Vacances en France (VI) : Montpellier (I)

20. November 2016 von

Wie wäre es mit einem Ausflug nach Montpellier? Die Stadt entdecken? Die neue Architektur bestaunen? > Street-Art bewundern?

In Montpellier gibt es viel zu sehen: Ein neues Stadtquartier: > Port Marianne. Da hätten die Architekten des so > verunglückten Viertels hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof sicher viel lernen lernen können. Und das 2011 fertiggestellte > L’hôtel de ville von Jean Nouvel et François Fontès sollte man auch besuchen. Versäumen Sie nicht in das Quartier > Antigone von Ricardo Bofill zu gehen. Mit Einkaufszentren in Stuttgart haben wir kein Glück gehabt: Wie geht aber das > Lèche-vitrine à Odysseum in Montpellier. Nicht vergessen: > Musée Fabre de Montpellier Méditerranée Métropole.

À Montpellier : > Visites, excursions et patrimoine
> Découvrir Montpellier

Der Veranstaltungskalender für Montpellier: > agenda des événements/festivités

Barbara Lindahl, Journalistin bei der ARD hat letztes Jahr einen Film über Montpellier gedreht: „Da will ich hin“. Ihr Film wurde am 28. 11. 2015 gesendet: > Montpellier, da will ich hin!

> Découvrez Montpellier, une ville millénaire, une ville vigneronne, ses musées, ses fontaines, son histoire, ses châteaux, son patrimoine…

> Vacances en France (V) Wann und wohin?

François Hollande, Président de la République

20. November 2016 von

Gestern haben rund 50 Persönlichkeiten, Künstler, Forscher, Unternehmher und Sportler zur Mäßigung bei der andauernden Kritik am Staatsprräsidenten aufgerufen: > Deneuve, Binoche, Biolay… Une soixantaine de personnalités disent „stop au Hollande-bashing!“ – Journal de dmanche, 19 novembre 2016

„Dès le départ, François Hollande a fait face à un incroyable procès en illégitimité. Ce dénigrement permanent met à mal toutes les institutions de la République et la fonction présidentielle. Il perdure encore aujourd’hui malgré la stature d’homme d’État que François Hollande a parfaitement incarnée, tant dans les crises internationales que lors des épouvantables tragédies que notre pays a traversées.
C’est comme si, en quatre ans, on n’avait jamais entendu parler ni retenu tout ce qui a été accompli, systématiquement effacé par ce Hollande-bashing : les créations de postes dans l’Éducation nationale, l’alignement du traitement des instituteurs sur celui des professeurs, l’augmentation du nombre de policiers et de magistrats, [es folgt eine lane Liste der erfolgreichen Projekte unter Hollande] … Tout cela est ignoré, tout cela est déformé, gommé, remplacé par un procès quotidien, instruit à charge par des injures et des mensonges ignobles. Nous, artistes, sportifs et créateurs, penseurs, chercheurs, entrepreneurs et citoyens indépendants, dénonçons cet acharnement indigne qui entraîne le débat politique dans une dérive dangereuse pour la démocratie.“

Einladung zum deutsch-französischen Tag 2017 für Französischlehrerinnen und -lehrer

19. November 2016 von

Das Institut Français Stuttgart und das Deutsch-Französische Institut (dfi) veranstalten gemeinsam einen Deutsch-Französischen Tag:

27. Januar 2017 um 14:00 Uhr
im Institut français Stuttgart
Schloßstraße 51
70174 Stuttgart

Das Programm der Veranstaltung richtet sich an Französischlehrkräfte sowie -referendare und -referendarinnen. Vor, nach und zwischen den Programmpunkten können die Teilnehmer sich am Stand des dfi sowie an Büchertischen der Verlage informieren.

> Das Programm des deutsch-französischen Tags 2017

Für diese Veranstaltung besteht Versicherungsschutz von Seiten des Kultusministeriums. Die Freistellung der Lehrkräfte liegt in der Verantwortung der Schulleitung. Reisekosten können nicht übernommen werden.

Das Institut français verfügt über 120 Plätze, die aus Kapazitätsgründen ausschließlich für Lehrer und Referendare der Sekundarstufe I und II vorgesehen sind.

Anmeldung zu dieser Veranstaltung > elektronisches Anmeldeformular an.

