Archiv für Juni 2010

Deutsches Historisches Institut Paris
Geisteswissenschaften und kulturelles Erbe im digitalen Zeitalter

Freitag, 11. Juni 2010

Die Podiumsdiskussion anlässlich einer Internationale Tagung des Deutschen Historischen Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, 1.–2. Februar 2010
mit
Patrick Bazin (Bibliothèque municipale, Lyon)
Thierry Delcourt (Bibliothèque nationale de France, Paris)
Gero von Randow (Die Zeit, Hamburg): Moderation
Claus Leggewie (KWI Essen)
Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin)
Hartmut Dorgerloh (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin)

und den einzelnen Vorträgen (Video)

kann man auf der Website des > Deutschen Historischen Instituts Paris hören bzw. ansehen und das Programm der Tagung und den Tagungsbericht dort heruterladen.

> Wozu studiert man Geisteswissenschaften?

Die deutsch-französischen Beziehungen im Juni 2010

Mittwoch, 9. Juni 2010

Wie steht es im Juni 2010 um die deutsch-französischen Beziehungen? Mit der Frage würde ich heute morgen meinen LK überrascht haben. Ein bisschen warten, die Schüler müssen sich ja erst an die unvermittelt gestellte und doch so naheliegende Frage gewöhnen. Dann sagt die eine oder der andere dies und das. Möglicherweise wird das sogar ganz spannend. Wie auch immer die Hausaufgabe steht – mit dem Hinweis, man könnte ja mal das Frankreich-Blog konsultieren. Jedenfalls würde ich gerne in der nächsten Stunde von jedem zwei Artikel sehen, einen aus Deutschland, einen aus Frankreich. Bestimmt hat der Hausmeister noch ein paar Stellwände. Stichwort: Selbstorganisiertes Lernen. Ich könnte zugucken und mir überlegen, wer welche Förderung gut gebrauchen könnte und das nächste Referat halten wird. Wetten, dass der Kurs nach der nächsten Doppelstunde fit wäre?

Was gibt es heute im Internet?

> Sarkozy-Merkel : 430 Artikel in Frankreich – Sarkozy-Merkel: rund 140 Artikel in Deutschland

Verlassen wir uns aber nicht auf die Zählgewohnheiten einer bekannten Suchmaschine. Aber die Vermutung liegt nahe, dass die Franzosen sich in diesen Tagen ganz besonders für ihren deutschen Nachbarn interessieren.

Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef bei Siemens und ThyssenKrupp hat am 1. Juni 2010 in Paris einen Vortrag über die deutsch-französische Beziehungen gehalten. DIE ZEIT hat seiine Rede veröffentlicht: > Deutsch-französische Beziehungen “Zurück zu den Grundlagen”. Sein Fazit: “Deutschland braucht Europa, Europa braucht die deutsch-französische Triebkraft.”

Unter der Überschrift > Tiefes Misstrauen zwischen Paris und Berlin, meint Sascha Lehnartz in Der WLET (8.6.2010): “Wachsende Meinungsverschiedenheiten zwischen Nicolas Sarkozy und Angela Merkel gefährden die deutsch-französische Freundschaft. Ein wichtiges Erbe ist in Gefahr.”

Michaela Wiegel und Majid Sattar berichten am 8. Juni 2010 aus Paris und Berlin in der FAZ über Frankreichs Reaktionen auf die deutschen Sparpläne: > „Frankreich wird Deutschland nicht nacheifern“.

TF! explique, il y a 11 heures: Marchés financiers: Sarkozy et Merkel accordent leurs violons. Unter dieser Überschrift kann man alles und nichts vermuten. Divergences ? Accord ?

Am 7. Juni schrieb Alain Barluet im FIGARO: > Euro : Angela Merkel tend la main à Nicolas Sarkozy.

