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Archiv für die Kategorie 'Geschichte'

Nachgefragt: Thibaut de Champris spricht über Bismarck

Mittwoch, 6. Mai 2015

Wir steigen heute noch auf Bismarck-Türme, aber er war nicht der „Gründer von Deutschland“, das wir heute kennen? Gibt es eine Linie von Bismarck bis zur Katastrophe des Zweiten Weltkriegs? Wird die Erinnerung an Bismarck heute in Deutschland immer noch oder überhaupt ihrer Ansicht nach geschönt? Das sind einige der Fragen die in Mainz dem Direktor des > Institut français Thibaut de Champris gestellt haben. kraus-bismarck Kürzlich ist bei Klett-Cotta der Band von Hans-Christof Kraus über > Bismarck, Größe – Grenzen – Leistungen erschienen, über den wir auf dem Blog von Klett-Cotta einen > Lesebericht verfasst haben. cicero-april-2015-110Zugleich erschien in der Zeitschrift Cicero ein Aufsatz des Politikwissenschaftlers Thibaut de Champris mit dem Titel “Lasst ihn fahren”. Sein Artikel war ein guter Anlass, ihn um ein Interview zum Alten Reich, zu Bismarck und seiner Reichsgründung von 1871 zu bitten. Eine gute Gelegenheit, diesen Blog wirklich einmal zum Forum eines Dialogs zu machen: Ein französischer Wissenschaftler spricht hier über deutsche Geschichte.

Thibaut de Champris wirft einen kritischen Blick auf Bismarck und sagt aus der Sicht der Staaten, die nach der Reichsgründung von 1871 auf Deutschland und besonders auf Preußen sehen: “Was ich im Inneren zerstört habe, warum sollte ich das früher und später nicht auch mit den Nachbarn machen..”, er betont aber, Bismarck “war ein sehr guter Außenpolitiker” allerdings hatte die Annexion von Elsaß-Lothringen nach dem Krieg von 1870/71 schwerwiegende Folgen für die deutsche Politik im 20. Jahrhundert. Was wissen Sie wirklich vom alten Reich ? Es ist interessant, wie de Chambris das Werden des 1. Reiches, des Alten Reiches mit der französischen Geschichte vergleicht:

Das Deutschland von heute ruht, so schreiben Sie viel mehr auf den Paradigmen des Alten Reiches als auf dem Reich von Bismarck. Europa könnte auch einiges vom Alten Reich lernen? Sie erinnern an die Biographie von Lothar Gall: “Nicht Otto von Bismarcks System, dieses ‘extrem unstabile und kurzlebige politische Gebilde‘ (Lothar Gall), das Deutschland unter sich begrub und die Welt gegen sich aufbrachte, sondern das Alte Reich schuf die Grundlagen für das freiheitliche, stabile und vorbildlich strukturierte Deutschland von heute.” (de Champris, Cicero, S. 24)

Wir haben de Chambris auch gefragt: Ihr Urteil über Preußen fällt ziemlich hart aus? Der viel gelobte Aufstieg von Preußen seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts ist; ihnen nach, mit dem Reich eigentlich unvereinbar? Die Kriege, die Bismarck führt, gegen Dänemark, gegen Frankreich, gegen Österreich-Habsburg, die Annexion der kleineren Staaten, wie u. a. Nassau und Kurhessen, alles Vorboten einer größeren Katastrophe?

