Rücktritt der französischen Regierung

Aufstand zwei Minister: Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg kritisiert den Sparkurs der Regierung und erhält offene Unterstützung vom Erziehungsminister Benoît Hamon. Nach der Kritik des Wirtschaftsminister habe, so melden dies eben L’EXPRESS, LE MONDE, LE FIGARO, Premierminister Manuel Valls Staatspräsident Hollande den Rücktritt der Regierung eingereicht, gemäß LE MONDE hatte Holande ihn darum gebeten. Valls wurde von Hollande mit der Neubildung einer Regierung beauftragt.

> Démission du gouvernement – Website des Elysée-Palastes

Bastien Bonnefous (A Frangy-en-Bresse (Saône-et-Loire), > A la Fête de la rose, Montebourg et Hamon mettent la pression sur Hollande -Le Monde.fr -24.08.2014


> Arnaud Montebourg : « Les choix politiques ne sont pas figés » – LE MONDE | 23.08.2014 • Mis à jour le 25.08.2014 | Propos recueillis par Bastien Bonnefous, Patrick Roger et Thomas Wieder

Montebourg möchte die Beendigung der Krise zur Priorität machen und die dogmatische Reduzierung der Defizite, die seiner Meinung nach zu Sparmaßnahmen und zur steten Steigerung der Arbeitslosigkeit führen, hinten anstellen und hat damit auch die Politik der Bundeskanzlerin im Visier.

A. Montebourg beantwortete die Frage: „Que faut-il faire avec l’Allemagne ?“

mit

„Il faut hausser le ton. L’Allemagne est prise au piège de la politique austéritaire qu’elle a imposée à toute l’Europe. Quand je dis l’Allemagne, je veux parler de la droite allemande qui soutient Angela Merkel. La France n’a pas vocation à s’aligner sur les axiomes idéologiques de la droite allemande. Je ne peux que remercier Sigmar Gabriel, mon homologue socialiste à l’économie, qui pousse dans le même sens que nous.“


> Le blog d’Arnaud Montebourg

> Arnaud Montebourg appelle à un changement de cap économique – LE FIGARO, 23/08/2014

Interview de François Hollande accordée au Monde:
„Pour la France, l’Europe doit être une protection…“ :

Vor zwei Tagen hat Präsident François Hollande der Tageszeitung Le Monde ein Interview zur wirtschaftlichen Lage Frankreichs gegeben, mit dem er eine Konferenz über die Sicherheit im Irak und über den Kampf gegen die Organisation Islamischer Staat ankündigte:

> Interview de François Hollande accordée au Monde – Website des Élysée-Palastes

Seine schlechten Umfragewerte sind bekannt, die Zuversicht des Präsidenten wird dadurch nicht beeinträchtigt:

„Des économistes, mais aussi votre secrétaire d’Etat Thierry Mandon, chargé de la réforme de l’Etat, proposent de rééchelonner la dette française. Qu’en pensez-vous ?

Jamais la France n’a emprunté sur les marchés financiers à des taux aussi faibles. 1,4 % : c’est historique avec un écart minimal avec l’Allemagne – trois fois moins qu’en 2012. Cela veut dire que la signature de la France est fiable et respectée et que nos entreprises peuvent aussi se financer à des taux particulièrement bas. N’en déplaise aux grincheux, c’est la preuve du sérieux de notre politique. C’est aussi ça, la crédibilité. Et nous n’avons donc pas besoin d’allonger la maturité de notre dette.“

LE MONDE fragte den Präsidenten, ob er eine sozialdemokratische Achse Paris-Rom im Auge habe?

„L’UE est dominée par les conservateurs et l’Allemagne. Etes-vous en train de bâtir un axe social-démocrate avec Matteo Renzi ?

J’ai avec Matteo Renzi des rapports politiques et personnels qui permettent d’agir, pas seulement en duo, mais avec d’autres. Je tiendrai la semaine prochaine à Paris une réunion des sociaux-démocrates pour faire converger nos positions. Mais ce serait une erreur de constituer une coalition contre une autre au sein du Conseil européen. Les problèmes ne sont pas géographiques – le Sud contre le Nord – ni politiques – les sociaux-démocrates contre les conservateurs. Le problème est de savoir ce que nous voulons faire ensemble.“

Und dann folgt der Satz eines überzeugten Europäers: „Pour la France, l’Europe doit être une protection : une protection de nos intérêts, de nos droits, de nos valeurs dans le monde, une protection pour nous défendre face aux menaces, mais aussi une protection par rapport aux excès de la mondialisation.“

„Für Frankreich muss Europa ein Schutz sein, eine Schutz unserer Interessen, unserer Rechte, unserer Werte in der Welt, ein Schutz, um uns gegen Bedrohungen zu verteidigen, aber auch ein Schutz gegen die Exzesse der Globalisierung.“

> Staatspräsident Hollande begrüßt Bildung einer Regierung der nationalen Einheit im Irak – Website der Französischen Botschaft in Berlin
> Staatspräsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel zu humanitären Einsätzen in der Ukraine und in Irak – Website der Französischen Botschaft in Berlin

