Vor der Internetzeit habe ich am nachmittag des 31.12. immer das Verbindungskabel zwischen meinem Kofferradio mit LW und dem Cassettenrekorder gesucht, um die Neujahrsansprache der Präsidenten mit allen Zwischengeräuschen der Langwelle aufzunehmen. Heute ruft man die Website des Elyseepalastes auf, kopiert ein bisschen Code, und schon kann man das Video der Ansprache auf dem Blog zeigen.
Am besten erst das Video angucken. Dann eine kurze Zusammenfassung schreiben und dann erst den Text der Ansprache nachlesen.
Versuchen wir es mal mit ein bisschen Lexikometrie:
In Sarkozys Ansprache sind 54 Wörter negativ besetzt, nur 44 Wörter sind positiv besetzt. Als Themen werden Wirtschaft (3), Finanzen (8), Wahlen (1), Familie (1) und Geschichte (1) genannt. Unter den europäischen Nachbarn werden nur Griechenland, Spanien, Irland, Italien und Portugal genannt. 18 mal sagt der Präsident ich, wir oder unsere sagt er 54 mal.
Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnte bei ihrer > Neujahrsansprache, > Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin (Textversion) 18 negativ besetzte, 25 positiv besetzte Wörter, die aber nicht alle so zum Handeln aufrufen, wie die Wörter in der gleichen Kategorie bei Sarkozy. Er beschränkte sich auf 8 Themen, Frau Merkel nannte 31 Themen und verstärkt dadurch einen etwas eher allgemeinen Charakter ihrer Ansprache. Aber so werden viele Zuhörer angesprochen, und die Kanzlerin bleibt so auch eher im Vagen. Immerhin, sie sagt auch “kinderfreundlicher” und erwähnt die Menschenrechte. 14 Wörter enthalten eine Aufforderung. Europa wird 6 mal genannt, ohne einen der Partnerstaaten beim Namen zu nennen. Sie sagt 9 mal ich und, das fällt auf: wir (zusammen mit uns/unseren) 48 mal und sie wendet sich an die Zuhörer 18 mal (Sie/Ihnen).
Fazit: Der Präsident beschränkt sich auf einige wenige Themen (Finanzkrise) und versucht, seine Zuhörer zu überzeugen, dass diese Herausforderungen gemeistert werden können: 44 positiv besetzte Ausdrücke. Er sagt doppelt so oft ich, beide sprechen etwa gleich oft von wir/uns. So richtig konkrete Absichten äußern beide nicht. Beide erwähnen die deutsch-französischen Beziehungen nicht.
Aus der Ankündigung des DFI: in Deutschland und in Frankreich ist die kulturelle und wirtschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu einer zentralen Aufgabe geworden. Beide Gesellschaften sind zur Sicherung ihrer langfristigen Zukunftschancen darauf angewiesen, eine bessere Teilhabe vor allem der jungen Generationen aus Zuwandererfamilien zu erreichen. Der kommunalen Ebene kommt dabei in beiden Ländern eine herausragende Bedeutung zu, denn dort muss die jeweilige Integrationspolitik umgesetzt werden.
Anlässlich der Veröffentlichung einer vergleichenden Untersuchung des Deutsch-Französischen Instituts und der Wüstenrot Stiftung diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zum Thema “Stadtentwicklung und
Integration Jugendlicher in Deutschland und Frankreich”.
Datum: 16. Dezember 2011
Zeit: 18:30 Uhr
Ort: > Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg, Asperger Straße 34, 71634 Ludwigsburg
Hier soir, 1er décembre, le Président de la République a prononcé un discours à Toulon (Var):
L’analyse suivra demain. D’abord ce discours important est un exercice trés utile: Ecoutez le discours, prenez des notes. Ensuite, vous rédigez un petit article. Et près cet exercice, vous pouvez lire le
> Discours du Président de la République à Toulon (Var).
