Staatspräsident Sarkozy im US-Fernsehkanal CBS zur nuklearen Abrüstung

15. April 2010 von H. Wittmann



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Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat in einem Interview mit der > Nachrichtensendung Evening News des amerikanischen Fernsehsenders CBS am 12. April 2010 in Washington zur Reduzierung der Kernwaffen und der Rolle der französischen Atomwaffen Stellung genommen. Es ist interessant, wie Katie Coruric in diesem Interview auf präzise Art ihre Fragen stellt:


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> CBSNEWS 12. April 2010

– Auszüge in deutscher Übersetzung –

Frage: /Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Terrorist in den Besitz eines Atomsprengsatzes kommt, liegt zwischen 30 und 50 %. Können Sie das wahrscheinlichste Szenario beschreiben, das Ihnen in Bezug auf Atomwaffen die größte Besorgnis bereitet?/

Sarkozy: Ich glaube, dass Präsident Obama richtig damit lag, ein Gipfeltreffen mit rund 40 Staats- und Regierungschefs einzuberufen, um sich mit der Frage des Atomterrorismus zu beschäftigen. Die Gefahr besteht. Ob diese Gefahr bei 30, 40 oder 50 % liegt, spielt keine Rolle. Die Gefahr ist da. Und wir müssen uns gemeinsam der Gefahr des Atomterrorismus stellen. Die Gefahr kann darin bestehen, dass eine Atomwaffe in die Hände einer terroristischen Organisation gerät, oder dass ein Land terroristische Organisationen unterstützt und ihnen hilft, in den Besitz einer Atombombe zu kommen. So oder so, die gesamte Staatengemeinschaft muss reagieren, um gegen diese Form des Terrorismus zu kämpfen. Dies ist einer der Gründe, warum ich gemeinsam mit anderen Staatschefs heute hier bin und das von Präsident Obama organisierte Gipfeltreffen unterstütze. (…)

/Die Vereinigten Staaten und Russland haben vergangene Woche ein Abkommen zur Reduzierung der Anzahl ihrer Atomwaffen unterzeichnet und die Vereinigten Staaten haben eine neue Doktrin über Nuklearmaterial herausgegeben. Es gibt Stimmen, die meinen, dies würde die Macht der Vereinigten Staaten schwächen. Ist das Ziel einer atomwaffenfreien Welt realistisch?/

Sarkozy: Präsident Obama hat vor einem Jahr in seiner Rede in Prag gesagt, er träume von einer Welt ohne Atomwaffen. Alle träumen mit ihm von einer solchen Welt. Aber er hat auch gesagt, dass alle Länder, die im Besitz von Atomwaffen sind, mit größter Besonnenheit damit umgehen müssen. Er hat eine neue Strategie zum Gebrauch von Atomwaffen definiert. Präsident Bush hatte die Bedingungen, unter denen die Vereinigten Staaten ihre Atomwaffe benutzen dürfen, gelockert. Präsident Obama hat diese wieder gestrafft und festgelegt, dass es wirklich nur in ganz bestimmten Fällen möglich ist — im äußersten Fall zur Selbstverteidigung der vitalen Interessen der Vereinigten Staaten oder ihrer Verbündeten. Ich finde mich ganz in dieser Doktrin wieder und Frankreich ist selbst das erste Land in der Welt, das Auskunft über die Anzahl seiner Atomwaffen gegeben hat. Wir sind das einzige Land. Ich habe die Zahl genannt: Es sind etwa 300. Wir sind das Land, das seine Atomwaffen am stärksten reduziert hat, und deshalb unterstütze ich den Start-Vertrag, der eine gute Nachricht zwischen Russland und den Vereinigten Staaten ist. Wir sind nicht mehr im Kalten Krieg. Und dass die größte Weltmacht, die Vereinigten Staaten, einen Vertrag mit Russland unterzeichnet, ist eine gute Nachricht. Das Klima des Kalten Krieges wird nicht wieder aufkommen. Ich glaube im Übrigen in Bezug auf die Doktrin zum Gebrauch von Atomwaffen, die nur im äußersten Fall benutzt werden dürfen, dass diese Doktrin von Präsident Obama klug ist und der traditionellen Doktrin Frankreichs entspricht.

/Unter welchen Bedingungen wäre Frankreich bereit, seine Atomwaffen aufzugeben?/

Sarkozy: Wie gesagt — das sage ich unseren amerikanischen Freunden, die das sicher nicht wissen — Frankreich hat auf seine Atomtests verzichtet; wir haben den Vertrag über das Verbot von Atomtests ratifiziert, wir sind die einzigen, die das getan haben; wir haben das Plateau d’Albion geschlossen, wo die Abschussvorrichtungen für Nuklearraketen standen; ich habe die Anzahl unserer Atomwaffen genannt; wir haben um ein Drittel reduziert. Ich bin heute der Ansicht, dass ich, wenn ich noch weiter ginge, die Sicherheit meines Landes in Frage stellen würde. Als Staatschef bürge ich für die Sicherheit meines Landes.

Wir helfen also den Vereinigten Staaten im Kampf gegen die Proliferation. Die iranische Frage ist eine äußerst wichtige Frage, ebenso wie die Frage Nordkoreas. Wir begleiten alle Maßnahmen, um gegen den Atomterrorismus zu kämpfen. Wir unterstützen alle Maßnahmen zur Reduzierung von Atomwaffen. Und wir erhalten uns ein striktes Minimum zur Gewährleistung der Sicherheit unseres Landes.

Übersetzung: Französische Botschaft, Berlin

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