Sie können sich natürlich auch beim dfi per Fax (07141 – 930355) oder Telefon (07141 – 93030) anmelden.

> #JFA2017 : 22 janvier 2017 journée franco-allemande / 22. Januar 2017 Deutsch-französischer Tag

Gesucht: Der beste Comic zum Thema „Unterwegs in Frankreich“

16. November 2016 von

La vie en BDBundeswettbewerb „La vie en BD“ 2016/2017

Der große Comic-Wettbewerb „La vie en BD“ des Ernst Klett Verlags geht in eine neue Runde. Ab sofort finden Französischlehrkräfte unter > www.klett.de/frankreich die aktuelle Ausschreibung zum Thema: „Sur les routes de France“ – Unterwegs in Frankreich.

Bandes dessinées, gezeichnete Bildergeschichten, gelten in Frankreich als eigenständige Kunstform. In Deutschland haben sie seit vielen Jahren ihren festen Platz im Französischunterricht. Das belegen auch die steigenden Teilnehmerzahlen beim Klett-Comicwettbewerb seit seiner ersten Runde im Jahre 2010.

Bis zum 24. April 2017 können Lehrkräfte die besten Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler zum diesjährigen Thema „Sur les routes de France“ – Unterwegs in Frankreich“ einreichen. Eine Jury aus Fachdidaktikern, Zeichnern und Praktikern wählt die schönsten Comics aus und belohnt den oder die Sieger/-in mit einer Reise für zwei Personen ins Comicmuseum Centre Belge de la Bande Dessinée in Brüssel. Die Schülerinnen und Schüler auf den Plätzen 2 bis 5 erhalten Sachpreise im Gesamtwert von 250 Euro. Die Plätze 6 bis 25 erhalten Trostpreise.

Mitmachen und gewinnen: Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aller Schularten mit BDs, die auf maximal einer DIN A3-Seite eine Geschichte rund um das Thema „Sur les routes de France“ zeichnerisch umsetzen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Die Teilnahmebedingungen sind abrufbar unter: > www.klett.de/frankreich.

Tipp: > Rund 100 Artikel zum Thema > Reisen in Frankreich auf unserem Blog

Wie kommt man am besten nach Digitalien? (II)

16. November 2016 von

Bezug: > Digitale Strategie 2025 – Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Bildung ist nicht digitalisierbar. Wir brauchen eine Didaktik für das Lernen mit digitalen Medien. Digitalien ist in deutschen Schulen in weiter Ferne. Die technische Ausstattung hinkt trotz der digitalen Agenda der Bundesregierung fast überall um Jahre der technischen Entwicklung hinterher. Es gibt aber > IPad-Klassen, die Schüler an die PC-Technik und das digitale Lernen heranführen. Der > digitale Unterrichtsassistent eröffnet neue methodische Ansätze für die Fachdidaktik.


Neu:

schule-digital-180
„Die diesjährige Sonderstudie »Schule Digital« – Lehrwelt, Lernwelt, Lebenswelt: Digitale Bildung im Dreieck SchülerInnen-Eltern-Lehrkräfte (PDF: 2,85 MB) befragte daher zum ersten Mal Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam zu ihren Digitalkompetenzen und der digitalen Infrastruktur in den Schulen. Schüler, Eltern und Lehrkräfte fordern danach mehrheitlich die umfassende Einbindung digitaler Medien in den Unterricht, eine entsprechende Umsetzung wird jedoch durch fehlende strukturelle Verankerung und damit einhergehende mangelnde IT-Infrastruktur und Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte verhindert.“ <<< BMWi stellt Studien zum Digitalisierungsgrad der Bevölkerung und zur digitalen Schulbildung vor 15.11.2016

> Nationaler IT-Gipfels 2016

Auf unserem Blog:

Jules Ferry 3.0„Dieser Bericht ist viel mehr als eine bloße Bestandsaufnahme. Viele Spezialisten betrachten mit ihrem Spezialwissen von außen den Zustand der Schulen und des Schulsystems in Frankreich. Sie vermuten, dass eine Veränderung der Unterrichtsmethoden eine Verbesserung des gleichen Chancen für alle bewirken könnte. Sie versuchen zu definieren, welchen Anteil der digitale Unterricht an diesen Veränderungen haben könnte.“ > Bitte weiterlesen.

