Fellbach: Joachim Król liest
Albert Camus, Der erste Mensch

Albert Camus starb bei einem bei einem Autounfall am 4. Januar 1960 in der Nähe von Villeblevin, etwa 100 km südöstlich von Paris. In seiner Aktentasche lag das unvollendete Manuskript eines autobiografischen Romans: „Der erste Mensch“. Erst 1994 wurde der Text veröffentlicht.

Der erste Mensch
Ort: Schwabenlandhalle – Hölderlinsaal
Guntram-Palm-Platz 1, 70734 Fellbach
> info@schwabenlandhalle.de
Termin: Fr., 25.01.2019, 20:00 Uhr

In Camus’ persönlichstem Werk begibt sich Jacques Comery auf die Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat, und beginnt eine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, eine Welt voller Armut, Lebensfreude und „natürlicher Schönheit“, und erzählt von seiner fast tauben, analphabetischen Mutter, seiner Großmutter – und von einem engagierten Lehrer, der seine außergewöhnliche Begabung erkennt und ihn nach Kräften fördert …
Eindringlich und nuancenreich lässt Joachim Król Camus’ Kindheitserinnerungen lebendig werden. Der profilierte Theater- und Filmschauspieler erlangte nicht zuletzt durch seine Fernsehrollen als Donna Leons Commissario Brunetti und als Frankfurter „Tatort“-Kommissar Steier breite Bekanntheit. Für die passende atmosphärische Untermalung sorgt das Orchestre du Soleil mit einer eigens von Christoph Dangelmaier komponierten Bühnenmusik, die Elemente des arabischen Rai und der französischen Musette verbindet. Die Regie stammt von Martin Mühleis. Der erfahrene Bearbeiter literarischer Vorlagen zeichnete bereits für die gefeierte Produktion von Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl verantwortlich, die im Dezember 2017 auch in Fellbach zu erleben war.

Hinweis: Theater im Gespräch um 19 Uhr mit dem Stuttgarter Romanisten Dr. Heiner Wittmann
Der Eintritt ist für die Theaterbesucher kostenfrei.

Einlass 18.30 Uhr

Tickets sind beim i-Punkt erhältlich oder easyticket.

Auf unserem Blog:

> Albert Camus 7.11.1913-4.1.1960 – 4. Januar 2019

Colloque du Group d’études sartriennes 2019 – Appel à communications

Auch für deutsche Studentinnen und Studenten gibt es hier die Chance, einen Vortrag in der École normale supérieure in Paris zu halten. Denken Sie sich ein passendes Thema aus und machen Sie mit. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 15. Februar 2019. Das Kolloquium ist eine gute Gelegenheit, mit führenden Forscher/in zum Werk von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir in Kontakt zu kommen. Schauen Sie sich auf der Website > www.ges-sartre.fr, wo die Themen früherer > frühere Kolloquien dokumentiert sind.

Siehe auch: > www.sartre-geslleschaft.de

Le Groupe d’Études Sartriennes lance son appel pour le colloque annuel qui se tiendra les 21 et 22 juin 2019 à Paris (École Normale Supérieure).

L’objectif du GES, qui réunit chaque année une soixantaine de spécialistes de Sartre (universitaires ou non) est de soutenir le développement des perspectives nouvelles sur cette œuvre majeure, de permettre aux enseignants et aux chercheurs de présenter leurs travaux en cours et de promouvoir les études sartriennes à un niveau national et international.

Le GES propose aux enseignants et chercheurs débutants ou confirmés de soumettre une proposition de communication scientifique originale portant sur la pensée et les écrits de Sartre (littérature, philosophie, textes politiques), ou dont l’objet (auteur, question) est en relation directe avec ceux-ci.

Pour l’édition 2019, le GES souhaite plus particulièrement encourager une série de propositions de communications portant sur Sartre et Simone de Beauvoir (dont l’intégralité des Mémoires ont été récemment rééditées aux éditions de La Pléiade). Le GES ne prédéfinit aucune autre thématique particulière, laissant toute latitude aux proposants par ailleurs.

