Europa, Griechenland und der Euro
Dominique Strauss-Kahn s’adresse à ses amis allemands

Dominique Strauss-Kahn hält die Einigung mit Griechenland für unumgehbar. Er kritisiert die Konditionen, das ist seine Einstellung, darüber kann man diskutieren, aber er erinnert an die Idee des Euro, an die unterschiedlichen Konzeptionen in Frankreich und Deutschland, an die solidarische Gesellschaft in Europa und stellt in diesem Text ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa vor, das zugleich eine Antwort auf die Frage ist, warum wir Griechenland retten müssen. Eine Antwort, die viele Kritiker der Einigung mit Griechenland ganz genau lesen sollten.

https://twitter.com/dstrausskahn/status/622369271855845376

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Frankreich und seine Nuklear-Strategie

french german 

Die Rede Macrons fügt sich in seine lange Reihe von Reden über Europa ein: L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020)


https://x.com/YaelBRAUNPIVET/status/2028555712083718301

Quelle: Bundespresseamt – Höflichkeitsübersetzung

Gemeinsame Erklärung von Staatspräsident Macron und Bundeskanzler Merz

Im Geiste ihrer engen Partnerschaft, wie sie in Artikel 4 des Vertrags von Aachen niedergelegt ist, haben Frankreich und Deutschland angesichts der sich wandelnden Bedrohungslage beschlossen, auf dem Gebiet der Abschreckung enger zusammenzuarbeiten.

Frankreich und Deutschland haben eine hochrangige Nuklear-Steuerungsgruppe eingerichtet, die als bilateraler Rahmen für den verteidigungspolitischen Austausch und die Koordinierung strategischer Maßnahmen dienen soll. Hierzu gehören Konsultationen über die geeignete Mischung aus konventionellen Fähigkeiten, Raketenabwehr sowie französischen Nuklearfähigkeiten. Frankreich und Deutschland
haben vereinbart, in diesem Jahr erste konkrete Schritte in diese Richtung zu unternehmen, darunter die konventionelle Beteiligung Deutschlands an französischen Nuklearübungen, gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen sowie Weiterentwicklung konventioneller Fähigkeiten mit europäischen Partnern. Frankreich und Deutschland werden als Europäer zudem ihre Fähigkeit zum Eskalationsmanagement unterhalb der nuklearen Schwelle verbessern – insbesondere in den Bereichen Frühwarnung, Luftverteidigung und „Deep Precision Strike“.

Diese deutsch-französische Zusammenarbeit beruht auf dem gemeinsamen Verständnis, dass die Nukleardimension der Abschreckung ein Eckpfeiler der europäischen Sicherheit bleibt. Diese stützt sich auf die erweiterte Abschreckung der USA, einschließlich der in Europa stationierten US-amerikanischen Nuklearwaffen, sowie auf die unabhängigen strategischen Nuklearstreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens, die eine eigene Rolle bei der Abschreckung spielen und bedeutend zur Sicherheit des Bündnisses insgesamt beitragen. Diese deutsch-französische Zusammenarbeit wird die nukleare Abschreckung der NATO sowie die nukleare Teilhabe, zu der Deutschland einen Beitrag leistet und auch weiterhin leisten wird, ergänzen, nicht ersetzen. Frankreich und Deutschland werden ihren Verpflichtungen nach dem Völkerrecht, einschließlich des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, weiterhin nachkommen.

Im Lichte ihres klaren Bekenntnisses zu Artikel 5 des Nordatlantikvertrags und Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union zielt die deutsch-französische Zusammenarbeit darauf ab, die Systeme der kollektiven Sicherheit zu stärken, denen beide Länder angehören. Ihr Ziel ist die Stärkung der europäischen Sicherheit insgesamt. Besonderes Augenmerk gilt der Abstimmung mit den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und weiteren Alliierten sowie der NATO.