Vergleichen wir diese beiden Berichte miteinander:


Eine kleine Auswahl unserer Beiträge zum Lernen mit digitalen Medien: > Web 2.0 („70)

> Essai. Lernen und Studieren mit dem Internet
>Digitales Lernen als Bildungsoffensive bei uns – digitales Lernen als Praxis in Frankreich
> Education numérique et la prévention de la radicalisation des jeunes : Sitographie et bibliographie
> Enseigner avec le numérique
> Schule und Politik: Vom Twittern in Frankreich und Deutschland
> Ecrivez-vous à la main ou tapez-vous au clavier ? Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur?
> Französischlernen mit dem Computer (I)
> Künftig gemeinsam und digital: Deutsch-französische Kommission für Digitaltechnik DFKFD > Freitag, 1. April 2016
> Der Vergleich X: Digitale Agenda 2025 in Deutschland und die Loi numérique en France
> Texte schreiben oder Buchstaben suchen? Schreibschrift, Blockschrift oder Touchscreen?
> Les grandes étapes du plan numérique

und > 220 weitere Artikel zu Web 2.0


In 16 Bundesländern gibt es in jedem Regierungsbezirk ganz unterschiedliche Ansätze, die Schulbildung mit digitalen Aspekten zu modernisieren. Noch ist bei uns keineswegs sicher, ob man Schülerinnen und Schülern empfehlen sollte, mit der Hand gute Texte schreiben oder mit dem IPad in den unergründlichen Weiten des Internets Informationen zu suchen, die auch die Schülerbibliothek, in Frankreich CDI genannt, für Sie bereithält.

Dafür aber gibt es bundesdeutschen Schulen Unterrichtsformen wie Offener Unterricht und Gruppenarbeit, von denen der Frontalunterricht auch in Frankreich bestimmt etwas lernen könnte. Selbstbestimmtes Lernen, kompetenzorientierter Unterricht, Methodentraining sind Stichwörter, die in einen deutsch-französischen Schulvergleich mit Gewinn eingebracht werden könnten.

> http://www.education.gouv.fr/panorama-services-numeriques/ – Website des Erziehungsministeriums in Paris

> Un outil numérique par mois – Equipe TICE Limoges

> Classes TICE ****

In Frankreich gibt es hingegen landesweite Initiativen, die Einführung des digitalgestützen Lernens massiv und vor allem mit staatlicher Unterstützung zu fördern. > Chefsache: Un grand plan numérique pour l’école.

Vgl. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich im November 2016 zum Einsatz digitaler Medien in der Schule:

Wir haben auf unserem Blog in den letzten Monaten über diese Initiativen ausführlich berichtet. Ein Bericht wie > Jules Ferry 3.0 mit seinen so gut gelungenen zentralen Empfehlungen wäre in Deutschland kaum möglich, müsste man doch zuerst die Vielfalt der überall so unterschiedlichen Ansätze in den 16 Bundesländer auflisten. Landesweite Initiativen wie das > Netzwerk Canopé in allen Regionen Frankreichs oder die perfekt gestaltete Website von > Eduscol suchen in Deutschland vergeblich ihresgleichen.

Im Grunde genommen sind die digitalen Lernsituationen beiderseits des Rheins eigentlich unvergleichbar. Jeder Versuch eines Vergleichs stösst nur auf Unterschiede. Das ist aber überhaupt kein Grund zur Entmutigung, denn beide Seiten verfügen über bemerkenswerte Trümpfe, die zusammengenommen, bewertet man sie vom Standpunkt der Ergänzung aus, gemeinsam genutzt werden sollten, zumal die Ziele, Bildung durch den Einsatz der PC-Technik zu verbessern, dieselben sind.

Bitte lesen Sie weiter: > Wie kommt man nach Digitalien I

Schaubühne , Berlin: Albert Camus, Der Fremde

15. November 2016 von

Der Fremde von Albert Camus – Regie: Philipp Preuss
Deutsch von Uli Aumüller

> Schaubühne, Berlin
»Der Fremde« ist nach Thomas Bernhards »Das Kalkwerk« die zweite Arbeit des österreichischen Regisseurs Philipp Preuss an der Schaubühne.