Les communications, généralement présentées en français, peuvent également l’être en anglais. Dans ce cas, il sera demandé à l’orateur de fournir, à l’avance, un résumé en français à destination des auditeurs du colloque.

Les propositions de communication, qui doivent comporter un titre et un résumé en un paragraphe, sont à faire parvenir aux secrétaires du GES pour le 15 février 2019. Les communications ne devront pas excéder 30 mn.

Prière de faire parvenir vos propositions de communication à l’adresse électronique personnelle des secrétaires, et non à l’adresse du GES. En cas d’envoi postal, merci de les adresser à Hervé Oulc’hen.

Président du GES :

Michel Contat

(contat.michel@wanadoo.fr)

Secrétariat du GES :

Alexis Chabot ( alexis.chabot@orange.fr )

Hervé Oulc’hen ( oulchenherve@gmail.com )

47, rue Victor Hugo, 59110 La Madeleine (France)

Download: > Appel Colloque GES2019.pdf

Finissage der Ausstellung „1918: Neubeginn in Stuttgart und Straßburg“ & Live Performance „Même mort nous chantons / Recorded songs don’t ever die“ von Marie Guérin (40 Min)

22.11. | 19 Uhr | Institut français Stuttgart | Schloßstr. 51 | Eintritt frei

Seit Mitte Oktober lässt uns die Ausstellung „1918: Neubeginn in Stuttgart und Straßburg“ (Kurator: Dr. Nicholas Williams) die Teil der Doppelausstellung 1918: Zwischen Weltkrieg und Revolution“ ist, tiefer in die Zeit nach dem Waffenstillstand des Ersten Weltkriegs in Stuttgart und Straßburg eintauchen. Sie betrachtet die Geburt der Demokratie in Württemberg sowie die Ausdehnung der französischen Demokratie auf Strasbourg, und zeigt dabei eines: Elsässer und Schwaben, die Bürger Stuttgarts und Strasbourgs: Sie können streiten – und genau deshalb können sie Demokratie!

Foto: © Anne Kropotkine

Zur Finissage der Ausstellung präsentieren wir eine Live-Performance der Installation „Même mort nous chantons / Recorded songs don’t ever die“ von Marie Guérin:

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg lässt uns „Recorded Songs don’t ever die“ auf den Spuren von Kriegsgefangenen wandeln, deren Stimmen im Ersten Weltkrieg aufgenommen und auf Platte gepresst wurden. Durch Emil Berliners Erfindung der scheibenförmigen Schallplatte im Ersten Weltkrieg, die als Geburtsstunde der modernen Schallplatte gilt, können aufgenommene Stimmen und Lieder nun auf der ganzen Welt abgespielt und gehört werden. In ihrer Live-Performance lässt Marie Guérin die aufgenommenen und gesampelten Stimmen des Ersten Weltkriegs mit moderner Elektromusik verschmelzen. Ergänzt wird die Perfomance durch die Videokreation von Maël Teillant.

Komposition: Marie Guérin / Habilleuse Sonore, Grafische Gestaltung: Maël Teillant, Projektunterstützung: Anne Kropotkine

In Zusammenarbeit mit: CESARE – Centre National de Création Musicale (Reims), Radio France und der Akademie der Künste Berlin
Mit Unterstützung der Institut français Deutschland, Humboldt Universität (Lautarchiv), Deutschlandfunk Kultur, Marc-Bloch Zentrum, Micro-sillons, der Französischen Botschaft in Deutschland und der Mission du Centenaire 1914-1918. In Koproduktion mit Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste<

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „100×100 Jahre“ des Institut français Deutschland anlässlich des Gedenkjahrs zum Ende des Ersten Weltkrieges und der Veranstaltungsreihe „Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens – 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges“ des Institut français Stuttgart, des Hospitalhofs Stuttgart und dem IZKT der Universität Stuttgar. Alle Infos unter www.1918-2018-stuttgart.de/.

