Archiv für die Kategorie 'Deutsch-französische Beziehungen'

Wohlverdient ! Les Frères Zweierpasch ont été nommés „Chevaliers des Palmes Académiques“

Montag, 8. April 2024

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Finale des Grenzüberschreitenden Redewettbewerbs / Concours d’éloquence transfrontalier der Association des Membres de l’Ordre des Palmes Académiques (AMOPA)

Montag, 25. März 2024

Beim Finale des Grenzüberschreitenden Redewettbewerbs / Concours d’éloquence transfrontalier der Association des Membres de l’Ordre des Palmes Académiques (AMOPA) – AMOPA Süddeutschland e. V. und AMOPA Section du Bas-Rhin Mittwoch, 20. März 2024 wurden im Europasaal des Regierungspräsidiums Stuttgart die besten Reden in der Sprache des Nachbarn von Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich ausgezechnet.

Die Schirmherrschaft dieser Veranstaltung hatten Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg und Olivier Faron, Recteur de l‘Académie de Strasbourg, übernommen.

Bei diesem Wettbewerb sollen die deutsch-französischen Beziehungen im Vordergrund stehen und es geht um die Förderung de Verständnisses der französischen Kultur in Deutschland und der deutschen Kultur in Frankreich. Die Redekompetenz in der Sprache des Nachbarn soll gestärkt werden. Mit dem Wettbewerb werden Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe mit sehr guten Kenntnissen in der Sprache des Nachbarn aus dem Elsass, Baden-Württemberg und der rheinland-pfälzischen PAMINA-Region angesprochen.

Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete: 60 Jahre nach der „Rede von Ludwigsburg“ wenden Sie sich in einer argumentativen Rede an die Jugend, um die deutsch-französische Freundschaft, ausgehend von eigenen Ideen, weiterzuentwickeln. / Six décennies après le « discours de Ludwigsburg » vous vous adressez à la jeunesse pour relancer l’amitié franco-allemande. Argumentez votre discours par vos idées personnelles.

Finalisten 2024

Deutsche Kandidatinnen und Kandidaten
1. Butz, Hanna (Justinus-Kerner-Gymnasium Weinsberg)
2. Holitzner, Klara Maria (Evangelisches Heidehof-Gymnasium Stuttgart) – 1. Platz
3. Morjane, Hanaa (Johanna-Geissmar Gymnasium Mannheim)
4. Resch, Nicole (Gymnasium Weingarten)
5. Schröder, Jana Alina (Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim) – 3. Platz
6. Schultz, Kira (Gymnasium Mengen) – 2. Platz

Französische Kandidatinnen und Kandidaten
1. Dutruch, Chloé (Lycée Jean Sturm de Strasbourg)
2. Frisch, Inès (Lycée Jean Sturm, Strasbourg) – 2. Platz
3. Krettnich, Till (Lycée Robert Schuman de Haguenau) – 1. Platz
4. Landes, Anna (Lycée Robert Schuman de Haguenau) – 3. Platz

Der Grenzüberschreitende Redewettbewerb / Concours d’éloquence transfrontalier wurde 2016 durch die gemeinnützige AMOPA Süddeutschland e. V. und die AMOPA Section du Bas-Rhin ins Leben gerufen. Der Wettbewerb wird jährlich durchgeführt, abwechselnd in Deutschland und in Frankreich. Im Jahr 2024 fand er zum 7. Mal statt. Der Grenzüberschreitende Redewettbewerb beruht in erster Linie auf zivilgesellschaftlichem Engagement.

Alle Teilnehmende des Finales erhalten darüber hinaus ein repräsentatives Dokument für ihr Curriculum Vitae.

Finanzierung:

Die Initiative wird aus Mitteln der AMOPA Süddeutschland e. V. sowie der AMOPA Section du Bas-Rhin bestritten und mit viel ehrenamtlicher Eigenleistung ermöglicht.

Preise werden insbesondere durch folgende Sponsoren erbracht: Klett-Verlag, Firma Stihl (Waiblingen), Europa-Park (Rust).

