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Nachgelesen im FIGARO:
Sarkozy et le plan Merkel

11. Juni 2010 von H. Wittmann

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2 Kommentare zu “Nachgelesen im FIGARO:
Sarkozy et le plan Merkel”

  1. Paul Vermeehren
    13. Juli 2010 20:33
    1

    Sehr geehrter Herr Wittmann, Sie schreiben von ‘atmosphärischen Störungen’ .. Sie mögen real vorhanden sein, aber worum es in der Politik nur gehen kann, sind Fakten. Fakt ist, dass Deutschland in der Mitte Europas die größte Nation Europas ist, was die Wirtschaftskraft und die Bevölkerung betrifft. Es wäre also überhaupt kein Problem für Deutschland, finanzpolitisch und generell politisch auf eigenen Füßen zu stehen. Solange die DM existiert hat, mussten sich alle Länder Europas wesentlich stärker den ‘deutschen’ Prinzipien der Geldwertstabilität und wirtschaftlichen Globalisierung anpassen,als das heute der Fall zu sein scheint. Es wäre hilfreich zu erkennen, was die Wirtschaftskraft Deutschlands geschaffen hat und dass nur diese Prinzipien die Grundlage sein können für ein wirtschaftlich starkes Europa.

    Im gleichen Zuge ist die politische Seite zu sehen. Deutschland hat immer wieder Konzessionen gemacht bei der Schaffung Europas, die ihrem wahren Gewicht nicht entsprachen – aus welchen Gründen auch immer sie gemacht wurden. Das muss aber im Sinne eines funktionierenden Europas jetzt aufhören. Es geht nicht ohne Zusammenarbeit in Europa und ohne Kommunikation untereinander. Nur es ist ein Trugschluss – dem sich m. E. vor allem die französischen Eliten hingeben – dass Europa funktionieren kann, wenn nicht jedes Land entsprechend seiner wahren Stärke in den Kräfte- und Entscheidungsgremien vertreten ist. Es geht mit dem hier Gesagten nicht um die Macht eines Politikers oder einer machtorientierten Elite, es geht um die Völker. In den Völkern existieren ‘feine Antennen’ für diese Dinge, für ein Repräsentiert sein wie es der Bedeutung entspricht. Wird dagegen verstoßen, entstehen in den Völkern Spannungen, die sich sicher auch in dem ‘Hochspülen’ von entsprechend radikalen Personen entladen werden, damit diese das Ungleichgewicht beseitigen. Das ist unausweichlich.

    Zusammengefasst: es geht um Fakten und nicht um atmosphärische Dinge. Jedes Land hat seine besonderen Qualitäten und Stärken die auch neidlos von den anderen anerkannt werden. Warum nicht sie nutzen und so verfahren, anstatt unausgegorene und unreife Vorschläge zu einem Thema zu hören. Es gibt nur eine Lösung: man muss sich nach dem Primus richten, bei den einzelnen Problemfeldern. Die lange Liste, welche Themen von welcher Seite am Besten gelöst werden, will ich hier nicht anfangen. Nur, einen Satz kann ich mir da beim besten Willen nicht verkneifen: die Kritik einer französischen Ministerin an der Exportstärke Deutschlands… Ich möchte ihr jetzt mal persönliche Aufrichtigkeit unterstellen und nicht bloßes Machtgehabe. Dann zeigen diese Äußerungen, dass in der französischen Elite wirtschaftliche Zusammenhänge komplett unbekannt sind und Entscheidungen eher aus machtpolitischem Kalkül heraus getroffen werden, denn nach fundierten Einsichten. Das Interessante ist, dass sich Frankreich mit solchen Äußerungen, wenn sie denn Erfolg gehabt hätten, ins eigene Fleisch geschnitten hätte.

    Die starke Wirtschaftskraft Deutschlands ist der einzige Garant für die Entwicklung zu einem gemeinsamen Europa und damit zu einem bedeutenden Einfluss in der Welt auch noch in 50 Jahren. Die Einzelländer hätten da kaum eine nennenswerte Bedeutung mehr. Das gilt im Besonderen für Frankreich und England, die ihren alten Ideen und Machtstellungen noch anhängen, die aber heute schon Trugbilder sind. Die Welt wird sich rasant weiter entwickeln und keine Rücksicht nehmen auf alte Haltungen, auf Protektionismus oder Isolationsbemühungen. Wenn Frankreich sich nicht auf seine wahren Wurzeln besinnt, die europäisch sind und immer waren – angefangen bei Karl dem Großen – und statt dessen lieber eigene, egozentrische Wege verfolgt und versucht zu gehen, dann wird es der Hauptschuldige sein, dass Europa sich in dem jetzigen Ansatz nicht finden kann, sondern wieder auflöst. Damit würde Frankreich in die Bedeutungslosigkeit entlassen. Denn es wird genug Staaten geben, die eine vernünftige gemeinsame Linie finden und weiter machen, das ist sicher. Dafür ist Europa mittlerweile zu groß geworden. Wenn Frankreich nicht mit dieser Egozentrik aufhört, wird es eine ‘Schweizer’ Status im Herzen Europas bekommen. Es geht nur über Kommunikation und vernünftigen Austausch. Wer das nicht will, ist in Europa fehl am Platze.

  2. H. Wittmann
    13. Juli 2010 21:42
    2

    Direkt angesprochen, darf ich auch eine Antwort schreiben:
    Auch wenn Staaten heute in Europa noch allein auf sich gestellt handeln könnten, würden Perzeptionen jeder Art, noch mehr atmosphärische Probleme oder Irritationen bewirken. Jedes Mitgliedsland profitiert auf allen Politik- und Wirtschaftsfeldern von der EU. Kein neues Mitglied musste beitreten. Alle wollten aus freien Stücken der EU beitreten. Nationale Alleingänge scheitern, wen sie nicht gemeinsame Perspektive mit der EU im Auge haben. Die Sicherheitspolitik ist eine der ganz großen Erfolge der EU. Die Aussöhnung mit Frankreich und die deutsch-französische Kooperation ist ein Erfolg für beide Länder und für Europa. Sicher, es gab Z. B. unter Schmidt und Giscard vielleicht mehr Übereinstimmung und gelungene gemeinsame Projekte, dafür ist heute die deutsch-französische Kooperation auf vielen Gebieten noch enger und vielfältiger auch hinsichtlich des entsprechenden Diskussionsbedarfs geworden. Deutschland hat keineswegs nur alleine Konzessionen bei der Schaffung Europas gemacht, der Aufbau der EU ist ein gemeinsames europäisches Werk.Analysiert man eingehend die letzten deutsch-französischen Regierungstreffen besonders während der Währungsunion wird man eine ganze Reihe von Hinweisen darauf finden, dass Frankreich sich sehr wohl seiner europäischen Verantwortung zu stellen weiß.

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