Die Literaturpreise im Herbst 2018

Im Pariser Restaurant Drouant fiel die Entscheidung Nicolas Mathieu erhält den > Prix Goncourt für seinen zweiten Roman > Leurs enfants après eux (Actes Sud). Vier Jugendliche träumen davon abzuhauen. David Diop, Frère d’âme, Seuil, Paul Greveillac, Maîtres et esclaves, Gallimard, Thomas B. Reverdy, L’Hiver du mécontentement, Flammarion, waren auch nominiert. Le restaurant parisien Drouant, où se réunissent les jurés, que la nouvelle a été proclamée, mercredi 7 novembre.

August 192, irgendein Dorf im Osten Frankreichs Anthony ist 14 und macht sich auf, um mit seinem Cousin ein Kanu zu klauen, um damit auf die andere Seite des Flusses zu kommen, „la fameuse plage des culs-nus“. Erste Liebe für Anthony, und das Drama beginnt. Vier Sommer erzählen die Geschichte dieses Landstrichs zwichen Stadt und Land. Nostalgie und Abstieg prägen das Leben: “ Soit des variations autour de l’impossibilité à prendre son envol, qui a fourni tant de trames aux romans noirs,“ schreibt Macha Séry in LE MONDE: > Nicolas Mathieu écrit les vies désœuvrées, 12.9.2018

Der > Prix Renaudot 2018 geht à Valérie Manteau, für ihren zweiten Roman > Le sillon, in dem sie die Geschichte einer Frau beschreibt, die ihren Freund in Instanbul aufsucht.

Der > Prix Femina 2018 geht Philippe Lançon für > Le Lambeau, Gallimard: Philippe Lançon beschreibt die Zeit nach nach dem Attentat auf Charlie Hebdo im Januar 2015, bei dem er schwer verletzt wurde.

> L’attentat sur Charlie Hebdo. “Un attentat terroriste, cela ne fait pas de doute” François Hollande 7. Januar 2015

Jean Birnbaum > Après « Charlie », le journal du deuil – LE MONDE DES LIVRES, 11.04.2018 à 14h52

Den > Prix Médicis 2018 erhält Pierre Guyotat für > Idiotie, Grasset. Der Roman erhielt auch schon den Prix de la langue française, 2018: Der Roman erzählöt den Eintritt in das Erwachsenenalter zwischen dem 19 und dem 22. Lebensjahr von 1959 bis 1962 mit allen Spannungen, die in diesem Lebensalter auftreten. Mit allen Dramen und Rebellionen und ihren Folgen.

Camille PASCAL hat den >Grand Prix du Roman der Académie Française für > L’Été des quatre rois, Plon, erhalten: „Il y avait ce matin-là beaucoup de monde à Saint-Cloud, la Cour bien sûr, mais aussi les ministres, il jurait même que monsieur de Talleyrand avait fait sonner dès la première heure son pied bot cerclé de fer sur les marbres de l’escalier d’honneur.“ So fängt dieser Roman an. Juli bis August 1830: Nacheinander folgen Charles X, Louis XIX, Henri V et Louis-Philippe auf dem Thron Frankreichs. Während das Volk von Paris im Aufruhr ist beobachten Hugo, Stendhal, Dumas, Lafayette, Thiers, Chateaubriand, la duchesse de Berry, Madame Royale den Untergang einer Welt.

> Le calendrier 2018 des grands prix littéraires

Französische Wochen 2018
Vortrag: Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur


Photos: Petra Kunert

Im Rahmen der > Französischen Wochen im Großraum Stuttgart 2018, 10.-21.10 2018
Montag, 15. Oktober 2018, Vortrag 18.30 Uhr
Atrium, Gorch-Fock-Str. 30, Stuttgart-Sillenbuch

Bis 1918 verlor Frankreich 560 Schriftsteller. Der Vortrag stellt ausgewählte Werke von ihnen vor und stellt die Frage nach ihrer
angemessenen Würdigung. Vortrag: Dr. Heiner Wittmann (Romanist, Historiker und Politologe).
Sprache Frz. /Dt.
Eintritt frei