Welche Interpretation der Vorgänge ist am zutreffendsten? Unterschiedliche Beurteilungen scheint es zu geben, das muss ja keineswegs an der prinhzipiellen deutsch-französischen Kooperation rütteln.

Zuerstmal nachlesen, um was geht es: Gemeinsamer Brief von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy an die Präsidenten des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission.

Zugegeben die Materie ist äußerst kompliziert und man muss schon eine ganze Menge von Dokumenten und Zeitungen (> Medien) angucken, um sich ein ausgewogenes Bild dieser Vorgänge zu machen. Es fällt aber auf, dass die französische Presse zur Zeit außergewöhnlich intensiv über den deutschen Nachbarn berichtet.

Vor einer Stunde berichtet Le Parisien > Sarkozy et Merkel affichent leurs convergences sur la régulation financière.

Zur Erinnerung: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

In meiner Oberstufenklasse könnte zu Beginn jeder Stunde ein Schüler 5 Minuten über drei Meldungen berichten, die ihm im Rahmen der deutsch-französischen Beziehungen aufgefallen sind. Nach ein paar Wochen sind für alle Klassenkameraden die Sinne geschärft. Werden die richtigen Ereignisse genannt? Wie werden Ereignisse bewertet? Und dieser Stundenauftakt würde anlässlich der Reihe Deutsch-französische Beziehungen noch weiter ausgebaut werden. Es geht nach dem Alphabet. Jeder kann sich ausrechnen, wann er dran ist, und wenn sie oder er noch ein Blatt dazu verteilt oder nur eine Zeitung hochhalten, gibt es nen Pluspunkt. Ganz schnell kommen die Schüler darauf, dass man beide Seiten hören und lesen muss. Nebenbei entdecken sie Unterschiede zwischen beiden Ländern, die mittlerweile überhaupt keine Hindernisse mehr sind. Sie motivieren nicht nur die Zusammenarbeit, sie müssen auch keinesfalls überwunden werden, es geht darum, sie zu verstehen, um gemeinsam die besten Lösungen zu finden. Und wenn man das Nachbarland besucht und wieder zurückguckt, lernt man über das eigenen Land mindestens ebensoviel wenn nicht noch mehr. Meine Fünfminutenidee ist auch ein Puzzlekasten, nach drei bis vier Wochen haben die Schüler im LK rund 25 Kurzvorträge über die Aktualität gehört. Wetten, dass sie dann schon den Nachrichten ganz anders als vorher lauschen? Und anfangen, sich einen Reim auf schwierige Probleme machen, die anfangs nur vorüberrauschten? Die Auswahl der Artikel oder der Radiosendungen, das machen die alles alleine. Wie gesagt, es ist allerhöchste Zeit, > dass Klassenzimmer aufhören Web 2.0 freie Zonen zu sein.

PONS: Das neue Forum für Französisch

Mittwoch, 2. Juni 2010

Mit PONS kann man nicht sprachlos sein. Und ausser dem > Online-Wörterbuch für Französisch bietet PONS jetzt auch ein > Französisch-Forum für alle Ratsuchenden an. Nach einer einfachen Anmeldung kann es losgehen. Ein Forum funktioniert anders als ein Blog. In einem Forum können die Besucher neue Themen einbringen oder aufmachen, sich also Rat zu ihren Fragen holen. Genausogut können Sie dort auch ähnlich wie auf dem Blog Anregungen in den Forenbeiträgen finden, für die es auch eine Suchfunktion gibt. Und, wie bereits einmal angemerkt, Blog und Foren tragen dazu bei, das > Französischlernen sich von 1.0 nach 2.0 zu befördern. Siehe auch: > Französischunterricht: Sind Klassenzimmer Web 2.0 freie Zonen? Mit > Argumenten für Französisch ist das Frankreich-Blog geradezu gespickt – überall. Heute weist Valéry Giscard d’Estaing mit Recht daraufhin, dass die > deutsch-französischen Beziehungen unbedingt wieder aufgewertet werden müssen. Außerdem muss jedem Schüler einleuchten, dass gute Französischkenntnisse Gold wert sind, weil, bleibt er dran, er immer einen Vorteil über die anderen Bewerber haben wird, die Französisch zu leichtfertig und zu früh aufgegeben haben. So wie es auch einen > Lesevirus für die französische Literatur gibt, kann man sich auch so einen für > die französische Kultur einfangen. Sprachen lernt man aber nicht allein, sondern immer mit anderen zusammen. Und dafür gibt es jetzt auch das Forum von PONS.

