Ein Interview mit S.E.M. Gourdault-Montagne,
Botschafter der Französischen Republik in Deutschland

2. April 2012 von H. Wittmann

Am Freitag, 30. März 2012, hat S.E.M. Maurice Gourdault-Montagne, Botschafter der französischen Republik in Deutschland, uns in der Botschaft am Pariser Platz in Berlin zu einem Interview empfangen.

S.E.M. Maurice Gourdault-Montagne ist seit einem Jahr Botschafter in Deutschland. Er war bereits von 1988 bis 1991 als Botschaftsrat in der französischen Botschaft damals noch in Bonn. Zu Beginn des Gesprächs haben wir über Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland gesprochen. In diesem Interview hat er seine Aufgaben als Botschafter beschrieben und erklärt, wie er die deutsch-französische Zusammenarbeit mitgestalten kann.

Wir haben ihn nach der Konvergenz auf wirtschaftlichem Gebiet gefragt. In Toulon hat Staatspräsident Nicolas Sarkozy am 1. Dezember 2011 gesagt: „La France et l’Allemagne ont fait le choix de la convergence. Je ne reviendrai jamais sur ce choix,“ und am 29. Januar hat er auf das deutsche Modell hingewiesen. Was fasziniert die Franzosen am deutschen Modell, wollten wir vom Botschafter erfahren.

Nächstes Jahr wird der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages gefeiert. Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick: Vor welchen Aufgaben steht die deutsch-französische Kooperation heute und morgen? Der 14. Deutsch-Französische Ministerrat hat den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link, und den französischen Europaminister, Jean Leonetti, beauftragt, ein „deutsch-französisches Jahr“ aus Anlass des 50. Jahrestags des Elysée-Vertrages am 22. Januar 2013 vorzubereiten. Eine Erfolgsgeschichte wird gefeiert, aber es wird doch auch neue Initiativen geben?

Der Deutsch-Französische Ministerrat hat am 4. Februar 2010 eine deutsch-französische Agenda 2020 formuliert, die Rahmen und Ziele unserer Zusammenarbeit vorgibt. „Wir möchten, dass bis 2020 jeder zweite deutsche und jeder zweite französische Schüler einer weiterführenden Schule das jeweils andere Land zumindest ein Mal besucht hat.“ Wie steht es darum? Mit dem Elysée-Vertrag von 1963 wurde die Bedeutung des Sprachunterrichts in beiden Ländern vertraglich vereinbart: „[…] beide Länder werden sich bemühen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der deutschen Schüler, die Französisch lernen, und die der französischen Schüler, die Deutsch lernen, zu erhöhen…“ Wird von beiden Seiten für die Förderung der Sprache des Nachbarn bisher genug getan?

Zum Abschluss: Welche Autoren möchte er einem deutschen Publikum empfehlen?

> www.botschaft-frankreich.de/

Zur Erinnerung auf diesem Blog:

> De Gaulle et l’Allemagne : Discours devant la jeunesse allemande – Ludwigsburg – 9 septembre 1962
> Le miracle de la réconciliation franco-allemande. Il y a 48 ans: La signature du traité de l’Élysée
> Prix des lycéens allemands

Im Literaturhaus Stuttgart:

> Michel Houellebecq – 13.02.2002
> Michel Houellebecq – 13.09.2005

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