In unserem Lesebericht über das Buch von Kraus über Bismarck steht: „Aber er stieß auch an seine Grenzen. Der Annexion von Elsaß-Lothringen nach dem Deutsch-französischen Krieg konnte er sich nicht widersetzen und musste bald diesen Fehler einsehen. Die deutsch-französische “Erbfeindschaft” war die direkte Folge, auch Bismarck gelang keine Annäherung mit Frankreich mehr.“ Und dann die Annexion von Elsass-Lothringen; ein großer Fehler, den Bismarck zu spät eingesehen hat, der alle Folgen wie die Erbfeindschaft mit sich verursachte. Er konnte die Annexion nicht verhindern? Wir haben auch geschrieben: “ War der Kanzler wirklich ein “ehrlicher Makler”, wie er sich im Februar 1878 im Reichstag selbst genannt hatte? Und schließlich musste er sich auch noch um die Kolonien, nein Schutzgebiete kümmern. Kolonien wollte er nicht. Der Zweibund und die anderen Bündnisse waren immer auf Zeit geschlossen und brachten so ihren inneren Sprengstoff mit. War die Vertrags- und Bündnispolitik wirklich große europäische Staatskunst, oder eher nur aus einer Not geboren, Aktionen, die auf unsicherem politischen Kalkül beruhten, durch Tinte und Tagespolitik nicht fixierbar?“

Bismarck, eine Art Interregnum? Der Aufmacher Ihres Artikels in CICERO erklärt, „Erst die Abkehr von Preußen ließ Deutschland 1949 und 1990 neu entstehen.“ Die Gegenwart solle sich beim Alten reich und nicht bei Bismarck bedanken.“ Ist es jetzt Zeit Bismarck vom Denkmal zu stürzen?

Das Alte Reich kommt bei uns in der Schule immer viel zu kurz:

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Karl Otmar von Aretin,
> Das Alte Reich 1648-1806, Band 1. Föderalistische oder hierarchische Ordnung (1648-1684). Stuttgart: Klett-Cotta 2. Aufl. 1997, 441 Seiten, Leinen.
> Das Alte Reich 1648-1806, Band 2. Kaisertradition und österreichische Großmachtpolitik (1648-1745). Stuttgart: Klett-Cotta 2. Aufl. 2006, 578 Seiten, Leinen
> Das Alte Reich 1648-1806, Band 3. Das Reich und der österreichisch-preußische Dualismus (1745-1806). Stuttgart-Klett-Cotta 1997, 657 Seiten,
> Das Alte Reich 1648-1806, Band 4. Gesamtregister. Stuttgart: Klett-Cotta 1. Aufl. 2000, 152 Seiten.
> Karl Otmar von Aretin, Das Alte Reich 1648-1806. Band I-IV.

Haben sie in diesem Sommer noch nichts vor?

Dienstag, 14. April 2015

Der Pfarrer der Gemeinde Marcilhac-sur-Célé im Departement du Lot hätte da was für Sie:

> Pour sauver son abbaye, un prêtre lance un ultime appel

Venez cet été, j’ai besoin de vous… :

” Nous avons besoin de vous…
L’abbaye de Marcilhac-sur-Célé est un joyau qui embellit le diocèse de Cahors depuis plus de 1000 ans. Les vicissitudes des âges et de l’histoire ont entraîné sa dégradation progressive. Des travaux sont dorénavant programmés, en vue d’en restaurer les murs. ”

Pour les inscriptions au bénévolat et/ou pour l’envoi de dons, les détails sont sur le site de l’Abbaye > http://abbayedemarcilhac.jimdo.com/

Marcilhac-sur-Célé – “une commune dynamique” liegt zwischen Tulle und Montauban:

1947-2015

Donnerstag, 9. April 2015

Sind Sie auch schon mal von Ihren Mitmenschen angerempelt worden, die nur Augen für das Display haben, das sie auf der flachen Hand vor sich hertragen? Kann Ihr Navigationsautogerät auch TV zeigen? Was macht eigentlich Ihr neuer 3D-Fernseher? Sie sind doch sicherlich auch überall ohne Unterbrechung ständig erreichbar? Und die Zukunft? In 10 Jahren wird das Display uns nur noch mitteilen, dass wieder ein Beitrag vom Konto abgebucht wurde. Die Onlineläden werden schon wissen, wann sie uns welchen Artikel zuschicken müssen, so wie Ihr Kühlschrank selbst bestellt. Facebook wird längst untergegangen sein, aber der Persönliche Daten Pool PDP wird alle Daten vom CV, Krankenkasse, Steuernummer, Rentenversicherung, Ausleihkonto bei der Bibliothek, Fahr- und Flugkarten sowie Strafzettel u.v.a. immer in einer pratischen Gesamtübersicht bereithalten und jegliche Abweichung des PDP von einer Norm der Oberen Behörde OB unverzüglich z. K. bringen. Dagegen war 1984 ein Roman über den strengsten Datenschutz. Auch > André Barjavel (1911-1985) hat sich für die > Utopie interessiert, sie allerdings in erster Linie für seine kritischen Essays genutzt.

