#lire III Französische Literatur für Schüler/innen

Unsere Reihe: > #lire

Viele Schüler/innen wählen das Fach Französisch ab, ohne wichtige französische Schriftsteller zu kennen. (Eine Lektüre dieses Artikels wäre ja schon mal ein guter Anfang… und in Ihrer Klasse notiert jede(r) Schüler/in zwei Titel, die sie oder er hier und mit den hier genannten Links für sich findet, liest sie in den nächsten 4 Wochen, fertigt eine Fiche de lecture an  und aus ihnen wird dann ein kleines Heftchen für die ganze Klasse gemacht oder es wird ein Literaturblog hergestellt: alle können darauf schreiben, die Schüler der Austauschklasse in Frankreich korrigieren, wie umgekehrt ihre Artikel von den deutschen Freunden korrigiert werden… – soweit kurz und knapp zur Methodik des Literaturunterrichts) Es muss ja nicht gleich der Mammutroman von Marcel Proust sein, aber es war doch > Roger Willemsen der seinen Mitschülern von seinem Leseerlebnis Marcel Proust, À la recherche du temps perdu vorschwärmte: > Nachgefragt: Luc Fraisse, Lire

Der Erfolg des Französischunterrichts und das Werben für ihn steht und fällt mit Literaturunterricht. Wie kriegen wir die Schüler/innen dazu, dass sie ihre Smartphones mit dem  > Zwang zu dauernder Daddelei verbannen und vergessen und stattdessen mit Neugier die Bücher öffnen, so wie der kleine Jacques Corméry es so ungeduldig mit seinem Freund Pierre auf der Bank vor der Bibliothek tat, um hier, jetzt und gleich herauszufinden, was „uns heute die Bücher von der Welt zeigen würden“. Die Literatur bietet den Schüler/innen  alles, den Ausblick in die ganze Welt, in die Vergangenheit, sie diskutiert die großen Fragen unserer Zeit und entwickelt und präsentiert Handlungsalternativen für die Zukunft. Die Literatur ist tragisch, dramatisch, aufregend. Mein Nachhilfeschüler musste damals im LK 13 die ersten Seiten von Flauberts Éducation sentimentale

Literatur auf unserem Blog (Auswahl):

> Albert Camus, L’hôte — Neu: Schülerarbeitsheft

> Relire : Albert Camus, L´Étranger

> Lesebericht: Catherine Briat, Le Divan rouge

>Emmanuel Macron et Albert Camus

> Existenzialismus

>#FraFra2017 – La passion pour la littérature française

> Tzvetan Todorov 1. März 1939 – 7. Februar 2017

> Berufsfeld: Französischunterricht – Welche Rolle spielt die Literaturwissen-schaft?

>Nachgefragt: Boualem Sansal, 2084

> Nachgefragt:
Alain Mabanckou, Une littérature-monde ?

> Literaturhaus Frankfurt: Litprom Literaturtage 2017 – “Weltwandeln in französischer Sprache” – mit unserem Dossier

> Frau Radisch: Warum schreiben die Franzosen so gute Bücher?

> Videos im Französischunterricht: Literatur, Geschichte, Politik, deutsch-französische Beziehungen

> Stuttgart. Soirée à thème :
Politique – Littérature des immigrés en France
avec une bibliographie et une sitographie

> #französische Literaturlesen

> Paul est devenu bouquiniste

> Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme (V) : La lecture à l’école

lesen. Er fand das so langweilig. Je l’ai demandé qu’est-ce que le narrateur regarde sur le quai ? Er sah mich ratlos an, es dauerte eine Minute dann begann er zunächst stockend, dann viel flüssiger zu erzählen. Beim nächsten Besuch, erklärte er mir, er habe das erste Kapitel gelesen, das klang so, lesen wir auch den Rest?