So nach und nach werden hier immer mehr Beiträge Zum Wahlkampf um die Präsidentschaft in Frankreich erscheinen. Fünf Jahre sind schon fast wieder rum: 2007 sind hier 126 Beiträge zur > élection présidentielle erschienen. Viele Infos in diesen Beiträgen behandeln die > Machtfülle des Präsidenten und sind noch ganz aktuell:
Am 8.11.2001 hat sich Nicolas Sarkozy in Straßburg vor Studenten über die Sparmaßnahmen geäußert: wie macht man das wohl vor den Wahlen? Die deutsche Regierung probiert es mit kleinen Steuererleichterung auf, die aber gleich an anderer Stelle durch das Drehen verschiedener Klemmschrauben mehrfach wieder abgeführt werden müsste, wenn der Bundesrat überhaupt zustimmmt. Sarkozy hingegen sagt, es muss gespart werden. Ob er die richtige Dosis an Einsparungen den Franzosen verkaufen kann? Und er spricht von einem alten Thema: Das Europa der zwei Geschwindigkeiten, die 17 Länder der Euro-Zone sind etwas schneller als die anderen 10:
Premierminister François Fillon hat eine gemeinsame Anhebung der Altersgrenze in Deutschland und Frankreich vorgeschlagen: “Il faudra aller vers un temps de travail commun, il faudra aller vers un âge de retraite commun, il faudra aller vers une convergence progressive de l’organisation économique et sociale de nos deux pays,” mit diesen Worten wird er von RTL zitiert.
In Deutschland gibt es ein Gesetz, das die allmähliche > Anhebung des Rentenalters bis 67 bis 2030 vorsieht. Bis 2030? Das ist so geplant, dass die Kritik an diesem Vorhaben künftige Politiker trifft. Heute schiebt man eine Lösung vor sich her. In beiden Ländern könnte es zum Einstieg eine einfache Lösung geben: Wer sich für eine Rente mit 67 entscheidet, soll seinen Arbeitsplatz behalten können. Anreize könnten eine Reduktion der Wochenarbeitszeit oder eine Erleichterung der Lohnsteuer sein. Sind unsere Politiker kreativ genug?
Es ist nicht einfach hier auf diesem Blog über > Wirtschaft zu schreiben. Zu komplex sind die Schuldenprobleme geworden, und man muss wohl konzedieren, dass häufiger Richtungswechsel nicht nur von Wankelmütigkeit geprägt ist, sondern auch mit beherztem Re(a)gieren begründet werden kann, weil neue Erkenntnisse vorliegen, die beide Seiten, Paris und Berlin, im ständigen Dialog miteinander gewinnen.
Die gemeinsamen gut gefassten Absichten von Staatspräsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel dürfen aber jetzt nicht mehr wie so oft keine bloßen Visionen oder Versprechungen mehr bleiben:
Solange alles beim Alten bleibt und so manche weiterhin aus fallenden Kursen Profit ziehen können (ohne Zweifel gibt es Profiteure der Krise, die sie immer wieder anheizen…) , und die Politik nicht gewillt ist, die Banken in die Pflicht zu nehmen, werden die Nachrichten auch aus konservativen Blättern immer schlechter für die Berliner Koalition.
Wenn schon Absichtserklärungen von Sarkozy und Merkel heute den Börsen ein kleines Plus verschaffen, was tun die dann erst, wenn die beiden sich entschließen würden, wirklich zur Tat schreiten? Manchmal spricht man von einem Europa der zwei Geschwindigkeiten. Auch das erfodert Entschlossenheit und Taten. Die zweite Liga wird dann schon nachkommen, so wie sie auch in die EU eintreten wollten. Aber die Entwicklung der EU wegen Klassenletzter in Frage zu stellen, das muss man sich wirklich ncht gefallen lassen. Ein Investitionsprogramm für Griechenland statt reinemn Schuldendienst, das wärs doch. Dann würde man auch nicht von Staatspleite reden, die führt ja doch nur dazu, dass es unter der Akropolis neuer Firmierung hinterher genauso weitergeht. Frankreich und Deutschland könnten Börsenwunder bewirken, wenn beide gemeinsam handeln und den Weg weisen. Aber in Berlin muss erstmal die FDP in Ihrem Haus aufräumen und die CSU wieder richtig mitmachen.
Après des journées comme celle d’aujourd’hi, on peut se demander qui est-ce qui a gagné ? Nos voisins ? Nous ? Europe. Un bon exercice: Lisez quelques articles et commentaires des journaux pour apprécier le résultat. Où est la vérité ? Les titres des journaux semblent suggérer des appréciations différentes. Toutefois, avant de pouvoir constater un résultat net, on pet se permettre d’insister sur > le rôle des relations franco-allemandes en faveur de l’Europe.