Veranstalter: Mieux se connaître/ Stuttgart accueil e.V.
Semesterprogramm Winter 2018-19

> Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur: Bibliographie

> Centenaire 1914-1918. Sitographie et bibliographie en ligne

Rappel

> Nachgefragt: Jean-Noël Jeanneney, La Grande Guerre, si loin, si proche

> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur. Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: “Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…”

Folgende Veranstaltungen widmen sich speziell dem diesjährigen Schwerpunkt:
Für die Doppelausstellung „1918: zwischen Weltkrieg und Revolution“ präsentiert die Württembergische Landesbibliothek unter dem Titel „1918: Ein Entscheidungsjahr für Deutschland“ einen Überblick zu den Voraussetzungen, Stimmungen, Wendepunkten und Folgen dieses ereignisvollen Jahres im Deutschen Reich – parallel dazu beleuchtet das Institut français mit der Ausstellung „1918: Neubeginn in Stuttgart und Straßburg“ die unterschiedlichen Ausformungen von Niederlage und Revolution auf beiden Seiten des Rheins.

Während sich die Inszenierung „Carnet de Poilu“ und die Lesung „Deutsch-Französischer Salon – Es war vor hundert Jahren – Nouvelles du front (1914-1918)“ jeweils durch Soldatenbriefe direkt den Geschehnissen von der Front widmen, beleuchten die Podiumsdiskussionen mit Prof. Krumeich und Prof. Soutou anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Landesbibliothek, sowie jene unter dem Titel „Revolution unter ungleichen Bedingungen“ die unmittelbaren Nachkriegsjahre. Mehrere Filme wie François Ozons „Frantz“ oder Jean-Pierre Jeunets „Mathilde“ thematisieren das Leben im Krieg.

(Vernissagen: 11.10., 16.30 Uhr im Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart und 20 Uhr in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 8, 70173 Stuttgart (Mitte), Eintritt frei, Dt.)

XXXVes Journées de Lourmarin: « De l’ombre vers le Soleil : Albert Camus face à la violence ».

Les > Rencontres Méditerranéennes Albert Camus organiseront prochainement les 35èmes Journées Internationales de Lourmarin, autour du thème :

« De l’ombre vers le Soleil : Albert Camus face à la violence ».

Téléchargementn: „Le programme de ces Journées « De l’ombre vers le Soleil : Albert Camus face à la violence ». (modification possible)

Dates : Vendredi 5 et Samedi 6 octobre 2018 – 9h30 – 12h00 / 14h30 – 17h00
Lieu : Espace Camus – 84160 LOURMARIN

C’est à Stockholm en 1957,dans son discors du prix Nobel, que Camus a pris une position claire et sans ambages face à la violence: „Ces hommes, nés au début de la première guerre mondiale, qui ont eu vingt ans au moment où s’installaient à la fois le pouvoir hitlérien et les premiers procès révolutionnaires, qui furent confrontés ensuite, pour parfaire leur éducation, à la guerre d’Espagne, à la deuxième guerre mondiale, à l’univers concentrationnaire, à l’Europe de la torture et des prisons, doivent aujourd’hui élever leurs fils et leurs œuvres dans un monde menacé de destruction nucléaire. … il reste que la plupart d’entre nous, dans mon pays et en Europe, ont refusé ce nihilisme et se sont mis à la recherche d’une légitimité. Il leur a fallu se forger un art de vivre par temps de catastrophe, pour naître une seconde fois, et lutter ensuite, à visage découvert, contre l’instinct de mort à l’œuvre dans notre histoire. … Devant un monde menacé de désintégration, où nos grands inquisiteurs risquent d’établir pour toujours les royaumes de la mort, elle (i. e. notre génération) sait qu’elle devrait, dans une sorte de course folle contre la montre, restaurer entre les nations une paix qui ne soit pas celle de la servitude, réconcilier à nouveau travail et culture, et refaire avec tous les hommes une arche d’alliance….“ Face à la violence, l’art et la liberté sont les mots clés de Camus:

H.W.: > Aesthetics in Sartre and Camus. The Challenge of Freedom. Translated by Catherine Atkinson, Reihe Dialoghi/
dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs.
Edited by Dirk Hoeges, vol. 13, Verlag Peter Lang,Frankfurt, Berlin, Bern u.a., 2009.