Berlin, 14 juillet 2014
Interview avec S. E. M. Maurice Gourdault-Montagne

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La France en 2025

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https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/482921375704035328

Susanne Wasum-Rainer: „L’Allemagne et la France ensemble, plus que jamais“

„L’Allemagne et la France ensemble, plus que jamais“ lautet die Überschrift eines Artikels den die deutsche Botschafterin in Frankreich, Susanne Wasum-Rainer, heute in LA CROIX veröffentlicht hat: „Lors des récentes élections au Parlement européen, les partis qui critiquent l’Union ont obtenu un nombre important de voix dans toute l’Europe, et en particulier en France. Que signifie ce résultat électoral pour le coeur du projet européen, à savoir la coopération franco-allemande ? Va-t-elle s’affaiblir, voire s’éteindre totalement ? Non ! Bien au contraire,“ schreibt sie und fasst in einem Satz auch das Anliegen unseres Blogs zusammen. „…nos deux pays doivent continuer à faire leur devoir. L’Allemagne et la France ont donc pris des mesures pour promouvoir la croissance et l’emploi,“ im normalen täglichen Betrieb wird die deutsch-französische Kooperation nicht recht sichtbar, zu banal ist sie schon geworden, zu selbstverständlich. Aber auch wenn das manchmal nicht so recht öffentlich wirksam präsentiert wird, man darf sicher, dass beide Regierungen auf vielen Ebenen in enger Abstimmung miteinander kooperieren. In diesem Sinn ist der Artikel unserer Botschafterin weniger eine Mahnung als eine Erinnerung an die gemeinsame Entschlossenheit größere Aufgaben (Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit, EURO, etc., die kaum noch ein Land in Europa im Alleingang lösen kann.

https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/476323623683522560

Frankreich: Die Reform der Regionen

Ergänzung, Montag, 2.6.2014 21 h 23


> „Réformer les territoires pour réformer la France“ Site du Palais de l’Élysée


Heute gibt es in Frankreich 22 Regionen. Elf zuviel finden Manuel Valls et François Hollande. Bevor beide sich daran machen, die Landschaft der Regionen neu zu gestalten, eröffnet LE MONDE die Diskussion und bietet eine interaktive Grafik an. Zuerst werden Regionen gelöscht, und dann werden die Departements dieser aufgelösten Regionen auf die verbleibenden Regionen verteilt. Dabei können auch die verbleibenden Regionen neu benannt werden:

> La France à douze régions. Composez votre carte des régions Visuel interactif

Zur Zeit gibt es 22 Regionen:

Das ist gleichzeitig ein Super-Lernspiel, um sich endlich einmal die heutigen Regionen und die Departements obendrein merken zu können. Aber zu sehr muss man sich nicht anstrengen, da es, wie gesagt, bald nur noch 11 Regionen geben soll. bei uns sind es 10 (+ Korsika) geworden. Wir haben das Visuel interactif ausprobiert. (Eine Region ist dabei nicht besetzt worden) Klick – vergrößert die Karte. Es ist nur ein Versuch unserer Redaktion. Vielleicht gibt es ja doch ein Gewinnspiel, und wir haben richtig getippt?

Wie kompliziert das ist! Wieviel dabei berücksichtigt werden muss! (> Réforme territoriale : le président du conseil de Picardie est « très surpris » par le scénario Hollande – LE MONDE, 3 juin 2014)

Und hier ist der > Entwurf aus den Elyseepalast:

Natürlich möchten die einen nicht plötzlich zu einer anderen Region gehören. Da muss man wohl einige Regionen neu benennen, damit sich niemand zurückgesetzt fühlen wird, sondern alle zusammen in eine neue Region kommen. Geht alles prima mit dem Visuel interactif. Die Idee dieser Territorialreform ist richtig und wird zu einer Straffung des Verwaltungsaufwands führen… aber das wird nicht von heute auf morgen gehen, und dabei braucht die Regierung nun wirklich auch kurzfristige wirtschaftliche, handfeste Erfolge.

> Réforme territoriale : quels départements ou régions supprimer ? LE MONDE 3.6.2014: Schon 639 Leserbriefe.

96 Departements gibt es in Frankreich (außer den andern 5 überseeischen Departements)… von denen könnte man auch einige zusammenlegen? Oder statt der Departements und der Regionen 20 neue Verwaltungseinheiten einführen, die Regionen und Departements ersetzen, also bräuchte man für die neue Verwaltungseinheit auch eine neue Bezeichnung. Und was ist mit den 4055 Kantonen, von den 172 in Übersee sind? Vielleicht könnten sich die Franzosen sogar an dem System unserer Bundesländer orientieren, und wir könnten dabei sehr viel lernen, wie man denn eine bei uns immer wieder aufgeschobene Reform der Bundesländer von den Wählern per interaktiver Grafik vorbereiten lassen könnte.

