Didacta, E-Learning, Web 2.0

19. März 2010 von H. Wittmann

Die Reise nach Köln zur Didacta (16. -20.3.2010) sollte einen Einblick in den Stand des Unterrichts mit Web 2.0 vermitteln. > Dr. Stefanie Schäfers (OStR‘, Gymnasium Theodorianum in Paderborn, Deutsch und Katholische Religionslehre) hat in ihrem Vortag Web 2.0 für den Deutschunterricht in der Sekundarstufe I (Forum Unterrichtspraxis, Halle 9, Stand D30/E31, 16.03.2010, 11 Uhr) Blogs, Wikis, Podcast, Chat, und Foren definiert und deren Einsatz in Lernarrangements und – szenarien einleuchtend und überzeugend vorgetragen.

> Download des Vortrags *.pdf

Dies ist zwar ein Blog zu Fach Französisch, aber auch Französisch-Lehrer (> Französisch-Unterricht 2.0) können von Stefanie Schäfers eine ganze Menge lernen. Mir hat die Art und Weise, wie sie ihren Vortrag gehalten hat und dabei konkrete Anwendungen erklärt hat, sehr gut gefallen.

Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Aktion Schule trifft Hochschule auf der Didacta in Köln am 17.3.2020 mit Professor Dr. Gabi Reinmann, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Professor Dr. Roland Reuß, Universität Heidelberg, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Hans Ruthmann, Leiter der Gesamtschule Königsborn in Unna, und Dipl.-Ing. Alfons Rissberger, Gründungsvorstand Initiative D21, wurden einige markante Unterschiede deutlich: Gabi Reinmann schreibt dazu auf ihrem Blog > Irgendwas zwischen Worten und Taten: „Während Rissberger zu meiner Rechten das IT-Zeitalter beschwor und sich freute, dass er die FAZ jetzt auf seinem iPod lesen kann, beklagte Roland Reuß, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft und Initiator des Heidelberger Appells, dass auch die ZEIT und FAZ dank der digitalen Medien nicht mehr sind, was sie einmal waren.“ Der eine freut sich, hier und überall die FAZ auf dem iPod lesen zu können, der andere klagt, darüber mit Recht darüber, dass DIE ZEIT sich schon seit längerer Zeit auf die digitalen Häppchen immer mehr einstellt. Roland Reuß ließ in seiner Antwort auf die digitale Freuden seines Gesprächspartners auch anklingen, dass es überhaupt nicht reicht, Bildung digital zu verpacken, damit sie beim Lerner ankommt. Und Reuß bekam auch Gelegenheit, die Idee seines > Heidelberger Appells Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte vorzustellen. (Vgl. > Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum). In diesen Zusammenhang gehört auch seine Kritik an den Auswüchsen von Open Access: > Open Acess Digital und kostenlos?. Es geht um die Publikationsfreiheit überhaupt und auch die von Wissenschaftlern. Reuß fordert, dass diese auch weiterhin bestimmen können, wo ihre Werke veröffentlicht werden, und sie nicht als Gemeingut (demnächst auch zur Weiterbearbeteitung) einer Öffentlichkeit zu übergeben. (Vgl. > Albert Camus et Wikipédia) Manche glauben oder hoffen, dass die überbordende Digitalisierung demnächst das Urheberrecht mit vereinnahmen wird. (En passant: > Fotokopieren an Schulen neu geregelt Bildungsklick, 28.11.2008). Es ist ja bekannt, welche Wege Google schon gegangen ist, um > viele Bücher einzuscannen. Trotzdem glaube ich nicht an die Wohltaten des digitalen Sogs. Die Computertechnik ist ein tolles Hilfsmittel, man kann Bücher schnell finden und bestellen, aber in der Literaturwissenschaft z.B. hat noch kein Buch mit der Internets eine bessere Qualität bekommen. Hier müssen wir ansetzen. Eine Didaktik für das Online-Lernen enthält auch ein gerüttelt Maß an Medienkritik. E-Learning ist eine Art Hilfsmittel, ein gutes Hilfsmittel, aber in sich noch keine Methode. Dennoch bietet die Internet-Technik so manchen tollen Weg, Schüler an die Medien heranzuführen: > Mit Blogs unterrichten / Enseigner avec des blogs

Auf > Tara’s Webblog kann man lesen: „Rissberger wurde nicht müde zu betonen, wie wenig die Politik doch für Bildung macht.“ Rissberger meinte aber nicht nur die Bildung, er beklagte, dass die Politik den digitalen Anschluss in der Bildung verpasst, also viel mehr digitale Möglichkeiten der Vermittlung von Bildung tun muss. Ist das aber die Aufgabe der Politik? Sicher, sie kann Rahmenbedingungen beeinflussen, aber ausser mit Finanzmitteln ist da doch wohl kaum was drin. Die > 135 Beiträge zu Web 2.0 enthalten auch schon eine ganze Menge Anregungen: u.a.: > Portail des métiers de l’Internet – Das Internet und seine Berufe oder > TICE et la littérature oder > Mit Blogs unterrichten / Enseigner avec des blogs. Ein Blick über den Rhein lohnt sich. In Frankreich sind die Schulen mit ihren digitalen Ideen prima aufgestellt: > EDUCnet Enseigner avec le numérique – Auf Tara’s blog steht auch „Reuß, ein Literaturwissenschaftler hatte aus meiner Sicht eine sehr eingeschränkte Sichtweise von Digitalisierung.“ Vielleicht hat sie nicht seinen ganzen Ausführungen gelauscht. Reuß hat sehr wohl vorgestellt, wie er alle Möglichkeiten der Digitalisierung für die Forschung und Lehrer ausnutzt, wenn auch mit gewissen, wohlbegründeten Grenzen.

Und auf der Didacta habe ich meine Kollegen von PONS beobachtet, die das Online-Wörterbuch > www.pons.eu einschließlich der deutschen Rechtschreibung vorgestellt haben:

PONS Sprachenportal

Einschließlich der deutschen Rechtschreibung ist hier ein Online-Web-2.0-Lexikon zum Mitmachen entstanden. Jeder kann hier Vokabeln hinzufügen, prüfen tut aber nicht > die kollektive Intelligenz, sondern die Redaktion von PONS verleiht den vorgeschlagenen Wörtern den PONS-Stempel für geprüfte Qualität.

> Schüler brauchen Informationskompetenz
didacta 2010 Themendienst: Interview mit Dr. Harald Gapski vom ecmc

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