Programm Brigitte Sauzay und Voltaire

„Du bist in der 8. oder 9. Klasse? Dann nimm eine/n französische/n Austauschschüler/in bei Dir auf und fahr anschließend für drei Monate nach Frankreich!“ Wie das geht, erklärt das Deutsch-französische Jugendwerk auf seiner Website: > Programm Brigitte Sauzay.

„Ihr seid in der 10. Klasse? Nehmt ein/n französische/n Austauschschüler/in bei Euch auf und fahrt anschließend für sechs Monate nach Frankreich!“ > Voltaire-Programm des DFJW.

> www.centre-francais.de

Web 2.0

… kann man unter allen möglichen Aspekten definieren. In einem Beitrag zu seinem Blog hat Loïc Le Meur drei Aspekte hervorgehoben: 1. Auf einfache Art publizieren – damit ist die Verwendung von Social Software miteinbezogen: keine umständliche Installation der Software auf dem eigenen PC. 2. Sich schnell mit wertvollem Inhalt bekannt machen, das ist mit Web 1.0 nicht so einfach, 3. Freiheit und Wahrung der Urheberrechte des Surfers. – Demnach wäre Wikipedia nicht 2.0?

> Différence entre le web 2.0 et la bulle 2.0? – Das Blog von Loïc Le Meur

Fotos aus Paris

Die Stadt Paris wird einen Teil ihres Fotofundus online veröffentlichen. Den Bau der Metro und des Eiffelturms kann man so online bewundern. Die Internet-Ausstellung wird viele besondere Ereignisse in Paris berücksichtigen, so auch zum Beispiel die Ankunft der Division Leclerc, rue Guynemer am 25. August 1944. Aber auch die „Regards d’un Parisien sur la Commune“ werden vom 9. November bis zum 4. Februar 2007 gezeigt. Der Fotograf Hippolyte Blancard hat bis zum Sommer 1871 die Barrikaden und die Zerstörungen der Commune beobachtet. Für die Website werden rund 500 000 Fotos digialisiert:

> www.parisenimages.fr Wird noch überarbeitet.

Literatur in der Oberstufe

Wegen der besonderen Bedeutung des Sternchenthemas für die Oberstufe in Baden-Württemberg wurde hier bisher einiges – und wohl auch nicht zum letzten Mal – über Albert Camus‘ L’étranger geschrieben. Eine Schülerin fragte mich gestern nach GFS-Themen, die zum Umfeld dieses Sternchenthemas passen würden.

Camus andere Werke eignen sich sehr gut für die in diesem Bundesland üblichen > GFS (gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen). In meiner Schullaufbahn begann mein nachhaltiges Interesse für die französische Literatur, als mir ein Freund damals, wir lasen in der Schule gerade L’étranger, Camus‘ Abhandlung über das Absurde: Le mythe de Sisyphe mitbachte. Mein Klassenlehrer korrigierte das Referat, das ich damals in der Klasse über Camus‘ Interpretation des Absurden gehalten habe. Vvon der verkürzten Formel, das Gefühl des Absurden entsteht durch die Konfrontation des Menschen mit der ihn umgebenden Welt, war ich beeindruckt. Damals schien dies der Schlüssel zum Verständnis seines Werkes. Vielleicht habe ich damals noch nicht wirklich begriffen, daß das Absurde bei Camus kaum mehr als eine Diagnose ist. Danach beginnt erst die eigentliche Aufgabe des Künstlers.

Für eine Buchpräsentation eignet sich auch der Roman La peste (1947) von Camus, in dem die Revolte der Einwohner von Oran und insbesondere des Doktors Rieux gegen die Seuche geschildert wird. Als die Einwohner wieder etwas Hoffnung schöpften, war die Herrschaft der Krankheit gebrochen, schreibt Camus.

Ein anderes Thema für eine GFS wäre die Vorstellung von Sartres Roman La nausée (1938): Das Leben hat den Wert, den man bereit ist, ihm zu geben, erklärt der Autodidakt im Gespräch mit Roquentin. Und der Roman, den Roquentin schreiben will, soll so schön und hart wie Stahl sein und die Leute sich wegen ihrer Existenz schämen lassen, wenn sie ihre Möglichkeiten – die die Literatur ihnen zeigt, nicht nutzen. Camus rezensierte La nausée im Alger républicain am 20. Oktober 1938, und Sartre rezensierte L’étranger im Februar 1943 (wiederabgedruckt in: Sartre, Critiques littérairies, (Situations, I), Paris 1947, S. 120-147.

