Lesebericht: Jean-Paul Sartre, Überlegungen zur Judenfrage

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Der Kampf gegen den Antisemitismus in Frankreich und Deutschland


Aus gegebenem Anlass zeigen wir diesen Beitrag vom 26. November 2019 – nach den drei folgenden Tweets – nochmal ganz oben an:

Aus gegebenem Anlass zeigen wir diesen Beitrag vom 26. November 2019 nochmal ganz oben an:

Deutsch-Französischer Tag – 22. Januar 2023 – 60 Jahre Élysée-Vertrag

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Vortrag am 20. Januar 2023 zur deutsch-französischen Freundschaft aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22.1.1963: Versöhnung und Kooperation. Zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages.

Veranstalter: Verein der Freunde der Städtepartnerschaft Backnang-Annonay e.V.: Datum: 20. Januar 2023 – Uhrzeit: 19:30, Ort: Technikmuseum, Wilhelmstraße 32, 71522 Backnang. Referent: Dr. Heiner Wittmann

Der Vortrag würdigt den historischen Rahmen des Élysée-Vertrages. Dieser besiegelte die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Kaum bekannt ist dabei, dass General de Gaulle mehr als diesen Élysée-Vertrag im Sinne gehabt hat. Die Präambel, die der Deutsche Bundestag dem Ratifikationsgesetz zum Élysée-Vertrag voranstellte, hat den General enttäuscht. Dennoch ist der Vertrag von 1963 zu einem beispiellosen Erfolg geworden. In seinem Vortrag wird der Referent auch auf  die Entwicklung zum Aachener Vertrag, ein 2019 unterzeichneter Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration, eingehen.


1963-2019

> Le traité de l`Élysée de 1963

> Der Élysée-Vertrag von 1963

> Le Traité d’Aix-la-Chapelle sur la coopération et l’intégration franco-allemandes (2019)

> Der deutsch-französische Kooperationsvertrag von Aachen (2019)

> Le 22 janvier, célébrez l’amitié franco-allemande ! – allemagneenfrance.diplo.de

> Journée franco-allemande – Éduscol

Die Vielfalt der Projekte am 22. januar 2023: > deutsch-französischer tag 2023 Gymnasium

https://twitter.com/the_hake/status/1606357192948449289
oder hier anhören: > 60 Jahre Élysée-Vertrag | Les 60 ans du Traité de l’Élysée

Bibliographie:

> Aachener Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich geschlossen – 22.01.2019 – Bundeszentrale für politische Bildung

Prof. Andreas Marchetti: Nachgefragt. Die “Nähe der Gebietskörperschaften” = wie der Aachener Vertrag die grenzüberschreitende französisch-deutsche Kooperation erleichtert – 12. Juni 2020

> Deutsch-Französischer Bürgerfonds – 16. April  2020

> Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

> 22. Januar 2019: Der Aachener Vertrag. Le Traité d’Aix-la-Chapelle – 21. Januar 2019

> Vom Élysée-Vertrag zum Aachener Vertrag im Januar 2019 –  9. Januar 2019

> #TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar 2019

> Hörensagen: “Das Europa der Vaterländer” – 22. Januar 2018

Unsere Redaktion hat wichtige Aussagen de Gaulles zu Europa auf Französisch und Deutsch hier dokumentiert: > Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

 

Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – Nachgefragt: Prof. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen

Herr Uterwedde, wir sprechen über die > Deutsch-französische Initiative: “Europa muss zusammenstehen” so heißt sie auf Deutsch, auf der Website des Èlysée-Palastes heißt sie > Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus.

> Initiative franco-allemande pour la relance européenne face à la crise du coronavirus / Deutsch-französische Initiative “Europa muss zusammenstehen” – 19. Mai 2020 von H. Wittmann

Die gemeinsame Erklärung steht die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 500 Milliarden Euro: „Unser Ziel indes ist klar:- heißt es in der Erklärung“ Europa wird diese Krise geeint bewältigen und wir werden gestärkt aus ihr hervorgehen. Es ist das erklärte Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen, eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung für die Europäische Union zu erreichen.“ Es geht um die „2. Einrichtung eines ehrgeizigen Fonds zur wirtschaftlichen Erholung auf EU-Ebene für Solidarität und Wachstum schlagen Frankreich und Deutschland vor, der Europäischen Kommission zu gestatten, eine solche Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung mittels Aufnahme von Mitteln an den Märkten im Namen der EU zu finanzieren,“ wie soll das funktionieren?