15.-17.11.2016, jeweils 19.30 – 21.00
13.-15. 12.2016, 20.00 – 21.30, jeweils 20.00 – 21.30

Auf unserem Blog:

> Albert Camus, L’étranger – 14. Februar 2016

> Gelesen: Jacques Ferrandez, L’Étranger d’après l’œuvre d’Albert Camus – 24. Januar 2014

> Albert Camus – 7. November 1913 – 4. Januar 1960 – 4. Januar 2015

Auf der Website der Schaubühne wird der Artikel von Joseph Pearson > Camus’ »Fremden« träumen, der von der Probenarbeiten mit dem Regisseur Philipp Preuss berichtet.

> Auf der Website der Schaubühne wird erst ein Absatz aus Camus‘ Der Fremde zitiert:

„Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.«
In Albert Camus’ 1942 erschienenem Roman »Der Fremde« wird der Franzose Meursault zum Mörder. Am Strand von Algier tötet er einen Araber. Im anschließenden Gerichtsprozess verteidigt er sich nicht, obwohl am Ende sein Todesurteil steht. Er, der passive Zuschauer seines Lebens, verfolgt was ihm passiert so leidenschaftslos, als ginge es um einen Anderen. Und es scheint, das Todesurteil würde weniger mit dem Mord an dem namenlos bleibenden Araber begründet als mit eben jener Gleichgültigkeit Meursaults, die dieser als der Welt inhärent begreift.“

Meursault wird zum Mörder. Das Urteil steht fest, es war Mord. Etwas enigmatisch: „Im anschließenden Gerichtsprozess verteidigt er sich nicht, obwohl am Ende sein Todesurteil steht.“ Es geht um den Moment, als der Araber das Messer zückte, hätte er es im nächsten Moment auf Meursault geworfen? Wieso ist Meursault ein „passiver Zuschauer seines Lebens“? Ob das stimmt? Ganz passiv, als er seinem Freund den Revolver abgenommen hat, damit er keine Dummheiten begehe? Man wiederholt gerne, was in der Literatur über Meursault geschrieben wird, und was der Staatsanwalt ihm vorwirft, alles Dinge, die „man nicht tut“, die aber zum Tod des Arabers keine Beziehung haben. Man sollte den Roman nochmal ganz genau lesen. „Gleichgültigkeit Meursaults“? Gibt es einen zweiten Roman Der Fremde? Camus gibt zu verstehen, dass alle Beteiligten in die Falle des Staatsanwalts fallen, auch die Leser. Meursault ist ein genauer Beobachter. Der zweite Teil des Romans gibt zu verstehen, dass alle Beteiligten dem Staatsanwalt folgen. Keiner von ihnen – außer dem Hausmeister der zugibt, Meursault den Milchkaffee angeboten zu haben – will, kann oder möchte Meursault entlasten. Und der Leser, der ihn als passiv bezeichnet, kann es auch nicht.

[Passagen aus meinem Vortrag in Tübungen am 15. Oktoberr 2013:]

Das Vorwort (1955) aus der Feder Camus‘ zur amerikanischen Übersetzung des Fremden deutet den Roman: „J’ai résumé l’Etranger, il y a très longtemps, par une phrase dont je reconnais qu’elle est très paradoxale: Dans notre société, tout homme qui ne pleure pas à l’enterrement de sa mère risque d’être condamné à mort. Je voulais dire seulement que le héros du livre est condamné parce qu’il ne joue pas le jeu. En ce sens, il est étranger à la société où il vit, il erre, en marge, dans les faubourgs de la vie privée, solitaire, sensuelle. Et c’est pourquoi des lecteurs ont été tentés de le considérer comme une épave. On aura cependant une idée plus exacte du personnage, plus conforme en tout cas aux intentions de son auteur, si l’on se demande en quoi Meursault ne joue pas le jeu. La réponse est simple, il refuse de mentir. Mentir, ce n’est pas seulement dire ce qui n’est pas. …“ (Camus, Préface à l’Édition américaine, in: id. Oeuvres, Romans et novelles, S. 215)