Oft wird > L’étranger von Albert Camus in der Schule gelesen, ein nicht einfacher Roman, > Albert Camus, L’étranger – 14. Februar 2016, wenn man nicht nur nachbeten will, dass es sich um einen absurden Roman handelt, sondern Camus‘ eigene Interpretation im > Vorwort zur amerikanischen Ausgabe des Romans berücksichtigt. Seine Novelle > L’Hôte ist eine schöne Alternative > Albert Camus, L’hôte — Neu: Schülerarbeitsheft – 21. März 2018. Und unsere Redaktion würden Ihren Schüler/innen > La Peste vorschlagen, die Rupert Neudeck als die Bibel der NGOs bezeichnete. Erinnern wir an das erste Video-Aufzeichnung für unseren Blog:  > Rupert Neudeck parle de La Peste – 2. Oktober 2015.

Sartre oder Camus? Les mots oder Le premier homme? Am besten beide Bücher lesen und vergleichen: > Vergleich: Sartre oder Camus? – 3. September 2018 und > Vortrag: Jean-Paul Sartre im Unterricht – 4. März 2018. In Les mots erzählt Sartre, wie er sich in der Bibliothek des Großvaters Schweitzer zum Schriftsteller macht und in Le Premier Homme  berichtet Camus alias Jacques Corméry, wie sein Lehrer ihn förderte und ihm den Besuch des Gymnasiums in Algier ermöglichte. Beide Bücher öffnen als Erziehungsromane auf eine ganze wunderbare Weise Schüler/innen heute die Welt der Literatur. Weitere Titel von > Jean-Paul Sartre und von > Albert Camus bei Ernst Klett Sprachen.

Wie oben angedeutet, in einer Welt der Smartphones, wo die Konzentration auf das reale Leben Schüler/innen immer schwerer fällt, wo bunte Bildschirme immer mehr in Konkurrenz zum gedruckten Papier stehen, wird es immer schwerer, sie zum Lesen guter Texte oder gar spannender Roman zu animieren.

Zur > Stavanger-Erklärung des Forschernetzwerks E-READ: Zur Zukunft des Lesens 

Was waren das noch für Zeiten, als ein Freund mir Camus‘ Le Mythe de Sisyphe mitbrachte und dieses Buch zu meinem ersten ganz gelesenen Taaschenbuch wurde. Mein Klassenlehrer schlug mir ein Referat über dieses Buch vor, korrigierte meinen Entwurf mit mir zusammen in der Lehrerbibliothek und schärfte mir ein: 20 Minuten. Dann kam der große Tag. Leistungskurs Französisch im Schiller-Gymnasium in Köln. Nach 10 Minuten – ein Schüler hatte schon zwei Fragen stellt, die Diskussion auf Französisch lief schon – stand mein Lehrer auf, unterbrach mich,  sah mich streng an und sagte: „Das ist gut, Du hast diese Stunde und die nächste.“ Beim Klassentreffen habe ich diesen Moment einmal als das Einpflanzen des Französisch-Virus bezeichnet.

„Der Kanon bedarf einer Auffrischung…“ stand noch 2006 in der Fachdidaktik von Andreas Nieweler et. al., S. 208, in der Neuauflage > Andreas Nieweler (Hrsg.), Fachdidaktik Französisch. Das Handbuch für Theorie und Praxis heißt es „Die Bandbreite der für den Französischunterricht in Frage kommenden literarischen Texte ist enorm: Neben den Klassikern – ob nun ältere oder modernere – wie Molière, La Fontaine, Balzac, Maupassant, Eluard, Saint-Exupéry, Camus, Sartre u. a. gibt es zeitgenössische Autorinnen und Autoren wie Gavalda, Schmitt, Ben Jelloun und viele andere mehr, die bereichernd erscheinen (zum Potenzial von ‚Klassikern‘ s. Hethey 2015). Auch Jugendliteratur – siehe Bücher von Ollivier, Murail, Bondoux… – (vgl. Topf 2009 und 2013) und moderne Dramen – von Schmitt, Reza – (Topf 2016) bieten sich an. Siehe dazu auch die Themenhefte Nr. 102, 123, 124 und 144 des Fremdsprachlichen Unterricht Französisch.“ (S. 211 f.)