Un peu de didactique… (I)

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L’utilisation d’un IPad et d’un portable présente-t-elle des avantages pour l’enseignement des langues ?

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Aus Gründen der Aktualität holen wir den folgenden Beitrag nochmal ganz nach oben:

Der neueste Stand. Schulbeginn 2024: > Interdiction du téléphone portable dans les écoles et les collèges et pause numérique – Site du Ministère de l’éducation nationale

> Der Bericht über die Auswirkungen der Bildschirmzeiten auf Jugendliche – 3. Mai 2024

2 Stunden am Tag am Handy > Sollten Smartphones an Schulen verboten werden? Was dafür spricht und was dagegen, FOKUS, Donnerstag, 29.02.2024

> Herr Klett, ist mehr Digitalisierung an Schulen ein Fehler?: „Wenn ich nach dem Lernen 200 Reels angucke, kann das Gehirn das Gelernte kaum verarbeiten“ – Der Tagesspiegel – 13.10.2024 (Paywall)


Les tâches pour les élèves :

Cet article vous donne quelques repères : L’internet est-il un bienfait pour l’apprentissage d’une langue étrangère? Ou est-ce que le mobile et le iPad endommagent la concentration sur les textes ?

Faites des recherches à partir des liens dans cet article et organisez une discussion dans votre classe.

> Portables à l’école : « Il y a une urgence nationale », le gouvernement veut généraliser leur interdiction pour 2025 – Le Parisien étudiant, 25 octobre 2024

Vokabeln lernen:

Mit dem Wörterbuch von PONS ist auch eine Vokabellernapp verbunden. Alle nachgeschlagenen Wörter könnten in die Online-App von PONS übernommen werden, um damit zu lernen. Erklärungen zum Herunterladen:
> pons-faq-vokabeltrainer Die Vokabel-Lern-App von PONS. *.pdf  **** ****

Sitographie:

> Kein Smartphone mehr in der Schule – 20. Januar 2019

> Aus und vorbei: 2018/2019. Schluss mit den Smartphones in den écoles und collèges – 10. Dezember  2017

> Schule und Internet: Une didactique nouvelle à un monde nouveau – 10. Dezember 2014

> JULES FERRY 3.0. Bâtir une école créative et juste dans un monde numérique – 16. Oktober 2014

> Fabrice Luchini

Die duale Ausbildung – der Weg zum Erfolg

(DFH_UFA) Im Hinblick auf den 60. Jahrestages des Elysée-Vertrags erneuern fünf deutsch-französische Akteure der beruflichen Bildung ihr Engagement für die duale Ausbildung, die jungen Menschen auf beiden Seiten des Rheins attraktive Perspektiven für ihren beruflichen Erfolg eröffnet.

„Die duale Ausbildung – der Weg zum Erfolg“: Mit diesem Slogan haben fünf deutsch-französische Akteure der Berufsbildung im letzten Jahr die duale Ausbildung in den sozialen Medien beworben. Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer (AHK Frankreich), die Universität Paris Dauphine-PSL, das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), ProTandem und die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) sind Partner der Kampagne, die in 2021 vor allem bei jungen Menschen auf großes Interesse gestoßen ist. Um die Wirkung und Sichtbarkeit zu verstärken, startet heute eine zweite Kommunikationskampagne. Es gilt die Chancen hervorzuheben, die jungen Menschen in Frankreich und Deutschland durch die verschiedenen dualen Ausbildungsprogramme in einer Vielzahl von Berufen und Berufszweigen geboten werden.

Frankreich und Deutschland zeichnen sich durch eine wesentliche Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung und der dualen Ausbildung aus. So hat Frankreich im Jahr 2021 zum ersten Mal die Marke von 700.000 Jugendlichen mit Ausbildungsvertrag überschritten. In Deutschland liegt der Anteil der Auszubildenden bei den Jugendlichen, die die Sekundarstufe besuchen, bei etwa 50 %, während er in Frankreich bei 20 % liegt (Quelle: Pôle Emploi France).

Nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Beschäftigung, Berufsbildung und sozialen Dialog finden 70 % der jungen Franzosen, die eine Lehre absolvieren, innerhalb von sieben Monaten nach Erhalt ihres Abschlusses einen Arbeitsplatz. Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer verzeichnet in ihrem dualen Ausbildungsprogramm „Beauftragte/r für Vertriebsentwicklung Frankreich/Deutschland“ beispielsweise eine Beschäftigungsquote von 80 % innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt des Abschlusses.

Die Beschäftigungsquote junger Menschen liegt in den Ländern, in denen die Lehrlingsausbildung stärker verbreitet ist, deutlich höher, während die Jugendarbeitslosigkeit in Europa nach wie vor hoch ist: Die Arbeitslosenquote junger Menschen unter 25 Jahren lag im April 2022 in der EU bei durchschnittlich 14%, wobei es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gab (35% in Griechenland und Spanien, 18,9% in Frankreich und 6,9% in Deutschland, laut Eurostat).

Mit der Kampagne „Die duale Ausbildung – der Weg zum Erfolg“ sollen Unternehmen, Jugendliche und ihre Familien auf die zahlreichen Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden, die die duale Ausbildung bietet. Als vollwertige Lösung eröffnet sie jungen Menschen den Zugang zu zukunftsorientierten Berufszweigen und Berufen.
……………………………
„In einer Zeit, in der die Reindustrialisierung Europas und seine technologische Souveränität im Vordergrund stehen, nimmt der Bedarf von Unternehmen an qualifizierten jungen Fachkräften in allen Bereichen der Industrie und des Dienstleistungssektors ständig zu. Die duale Ausbildung eröffnet jungen Menschen sehr attraktive Perspektiven für ihren beruflichen Erfolg.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, junge Menschen und Familien, die Lehrlingsausbildung und die duale Berufsausbildung neu zu betrachten und die Chancen zu nutzen, die diese Ausbildungsprogramme bieten.»

— Die Partner der Kampagne „Die duale Ausbildung – der Weg zum Erfolg

Erfahrungsberichte

„Wir hatten das Glück, eine Studentin des deutsch-französischen Doppeldiploms zwischen der Universität Paris Dauphine und der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen eines dualen Studiums einzustellen. Wir haben in ihr alle Qualitäten wiedergefunden, die erforderlich sind, um sich in einer anspruchsvollen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (einschließlich einer ernsthaften Motivation) im Dienste unserer deutsch-französischen Mandanten auszuzeichnen. Das Modell des dualen Studiums ist sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Studenten ein großer Vorteil, da es beiden ermöglicht, ein langfristiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, ohne bei jeder Rückkehr in das Unternehmen Integrationsphasen durchlaufen zu müssen.“

— Matthias Barnert, Associé PwC – International Markets – German Business Group

„Der/die Auszubildende bringt seine/ihre Ideen ein, seine/ihre Energie und – für einen deutschen Konzern wie den unseren – seine/ihre Fähigkeit, sich mit unseren deutschen und englischen Kollegen auszutauschen;

Kurz gesagt, eine Win-Win-Situation, bei der der Auszubildende echte Berufserfahrung sammelt, da er/sie operative Verantwortung übernimmt.“

— Gilles Maes, Generaldirektor Bilfinger Peters Engineering SAS / Caroline Sagne, Sales and Marketing Director, Business Line Nuklear Bilfinger.

Discours du Président Emmanuel Macron à l’occasion de la conférence des ambassadrices et des ambassadeurs.