< „Der langjährige Mitarbeiter und stellvertretende Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg Henrik Uterwedde hat mit dem reichen Schatz seiner Kenntnisse und Erfahrungen eine Einführung mit dem Titel > Die deutsch-französischen Beziehungen verfasst, die jetzt im Verlag Barbara Budrich erschienen ist…:“ > Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung


In Bezug auf die Schulden, wir fragen nochmal nach: In den Medien wurde von einem Paradigmenwechsel besonders mit Blick auf Bundeskanzlerin Merkel gesprochen Paul Taylor, a contributing editor at POLITICO, writes the “Europe At Large” column: „PARIS — She did it! > Merkel’s milestone moment „German chancellor writes herself into EU history by embracing common borrowing and European solidarity.“ „The twilight of her chancellorship, Angela Merkel has secured her place in the pantheon of European statesmanship by agreeing to common EU borrowing to help the countries hardest hit by the coronavirus rebuild their economies.“ – Kann man das wirklich so sagen?

Erscheint das Urteil aus Karlsruhe durch diese Initiative in einem anderen Licht?

Vgl. dazu: Pierre-Yves Le Borgn‘ > Les juges allemands, l’Europe et nous publié le 21 mai 2020

Bevor wir auf einige Details eingehen, ist diese Erklärung auch als eine längst überfällige deutsche Antwort auf die europapolitischen Vorschläge von Präsident Macron – unsere Blog-Redaktion hat seine Europa-Reden, nicht nur die Rede in der Sorbonne ausführlich dokumentiert zu verstehen? Vgl. Tout un système : > 12 Reden über Europa: Macron und Europa

Aber die Erklärung enthält außer dem Vorschlag des Superfonds noch viel mehr: Wir zieren nochmal aus der Erklärung:

1. Strategische Souveränität im Gesundheitssektor – Erarbeitung einer EU-„Gesundheitsstrategie“
Die europäischen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Bereich Impfstoffe und Behandlungsmethoden, ebenso wie die Koordinierung und Finanzierung auf internationaler Ebene (ACT-Accelerator Initiative), mit dem kurzfristigen Ziel erhöhen, einen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Europäischen Union zu entwickeln und herzustellen, der global zugänglich sein muss;

Die Punkte 3 und 4 geben eine Lösung strittiger Fragen der ungelöster Probleme vor:
3. Beschleunigung des Green Deal und der Digitalisierung […]
• e Einführung einer CO2-Mindestbepreisung im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) unterstützen und an der künftigen Einführung eines sektorenübergreifenden EU ETS arbeiten.
• für jeden Sektor einen Fahrplan für die ökologische Erholung erarbeiten, der, soweit angemessen, auch Klima- und Umweltziele und/oder -bedingungen vorsieht;
• die Digitalisierung beschleunigen, unter anderem durch den 5G-Roll-out, Maßnahmen für sichere und vertrauenswürdige Infrastrukturen und Cybersicherheitstechnologien, digitales Identitätsmanagement, förderliche Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz und eine faire EU-Regulierung für Digitale Plattformen.

4. Stärkung der wirtschaftlichen und industriellen Widerstandsfähigkeit und Souveränität der EU und neue Impulse für den Binnenmarkt […]
• die uneingeschränkte Funktionsweise des Schengenraums sichern durch Verbesserung der Koordinationspflichten zwischen den Mitgliedstaaten in Krisenzeiten und durch Stärkung der gemeinsamen Außengrenzen;
• soziale Konvergenz stärken und die Diskussion über einen EU-Rahmen für Mindestlohnregelungen, der an die Verhältnisse in den Mitgliedstaaten angepasst ist, vorantreiben.

Wie steht es Ihrer Meinung nach um die Akzeptanz dieser Initiative bei den Partnerländern in der EU?

Auf unserem Blog:

> Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

> Nachgefragt: Die deutsch-französischen Beziehungen. Ein Gespräch im DFI mit Henrik Uterwedde -20. Jnaur 2014.

Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung

Der langjährige Mitarbeiter und stellvertretende Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg Henrik Uterwedde hat mit dem reichen Schatz seiner Kenntnisse und Erfahrungen eine Einführung mit dem Titel > Die deutsch-französischen Beziehungen verfasst, die jetzt im Verlag Barbara Budrich erschienen ist. Ein kurzer Abriss der „Geschichte einer spannungsreichen Nachbarschaft“ führt von den Anfängen über die Kriege bis zum Deutsch-französischen Vertrag von 1963. Die beiden Kernstaaten in Europa verfügen über bemerkenswerte Gemeinsamkeiten aber auch erstaunliche Unterschiede. „Europa als Ausgangshorizont und Zielhorizont“ hat der Kooperation der beiden Partner einen neuen Rahmen für gegeben, auch wenn das Gleichgewicht zuweilen prekär erscheint. Viel ist in den letzten Jahren über den deutsch-französischen Motor geschrieben worden. Gibt es ihn und was kann er leisten? fragt Uterwedde. Allen wichtigen Domänen wird ein Kapitel gewidmet: Wirtschaft, Euro, Gesellschaft, Kultur, Bildung und Wissenschaft.