Das > Lektüreprogramm für Französisch von Ernst Klett-Sprachen, nach > Autoren > nach Themen oder > Reihen geordnet, zeigt eine solch große Vielfalt, die vermuten lässt, in der Schule werde Grammatik nur nebenbei unterrichtet. Bei diesem Angebot dürfte keine(r) der Schüler/innen auf den Gedanken kommen, Französisch abzuwählen. Und da ist auch der Megaerfolg des > Prix des lycéens. Wir werden auch diesmal von der Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse fast live wieder berichten, hat ganz ohne Zweifel zum Aufschwung der Literatur im Französischunterricht ganz erheblich beigetragen.

Mein Kurs würde sich mit Beginn der Lektüren ein Carnet de lecture anlegen, um Namen der Autoren, Titel, Stichworte, etc. als Leseprotokolle zu notieren. Oder auch die Lesetipps, die in meinen Französischstunden – besonders bei der Literaturgeschichte Im Beethoven-Gymnasium in Bonn (der Direktor: „Machen Sie bitte im LK 13 einen Literaturkurs“) rechts auf der Tafel ab und zu erschienen, meine Schüler/innen kannten das schon: Dazu > #französischeLiteraturlesen – 4. Mai 2018.

Ein gute Gelegenheit, an die > Videos auf diesem Blog zu erinnern: > Videos im Französischunterricht: Literatur, Geschichte, Politik, deutsch-französische Beziehungen – 17. Januar 2018. Außerdem haben wir in den letzten Jahren mehrere Schriftsteller besucht und sie nach ihren Werken befragt:

> Nachgefragt: Henri Murger, Scènes de la vie de bohème

> Nachgefragt: Denis Diderot parle de l’Encyclopédie

> Devons-nous retourner à la nature? – Un entretien avec Jean-Jacques Rousseau

> Une visite chez Gustave Flaubert

> Une visite chez M. Zola

> Une interview avec François Guizot, Ministre de l’instruction publique et des cultes>

> Une visite chez Michel de Montaigne

> Une visite chez Honoré de Balzac

à suivre

Französisch Lektüren

#lireIV: Prix des lycéens allemands 2019

Schüler/innen, die Französisch lernen und Bücher lesen > #lire, haben die Nase vorn. Zumal wenn sie am Wettbewerb des Prix des lycéens allemands teilnehmen, (Unser Archiv: > Prix des lycéens allemands) gilt für sie die so berechtigte Klage von Klaus Ruß, „Von der Bleiwüste zur Lesepizza“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Februar nicht. An diesem Wettbewerb teilnehmen, bedeutet auch dieses Jahr die Lektüre von vier Romanen:

Éric Pessan, Dans la Forêt de Hokkaido, Paris Médium + 2018

Ahmed Kalouaz, la maraude, Arles: Editions la Rouergue 2018,

Romain Puétolas, Un détective très très très spécial, Genève la joie de lire 2017,

Jo Witek, Une fille de… , Arles: Actes Sud junior 2017.

Wenn man diese vier Bücher durchblättert, fällt zuerst auf, dass dieses Jahr die Auswahl der nominierten Titel besonders gut gelungen ist. Alle vier Autoren berichten auf ihre persönliche Weise von Einzelschicksalen, die aber auch eng mit ihren gesellschaftlichen Gegebenheiten verbunden sind. Jeder von ihnen legt seinen eigenen Stil offen. Nicht einfach, herauszufinden, wer von ihnen das am besten macht. Unsere Redaktion freut sich darauf, bei der Regionalentscheidung in Rheinland-Pfalz auf Einladung des Institut français mit dabei zu sein.

Deutsche Gymnasiasten auf mindestens B1-Niveau küren den besten französischen Jugendroman des Jahres. Für den Prix des lycéens allemands stellt der Verlag Ernst Klett Sprachen GmbH ein Preisgeld von 5.000 EUR zur Verfügung, das für den Autor des prämierten Romans bestimmt ist.

