Induktives Lernen: Korpuslinguistik im schulischen Kontext

Romanistentag Sektion V.1:

Es geht gleich weiter.

Petra Ludewig (Osnabrück)
Induktives Lernen: Korpuslinguistik im schulischen Kontext

Im Tagungsreader steht:

„Korpuslinguistische Untersuchungen haben aufgrund der technologischen Fortschritte in den letzten Jahren nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch im Schulalltag einen wachsenden Stellenwert gewonnen. Mit ihrer Hilfe kann von Verlagen und im Zusammenhang mit lehrplanmäßigen Vorgaben entschieden werden, welche Wortschatzbereiche und grammatischen Strukturen (den vorrangigen) Gegenstand des Unterrichts darstellen sollen und welche Verwendungsweisen prototypisch sind. Korpuslinguistische Methoden ermöglichen darüber hinaus dem Lehrer, für das tägliche Unterrichtsgeschehen authentische Beispiele für schülerische Übungen oder Analysen zusammenzustellen.
Noch weit reichender und der Konzeption moderner Fremdsprachencurricula stark entgegen kommend ist jedoch die Überlegung, den Schülern selbst grundlegende Fertigkeiten korpuslinguistischer Analyse zu vermitteln. Letzteres kann durchaus mit professionellen korpuslinguistischen Tools erfolgen; verlockend ist hier insbesondere der erweiterte Einsatz omnipräsenter Suchmaschinen, wie Google, die in jeder Schule und quasi jedem Haushalt verfügbar sind.
Ferner stellt der professionelle Einsatz von Suchmaschinen auch im Zusammenhang mit der Korrektur von Klassenarbeiten und Klausuren eine wertvolle Erweiterung des methodischen Repertoires dar. Diese Techniken lassen sich sowohl von Lehrer- als auch von Schülerseite zur lebenslangen Erweiterung der eigenen fremdsprachlichen Kenntnisse nutzen.
Vor diesem Hintergrund sollte eine Einführung in den Gebrauch einschlägiger Konkordanzprogramme sowie in den erweiterten und kritisch hinterfragenden Gebrauch von Suchmaschinen ein grundlegendes Element im Studium von Lehramtskandidaten darstellen.“

Der praktische Teil ihres Vortrags: P. Ludewig zeigt die Wortschatzarbeit mit Google. Etwas ungewohnt, aber eine interessante Idee: > offre. Google gibt auch verwandte Suchwörter an, womit sich weitere Übungsmöglichkeiten ergeben. Die > Recherche avancée von Google wird auch für diese Korpus-Übungen genutzt: > développements offrent.

P. Ludewig nutzt für diese Übungen auch Google Book. In der Tat ergeben sich hier ganz neue und überraschende Perspektiven, über die hier auf diesem Blog demnächst einmal berichtet werden wird.

Jetzt geht es um konkrete Anwendungsszenarien mit der Volltextsuche in elektronischen Wörterbüchern.

Kernbereiche des interkulturellen Lernens im Französischunterricht am Ende der Sekundarstufe I

Romanistentag Sektion V.1:

Nächster Vortrag:

Christine Wesselhöft (Osnabrück)
Multiperspektivität und interkulturelles Lernen im Französischunterricht – am Beispiel fremdsprachlichen Literaturunterrichts am Ende der Sekundarstufe I

Im Tagungsreader steht:
„Die Begegnung mit literarischen Figuren gilt im muttersprachlichen Literaturunterricht als „Königsweg des motivierten literarischen Lesens“ (Hurrelmann): Der Lesegenuss entsteht in Identifikation und Abgrenzung zu den Figuren sowie durch das Nachvollziehen ihrer Erlebnisse, inneren Konflikte und sozialen Beziehungen.

Welche Bedeutung haben fiktionale Charaktere indes im fremdsprachlichen Literaturunterricht und für dessen Leitziel der interkulturellen Handlungsfähigkeit?

Dieser Frage geht der Vortrag nach, indem der durch literarische Figuren initiierte „Perspektivwechsel“ in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt wird: Wie lässt sich dieser häufig bemühte Begriff im Rückgriff auf Methoden der Texterschließung konkretisieren? Aufgezeigt werden soll, wie derartige Methoden, die in der Sekundarstufe I zunächst im muttersprachlichen Deutschunterricht erworben werden, für den Französischunterricht nutzbar gemacht und an die fremdsprachliche Unterrichtssituation angepasst werden können. Den narratologischen Kompetenzen der Lehrenden kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu.“

Interkulturelles Lernen führt im Französischunterricht immer noch ein Schattendasein. Im bisherigen Schuluntericht ist ist interkulturelles Lernen kaum oder nur marginal vorgesehen. Bisherige Kompetenzbeschreibungen, so die Referentin, eigenen sich (nur) für den mutterspachlichen Deutsch- oder Politikunterricht.