Der folgende Film, von dem die > INA einen Ausschnitt hier zeigt, wäre ein wunderbarer Anlass für eine kleine Unterrichtsreihe, oder zumindest für eine Aufgabe, die mein GK oder LK oder beide zusammen bewältigen müssten. Zuerst einmal den Film (leider ein paar Sek. Werbung) angucken, dann erstellen beide Kurse zusammen ein Glossar mit dem notwendigen Vokabular. PONS wird ihnen dabei gerne helfen.

Auf der Website > www.barjaweb.free.fr, die André Barjavel gewidmet ist, erscheint auf der Seite > http://barjaweb.free.fr/SITE/films/films.pdf:

“Date de sortie : 1947
Titre : Télévision 1947… et 2000 : télévision oeil de demain
Réalisateur : J.K. Raymond-Millet
Participation de Barjavel / détails : Scénario et conseil technique Court-métrage documentaire sur le futur de la télévision (29 mn)”

Sarah Laurent > 1947, un film anticipait ce que seraient nos vies en 2015

> Utopie – Gallica : ” Dans le langage courant actuel, “utopique” veut dire impossible ; une utopie est une chimère, une construction purement imaginaire dont la réalisation est, a priori, hors de notre portée…” Mit einer Online-Bibliothek!

Dann kann man sich einen Artikel ausdenken, der sich an diesem Film inspiriert: 1947 et l’avenir dem la télévision portable o.s.ä. Danach kann man sich vorstellen, wie 2034 das Internet, das Fernsehen, das Radio, E-Mail, Gesundheitskarte, Twitter etc. nur noch auf Personal Tablets angeboten wird. Aus dem Persönlichen Kommunikations-Strom PKS errechnet das System dann stets und ständig einen Index, der automatisch immer ein Teil der Persönlichen Identitätsziffer PIZ ist und allen Behörden und Arbeitgebern bekannt ist… vielleicht kommt alles ganz anders. Wie auch immer > PONS ist schon überall.

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La Maison d’Izieu. Vor 71 Jahren wurden 44 jüdische Kinder vom Lyoner Gestapo-Chef Klaus Barbie verschleppt

Montag, 6. April 2015

Präsident François Hollande ist heute nach Izieu gereist, um dort der 44 jüdischen Kinder zu gedenken, die am 6. April 1944 vom Lyoner Gestapo-Chef Klaus Barbie zusammen mit ihren sieben Betreuern verhaftet und verschleppt und in Auschwitz ermordet wurden. Zwei ältere Kinder und ein Betreuer wurden in Reval ermordet:


Pierre-Yves le Borgn’ > A la mémoire des enfants d’Izieu – 5 avril 2014 :
“Je me souviens encore des paroles de Sabine Zlatin lors du procès Barbie, de son émotion, de sa dignité, de sa rage, de son combat pour que chacun connaisse cette épouvantable tragédie et se souvienne. Ces paroles résonnent encore en moi. C’est à son initiative et à celle de la communauté juive de Lyon que fut fondé le Musée mémorial des enfants juifs exterminés, situé dans la maison et les dépendances ou vivaient les enfants, et inauguré par le Président François Mitterrand en avril 1994. C’est un lieu poignant, où vit la mémoire des enfants. C’est un lieu de souvenir, avec des écrits, des dessins, des photos. Un lieu qui raconte l’innocence et le bonheur. Un lieu qui bouleverse à jamais.”