Sprache des Nachbarn
Warum die Sprache des Nachbarn lernen? – Das Erlernen der französischen Sprache in Deutschland – so wie auch das Erlernen der deutschen Sprache in Frankreich – geht dank der über Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen zum Partnerland, gestärkt durch den Elysée-Vertrag, das Deutsch-Französische Jugendwerk sowie den Aachener Vertrag, mit der Möglichkeit einher, an einer Vielzahl von Schüleraustauschen und Auslandsaufenthalten teilnehmen zu können. Die Städte- und Regionalpartnerschaften bieten einen besonders spannenden Kontext für Austausche und Begegnungen aller Generationen.

Die von der Kooperation der Schulbehörden der Partnerregionen getragenen Austausch-Programme sind für alle motivierten Jugendlichen niederschwellig und ganz unabhängig von der finanziellen Situation der Elternhäuser zugänglich.

Insofern ist das Erlernen der Sprache des Nachbarn in besonderem Maße mit Chancengleichheit verbunden, wenn es um den Zugang zu einer gelebten Mehrsprachigkeit, zu grenzüberschreitenden Erfahrungen und zu einem tieferen Verständnis für Europa und für die Demokratie geht. Mit keiner anderen Sprache sind einschlägige Schlüsselerlebnisse und prägende grenzüberschreitende Erfahrungen so einfach realisierbar wie mit dem Französischen bzw. dem Deutschen.

Der Grenzüberschreitende Redewettbewerb / Concours d’éloquence transfrontalier steht als konkrete zivilgesellschaftliche Maßnahme im Lichte des Aachener Vertrags1; hier spielt die Sprache des Nachbarn, insbesondere für die Grenzregionen, eine hervorgehobene Rolle.

In Artikel 15 des Aachener Vertrags von 2019 heißt es: „Beide Staaten sind dem Ziel der Zweisprachigkeit in den Grenzregionen verpflichtet und unterstützen die dortigen Stellen dabei, geeignete Strategien zu entwickeln und umzusetzen.“

Dank seiner vielfältigen Beziehungen zu frankophonen Partnerregionen kommt den Ländern der Grenzregionen als privilegierte Akteure die verstärkte Entwicklung modellhafter grenzüberschreitender #leuchtturmprojekte auf allen Ebenen zu.

In Artikel 10 führt der Aachener Vertrag hinsichtlich der Bildung Folgendes aus: „Beide Staaten führen ihre Bildungssysteme durch die Förderung des Erwerbs der Partnersprache, durch die Entwicklung von mit ihrer verfassungsmäßigen Ordnung in Einklang stehenden Strategien zur Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und 1 Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration (22. Januar 2019). Genannt: Aachener Vertrag. Studierenden, die die Partnersprache erlernen, durch die Förderung der gegenseitigen Anerkennung von Schulabschlüssen sowie durch die Schaffung deutsch-französischer Exzellenzinstrumente für Forschung, Ausbildung und Berufsbildung sowie integrierter deutsch-französischer dualer Studiengänge enger zusammen.“

Assemblée parlementaire franco-allemande. 5 ans après la signature du Traité d’Aix-la-Chapelle

Mittwoch, 20. März 2024

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Revoir : Assemblée parlementaire franco-allemande : Table ronde réunissant divers acteurs des relations franco-allemandes ; Présentations des travaux du Forum pour l’avenir franco-allemand et des recommandations de Génération Europe

> 10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) in Bonn – 6. Dezember 2023

Alfred Grosser (1925-2024)

Donnerstag, 8. Februar 2024

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> Le politologue Alfred Grosser est mort – LE MONDE
Historien, journaliste, grand connaisseur des sociétés et des politiques françaises et allemandes, Alfred Grosser est mort à Paris, mercredi, à l’âge de 99 ans.
Par  ((1945-2018))

Nachgefragt: Jochen Hake, der Präsident der VDFG e. V. antwortet auf unsere Fragen

Montag, 29. Januar 2024

Das ist ein schon immer gepflegtes Projekt unserer Redaktion. Wir würden gerne mit möglichst vielen Repräsentanten von Organisationen, die sich für die deutsch-französische Kooperation einsetzen:

> Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… – 4. Juni 2022

Heute war Jochen Hake, der Präsident der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V. | VDFG zu Gast in unserem Homeoffice:

Die VDFG vertritt die Interessen von vielen Mitglieds- und Partnerschaftsvereinen in Frankreich und Deutschland. Wie viele sind das genau? Was ist der Unterschied zwischen Mitglieds- und Partnerschaftsvereinen. Schon bei der Gründung Ihrer Vereinigung sozusagen als Dachverband hieß es1957 man wolle „eine bessere interne und öffentliche Sichtbarkeit des Engagements für Völkerverständigung, Frieden und Freundschaft mit Frankreich zu erreichen.“ Die Art und Weise, wie sich die Bezeichnung dieser vereinigung seit der Gründung des Arbeitskreises 1957 entwickelt hat, erklärt die immer stärkere Vernetzung mit den französischen Partnern, wobei zugleich die europäische Komponente akzentuiert wurde.

Die VDFG ein sehr interessantes Beispiel für das Engagement der Zivilgesellschaft im Rahmen der Deutsch-französischen Zusammenarbeit ist. Dabei geht es eben nicht nur um Austausch, sondern auch um Lobbyarbeit gegenüber Politik und öffentlichen Institutionen. Dieser Aspekt der deutsch-französischen Gesellschaften wird offiziell meiner Meinung unzureichend gewürdigt. Es gibt ein jährliches Treffen aller Akteure, die zur VDFG gehören, dieses Jahr im Oktober in Landau. Letztes Jahr hat der Kongress der VDFG-FAFA im Oktober in Versailles stattgefunden: Das Rahmenthema lautete „Neue Formen der Mobilität zur Belebung des deutsch-französischen Austauschs“ Was gab es für Ergebnisse, habne wir Jochen Hake gefragt.

Im Bereich der deutsch-französischen Kooperation gibt es ein grundlegendes Problem, das sind die rückläufigen Zahlen der Schüler die die Nachbarsprache erlernen. Jochen Hake hat uns das Engagement der VDFG, mit der sie hofft, diese Entwicklung positiv beeinflussen zu können.

Auf der Website des VDFG werden vier weitere Aktionsfelder genannt. U.a. „Völkerverständigung und Frieden“ sowie „Respektierung der Vielfalt anderer Kulturen“, wie „Kontakte zwischen den Menschen unserer beiden Länder aller Altersgruppen“ und die „Vernetzung mit weiteren Partnern in Europa“. Europa spielt im Bereich Ihrer Aufgaben eine besondere Rolle. Wie könnten oder müssten sich Frankreich und Deutschland vermehrt für Europa einsetzen? Gerade hat Bundeskanzler Scholz nach der Rede von Staatspräsident Emmanuel Macron im Deutschen Bundestag zu Ehren von Wolfgang Schäuble per Tweet an die Entwicklung eines souveränen Europas entwickelt, das die Berliner Regierung damals 1015, als Macron die Sorbonne-Rede gehalten hat, nicht so recht zu beantworten wusste.

Auch auf unserem Blog:

> Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Co-Vorsitzenden Brigitte Klinkert und Nils Schmid antworten auf unsere Fragen – 15. November 2022

> Nachgefragt: Katharina Schicketanz (DFJW) berichtet über Tele-Tandem – 24. August 2022

> Das Deutschlandbild der Franzosen.Nachgefragt: S. E. Dr. Hans-Dieter Lucas, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris antwortet auf unsere Fragen – 13. Februar 2021

Juniorbotschafter des DFJW/OFAJ auf Schloss Bieberstein

Mittwoch, 17. Januar 2024

Leider kam unsere Ankündigung zu früh:

Das Glatteis war dagegen. Erst dachte unsere Redaktion, wir können unsere Gäste vom Bahnhof abholen, dann aber wurde hier oben sehr richtig entschieden, wir setzen kein Auto in Bewegung. Wir hatten Leonie Petzoldt und Robert Fedler, beide Juniorbotschafter des Deutsch-französischen Jugendwerks DFJW zu einem Vortrag und zu einer Spachanimation in die Hermann-Lietz-Schule SChloss Bieberstein eingeladen. Eis und Schnee haben das heute verhindert. Aber der Termin wird bald nachgeholt werden.