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La visite du Président de la République Emmanuel Macron à Berlin

Am 18. Juni ist Staatspräsident Emmanuel Macron zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gereist um moit ihr die Sitzung des Europäischen Rates am 4. und 25. Juni, bei dem es um die Außenpolitik aber auch um den Europäischen Stabilitätspakt geht, vorzubereiten: „Emmanuel Macron ist der erste auswärtige Gast, den ich hier im Bundeskanzleramt in diesem Jahr empfange – und ich würde sagen: empfangen kann,“ sagte Frau Merkel. In einer Pressekonferenz nach dem gemeinsamen Treffen äußerten sich beide vor der Presse:

Conférence de presse conjointe du Président Emmanuel Macron et de la Chancelière Angela Merkel Site du Palais de l’Élysée.

Immer aktuell:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

> Deutsch-französisches Twittern, aber diesmal aus der Perspektive der Außenministerien

Le Dossier > Quatre ans de travail pour l’Europe Site du Palais de l’Élysée

Auf unserem Blog:

> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020)

Bundeskanzlerin Merkel wies in ihrem Beitrag zur Pressekonferenz auf die > Erklärung von Meseberg am 19. Juni 2018, in der das Versprechen Europas für Sicherheit und Wohlstand erneuert wurde. Frau Merkel betonte, die Eurozone sei widerstandsfähiger gemacht worden und es habe Fortschritte bei Migrationsfragen gegeben, auch wenn das Ziel noch nicht erreicht sei : „Das ist die Migrationsfrage, das ist die Frage der Zukunft Libyens, das ist die Frage der Zukunft Syriens“, fügte Frau Merkel hinzu.Bei dem Treffen am 18. Juni gingf es um die Abstimung vor dem Rat am 24. und 25. Juni, bei dem wieder die Außenpolitik in Bezug auf Russland und die Türkei geht, Merkel sprach von der „außenpolitischen Souveränität“, in dem Sinne wir auch Emmanule Macron disen Begriff in seine europapolitischen Reden verwendete: Vgl. > L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020).

Präsident Macron erinnerte an die letzten Begegnungen mit der Bundeskanzlerien, u. a. > in Merseburg im Juni 2020, auf das der europäische Wiederaufbauplan folgte. Außerdem erinnerte Macron, daran dass auch im Bereich der Verteidigung und Technologie ist eine wichtige Dynamiken entstanden sind.

Macron betonte die deutsch-französische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene: „Diese deutsch-französische Zusammenarbeit haben wir auch beim G7- und Nato-Gipfel, die wir gerade erst absolviert haben, wieder gesehen. Gemeinsam wollen wir eine europäische Linie definieren, die kohärent und verantwortungsbewusst ist, was unsere Themen und unsere Werte angeht. Wir wollen das eingliedern in die Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten und den großen Wirtschaftsmächten und Demokratien, mit denen wir zusammenarbeiten – aber auch mit den europäischen Präferenzen, die wir eben haben.“ (Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung)

Nils Minkmar in der SZ

> Deutsch-französisches Verhältnis:Revolution war gestern – Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2021

Unterm Strich zielt Nils Minkmar auf die verpassten Chancen Deutschlands, auf die europapolitischen Vorstellungen Emmanuel Macrons einzugehen und sie gemeinsam weiterzuentwickeln, mit allen Folgen nicht nur für Macron. Immer noch wie gerade erst beim > Deutsch-französischen Ministerrat am 31. Mai 2021 wird die Vertiefung der gemeinsamen Kooperation wieder einmal gemeinsam gefeiert, schaut man genauer hin, gibt es aber immer noch sehr viel zu tun, um nicht nur über das deutsch-französische Verhältnis zu sprechen, sondern um wirklich gemeinsam zu handeln. Und > diese Gemeinsamkeit immer wieder zu erklären und nochmal erklären, wie Alfred Grosser diese Notwendigkeit immer wieder betont.