La Maison d’Izieu, 80 km von Lyon entfernt war von Mai 1943 bis April 1944 das Heim für Kinder, deren Eltern von Nazis deportiert worden waren. Nur León Reifmann und eine ihrer Betreuerinnen, Lea Feldblum konnten sich in Sicherheit bringen. Feldblum konnte 1987 im Prozess gegen Klaus Barbie als Zeugin gegen Barbie auftreten.

«La barbarie n’a pas d’âge, de limite et de couleur, le repli et l’isolement sont toujours des poisons mortels pour une nation … Dans notre civilisation de l’image, tout doit être fait pour que la mémoire trouve sa place. L’école doit s’ouvrir aux témoins, aux artistes, aux scientifiques et lutter contre les préjugés.Tous les aspects de notre passé doivent être enseignés dans nos établissements scolaires: l’esclavage, la colonisation, la Shoah», erklärte François Hollande.

> Mémorial des enfants d’Izieu

LE FIGARO zeigt das Telegramm, mit dem Barbie über das Verbrechen berichtete:
> Hollande à Izieu : «Tous les aspects de notre passé doivent être enseignés à l’école» LE FIGARO, 6 avril 2015.

Le 24 avril 1994, le président François Mitterrand a inauguré le Mémorial de la Maison d’Izieu :

> Le président François Hollande s’est rendu à la maison d’Izieu – Site du Palais de l’Élysée

Die Jahrestagung der Groupe d’études sartriennes GES 2015 in Paris

Dienstag, 17. Februar 2015

Die Jahrestagung der > Groupe d’études sartriennes GES 2015 wird am 19. und 20. Juni 2015 in der Universität Sorbonne in Paris stattfinden.

Es sind drei Themenblöcke vorgesehen: 1. Écrire, militer, s’engager : les styles de Sartre, 2. Le Saint Genet : morale, éthique, politique und 3. Varia, die eine besonders spannende Tagung versprechen.

> Appel à communications 2015 *.pdf

Die Vorschläge für Vorträge – Titel und Resümee in einem Absatz – sind an die beiden Secrétaires du GES bis zum 10. März 2015 zu senden: Alexis Chabot > alexis.chabot@orange.fr oder Florence Caeymaex > F.Caeymaex@ulg.ac.be. Die Vorträge dürfen 30 Minuten nicht überschreiten.

Beim ersten Thema Écrire, militer, s’engager : les styles de Sartre geht es um die Frage der Écriture engagée, des Engagierten Schreiben. Gemeinhin wird damit die Vorstellung verbunden, ein Schriftsteller wird auf einen Umstand oder einen Vorgang aufmerksame, möchte ihn ändern und macht sich daran, darüber etwas zu schreiben. Engagier Dich, sagen seine Freunde oder seine Leser. Es gibt sogar einen Eintrag in Wikipedia > Engagierte Literatur, der sich im ersten Satz auf Metzlers Literaturlexikon bezieht: “Als Engagierte Literatur bezeichnet man im weitesten Sinne jede Literatur, die ein politisches, soziales, religiöses oder ideologisches Engagement erkennen lässt und dieses mit den Mitteln der Literatur vorträgt und verficht.” und dann auch noch als Beleg anführt, der Begriff solle von Jean-Paul Sartre stammen : “Der Begriff Engagierte Literatur wurde 1945 von J. P. Sartre geprägt.[2]” (ib.) Vielleicht müsste die Kollektive Intelligenz von Wikipedia bei Sartre selbst nachschauen, denn er versteht das Engagement des Schriftstellers ganz anders. Was er auch schreibt, der Schriftsteller steht dafür mit seiner Verantwortung ein, daraus folgt, er ist immer engagiert, sowie er die erste Silbe schreibt: “Parler c’est agir: toute chose qu’on nomme n’est déjà plus tout à fait la même, elle a perdu son innocence,” erklärt Sartre in Qu’est-ce que la littérature? (Paris 1948, S. 59) Vgl. dazu H. Wittmann, >Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen, Narr, S. 61-72.