> Ahmed Kalouaz, Éric Pessan …., > Prix des lycéens allemands 2019 – Set de quatre livres de jeunesse / Paket mit vier Jugendromanen – ISBN 978-3-12-597021-2

Die Schüler/innen lesen die Bücher. Unter der Anleitung ihrer Lehrer/innen bearbeiten sie Verständnisfragen und Produktionsaufgaben. Durch regelmäßigen Austausch innerhalb der Klasse/Gruppe bereiten sie sich schrittweise darauf vor, als Mitglied einer literarischen Jury, zunächst auf Schulebene, zu fungieren.

Im Januar/Februar entsenden die teilnehmenden Schulen eine gewählte Jurorin oder einen Juror in die Landesjury. Die Landesjury entsendet ihrerseits eine Jurorin oder einen Juror in die Bundesjury, die im März auf der Leipziger Buchmesse stattfindet. Die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer bestimmen dort den Preisgewinner und nehmen an der Preisverleihung teil.

> Mini-Dossier „Introduire le Prix des lycéens en classe“ – Website von Ernst Klett Sprachen

Die Preisverleihung des Prix des lycéens allemands findet auf der Leipziger Buchmesse am 22.03.2019 statt. Unsere Redaktion wird wieder mit dabei sein.

In diesem Jahr wurde diese Roman nominiert:

#Lire II: Elise Fontenaille, Banksy et moi

Die Schriftstellerin Elise Fontenaille (*1960) wohnt in Paris sie schreibt Romane, die in den Verlagen Grasset, Stock und Calmann-Levy veröffentlicht werden. Und sie schreibt auch für Jugendliche und dies mit einem beachtlichen Erfolg: > Bibliographie. 2017 ist bei Klett Sprachen ihre Roman > Banksy et moi erschienen.

Es geht los mit der Vorbereitung für die Lektüre, die nicht überlesen werden darf: Am besten legt man sich ein Carnet de lecture  an, um sich nach der Lektüre der einzelnen Kapitel an Personen, Fakten und Ereignisse besser erinnern zu können. Man wird staunen, wenn man nach einem Jahr sein Carnet de lecture wieder zur Hand nimmt, es durchblättert und sich daran erinnert, was man alles in den letzten Monaten gelesen hat. Die Welt der Literatur bietet eben mehr als wenn man nur täglich auf das Smartphone starrt:

In welche Kategorie gehört > Banksy et moi? Nun, die 4. Umschlagseite – sie kennen das, man nimmt ein Buch zur Hand, betrachtet den Titel, und dann dreht man das Buch rum und liest den Klappentext – gibt einen Hinweis auf das 5. Lernjahr Französisch. Eigentlich schade, denn diejenigen, die Französisch vorher abwählen, verpassen da etwas. Würden sie das Buch eher in die Hand bekommen, könnte es passieren, dass der Lesevirus sie fest in den Griff nimmt und sie Französisch doch noch behalten, um die Energie nicht nur dieser Lektüre voll auszuleben.

Um es gleich zu sagen, nicht alles, was in diesem Buch berichtet wird, darf nachgemacht werden: Graffiti irgendwo draufmalen oder sprayen, am besten noch mit einer Schablone, muss ja schnell gehen – und überhaupt, es geht auch gar nicht, dass die Farbdosen zum Sprayen dafür geklaut werden. Und das alles geschieht in  einer Umgangssprache, die meinen Freunden in Paris, die auf meine korrekte Wortwahl achten, die Haare zu Berge stehen lassen würden. Literatur ist eben gefährlich,

In der Stadtbücherei in Stuttgart liegt schon mal ein Feuerlöscher im Buchregal: Literatur ist gefährlich.

man findet da so viele Anregungen drin, die man gar nicht alle auf einmal umsetzen kann. Manchmal haben wir hier schon vorgeschlagen, die Stücke nachzuspielen, hier sollte man sich besser auf das verbale Nachspielen beschränken.

Darwin lebt mit seiner Mutter in Paris. Als man beginnt das Viertel aufzuwerten und damit die Mieten zu erhöhen, findet Darwin eine Freundin und eine Idee: Mit Eva und seiner Ratte Banksy imitiert er den englischen Straßenkünstler. Ihr Bild, das auf einmal überall im Viertel auftaucht, ist zunächst ein stummer Protest, der aber anklagend ist, man will sich nicht alles gefallen lassen.