Präsident Macron hob ausdrücklich sein Einverständnis hinsichtlich der Positionen gegenüber der Türkei und Russlands gesagt worden ist: „Vor allem geht es hierbei natürlich auch um die Interessen von Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie Griechenland und Zypern und unsere strategische Position im östlichen Mittelmeer, in Syrien, in Libyen oder auch in der Kaukasusregion… Wir sind uns uns beide bewusst, dass es die Notwendigkeit gibt, gemeinsame Regeln für ein Verhältnis mit Russland zu finden.Der Rat werde, so Macron, auch über die Wiedereröffnung unserer Gesellschaften und unserer Volkswirtschaften nach der Pandemie zu diskutieren. Trotzdem sei weitere Wachsamkeit notwendig.

Emmanuel Macron wie auf gemeinsame Projekte im Bereich der Mikroelektronik, der Raumfahrt, der Mobilität, des Wasserstoffs und der Cloud hin. Gemeinsame Finanzierungsprojekte in Europa sollen strukturiert werden.In den letzten Wochen sei es auch gelungen, Fortschritte bei den gemeinsamen Projekten zu erreichen, vor allem, was FCAS (Future Combat Air System) auch bei unserem gemeinsamen Kampfpanzer der Zukunft.

Auf die Frage eines Journalisten, Frankreich habe sich ja sehr für die autonome Strategie der Europäischen Union und die Souveränität eingesetzt. Fühle sich Frankreich nach dem Amtsantritt von Joe Biden nicht vielleicht etwas isoliert?


Bundeskanzlerin Merkel antwortete: „Ich denke überhaupt nicht daran, dass es jetzt irgendeine Washington-Berlin- oder Washington-Paris-Beziehung gibt, sondern in der Nato gibt es europäische Verbündete. Wir haben eine bestimmte Aufgabe, die auch identisch mit der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist, die sich aber in die Strategie der Nato einfügt. Aus den Gesprächen von G7 und der Nato ist vollkommen klar, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika als eine pazifische und eine atlantische Nation begreifen und angesichts der Stärke Chinas natürlich auch sehr viel stärker im Pazifik gefordert sind, als das vielleicht noch vor 20 Jahren der Fall war. Das bedeutet für uns Europäer, dass wir auch bestimmte Aufgaben und Verantwortungen selbst übernehmen und uns stärker einbringen müssen, deshalb ja auch die Steigerung der Verteidigungsausgaben und die Steigerung der Fähigkeiten. Projekte, die das unterstreichen, sind zum Beispiel FCAS oder auch der Panzer der Zukunft.Insofern sehe ich hier überhaupt keine Gegensätze. Aber ich sehe die absolute Notwendigkeit – das wird, denke ich, von den Vereinigten Staaten von Amerika auch erwartet -, dass wir kohärent handeln, dass wir sagen, welche Aufgabenblöcke wir übernehmen können und welche Beiträge wir leisten können. Dafür müssen wir uns sicherlich noch besser vorbereiten, als wir heute vorbereitet sind.“

Präsident Macron fügte hinzu: „Zum Thema der europäischen Verteidigung und der strategischen Autonomie der Europäischen Union: Ich sehe zumindest, dass es jetzt im gemeinsamen Wortschatz der Europäer angekommen ist. Ich stelle auch fest, dass Präsident Biden selbst öffentlich und auch bei unserem Treffen im Rahmen des Nato-Gipfels anerkannt hat – ich denke, dass das auch ein Grund zur Freude ist -, dass er die Europäische Union auch politisch respektiert und mit uns als Partner zusammenarbeiten will. Es ist uns also gelungen, zu zeigen, dass eine europäische Verteidigung und eine strategische Autonomie der Europäischen Union kein alternatives Projekt zum atlantischen Bündnis sind, sondern dass es eine Komponente dessen ist. Dadurch erkennen die Europäer nämlich an, dass sie einen Teil der Investitionen und natürlich auch einen Teil für ihre gemeinsame Sicherheit vor allem in der Nachbarschaft leisten müssen.