Die Groupe d’études sartiennes fragt in Ihrem Themenvorschag für das Juni-Kolloquium: “La théorie de l’engagement développée dans l’après-guerre est l’un des aspects les plus fameux et les plus controversés de l’oeuvre de Sartre. Souvent interprétée comme une injonction lancée aux écrivains, alors que l’engagement est pour Sartre un état de fait découlant de la nature même de l’acte d’écrire, elle n’a cessé de poser la question de la conciliation complexe d’une telle conception et de la préoccupation proprement littéraire : l’écriture, le style, la recherche esthétique et le déploiement de l’imaginaire seraient vraiment-ils négligés par l’auteur de Qu’est-ce que la littérature ?” und trifft damit den Kern der Sartreschen Literturtheorie: vgl. H.W.: > Appeler un chat un chat. Sartre et les lettres,Vortrag. Le colloque annuel du Groupe d’Etudes sartriennes, 24 juin 2011 en Sorbonne à Paris:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

ges-sartre.fr

> www.ges-sartre.fr

Das zweite Thema dreht sich um die Biographie, die Sartre 1952 zu Jean Genet verfasst hat. Über 750 Seiten! Nicht nur ein Vorwort zu den Gesammelten Werken von Genet, sondern gleich deren erster Band: Sartre, Jean Genet. Comédien et martyr, in: J. Genet, Œuvres complètes, t. I., Paris 3/1952. “Tu es un voleur”, muss sich der kleine Jean anhören, als er beim Diebstahl ertappt wird. Diese Szene prägt ihn, er gleitet ab, fängt sich aber und wird ein berühmter Theaterautor. Wie macht sich ein Individuum zum Künstler, fragt Sartre implizit in seiner Studie, die nicht unbedingt nur eine Biographie ist. Der Schlüssel zum Verständnis des Saint Genet wird in dessen letztem Kapitel dargelegt: « Prière pour le bon usage de Genet » « Seule la liberté peut rendre compte d’une personne en sa totalité » womit Sartre auf die Schwächen der psychoanalytischen und der marxistischen Erklärungsansätze hinweist. Die Groupe d’études sartriennes bezeichnet den Saint Genet in ihrem Themenvorschlag: als ein “œuvre de transition entre L’être et le néant et la Critique de la Raison dialectique, où l’on voit se transformer les questions de la philosophie existentielle en direction d’une pensée historique et politique, et résolument dialectique : le problème de la liberté comme libération à travers, notamment de l’exploration renouvelée du rôle de l’altérité — non seulement sous la figure d’un autrui particulier, mais aussi sous celle de la division sociale, historiquement constituée — dans la dynamique du rapport à soi ; le problème de la « valeur » et de la constitution du désir à travers l’exploration du rôle de normes morales socialement constituées — l’ouvrage trouvant ici sa place entre les Cahiers pour une morale et les conférences sur Morale et histoire.” Es geht also um den Freiheitsbegriff bei Sartre und darum, wie Sartre mit den > Studien über Künstler Philosophie, Kunst und Literatur in seinem Werk miteinander verbunden hat.

sartre-gesellschaft

> www.sartre-gesellschaft.de

Zeitzeugen-Ludwigsburg-Montbeliard

Dienstag, 17. Februar 2015

Mentbéliard-Ludwigsburg. Das Deutsch-Französischen Institut DFI hat in Kooperation mit der Hochschule der Medien eine virtuelle Ausstellung ins Netz gestellt: Zeitzeugen-Ludwigsburg-Montbeliard.

Zwischen 2011 und 2013 haben das dfi und die Stadtarchive Ludwigsburg und Montbéliard Dokumente wie Zeitungsartikel, Reden und Broschüren zu den Anfängen und der Entwicklung Ihrer Städtepartnerschaft, die schon 64 Jahre alt ist, digitalisiert und inhaltlich erschlossen.