Interessant, wie die Referentin, die Anwendung der Erstsprache im Unterricht als notwendig zur Reflexion komplexer Zusammenhänge gerade im Bereich des interkulturellen Lernens als sinnvoll beschreibt. Im übrigen lässt ihr Vortrag erkennen, mit welcher Passion sie ihr Fach vertritt. Leider umgehen auch die Lehrwerke (=Lehrpläne) häufig diese Frage und erwähnen Interkulturelles eher nur halbherzig am Rand. Sprachliche und pädagogische Ziele sollten aber auch in der Sek. I in Einklang gebracht werden. Die Schüler beherrschen das formale Denken, aber sie stehen mitten im sozialen Lernen, das durch interkulturelle Kompetenzen sinnvoll ergänzt werden kann.

Der Referentin ist es gelungen, eine wichtige Anforderung an den Französischunterricht in knapper Form mit einleuchtenden Bgründungen zu vermitteln.

Die ganze Vielfalt des Romanistentages und damit auch dieses Faches finden Sie im Tagungsband.

Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

Romanistentag Sektion V.1:

Armin Volker Wernsing (Krefeld)
Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

Im Tagungsreader steht:
„In Zeiten, in denen durch Rendite legitimierte Systeme eine weltweit krachende Pleite hingelegt haben, ist es vielleicht angebracht, die Weisheit der Kosten-Nutzen-Rechner, Standardisierer und Output-Fetischisten in Bildungs-Systemen in leise Zweifel zu ziehen. «Boens fut li siecles al tens anciënur», nein, dieses (Alexius-) Lied soll hier nicht gesungen werden, schon weil es einem Französischlehrer so wenig nützlich ist und daher entfallen kann. Dafür bekommt man dann Lehrer, die Molière für den Propagandisten von liberté, égalité, fraternité halten und ihren Schülern nicht erklären können, warum sie eigentlich Französisch lernen sollten; flott ausgebildete Lehramtsanwärter, welche die Texte ihrer Schüler nicht verstehen und fehlerhaft korrigieren, weil sie nie um Verständnis gerungen haben und auch die Sprache nur dürftig beherrschen, von Landeskunde gar nicht zu reden. Eine inhaltsleere Mittelmäßigkeit ist das beste Rezept, das Wahlfach Französisch an die Wand zu fahren. Jenseits aller Nostalgie: Wer seinen Schülern nichts zu sagen hat, sollte nicht versuchen, das auf Französisch zu tun, auch nicht mit viel didaktischem Aufwand. Ein anregender und von den Schülern angenommener Französischunterricht ist Persönlichkeitsbildung – das Studium dazu sollte es ebenfalls sein.“

A. Wernsing berichtet von seinen Erlebnissen beim 11. Sprachenturnier in Bad Wildbad, 24.-27.2009, in deren Verlauf er Schülerinnen und Schüler mit exzellenten Sprachkenntnissen kennengelernt hat.

Aber der Kontrast zwischen den Literaturkenntnissen 1963 und den Kenntnissen der heutigen Französischschüler heute könnte gar nicht größer sein. Es besteht der Verdacht, dass die aktuellen „Standards“ an diese Kenntnisse angepasst worden ist. Kompetenzen müssen aber mit Inhalten definiert werden. Dabei darf aber die Persönlichkeitsbildung nicht vernachlässigt werden. Der Trend zum Zentralabitur steht einer solchen Anforderung entgegegen. In diesem Zusammenhang erwähnte A. Wernsing auch eine „Entmündigung des Lehrers“. Die neue Schule wird mit den „“Pseudo-Kompetenzen“ bald zusammenbrechen.

Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein? Die Antwort ist einfach: Schüler müssen die Gelegenheit bekommen, sich wieder über kompliziertere Gegenstände äußern zu können, meinte A. Wernsing und zeigte einen frei gehaltenen Vortag einer Schülerin des Jahrgangs 13.1. an der RWTH über das „fait divers“, der mit einer Betrachtung über Stendhal schloss. „Schwerer, aber interessanter“, erklärte A. Wernsing. Ein Referat vor fremdem Publikum einen Vortrag halten, diese Fähigkeit nützt in vielen Berufen, und das kann im Französischunterricht gelehrt werden. Die Folge: Die Leistungskurse boomen wieder am > Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Krefeld. Die Schule hat 7 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt und die Schule ist um 300 Schüler gewachsen.

Französischunterricht:
Sind Klassenzimmer Web 2.0 freie Zonen?

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Internet: Surfen oder suchen Sie?