Ich teile also das, was die Bundeskanzlerin eben gesagt hat. Wir müssen uns über dieses amerikanische Engagement freuen. Denn es gelingt uns, eine strategische Arbeit abzuschließen, die wir im Dezember 2019 mit dem neuen Nato-Konzept begonnen haben. Dass wir jetzt einen Partner haben, der erstens engagiert ist und zweitens Interesse an multilateraler Kooperation hat, konnten wir auch beim G7-Gipfel sehen. Ich denke also, das amerikanische Engagement sollte man als etwas Positives sehen. Natürlich geht es auch darum, dass den Europäern bewusst wird, dass ihr Schicksal auch von ihnen selbst abhängt. Dieses Gleichgewicht wird uns stärker machen.

Ein Journalist wollte wissen, ob es wirklich eine gute Idee sei, dass das Endspiel der Europameisterschaft in Großbritannien stattfindet?

Bundeskanzlerin Merkel: „Über das Endspiel kann ich mich angesichts des morgigen zweiten Gruppenspiels der deutschen Mannschaft jetzt noch nicht äußern, “ und gab das Wort an Macron

Emmanuel Macron: „Wir haben uns auch nach dem letzten Spiel ausgetauscht. Es ist richtig: Frankreich hat die Nationalmannschaft in diesem ersten Gruppenspiel geschlagen. Aber das ist eine Mannschaft, vor der wir den größten Respekt haben. Wir haben schon oft genug verloren, um am Beginn dieses Wettbewerbs konzentriert und bescheiden zu bleiben. Wir sind hier also sehr wachsam und wir arbeiten natürlich zusammen, damit die Bedingungen so gut wie möglich sind. Alle Teams und Spieler leben ja in diesen Bubbles, in diesen Blasen. Sie wurden im Vorfeld getestet und isoliert, auch die gesamten Mitarbeiter. Für unsere Teams sind also alle Vorkehrungen getroffen. Die Frage, die sich bis zum Endspiel stellen wird, betrifft natürlich die Fans und die ganzen Rahmenbedingungen.

Deutschland und Frankreich haben bezüglich Großbritannien aufgrund des Auftretens der indischen Variante relativ strenge Regelungen verabschiedet. Ich glaube, wir haben ungefähr das gleiche Verhältnis der sogenannten Deltavariante. Man sagt jetzt nicht mehr diesen früheren Begriff. Diese Deltavariante macht in unseren Ländern circa 6 Prozent aus. Das ist also unter Kontrolle.

Wir sind natürlich sehr aufmerksam für alles, was eingetragen werden konnte. Das heißt, wir fordern nach wie vor einen triftigen Grund, um nach Frankreich zu kommen. Das schränkt die Ankünfte von britischen Staatsangehörigen nach Frankreich schon einmal sehr stark ein. Das ist also sehr stark eingeschränkt. Wir fordern von den Rückkehrern entweder einen PCR-Test oder eine Impfung. Das heißt, es sind wirklich sehr strenge Bedingungen für britische Staatsbürger, um nach Frankreich zu kommen. Für Deutschland gilt ja das Gleiche.“

Bundeskanzlerin Merkel ergänzte u.a.: „Aber ich kann nur sagen: Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei. Auch wenn an einem solchen Sommerabend das Gefühl ist, da ist nichts mehr, so kann man am Beispiel von Lissabon sehen, wie schnell sich das wieder ändert. Wir haben eben immer noch einen großen Teil nichtgeimpfter Menschen, die keinen vollen Schutz haben. Deshalb, glaube ich, ist weiter Vorsicht notwendig, damit wir einen Sommer vieler Freiheiten, aber noch nicht aller Freiheiten haben. Das gilt insbesondere auch für Großereignisse.Es ist schön, dass zum Beispiel jetzt in München wieder 14 000 Fans im Stadion sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien in anderen Ländern Europas sehe, dann bin ich ein bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist.“

Zitiert nach der Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung druch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Le Dossier > Quatre ans de travail pour l’Europe Site du Palais de l’Élysée

Sur notre blog:> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020)