Nach Tagen wie dem heute, darf man sich schon mal fragen, wer hat gewonnen? Unsere Nachbarn? Wir? Europa? Das ist wieder mal eine gute Übung. Lesen Sie einige Zeitungsartikel, um das Ergebnis beurteilen zu können. Wo ist die Wahrheit? Die Überschriften der Zeitungen scheinen ganz unterschiedliche Einschätzungen widerzugeben. Bevor man ein klares Ergebnis formulieren kann, darf man aber schon mal auf die > Rolle der deutsch-französischen Beziehungen zum Vorteil Europas hinweisen.
Schuldenschnitt, neue Kredite. Überall liest man andere Ratschläge, und die Bundeskanzlerin Angela Merkel dämpft die Erwartungen an den morgigen Gipfel, vielleicht um sich hinterher um so mehr über einen Erfolg freuen zu können? Ihren Erfolg? Unseren Erfolg? Einen Erfolg Frankreichs und Deutschlands? Kaum ein Zeitungsartikel kann noch die Dinge so auf den Punkt bringen, dass man die ganze Tragweite des Geschehens erfasst.
Nach wie vor bietet Le MONDE in dieser Krise mit die beste Berichterstattung. Systematisch und ausgewogen mit dem Verweis auf die früheren Artikel, die zum Verständnis der Griechenland-Krise notwendig sind: > Crise grecque : ce qui oppose Sarkozy et Merkel . Europa hat sich vielleicht zu schnell in eine Finanzsystem begeben, ohne dafür wirklich die Strukturen zu haben, oder man hat auf die gemeinsamen Vereinbarungen zu lasch geachtet. Man hat Schuldenobergrenzen vereinbart, die von Mitgliedsländern ignoriert wurden. Aus guten Gründen sahen die Verträge ein gegenseitiges Helfen zunächst und eigentlich auch jetzt nicht voraus. Und trotzdem werden Kredite in Milliardenhöhe gewährt. Kredite wozu? Um die Schulden zu mindern? Oder um ein Investitionsprogramm anzustoßen? Kommen die Kredite zu spät? zu halbherzig.?
Erik Izraelewicz signe un éditorial > “La chancelière et le président face à l’Histoire” (LE MONDE, 20 juillet 2011) qui me paraît être très pertinent : “Et l’intérêt général, pour tout le monde, c’est de sauver l’euro, ce qui passe sans doute par de nouveaux transferts de souveraineté. L’euro n’est pas seulement la monnaie de 350 millions d’Européens. C’est désormais un bien commun, l’une des grandes devises du monde. Certains, en Allemagne, peuvent croire qu’ils pourraient s’en passer. C’est faux. La mondialisation n’est pas uniformisation, mais régionalisation : le monde de demain sera fait de grands blocs – monétaires, notamment – qui parleront d’égal à égal. L’Allemagne aurait tort de croire qu’elle serait plus forte sans l’Europe
Es ist die unbedingte Einigkeit, die jetzt zu demonstrieren ist. Gefolgt von Taten und nicht von den üblichen Versprechungen. künftig mehr gemeinsam machen zu wollen oder sich noch mehr austauschen zu wollen. Einmal mehr lohnt es sich, > deutsche und französische Zeitungen und Medien durchzusehen, und deren Standpunkte mit den offiziellen deutsch-französischen Beziehungen zu vergleichen. Sammelt man die Beurteilungen, zählt man die Perspektiven auf und betrachtet man die Lösungsvorschläge, kann man schon den Eindruck gewinnen, dass allein schon auf dem Gebiet der Euro-Politik eine deutsch-französische Einigkeit auch schon ein paar Milliarden wert ist. Deutschland profitiert vom Euro, allein schon weil Schwankungen und Unsicherheiten der Wechselkurse in Europa weggefallen sind. Auch in einem Staatshaushalt wird es kein Regierungschef nie dulden, dass ein Ressort ungehemmt Geld ausgibt. Eine grundlegende Reform der Finanzpolitik steht in Europa auf der Tagesordnung. Eine ständige Reparatur nur in Sichtweite reicht nicht. Der Beginn einer echten gemeinsamen Finanzpolitik wirkt wahrscheinlich so wie ein weiteres Rettungspaket. Nur länger.