Rappel: > Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26.  Februar 2019

Der Band enthält mehr als eine Landeskunde, denn der Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland kommt nicht zu kurz: Bsd. im 2. Kapitel „Warum Deutschland und Frankreich?“, in dem der Autor die gegenseitigen Erwartungen und Bilder, Perzeptionen, wie man in der Politikwissenschaft sagt, Revue passieren lässt. Beide Staaten brauchen einander, wenn auch zuweilen aus unterschiedlichen Gründen.

Die vielen Aufforderungen, Französisch zu lernen, verhallen zuweilen, weil manchen Schülern die Gründe dafür nicht so einsichtig sind. Hier bekommen auch sie das notwendige Hintergrundwissen, um nach der Lektüre der ersten drei Kapitel schon zu ahnen, dass Frankreich kein so normaler Nachbar ist, sondern dass die Aussöhnung ein Wunder ist, dass beide Staaten keineswegs nur schöne bilaterale Beziehungen pflegen, sondern dass ihre Kooperation immer besser wird, je mehr sich beide Staaten zugunsten Europas engagieren:  > Macron und Europa.

Kein Staat kann heute die großen Probleme wie Migration , Digitalisierung, Sicherheit und Klimawandel auch nur in Ansätzen für sich alleine lösen. Frankreich und Deutschland können das zusammen alleine auch nicht, aber ihre so intensive Kooperation auf  allen Politikfeldern ist geeignet, die Kooperation in Europa voranzutreiben: Kapitel 3: Europa – Ausgangsort und Zielhorizont. Unsere Redaktion meint, wer Französisch lernt bereite sich nicht nur für Reisen in frankophone Länder vor, sondern er bereitet sich auch auf das Mitmischen in Europa vor.

Beeindruckend ist das dichte Netz an Kontakten, die permanente Zusammenarbeit (Kompromisse, S. 69) zwischen den Ministerien der Länder, in Berlin mit denen in Paris, die 2300 Städtepartnerschaften, der intensive Jugend- und Schüleraustausch mit Hilfe des Deutsch-französischen Jugendwerks (DFW), die Initiativen der Deutsch-französischen Hochschule und…   > Deutsch-französische Kooperationen: Unsere Bookmarks– 16. Mai 2019. –  Die enge Verflechtung in wirtschaftlicher Hinsicht ist ganz bestimmt manchem Sprachabwähler nicht bekannt, denn wenn er um seine Zukunft besorgt ist, müsste er selbstredend bei Französisch  bleiben und Spanisch als Arbeitsgemeinschaft weiterführen.

Hört beim Euro und beim Geld die Freundschaft auf? Aber die Stärke der Europäischen Wirtschafts – und Währungsunion ist trotz mancher umfahrenen Klippen ein Erfolgsmodell. Der Weg war lang, die Kompromisse mühsam (S. 93-110). Der Erfolg gibt dieser Union Recht.

Viele bibliographische Angaben mit Internet-Quellen ergänzen den Band.

Siehe auch : Daniela Witzki, > „Tragfähige europäische Kompromisse zu erarbeiten ist alles andere als selbstverständlich.“ – 5 Fragen an Henrik Uterwedde – 19. November 2019.

2019: Wichtige Themen auf unserem Blog

Am Ende eines Jahres wird oft zurückgeschaut. Es ist nicht einfach, hier auf dem Blog Ordnung zu halten. Unsere Redaktion möchte hier möglichst viele Themen aufnehmen, die über den Tag hinaus für den Französischunterricht eine gewisse Aktualität behalten. Themen, die Schülern Stoff, Ideen und Anregungen z. B. für spannende Referate geben oder Pisten zur Weitersuche eröffnen: wie hier > Bibliographie: Erinnerungskultur. Es gibt kein gutes System auf unserem Blog Themen, die für Referate o. ä. nützlich sein könnten, auf den ersten Blick leicht finden zu lassen. Die Listen hier rechts in der Spalte sind etwas unübersichtlich und dann gibt es noch den Versuch, Themen als Listen über einem Einzelbeitrag anzuzeigen.

