Lesung mit Azouz Begag, „ein Brückenbauer“,
im Schulzentrum Marienhöhe

1. Dezember 2010 von H. Wittmann



Elisabeth Schimek – > Schulzentrum Marienhöhe – hat uns freundlicherweise den folgenden Bericht geschickt:

Mit Unterstützung eines Schulbuchverlags (Klett-Verlag) ist es uns gelungen, eine Lesung der besonderen Art mit dem französischen Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler, Schriftsteller, Drehbuchautor und Forscher am CNRS (vergleichbar mit dem dt. Max-Planck-Institut), Azouz Begag, am Schulzentrum Marienhöhe zu organisieren. Er war von 2005 bis 2007 beigeordneter Minister für die Förderung der Chancengleichheit von Einwanderern unter Premierminister Dominique de Villepin. Selbst Kind algerischer Einwanderer, wuchs er in den 60er Jahren in einem Chaâba (Dorf auf algerisch), einem Vorort von Lyon auf. Seine armselige Kindheit prägte ihn. Die Verfilmung seines autobiographischen Roman „Le gone du Chaâba“ („Das Kind des Dorfes“) errang 1997 den Grand Prix du Festival de Cannes Junior.

Gruppenbild mit DELF Schülern:

Von links nach rechts:
David Personne (B1) , Wiebke Gremler (B1), Nadine Seebacher (A1), Franziska Hofmann (A1), Azouz Begag, Etienne Fayard (A1), Dr. Gilles Floret, René Callonnec (A2), Karel Schimek (B2), Corinna Weber (B2)

Mit Humor und Sensibilität faszinierte er unsere Schüler mit seiner Lebensgeschichte. Durch vorgespielte Kurzszenen, beschrieb Begag die Herkunft seiner Familie, ihre ärmlichen Verhältnisse in Algerien und die Hoffnung auf ein besseres Lebens in Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg. Sein Vater, „Analphabet, aber nicht dumm“, wie Begag zu sagen pflegt, war zwar streng, aber er verstand ihn zu motivieren, ihm den Weg der Integration zu zeigen. Er war der Ansicht, dass Bücher wie Vögel seien. Sie weisen auf Freiheit hin, Freiheit im Sinne des Wissens und der Offenheit.

Azouz Begag, Dr. Gilles Floret

Die Begeisterung von Azouz Begag, seine Neugier als Kind für das Lernen, für fremde Kulturen und andere Sprachen ist bis heute gegenwärtig. Er appellierte an unsere Schüler, offen für das Fremde, für das Neue zu sein, verbale Kommunikation zu wählen statt Gewalt anzuwenden: „Jeu de mains, jeu de vilains“.

Er verstand durch internationale Wortspiele und geschickten Einbau von themenbezogenen Liedern unsere Schüler zu fesseln. Im Rahmen dieser Lesung wurden Schülerinnen und Schüler geehrt, die in diesem Jahr auf ihrem jeweiligen Sprachniveau in der DELF-Prüfung die besten Ergebnisse in unserer Schule erzielt haben. Die Ehrung übernahm Monsieur Azouz Begag selbst.

Fotos: Werner Schimek

In der edition-fant ist die > CD von Gilles Floret erschienen.

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