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von heute (5. Juni 2011) hat Jean Daniel (Jg. 1920), der Gründer des Nouvel Observateur und Freund von Albert Camus, sich kritisch zum deutsch-französischen Verhältnis geäußert.
Er bedauert es, dass es in der Libyen-Frage zwischen Deutschland und Frankreich keine klare Aussprache gegeben hat. Und er stellt fest, dass Europa zurzeit in Deutschland nicht populär ist. Jean Daniel glaubt eine Veränderung festzustellen: “Deutschland braucht uns nicht mehr.” Der Rückgang des Interesses für die französische Kultur in Deutschland versucht er selbstkritisch mit der Bemerkung, das Prestige Frankreichs hat abgenommen zu erklären. Und er fügt hinzu: “Ich klage euch an und uns. Das macht mich schon etwas unglücklich.”
Man wird ihm vielleicht von deutscher Seite aus antworten, er sähe das zu einer gewissen Normalität übergegangene deutsch-französische Verhältnis etwas zu pessimistisch. Aber, seine Bemerkung, erst ein großes gesellschaftliches Projekt würde uns wieder begeistern, stimmt nachdenklich, weil Jean Daniel in diesem Punkt offenbar recht hat. Stimmt es, dass Sarkozy mit seinen Europaplänen in Berlin kein Gehör fand? Das ist doch was dran! > Un ministre franco-allemand / ein deutsch-französischer Minister wurde nicht ernannt. Das wär’s doch gewesen. Stattdessen gab es verfassungsrechtliche Bedenken jeder Art. Alles nur vorgeschoben?
Und Jean Daniel erinnert an > Albert Camus und seine Briefe an einen deutschen Freund.
In den Worten Jean Daniels klingt Enttäuschung an aber auch implizit eine Aufforderung an die Akteure im deutsch-französischen Dialog, sich endlich wieder auf die gemeinsamen Perspektiven zu besinnen und mehr daraus zum Vorteil Europas zu machen.
Le 24 mai, aux Tuileries à Paris, le 24 mai, le Président de la République a prononcé le Discours d’inauguration du e-G8 Forum. Il a consacré son discours aux changements suscité par l’Internet. Le Président a constaté entre autres:
Tagsüber kann es beim Starten der Videos zu Verzögerungen kommen.
“Notre responsabilité, à nous chefs d’États et de gouvernement, n’est pas moindre. Nous devons accompagner une révolution qui est née au cœur de la société civile pour la société civile et qui a un impact direct sur la vie des États. Car si la technologie est neutre et doit le rester, on voit bien que les usages d’internet ne le sont pas.”
Et il a demandé :
“Comment utiliser Internet pour renforcer la démocratie, le dialogue social, la solidarité ? Comment utiliser Internet pour améliorer l’efficacité du fonctionnement de l’Etat ? Comment insuffler dans l’Etat cet esprit d’innovation et d’entreprise, caractéristique de votre secteur ? ”
Et M. Sarkozy a rappelé le rôle des gouvernements:
“Dès lors qu’Internet fait aujourd’hui partie intégrante de la vie du plus grand nombre, ce serait une contradiction que d’écarter les Gouvernements de cet immense forum. Personne ne peut ni ne doit oublier que les gouvernements sont dans nos démocraties, les représentants légitimes de la volonté générale. L’oublier, c’est prendre le risque du chaos démocratique donc de l’anarchie. L’oublier, ce serait confondre le populisme avec la démocratie d’opinion.”
Encore une formidable exercice : Écoutez le discours du Président de la République. Prenez des notes, faites-en un résumé et relisez le texte de son discours. Ensuite, vous connaissez tous les mots autour de l’Internet pour participer à une discussion.
Le Président de la République a souligné l’importance des droits d’auteur qui sont aussi valables pour tout ce qui publié sur Internet.