Das vereinbarte Gespräch haben wir aber trotzdem aufgezeichnet:

„Anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrages am 22. Januar 2003 haben der französische Präsident Jacques Chirac und der Bundeskanzler Gerhard Schröder den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“ erklärt und ihm Initiativen gewidmet, die Jugendliche aus beiden Ländern einander näherbringen sollen. (Artikel 16 der gemeinsamen Erklärung).“ > https://www.france-allemagne.fr/Deutsch-Franzosischer-Tag,1342.html

Die in dem hier angezeigten Gespräch erwähnten Beiträge auf unserem Blog;

> Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Co-Vorsitzenden Brigitte Klinkert und Nils Schmid antworten auf unsere Fragen – 15. November 2022

Siehe auch: > 10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) in Bonn – 6. Dezember 2023

> Deutsch-Französischer Bürgerfonds – 16. April 2020

> Alle Beiträge zum Aachener Vertrag

> Nachgefragt: Der Generalsekretär des DFJW Tobias Bütow antwortet auf unsere Fragen – 30. April 2020

> Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… – 4. Juni 2022

Die Hermann-Lietz-Schule Schloss Bieberstein gehört zur Stiftung Deutsche Landerziehungsheime Hermann-Lietz-Schule.

Mit dem Nachtzug von Berlin nach Paris

Montag, 8. Januar 2024
Les tâches pour les élèves :

Regardez le film du FAZ sur YouTube Mit dem Nachtzug in 14 Stunden von Berlin nach Paris, vous y trouverez la transcription de cette vidéo en allemand, traduisez-la et racontez ou écrivez en français sur cet événement. (Mediationsübung)

Résmumez l’entretien avec Maxim Rubin et Thmoas Villaret. Écrivez un article pour le blog en 200 mots.

Cet article contient des ressources supplémentaires : Lisez-les, faites un choix, et écrivez une revue de presse:
PONS vous soutient toujours :

Am 11. Dezember 2023 war es endlich so weit: Der Nachtzug von Berlin nach Paris startete durch. Unsere Redaktion hat zwei der Fahrgäste getroffen und mit ihnen über dieses deutsch-französische Ereignis und seine Bedeutung überhaupt für das franco-allemand gesprochen. Zugleich stellen wir die beiden Juniorbotschafter des Deutsch-französischen Jugendwerkes DFWJ, Maxim Rubin (Stuttgart) und Thomas Villaret (Avignon) hier unseren Lesern vor. Beide  sind mit diesem Zug in je eine Richtung mitgefahren und erzählen hier in unserem Gespräch von heute Abend welche Bedeutung dieser Zug auch für das franco-allemand hat.

In der tat, das ist etwas ganz Besonderes. Man steigt abends in Berlin in den Zug. Und im Schlafwagen geht es dann in die französsiche Hauptstadt, wo man morgens ausgeruht ankommt. Drei Mal pro Woche fährt jetzt der Nachtzug von Berlin nach Brüssel und Paris. Un ab Oktober 2024 wird der Nightjet dann täglich Paris anfahren.

Die FAZ war mit dabei: Mit dem Nachtzug in 14 Stunden von Berlin nach Paris:

Maxim Rubin (Stuttgart) und Thomas Villaret (Avignon) berichten von Ihrern Premierenfahrt mit dem Nightjet von Berlin nach Paris und in die andere Richtung:


Des informations supplémentaires :

> Nachtzug von Berlin nach Paris: Renaissance der Schlafwagen? -Tagesschau, 11 Dezember 20213

> Le train de nuit Paris-Berlin, c’est reparti : ce qu’il faut savoir avant de l’emprunter
Par Jean-Marc De Jaeger – Le Figaro – 11 décembre 2023

> Le train de nuit Berlin-Paris de retour le 11 décembre – Les Échos -7 septembre 2023

> REPORTAGE – Retour des trains de nuit : on a testé le Paris-Berlin – TF1 – par V. F | Reportage : Jean-Marie Bagayoko, Justine Corbillon et Marine Derre