Diese folgende Liste ist ein > Beitrag zu Lehrerfortbildung am 26. 11.2019 in Speyer, bei der es um die Vermittlung aktueller Themen mit modernen Medien geht: > Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter – 4. Oktober 2019.

Für 2019 zeigen wir hier eine Liste der wichtigsten Artikel von den Gelbwesten, über den Aachener Vertrag, Themen der Erinnerungskultur bis zu Macron und Europa.

Êtes-vous nomophobe ? – 17. Dezember 2019

Éditorial: Warum sollten Schüler unseren Blog lesen? – 16. Dezember 2019

Die Rentenreform in Frankreich und der Streik ab 5. Dezember 2019 – 11. Dezember 2019

Prag: Außenminister Jean-Yves Le Drian spricht über die Souveränität, Sicherheit und Digitalisierung in Europa – 9. Dezember 2019

Haben Ihre Schüler schon eine Partnerschule in Frankreich? – 7. Dezember 2019

Warum geben so viele Schüler/innen Französisch vor der Sek. II auf? – 4. Dezember 2019

Macron, Trump und die NATO – 4. Dezember 2019

Tolkien-Fans reisen nach Paris – 4. Dezember 2019

Aujourd’hui: La France rend hommage aux treize soldats morts au Mali – 2. Dezember 2019

Paris -1. Dezember 2019 – 2. Dezember 2019

Deutsch-französische Beziehungen: Suchen im Internet – Linklisten – 28. November 2019

Lesebericht: Jean-Paul Sartre, Überlegungen zur Judenfrage – 26. November 2019

Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und die NATO– 25. November 2019

Lehrerfortbildung in Rheinland-Pfalz – 25. November 2019

Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung -20. November 2019

Relire, écouter : Gustave Flaubert, Madame Bovary. Mœurs de province – 19. November 2019

Harcèlement scolaire : le Président a un message pour les jeunes – 14. November 2019

Le discours d’ouverture du Président Emmanuel Macron aux Forum de Paris sur la paix – 12. November 2019

Im Gespräch: Michel Desmurget, La fabrique de crétin digital – 25. Oktober 2019

Educ’ARTE : Das Beste von ARTE für den Unterricht – 8. Oktober 2019

Infox – 16. September 2019

Heute vor 230 Jahren: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte – 26. August 2019

Der #Klimawandel kommt – 9. August 2019

Gegen die Todesstrafe – 26. Juli 2019

Greta Thunberg prononce un discours à l’Assemblée Nationale – 23. Juli 2019

Europa und die Kultur – 15. Juli 2019

Nachgefragt: Ministerpräsident Armin Laschet antwortet auf unsere Fragen – 8. Juli 2019

Der Bericht des Haut conseil pour le climat HCC – 26. Juni 2019

Klimawandel. Nachgefragt. Wir fragen Pierre-Yves Le Borgn’ – 19. Juni 2019

Europa und die Kultur – 15. Juli 2019

cybermalveillance.gouv.fr : Sicherheit im Internet – 18. Juni 2019

Général de Gaulle : L’appel du 18 juin – 18. Juni 2019

10. Juni 1944: Das Kriegsverbrechen in Oradour-sur-Glane – 10. Juni 2019

Europa – EU – 5. Juni 2019

Sitographie: “Regeln” für soziale Netzwerke in der Politik – 29. Mai 2019

Afrotopia und die Restitution afrikanischer Kulturgüter. Nachgefragt: Interview mit Felwine Sarr – 27. Mai 2019

Pierre-Yves Le Borgn’ : “L’Europe doit retrouver le lien citoyen.“ – 24. Mai 2019

Le Camp des milles à Aix-en-Provence – 22. Mai 2019

Ein vereintes Europa – Une Europe unie – auf dem Weg zu einer Konföderation – 16. Mai 2019

9. Mai 1950 : Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) – 9. Mai 2019

Nachgefragt: Die Restitution afrikanischer Kulturgüter. Wir fragen Bénédicte Savoy – 30. April 2019

Podiumsdiskussion im Lindenmuseum Stuttgart. Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes – 30. April 2019

Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes – 29. April 2019

Agnès Poirier, An den Ufern der Seine: Begleiten Sie uns durch das 6. Arrondissement in Paris? – 26. April 2019

Jeudi 25 avril 2019: L’intervention d’Emmanuel Macron en conclusion du grand débat national – 25. April 2019