Toutefois, je relève un pragraphe que j’aurais rédiger d’une autre façon:
“Si nous savons nous écouter, nous parler, nous entendre, j’ai l’intime conviction que nous sommes en mesure de donner à ce G8 une dimension historique ; de permettre à notre époque de prendre pleinement conscience d’elle-même et de dépasser de formidables aventures individuelles pour entrer de plain-pied dans l’histoire collective.”
L’internet est aussi un succès de la part des personnes individuelles. La formule “entrer de plain-pied dans l’histoire collective” prête trop à des malentendus et paraît évoquer > l’intelligence collective comme signe d’un progrès. Or, je ne suis point convaincu qu’on puisse parler d’un progrès si les individus s’abandonnent au pouvoirs des groupes dont il font souvent seulement momentanément partie. S’agit-il d’aun progrès, si j’écris un aricle pour Wikipedia, que d’autres souvent anonymes vont corriger ensuite?Qui est-ce qui parle au nom de qui? Les réseau sociaux évoqué aussi d’une manière plutôt positive par M. Sarkozy ne sont pas non plus sans failles. Beaucoup de leurs mécanismes et fonctions cherchent à supplanter des habitudes de la vie sociale et inventant de nouvelles normes comment on entrer en contact. En ce qui concerne > les réseaux sociaux on est bien fondé de demander, s’il sont vraiment sociaux ?
Le Président de la République a répondu aux questions des participants “je voudrais vous parler au nom du pays qui a forgé la Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen” :
Am 24. Mai 2011 hat Nicolas Sarkozy in den Tuilerien mit einer Rede zum Internet das e-G8 Forum eröffnet. Er hat u. a. erklärt:
“Die Verantwortung, die uns Staatsschefs obliegt, ist nicht als gering einzuschätzen. Wir müssen eine Revolution begleiten, die inmitten der Zivilgesellschaft für dei Zivilgesellschaft entstanden ist, und die eine Auswirkung auf das Leben der Staaten hat. Wenn auch die Technologie neutral ist und sie es bleiben muss, muss man doch erkennen, dass die Nutzung des Internets dies nicht ist.”
Tagsüber kann es beim Starten der Videos zu Verzögerungen kommen.
Und er fragt:
“Wie kann man das Internet nutzen, um die Demokratie, den sozialen Dialog und die Solidarität zu stärken? Wie kann man das Internet nutzen, um die Effizienz des Staates zu stärken? Wie kann man dem Staat an diesem Elan der Erneuerung und dem Unternehmergeist teilhaben lassen, der diesen Sektor (i.e. das Internet, W.) charakterisiert?
Und M. Sarkozy hat an die Rolle der Regierungen erinnert – “ich möchte zu Ihnen im Namen des Landes sprechen, das die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte verfasst hat”.
“Wenn man bedenkt, dass das Internet heute ein integraler Bestandteil so vieler ist, wäre es doch ein Widerspruch die Regierungen aus diesem großen Forum ausgrenzen zu wollen. Niemand darf vergessen, dass die Regierungen in unseren Demokratien die legitimen Vertreter des allgemeinen Willens sind. Würde man das vergessen, riskiert man Chaos in der Demokratie, sogar die Anarchie. Würde man das vergessen, würde man Populismus mit einer Meinungsdemokratie verwechseln.”
Der Staatspräsident hat mit Nachdruck an die Bedeutung der Urheberrechte, die auch im Internet gelten, hingewiesen.
Wieder eine wunderbare Übung: Sehen Sie sich die Rede des Präsidenten ein-, zweimal an, schreiben Sie ein Resümée und lesen Sie dann die Rede im Wortlaut. Danach kennen Sie alle wichtigen Vokabeln, um in Frankreich Ihren eigenen Standpunkt vertreten zu können.
Einen Absatz seiner Rede hätte ich wirklich anders formuliert:
“Wenn wir einander zuhören, miteinander sprechen, uns verstehen, dann bin ich überzeugt, dass wir in der Lage sind, diesem G8-Treffen eine historische Dimension zu verleihen und unserer Epoche zu erlauben, ein Bewusstsein von ihr selbst zu bekommen und die wunderbaren individuellen Abenteuer zu überschreiten, um in die kollektive Geschichte einzutreten.”
