Hollande und Merkel: Die Rettung des Schengen-Raums

https://twitter.com/fhollande/status/705787238945329152

Zur Abstimmung mit Präsident Hollande ist Bundeskanzlerin Merkel heute nach Paris gereist. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Übereinstimmung ihrer Standpunkte betont, auch wenn die Medien heute nachmittag etwas andere Töne wiedergeben. Im wesentlichen ging es um die Lage in Syrien und seine Folgen, wo, wie der Präsident betonte, alles für die Einhaltung des Waffenstillstandes getan werden soll. Er berichtete von einem gemeinsamen Telefongespräch mit Cameron, Merkel und Renzi mit Putin. Einzig die Aktionen gegen den IS seien von der Waffenruhe ausgenommen, betonte derr Präsident. Er sprach auch die Sicherungen der Außengrenzen des Schengen-Raumes (Website des Auswärtigen Amtes) und die europäische Hilfe für die Anrainerstaaten Syriens die Kriesgsflüchtlinge aufnehmen. Insgesamt mahnte der Präsident eine Rückkehr zu den Vereinbarungen des Schengen-Raums an und betonte deutsch-französische Gemeinsamkeit in dieser Sache. Außerdem erinnerte der Präsident daran, dass Frankreich sich an den Vereinbarungen hinsichtlich der Verteilung von Flüchtlingen halten und 32.OOO von Ihnen aufnehmen werde:


Conférence de presse conjointe avec Angela Merkel von elysee

Schauen wir uns dieses Video genau an: 1. Welche Themen nennt der Präsident? 2. Wie legt er seine europäischen Vorstellungen dar? 3. Wie kann das Einverständnis zwischen ihm und Angela Merkel untersucht und bewertet werden?

Bei der Beantwortung dieser Fragen und der Abfassung eines Texte über diese Pressekonferenz im Sinne einer Zeitungsmeldung hilft ganz sicher > PONS

Es ist nicht einfach, sich ein Bild vom heutigen Nachmittag im Elyséee-Palast zu machen. Eine Zeitung genügt nicht, und die Tagesschau von heute abend unterstrich die Gemeinsamkeiten und ließ Differenzen unerwähnt. Aber für Schüler ist dies eine sehr interessante Situation. Auch die folgende kleine Presseschau zeigt nur einen sehr beschränkten Einblick in die Bewertungen des Treffens von Präsident und Kanzlerin. Eigentlich müssten auch frühere Statements beider berücksichtigt werden, und die Ausgangslage für dieses Treffen zu skizzieren, die Inhalte genau festzustellen, bevor eine Bewertung erfolgen kann. Somit gibt dieser Blogbeitrag einen faszinierenden Einblick in die Arbeit eines Journalisten. Und alle die Französisch lernen und schon beherrschen sind im Vorteil, weil sie die die Nuancen in den Ausführungen des Präsidenten besonders gut verfolgen können. Schade, dass die > Website der Bundeskanzlerin keine deutsche Version ihrer heutigen Erklärung anzeigt. Ob beide sich einmal eine gemeinsame Website leisten werden?

> Politischer Prozess muss in Gang kommen – Website der Bundeskanzlerin

Presseschau:

> Devant Merkel, Hollande assure que la France accueillera 30.000 réfugiés par François-Xavier Bourmaud, LE FIGARO 04/03/2016

> Crise migratoire : « France et Allemagne travaillent dans le même esprit », dit Hollande – Le Monde.fr avec AFP mis à jour le 04.03.2016 à 16h15

> Flüchtlingskrise Hollande kommt Merkel nicht entgegen von Michaela Wiegel, Paris, FAZ, 4.3.2016

> Hollande lächelt, a Hollande lächelt, aber verspricht Merkel nichts von Martina Meister, Paris DIE WELT, 4.3.2016

schweizer-syrien-verstehenZur Lage in Syrien hat Klett-Cotta kürzlich den Band von Gerhard Schweizer < > Syrien verstehen Geschichte, Gesellschaft und Religion (2. Aufl. 2015, 503 Seiten, ISBN: 978-3-608-94908-7) in einer ereiterten Fassung neu aufgelegt. Schweizer bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Syriens und zeigt in einem neu hinzugefügten Kapitel, wie es zu dem Bürgerkrieg kommen konnte.

https://www.instagram.com/p/BChyXqSLyKD/

Orthographiereform in Frankreich?

Wie gut, dass wir heute morgen noch nach alter Manier unseren Zeitungsstapel ausgeschlachtet haben. Ach, wenn wir doch 1996 auch einen Bundesschulminister gehabt hätten. Dann wäre uns die endlose Auseinandersetzung um die Rechtschreibreform vielleicht erspart geblieben. Wieviel Tinte, wieviel Zeit hat man uns damit weggenommen!

In Frankreich hat die Ministerin angesichts der Gerüchteküche und der politischen Schlagabtausche wegen aufgehobener Trennungsstriche und eliminierter Circonflexe ein Machtwort gesprochen: „Au cours de ces derniers jours, pas moins de trois anciens ministres de l’éducation nationale et un ancien ministre de l’enseignement supérieur ont créé et alimenté une polémique absurde à propos d’une réforme de l’orthographe qui n’existe pas.“ Auf Deutsch: „In den vergangenen drei Tagen haben nicht weniger als drei frühere Erziehungsminister und ein früherer Minister für die Hochschulen eine absurde Polemik wegen der Reform der Orthographie in die Welt gesetzt und ins Rollen gebracht, die es nicht gibt.“

> Najat Vallaud-Belkacem : « La réforme de l’orthographe n’existe pas ! » Par Najat Vallaud-Belkacem (ministre de l’éducation nationale, de l’enseignement supérieur et de la recherche) – LE MONDE | 17.02.2016

So! Damit hätte sich auch der Link auf unseren Artikel zur Rechtschreibreform in Frankreich erledigt: > Sommes-nous tous ognons ou oignons? – 9. Februar 2016

Deutsch-französische Geschichte -100 Jahre Schlacht von Verdun

Die Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.erinnerte uns in ihrem Newsletter an diese TV-Sendungen:

„Neben-, gegen-, miteinander: deutsch-französische Geschichten“, so heißt eine zehnteilige arte-Dokumentation über gemeinsame deutsch-französische Geschichte und Gegenwart, die im Januar begonnen hatte und in diesen Tagen bis zum 19. Februar wiederholt wird.