Oder Sartres Qu’est-ce que la littérature? (1947) würde sich auch prima für eine GFS eignen. In diesem Buch beschreibt Sartre in 4 Kapiteln seine Literaturästhetik und wieso der Begriff der „engagierten Litratur“ immer mißverstanden wird: „Qu’est-ce qu’écrire?“, „Pourquoi écrire?“, „Pour qui écrit-on?“, „Situation de l’écrivain en 1947“. Die GFS könnte sich auf die ersten drei Kapitel konzentrieren, obwohl das vierte Kapitel vor allem auch wegen Sartres ausdrücklicher Kritik an der PCF historisch gesehen vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges beachtenswert ist. Sartres Vortrag von 1946 mit dem Titel La responsabilite de l’écrivain, (erschienen bei Ed.Verdier, Lagrasse, 1998) wäre ebenfalls gut geeignet, da Sartre hier die Verbindung von Freiheit und Verantwortung darlegt.

Unsere Blogleser interessieren sich aber sicher auch für andere Top-Themen für die GFS im Französischunterricht.

Bei Klett gibt es > CDs mit einer Originalaufnahme des L’étranger, so wie Camus ihn 1952 im französischen Rundfunk gelesen hat.

Die Medina in Fès

Noch ein Nachtrag zur Reise nach Marokko… dort gab es einfach nicht genug Zeit zu schreiben. Am Freitag, 26. 11., haben mir zwei Studenten aus dem Philosophischen Seminar das Volkskunstmuseum Musée de Batha und die Medina gezeigt und am Samstag hat mich dort Professor Bennani geführt. 400 000 Einwohner hat die Medina von Fès, und seit 1976 hat die UNESCO die Medina auf die Liste des schützenswerten Weltkulturerbes gesetzt. Seitdem gibt es umfangreiche Projekte, um die Infrastruktur der Medina zu restaurieren. Fahrzeuge gibt es in der Medina nicht, dazu sind die Gassen zu eng. Alle Transporte werden auf dem Rücken von Eseln ausgeführt.
Im Atelier von Hassan Jamil, (N° 10 Sid Al Akoudi, Fondouk Lihoudi) der kürzlich eine Ausstellung im Café Mezzo in Hannover hatte, fanden wir wunderbare Bilder, die die Medina im Überblick und einzelne Gassen zeigen. Eine Orientierung in dem Gewirr von Gassen ist nicht einfach, so war ich meinen Begleitern sehr dankbar, die mir bei diesen Rundgängen so viele interessante Eindrücke verschafft haben. Am Montag gab es dann in der Universität von Fès um 10 Uhr einen Vortrag über Camus und die Kunst. Nach dem Vortrag stellten die Studenten eine Stunde lang Fragen vor allem nach dem Zusammenhang von Kunst und Moral. Am Dienstag gings mit dem Zug nach Rabat und dort, wie bereits berichtet, ins Goethe-Institut.

Cinq siècles de littérature

Zusammen mit Dr. Gilles Floret stelle ich am Di, 7. November, 15-17 Uhr in der > Stadtbücherei von Heidelberg, Hauptstelle, Kleiner Saal, französische Texte aus fünf Jahrhunderten vor. Die Texte werden auf französisch und deutsch vorgelesen, und wir erklären die Wirkungsgeschichte aus politischer, philosophischer Perspektive. Und > Gilles Floret singt zu jedem Jahrhundert ein historisches Lied.

Veranstalter: Stadtbücherei und Ernst Klett Verlag, Stuttgart
Eintritt: frei
Anmeldung erbeten bis 4.11. > j.v.greiffenstern@klett.de

Camus in Heidelberg

Der Roman L’étranger von Albert Camus ist Sternchenthema für das Abitur in Baden-Württemberg:

Wahrheit und Moral. L’étranger von Albert Camus“
Referent: Dr. Heiner Wittmann

Camus‘ Roman L’étranger (1942) wird oft zu Unrecht auf die Darstellung des Absurden reduziert. Der Roman erzählt die gescheiterte Revolte des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Camus untersucht hier das Verhältnis von Moral und Wahrheit. In diesem Vortrag werden verschiedene Interpretationsansätze erläutert.

Di, 7. November, 10-12 Uhr
> Stadtbücherei Heidelberg, Hauptstelle, Kleiner Saal
Veranstalter: Stadtbücherei und Ernst Klett Verlag, Stuttgart
Eintritt: frei
Anmeldung erbeten bis 4.11. > j.v.greiffenstern@klett.de

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