Im kostenlosen Onlinewörterbuch von PONS sind außer Französisch neun weitere Sprachen vertreten und die ganze Deutsche Rechtschreibung zum Nachschlagen. Fehlt ein Eintrag, können die Besucher ihn eintragen. Die Redaktion prüft den Eintrag und stellt sicher, dass alle Einträge die bewährte PONS-Qualität erhalten.

Deutsch-französisches Forum

Valéry Giscard d’Estaing :
” Si l’on veut avancer en Europe, il faut retrouver l’intimité franco-allemande “

Dienstag, 1. Juni 2010

In ihrer Ausgabe von morgen (2. Juni 2010) veröffentlicht Le Monde ein Gespräch mit dem früheren Staatspräsidenten (1974-1981) Valéry Giscard d’Estaing , der zusammen mit Helmut Schmidt die Einheitswährung maßgeblich gefördert hat.

Die Frage, ob die Einheitswährung heute in Gefahr sei, verneint Giscard d’Estaing. Er gibt sich optimistisch und bezeichnet die Notwendigkeit der europäischen Währungsunion als absolut. Die aktuelle Krise erinnert die europäischen Regierungen an unerledigte Hausaufgaben. Sie hätten schon früher eine bessere Koordinierung ihrer Wirtschaftspolitik in Gang setzen müssen

Auf die Frage nach einer solchen Koordination erklärt der frühere Staatspräsident, man solle zunächst den Stabilitätspakt respektieren. Es liege an der Europäischen Kommission, ihre Aufsicht zu verbessern, und die Regierungen dürften die Beschlüsse des Europäischen Rates nicht einfach ignorieren.

Giscard d’Estaing meint, man sei der Krise bisher nicht gut begegnet. Die Mitglieder seien nicht genügend vor der Verschuldung gewarnt worden, und Europa habe zu lange mit einer Antwort gezögert. Die Langsamkeit sei teilweise von Deutschland verursacht worden. Aber man müsse seine Gründe verstehen: Die Aufgabe der D-Mark war ein großes Opfer für die Deutschen. Später haben sie gezögert, den Euro in anderen Länder einzuführen. Als die Krise ausbrach, wollten sie die Rechnung nicht bezahlen. Aber man könne ein Land nicht einfach aus der Währungsunion entlassen oder es mit seinen Schulden allein lassen. Ein Mechanismus für seine Unterstützung war also dringend notwendig.

Auf die Frage nach den deutsch-französischen Beziehungen lässt Giscard d’Estaing sein Bedauern erkennen, die deutsch-französische Intimität, wie er sagt, gehe zurück. Damals wurden alle Erklärungen zusammen gemacht, heute erfolgen viele Entscheidungen ohne Abstimmungen. Will man Europa voranbringen, müsse dieses Einverständnis unbedingt wiedergefunden werden.

Das Verbot von Leerkäufen ist in Deutschland einseitig ausgesprochen worden. Aber Deutschland habe mehrmals Vorschläge in diesem Sinne gemacht, ohne eine Antwort zu bekommen. Wäre die Entscheidung in der Euro-Zone gemeinsam erfolgt, wäre ihre Wirkung größer gewesen, so Giscard d’Estaing.

Er zeigt sich auch reserviert gegenüber der Idee, eine Deckelung des Staatshaushalts in die Verfassung aufzunehmen.

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