Le monde numérique, les lettres et l’écriture

29. Mai 2012 von H. Wittmann



Die Welt ist digital geworden und es gibt kein Zurück mehr.
> Ohne PC ist ein Studium kaum noch möglich?. Milad Doueihi,
> Pour un humanisme numérique (Rezension), Paris: Seuil, 2011. Statt die digitale Welt als eine Fatalität zu akzeptieren, schlägt Milad Doueihi uns vor, die Technik in den Griff zu nehmen, sie besser zu beherrschen und mit unserer Imagination ihre Möglichkeiten auszunutzen. In einem langen Kapitel über die Freundschaft untersucht Doueihi alle Formen des Austauschs als neue Zeichen eines “urbanisme virtuel” (S. 73). La distance critique de M. Doueihi par rapport à ces réseaux lui permet de reconnaître les failles et les contraintes auxquelles sont soumis les usagers de Facebook, par exemple. er ist sich der Gefahren des “Solitude numérique” (p. 85-91) sehr wohl bewusst.
Das Kapitel über Anthologien (S. 105-138) enthält Überlegungen über das Verhältnis vom Schreiben zum Lesen. Doueihi will nicht vom Schrecken der Technik (cf. S. 163) sprechen, er zieht es vor, die digitale Welt mit “l’imaginaire du numérique” zu verbinden: “[il] dessine un nouvel espace partagé entre le réel et le virtuel.” (S. 166) Das kann man kaum in Abrede stellen, ein Student wird heute mit dem Internet möglicherweise schneller als noch vor 20 Jahren eine Bibliographie zu seinem neuen Seminarthema erstellen können. Aber nach wie vor bleibt die Arbeit mit oder im Internet nur eine Ergänzung ordentlicher und präsziser Bibliotheks- und Archivarbeit. Die vollständige Rezension: > L’impact du numérique sur nos sociétés

Die neue > Bibliothek am Mailänder Platz in Stuttgart visualisiert die digitale Distanz zum Buch.

François Bon beschreibt die Zeit nach dem Buch, après le livre, Paris: Seuil, 2011: Die Veränderung, die wir erleben, ist für ihn unwiderruflich und hat längst begonnen. Es geht um das Schreiben: “Accorder son traitement de texte,” rät er seinem Leser und gibt zu erkennen, wie jeder Schreibprozess mit all seinen Erscheinungsformen und Formatierungen das Lesen beeinflusst. Lesen und das Schreiben gehört zu seinen Themen. Sein Anfang ist geschickt gewählt. Folglich ist auch das Lesen am Bildschirm etwas anderes als das Lesen einer Buchseite. Und er weiß auch, dass eine Liseuse auch mit einem dicken Buch ausgerüstet keinen dicken Buchrücken hat. Und das stört uns. (S. 25) Selbst das digitale Buch ist für Bon nur ein Übergang. IPad und PC, das Schreiben ändert sich, aber er bleibt dabei: “le corps écrit.” Le Bon zeigt vor allem, dass die digitale Welt auch das Schreiben und die Schreibgewohnheiten beeinflusst und verändert. Le Bon hat nicht ganz unrecht, würde man ihm bedingungslos folgen, muss man die folgende Frage verneinen: > Peut-on encore exister sans Internet? Oder kann man ohne das Internet studieren? – Aber in welcher Hinsicht ist die digitale Welt für einen Romanisten wirklich notwendig? WIe viele von ihnen nutzen das Internet aktiv, um auf ihren eignen Seiten eigene Inhalte zu verbreiten? Oder werden Romanistik-Studenten immer mehr zu bloßen Rezipienten. Die vollständige Rezension dieses Bandes: > Die digitale Welt – Gibt es bald keine Bücher mehr?

Beide Autoren haben mit ihren Visionen nicht ganz unrecht. Auch die Welt des Unterrichts 2.0 hat sich gewandelt: > Französischunterricht und das Web 2.0.

Auf diesem Blog:

> Das Ende des Flanierens im Internet oder die “Tyrannei des Sozialen”
> Peut-on encore exister sans Internet? Oder kann man ohne das Internet studieren?
> Online lernen
> Web 2.0 – 165 Beiträge auf diesem Blog

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