Der erste Wahlgang der Kommunalwahlen in Frankreich am 15. März 2026
Siehe auch auf unserem Blog: > Die Kommunalwahlen finden in Frankreich im März 2026 statt
> Élections municipales 2026 – LE MONDE
> La carte des résultats des municipales au premier tour en temps réel Le Monde 15 mars 2026
> Les résultats du 1er tour des élections municipales 2026 – Le Monde 16 mars 2026
> TTout comprendre aux élections municipales 2026 – Le Monde
> Résultats 1er tour des élections municipales 2026 – Ouest-France- 16 mars 2026
Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der Kommunalwahlen 2026 zeigen eine deutliche Veränderung der politischen Kräfteverhältnisse in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl 2027. Die Polarisierung in der Parteienlandschaft ist zurück. Die Parteien der Mitte werden immer schwächer. Ob sich jetzt schon die Stichwahl bei der Präsidentschaftswahl 2027 mit Luc Mélenchon (LFI) und Jordan Bardella (RN) abzeichnet?
Ungefähr 22 Millionen von rund 50 Millionen Wählern sind gestern nicht zur Wahl gegangen. Patrick Cohen hat nachgeforscht: > Premier tour des municipales, surprises et casse-têtes – France-Inter, 16 mars 2026.
Innerhalb der linken Parteien dauern die Konflikte zwischen der Parti socialiste und La France insoumise über mögliche Bündnisse an. Das Lager des Präsidenten um die Partei Renaissance verliert dagegen deutlich an Einfluss in vielen Städten. Die Verhandlungen zwischen den Wahlgängen gelten als wichtiger Test für mögliche Allianzen und Machtverhältnisse bei der Präsidentschaftswahl 2027. Der Rassemblement national RN unter Jordan Bardella bemüht sich, mehr mit der traditionellen Rechten zusammenzuarbeiten.
Beim ersten Wahlgang der Pariser Kommunalwahlen liegt Emmanuel Grégoire mit 37,98 % deutlich vor Rachida Dati, die 25,46 % erreicht. Drei weitere Kandidaten – Sophia Chikirou, Pierre‑Yves Bournazel und Sarah Knafo – überschreiten knapp die 10-%-Hürde und qualifizieren sich ebenfalls für den zweiten Wahlgang. Vor der Stichwahl am 22. März beginnen jetzt intensive Verhandlungen über mögliche Bündnisse und die Übertragung von Wählerstimmen. Grégoire versucht, Wähler aus anderen linken und progressiven Lagern für sich zu gewinnen, um einen Sieg der Rechten oder der extremen Rechten zu verhindern. Dati hingegen ruft zu einer breiten Allianz der rechten und zentristischen Kräfte auf, um ihren Rückstand im zweiten Wahlgang noch aufzuholen. Voraussichtlich werden also 5 Kandidaten im zweiten Wahlgang sein, wenn keine von ihnen aufgibt, zumindest haben sie sich dafür qualifiziert : > Vers une quinquangulaire à Paris avec cinq candidats au second tour – Le Monde – 16 mars 2026.
La France insoumise (LFI) erzielte überraschend starke Ergebnisse in mehreren großen Städten. Dadurch gerät die Parti socialiste (PS) unter Druck, da sie in vielen Kommunen auf Bündnisse mit LFI angewiesen sein wird. In Städten wie Toulouse, Lille oder Limoges erreichten LFI-Kandidaten Spitzenplätze oder werdenden entscheidende Mehrheitsmacher im zweiten Wahlgnag am 22. März (> EN DIRECT, résultats des municipales 2026 : à Lille, le candidat écologiste, Stéphane Baly, annonce la fusion de sa liste avec le PS, arrivé en tête devant LFI – Le Monde, 16 mars 2026) Trotz der Kontroversen konnte die Bewegung um Jean-Luc Mélenchon deutlich zulegen. Innerhalb der linken Parteien gibt es nun einen Streit darüber, ob man für die Stichwahl zusammenarbeiten oder getrennt antreten sollte, um die Rechte zu schlagen. Die linken Parteien sind stärker voneinander abhängig als ihre Querelen dies vermuten lassen. Sie sollten ihre Strategie mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 überdenken. Siehe auch > Présidentielle 2027 : Rendre la confiance aux Français. Un entretien avec Pierre-Yves Le Borgn’ – auf unserem Blog.
Die Grünen erzielen schwächere Ergebnisse als bei der starken „grünen Welle“ von 2020. In mehreren Städten wie Strasbourg oder Lille liegen ihre Kandidaten hinter anderen Parteien oder in schwieriger Position für den zweiten Wahlgang. Dennoch haben sie noch in einigen Städten wie Lyon, Bordeaux oder Tours Chancen im 2. Wahlgnag am 22. März. Die Parteichefin Marine Tondelier versucht, zwischen der linken Partei La France insoumise und der Parti socialiste zu vermitteln. Ziel der Grünen ist es, breite Bündnisse der linken Parteien zu bilden, um möglichst viele Städte gegen rechte Kandidaten zu gewinnen.
Der Rassemblement national erzielt beim ersten Wahlgang der Kommunalwahlen 2026 in den meisten großen Städten schwache Ergebnisse. In Metropolen wie Paris, Lyon oder Bordeaux bleiben die Kandidaten der Partei meist unter 8 % der Stimmen. 3. Bessere Chancen hat die Partei vor allem im Süden Frankreichs, etwa in Nice, Marseille und Toulon.Der RN hat weiterhin Schwierigkeiten hat, sich in den großen französischen Städten politisch zu etablieren. Laure Lavalette (RN) liegt nach dem ersten Wahlgnag in Toulon an erster Stelle.
In Nizza erreicht Eric Ciotti, Union des droites pour la République (UDR), mit 43,43 % vor dem amtierenden Bürgermeister Christian Estrosi, der rund 31 % der Stimmen erhält. Die Kandidatin der linken Parteien erreicht etwa 12 % und will im zweiten Wahlgang bleiben, sodass wahrscheinlich eine Dreierkonstellation entsteht.