Darwin ist ganz schön cool drauf. Eine Wohnungsräumung filmt er und stellt das Video ins Netz: „On s’indigne, on s’indigne, et puis on oublie.“ Also muss man eine andere Aktion starten. Da lernt Darwin Eva kennen und beginnt für sie zu schwärmen: „elle a de l’or entre les doigts“. Nachdem Darwin sich eine Ratte gefangen hat, sie zähmt und alles Eva erzählt, kommen sie zusammen auf eine Idee: Eva: „Tu as pensé à un dessin précis?“

> Klett Augmented
Elise Fontenaille
> Banksy et moi
80 Seiten
ISBN 978-3-12-592302-7

#Lire I: Dennis Fender, Depuis notre dernière rencontre

> Nachgefragt: Dennis Fender, Depuis notre dernière rencontre – 20. März 2019

Dennis Fender hat einen spannenden Kurzroman > Depuis notre dernière rencontre für das 4. Lernjahr Französisch geschrieben. Damien in Rouen erwartet Mo, wie er seinen deutschen Austauschpartner Moritz bald nennen wird. Die Dinge nehmen ihren Lauf, Mo kommt in Rouen an und wird von Damien und seiner Mutter abgeholt. In der Schule bekommen sie die Aufgabe an einem Projekt über deutsch-französische Beziehungen teilzunehmen. Ihr Thema die Rede des französischen Präsidenten Charles De Gaulles 1962 in Ludwigsburg, der dort damals seine berühmte Rede an die deutsche Jugend gehalten hat. Gut, dass Moritz gerade angekommen ist, denn de Gaulle hatte seine Rede damals auf Deutsch gehalten und mit Mos Hilfe arbeiten Damien seine Mitschülerin an ihrem gemeinsamen Referat.

Literatur auf unserem Blog:

> Albert Camus, L’hôte — Neu: Schülerarbeitsheft

> Relire : Albert Camus, L´Étranger

> Lesebericht: Catherine Briat, Le Divan rouge

> Vergleich: Sartre oder Camus?

> Frau Radisch: Warum schreiben die Franzosen so gute Bücher?

> Videos im Französischunterricht: Literatur, Geschichte, Politik, deutsch-französische Beziehungen

> Stuttgart. Soirée à thème :
Politique – Littérature des immigrés en France
avec une bibliographie et une sitographie

> #französische Literaturlesen

> Paul est devenu bouquiniste

> Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme (V) : La lecture à l’école

Und sie haben Glück, es gibt sogar einen Zeitzeugen. Der Großvater von Damien war damals in Ludwigsburg mit dabei und kann ihnen von der besonderen Atmosphäre berichten, als de Gaulle im Hof des Ludwigsburger Schlosses am 22. September 1962 diese Rede hielt. Vier Monate später unterzeichneten er und Adenauer im Élyséepalast den deutsch-französischen Freundschaftsvertag (auf unserem Blog > 50 ans Traité de l’Élysée) und dann auch den Zusatzvertrag zum Deutsch-Französischen Jugendwerk.


Dazu auf unserem Blog:

> Staatsakt in Ludwigsburg anlässlich des 50. Jahrestages der Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend – 22. September 2012

> Fotos vom Staatsakt in Ludwigsburg am 22. September 2012 – 23. September 2012


Aber manchmal überholt die Literatur die Realität. Natürlich ist da ein großer Zufall mit im Spiel, mit dem die Sorgen des Großvaters gelöst werden. Dennis Fender ist es sicherlich aus guter eigener Anschauung gelungen, eine sehr realistische Geschichte zu erzählen, die die letzten Zauderer und Bedenkenträger vor einen Schulaustausch mit Frankreich beruhigen kann. Natürlich werden nicht alle so ein Abenteuer wie Mo hier erleben, aber der Kontakt mit den neuen Freunden und der stete Vergleich mit den Verhältnissen in Deutschland ist schon Abenteuer genug. Mo entdeckt die Rivalitäten zwischen Städten in der Region seines neuen französischen Freundes und erzählt vom Zwist Köln-Düsseldorf. Ganz schön streng, denkt sich Mo, als er mit Damiens Lehrerin Bekanntschaft macht und ist kurz davor, sich nach seinen deutschen Lehrern zu sehnen.