> L’OFAJ à bord du premier train de nuit Berlin – Paris

> Paris se rapproche de Berlin par le rail – Website der Deutschen Botschaft in Paris – 27.06.2023

> Nachtzug Berlin-Paris: Das muss man zum „Nightjet“ wissen – Beriner Morgenpost, 11.12.2023

Rezension. Isabelle Bourgeois, Frankreich entschlüsseln

Sonntag, 10. Dezember 2023

Vor 175 Jahren: 10 décembre 1848 : L’élection du premier Président de la République

| Ein Jahr Französischunterricht auf Schloss Bieberstein | 10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) in Bonn |  Adventskalender | COP28 – La crise climatique nous concerne tous | Nachgefragt: Christophe Braouet, Deutschland und Frankreich schaffen das | Geopolitik | Mobbing | Antisemitismus | L’ouverture de la Cité internationale de la langue française : Und was macht Deutschland? | Goethe-Institute: ” fermeture à Lille, Bordeaux et Strasbourg décidée, Toulouse a déjà perdu son service linguistique” | ChatGPT |


Der Untertitel dieses Bandes von Isabel Bourgeois gibt den Takt dieses Buches vor: „Missverständnisse und Widersprüche im medialen Diskurs“.

Alles ist anders ins Frankreich, so scheint es, wenn man von Deutschland aus zu unserem westlichen Partnerland schaut: „Teil I. Ein anderes Medienverständnis, eine andere Medienkultur“. Die Gründe dafür: Die Meinungskonzentration im Pariser ‚Biotop‘, 2. Medienpolitik ist Wirtschaftspolitik und 3. eine ganz andere Informationskultur“, stimmt alles. Und selbst im 5. Lernjahr Französisch ist in unserer Schule der Französischlehrer sehr erstaunt, dass seine Schüler/innen noch nie eine französische Radiosendung gehört haben (> Apprendre avec la radio, 8.2.2023 und Radio hören – Musik hören, 11.5.2023 – Schade, könnte man sagen, man hat ihnen bisher die Welt der französischen Medien gar nicht geöffnet… aber das liegt auch an unserer Medienlandschaft, deren Sender, diese europäische Vielfalt (außer ARTE > Nachgefragt: Emmanuel Suard (ARTE) antwortet auf unsere Fragen, 17.11.2020) nur selten im Blick haben. Und solange französische TV bei uns so rigoros geogeblockt wird, wird sich das auch kaum ändern. Oder > 2019: > Das neue Tagesjournal.

„Fremde Freunde“ nennt Bourgeois eines ihrer Kapitel, in dem deutlich wird, wie wenig beide Länder voneinander wissen. Sie nennt viele Fakten, die im Grunde genommen auch das Erlernen der Nachbarsprache nicht gerade fördern. Und „öffentlich-rechtlich“ passt nicht auf den öffentlichen Rundfunk in Frankreich, wo Radio Frankreich eher ein Service public ist. Über die Versuche und Schwierigkeiten, das Radio zu dezentralisieren hat uns kürzlich der frühere Präsident von Radio France in einem Interview vieles berichtet: > Compte-rendu: Jean-Noël Jeanneney, Le Rocher de Süsten. Mémoires, t. II, 1982-1991, 15. September 2022.

Fernsehen wird in Frankreich ganz anders gemacht als bei uns… wie schon beklagt, bei uns schwierig zu empfangen. Das Vergleichen der Nachrichten Antenne 2 und Heute würde den Schülern schon aufschlussreiche Erkenntnisse bringen: Die Themen werden anders ausgewählt, die Schwerpunkte werden anders gesetzt, man kann oft den Eindruck, es handelt sich um ganz verschiedene Tage… In Frankreich Infotainment, hier die nüchternen 15 Minuten der Tagesschau. Infotainment in Frankreich, folglich auch ein ganz anderer Blick auf die Politik, mit allen Folgen… Arte als deutsch-französischer Kulturkanal ist ein großer Erfolg, nur er ist mehr europäisch geworden als deutsch-französisch…

Die Zeitungslandschaft in Frankreich ist eine ganz andere als bei uns… wieder die Klage des > Französischlehrers, unsere Schüler haben noch nie eine französische Tageszeitung in der Hand gehalten: Wann, um wieviel Uhr, erscheint Le Monde? Mit welchem Datum… das wissen unsere Romanistik-Studenten meist auch nicht. In Frankreich sind die Zeitungen ganz ausdrücklich von Meinungen geprägt und die Bandbreite ist auch größer… ist Frankreich politischer als Deutschland: Die nächsten Wahlen in Frankreich.