„„Ich habe den Étranger vor langer Zeit in einem Satz resümiert, der zugebenermaßen sehr paradox klingt: ‚In unserem Jahrhundert riskiert jeder Mensch, der bei der Beerdigung seiner Mutter nicht weint, zum Tode verurteilt zu werden.’ Damit wollte ich sagen,, dass der Held des Buches verurteilt wird, weil er das Spiel nicht mitspielt. In diesem Sinne ist er (in den Augen der anderen, H.W.) ein Fremder in der Gesellschaft, in der er lebt, wo er herumirrt, am Rande, in den Vororten des privaten Lebens, solitär, gefühlsvoll. Und deshalb haben die Leser in ihm eine Art Strandgut gesehen. Man würde einen besseren Eindruck seiner Person gewinnen, wenn man sich fragen würde, warum er das Spiel nicht mitspielt. Die Antwort ist ganz einfach. Er weigert sich zu lügen.“

Meursault spielt also das Spiel nicht mit. Er weigert sich zu lügen, er ist grundehrlich wenn auch mit kleinen Schwächen, die jeder so kennt, und das verträgt die Gesellschaft nicht. Im Grunde genommen lehnt er sich mit dieser Haltung gegen alle auf, ob er sich dessen bewusst ist, mag dahingestellt sein. So subtil Camus’ Erklärung ist, so schwierig ist auch für den Leser, diese Interpretation beim ersten Lesen zu erkennen. Wenn auch eine einfache Sprache den Roman prägt, ist seine Struktur viel komplexer, als man bei der ersten Lektüre vermutet.

Schlagen wir Wikipedia auf: In dem Artikel über Der Fremde „Der Roman erzählt die Geschichte eines introvertierten Mannes namens Meursault…“ liest man „Meursault zeigt sich als Mensch, der antriebslos in den Tag hineinlebt, der zwar Details seiner Umgebung wahrnimmt, jedoch Gewalt und Ungerechtigkeit emotionslos akzeptiert. Kurz nach der Beerdigung seiner Mutter beginnt er eine Liebesaffäre, was später als Beweis für seine emotionale Kälte angeführt wird. Der Protagonist gibt sich zufrieden, wenn sein Alltag routinemäßig wie eh und je abläuft.“ Und es ist schon sehr bedenklich, wie der deutsche Wikipedia-Artikel sogar versucht, eine Moral zu konstruieren, die Meursault verletzt haben soll: „Der zweite Teil des Buches behandelt den Prozess. Hier wird der Protagonist erstmals damit konfrontiert, wie er durch sein gleichgültiges Verhalten auf Gottesfürchtige wirkt. Den Vorwurf, er sei gottlos, nimmt er kommentarlos hin und verteidigt sich nicht.“

Man kann die vorsätzliche Konstruktion einer falschen Moral bei der Zeugenanhörung leicht durchschauen. Das Betragen Meursaults am aufgebahrten Sarg seiner Mutter, seine Unerschütterlichkeit belasten ihn in den Augen von Richter und Staatsanwalt wie in denen seiner Leser, die den Roman nur oberflächlich lesen. Viele Interpretationen, wie auch die von Agnès Verlet in einem Dossier zu einer Ausgabe des Étranger wiederholen die Teilnahmslosigkeit Meursaults « un être qui n’appartient pas au monde réel. » (p. 179) und damit die Anklage des Staatsanwalts.
Zu leicht folgt man der Versuchung, dem Staatsanwalt zuzustimmen und Meursault als amoralisch und passiv beurteilen. Eine solche Beobachtung hat aber mit dem Text nichts zu tun. Meursault ist sehr wohl aufmerksam und kommentiert immer wieder die Aussagen um sich herum und die der anderen, nicht mehr und nicht weniger als jeder normale Mensch mit den üblichen Schwächen. Will jemand behaupten, Meursault sei passiv, dann findet er genügend Belege, die ein solches Urteil rechtfertigen, man muss nur alle anderen weglassen. Die Medien verhalten sich heute kaum anders. Ist z. B. ein Politiker in ihr Visier geraten, wird die Berichterstattung leicht zum Mopping.


Heiner Wittmann
Albert Camus, Revolte und Kunst
Albert Camus konzentriert sich in seinem Gesamtwerk keineswegs nur auf die Beschreibung einer absurden Welt. Sein Werk enthält nicht nur in Der Mensch in der Revolte. Essai. (1951) dezidierte Aufforderungen, mit einer Revolte dem Absurden zu begegnen. Genauso wie innerhalb des Gesamtwerks ein präziser Plan erkennbar ist, der die Abfolge seiner Werke erläutert , so belässt er es nicht einfach bei einer bloßen Revolte, sondern gibt ihr in seinen Werken auf ganz unterschiedliche Arten präzise Formen, die zusammen eine umfassende Antwort auf das Absurde formulieren. Es ist – und das wird oft übersehen – die Kunst im Werk von Camus, die eine wesentliche Aufgabe im Rahmen der Revolte einnimmt.