Fender erzählt hier das Besondere des deutsch-französischen Schüleraustausch: Kaum fangen sie das Projekt an, entdecken sie, wie aufregend die Zeit der deutsch-französischen Wiederannäherung nach dem Krieg war. Ihr Zusammentreffen ist zufällig, sie lernen aber auch wie planmäßig und zielstrebig de Gaulle und Adenauer die Aussöhnung zwischen den beiden Staaten betrieben haben. Ihr Austausch ist der beste Beitrag zur deutsch-französischen Kooperation, deren Grundlage die Kenntnis der Sprache des Nachbarn ist.

Dennis Fender
> Depuis notre dernière rencontre
Lektüre + > Klett Augmented
A2 – B1
71 Seiten
978-3-12-591004-1

Fellbach: Joachim Król liest
Albert Camus, Der erste Mensch

Albert Camus starb bei einem bei einem Autounfall am 4. Januar 1960 in der Nähe von Villeblevin, etwa 100 km südöstlich von Paris. In seiner Aktentasche lag das unvollendete Manuskript eines autobiografischen Romans: „Der erste Mensch“. Erst 1994 wurde der Text veröffentlicht.

Der erste Mensch
Ort: Schwabenlandhalle – Hölderlinsaal
Guntram-Palm-Platz 1, 70734 Fellbach
> info@schwabenlandhalle.de
Termin: Fr., 25.01.2019, 20:00 Uhr

In Camus’ persönlichstem Werk begibt sich Jacques Comery auf die Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat, und beginnt eine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, eine Welt voller Armut, Lebensfreude und „natürlicher Schönheit“, und erzählt von seiner fast tauben, analphabetischen Mutter, seiner Großmutter – und von einem engagierten Lehrer, der seine außergewöhnliche Begabung erkennt und ihn nach Kräften fördert …
Eindringlich und nuancenreich lässt Joachim Król Camus’ Kindheitserinnerungen lebendig werden. Der profilierte Theater- und Filmschauspieler erlangte nicht zuletzt durch seine Fernsehrollen als Donna Leons Commissario Brunetti und als Frankfurter „Tatort“-Kommissar Steier breite Bekanntheit. Für die passende atmosphärische Untermalung sorgt das Orchestre du Soleil mit einer eigens von Christoph Dangelmaier komponierten Bühnenmusik, die Elemente des arabischen Rai und der französischen Musette verbindet. Die Regie stammt von Martin Mühleis. Der erfahrene Bearbeiter literarischer Vorlagen zeichnete bereits für die gefeierte Produktion von Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl verantwortlich, die im Dezember 2017 auch in Fellbach zu erleben war.

Hinweis: Theater im Gespräch um 19 Uhr mit dem Stuttgarter Romanisten Dr. Heiner Wittmann
Der Eintritt ist für die Theaterbesucher kostenfrei.

Einlass 18.30 Uhr

Tickets sind beim i-Punkt erhältlich oder easyticket.

Auf unserem Blog:

> Albert Camus 7.11.1913-4.1.1960 – 4. Januar 2019

Colloque du Group d’études sartriennes 2019 – Appel à communications

Auch für deutsche Studentinnen und Studenten gibt es hier die Chance, einen Vortrag in der École normale supérieure in Paris zu halten. Denken Sie sich ein passendes Thema aus und machen Sie mit. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 15. Februar 2019. Das Kolloquium ist eine gute Gelegenheit, mit führenden Forscher/in zum Werk von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir in Kontakt zu kommen. Schauen Sie sich auf der Website > www.ges-sartre.fr, wo die Themen früherer > frühere Kolloquien dokumentiert sind.

Siehe auch: > www.sartre-geslleschaft.de

Le Groupe d’Études Sartriennes lance son appel pour le colloque annuel qui se tiendra les 21 et 22 juin 2019 à Paris (École Normale Supérieure).