> zeitzeugen-ludwigsburg-montbeliard.de/

Seit Januar 2014 können diese Dokumente in einem online unbeschränkt zugänglichen „digitalen Lesesaal“ eingesehen werden. In einem Folgeprojekt wurden Akteure der Partnerschaft interviewt, um die amtlichen und journalistischen Sichtweisen um persönliche Eindrücke zu ergänzen.

Dreizehn Bürger beider Städte sprechen über ihre Erinnerungen. Die Gespräche dokumentiert den generationenübergreifenden und den deutsch-französischen Austausch. Die Zeitzeugen wurden von deutsch-französischen Schülergruppen interviewt, die auch die Fragen vorbereitet haben.

1914-2014 – 100 Jahre Erinnerungskulturen in Deutschland und Frankreich

Donnerstag, 5. Februar 2015

Vortrag von Elise Julien (Lille): Do, 05. Februar 2015 19:30

Bitte öffnen Sie das folgende Fotoalbumn mit einem Klick auf ein Foto erst dann, wenn diese(r) Website/Blog vollständig geladen ist.

Elise Julien wurde von der Leiterin der > Stadtbibliothek, Christine Brunner, begrüßt. Prof. Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart) stellte Elise Julien, die Maître de Conférences en Histoire contemporaine an Sciences Po Lille ist, vor.

Während Frankreich seit Jahren seine Projekte zu den Gedenkjahren „Centenaire“ vervielfacht, ist das Thema „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ in der deutschen Öffentlichkeit erst seit kurzer Zeit präsent. Elise Julien erklärte, was Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Gedenken an den Ersten Weltkrieg in Frankreich und Deutschland ausmacht. Unterschiedliche Kriegsdenkmäler, das Entstehen der Dolchstoßlegende in Deutschland, die Festigung der nationalen Einheit in Frankreich, die sehr heterogenen Verbände der Frontsoldaten in Deutschland, der Zusammenhalt der Anciens Combattants in Frankreich, die sehr unterschiedlichen Organisationen der Gedenktage, der 11.11. in Frankreich, die Suche nach einem Datum in Deutschland gehören zu den vielen Unterschiede, mit denen Julien die Erinnerungskulturen in beiden Ländern vorstellt. Mit einer Trauerfeier wurde am 12.3.2008 der letzte Verstorbene Ancien combattant Lazare Ponticelli im Invalidendom geehrt. Der Tod des letzte deutschen Frontsoldat, Erich Kästner, wurde in Deutschland kaum beachtet.

Elise Julien erinnerte an die französische Website > www.centenaire.org.

Ort: Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart
In deutscher Sprache. Die Veranstaltung wurde von der DVA-Stiftung gefördert.

Auf unserem Blog:

> Centenaire: 1914-1918 – Bibliographie und Sitographie

> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur. Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: “Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…”
Interviews mit Nicolas Offenstadt

François Hollande : Discours au Memorial de la Shoah

Mittwoch, 28. Januar 2015

Cérémonie au Mémorial de la Shoah

Am Dienstag, 27. Januar 2015, hat Präsident Hollande auf dem Parvis du Mémorial de la Shoah (17, rue Geoffroy-l’Asnier, 75004 Paris) aus Anlass der 70. Jahrestags des Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee eine Rede gehalten und der Opfer der Naziherrschaft gedacht.

