Unterricht und Gruppenarbeit, von denen der Frontalunterricht auch in Frankreich bestimmt etwas lernen könnte. Selbstbestimmtes Lernen, kompetenzorientierter Unterricht, Methodentraining sind Stichwörter, die in einen deutsch-französischen Schulvergleich mit Gewinn eingebracht werden könnten.

> http://www.education.gouv.fr/panorama-services-numeriques/ – Website des Erziehungsministeriums in Paris

> Un outil numérique par mois – Equipe TICE Limoges

> Classes TICE ****

In Frankreich gibt es hingegen landesweite Initiativen, die Einführung des digitalgestützen Lernens massiv und vor allem mit staatlicher Unterstützung zu fördern. > Chefsache: Un grand plan numérique pour l’école.

Vgl. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich im November 2016 zum Einsatz digitaler Medien in der Schule:

Wir haben auf unserem Blog in den letzten Monaten über diese Initiativen ausführlich berichtet. Ein Bericht wie > Jules Ferry 3.0 mit seinen so gut gelungenen zentralen Empfehlungen wäre in Deutschland kaum möglich, müsste man doch zuerst die Vielfalt der überall so unterschiedlichen Ansätze in den 16 Bundesländer auflisten. Landesweite Initiativen wie das > Netzwerk Canopé in allen Regionen Frankreichs oder die perfekt gestaltete Website von > Eduscol suchen in Deutschland vergeblich ihresgleichen.

Im Grunde genommen sind die digitalen Lernsituationen beiderseits des Rheins eigentlich unvergleichbar. Jeder Versuch eines Vergleichs stösst nur auf Unterschiede. Das ist aber überhaupt kein Grund zur Entmutigung, denn beide Seiten verfügen über bemerkenswerte Trümpfe, die zusammengenommen, bewertet man sie vom Standpunkt der Ergänzung aus, gemeinsam genutzt werden sollten, zumal die Ziele, Bildung durch den Einsatz der PC-Technik zu verbessern, dieselben sind.

Bitte lesen Sie weiter: > Wie kommt man nach Digitalien I

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