Albert Camus. Kunst und Moral. Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs erschienen. Hrsg. Dirk Hoeges, Peter Lang, Frankfurt/M u.a. 2002.

Sur notre blog:

> Vergleich: Sartre oder Camus? – 3. September 2018

> Relire : Albert Camus, L´Étranger – 22. August 2018

> Albert Camus, L’hôte — Neu: Schülerarbeitsheft – 21. März 2018

> Lesebericht: Albert Camus, L’hôte (BD) 12. März 2018

> Emmanuel Macron et Albert Camus, 19. April 2017

Georg Stefan Troller liest aus „Der Traum von Paris“ und „Unterwegs auf vielen Straßen“

Termin: 13.09.2018 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Funkhaus Halberg, Konferenzgebäude, Franz-Mai-Straße, 66100 Saarbrücken
Eintritt: 5,00 / 8,00 Euro

Vorverkauf: Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken,
Fon: 0681 / 95805464; E-Mail: buechergaertner@t-online.de oder ludwig-hofstaetter@t-online.de

Moderation: Peter König (SR 2 KulturRadio)

Georg Stefan Troller schreibt über seine Arbeit: „Zwei Fremde treffen zusammen, und sie geben sich zu erkennen: der eine durch seine offenen Fragen, der andere durch seine offenen Antworten. Sie sind, diesen einen Augenblick lang, Gleichgesinnte, Vertraute, Verschworene. Ist es darum, dass ich Interviews so liebe?“ Mit 96 Jahren, hat Troller ein Buch über sein Leben in der französischen Metropole herausgebracht. „Ein Traum von Paris“ ist eine Einladung in eine Welt, die es so nicht mehr gibt: kein Reiseratgeber, sondern ein Schwärmen über alte Gebäude und Schlupfwinkel, über Treppchen und Passagen, die für ihn den Charme dieser Stadt ausmachten.

Georg Stefan Troller, geboren in Wien, emigrierte 1938 nach Frankreich, dann in die USA. Seit 1949 lebt er in Paris. Berühmt wurde er in den 1960er Jahren mit der Fernsehreihe „Pariser Journal“, danach lief seine Porträtserie „Personenbeschreibung“ über mehr als zwei Jahrzehnte.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Saar in Zusammenarbeit mit Ludwig Hofstätter und SR 2 Kulturradio.

SR 2 KulturRadio schneidet die Lesung mit und sendet sie am 30. Oktober 2018 in der Sendung „Literatur im Gespräch“ (immer Dienstags um 20.04 Uhr).

Vergleich: Sartre oder Camus?

Weil in der Statistik zu unserem Blog immer wieder der Suchbegriff > Vergleich Sartre und Camus auftaucht, sollte diese Frage oder dieser Vergleich hier noch einmal mit einem Artikel beantwortet werden.

Noch heute haben die beiden ihre Lager. Entweder ist man für Camus und auf der Seite der > Société des ètudes camusiennes oder auf der Seite Sartres und damit für die > Groupe d’Études sartriennes oder die > Sartre-Gesellschaft. Diese Lagerbildung erinnert an den Streit zwischen den beiden Freunden, den sie öffentlich in Sartres Zeitschrift Les Temps Modernes austrugen, nachdem Francis Jeanson Camus‘ L’Homme révolté 1952 so heftig kritisiert hatte. Camus schrieb an Sartre: „Monsieur le Directeur“, Sartre antwortete „Mon cher Camus“ und empfahl ihm L’Etre et le néant zu lesen, das für ihn aber eine schwierige Lektüre sei, im übrigen, könne er gerne wieder schreiben, er, Sartre, werde aber nicht mehr antworten. Ihre Freundschaft war vorbei.