> Albert Camus
> Centenaire Albert Camus 1913-1960

> Ausstellung: Olivier Jordan: Noces de Lumière – Hommage à Albert Camus

Concours d‘éloquence transfrontalier

15. November 2016 von

french german 

Die AMOPA -­‐ Association des Membres de l‘Ordre des Palmes Académiques Section du Bas-­‐Rhin et du Haut-­‐Rhin -­‐ AMOPA Süddeutschland e.V. veranstaltet einen Concours d‘éloquence transfrontalier sous le haut patronage / unter der Schirmherrschaft Madame Sophie BEJEAN , Rectrice de l‘Académie de Strasbourg Dr Susanne EISENMANN Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-­‐Württemberg

Die Attentate vom 13.11.2015

12. November 2016 von

Die Attentate vom 13.11.2015:

> 27 novembre 2015: L’Hommage national – #FiersdelaFrance

> Paris, la nuit du 13 au 14 novembre 2015

> Trauerbekundungen vor der Französischen Botschaft in Berlin

> Paris et Berlin, 14 novembre 2015 – Éditorial – #NousSommesUnis

> Ce soir à Cologne

> Un message aux écrivains français de la part de la Fédération des gens de lettres Allemagne (VS)

> Discours du président de la République devant le Parlement réuni en Congrès

> Najat Vallaud-Belkacem: Message suite aux attentats du 13 novembre

> Parler avec les élèves des attentats à Paris

> Vor dem Institut français de Stuttgart

> Discours du président de la République devant le Parlement réuni en Congrès

> Gedenkveranstaltung im Institut français de Stuttgart

> En faveur de la mémoire des victimes du 13 novembre

> Freitag, 20. Juli 2015, #21h20

Donald Trump

11. November 2016 von

Ergänzung:

„Verdammt kleine Fische in einem ziemlich großen Teich“– ARTE – 17. November 2016 | @Jean-Marie Magro
„Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth ist Staatsminister im Außenministerium. Er hofft, dass zumindest nicht alle Vorschläge Trumps umgesetzt werden. Im Interview mit ARTE Info spricht er über die Herausforderungen der europäischen Außenpolitik, warum die deutsch-französischen Beziehungen nun so wichtig sind und weshalb das Jahr 2017 eine Bewährungsprobe ist.“

> Nachgefragt: Staatsminister Michael Roth antwortet auf unsere Fragen


Barack Obama am 16. November 2016 in Athen:

„Das wichtigste Amt in der Welt ist nicht das des Premierministers oder des Präsidenten, sondern der wichtigste Titel ist der des Staatsbürgers.“

„Fortschritt folgt einem kurvigen Pfad, manchmal geht’s vorwärts, manchmal rückwärts – aber solange wir auf die Demokratie setzen, wird unsere Zukunft okay sein.“

„Wir wählen die Hoffnung statt der Furcht.“

“Globalisation zusammen mit Technologie kombiniert mit sozialen Medien, ständiger Information, haben das Leben der Menschen gestört, manchmal ganz konkret,“ so der Präsident und fügte hinzu mit wirtschaftlichen und psychlogischen Folgen. „Es gibt keinen Zweifel, dass dies populistische Bewegungen gefördert hat, im linken und im rechten Spektrum. Die Zeit wird zeigen, ob die Rezepte, die nun angbeoten werden, sei es der Brexit, oder mit Respekt/Bick auf die US-Wahlen, diese Völker zufriedenstellen wird.”


atkinson-ungleichheitNachgefragt: Anthony Atkinson, Ungleichheit. Was wir dagegen tun können – 22. September 2016 von Heiner Wittmann

Ob es stimmt, dass Donald Trump selber überrascht war, die Wahl zum 45. Präsidenten der USA am 9.11.2016 gewonnen zu haben? Hatte er noch in der letzten Phase des Wahlkampfes angedroht, Hilary Clinton verhaften zu lassen, dankte er ihr nach seiner Wahl für ihre Verdienste um das Land. Ob er so jede seiner Wahlkampfparolen der Wirklichkeit anpassen wird?