„Grundfreiheiten sind anders als Grundrechte“: In klarer und präziser Sprache erläutert Bourgeois auch für Nichtjuristen Unterschiede und erläutert auch die Stellung des Défenseur des droits als Schlichtungsinstanz. Citoyen und liberté, das sind zwei Abschnitte, von denen auch Schüler/innen profitieren könnten, wenn sie zu diesen beiden Beigriffen aufgrund der Erklärungen von Bourgeois nach Erklärungen und Belegen dazu suchen müssten. Zu diesem Thermenbereich gehört auch die Vorstellung der Commission consultative des droits de l’homme CNCDH, die unsere Redaktion schon mehrmals in Paris besucht hat, und die damalige Präsidentin des CNCDH Christine Lazerges hatte uns vorgeschlagen den Menschenrechtsrat in Berlin zu besuchen: > Der Vergleich (XIII) : Die Menschenrechte in Frankreich und Deutschland.

Natürlich wird der Zentralismus mit seiner Konzentration auf Paris ausführlich erwähnt, was zeigt, dass Frankreich selbst den Franzosen nicht gut bekannt ist. Müssen Sie immer nur über Paris auf ihrem Blog schireben, fragt mich mein Doktorvater: > Professor Dr. Dirk Hoeges (1943-2020). Die Abschnitte über „Sprache und Macht“ sind besonders gelungen und sehr lesenswert: S.171-188. Und von Seite 188 ff. geht es ans Eingemachte, hier werden die Besonderheiten des französischen politischen Systems in vielen Einzelheiten erläutert.

Dieser Band ist ein Gewinn für alle, die sich für Frankreich interessieren, kein deutsch-französischer Vergleich im eigentlichen Sinne, sondern wie der Titel besagt, hier wird Frankreich entschlüsselt. Bourgeois öffnet uns viele Tore, Frankreich besser zu verstehen, es wird weniger fremd, es fasziniert dieses Land mit seiner Geschichte und einem politischen System, das sich in allen Punkten von unsren so sehr unterscheidet,

Isabelle Bourgeois, geb.1955, ist Mitgründerin und Moderatorin der Dialogplattform www.tandem-europe.eu. Sie hat an der École Normale Supérieure in Fontenay-aux-Roses und an der Sorbonne studiert. Von 1980 bis 1988 war sie Lektorin an der Universität Hannover (Romanistik) und Kulturattaché an der französischen Botschaft in Bonn (zuständig für Rundfunk). Von 1988 bis 2017 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre d’Information et de Recherche sur l‘Allemagne Contemporaine – CIRAC (vergleichende Studien: Medien und Kommunikation, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Gesellschaft, kulturelle Unterschiede). Von 2001 bis 2015 war sie Chefredakteurin der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Regards sur l’économie allemande.

(CIRAC), von 1989 bis 2001 Dozentin am Institut d’études politiques (Paris), von 2002 bis 2017 Dozentin an der Université de Cergy-Pontoise und von 1990 bis 2005 freie Autorin für epd-medien, diverse deutsche Tageszeitungen und den Deutschlandfunk. 1996 gewann sie den Deutsch-Französischen Journalistenpreis TV für Heinrich Böll (France 3). Sie ist Mitglied im Beirat von Eurotopics.

Isabelle Bourgois
Frankreich entschlüsseln
Missverständnisse und Widersprüche im medialen Diskurs
Köln, Herbert von Halem Verlag 2023,12 x 19cm, 288 Seiten
ISBN (Print): 978-3-86962-643-7
ISBN (PDF): 978-3-86962-644-4
ISBN (EPUB): 978-3-86962-648-2

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