Nachgefragt: Michel Sicard parle de l’exposition “Enfermement” – 24. April 2019

Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions – 19. April 2019

Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019

Es knirscht zwischen Paris und Berlin – 17. April 2019

Francophonie: Bibliographie et sitographie – 5. April 2019

Le discours d’Emmanuel Macron à l’occasion du 75ème anniversaire des combats du Plateau des Glières – 31. März 2019

25 mars 2019: L’assemblée parlementaire franco-allemande – 27. März 2019

Pierre-Yves Le Borgn’: Frankreich, Deutschland und Europa – 24. März 2019

Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019

Der Bundestag hat dem Deutsch-französischen Parlamentsabkommen zugestimmt – 24. März 2019

Die Nationalversammlung stimmt der Einrichtung einer Deutsch-französischen Parlamentsversammlung zu – 12. März 2019

Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019

Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019

Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26. Februar 2019

Les Grand Débat national : Un entretien avec le Député Frédéric Petit – 22. Februar 2019

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich ist 2018 um 74% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – 19. Februar 2019

Demonstration der “Gelben Westen” am 16.2.2019: Demonstranten beleidigen den Philosophen Alain Finkielkraut – 18. Februar 2019

Nachgefragt: Ein Gespräch mit Isabelle Bourgeois über die Bewegung der “Gelben Westen” – 8. Februar 2019

#lire III Französische Literatur für Schüler/innen – 8. Februar 2019

Holocaust-Gedenktag – 27. Januar 2019

Débat citoyen sur l’Europe avec la Chancelière allemande Angela Merkel – 24. Januar 2019

#TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar 2019

22. Januar 2019: Der Aachener Vertrag. Le Traité d’Aix-la-Chapelle – 21. Januar 2019

Französisch-deutsches Twittern über den Aachener Vertrag: #AachenerVertrag – #TraitédAixlaChapelle – 18. Januar 2019

13 janvier 2019 : La Lettre d’Emmanuel Macron aux Français – 13. Januar 2019

Die Künstliche Intelligenz in Brüssel – 10. Januar 2019

Vom Élysée-Vertrag zum Aachener Vertrag im Januar 2019 – 9. Januar 2019

Les Gilets Jaunes – 9. Januar 2019

Die Demonstrationen gegen den Antisemitismus am 19.2.2019 in Paris und überall in Frankreich – 19. Februar 2019

Antisemitismus. Die Schändung des Friedhofs in Quatzenheim – 19. Februar 2019

Antisemitismus > www.france-blog.info/index.php?s=antisemitismus

Emmanuel Macron und Europa – 8. September 2018

36. Französische Filmtage in Tübingen und Stuttgart

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La déclaration de politique générale du Premier ministre Édouard Philippe

Premierminister Édouard Philippe hat am Mittwoch, 12. Juni 2019, in der Nationalversammlung eine bemerkenswerte Rede gehalten: (am Donnerstag wird er vor dem Senat sprechen > Déclaration de politique générale), und > Qu’est-ce qu’une déclaration de politique générale ? LE MONDE vom 13. Juni hat eine Kunst, Überschriften passgenau zu formulieren: „Edouard Philippe, un pied sur chaque rive du macronisme“: Cette fois, c’est la bonne,“ als Anspielung auf alle Antworten auf die Bewegung der Gelben Westen: ÉdDouard Philippe: „En novembre dernier, nous avons rencontré la colère. Certains diront que nous l’avons seuls créée. Je ne le crois pas. Cette colère vient de loin et bien des démocraties l’ont ressentie dans des formes variées. Mais peu importe. C’est à nous, gouvernants, parlementaires, qu’elle était en premier adressée. D’une certaine façon, elle nous rappelait à notre promesse de promouvoir le travail et de lutter contre les injustices. Nous avons décidé des mesures puissantes pour répondre aux aspirations des Français. Et pour apaiser.“ und „C’est l’« Acte 2 » du quinquennat.“ Beiden Seiten etwas geben, von Steuersenkungen, grüner Politik und Einwanderung, Sicherheit und Islamismus zu sprechen, keine leichte Aufgabe.