Nach dem Tod von Camus am 4. Januar 1960, schrieb Sartre einen seiner schönsten Texte: „Il représentait en ce siècle, et contre l’Histoire, l’héritier actuel de cette longue lignée de moralistes dont les œuvres constituent peut-être ce qu’il y a de plus original dans les lettres françaises. Son humanisme têtu, étroit et pur, austère et sensuel, livrait un combat douteux contre les événements massifs et difformes de ce temps. Mais inversement, par l’opiniâtreté de ses refus, il réaffirmait, au cœur de notre époque, contre les machiavélismes, contre le veau d’or du réalisme, l’existence du fait moral.“in: Sartre Situations, IV. Portraits,  Paris: Gallimard, 1964, S. 128

NEU:   Heiner Wittmann,>  Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit. Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Hrsg. v. Dirk Hoeges, Band 18, > Verlag Peter Lang, Frankfurt, Berlin, Bern u.a., 2020. Hardcover. ISBN 978-3-631-83653-8.

Ist man lediglich an einer biographischen Auslegung ihrer Werke interessiert, so könnte man diesen Streit als Beleg für ihre politisch fundierten Gegensätze werten. Aber das ist nicht alles. Betrachtet man die Zusammenhänge zwischen ihren Porträtstudien über Künstler und ihre Texte über die Kunst sowie die Zusammenhänge zwischen der Freiheit des Menschen und er Kunst, die sich gegenseitig bedingen,  ohne persönliche oder politische Differenzen überzubewerten, entdeckt, wird schnell deutlich, dass es heute gilt, beide Autoren wiederzulesen.

> Aesthetics in Sartre and Camus (2009) untersucht die Ästhetik in den Werken der beiden Autoren. Der Streit zwischen beiden, der der Veröffentlichung von Camus’ L’homme révolté (1951) folgte und im folgenden Jahr nach einem heftigen öffentlich in Form eines Briefwechsels ausgetragenem zum Bruch ihrer Freundschaft führte, unterstrich ihre Gegensätze. Wenn man aber die Funktion und die Bedeutung der Kunst und der Freiheit in ihren Werken untersucht, werden fundamentale Übereinstimmungen in ihren Werken erkennbar, die in der vorliegenden Studie untersucht werden. Aesthetics in Sartre and Camus wie auch die vorher erschienenen Studien über Albert Camus und Jean-Paul Sartre sind auch jeweils als Einführung in ihr Gesamtwerk konzipiert worden. In beiden Studien werden die Kunst und die Bedeutung der Freiheit im Zusammenhang mit ihren anderen Werken analysiert. Die Studie über Jean-Paul Sartre ist 2001 bei L’Harmattan, Paris, auf französisch erschienen. > Albert Camus. Kunst und Moral ist 2002 in der Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs erschienen, herausgegeben von Dirk Hoeges im Verlag Peter Lang erschienen.

> Jean-Paul Sartre. Michel Sicard et ses entretiens avec Heiner Wittmann
Sartre and Camus. A Historic Confrontation.
Ed. and translated by David A. Sprintzen and Adrian van den Hoven, Humanity Books, an imprint of Prometheus Books, New York 2003. ISBN 1-59102-157-X

In diesem Band wird der Streit, der 1952 zwischen Camus und Sartre durch die in den Temps modernes erschienene Rezension von Camus’ L’homme révolté (1951) durch Francis Jeanson ausgelöst wurde, dokumentiert und untersucht. Die Rezension beantwortete Camus mit einem Brief an Sartre “Monsieur le Directeur…”, der im Folgeheft der Temps modernes veröffentlicht wurde, und den Sartre seinerseits mit einem Brief an Camus “Mon cher Camus…” beantwortete. Jeanson schrieb einen weiteren Artikel “Pour tout vous dire” und Camus verfaßte eine Verteidigung seines Buches L’homme révolté, die erst 1965 veröffentlicht wurde. > Bitte weiterlesen

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