Im Original:
“Si nous savons nous écouter, nous parler, nous entendre, j’ai l’intime conviction que nous sommes en mesure de donner à ce G8 une dimension historique ; de permettre à notre époque de prendre pleinement conscience d’elle-même et de dépasser de formidables aventures individuelles pour entrer de plain-pied dans l’histoire collective.”
Das Internet ist doch gerade auch und vor allem der Erfolg individueller Persönlichkeiten. Der Ausdruck “vollständig in die kollektive Geschichte eintreten” verleitet zu sehr zu Missverständnissen und scheint auf die > kollektive Intelligenz als ein Zeichen des Fortschritts hinzuweisen. Aber ich glaube nicht, dass man von einem Fortschritt sprechen kann, wenn die Individuen in Gruppen aufgehen, deren Mitglieder sie oft nur momentan sind. Wer spricht denn dann im Namen von wem? Ist es ein Fortschritt, wenn ich in Wikipedia einen Artikel schreibe, der kurz darauf von unbekannten Mitschreibern korrigiert wird? Die Netzwerke, die M. Sarkozy in recht positiver Weise erwähnt, sind auch nicht unproblematisch. Viele ihrer Mechanismen und Funktionen versuchen hergebrachte Gewohnheiten aus dem sozialen Leben, wie zum Beispiel das Kennenlernen neu zu ordnen. Und was die > sozialen Netzwerke darf man sehr wohl fragen, wie sozial sind die eigentlich?
Und der Präsident hat auf Fragen der Teilnehmer geantwortet:
Depuis Samedi soir 22 h 59 (heure de Paris), quand le premier message sur Twitter a alerté la France “Les tweets contenant le hashtag (mot-clé) #DSK pleuvent, de la réaction au vitriol aux pires grivoiseries,” (Le Monde 19 mai 2011) ne finissent plus à précéder la juridiction.
Jusqu’ici on connaît les reproches d’une femme de chambre et les rumeurs, les > on-dit répandus largement par les médias dont beaucoup ont oublié la > la présomption d’innocence.
L’éditorial du MONDE (19 mai 2011) différencie entre “le temps juridique” qui est “un temps long” qui peut-être pourrait blanchir DSK et “le temps médiatique” qui “on le sait, n’existe pas, ou plus.” La communication instantanée surtout sur Internet se veut sous les yeux de beaucoup être vraie et authentique. Une éventuelle condamnation de DSK a d’ores et déjà été doublée par ses conséquences: perte de la direction du FMI et perte de l’élection présidentielle en France. Un journaliste vérifie ses informations par des sources indépendantes, tandis que que l’auteur d’un Tweet n’a très souvent que le souci de la vitesse et du scoop.
Seit Samstag abend, 22 h 59, (MEZ), als die erste Nachricht auf Twitter Frankreich alarmiert hat, hört der endlose Strom der Twitter-Meldungen mit dem hashtag (mot-clé) #DSK nicht mehr auf. “Les tweets contenant le hashtag (mot-clé) #DSK pleuvent, de la réaction au vitriol aux pires > grivoiseries (Online-Wörterbuch w.).” (Le Monde, 19. Mai 2011) Die Tweets sind schneller als jede Justiz.
Bis jetzt kennt man die Vorwürfe eines Zimmermädchens und mehr oder weniger gut verifizierte > on-dit, die von den Medien weit verrbeitet werden, die > la présomption d’innocence (Online-Wörterbuch) / die Unschuldsvermutung als Begriff vergessen haben.
Der Leitartikel von LE MONDE(19. Mai 2011) unterscheidet zwischen einer “temps juridique”, die lange dauert und die möglicherweise DSK von jedem Verdacht entheben könnte und einer “le temps médiatique” die, “das weiß man, nicht oder nicht mehr exisitiert.” Die augenblickliche Kommunikation besonders im Internet gibt sich in den Augen vieler wahrhaftig und authentisch, erfolgreich wahrheitsheischend. Eine eventuelle Verurteilung Strauß-Kahns wird im Internet bereits durch ihre Konsequenzen, Verlust des Postens beim FMI und Verlust der Präsidentschaftskandidatur in Frankreich überholt. Ein Journalist verifiziert seine Infos möglichst mit mehreren unabhängigen Quellen, während das ganze Streben des Tweetschreibers meist nur aus Geschwindigkeit und der Hoffnung auf einen Scoop besteht.