Vidéo : > Édouard Philippe a prononcé sa déclaration de politique générale à l’Assemblée nationale

Vidéo : > Déclaration de politique générale, d’Édouard Philippe, au Sénat

Der Text: > Déclaration de politique générale d’Edouard Philippe, Premier ministre

Es war eine „déclaration de politique générale“ (gemäß Art 49 der >Verfassung von 1958), also eine Regierungserklärung, über die nach der Sitzung abgestimmt wird und der Premierminister bekam ein breite Mehrheit. Philippe möchte einen neuen Politikstil einführen, eine „Änderung der Methode“. Die Rede >

ist bemerkenswert, weil der Premierminister eine Reihe von neuen Initativen ankündigt, u.a. Steuersenkungen und einen neuen offenkundig ernstgemeinten Anlauf in Sachen Klimapolitik: Philippe gestand seinen Lernerfolg ein, er habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass der Kampf für das Klima genauso wichtig wie der Kampf für Arbeitsplätze sei: „Au cœur de l’acte II, il y a d’abord l’ambition écologique,“ erklärt der Premierminister. 13,48 % hatte Yannik Jadot, Spitzenkandidat Écologie/ Les verts bei der Europawahl erhalten – also gibt es kein Zögern für die Regierung mehr auf mehr grüne Politik sofort umzuschalten – da könnte die Koalition in Berlin etwas davon lernen. In den französischen Amtsstuben wird im Herbst das Einwegplastik verschwinden. > Discours de politique générale : l’annonce d’un programme écologique – LCI .  (Bleiben Sie uns bitte  als Leser treu, dazu folgen bald einige Artikel auf diesem Blog – unsere Redaktion arbeitet daran.) Er kündigt auch Gesetzesvorhaben, u.a. zugunsten des Rechts der Frauen auf eine  PMA (La procréation médicalement assistée -Künstliche Befruchtung) an, über das im September abgestimmt werden soll.

Hinsichtlich der anstehenden Rentenreform verspricht Philippe den Franzosen das Arbeiten bis 64 zu erleichtern. Jetzt gilt ein Renteneintrittsalter von 62 Jahre, das er nicht in Frage stellen, gleichwohl gibt er zu verstehen, die Franzosen müssten länger arbeiten. Und zur Arbeitsmarktpolitik kündigt er an, dass Arbeitssuchende sich künftig stärker auf die Suche konzentrieren müssen, um weiterhin Leistungen zu bekommen.

Diese Rede zeigt in ihren Details, dass und wie der Premierminister das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen möchte, sowie es die > Verfassung von 1958 eigentlich vorsieht: Art. 20, Abs. 1.: „Die Regierung bestimmt und leitet die Politik der Nation.“

Ohne Zweifel war Präsident Macron in der ersten Phase seiner Amtszeit immer in vorderster Linie u. a. auch bei der Lösung der Krise um die > Gelben Westen. In der Tat, das ist eine Besonderheit des halbpräsidentiellen Systems (Maurice Duverger, s. auch > 60 Jahre V. Republik – 5. Oktober 2018)  in Frankreich, dass der Regierungschef trotz des zitierten Absatzes der Verfassung eigentlich immer im Schattten des Staatspräsidenten steht. Ursprünglich war das von General de Gaulle etwas anders gedacht > Charles de Gaulle, Discours de Bayeux, 16 juin 1946 – 16. Juni 2016: Der Staatschef sollte sich über den Parteien stehen (l’arbitre) nicht unbedingt in das Tagesgeschäft einmischen. Aber Macht ist doch so verführerisch und spätestens mit der Verffassungsreform von 1962, nach der der Staatspräsident künftig vom Volk gewählt werden sollte (nach dem Staatstreich von Staatspräsident Louis-Napoleon (seit Dez. 1848 vom Volk gewählt, dem späteren > Napoleon III. am 2. Dezember 1851 war kein Präsident in Frannkreich  mehr vom Volk gewählt worden), änderte sich sein Machtanspruch, den de Gaulle und seine Nachfolger keineswegs nur auf die Außenpolitik (Stichhwort: domaine réservé)  beschränkten.

Édouard Philippe
> Des hommes qui lisent
EAN : 9782709661430
Essais et documents
Paris: JCLattès 2017
150 pages

Bisher bekam der Premierminister immer wieder eine größere Rolle nur dann zugestanden, wenn der Präsident und die Mehrheit in derr Nationalversamlung ncht von der gleichen Mehrheit getragen wurden: Stichwort: Cohabitation (Wikipedia). Wenn jetzt Premierminister Philippe sich mit diesen Projekten zu Wort meldet und Präsident Macron anscheinend auf seine geplante Rede vor dem Kongress verzichtet,  so deutet sich eine Akzentuierung des Artikels 20 an, die die 2. Phase der Amtszeit von Präsident Macron einleiten könnte.