> Discours au Memorial de la Shoah PDF

“Je sais ce qui vous tourmente : qui parlera, qui parlera des camps, qui parlera de la Shoah quand vous ne serez plus là ? Je vous fais cette promesse, qui est un engagement : la République française n’oubliera jamais, et avec les documents, les témoignages que vous nous laissez, les livres, les textes, les enregistrements, et ce lieu qui est le vôtre, alors, nous n’oublierons jamais. […]
La responsabilité des autorités de la République – elles sont ici présentes, toutes rassemblées – est donc de tout faire, pour que les juifs soient pleinement chez eux, en France, pour que jamais ils ne s’y sentent menacés ou isolés. Pour combattre un ennemi, il faut d’abord le connaître et le nommer : l’antisémitisme. Il a changé de visage mais il n’a pas perdu ses racines millénaires. Certains de ses ressorts n’ont pas changé, hélas, dans la nuit des temps. C’est toujours le complot, le soupçon, la falsification, mais aujourd’hui il se nourrit aussi de la haine d’Israël.” F. Hollande

> Commémoration du 70ème anniversaire de la libération du camp d’Auschwitz-Birkenau

> Fondation pour la Mémoire de la Shoah

Le webdocumentaire Les Deux Albums d’Auschwitz

Montag, 26. Januar 2015

Grâce au Tweet de > Najat Vallaud-Belkacem, ministre del’Éducation nationale, de l’Enseignement supérieur et de la Recherche, nous pouvons annocer ici le webdocumentaire de Canope: > Auschwitz, l’histoire de deux albums : un projet transmedia, à partir du 27 janvier 2015:

“Le webdocumentaire Les Deux Albums d’Auschwitz, gratuit et en libre accès, met en perspective l’album de Lili Jacob et l’album de Karl Höcker. Des centaines de photos, des dizaines de textes et des synthèses historiques, et l’intégralité de l’interview de Lili Jacob permettent de découvrir le destin tragique des déportés qui contraste avec le quotidien des officiers SS.”

> Réseau Canopé accompagne la journée de la mémoire des génocides et de la prévention des crimes contre l’humanité



Der Laizismus in Frankreich

Montag, 26. Januar 2015

Wenn man mit deutschen Schülern über die Attentaten in Paris spricht, die 17 Menschen das Leben gekostet haben, dann wird auch über die republikanischen Werte gesprochen, die jüngst die Ministerin Najat Vallaud-Belkacem betont hat: > Présentation de la grande mobilisation pour l’École pour les valeurs de la République Dazu gehört auch der Laizismus, den auch Manuel Valls so eindrucksvoll in der Nationalversammlung in Erinnerung gerufen hat > 13 janvier 2015: Manuel Valls devant l’Assemblée Nationale : “Restez fidèle à l’esprit du 11 janvier.”

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Gabriel Richard-Molard, Sozialist, Politikwissenschaftler und Mitarbeiter des > Abgeordneten Pierre-Yves Le Borgn’ schreibt in einem Aufsatz für die Berliner Stimme einen Artikel über die Entstehung des Laizismus, > “Wir müssen die Gleichheit fördern” *.pdf, den er den Lesern unseres Blogs hier zum Download anbietet. “Wie soll ich das in Bayern erklären…?”fragte einer seiner Freunde auf Facebook.

Liberté, Egalité und Fraternité gehören zu den Grundwerten der französischen Republik. 1905 kam mit der Trennung von Kirche und Statt die Laicité mit dazu. Die Trennung sollte alle Religionen gleichstellen und gemeinsame schützen. Autor des Gesetzes über Trennung von Kirche und Staat war > Ferdinand Buisson (Wikipedia), Sozialist und Protestant. Er gründete die Französische Liga für Menschenrechte, um den zu Unrecht angeklagten Alfred Dreyfus zu verteidigen.

Richard-Molard schreibt, dass dieses Gesetz der Religion eine Privatsphäre zumaß und gehört gleichzeitig zur Republik: “Unser modernes Europa ist jedoch nicht mehr nur christlich. Es ist multikulturell und multireligiös,” so der Autor dieses Artikels. Ud er fügt hinzu: “Der Laizismus stellt eine gute Lösung für diese Probleme dar. Er schützt vor der Entstehung sozial anerkannter, aber zugleich abgekapselter Religionsgemeinschaften. Er schützt Menschen in der Gesellschaft davor, mit Etiketten versehen zu werden…”

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