L’objectif du GES, qui réunit chaque année une soixantaine de spécialistes de Sartre (universitaires ou non) est de soutenir le développement des perspectives nouvelles sur cette œuvre majeure, de permettre aux enseignants et aux chercheurs de présenter leurs travaux en cours et de promouvoir les études sartriennes à un niveau national et international.

Le GES propose aux enseignants et chercheurs débutants ou confirmés de soumettre une proposition de communication scientifique originale portant sur la pensée et les écrits de Sartre (littérature, philosophie, textes politiques), ou dont l’objet (auteur, question) est en relation directe avec ceux-ci.

Pour l’édition 2019, le GES souhaite plus particulièrement encourager une série de propositions de communications portant sur Sartre et Simone de Beauvoir (dont l’intégralité des Mémoires ont été récemment rééditées aux éditions de La Pléiade). Le GES ne prédéfinit aucune autre thématique particulière, laissant toute latitude aux proposants par ailleurs.

Les communications, généralement présentées en français, peuvent également l’être en anglais. Dans ce cas, il sera demandé à l’orateur de fournir, à l’avance, un résumé en français à destination des auditeurs du colloque.

Les propositions de communication, qui doivent comporter un titre et un résumé en un paragraphe, sont à faire parvenir aux secrétaires du GES pour le 15 février 2019. Les communications ne devront pas excéder 30 mn.

Prière de faire parvenir vos propositions de communication à l’adresse électronique personnelle des secrétaires, et non à l’adresse du GES. En cas d’envoi postal, merci de les adresser à Hervé Oulc’hen.

Président du GES :

Michel Contat

(contat.michel@wanadoo.fr)

Secrétariat du GES :

Alexis Chabot ( alexis.chabot@orange.fr )

Hervé Oulc’hen ( oulchenherve@gmail.com )

47, rue Victor Hugo, 59110 La Madeleine (France)

Download: > Appel Colloque GES2019.pdf

Finissage der Ausstellung „1918: Neubeginn in Stuttgart und Straßburg“ & Live Performance „Même mort nous chantons / Recorded songs don’t ever die“ von Marie Guérin (40 Min)

22.11. | 19 Uhr | Institut français Stuttgart | Schloßstr. 51 | Eintritt frei

Seit Mitte Oktober lässt uns die Ausstellung „1918: Neubeginn in Stuttgart und Straßburg“ (Kurator: Dr. Nicholas Williams) die Teil der Doppelausstellung 1918: Zwischen Weltkrieg und Revolution“ ist, tiefer in die Zeit nach dem Waffenstillstand des Ersten Weltkriegs in Stuttgart und Straßburg eintauchen. Sie betrachtet die Geburt der Demokratie in Württemberg sowie die Ausdehnung der französischen Demokratie auf Strasbourg, und zeigt dabei eines: Elsässer und Schwaben, die Bürger Stuttgarts und Strasbourgs: Sie können streiten – und genau deshalb können sie Demokratie!

Foto: © Anne Kropotkine

Zur Finissage der Ausstellung präsentieren wir eine Live-Performance der Installation „Même mort nous chantons / Recorded songs don’t ever die“ von Marie Guérin:

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg lässt uns „Recorded Songs don’t ever die“ auf den Spuren von Kriegsgefangenen wandeln, deren Stimmen im Ersten Weltkrieg aufgenommen und auf Platte gepresst wurden. Durch Emil Berliners Erfindung der scheibenförmigen Schallplatte im Ersten Weltkrieg, die als Geburtsstunde der modernen Schallplatte gilt, können aufgenommene Stimmen und Lieder nun auf der ganzen Welt abgespielt und gehört werden. In ihrer Live-Performance lässt Marie Guérin die aufgenommenen und gesampelten Stimmen des Ersten Weltkriegs mit moderner Elektromusik verschmelzen. Ergänzt wird die Perfomance durch die Videokreation von Maël Teillant.