Samuel Laurent et Jonathan Parienté, > Pourquoi Hollande et Valls veulent fusionner les régions, LE MONDE – Les décodeurs

> Réforme territoriale de Manuel Valls : les départements seront supprimés, c’est tant mieux Nouvel-Observateur LE PLUS

> Réforme territoriale : pour des régions plus fortes aux compétences affirmées – Site du Gouvernement français

Der Erfolg des FN bei den Europawahlen 2014

Mit 25 % der Stimmen hat der Front National FN von Marine le Pen die Europawahlen in Frankreich gewonnen. Genau betrachtet haben etwa 10% der Franzosen für den FN gestimmt. Ihr bester Verbündeter für diesen Erfolg war die Partei der Nichtwähler, die bei dieser Wahl die erste Partei Frankreichs war. Der FN hat um 19 % der Stimmen im Vergleich zur letzten Europawahl 2009 zugelegt. Wie konnte das passieren? Was bedeutet das für die Haltung der Franzosen in Bezug auf die EU? Wie wird wohl die Regierung reagieren? Françoise Fressoz hat auf die Fragen ihres Kollegen geantwortet:


FN en tête, défaite du PS, désamour européen… von lemondefr

Der Premierminister Manuel Valls hat sich nach den Hochrechnungen wie folgt geäußert:
> „Nous avons besoin d’une Europe plus forte, plus solidaire, plus juste“

„L’Europe a déçu…“ sagt der Premierminister, um den Erfolg der FN zu erklären. Wenn 400 Millionen Bürger, Europäer in freier Wahl ihr Parlament wählen, in einem Europa, dass durch seine Institutionen seit ihrer Gründung den Frieden in Europa sichert? Ein Frieden, um den uns viele Regionen in der Welt beneiden, dann hat Europa nicht enttäuscht. Die Europäische Union ist ein gemeinsames Projekt. Alle Mitgliedsstaaten sind am Erfolg Europas gemeinsam beteiligt.


Auf unserem Blog
> François Hollande: « L’Europe que je veux »
> Europawahl 2014
> LE POINT und DIE WELT: Nicolas Sarkozy et sa vision de l’Europe
> Nachgefragt: Anne-Marie Le Gloannec zur Europawahl 2014
> Institut français de Stuttgart: VORTRÄGE Débat TRI-Color. Europa hat die Wahl: Welche EU wollen die Bürger Europas?


Der FN hat das negative Image des Präsidenten und das Stimmungstief der PS genutzt, um die Angst vor der Einwanderung und den Romas zu schüren. Marine le Pen hat sechs Tage vor der Wahl ihre Wähler zur Wahl des FN aufgerufen: 1 Min 42“. Die UMP und die PS würden dauernd versprechen, Europa zu ändern, nichts hätten die Parteien gemacht, erklärt Le Pen. Wenn die Wähler eine starkes Signal aussenden wollten, dann müssten sie wählen gehen. Nicht ein konkreter Vorschlag, aber der Hinweis, wenn es um die Erweiterung Europas gehe, „werden Sie von den beiden Parteien des Systems (i.e. UMP, PS, H.W.) belogen“, „sie (i.e. die Parteien, H.W.) lassen die verrücktesten Projekte zu“, so Le Pen, und treiben den Aufnahmeprozess der Türkei voran. Bei ihrer kurzen Ansprache heute abend hat Marine Le Pen davon gesprochen „les électeurs ont sanctionné les partis du renoncement en les renyoyant à leurs mensonges et leur trahisons“ dass die Wähler die „Parteien des Verzichtes zu ihren Lügen und Verrat zurückgeschickt haben…“ Die Franzosen hätten durch ihre Wahl dem Front National die wunderbare Verantwortung gegeben, die Wahl („les choix“) auszuführen, die sie durch ihre Wahl ausgedrückt hätten.“

Man darf sich schon fragen, warum die Wähler mit der Politik des Staatspräsidenten und der seines Premier-Minister Manuel Valls so unzufrieden sind? Sind Ihre Reformen nicht radikal und schnell genug? Nimmt die Regierung sich seit dem Amtsantritt von François Hollande zuviel Zeit die ungeliebten Reformen abzufedern? Schließlich kann die Regierung selbst keine Arbeitsplätze schaffen, eher muss Sie den öffentlichen Dienst radikal abbauen… Die Steuer für die Superreichen war vielleicht nicht nötig und mit die Heirat für alle hat die Regierung auf einem Nebenschauplatz viel Zeit verschenkt. Comment remonter la pente? Wenn die Regierung schlechte Presse hat? Und dennoch ihre Reformansätze sind keineswegs falsch. Die Opposition würde kaum etwas anders machen. Ob es hilft, das Wahlergebnis genauer unter die Lupe nehmen:

> Le FN en tête aux européennes : non, ce score n’est pas spectaculaire. La preuve par 5 **** leplus.nouvelobs.com

> Européennes : les 5 enseignements de l’élection – LE MONDE

> Résultats européennes 2014 : la liste des 74 eurodéputés français – RTL

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