> www.greatagain.gov/

Am 19. November werden die Wahlmänner den neuen Präsidenten wählen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass sie sich gegen Trump entscheiden werden.

> Clinton bekommt die Wähler, Trump die Wahlmänner – FAZ, 9.11.2016

Der Blick auf die Titelseiten einiger Zeitungen zeigt die ganze Bandbreite der Reaktionen. The Times hängt seine Wahl nicht so hoch, und berichtet auf der Titelseite darüber nur im unteren Drittel. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hofft auf einen versöhnlichen Donald Trump und titelt „Trump will Präsident aller Amerikaner sein“. Die NZZ ruft „Amerika auf radikalem Kurs“. Le Monde hat eine Edition spéciale herausgegeben: „Donald Trump. Président des États-Unis“. Le Figaro titelt „L’ouragan“ und The New York Times: „Trump basks in triumph“. Nach anfänglicher Aufregung sind die Aktienmärkte wieder ins Plus gedreht. Ach das Geld, die Hoffnung auf steigende Renditen, das Geld treibt alles an:

Die Amerikaner haben einen Präsidenten gewählt, der noch nie vorher in ein öffentliches Amt gewählt worden ist, den einzig sein Geld an die Macht gebracht hat. Und jetzt? Unsere Politiker in Deutschland und Frankreich haben bis jetzt kaum oder gar nicht Kontakte in das Trump-Lager gehabt. Das wird sich vermutlich schnell ändern. Welche Versprechungen des Kandidaten Trump wird Präsident Trump realisieren? Abschaffung von ObamaCare? Die Mauer an der Grenze zu Mexiko? Distanz zum Nato-Bündnis? Kündigung von Cop21? oder wird er versöhnliche Töne anschlagen und letzten Endes war sein Wahlkampf für ihn ein Mittel, das Weiße Haus zu erobern? In einem Jahr gucken wir uns diese Zeitungen wieder an. Wird Trump seine überzogenen Wahlversprechen in die Tat umsetzen?

Seine Wahl zum Präsidenten wird einen erheblichen Einfluss auf die internationalen Beziehungen haben und möglicherweise der europäischen Einigung neue Impulse verleihen? Wie wird er sich gegenüber Syrien und überhaupt wie wird er sich im Nahost-Konflikt positionieren?
Gestern hat Präsident François Hollande die Wahl in den USA kommentiert:


Déclaration à la suite de l'élection américaine von elysee

Auf der Website der Bundeskanzlerin: > Bundeskanzlerin Merkel gratuliert dem designierten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump – 9. November 2016

> Video: Statement der Kanzlerin zum Ausgang der US-Wahl

Bundeskanzlerin Angela Merkel: > Pressestatement von Bundeskanzlerin Merkel zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl am 9. November 2016 im Bundeskanzleramt: „Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“

> Angela Merkel congratulates Donald Trump — kind of – Washington Post – 9. November 2016

Wie gesagt: der Wahlkämpfer Donald Trump wird mit dem Präsident Donald Trump nicht in das Weiße Haus kommen?

> Donald Trump : « La révolte populiste lui a permis de s’emparer du pouvoir, elle ne lui permettra pas de gouverner » „Pour Mathieu Bock-Côté, l’élection de Donald Trump traduit un désaveu global : celui exprimé par les „oubliés de la mondialisation“. Le nouveau président saura-t-il capter les forces profondes de cette révolte ?“ – La Revue des deux mondes, 13 novembre 2016.

> Trump aux USA : 5 mesures urgentes pour enrayer la montée de l’extrême-droite en Europe – Jean Matouk, L’ObsPLUS, 15-11-2016





Materialien für die Schule:

Prix des lycéens allemands 2016-2017: Lehrerseminar im Institut français de Stuttgart:

9. November 2016 von

Prix des lycéens allemand 2017Wir erklären Ihnen die Organsiation des > Prix des lycéens allemands 2016-2017, stellen die nominierten Bücher vor und diskutieren mit ihnen über diese Bücher:

Referenten: Georges Leyenberger, Heiner Wittmann

Freitag, 11. November 2016, 15.00-17.00 Uhr, Institut français Stuttgart, Schloßstraße 51, 70174 Stuttgart,

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