Komposition: Marie Guérin / Habilleuse Sonore, Grafische Gestaltung: Maël Teillant, Projektunterstützung: Anne Kropotkine

In Zusammenarbeit mit: CESARE – Centre National de Création Musicale (Reims), Radio France und der Akademie der Künste Berlin
Mit Unterstützung der Institut français Deutschland, Humboldt Universität (Lautarchiv), Deutschlandfunk Kultur, Marc-Bloch Zentrum, Micro-sillons, der Französischen Botschaft in Deutschland und der Mission du Centenaire 1914-1918. In Koproduktion mit Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste<

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „100×100 Jahre“ des Institut français Deutschland anlässlich des Gedenkjahrs zum Ende des Ersten Weltkrieges und der Veranstaltungsreihe „Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens – 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges“ des Institut français Stuttgart, des Hospitalhofs Stuttgart und dem IZKT der Universität Stuttgar. Alle Infos unter www.1918-2018-stuttgart.de/.

Die Literaturpreise im Herbst 2018

Im Pariser Restaurant Drouant fiel die Entscheidung Nicolas Mathieu erhält den > Prix Goncourt für seinen zweiten Roman > Leurs enfants après eux (Actes Sud). Vier Jugendliche träumen davon abzuhauen. David Diop, Frère d’âme, Seuil, Paul Greveillac, Maîtres et esclaves, Gallimard, Thomas B. Reverdy, L’Hiver du mécontentement, Flammarion, waren auch nominiert. Le restaurant parisien Drouant, où se réunissent les jurés, que la nouvelle a été proclamée, mercredi 7 novembre.

August 192, irgendein Dorf im Osten Frankreichs Anthony ist 14 und macht sich auf, um mit seinem Cousin ein Kanu zu klauen, um damit auf die andere Seite des Flusses zu kommen, „la fameuse plage des culs-nus“. Erste Liebe für Anthony, und das Drama beginnt. Vier Sommer erzählen die Geschichte dieses Landstrichs zwichen Stadt und Land. Nostalgie und Abstieg prägen das Leben: “ Soit des variations autour de l’impossibilité à prendre son envol, qui a fourni tant de trames aux romans noirs,“ schreibt Macha Séry in LE MONDE: > Nicolas Mathieu écrit les vies désœuvrées, 12.9.2018

Der > Prix Renaudot 2018 geht à Valérie Manteau, für ihren zweiten Roman > Le sillon, in dem sie die Geschichte einer Frau beschreibt, die ihren Freund in Instanbul aufsucht.

Der > Prix Femina 2018 geht Philippe Lançon für > Le Lambeau, Gallimard: Philippe Lançon beschreibt die Zeit nach nach dem Attentat auf Charlie Hebdo im Januar 2015, bei dem er schwer verletzt wurde.

> L’attentat sur Charlie Hebdo. “Un attentat terroriste, cela ne fait pas de doute” François Hollande 7. Januar 2015

Jean Birnbaum > Après « Charlie », le journal du deuil – LE MONDE DES LIVRES, 11.04.2018 à 14h52

Den > Prix Médicis 2018 erhält Pierre Guyotat für > Idiotie, Grasset. Der Roman erhielt auch schon den Prix de la langue française, 2018: Der Roman erzählöt den Eintritt in das Erwachsenenalter zwischen dem 19 und dem 22. Lebensjahr von 1959 bis 1962 mit allen Spannungen, die in diesem Lebensalter auftreten. Mit allen Dramen und Rebellionen und ihren Folgen.

Camille PASCAL hat den >Grand Prix du Roman der Académie Française für > L’Été des quatre rois, Plon, erhalten: „Il y avait ce matin-là beaucoup de monde à Saint-Cloud, la Cour bien sûr, mais aussi les ministres, il jurait même que monsieur de Talleyrand avait fait sonner dès la première heure son pied bot cerclé de fer sur les marbres de l’escalier d’honneur.“ So fängt dieser Roman an. Juli bis August 1830: Nacheinander folgen Charles X, Louis XIX, Henri V et Louis-Philippe auf dem Thron Frankreichs. Während das Volk von Paris im Aufruhr ist beobachten Hugo, Stendhal, Dumas, Lafayette, Thiers, Chateaubriand, la duchesse de Berry, Madame Royale den Untergang einer Welt.

> Le calendrier 2018 des grands prix littéraires

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