Lesbos oder die verlorene Seele Europas

Image par Thomas Meier, Pixabay

Für alle, die glauben, dass Europa ein Projekt des Friedens und der Solidarität ist, ist das, was sich in den letzten zwei Tagen auf der griechischen Insel Lesbos ereignet hat, eine Tragödie und eine Schande. Auf Lesbos gehen nicht nur Zelte und Infrastruktur in Rauch auf, sondern auch die Seele und die Werte Europas. Vor dem Brand lebten mehr als 13.000 Flüchtlinge im Lager Moria, darunter 4.000 Kinder, unter hygienischen Bedingungen und in einer Überbevölkerung von seltener Demütigung, ohne Zugang zu Duschen und Toiletten. 13.000 Flüchtlinge entspricht der vierfachen Kapazität des Lagers. Diese Tausende von Menschen sind nun auf der Insel Lesbos obdachlos.

La version française de cette tribune: > www.pyleborgn.eu/2020/09/lesbos-ou-lame-perdue-de-leurope/

Unserer Traurigkeit Ausdruck verleihen, ist das Mindeste, was wir angesichts dieser Tragödie tun können. Einige europäische Regierungen (nicht alle…) haben dies getan. Aber ihre Traurigkeit ist keine Antwort. Die Antwort wäre die lang erwartete und noch immer verzögerte Reform der Migrationspolitik der Europäischen Union. Man darf nicht länger zögern oder es zulassen, dass die öffentliche Meinung gegen die Werte Europas ausgespielt wird. Es ist die Schließung der nationalen Grenzen für Asylbewerber, die die Insel Lesbos zu einem Engpass und das Lager in Moria zu einem Freiluftgefängnis gemacht hat. Dort haben sich Gewalt, Menschenhandel aller Art, Prostitution und Entführung von Minderjährigen entwickelt.

Die Brände im Lager von Moria stehen für eine Verzweiflung aus, die dringend erhört werden muss. Wann wird die Dublin-Verordnung reformiert, die jetzt noch dazu führt, dass Griechenland und Italien auf Lampedusa für ganz Europa zuständig sind? Es ist sinnlos und unfair zu verlangen, dass das Einreiseland dasjenige sein soll, wo die Migranten aufgenommen werden. Dies muss die gemeinsame Verantwortung der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sein. Ein Auge zuzudrücken oder Finanzmittel zu versprechen, um den Status quo zu erhalten, ist keine Antwort. Die Antwort muss die Bereitstellung einer würdigen Aufnahme von Flüchtlingen sein, auf der Grundlage ihrer Verteilung auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Das Asylrecht ist universell. Es beruht auf einer würdigen Aufnahme der Antragsteller, die vor Drohungen und Verfolgung fliehen und um ihr Leben und das ihrer Familie kämpfen. Lassen wir nicht zu, dass Egoismus, Hartherzigkeit und Fremdenfeindlichkeit über Chaos, Not und kleinlicher Feigheit gedeihen. Im Vorfeld der Vorlage des Entwurfs eines Paktes zu Migration und Asyl durch die Europäische Kommission ist es wichtig, dass sich Deutschland und Frankreich entsprechend ihrem Bekenntnis zur europäischen Solidarität angesichts der Krise für eine gerechte, faire und humane Reform der Dublin-Verordnung einsetzen, eine Reform, die den Werten Europas und seinem Friedensprojekt im Zusammenhang mit dem Recht angemessen ist.

Heiner Wittmann (Gründer des Frankreich-Blog) und Pierre-Yves Le Borgn‘ (ehemaliger Abgeordneter für die Franzosen im Ausland)

La version française de cet appel : > www.pyleborgn.eu/2020/09/lesbos-ou-lame-perdue-de-leurope/

Sur notre blog :
> Nachgefragt. #Corona-Virus : La France, l’Allemagne et l’Europe. Pierre-Yves Le Borgn’ nous répond

 

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