> La déclaration de politique générale du Premier ministre Édouard Philippe – 4.  Juli 2017

> Premier gouvernement #gouvernementphilippe de l’ère de Macron: Zwei Ministerposten für Europa – 17. Mai 2017

Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes

Am 28. November 2017 hat Präsident Macron in der Universität Ouaga in Ouagadougou in einer Rede die zeitweise oder definitive Rückgabe von afrikanischen Kulturgütern an Afrika angekündigt: „Ich wünsche, dass in den nächsten fünf Jahren, die Bedingungen für eine zeitweise oder definitive Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an Afrika geschaffen werden,“ nachdem er festgestellt hatte: „… das afrikanische Kulturerbe kann nicht nur in Privatsammlungen und europäischen Museen sein“. Man muss (nicht nur) offizielle Texte ganz genau lesen: Was wird nicht gesagt? Was steht drin? Und wie wird es gesagt?

Es geht nicht nur um die Museen in Frankreich. Er hat Europa im Blick. Wie werden seine Museen reagieren, wenn Macron seine Ankündigungen bezüglich der französischen Museen tatsächlich realisiert? Ein Adjektiv in der Rede Macrons deutet an, dass er ein schwerwiegendes Projekt angeht und sich kommender Kritik schon sicher ist: Bleibt da gleich ein Hintertürchen offen? „temporaire“ klingt nach Leihgabe oder ist das eine Konzession an die Kritiker seines Vorhabens? Sicher, Präsident Macron spricht für Frankreich, aber er hat auch die europäischen Museen im Blick und in diesem Zusammenhang darf man auch an seine Rede zur „refondation de l’Europe par la culture“ anlässlich der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2017 erinnern: > #fbm17 #FRAFRA2017 Le discours d’ouverture d’Emmanuel Macron. Wir zitieren diese Rede, um an Macrons Verständnis des Vorrangs der Kultur zu erinnern. Diese Auffassung zeigt sich auch wieder im Umgang mit der Identität afrikanischer Staaten: In der Rede in Ouaga klang seine Ankündigung so – ab 1 h 15′:

> Discours d’Emmanuel Macron à l’université de Ouagadougou– Website des Élysée-Palastes

Emmanuel Macron : „Mesdames et Messieurs, je terminerai par ce qui doit nous permettre ensemble d’écrire cette nouvelle relation d’amitié dans la durée au-delà des menaces, des craintes et de nos intérêts partagés. Aujourd’hui, nous sommes orphelins, nous sommes orphelins en quelque sorte d’un imaginaire commun, nous souffrons d’un imaginaire qui nous enferme dans nos conflits, parfois dans nos traumatismes, d’un imaginaire qui n’est plus le vôtre, n’est plus le nôtre, et je veux reconstruire cet imaginaire commun et d’avenir autour de trois remèdes.
Le premier remède c’est la culture, dans ce domaine, je ne peux pas accepter qu’une large part du patrimoine culturel de plusieurs pays africains soit en France. Il y a des explications historiques à cela mais il n’y a pas de justification valable, durable et incondit ionnelle, le patrimoine africain ne peut pas être uniquement dans des collections privées et des musées européens. Le patrimoine africain doit être mis en valeur à Paris mais aussi à Dakar, à Lagos, à Cotonou, ce sera une de mes priorités. Je veux que d’ici cinq ans les conditions soient réunies pour des restitutions temporaires ou définitives du patrimoine africain en Afrique.“

„Meine Damen und Herren, ich schließe mit einem Thema, das uns erlauben soll, ein neues Kapitel dieser Freundschaftsbeziehungen auf Dauer jenseits von Bedrohungen, Furcht und unserer Interessen zu schreiben. Heute sind wir Waisenkinder, in gewisser Weise haben wir unser gemeinsames Vorstellungsvermögen verloren, wir leiden an einer Vorstellungswelt, die uns in Konflikte einschließt, manchmal in Traumata, einer Vorstellungswelt, die nicht mehr ihre ist, auch nicht mehr unsere, ich aber möchte diese gemeinsame künftige Vorstellungswelt wiederaufbauen. Drei Mittel dazu:
Das erste Mittel ist die Kultur, in diesem Bereich, kann ich es nicht länger akzeptieren, dass ein großer Teil der kulturellen mehrerer afrikanischer Länder sich in Frankreich befindet. Dafür gibt es historische Erklärungen, aber keine gültige, dauerhafte und bedingungslose Rechtfertigung, das afrikanische Kulturerbe kann nicht nur in Privatsammlungen und europäischen Museen sein. Das afrikanische Kulturerbe muss in Paris, aber auch in Dakar, in Lagos, in Cotonou in Wert gesetzt werden. Das wird eine meiner Prioritäten sein. Ich wünsche, dass in den nächsten fünf Jahren, die Bedingungen für eine zeitweise oder definitive Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an Afrika geschaffen werden.“

Auf Twitter resümierte Emmanuel Macron unmissverständlich:

Am 23. November 2018 haben Bénédicte Savoy, Professorin an der TU Berlin und am Collège de France sowie Felwine Sarr, Professor an der Universität Gaston-Berger in Saint-Louis (Sénégal), ihren Bericht über die Rückgabe von afrikanischen Kulturgütern – > Rapport sur la restitution du patrimoine culturel africain. Vers une nouvelle éthique relationnelle – Präsident Emmanuel Macron überreicht.