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Bac: Réviser avec la Toile ?
Abiturvorbereitung mit dem Internet?

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Le France-blog en cours de français
Das Frankreich-Blog im Französischunterricht

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Motivation – oder
das Interesse für den Französischunterricht wecken

Ein Freund erzählte mir gestern, dass wieder eine Konfirmation einer seiner Nichten bevorstehe. Danach fahre er mit Ihr zusammen wie mit den beiden anderen ein paar Tage ins benachbarte Elsaß. Viel genützt habe das allerdings bei den beiden anderen nicht. Englisch sei leichter und die Begeisterung für die französische Sprache wolle nicht so recht aufkommen. Das sei schließlich eine Herzenssache. Da hat er recht. So viele verschiedene Umstände spielen eine Rolle, bis bei Schülern plötzlich die Begeisterung für Frankreich entsteht. Und dann ist es meistens wieder nur ein bestimmtes Ereignis, das die Passion für die französische Sprache vermittelt, ein besonders gelungener Urlaub, ein Schüleraustausch, der perfekt gelungen ist, vielleicht auch eine bestimmte Lektüre, eine Brieffreundschaft, also meistens ein Ereignis, das sich im Gedächtnis der Schüler als Programm eingegraben hat. Bei mir war es ein Freund, der mit Camus‘ Le mythe de Sisyphe mitgebracht hatte, als wir in der Schule damals Camus‘ L’étranger lasen. Die fünf Seiten mit meinem Referat und das Thesenpapier zu diesem Essai, das ich damals in der Klasse verteilt hatte, habe ich heute noch. Und > was daraus gemacht habe ich auch.

Die Schule läßt viele Schülerinnen und Schüler Französisch abwählen, bevor sie sich ein richtiges Bild von der Sprache und der mit ihr verbundenen Kultur Frankreichs machen können. Die aktuellen Lehrpläne räumen zwar einen gewissen Platz für längere Texte wieder ein, aber die kulturelle Vielfalt und der außerordentliche Beitrag der französischen Geschichte für Europa kann damit kaum gewürdigt werden. > 48 Beiträge zur Geschichte gibt es > auf diesem Blog. Über > 150 Artikel zur Politik sind hier schon geschrieben worden.

TGV: Auf nach Paris.

Auf nach Paris.

Immer wieder, wenn ich mit Schülern, die Französisch lernen, zusammentreffe und sie frage, wann sie das letzte Mal in Frankreich waren, dann fällt oft auf, dass viele von ihnen das Land höchstens von einer Stippvisite oder sogar gar nicht kennen. Genauso erstaunlich ist es, dass die meisten von ihnen, noch nie etwas vom > Deutsch-französischen Jugendwerk gehört haben. Das DFJW hat seine unbestreitbaren Erfolge, und ein Beitrag wie dieser sollte Schüler einladen, die Website des DFJW zu besuchen und für sich selber eine Liste der Möglichkeiten machen, wie man sich mit Hilfe des DWJF im deutsch-französischen Dialog engagieren kann. Die Möglichkeiten sind so zahlreich wie spannend. Und ich verzichte hier darauf, eine Liste der Angebote des DFJW zu erstellen, ich würde dann den längsten Beitrag der hier bereits fast 1000 geschriebenen Beiträge verfassen.

Pont des Arts

Pont des Arts

Legt die Hände nicht in den Schoss und wartet nicht darauf, bis jemand eine gute Idee für Euch hat. (Lest aber, was Helmut Schmidt Euch zu sagen hat!) Mit Hilfe eines Austauschs auch für die ganze Klasse, am besten noch mit der Dokumentation auf einem Blog nehmt Ihr Eure Französischkarriere selber in die Hand. > Französischunterricht 1.0 => 2.0 ! Und informiert Euch über das Studium in Frankreich und über die deutsch-französischen Studiengänge. Der Beginn meines Studiums in Frankreich (Paris III und das Institut d’Études politiques) war das beste Sprungbrett zum 1. und 2. Staatsexamen.

Petit déjeuner

Place de la Sorbonne

> Warum soll man Französisch lernen? Diese Frage habe ich auf diesem Blog schon mehrmals beantwortet, und ich möchte eigentlich, dass das ganze Frankeich-Blog diese Frage ständig beantwortet. Wieviele der hier vorgetragenen Themen sind schon mal in Euren Französischunterricht angespochen worden? Nein, ich möchte den keinesfalls abwerten, darum geht es hier nicht. Im Französischunterricht lernt Ihr wichtige Grundlagen, aus denen Ihr selber was machen könnt und müsst, und dafür gibt es hier > einige Anregungen. Und die > Argumente für Französisch habe ich auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

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