In den Mediatheken können Sie verpasste Sendungen nachholen

> www.arte.tv/guide/de/plus7/alle-videos?sort=recent

> http://www.sendungverpasst.de/arte.

An einen dramatischen Höhepunkt des deutsch-französischen Gegeneinanders, “über die blutigste Schlacht des Ersten Weltkriegs”, erinnert am 9. Februar ebenfalls auf arte, ab 20.15 Uhr, der Dokumentarfilm “Verdun – sie werden nicht durchkommen”. Vor 100 Jahren, von Februar bis Dezember 1916 lieferten sich Franzosen und Deutsche in der Schlacht von Verdun einen erbitterten Kampf.

> Un événement : le centenaire de la bataille de Verdun **** – Histoire – Géographie EDUSCOL

> Centenaire: 1914-1918 – Bibliographie und Sitographie auf unserem Blog

Auf unserem Blog: > Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: „Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…“

M. Boiron: Warum sollte man Französisch/Deutsch lernen?

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Nachgefragt: Philippe Gustin et Stephan Martens, FranceAllemagne

Am 29. Januar 2016 war Philippe Gustin (Foto: oben) zu Gast im Institut français de Stuttgart. Nach seinem Vortrag über das Buch, das er zusammen mit Stephan Martens verfasst hat, hatten wir eine Gelegenheit, mit ihm über das Buch zu sprechen.

Es fällt auf, dass trotz de harschen Kritik beider Autoren am Zustand der an der deutsch-französischen Kooperation, ihre Möglichkeiten zugunsten Europas werden vernachlässigt, lautet die Kernthese dieses Buches, sein Titel „FranceAllemagne“ zusammengeschrieben wird. Diese Schreibweisegustin.martens-franceallemagne-110 immer wieder aufkeimende Idee einer Fusion beider Länder. Beide Autoren verstehen das deustsch-französische Verhältnis als „eine rationale Notwendigkeit“ und auch als „Motor Europas“. Aber >für beide gilt, „dass das erweiterte Europa eine Krise durchlebt“. Sie wünschen sich eine „eine neue Dynamik zu Gunsten Europas“, und sie fordern, dass „die französischen und deutschen Verantwortlichen strategisch, nicht bloß politisch, handeln.“

Unter ihren Maßnahmen zugunsten der deutsch-französischen Kooperation erscheint zuerst die Sprachenpolitik, dann die Fiskalkonvergenz bei der Unternehmensbesteuerung, der ständige Sitz für Deutschland im Sicherheitsrat der ONU und die Schaffung eines Ministerpostens in jeder der beiden Regierungen für die deutsch-französische Kooperation. Da fällt uns ein: > Un ministre franco-allemand / ein deutsch-französischer Minister – 8. November 2009.

Philippe Gustin et Stephan Martens
> FranceAllemagne
Préface de Bruno Le Maire
Paris: lemieux 2016.

Philippe Gustin, Stephan Martens > „Deutschland und Frankreich. Der Neustart des europäischen Motors“ – Genshagener Papier N°17

> Philippe Gustin: Die territoriale Aufteilung des französischen Staates

Wir gratulieren Alfred Grosser zum Geburtstag

Heute feiert Alfred Grosser in Paris seinen 91. Geburtstag. Wir gratulieren sehr herzlich.

Als Student in seinen Vorlesungen zwei Jahre lang ab Oktober 1976 im I.E.P. in Paris (Sciences Po) – meistens mittwochs und donnerstags um 10 h – „L’Allemagne de notre temps“, „Introduction à la l’Étude de la vie politique“, „La politique extérieure de la France“ und „Questions de l’actualité“ zusammen mit seiner seiner präzisen und unverwechselbaren Art, die Politik in Frankreich und Deutschland zu beobachten und zu analysieren, behalte ich viele interessante Erinnerungen und Methoden der Politikwissenschaft, die u. a. auch eine Basis für unseren Blog sind. Auch damals hatte er immer den genau passenden Zeitungsausschnitt zur Hand, um zu zeigen, dass manches ganz anders ist, als man es gerade in der Diskussion beschrieben hatte. Damals wie heute, dieses Lächeln, aber dann hört man von ihm die ganz gegenteilige Ansicht. Gerade hat die Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem > die neuen Sprachenkarte verkündet und schien ihren Kritikern jetzt entgegenzukommen. Sie erinnern sich… es geht um die Kürzung des Unterrichts der bilangues-Klassen und damit des Deutschunterrichts. „Nichts ist besser …“ erklärte Grosser in unserem Gespräch. Beim Stand der Dinge bleiben mit derr Rentrée 2016 nur 70 % des Deutschunterrichts in den bilangues-Klassen erhalten.

> Un entretien sur l’actualité avec Alfred Grosser – enregistré le 26 janvier 2016 à Paris.

Nous recherchons de nouveaux animateurs pour FranceMobil et mobiklasse.de!

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