Zum Herunterladen, *pdf, 240 Seiten: Felwine Sarr et Bénédicte Savoy > Rapport sur la restitution du patrimoine culturel africain. Vers une nouvelle éthique relationnelle Novembre 2018

> Pressestimmen

Gerade erschienen: Patrick Bahners, Französisches Ausleerungsgeschäft. Der „Bericht über die Restitution afrikanischen Kulturerbes“, in: MERKUR, Heft 03 / März 2019 – Heft 838, S. 6-17:

Patrick Bahners beginnt mit einer Forderung der Gelben Westen: „Frankreich muss den afrikanischen Völkern die unrechtmäßig erworbenen Güter zurückgeben.“ S. 5. Und er erinnert an ein Interview mit Achille Mbembe, der eine Parallele zwischen dem Schutz von Kulturgütern und de Management der Flüchtlingsbewegung hergestellt hatte: wie wolle man „Kunst- und Menschenfreund“ sein, ohne beide Themen zusammenzusehen? Bahners erinnert an die hier oben zitierte Rede von Emmanuel Macron am 28. November 2018 in Ouaga und an den Bericht über die Rückgabe der Kulturgüter, den Macron im März 2018 in Auftrag gegeben hatte, den er ein „bürokatisches Dokument“ nennt.

Der Bericht ist mehr eine Interpretation der Absichten Macrons und die beiden Autoren lassen durchblicken, dass hier ein „historisches Zeitfenster“ zu nutzen sei. Die Ankündigung Macrons könnte Folgen für viele andere Museen nicht nur in Frankreich haben. Macht er wirklich innerhalb von fünf Jahren Ernst mit seinem Vorhaben, dann müssten andere europäische Museen sich fragen lassen, wie haltet ihr es mit dem Besitzrecht afrikanischer Kunstgüter? Bahners, S. 8:

„Das Eigentum an allen Museumsgegenständen, die vor 1960 im Auftrag des französischen Staates, von Akteuren des Staates oder auch nur mit Geld des Staates aus Afrika abtransportiert wurden, soll, das schlägt der Bericht vor, an die Staaten übergehen, die sich heute dort befinden, wo die Dinge hergestellt wurden.“

Natürlich gibt es einen Vorbehalt der Museen hinsichtlich des universalen Zugangs zur Kunst, diesen für alle zu sichern… aber gerade deswegen ist Macrons Vorschlag so aufsehenerregnd. Die Académie des Beaux-Arts war folglich auch entsetzt und gab zu Protokoll, on „tient à réaffirmer le principe intangible d’inaliénabilité des collections nationales“ > Restitution du patrimoine culturel africain : la position de l’Académie des beaux-arts – Präsident Macron dürfte sich über diese Stellungnahme nicht gewundert haben, stellte er diese Ansicht doch mit seiner Rede in Ougada in Frage.

Patrick Bahners zitiert eine lesenswerte Abhandlung von K. H. Heydenreich: > Darf der Sieger einem überwundenen Volke Werke der Literatur und Kunst entreißen? Eine völkerrechtliche Quästion, in: Deutsche Monatsschrift, Bd. 2, August 1798, S. 290‒295: „Und ich kann nicht anders, als es für ein Verbrechen gegen die Menschheit erklären, wenn der besiegten Nation nationale Meisterwerke der schönen Kunst geraubt werden“, die, wenn ihre Schlussfolgerungen immer beherzigt worden wäre, vielen Ländern viele Probleme erspart hätten.

Bisher gründeten Präsidenten neue Museen und setzen sich damit Denkmäler: „Pompidou mit dem Musée de l’art moderne, Giscard mit dem Musée d’Orsay, Mitterrand mit dem Grand Louvre und Chirac mit dem Musée du Quai Branly.“ (Bahners, S. 16) Emmanuel Macron hat sich für einen anderen Weg entschieden und wolle, so Bahners, das Universalmuseum auflösen: „Dem Centre Pompidou folgt die Macron-Zentrifuge.“

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