Ruckelt der deutsch-französische Motor?

13. Februar 2026 von Heiner Wittmann



Als Friedrich Merz am 6. Mai 2025 Bundeskanzler wurde, schienen die Weichen für einen Neustart der deutsch-französischen Beziehungen gestellt zu sein: > Emmanuel Macron zu Besuch in Berlin – 24. Juli 2025. Trotz vieler herzlicher Treffen mit Staatspräsident Emmanuel Macron scheint ihrem gemeinsamen Motor ein bisschen Öl oder gar Treibstoff zu fehlen. Michaela Wiegel und Matthias Wyssuwa haben am 12. Februar 2026 in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschreibt die zunehmende Entfremdung zwischen Friedrich Merz und Emmanuel Macron beschrieben:

Ein Drama in vielen Akten. Zu Beginn von Merz’ Amtszeit als Kanzler gab es große Hoffnungen auf eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit. Doch schon bald habe sich das Verhältnis deutlich abgekühlt, da beide Politiker unterschiedliche politische Prioritäten und Vorstellungen entwickelten. Insbesondere in der Europapolitik, bei Wirtschaftsfragen und im Umgang mit den USA und Russland traten Differenzen offen zutage. Macron setzt stärker auf europäische Integration und gemeinsame Finanzinstrumente, während Merz zurückhaltender agiert und nationale Interessen betont. Es gibt wohl auch persönliche Spannungen und unterschiedliche Führungsstile, die die Kooperation zwischen Berlin und Paris erschweren. Trotz aller offensichtlich gemeinsam zur Schau getragenen Einigkeit nehmen Beobachte eine abnehmende Abstimmung zwischen Frankreich und Deutschland wahr, die gefährdet nach Ansicht von Michaela Wiegel und Matthias Wyssuwa die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union gefährden. Beide warnen daher vor langfristigen politischen und wirtschaftlichen Risiken für Europa.

Vor diesem Hintergrund beginnt beginnt heute die Münchner Sicherheitskonferenz. Außerdem gab es gestern ein informelles Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, als des Europäischen Rats auf Schloss Alden Biesen, …

> Informelle Klausurtagung der EU-Führungsspitzen, 12. Februar 2026

> Informelle Klausurtagung der EU-Führungsspitzen, 12. Februar 2026 – Einladungsschreiben von Präsident António Costa an die Mitglieder des Europäischen Rates

… die Emmanuel Macron wie folgt kommentierte:

Das kurze Pressestatement:

In diesem Zusammenhang erinnern wir an das Gespräch dass LE MONDE mit Staatspräsident Macron geführt hat: > Emmanuel Macron : « C’est le moment pour l’UE de lancer une capacité commune d’endettement, à travers des eurobonds », LE MONDE 10. Februar 2026, in dem er einen radikalen Kurswechsel für die Europäische Union orderte. Er argumentiert, dass die EU vor großen Herausforderungen stehe, wie dem Klimawandel, geopolitischer Instabilität und starker Konkurrenz durch China und die USA. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, schlägt Macron die Einführung einer gemeinsamen EU-Verschuldung durch Eurobonds vor. Diese gemeinsamen Investitionen sollen in strategische Sektoren wie Verteidigung, grüne Technologien, künstliche Intelligenz und Quantentechnologie fließen. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi schätzte den jährlichen Investitionsbedarf in grüne und digitale Technologien auf 800 Milliarden Euro. Macron betonte, dass dies keine Sozialisierung alter Schulden sei, sondern eine Chance, die enorme europäische Sparsumme (30 Billionen Euro) zu mobilisieren und in die eigene Wirtschaft zu lenken, anstatt sie im Ausland zu investieren. Er warnt davor, dass Europa in drei bis fünf Jahren „weggefegt“ sein wird, wenn es nicht sofort handelt und investiert. Deutschland hat diesen Vorstoß für gemeinsame Schulden jedoch bereits als „Ablenkungsmanöver“ abgelehnt.

Emmanuel Grasland > Macron-Merz : quand le couple franco-allemand retombe dans ses vieux travers – Les Échos, 12. Februar 2026:

Emmanuel Macron und Friedrich Merz haben in Belgien versucht, ihre gute Beziehung trotz anhaltender Meinungsverschiedenheiten zur Schau zu stellen. Die Divergenzen betreffen unter anderem die Forderung Macrons nach europäischer Schuldenaufnahme für Zukunftsinvestitionen, die Merz entschieden ablehnt. Während Macron lokalen Inhalt in der EU-Industrie priorisieren will, befürwortet Merz die EU-Präferenzregeln nur für kritische Sektoren. Trotz dieser wiederkehrenden Konflikte können die beiden Länder kaum aufeinander verzichten, um in Europa voranzukommen. Aber zu diesem Zietpunkt seien die Meinungsverschiedenheiten seien struktureller Natur, betont Grasland und spiegeln unterschiedliche Visionen des Wirtschaftsmodells wider. Eine mögliche Machtübernahme der extremen Rechten in Frankreich 2027 könnte jedoch die gesamte Dynamik des deutsch-französischen Verhältnisses verändern.

https://titter.com/pthibaut/status/2021658277764116913

Unsere Redaktion erinnert immer wieder an die > europapolitischen Vorstellungen von Emmanuel Macron, auf die Berlin eigentlich nie so recht eine Antwort wusste.

Auf unserem Blog:

> Éditorial : La souveraineté de l’Europe – 22. Januar 2026 von Heiner Wittmann

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